Inhalt
Geleitwort von Horst Becker . . . . . . . . . . . . 7
Stimmen zum Buch . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Einleitung...
Kapitel 4
Die Start- und Flugphase: Der Ersttermin als zweiter Schritt
des strukturierten Verkaufsprozesses . . . . . . . ...
SALES
FORCE ACADEMY
Kapitel 2
Kompetenzen, Eigenschaften, Anforderungen:
Eignungstest für den Verkaufs-Piloten
START-Check...
Spitzen-
kompetenzen
und -anforde-
rungen
Selbstbewusstsein
Disziplin
Verantwortung
übernehmen
Leistungskompetenzen
und -a...
gen zu verkaufen. Die Kompetenz- und Anforderungspyramide des
Verkaufs-Piloten zeigt, dass dazu Kompetenzen und Anforderun...
SALES
FORCE ACADEMY
die Vorstellungswelt des Kunden hineinzudenken, muss die Grund-
regeln des Beziehungsmanagements beher...
SALES
FORCE ACADEMY
Kapitel 4
Die Start- und Flugphase: Der Ersttermin als
zweiter Schritt des strukturierten Verkaufs-
pr...
tigt uns im fünften Kapitel. In beiden Phasen muss der Pilot – trotz
aller technischen Hilfsmittel – hochkonzentriert zu W...
Ihre persönliche Ergänzung:
Der nächste Kundenkontakt ist immer der wichtigste
Ich kenne einige ganz gute Vertriebsleiter ...
anderen Läufern unterhielt oder einfach langsamer den Hang hinun-
terfuhr. Nein, es lag einzig und allein daran, dass er j...
Welche Erfahrungen hat der Kunde bereits mit Ihren Wett-
bewerbern?
Checkliste Kundengespräch mit zu klärenden Fragen
4. W...
Also müssen Sie in dieser Phase all Ihre Energien mobilisieren, damit
Sie beim Kunden einen Top-Ersteindruck hinterlassen....
SALES
FORCE ACADEMY
werke hilft oft: Das Foto des Einkäufers auf einer professionell genutz-
ten Seite verrät Ihnen viel ü...
• Stellen Sie gleich zu Beginn Gemeinsamkeiten mit dem Kunden
her. Sprechen Sie ein möglichst unverfängliches Gesprächsthe...
Leseprobe punktlandung im vertrieb
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Leseprobe punktlandung im vertrieb

378 Aufrufe

Veröffentlicht am

0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
378
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
9
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
4
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Leseprobe punktlandung im vertrieb

  1. 1. Inhalt Geleitwort von Horst Becker . . . . . . . . . . . . 7 Stimmen zum Buch . . . . . . . . . . . . . . . . 8 Einleitung: (Schon wieder ein) Paradigmenwechsel im Vertrieb? Ja!. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Der Paradigmenwechsel: zwei Könige treffen aufeinander . 10 »Verkaufen durch Führung«, Vertrauen und gegenseitigen Respekt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 Kapitel 1 Die Flug-Prinzipien des Verkaufs-Piloten: Das Konzept »Verkaufen heißt Führen« und seine Auswirkungen auf Vertrieb und Verkäufer . . . . . . . . . . . . . . 23 Der Kunde ist nicht der einzige König! . . . . . . . . 23 Prinzip 1: »Ich nehme Dich an die Hand« – der Verkaufs- Pilot als Einkaufshelfer . . . . . . . . . . . . . . 26 Prinzip 2: »Wir vertrauen uns und schätzen uns wert« – der Verkaufs-Pilot als Vertrauensperson. . . . . . . . 33 Prinzip 3: »Ich weiß, wozu ich dir verpflichtet bin« – der Verkaufs-Pilot als Verantwortungsträger . . . . . . 43 Prinzip 4: »Ich bin verpflichtet, die Konkurrenz zu verdrängen« – der Verkaufs-Pilot als Abfangjäger . . . . 47 Prinzip 5: »Ich zeige dir, wo es langgeht« – der Verkaufs- Pilot als disziplinierter Beherrscher des Verkaufsprozesses . 51 Kapitel 2 Kompetenzen, Eigenschaften, Anforderungen: Eignungstest für den Verkaufs-Piloten . . . . . . . . . . . . . . 57 Starten Sie durch: Ihre Eignung zum Verkaufs-Piloten – die Kompetenz- und Anforderungspyramide des Verkaufs- Piloten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57 Schätzen Sie Ihre Persönlichkeitsstruktur ein und entwickeln Sie sich zum Verkaufs-Piloten . . . . . . . 69 Kapitel 3 Die Startfreigabe: Das Telefonat als erster Schritt des strukturierten Verkaufsprozesses . . . . . . . . . . 97 Willkommen an Bord: Aus Interessenten Kunden machen . 97 Der Verkaufs-Pilot beim telefonischen Erstkontakt. . . . 104 5
  2. 2. Kapitel 4 Die Start- und Flugphase: Der Ersttermin als zweiter Schritt des strukturierten Verkaufsprozesses . . . . . . . . 125 Der Verkaufs-Pilot und der Ersttermin – die Startphase . . 125 Fluggerechtes Vorgehen beim Ersttermin: Mit Frage- und Zuhörkompetenz überzeugen . . . . . . . . . . 138 Kapitel 5 Der dritte Schritt des strukturierten Verkaufsprozesses: Die sichere Punktlandung beim Auftragstermin . . . . . 163 So schaffen Sie vertrauensbildende Maßnahmen zwischen Ersttermin und Auftragstermin . . . . . . . . . . . 164 Der Verkaufs-Pilot und der Zweittermin: Volle Konzen- tration ist gefragt . . . . . . . . . . . . . . . . 171 Kapitel 6 Achtung! Mäßige bis starke Turbulenzen – verhindern Sie den Absturz bei der Preisverhandlung . . . . . . . 213 So verteidigen Sie den Preis selbstbewusst . . . . . . . 213 Mit Preisverhandlungsstrategie Kunden überzeugen . . . 220 Kapitel 7 Der Verkaufs-Pilot als Führungspersönlichkeit und Chef der eigenen Fluggesellschaft . . . . . . . . . . . . 237 Der Verkaufs-Pilot als Kapitän einer Fluglinie und oberster Fluglehrer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 238 Definieren Sie den strukturierten Verkaufsprozess für Ihre Mitarbeiter . . . . . . . . . . . . . . . . . . 241 Stellen Sie Ihr Verkaufsteam zusammen – Fliegen mit der Crew. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 244 Ausblick: Franchising – die Königsdisziplin des Vertriebs . 257 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 259 Stichwortverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . 260 Der Autor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 263 6 Inhaltsverzeichnis
  3. 3. SALES FORCE ACADEMY Kapitel 2 Kompetenzen, Eigenschaften, Anforderungen: Eignungstest für den Verkaufs-Piloten START-Check: Das Wichtigste in Kurzform WAS in dieser Stufe zu tun ist: • Verkaufs-Piloten mögen Menschen und respektieren ihre Kunden. Sie agieren empathisch, wertschätzend, ehrlich und authentisch. • Zudem verfügen sie über das Selbstbewusstsein, verantwortungsbewusst, dis- zipliniert und systematisch die Führung im Verkaufsprozess zu übernehmen. • Und Verkaufs-Piloten besitzen den Ehrgeiz, ihre eigenen Kompetenzen und Persönlichkeitseigenschaften kritisch zu reflektieren: Es gibt den roten Jagd- flieger, den gelben Kunstflugpiloten, den grünen Transportflieger und den blauen Verkehrspiloten. Zu welchem Typus gehören Sie? • Stellt ein Verkäufer fest, dass ihm wichtige Eigenschaften und Fähigkeiten des Verkaufs-Piloten fehlen, wird er diese Lücken in der jetzigen Stufe (mit- hilfe der Tipps in diesem Kapitel) füllen. Dafür erhalten Sie folgende Tools – WIE es zu tun ist: • Kompetenz- und Anforderungspyramide • 3M-Einstellung • Einführung in Persönlichkeitsmodelle mit Übungen • Kompetenzübungen für die verschiedenen Verkäufertypen • Anleitungen für die Reflexionsphasen/Übungen • Anleitung zur Selbsteinschätzung Starten Sie durch: Ihre Eignung zum Verkaufs-Piloten – die Kompetenz- und Anforderungspyramide des Verkaufs-Piloten Der Pilotenjob gehört zu den anspruchsvollsten Berufen der Welt. Auch deshalb genießen Piloten eine hohe Reputation. Allerdings: Es wird auch einiges von ihnen verlangt und erwartet. Es genügt nicht, wie einst Leonardo DiCaprio in dem Film Catch me if you can, dem leicht beeinflussbaren Publikum die Attitüde des Piloten vorzuspielen. Piloten müssen über eine Vielzahl an Kompetenzen und Charakter- 57
  4. 4. Spitzen- kompetenzen und -anforde- rungen Selbstbewusstsein Disziplin Verantwortung übernehmen Leistungskompetenzen und -anforderungen Respekt Empathie Wertschätzung Authentizität Basiskompetenzen und -anforderungen MMM-Einstellung Vertrauensaufbau Ehrlichkeit eigenschaften verfügen, um in ihrem Beruf erfolgreich und exzellent sein zu können. Und dasselbe gilt für Verkäufer, die hochwertige und komplexe Produkte und Dienstleistungen verkaufen. Schauen wir uns dazu die Kompetenz- und Anforderungspyramide des Verkaufs-Pilo- ten an: Abbildung 1: Kompetenz- und Anforderungspyramide des Verkaufs-Piloten Der Begriff »Kompetenz« soll dabei in einem umfassenden Sinn ver- standen werden, wie ihn der Kompetenzexperte Frank M. Scheelen in seinen Publikationen auslegt: »Eine Kompetenz ist die Summe aller Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnisse, Persönlichkeits- und Verhal- tensmerkmale, die als Grundlage dienen, um eine Funktion in einer Organisation erfolgreich und effektiv so zu erfüllen, dass damit die Er- reichung von strategischen Unternehmenszielen unterstützt wird« (Scheelen, Bigby 2011, S. 37). Es geht nicht nur um Wissen, Fertigkeiten oder Qualifikationen, son- dern auch um Persönlichkeitseigenschaften und Verhaltensweisen, die dazu dienen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, nämlich um erklä- rungsbedürftige und beratungsintensive Produkte und Dienstleistun- 58 Kompetenzen, Eigenschaften, Anforderungen
  5. 5. gen zu verkaufen. Die Kompetenz- und Anforderungspyramide des Verkaufs-Piloten zeigt, dass dazu Kompetenzen und Anforderungen auf drei Ebenen Voraussetzung sind: • Basiskompetenzen und -anforderungen, • Leistungskompetenzen und -anforderungen und • Spitzenkompetenzen und -anforderungen. Der Grundsatz dabei: Eine Ebene schließt immer die darunter liegen- de(n) Ebene(n) ein – ein Verkaufs-Pilot erfüllt alle Kompetenz- und Anforderungsebenen. Mit anderen Worten: Verkäufer, die diszipliniert und selbstbewusst agieren, sind noch lange keine Verkaufs-Piloten, wenn sie zum Beispiel nicht in der Lage sind, ehrlich und respektvoll belastbare Kundenbeziehungen aufzubauen. Die Basis – das muss jeder Verkäufer mitbringen Verkäufer Müssen Menschen Mögen – ohne diese 3M-Einstellung ist es wohl kaum möglich, als Verkäufer zu agieren. Verkaufen ist ein Verhaltensberuf, der sich in Interaktion mit Menschen, mit Kunden manifestiert. Introvertiertheit allein ist kein Ausschlusskriterium für einen guten Verkäufer – aber wer sich aus welchen Gründen auch immer nicht (zu)traut, auf andere Menschen zuzugehen, ist kaum ge- eignet, ein menschenzugewandtes Verkaufsgespräch zu führen. Wer es bevorzugt, den lieben ganzen Tag hinter dem Schreibtisch und vor dem PC zu hocken, ist an der Verkaufsfront nicht gut aufgehoben, weil er sich dort einfach nicht wohl fühlen kann. Ein Pilot mit Flug- angst – das ist ebenso unvorstellbar wie ein Verkäufer ohne 3M-Ein- stellung. Die 3M-Einstellung: Verkäufer müssen Menschen mögen Selbst wer »nur« – und das ist nicht abwertend gemeint – Produkte des alltäglichen Bedarfs hinter der Ladentheke verkauft, darf kein menschenverachtender Misanthrop sein, der von der Schlechtigkeit oder Belanglosigkeit des Menschen im Allgemeinen und der des Kun- den im Besonderen überzeugt ist. Auch er muss es verstehen, sich in Starten Sie durch: Ihre Eignung zum Verkaufs-Piloten 59
  6. 6. SALES FORCE ACADEMY die Vorstellungswelt des Kunden hineinzudenken, muss die Grund- regeln des Beziehungsmanagements beherrschen, in der Lage sein, kundennutzenorientiert zu verkaufen. Höflich, zuvorkommend und freundlich sein und sich natürlich mit den Produkten oder Dienstleis- tungen genau auskennen. Zur 3M-Einstellung gehört selbstverständlich auch, dass der Verkäu- fer • in der Lage ist, ein intensives auf Respekt gegründetes Vertrauens- verhältnis zum Kunden aufzubauen – es gilt: »Lieber den Auftrag verlieren als Vertrauen.« • dem Kunden mit Ehrlichkeit begegnet, also glaubwürdig und zu- verlässig agiert. Flugsimulator-Übung zur ersten Ebene der Kompetenz- und Anforderungspyramide und Ihrer 3M-Einstellung • Wie schaut es bei Ihnen mit der 3M-Einstellung aus? Schreiben Sie Beispiele (Verkaufsgespräche, Beratungen, Kundenkontakte) aus Ihrer Praxis auf, die Ihre 3M-Einstellung belegen. • Sind Sie in der Lage, das Vertrauen anderer Menschen zu gewinnen? Notieren Sie auch hierzu Beispiele. • Gab es Kundenkontakte, in denen Sie nicht ehrlich zum Kunden waren? Welche Konsequenzen zog dieses Verhalten nach sich? 60 Kompetenzen, Eigenschaften, Anforderungen
  7. 7. SALES FORCE ACADEMY Kapitel 4 Die Start- und Flugphase: Der Ersttermin als zweiter Schritt des strukturierten Verkaufs- prozesses START-Check: Das Wichtigste in Kurzform WAS in dieser Stufe zu tun ist: • Der zweite Schritt des strukturierten Verkaufsprozesses umfasst den Ersttermin bzw. Analysetermin. • Im Mittelpunkt des Ersttermins stehen die Analyse, der Beziehungsauf- bau und die Bedarfsermittlung. Das Ziel ist, einen zweiten Termin zu vereinbaren, der zum Auftrag führt – wobei es sein kann, dass auch der Ersttermin bereits zum Abschluss führt. • In der Startphase führt und lenkt der Verkaufs-Pilot das Gespräch durch Fragen und genaues Zuhören. • Der Verkaufs-Pilot stellt, wo immer möglich, verbindliche gegenseitige Verpflichtungen her. Dafür erhalten Sie folgende Tools – WIE es zu tun ist: • Bedarfsermittlungsfragen • Rollenträgersystematik • Selektionskriterien • Vorabschlussfragen • Anleitungen für die Reflexionsphasen/Übungen • Checklisten für den Ersttermin (Bordsteinkonferenz) Der Verkaufs-Pilot und der Ersttermin – die Startphase Bisher haben Sie als Verkaufs-Pilot den Passagier an Bord willkom- men geheißen. Nun beginnt die eigentliche Startphase, in der Sie den Interessenten zum ersten Mal persönlich begegnen. Ein spannender Moment, der über die Ausgestaltung und das Gelingen des Flugauf- trags entscheidet. Der Start – und das Landen – gehören gewiss zu den kritischsten Phasen des Fliegens. Das Landen kann mit dem Auftrags- termin verglichen werden, der zur Punktlandung führt – dies beschäf- 125
  8. 8. tigt uns im fünften Kapitel. In beiden Phasen muss der Pilot – trotz aller technischen Hilfsmittel – hochkonzentriert zu Werke gehen. Jeder Fehler kann verheerende Folgen nach sich ziehen. Im Verkaufs- gespräch sind die Konsequenzen vielleicht nicht lebensbedrohlich, für den weiteren Verlauf der Beziehung zum Interessenten jedoch ver- gleichbar extrem bedeutend. Und darum versteht es sich von selbst, dass sich der Verkaufs-Pilot auf den ersten persönlichen Kontakt mit dem Interessenten optimal vorbereitet. Schließlich will und muss er diesem auch den eigenen Ex- pertenstatus belegen – und das funktioniert nur durch eine exzellente Vorbereitung. Die folgenden zwei Checklisten zeigen, was der Verkaufs-Pilot im Rahmen seiner Vorbereitung zu beachten hat. Checkliste: Zielstellung beim Ersttermin Ermittlung der objektiven Voraussetzungen für Ihr Produkt beim Interessenten Bedarf des Interessenten ermitteln Interessentenselektion. Kann der Interessent Kunde werden? Entscheidung, ob Sie diesem Interessenten einen Vorschlag un- terbreiten oder ihm absagen Checkliste: Hilfsmittel für den Ersttermin Überprüfen Sie, ob Sie alle Hilfsmittel an Bord haben: Checkliste Ersttermin Preisliste Prospekte, Infomaterial für den Interessenten Notizblock mit Schreibgerät Kurzvideo, das Erläuterungen zu erklärungsbedürftigen Pro- dukten und beratungsintensiven Dienstleistungen gibt Bildmaterial Proben, Muster Referenzen Auftragsformular mit dazugehörigen Unterlagen (etwa Allge- meine Geschäftsbedingungen u.Ä.) 126 Die Start- und Flugphase: Der Ersttermin als zweiter Schritt
  9. 9. Ihre persönliche Ergänzung: Der nächste Kundenkontakt ist immer der wichtigste Ich kenne einige ganz gute Vertriebsleiter und Verkäufer, die es zu- weilen an der notwendigen gründlichen Vorbereitung mangeln lassen. Dazu mögen die Routine und die Überzeugung beitragen, man verfü- ge über so viel Erfahrung, dass sich eine detaillierte Vorbereitung er- übrige. Falsch gedacht! Denn ihnen fehlt noch einiges zum Verkaufs-Piloten. Der prüft vor jedem Abflug anhand seiner Checklisten, ob alles an Bord ist, ob die Vorbereitung detailliert genug war, ob alle Informatio- nen ausrecherchiert sind, die den Expertenstatus zeigen – wie ein Pilot, der es auch nach 1000 Flugstunden nicht unterlässt, die anschei- nend selbstverständlichsten Dinge zu überprüfen. Wenn ich zum Beispiel im Seminar solchen Vertriebsleitern oder »alten Vertriebshasen« begegne, bei denen die mangelhafte Vorberei- tungsroutine gefährlich deutlich wird, erzähle ich gerne die folgende Geschichte: Der 1972 geborene Skirennläufer Hermann Maier gehörte in seiner aktiven Zeit wohl zu den charismatischsten Persönlichkeiten im alpi- nen Sport. Der Österreicher war zweimal Olympiasieger, dreimal Weltmeister, gewann viermal den Gesamtweltcup und zehn Weltcups. Zudem hat er 54 Weltcupsiege errungen. Hermann Maier kennt wohl alle Skirennpisten der Welt wie seine Westentasche – so, wie mancher Verkäufer seine Kunden kennt (oder nur zu kennen glaubt). Trotzdem war Hermann Maier regelmäßig jener Skirennläufer, der Gefahr lief, vor einem Rennen die vorgegebe- ne Besichtigungszeit der Strecke zu überschreiten. Immer wieder kam er schon fast traditionell als Letzter von der Besichtigung zurück. Das lag jedoch nicht etwa daran, dass er sich irgendwo auf dem Weg mit Der Verkaufs-Pilot und der Ersttermin – die Startphase 127
  10. 10. anderen Läufern unterhielt oder einfach langsamer den Hang hinun- terfuhr. Nein, es lag einzig und allein daran, dass er jedes Rennen mit mehr als hundertprozentiger Ernsthaftigkeit anging. Für einen Champion wie Hermann Maier begann das Rennen nicht erst im Starthaus, sondern in der Vorbereitung. Hierbei prägte er sich alle Unebenheiten, alle Besonderheiten, jeden Schwung genauestens ein, um auf der genauen Kenntnis der Rennstrecken dann seine Renn- strategie aufzubauen. Mit dieser exakten Vorbereitung verschaffte er sich immer wieder die entscheidenden Hundertstelsekunden Vor- sprung vor der Konkurrenz. Jene Hundertstelsekunden, die über Sieg und Niederlage entscheiden – genauso, wie eine gezielte Vorbereitung auf jedes Kundengespräch die Entscheidung über Abschluss oder Nichtabschluss sein kann. Hermann Maier war ein Verkaufs-Pilot – ein Verkaufs-Pilot betreibt jede Vorbereitung auf ein Kundengespräch so detailliert, detailverses- sen und diszipliniert wie ein Skirennfahrer –als ob es sein erster Kun- denkontakt wäre. Er lässt keine Routine einreißen: Der nächste Kundenkontakt ist immer der wichtigste. Checkliste zur Vorbereitung des Verkaufsgesprächs 1. Name des Kunden Nichts ist schlimmer, als wenn Sie bei der Begrüßung den Namen nicht kennen oder nicht richtig aussprechen. 2. Kundenhistorie im Unternehmen Wer hat im Unternehmen bisher was mit dem Kunden be- sprochen? Beim B2B-Geschäft: Welche Umsätze mit wel- chen Produkten hat der Kunde in der vergangenen Zeit ge- macht? 3. Was ist zu dem Kunden zu den folgenden Fragen bekannt? Welche Wünsche, Vorstellungen hat der Kunde? Was möchte der Kunde nicht/auf keinen Fall? Was sind seine Befürchtungen? Welche Ziele verfolgt der Kunde in Verbindung mit dem Gespräch? 128 Die Start- und Flugphase: Der Ersttermin als zweiter Schritt
  11. 11. Welche Erfahrungen hat der Kunde bereits mit Ihren Wett- bewerbern? Checkliste Kundengespräch mit zu klärenden Fragen 4. Was sind die »grünen Lampen« dieses Kunden? 5. Gibt es Verpflichtungen, die der Kunde Ihnen gegenüber be- reits eingegangen ist? 6. Gibt es etwas, was Sie im Vorfeld versprochen hatten? 7. Wen sollten Sie zu dem Kunden befragen? 8. Wer wird beim Gespräch anwesend sein? 9. Wer von den Anwesenden ist der Entscheidungsträger? 10. Wer ist der Nutzer Ihres Produktes? Was wissen Sie über die- sen Nutzer? 11. Haben Sie alle Unterlagen und sonstige Hilfsmittel vorbereitet? Verkaufsmappe Auftragsformular Proben, Muster Referenzliste Bilder und Darstellungen Ihres Produktes und des Prozesses 12. Was ist das Ziel des Verkaufsgesprächs? Was ist Ihr minimales Ziel? 13. Was übereichen Sie dem Kunden am Ende des Gespräches? Prospekte Listen Kunden-Checkliste: Wie geht es weiter? Liste der Ansprechpartner im Unternehmen mit Bildern der Personen 14. Wie steigen Sie in das Kundengespräch ein? Knüpfen Sie das grüne Band der Sympathie Der erste Eindruck spielt bei der Anbahnung von Kundenbeziehun- gen beim Ersttermin eine wichtige Rolle. Zum ersten Mal stehen sich der Kunde und der Verkaufs-Pilot persönlich Auge in Auge gegen- über. Der Kunde macht sich anhand des Auftretens und Erscheinens des Verkäufers – oft binnen weniger Sekunden – einen ersten Ein- druck von ihm. Und von diesem Eindruck hängt es ab, wie viel Ver- trauen und Sympathie der Kunde dem Verkäufer entgegenbringt. Und das entscheidet weitgehend darüber, wie das Verkaufsgespräch weiter verläuft. Wenn in dieser Startphase etwas nicht nach Plan ver- läuft, droht der Absturz. Der Verkaufs-Pilot und der Ersttermin – die Startphase 129
  12. 12. Also müssen Sie in dieser Phase all Ihre Energien mobilisieren, damit Sie beim Kunden einen Top-Ersteindruck hinterlassen. Zu einer ex- zellenten Vorbereitung gehört darum auch – und das mag den einen oder anderen Leser vielleicht überraschen – die Überlegung, in wel- cher Kleidung, mit welchem Habitus der Verkaufs-Pilot dem Kunden gegenübertritt. Es ist nun einmal so, dass wir Menschen bei der Be- wertung unseres Gegenübers auch von Äußerlichkeiten abhängig sind. Wohl jeder Verkäufer wird sich Gedanken machen, wie er beim Erstkontakt bei seinem wichtigen Kunden Sympathiepunkte sammeln kann, ohne sich anzubiedern und an Authentizität einzubüßen. Wir können am anderen Menschen nur in seltenen Fällen unmit- telbar seine Herzensgüte, Freundlichkeit und Zuvorkommenheit wahrnehmen. Und genauso unwahrscheinlich ist es, dass unser Ge- sprächspartner bereits bei der ersten Begegnung diese Charakterei- genschaften an uns wahrnimmt. Der erste – subjektive – Eindruck wird meistens bestimmt von Äußerlichkeiten. Der Kunde möchte seinem Gesprächspartner gerne vertrauen können – und darum gehören ein gepflegtes äußeres Erscheinungsbild, kor- rekte Umgangsformen und eine seriöse Ausstrahlung zu den Selbst- verständlichkeiten, die der Verkaufs-Pilot nicht nur beim Erstkontakt beachtet. Zum einen signalisiert er damit Respekt und Achtung vor dem Kunden. Zum anderen wird der Kunde seine Investition, sein Geld und vielleicht auch seine zukünftige unternehmerische Entwick- lung niemandem anvertrauen wollen, der mit den Modeschöpfern dieser Welt auf Kriegsfuß steht und augenscheinlich nicht weiß, wie man das Wort »Friseur« schreibt, weil er einen solchen nur allzu sel- ten aufsucht. Es ist mittlerweile aber auch bekannt, dass manche Einkäufer oder Budgetentscheider aus der Linie allergisch auf »überschöne« oder »überpflegte« Menschen oder die hochformelle »Vertriebleruniform« reagieren – Kunden wollen sich eben auch nicht optisch an die Wand gespielt oder »überboten« fühlen. Natürlich: Im Zweifel können Sie das nicht wissen. Aber Sie können sich an gewissen Branchenkodizes orientieren, die Sie aufgrund Ihrer eigenen Branchenexpertise oder Recherche kennen. Auch ein Blick in eines der Online-Business-Netz- 130 Die Start- und Flugphase: Der Ersttermin als zweiter Schritt
  13. 13. SALES FORCE ACADEMY werke hilft oft: Das Foto des Einkäufers auf einer professionell genutz- ten Seite verrät Ihnen viel über den »Style« im Unternehmen. Das Problem ist: Hat der Kunde sich erst einmal eine negative Mei- nung gebildet, kommt der Verkäufer aus dieser Schublade nicht mehr so schnell heraus. Der Kunde schließt vom einen auf das andere: Wer nachlässig gekleidet ist, mit dessen Fach- und Beratungskompetenz kann es wohl nicht allzu gut bestellt sein. Warum sollte er also ein Produkt von ihm kaufen, zumal es sich um ein hochkomplexes und investitionsträchtiges Gut handelt, bei dem der Kunde darauf ange- wiesen ist, sich auf den Sachverstand des Verkäufers zu verlassen? Zum Glück gilt dies auch mit positivem Vorzeichen: wir reden hier vom sogenannten Halo-Effekt. Nach diesem wird eine vermeintliche Stärke wie die Schönheit eines Menschen von Betrachtern unhinter- fragt positiv auf andere, unterstellte Eigenschaften übertragen. Und darum achten Verkaufs-Piloten auf die Aspekte, die in der folgenden Flugstunde dargestellt sind: Flugstunde: Eine guten ersten Eindruck erwecken und »Führungsanspruch« anmelden • Beachten Sie Ihr äußeres Erscheinungsbild: Sie wollen ein hoch- komplexes Produkt oder eine erklärungsbedürftige Dienstleis- tung verkaufen – Kunden erwarten im Allgemeinen einen dem Investitionsumfang angemessenen Auftritt. • Ein altes Motto lautet: Kleiden Sie sich nicht für den Job, den Sie schon haben, sondern für den, den Sie gerne hätten. Das lässt sich einfach auch auf den Auftrag übertragen. • Legen Sie Wert auf eine taktvolle Begrüßung, die dem Kunden signalisiert, dass Sie die Führung im Kundengespräch überneh- men wollen und übernehmen werden. Nutzen Sie die Macht des intensiven Blickkontakts. • Reichen Sie dem Kunden die Hand mit kurzem, aber festem Druck. Wenn Sie sich danach zum Beispiel an einen Tisch set- zen, berühren Sie leicht den Ellbogen des Kunden, um die Marschrichtung vorzugeben – Sie geleiten den Kunden zum Be- sprechungstisch und bestimmen die Sitzordnung. Der Verkaufs-Pilot und der Ersttermin – die Startphase 131
  14. 14. • Stellen Sie gleich zu Beginn Gemeinsamkeiten mit dem Kunden her. Sprechen Sie ein möglichst unverfängliches Gesprächsthe- ma an – Sie wissen ja noch nicht so genau, mit welchem Kun- dentypus Sie es zu tun haben, und nicht jeder Kunde mag den Small Talk. • Wecken Sie das Interesse des Kunden. • Schwingen Sie sich auch emotional auf einer Wellenlänge mit ihm ein. Nehmen Sie die Kundenperspektive ein, setzen Sie sich die Wahrnehmungsbrille des Kunden auf. Sagen Sie dem Kunden, wie der Termin abläuft Sie sehen: Für Ihren ersten guten Eindruck ist nicht nur das Thema »Vertrauensaufbau« von Relevanz, sondern ebenso der Führungsan- spruch, den Sie mithilfe Ihres verbalen und nichtverbalen Verhaltens demonstrieren – unaufdringlich, aber dennoch bestimmt. Darüber hi- naus haben sich Formulierungen wie diese bewährt: »Herr/Frau ..., wir gehen gewöhnlich folgendermaßen vor: Zuerst schauen wir uns gemeinsam ... an. Ich werde dort die Gegebenheiten aufnehmen, die für Ihr Vorhaben eine Rolle spielen. Danach setzen wir uns in Ruhe in Ihrem Büro/in Ihrem Haus zusammen und sprechen über die Details. Ist das so in Ordnung für Sie?« Im Beispiel unseres Herrn Andracek, der sich für jene Maschinenanla- ge interessiert, ist der Besuch der Produktionsstätten zielführend, um sich anschließend in Herrn Andraceks Büro zurückzuziehen, um die für den Ersttermin wichtigen Fragen zu klären. Der Begrüßungssatz oben zeigt wieder Ihren Führungsanspruch an, den Sie ja von Anfang an demonstrieren wollen. Sie als Experte geben die Flugrichtung vor, Sie deuten aber auch mit: »... wir gehen gewöhn- lich folgendermaßen vor ...«, an, dass eine leichte Veränderung der Vorgehensweise opportun ist, wenn dies der Kunde wünscht. Dieser soll und muss sich natürlich letztendlich mit der von Ihnen vorge- schlagenen Vorgehensweise einverstanden erklären. Immerhin geht es nicht allein um die Darlegung Ihres Führungsan- spruchs, sondern auch um den Aufbau einer empathischen Beziehung zum Kunden, der Ihnen vertrauen soll und den Führungsanspruch 132 Die Start- und Flugphase: Der Ersttermin als zweiter Schritt

×