Vortrag bozen marques schäfer final

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  • What is the meaning of intercultural exchange? What can we understand under “intercultural”? Some researchers argue that intercultural exchange happens when people from different cultures
  • Diese wird seit 1996 im Auftrag des Goethe-Instituts in einem Team von Fremdsprachendidaktikerinnen an der Universität Gießen entwickelt und erstellt. Wissenschaftlich betreut wird sie von Prof. Dietmar Rösler und Prof. Michael Legutke. Seit 2005 ist JETZT Deutsch lernen ist das meist genutzte Online-Angebot des Goethe-Instituts. Sie richtet sich an fortgeschrittene Deutschlernende. Ihre Textbasis besteht aus Artikeln des Jugendmagazins jetzt.de der Süddeutschen Zeitung (und auch aus ausgewählten didaktisierten Lernertexten). Ziele dieser Lernumgebung sind: * die Förderung des Leseverstehens und des Hörsehverstehens * das kooperative und kreative Schreiben, die ungesteuerte Kommunikation in Chat und Foren und die Medienkompetenz. Heute wollen wir uns genauer mit dem tutorierten Chat-Angebot und mit der untutorierten Schreibwerkstatt von „JETZT Deutsch lernen“ beschäftigen.
  • Vortrag bozen marques schäfer final

    1. 1. Deutsch lernen im Chat Dr. Gabriela Marques-Schäfer gabrielamarques [at] yahoo.com
    2. 2. Gliederung 1. Der theoretische Hintergrund 2. Die empirische Studie 3. Wichtigste Erkenntnisse 4. Ausblick 5. Literatur
    3. 3. 1- Interkulturelles Lernen und digitale Medien Ziele des interkulturellen Lernens (Bechtel 2003, Hu 1995, Krumm 2007): - Das Kennenlernen einer Fremdkultur - Die Reflexion über die eigene und über die fremde Kultur - Die Entwicklung einer Sensibilisierung für Gemeinsamkeiten und Unterschiede - Die Förderung eines Perspektivenwechsels Interkulturelles Lernen mit digitalen Medien (O’Dowd 2007, Rösler 2004, 2006): - Authentizität - Narrativer Zugang
    4. 4. In der Praxis … Was ist Kultur? Wie? Was ist interkulturell? Wie kann ich Veränderungen vermessen? WelcheAufgaben sollichformulieren? Welche Faktoren beeinflussen das interkulturelleLernen Welches Material und welche Medien soll ich verwenden? Online?
    5. 5. Aus der Forschung …  Kontrastiver Austausch über persönliche Erfahrungen und Erlebnisse sowie über Wahrnehmungen und Werte (z.B. Tamme 2001, Tudini 2007, Biebighäuser/ Marques-Schäfer 2011) Ist das via Chat möglich?
    6. 6. 2- Die Studie: Das Projekt JETZT Deutsch Lernen Der Chat-Raum
    7. 7. Der Chat-Raum  Kostenfrei  Freiwillige Teilnahme  Virtueller Ort für interkulturelle Begegnung  Getippte mündliche Sprache  Institutioneller Charakter  Tutorinnen  Ca. 300 Besucher pro Tag  Aus 64 Ländern  Vorschläge für Gesprächsthemen  Vorschläge für Unterrichtsprojekte
    8. 8. 2- Forschungsschwerpunkte  Fehlerkorrektur  Sprachbezogene Fragen  Kulturbezogene Fragen
    9. 9. 2- Daten und Teilnehmer Datenerhebung  Chat-Protokolle von Januar 2007 bis Februar 2008 Korpus: ~15.000 Seiten ~ 3.300.000 Wörter Teilnehmer  8 Tutorinnen (Fragebogen und Interviews)  Chat-Teilnehmer (Fragebogen und Interviews)
    10. 10. 2- Chat als Ort für interkulturelles Lernen  Sequenzanalyse (Gilly et al 1999, Melo 2006)  Auswahl der Sequenzen nach den Themen, die von den Tutorinnen erwähnt wurden (z.B. Leichte Themen zu diskutieren sind: Alltag, Essen, Feiertage und schwierige Themen: Religion und Politik)  Quantitative Analyse der strukturellen Faktoren (Dauer, Teilnehmerzahl, Turns-Anzahl)  Qualitative Analyse der linguistischen Faktoren (Art der Fragen und der Antworten) (Belz 2003; 2007)  Was/Wann/Wo-Fragen and Ja/Nein-Fragen bringen die Lerner meist dazu, Informationen zu geben  Wie/Warum-Fragen bringen die Lerner meist eher dazu, ihre Äußerungen ausführlicher zu erklären, umzuformulieren und über sie zu reflektieren
    11. 11. Beispiele A) „am morgen ist ein Festtag in Thailand“ B) „ich hallte Spanien fuer land von tomatina“
    12. 12. Der persönliche Austausch im JETZT Deutsch lernen-Chat Auszug dem Chat-Protokoll H/ 23.11.2007 (18:09:37) Anna: am morgen ist ein Festtag in Thailand (…) (18:09:49) Tutorin: Was feiert ihr denn Schoenes? (18:10:06) Anna: es heiß loi kratong festival (…) (18:11:28) Tutorin: Ueberall wird gefeiert. (…) (18:11:31) Anna: Loi-Kratong - Das bezauberndste Fest des Jahres-Körbchen mit brennenden Kerzen werden zu Wasser gelassen (18:11:38) Tutorin: Was ist Loi Kratong? (…) (18:12:29) Tutorin: Oh, hoert sich schoen an. Gibt es einen Grund fuer die Kerzen-Koerbchen? (18:12:41) Anna: es ist Vollmond im November in Thailand
    13. 13. Das Bild von einem Land Auszug dem Chat-Protokoll D/ 10.11.2007 (11:47:07) Carla: Maria bist du aus spanien also (…) (11:47:13) Maria: ja (…) (11:47:27) Carla: ich hallte Spanien fuer land von tomatina (11:47:38) Carla: und toro ole (…) (11:47:49) Maria: was fur eine Art, Tomaten zu verschwenden. Es tut weh. (11:48:09) Maria: Ausserdem sehen sie ausgezeichnet aus, um Tomatensosse zu bereiten
    14. 14. 3- Ergebnisse  Der JETZT Deutsch lernen-Chat bietet Potenzial für interkulturelles Lernen;  Hohe Häufigkeit von Fragen, die zu kurzen Antworten einladen. Wie- und Warum-Fragen werden selten gestellt;  Inhalte der Antworte beziehen sich meist auf persönliche Erfahrungen, Erlebnisse und Alltagsereignisse und selten auf Bilder von Ländern und Orten;  Stereotypen werden vermutlich wegen der medialen Kommunikationsbedingungen selten und oberflächlich behandelt;  Äußerungen über Stereotypen, Vorurteile und Fremdwahrnehmungen können im Chat schnell falsch interpretiert werden;  Die Chat-Tutoren sind für die Entwicklung interkultureller Austauschprozesse von entscheidender Bedeutung.
    15. 15. 4- Ausblick • Aus- und Fortbildung von Chat-Tutoren • JETZT Deutsch Lernen-Chat als Modell für die Gestaltung weiterer frei zugänglicher didaktisierter Chat-Räume zum Erlernen einer Fremdsprache • Weniger hierarchisierte Interaktion und Anonymität • Gleichberechtige Teilnahme und kooperatives Lernen • Authentische Aushandlungen von Bedeutung und Form • Bewusstmachung fremdsprachlicher Lücken • Gestiegene Output-Produktion • Sprach- und Sprachlernberatung durch kompetente Ansprechpartner • Austausch über kulturbezogene Themen
    16. 16. 5- Literatur  ABCD-Thesen zur Rolle der Landeskunde im Deutschunterricht (1990): Fremdsprache Deutsch, 3. München: Klett. 60-61.  Araújo e Sá, Maria Helena/Melo-Pfeifer, Silvia (2009): Co-construcción de saberes lingüísticos en los chats plurilingües en lenguas románicas. In: López Alonso, Cova- donga/Barrio, María Matesanz del (Hrsg.). Las plataformas de aprendizaje. Madrid: Biblioteca Nueva. 225-251.  Belz, J. (2007): The Development of Intercultural Communicative Competence in Telecollaborative Partnerships. In: O’ Dowd 2007.  Biebighäuser, Katrin & Marques-Schäfer, Gabriela (2009), DaF-Lernen online: Die Chat- Angebote des Goethe-Instituts in JETZT Deutsch lernen und Second Life. InfoDaF, 5/ 36, 411- 428.  Desgranges, Ilke (1990): Korrektur und Spracherwerb. Selbst- und Fremdkorrekturen in Gesprächen zwischen Deutschen und ausländischen Kindern. Frankfurt a.M..: Peter Lang.  Henrici, Gert (1995): Spracherwerb durch Interaktion. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.  Hu, Adelheid (1999): Interkulturelles Lernen. Eine Auseinandersetzung mit der Kritik an einem umstrittenen Konzept. In: Zeitschrift für Fremdsprachenforschung, 10, 2. 277-303. 16
    17. 17.  Krumm, H. 2003. Curriculare Aspekte des interkulturellen Lernens und der interkulturellen Kommunikation. In: Bausch, K.; Christ, H.; Krumm, H. (Hrsg.). Handbuch Fremdsprachenunterricht. 4. Auflage. Tübingen und Basek: Francke. 138-144.  O’Dowd, R. (2007). Online Intercultural Exchange. Multilingual Matters.  Rebelo, Ida M. (2006): Interação em ambientes virtuais: negociação e contrução de con- hecimento em Português como Segunda Língua. Dissertation. Pontifícia Universidade Católica do Rio de Janeiro.  Rösler, Dietmar (2004), E-Learning Fremdsprachen – eine kritische Einführung. Tübingen: Stauffenburg.  Rösler, Dietmar (2006): Deutsch als Fremdsprache mit digitalen Medien – ‚Freund’ und ‚Feind’ des interkulturellen Lernens. In: Reeg, Ulrike (Hrsg): Interkultureller Fremdsprachenunterricht: Grundlagen und Perspektiven. Bari, edizioni di pagina. 67-77.  Tamme, Claudia (2001): E-Mail Tutorien. Eine empirische Untersuchung E-Mail-vermit-telter Kommunikationen von Deutschstudierenden und Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrenden in der Ausbildung. Dissertation. Justus-Liebig-Universität Gießen.  Tudini, Vincenza (2007): Negotiation and intercultural learning in Italian native speaker chat rooms. Modern Language Journal, 91 (4). 577-601. 17
    18. 18. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit • Vielen Dank Vielen Dank!

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