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Mai 2014 | Backstage-Report von Foerster & Kreuz | Vortrags-Redner, SPIEGEL- Bestsellerautoren

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Von den Business-Querdenkern Anja Foerster & Peter Kreuz / Bestsellerautoren, Keynote-Speaker, Vortrags-Redner / Vorträge zu Innovation, Führung, Querdenken, Blick über den Tellerrand / http://www.foerster-kreuz.com | http://home.foerster-kreuz.com

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Mai 2014 | Backstage-Report von Foerster & Kreuz | Vortrags-Redner, SPIEGEL- Bestsellerautoren

  1. 1. Keine Bilder? Hier klicken Newsletter bestellen | Adresse ändern | Abmelden | Weiterempfehlen |Impressum Ausgabe 147 Mai 2014 Bestellen Weiterempfehlen PDF-Version drucken SPIEGEL-Bestseller MANAGER-MAGAZIN-Besteller HANDELSBLATT-Bestseller "Ein Plädoyer für die Gelassenheit" Hamburger Abendblatt Mehr Infos Handelsblatt-Bestseller "Die Autoren erwecken den Leser mit verbalen Tritten in den Allerwertesten. Belebend, Liebe Leser, sind Sie ausgeschlafen und fit für den Tag? Die Medienunternehmerin Arianna Huffington erzählte auf einer TED-Konferenz wie sie einem Typen gegenüber saß, der damit prahlte, dass er letzte Nacht nur vier Stunden geschlafen habe. Sie konterte: „Unser Beisammensein wäre um so vieles interessanter, wenn du nur eine Stunde mehr abbekommen hättest!“ Treffer! Versenkt! Von unausgeschlafenen Selbstüberschätzern und warum Roboter keine neuen Ideen haben – davon handelt unsere aktuelle Focus Kolumne „Clever statt tüchtig“. Außerdem geht’s in diesem Backstage Report um echte Magie, quietschende Bremsen, eine Tote-Winkel-Liste und den Mythos vom Fachkräftemangel. Ausgeschlafene Grüße Anja Förster & Peter Kreuz PS: Wenn Sie uns live und in Farbe sehen wollen - im Mai besteht dazu ausreichend Gelegenheit bei Vorträgen in München, Gütersloh, Berlin, Bayreuth, Hannover, Münster, Dresden, Osnabrück, Walldorf, Bielefeld, Lübeck, Dresden und Kassel. Mehr Infos dazu in unserem Tourkalender. Mehr als mehr Unser Kunde hatte sich für den Abend etwas ganz besonderes ausgedacht. Statt des üblichen Abendessens zum Ausklang der Tagesveranstaltung sollte es ein „magisches“ Abendessen sein. Ein ausgezeichnetes Menü, gewürzt mit magischen Überraschungen und verblüffenden Tricks zwischen den Gängen. Dann der Auftritt des Magiers: Mit großen Gesten und viel Körpereinsatz reiht er Kunststück an Kunststück. Trick an Trick. Optische Täuschung an optische Täuschung. Nummer an Nummer. Ein echtes Feuerwerk. Aber irgendwie bleibt die Atmosphäre im Raum seltsam blutleer. Das Publikum staunt, aber der Funke springt nicht über. Seite 1 von 8Förster & Kreuz | Bestsellerautoren und Business-Querdenker aus Leidenschaft 12.05.2014
  2. 2. erfrischend, motivierend." Harvard Business Manager Mehr Infos Manager Magazin Bestseller "Best of Business: So leicht und so atemlos hat sich selten ein Buch dieses Genres gelesen." Financial Times Mehr Infos Wirtschaftsbuch d. Jahres "Ein leidenschaftlicher Appell für Lebensunternehmertum" Süddeutsche Zeitung Mehr Infos Interessant ist: Rein handwerklich gesehen ist der Magier gut. Er hat jede Menge Tricks auf Lager, die er einem nach dem anderen zum Besten gibt. Aber auf uns wirkt es so, als würde er versuchen, mit diesem „Mehr“ an Tricks das Publikum für sich zu gewinnen. Der entscheidende Punkt ist aber nicht das MEHR sondern das BEDEUTSAME. Diesen Unterschied deutlich zu machen, darauf kommt es uns an! Wir alle sitzen immer mal wieder dem Irrtum auf, dass wir glauben Bedeutsames zu tun, indem wir mehr machen. Wir lieben es, Dinge hinzuzufügen. Das ist zählbar, messbar, greifbar. Und es gibt uns das gute Gefühl, etwas getan und bewegt zu haben. Das Hotel wählt MEHR statt BEDEUTSAM, wenn es das Frühstücksbuffet noch um die 8. Marmelade oder die 5. Müslimischung erweitert. Statt sich zu überlegen, wie man die Spiegeleier so genial, so liebevoll, so begeistert zuzubereiten kann, dass Menschen quer durch die Stadt fahren, um gerade diese grandiosen Spiegeleier zu essen! Der Magier auf der Bühne wählt MEHR statt BEDEUTSAM, wenn er Nummer um Nummer um Nummer ergänzt. Statt sich zu überlegen, wie er mit einer einzigen Geste oder mit einem einzigen Kunststück der Phantasie seiner Zuschauer Flügel verleihen kann. Wir alle wählen oft MEHR statt BEDEUTSAM. Bedeutsames entsteht aber nicht durch MEHR. Bedeutsames entsteht durch Wachheit. Durch Aufmerksamkeit. Durch die ehrliche Beantwortung der Frage „Welche Dinge sind es wert, getan zu werden?“. Denn nur wenn etwas Bedeutung für uns hat, sind wir mit ganzem Herzen dabei. Nur dann gehen wir an die Grenzen dessen, was möglich ist. Nur dann wagen wir Neues und entwickeln uns weiter. Und wenn etwas keine echte Bedeutung für uns hat, ist es nur folgerichtig, damit aufzuhören. Denn nur so haben wir die Zeit, um wirklich Bedeutsames zu tun. Anderenfalls haben wir eben nur eine weitere Tätigkeit auf unserer Liste von Ganz- Okay-Dingen. Oder eben die 8. Marmeladensorte auf dem Buffet. Oder den 16. Zaubertrick im Programm. Audi, das bin ich „Das liegt daran, dass ihr Auto neu ist, das legt sich in ein paar Wochen!“ – Das bekam eine Freundin von uns zu hören. Sie hatte einen A7 und ein Problem: Die Bremsen quietschten. Die Audi-Mitarbeiter aus der firmeneigenen Werkstatt konnten den Fehler nicht beheben und verwiesen darauf, dass das Ärgernis von allein verschwinden werde – mit etwas Geduld. Geduld? Wieso, weshalb, warum? Bei einem so teuren Auto sind quietschende Bremsen definitiv ein ernstzunehmender Mangel. Ein mängelfreies Produkt ist im Premiumsegment keine Frage von Geduld. Nein, ganz bestimmt nicht! Die Reklamationsversuche unserer Freundin eskalierten. Denn natürlich, nach ein paar Wochen hatte sich überhaupt nichts gelegt, die Bremsen quietschten immer noch. Dafür veränderten sich die Antworten der Werkstattleute: „Das liegt an unserem neuen Zulieferer, wir können da nichts machen!“ Und dann der Hauptgewinn einige Wochen später: „Sie sollten Ihr Bremsverhalten ändern!“ Es gibt Momente, da ist man sprachlos. Zumal unsere Freundin ein ganz und gar normales Bremsverhalten an den Tag legt. Sie bremst halt, wie man so bremst. Bei roten Ampeln zum Beispiel mit dem Druck des rechten Fußes auf dem Bremspedal. Wie denn sonst? Und: Es war nicht ihr erstes Auto, mit dem sie gebremst hat. Es war nur das erste, das dabei Seite 2 von 8Förster & Kreuz | Bestsellerautoren und Business-Querdenker aus Leidenschaft 12.05.2014
  3. 3. quietschte. So skurril das ist, dahinter steckt Interessantes. Die beiden menschlichen, allzu menschlichen Reaktionen „Schulterzucken“ und „Mit-dem Finger-auf andere-zeigen“ haben einen Hintergrund und der lautet: Die Werkstattmitarbeiter haben tatsächlich nichts falsch gemacht. Sie haben auf den ersten Blick mit dem Quietschen nichts zu tun, an ihnen lag es nicht. Also muss jemand anderes schuld sein. Die Aufmerksamkeit richtet sich darauf: Wer ist schuld? Ich bin es nicht! Aber wer dann? Das geschieht reflexhaft und überall: Projekt versenkt? Ich war’s nicht! Schuld sind die Kollegen. Zu spät? Ich konnte nichts dafür. Es lag nicht in meiner Macht. Monatsergebnis negativ? Ich habe meinen Job gemacht! Der Kunde war schwierig… Interessant ist: Niemand hat ein Problem damit, sich Erfolge auf die eigenen Fahnen zu schreiben. Selbst dann nicht, wenn dieser Erfolg ohne das Zutun der Kollegen gar nicht machbar gewesen wäre. Der Abteilungsleiter sagt dann: „Ich hab letztes Jahr 12 Mio. Gewinn gemacht!“ Gründe für Misserfolg dagegen sind ganz leicht außerhalb des eigenen Einflussbereichs zu finden! Der Abteilungsleiter sagt: „Mein Team hat Mist gebaut!“ Erfolg haben Menschen gerne für sich – Misserfolg wird lieber geteilt oder übergeben. Wie genial, souverän, stark und würdevoll wäre aber die Umkehrung! Also: Übernimm die volle Verantwortung für den Misserfolg oder das Problem – und teile den Erfolg! Für den Werkstattmeister hätte das im Falle unserer Freundin bedeutet: Die Reifen quietschen? Das ist mein Problem! Und ich habe es zu lösen. Denn ich trage dafür die Verantwortung. Es geht nicht darum, wer schuld ist, sondern wer verantwortlich ist. Das ist nicht dasselbe! Um aber verantwortlich zu sein, muss ich mich mit dem Unternehmen und seinem Produkt voll identifizieren. Dann sage ich: „Audi hat ein Problem? Dann habe ich ein Problem, denn Audi, das bin ich!“ Ein Vortrag für IHRE Tagung "Sie nehmen als Managementvordenker in Deutschland eine Schlüsselrolle ein." FOCUS Lassen Sie Anja Förster oder Peter Kreuz eine Schlüsselrolle bei Ihrem nächsten Kundenevent, Kongress oder ihrer kommenden Führungskräftetagung spielen. Ihre Keynote-Vorträge - in Deutsch oder Englisch - motivieren, pusten durch, inspirieren und laden Ihre Batterien auf. Danach ist nicht alles anders. Aber danach sehen Sie vieles mit anderen Augen. Und das ist doch schon mal was! Fünf Sterne für ein Hallelujah Seite 3 von 8Förster & Kreuz | Bestsellerautoren und Business-Querdenker aus Leidenschaft 12.05.2014
  4. 4. Wir sind total bedient. Nach einem langen Vortragsabend bringen wir unser Gepäck aufs Hotelzimmer und möchten unsere Taschen abstellen. Aber wo? Jede Oberfläche ist mit Werbemüll zugepflastert, selbst das Kopfkissen ist noch mit einem Faltblatt verziert, das die inszenierte Sauna-Wellness-Nacht bei Vollmond und Kerzenschein anpreist. Anja schaufelt den bügelbrettgroßen Schreibtisch für ihr Notebook frei, um sich noch ins Internet einzuklinken. Die gute Nachricht: WLAN ist gratis. Die schlechte Nachricht: Nur die ersten 15 Minuten! Nach einer halben Stunde will sie dann aber sowieso aufhören, denn bei der Tischhöhe und dem ungeeigneten Stuhl schmerzt der Rücken. Fünf Sterne prangen draußen neben dem weltstadtmäßigen Hoteleingang – drei dicke Minuspunkte in unseren Köpfen verhageln uns die Stimmung. Nein, keine Sorge, das ist kein Konsumentengejammere und kein weiterer Service- Wüste-Deutschland-Motz-Empör-Echauffier-Beitrag. Uns geht es um etwas anderes. In den meisten Hotels, in den wir auf unseren Reisen übernachten, stimmen die großen Dinge: Betten, Bad, Sauberkeit, Essen, Service – alles 1A! Aber die scheinbar kleinen Dinge, die für den einen oder anderen Gast ganz groß sein können, werden oft behandelt wie ein Blind-Date, der im falschen Restaurant wartet: links liegen gelassen. Ein Reflex, der jetzt kommen könnte: Die Kundenorientierung fehlt! Einstellungssache! Die haben es halt noch nicht begriffen! Oder ein anderer Reflex: Die haben es halt nicht nötig! Die fünf Sterne sind ein Lorbeerkranz, auf dem sie weich ruhen! Da fehlt es an Konkurrenz! Die geben sich doch nur Mühe, wenn sie müssen! Verständlich. Ist uns aber zu einfach. Wir glauben eher: Jeder will einen guten Job machen! Aber es ist eben manchmal ganz schön schwierig. Und das ganz unabhängig von der Branche. Was Kunden sehen, ist nämlich oft nicht das, was die Führungskräfte sehen. Und umgekehrt. Die Blickwinkel sind einfach verschieden. Für eine Führungskraft liegt ruckzuck ein Missstand unsichtbar im Schatten, der für den Kunden offensichtlich ist. Wer glaubt, er sei vor toten Winkeln gefeit, der irrt sich gewaltig. Was Führungskräfte darum brauchen: eine Tote-Winkel-Liste. Nur, wie bekommt man die? Tote Winkel sind per Definition doch gerade nicht einsehbar. Stimmt. Nicht direkt einsehbar, aber indirekt schon, nämlich mit drei geeigneten Spiegeln: 1. Nachfragen! Und zwar nicht nur: „Waren Sie zufrieden?“, sondern auch: „Was hat Ihnen gefehlt?“ oder „Wo waren Sie absolut unzufrieden?“ Sie bekommen so bessere, ehrlichere Antworten, als Sie vermuten. 2. Perspektivenwechsel! Schlüpfen Sie bewusst in die Köpfe ihrer Kunden und gehen Sie deren Erfahrungskette Schritt für Schritt nach, vom ersten Kontakt mit Ihnen durch das komplette Produkterlebnis. 3. Mitarbeiterblick! Fragen Sie Ihr Team nach Schwachstellen im eigenen Angebot, und zwar die Mitarbeiter mit dem direkten Kundenkontakt. Die wissen darüber meistens viel mehr als die Führungskräfte. Also: Bringen Sie Licht und Leben in Ihre toten Winkel! Im Gespräch mit Andersdenker Martin Gaedt Seit Jahren bereist Martin Gaedt die ganze Republik. Seine Anlaufstellen sind Rathäuser, Handelskammern, Unternehmen und Wirtschaftverbände. Seine Seite 4 von 8Förster & Kreuz | Bestsellerautoren und Business-Querdenker aus Leidenschaft 12.05.2014
  5. 5. Leidenschaft sind Recruiting-Plattformen, die er mit seiner Firma Younect einrichtet, auf denen Unternehmen sich gegenseitig viel versprechende Bewerber empfehlen. In seinem aktuellen Buch Mythos Fachkräftemangel stellt er die These auf, dass es keinen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften gibt, sondern nur ein fatales Verteilungsproblem, gepaart mit geringer Wertschätzung für Bewerber und Mitarbeiter im Unternehmen. „Mit der gesellschaftlich anerkannten Ausrede Fachkräftemangel verschließen viele Unternehmen ihre Augen vor den wirklichen Problemen“ lautet eine Deiner Thesen. Was sind die wirklichen Probleme? Martin Gaedt: Unternehmen schreien 'Fachkräftemangel', nutzen aber 08/15- Stelleanzeigen und 08/15-Absagen oder antworten erst gar nicht auf eingehende Bewerbungen. Dass Unternehmen 'Fachkräftemangel' rufen, ist genauso absurd als würden sie 'Kundenmangel' schreien. Klar gibt es Unternehmen, die einen Mangel an Kunden beklagen. Bedeutet das, es gibt zu wenig Kunden? Ich behaupte, das ist der übliche Wettbewerb um die besten Kampagnen und Strategien. Im Produkt- wie im Bewerbermarkt. Es ist die unternehmerische Aufgabe, Kunden zu gewinnen – und Bewerber. Ein Unternehmen geht aktiv auf Kunden zu und scheut dabei weder Kosten noch Mühen. In manchen Branchen führen 100 Kontakte zu einem Erfolg. Warum sollte das im Bewerbermarkt anders sein? Dabei hätten es die meisten Unternehmen bitter nötig. 99,6 Prozent der Unternehmen sind unbekannte kleine und mittlere Unternehmen, die für Bewerber unsichtbar sind. Wie sollen sich Bewerber bei unbekannten Firmen melden? Die nur 0,4 Prozent Konzerne ertrinken in Bewerbermassen, sie profitieren von ihren bekannten Produktmarken. Was wir Menschen nicht sehen, fühlen, erleben, gibt es für uns nicht. Zuerst müssen Unternehmen also sichtbar werden. Und Stellenanzeigen helfen da nicht weiter? Martin Gaedt: 80 Prozent aller Unternehmen schalten Stellenanzeigen und ruhen sich darauf aus. Leider sind die meisten Stellenanzeigen so gähnend langweilig und austauschbar, dass Bewerber sich zunehmend verweigern, sie zu lesen. Während 2012 noch 60 Prozent der Jobsuchenden Stellenbörsen nutzten, waren es 2013 nur noch 34 Prozent. Und die Aufmerksamkeit dieser Minderheit verteilt sich auf inflationäre 1.583 Stellenbörsen. Eine Stellenanzeige verpufft. Peng. Aber häufig ist es das Einzige, was Unternehmen tun, um sichtbar zu werden. „Fachkräfte werden paradoxerweise ausgerechnet von denjenigen vertrieben, die sie am meisten brauchten: von den Arbeitgebern“ sagst Du. Warum? Martin Gaedt: Unternehmen sollten Bewerber wie ihre Kunden behandeln. Wer das macht, hat keinen Mangel an passenden Fachkräften. Positive Beispiele gibt es in allen Branchen und Regionen. Unternehmen signalisieren leider mehrheitlich 'Hau ab, wir brauchen dich nicht'. Der wichtigste Kontaktpunkt zwischen Bewerbern und Unternehmen ist die Webseite des Unternehmens. Die schaut sich jeder Bewerber an. Was findet ein Bewerber dort? Infos zu Produkten, Firmenpräsentation, 'Weltmarktführer'. Aber selten Gründe, die Bewerber magnetisch anziehen, keine relevanten Infos zu Arbeitszeiten, herausfordernden Aufgaben, Freiheiten und dem Außergewöhnlichen in diesem Betrieb. 40 Sekunden, um potenzielle Bewerber zu überzeugen. Dann surft er weg. Meistens findet er so schnell nicht mal den Link 'Jobs' oder 'Karriere'. Und wenn doch, ist es dort meistens langweilig, leer und öde. Unsichtbar, kein Magnet, die Infos versteckt. Alles brüllt: Hau ab. Die Minderheit, die all diese Hürden überwunden hat und sich bewirbt, erlebt dann das nächste Fiasko. Viele Unternehmen antworten gar nicht oder erst nach vier Wochen. Und genauso schlimm ist die Empfangsbestätigung aus einem Bewerbermanagementsystem: 'Sehr geehrte Bewerberin/sehr geehrter Bewerber'. Das ist institutionalisierte Verarschung. Das Unternehmen weiß durch die Bewerbung alles einschließlich des Namens. Also nutzen Sie ihn! Emails an 'Sehr geehrte Damen und Herren' lösche ich grundsätzlich. Wer mich meint, findet meinen Namen. So gewinnt man weder Kunden noch Mitarbeiter. Mein Rat: Bewerben Sie sich inkognito in Ihrem Unternehmen. Prüfen Sie, ob Sie sich willkommen fühlen oder 'Hau ab' hören! Egal wie willkommen die Jobsucher sich fühlen, man wird auch einigen Bewerbern absagen müssen. Und die werden von dem 'hau ab' nicht begeistert sein. Martin Gaedt: Das ist der nächste Skandal. Die Mehrzahl guter Bewerber bekommt Absagen. 15 Bewerbungen, 10 Bewerbungsgespräche, 5 Kandidaten in der engeren Wahl. Nur ein Bewerber kann den Job bekommen. Die anderen vier, die auch gut sind und gepasst hätten, hören per Absage 'Hau ab. Wir brauchen dich hier nicht.' Dabei stellen diese vier Bewerber aktuell die höchste Bewerberqualität dar. Sie wollen in dieser Region und Branche arbeiten. Sie sind bereits qualifiziert und in der engeren Wahl. Ist es sinnvoll, ihnen abzusagen? Nein, es ist Schwachsinn. Die Gewohnheit schlägt zu: Das macht man so. Seite 5 von 8Förster & Kreuz | Bestsellerautoren und Business-Querdenker aus Leidenschaft 12.05.2014
  6. 6. Im Einkauf kooperieren Unternehmen, weil man zusammen günstiger fährt. Dasselbe gilt im Recruiting, nur kooperiert dort keiner. 'Sonst geht der Bewerber ja zur Konkurrenz!' Das ist die meist genannt Ausrede. Deshalb bekommen diese guten Bewerber Absagen, statt sie im Netzwerk zu empfehlen. Und jetzt verrate ich ein großes Geheimnis: Wenn Sie den Bewerber nicht einstellen, nachdem Sie einem anderen den Zuschlag gegeben haben, geht ein Kandidat immer zur Konkurrenz. Du schlägst vor, dass Personalverantwortliche zu Fachkräfte-Scouts werden sollen. Wie könnte das aussehen? Martin Gaedt: Fußball-Scouts sitzen am Schreibtisch bis eine Bewerbung eines talentierten Fußballers ins Haus flattert. Das klingt absurd und wirkungslos, aber so verhalten sich die meisten Unternehmen. Sie warten darauf, dass Talente per Bewerbung ins Haus flattern. Die Scouts der Fußballvereine gehen hingegen raus auf die Plätze, wo gekickt wird. Dort suchen sie aktiv Talente. Unternehmen müssen viel aktiver auf Bewerber zugehen. 70 Prozent der Absolventen in Ulm, Marburg, Gießen, Brandenburg, Osnabrück, Aachen wollen am Studienort bleiben. Sie fühlen sich wohl, haben sich gut eingelebt. Aber nur 30 Prozent bleiben, 40 Prozent gehen weg in der festen Überzeugung, dass es nichts für sie gibt. Allerdings: Hätten sie ein attraktives Angebot, würden sie bleiben. Attraktive Angebote müssen Unternehmen machen und dazu aktiv Absolventen gewinnen, BEVOR sie weggehen. Das klassische Bewerbungsverfahren könnte komplett abgelöst werden durch Scouts in Bildungsorganisationen, Schulen, Hochschulen, Sportvereinen oder Schülerfirmen. Es gibt Tausende Wettbewerbe wie Jugend forscht und hunderte Mentoringprogramme wie Schülerpaten, Rock Your Life, Joblinge, Die Komplizen. Diese Trainer, Mentoren, Lehrer, Dozenten sammeln gigantische Mengen an informellem Wissen über Talente. Das meiste Wissen geht ungenutzt verloren. Mit Fachkräfte-Scouts, die zu Schülerfirmen, Mathematik-Olympiaden und Uni-Partys gehen, werden sie nutzbar. Und es geht noch einfacher: Ein Unternehmer in Ostwürttemberg beschäftigt zehn Schüler. Jeden Samstag verdienen sie sich ein bisschen Taschengeld. Nach einem Jahr weiß der Unternehmer, wen er ausbilden will. Und der Auszubildende weiß genau, worauf er sich einlässt. Fluktuation gleich Null. Gibt es noch mehr Beispiele dieses geglückten Rollenwandels? Martin Gaedt: Ja, gerade in den nicht ganz einfachen Branchen Pflege, Hotel- und Gaststättengewerbe gibt es positive Beispiele. Ein Pflegedienstleister in Niedersachsen räumt seinen Mitarbeitern mehr Zeit pro Person ein, die gepflegt wird. Die Folge: Keine Fluktuation und keine Nachwuchssorgen, obwohl sie etwas weniger Lohn zahlen als andere Pflegedienste. Bei einem Pflegedienstleister in Baden-Württemberg haben sich die Mitarbeiter selbst höhere Leistungsziele gesetzt als üblich, diese zeigen sie stolz nach außen, denn sie sind damit außergewöhnlich. Ein Hotel im Emsland hält sich einfach an die vereinbarten Arbeitszeiten. Die Folge: Keine Fluktuation. Die NORD LB kümmert sich bereits ein Jahr vor der Ausbildung um ihre potenziellen Auszubildenden und lädt auch deren Familien zum Kennenlernen ein. Am Tag des Ausbildungsbeginns kommt jeder Azubi, kein Vertrag platzt. Die PackSynergy bietet einen Ideen-Kapital-Topf, zu dem jeder Mitarbeiter per EC-Karte Zugang hat und für neue Ideen ohne jedes Formular Geld abheben kann. Immer mehr Mitarbeiter suchen Unternehmen mit sinnvollen Produkten und Dienstleistungen sowie mit persönlich herausfordernden Aufgaben. Ein gutes Betriebsklima spricht sich herum. Drei von sieben Bewerbern, die Mitarbeiter ihrem eigenen Unternehmen empfehlen, werden eingestellt. Sie sind zudem überdurchschnittlich loyal. Ich finde es tragisch, dass für viele Menschen Bewerbung mit Frust verbunden ist statt mit Job-Such-Lust. Das wollen wir ändern. Was gibt es Aufregendes als seinen Traum-Job und Arbeitgeber zu finden. Arbeitszeit ist Lebenszeit. Diese gilt es bestmöglich und erfüllt zu leben. Was ist die wichtigste Handlungsempfehlung für Führungskräfte in mittelständischen Unternehmen, um für Fachkräfte attraktiv zu werden? Martin Gaedt: Suchen Sie Ihre Bewerber aktiv – genauso aktiv wie Sie auf Kunden zugehen. Nutzen Sie Ihre regionalen Netzwerke und Branchenverbände, um bereits vorqualifizierte, entdeckte und für gut befundene Bewerber zu empfehlen und von Empfehlungen anderer Unternehmen zu profitieren. Das ist die höchste, aktuell verfügbare Bewerberqualität. Stärken Sie Ihr Netzwerk, Ihren Verband und Ihre Region. Über unsere Software cleverheads liegt der Aufwand der Personalabteilung für eine Empfehlung bei 45 Sekunden. Von einer Empfehlung profitieren sechs Beteiligte: 1. Bewerber, 2. einstellende Unternehmen 3. Branche, 4. Region, 5. Bildungspartner und 6. die empfehlenden Unternehmen: Sie refinanzieren ihr Recruiting über eine Empfehlungsprämie und ihr positives Image wächst, denn eine Empfehlung vergisst man nicht, im Gegenteil, man erzählt sie weiter. Das machen bereits 50 Netzwerke, aber warum nicht 10.000? Seite 6 von 8Förster & Kreuz | Bestsellerautoren und Business-Querdenker aus Leidenschaft 12.05.2014
  7. 7. Außerdem: Werden Sie sichtbar. Suchen Sie das direkte Gespräch mit Schülern, Absolventen und Fachkräften jeden Alters. In Stuttgart hat kürzlich die älteste Azubine mit 53 Jahren ihre Bäckerlehre begonnen. Marketing heißt 'Reden, reden, reden'. Im Personalmarketing wie im Produktmarketing. Sorgen Sie für Berichte in Medien über Außergewöhnliches in Ihrem Unternehmen. Schreiben Sie eigene Wettbewerbe aus wie 'Jugend backt'. Öffnen Sie Ihr Unternehmen für regionale Veranstaltungen wie die 'Lange Nacht der Industrie'. Nutzen Sie Web-Netzwerke und Plattformen, die Ihnen selbst Spaß machen. Es geht um Kommunikation, daher muss Ihnen die Art der Kommunikation liegen. Es gibt zig Text-, Video-, Foto-, Blog- und Musik-Plattformen. Ich selbst nutze XING und Twitter – auch zur Personalgewinnung. Das passende Medium muss jeder für sich selbst herausfinden. Und machen Sie aus Ihrer Webseite eine Bewerber-Oase mit magnetischer Wirkung. Okay, das waren jetzt eine Menge gute Tipps. Noch eine persönliche Frage: Du lebst in Berlin. Hast Du da einen Lieblingsort - außer Deinem Zuhause? Martin Gaedt: Im Sommer liebe ich das Hoftheater Hexenkessel im Monbijoupark mit der ersten Berliner Strandbar. Im Winter die Märchenhütte. Sagenhaft ist der Blick vom Fernsehturm am Alexanderplatz. Auf 200 Metern Höhe schaut man über ganz Berlin und bei gutem Wetter bis nach Brandenburg. Ich liebe diesen Weitblick. Die Friedrichstraße und die Oberbaumbrücke sind für mich Orte der Freiheit. Dort habe ich 1985-1989 regelmäßig die Mauer passiert, Willkür und Ohnmacht erlebt. Die Mauer ist gefallen, alles andere ist auch möglich. Hast Du ein Lebensmotto? Wenn ja, wie lautet es? Martin Gaedt: 'Don`t criticize, improve!' So wird jeder Kritiker zum Mitdenker. Und 'Ich will dich segnen, und du wirst ein Segen sein!' Mit meinen geschenkten Talenten, Erfahrungen und Kontakten will ich Personalgewinnung und Bewerbungen revolutionieren und menschfreundlicher gestalten. Das Buch: Mythos Fachkräftemangel Die Hompage: www.martingaedt.de Öffentliche Veranstaltungen Für alle, die uns live erleben möchten: Hier die aktuellen ÖFFENTLICHEN Veranstaltungen der nächsten Monate. In unserem TOURKALENDER gibt eine Übersicht über ALLE unsere Veranstaltungen. BERLIN: Act Different! Konferenz 15. Mai 2014 BAYREUTH: Bayreuther Ökonomiekongress 15. Mai 2014 DRESDEN: Personalleiterforum 20. Mai 2014 OSNABRÜCK: Europabüro/ europe direct Informationszentrum 20. Mai 2014 HANNOVER: HAZ Expertenforum 22. Mai 2014 KASSEL: Marketing-Club Nordhessen 28. Mai 2014 GIESSEN: Marketing-Club Mittelhessen 2. Juni 2014 BERLIN: MEXCON: Meeting Experts Conference Seite 7 von 8Förster & Kreuz | Bestsellerautoren und Business-Querdenker aus Leidenschaft 12.05.2014
  8. 8. 12. Juni 2014 AACHEN: Horizont Wissen 27. August 2014 HAMBURG: Weiterkommen / Hamburger Abendblatt 3. September 2014 ISERLOHN: Campus Symposium 2014 5. September 2014 HALLE: IHK Halle-Dessau & IHK Magdeburg 17. September 2014 RAVENSBURG: Die Erfolgsmacher 30. September 2014 NÜRNBERG: 31. Internationales Projektmanagement Forum 27. Oktober 2014 Förster & Kreuz Anja Förster und Peter Kreuz sind Deutschlands renommierteste Business- Querdenker, Bestseller-Autoren und gefragte Keynote Speaker. „Bildreich und frech plädieren sie dafür, anders zu denken und wieder Mut, Spaß und Leidenschaft in den Wirtschaftsalltag zu bringen“, so das Manager Magazin über die beiden. Mit ihren inspirierenden Vorträgen haben sie ein Publikum in über 20 Ländern erreicht. Ihre Bücher sind auf den Bestsellerlisten zu finden. Ihr Titel Alles, außer gewöhnlich wurde 2007 als Wirtschaftsbuch des Jahres ausgezeichnet. Ihr aktuelles Buch Hört auf zu arbeiten! ist ein SPIEGEL-Bestseller. Impressum/ Kontakt Impressum: www.foerster-kreuz.com/impressum Kontakt: www.foerster-kreuz.com/kontakt Wenn Sie den Newsletter nicht mehr erhalten wollen, klicken Sie auf diesen Link Copyright © ANJA FÖRSTER & DR. PETER KREUZ Seite 8 von 8Förster & Kreuz | Bestsellerautoren und Business-Querdenker aus Leidenschaft 12.05.2014

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