„HEBAMMENKREIßSAAL – PRO UND CONTRA“
Leitung und Verantwortung in Pränatalmedizin und Geburtshilfe
01.07.-02.07.2016, Köln...
Definition des hebammengeleiteten Kreißsaal
• Ein Kreißsaal, der primär unter der Leitung und Kontrolle von Hebammen
(Anst...
• Die Hebamme wird durch Dienstanweisungen oder ein Organisationsstatut
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Empfehlungen zur Zusammenarbeit von Arzt und Hebamme in der Geburts-
hilfe, DGGG, August 2010
Rechtliche Unterscheidung zw...
OLG Köln, Entscheidung vom 31.01.2005 (Az. 5 U 130/01)
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träger und birgt bei unklaren Zuständigkeitsr...
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Hebammenkreißsaal - pro und contra

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Vortrag von Dr. Roland Uphoff beim Chefarzttreffen am 01. und 02. Juli 2016

Veröffentlicht in: Gesundheit & Medizin
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Hebammenkreißsaal - pro und contra

  1. 1. „HEBAMMENKREIßSAAL – PRO UND CONTRA“ Leitung und Verantwortung in Pränatalmedizin und Geburtshilfe 01.07.-02.07.2016, Köln Dr. Roland Uphoff, Master of medicine, ethics and law Fachanwalt für Medizinrecht www.uphoff.de
  2. 2. Definition des hebammengeleiteten Kreißsaal • Ein Kreißsaal, der primär unter der Leitung und Kontrolle von Hebammen (Anstalts- oder auch Beleghebammen) geführt wird, um eine voraussichtlich physiologische Entbindung allein und ohne ärztliche Geburtsleitung zu betreuen. • Der hebammengeleitete Kreißsaal ist strukturell, apparativ und personell an ein Krankenhaus angebunden. • Das Konzept sieht vor, dass die Hebamme ohne ärztliche Aufnahmeunter- suchung (?) die Geburt in der Entbindungsklinik eigenständig leitet. 2 „Hebammenkreißsaal – Pro und Contra, 01.-02.07.2016, Köln
  3. 3. • Die Hebamme wird durch Dienstanweisungen oder ein Organisationsstatut verpflichtet, bei unter der Geburt auftretenden Pathologien den Arzt hinzuzuziehen. • Konzept: „sanft und sicher“ Der Schwangeren werden parallel die Vertrautheit der Hebammengeburt und die Sicherheit der Klinikgeburt vermittelt. 3 „Hebammenkreißsaal – Pro und Contra, 01.-02.07.2016, Köln
  4. 4. Empfehlungen zur Zusammenarbeit von Arzt und Hebamme in der Geburts- hilfe, DGGG, August 2010 Rechtliche Unterscheidung zwischen • Hausgeburten/Entbindungen im Geburtshaus, • Praxisgeburt, • Entbindung im Belegkrankenhaus und • Entbindung im Krankenhaus/„Vollanstalt“. Die o.g. Vertragskonzepte zeigen, dass es wesentlich auf die Vertragsbe- ziehungen zwischen der Schwangeren und dem Krankenhaus bzw. dem Belegarzt/der Beleghebamme ankommt. 4 „Hebammenkreißsaal – Pro und Contra, 01.-02.07.2016, Köln
  5. 5. OLG Köln, Entscheidung vom 31.01.2005 (Az. 5 U 130/01) „Entscheidend ist, dass die Schwangere, die sich in eine Geburtsklinik begibt, gerade auch deshalb in die Klinik (und nicht ins Geburtshaus oder in die Belegarztpraxis) geht, um dort eine umfassende ärztliche Betreuung zu bekommen bzw. beim Auftreten einer Pathologie die Sicherheit zu haben, dass der Facharztstandard und die Sicherheit der Klinik gewährleistet ist.“ 5 „Hebammenkreißsaal – Pro und Contra, 01.-02.07.2016, Köln
  6. 6. 1. Die Schwangere, die eine externe Hebamme zur Geburt mitbringt, verzichtet nicht auf eine umfassende ärztliche Betreuung. 2. Wenn das Krankenhaus die medizinische Verantwortung für die Tätig- keit der Beleghebamme nicht übernehmen will, muss das Krankenhaus dies explizit klarstellen. 3. Die Fehler einer freiberuflich tätigen Hebamme werden auch dem Krankenhausträger zugerechnet, wenn die freiberuflich tätige Hebamme innerhalb der übergeordneten Kompetenz des Leitenden Arztes dessen Erfüllungsgehilfin ist. 6 „Hebammenkreißsaal – Pro und Contra, 01.-02.07.2016, Köln
  7. 7. Anknüpfend an die zitierte Entscheidung des OLG Köln vom 31.01.2005 ist festzuhalten, dass 1. der Krankenhausträger mit einem hebammengeleiteten Kreißsaal für Fehler der Hebamme im hebammengeleiteten Kreißsaal haftet. 2. spätestens dann, wenn die Mutter die Entbindungsklinik aufsucht und dort aufgenommen wird, ein Behandlungsvertrag zwischen der Klinik und der Mutter zustande gekommen, ist. 7 „Hebammenkreißsaal – Pro und Contra, 01.-02.07.2016, Köln
  8. 8. Erneut OLG Köln, Urteil vom 31.01.2005: „… Maßgeblich ist der jeweilige Empfängerhorizont. Begeben sich Eltern, die die Geburt eines Kindes erwarten, in eine voll ausgestatte oder gar – wie hier – in eine auf Geburten spezialisierte Klinik, so kann dieses Verhalten regelmäßig nur so verstanden werden, dass sie eine umfassende Betreuung durch diese Klinik wünschen … Das ist nur dann anders zu beurteilen, wenn hinreichend klargestellt ist, dass für die Geburt gerade nicht die gewählte Klinik mit ihren Ärzten und ihren Hebammen, sondern ein externer Arzt oder eine externe Hebamme allein verantwortlich sein sollen. …“ 8 „Hebammenkreißsaal – Pro und Contra, 01.-02.07.2016, Köln
  9. 9. Weiter: „Will der Krankenhausträger seinerseits die Betreuung durch eine externe Hebamme nur unter den Bedingungen eines gespaltenen Krankenhausvertrages zulassen, so liegt es an ihm, dies klar und unmissverständlich deutlich zu machen – und zwar schon zu einem Zeitpunkt, wo sich die Eltern mit der Tragweite und den Konsequenzen einer solchen Vertragsgestaltung auseinandersetzen und sich ggf. hierauf einstellen können. Hierzu genügt es nicht, dass in der Situation einsetzender Wehen mehr oder weniger ausdrücklich klargestellt wird, die Geburt sei eine hebammengelei- tete“, und nur im Notfall stehe ein Arzt eingriffsbereit zur Verfügung. 9 „Hebammenkreißsaal – Pro und Contra, 01.-02.07.2016, Köln
  10. 10. Auch abschließend OLG Köln, Urteil vom 31.01.2005: „Unklarheiten über Art und Umfang der Pflichten des krankenhaus- ärztlichen Personals und der externen Hebammen gehen zulasten des Krankenhausträgers.“ 10 „Hebammenkreißsaal – Pro und Contra, 01.-02.07.2016, Köln
  11. 11. Resümee: Der hebammengeleitete Kreißsaal entpflichtet nicht den Krankenhaus- träger und birgt bei unklaren Zuständigkeitsregelungen ein erhebliches Haftungsrisiko für den Krankenhausträger. 11 „Hebammenkreißsaal – Pro und Contra, 01.-02.07.2016, Köln

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