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[PDF] Pressemitteilung: Etwas mehr Zuversicht
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  1. 1. Helaba Volkswirtschaft/Research Wochenausblick 9. Dezember 2011 Etwas mehr Zuversicht Redaktion: 1 Die Woche im Überblick 1 Dr. Stefan Mitropoulos Tel.: 0 69/91 32-46 19 1.1 Chart der Woche 1 research@helaba.de 1.2 Wochen-Quartals-Tangente 2 1.3 Finanzmarktkalender KW 50 mit Prognosen 3 2 Im Fokus 4 2.1 Aktien: Vorerst unruhiges Fahrwasser 4 2.2 USA: Lieferengpässe beim Weihnachtsmann? 5 Herausgeber: 3 Charttechnik 6 Dr. Gertrud R. Traud 4 Helaba Kapitalmarktszenarien 7Chefvolkswirt/Leitung Research 5 Helaba Basisszenario mit Prognosetabelle 8Landesbank Hessen-Thüringen MAIN TOWER Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main 1 Die Woche im Überblick Telefon: 0 69/91 32-20 24 Telefax: 0 69/91 32-22 44 1.1 Chart der Woche Nahe des Tiefpunktes ZEW-Erwartungen, Saldo in % 100 100 Standardabweichung 75 75 50 Mittelwert 50 25 25 0 0 -25 -25 Standardabweichung -50 -50 -75 -75 1992 1995 1998 2001 2004 2007 2010 Quellen: EcoWin; Helaba Volkswirtschaft/Research Die Publikation ist mit größter Sorgfalt Eigentlich stimmen die ZEW-Erwartungen den Beobachter verdrießlich. Der Indikator notiert nahebearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich seinem Tiefpunkt, der schon zwei Mal eine Rezession angekündigt hat. Im Dezember sollte der unverbindliche Analysen und Prognosen zu Mannheimer Frühindikator relativ stabil ausfallen, zumal der SENTIX-Index für die Eurozone den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf bereits ein ähnliches Bild gezeichnet hat. Muss sich die Vergangenheit wiederholen? Das Zentrum Quellen, die wir für zuverlässig halten, für für Europäische Wirtschaftsforschung befragt Finanzanalysten, die aber zur Zeit besonders pessi- deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktua- mistisch sind. Damit könnte der Indikator die realwirtschaftliche Situation negativ überzeichnen. lität wir aber keine Gewähr übernehmen kön- nen. Sämtliche in dieser Publikation getroffe- Dies zumindest legt die verhältnismäßig positive Stimmung in den Unternehmen nahe, die im ifo- nen Angaben dienen der Information. Sie Geschäftsklima zum Ausdruck kommt. Trotzdem wird sich die deutsche Konjunktur abschwächen. dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Das Wirtschaftswachstum wird nach 3 % in diesem Jahr 2012 nur noch 1,2 % betragen. Dies ist Anlageentscheidungen verstanden werden. kein Grund zur Panik, da es immer noch ein Wachstum in der Nähe des Potenzials ist.
  2. 2. Wochenausblick Ulf Krauss 1.2 Wochen-Quartals-TangenteTel.: 0 69/91 32-47 28 Die EZB hat nahtlos an die konzertierte Aktion der führenden Zentralbanken angeknüpft und die Liquiditätsversorgung, u. a. mit einem Dreijahrestender, nochmals ausgeweitet. Die Zinssenkung auf 1,0 % war dabei lediglich ein Punkt auf der To-Do-Liste zur Stabilisierung des Finanzsystems und zur Abwendung einer Kreditklemme. Die EZB bietet damit jedoch nur das Rahmenprogramm für den EU-Gipfel. Um den Reformdruck aufrecht zu erhalten, hat Mario Draghi den Forderungen nach einer Ausweitung der Ankäufe von Staatsanleihen erneut eine klare Absage erteilt. Obwohl Großbritannien sich beim EU-Gipfel gegen Vertragsänderungen stellte, planen die Euro- Länder den Weg zu einer Stabilitätsunion fortzusetzen. Zusammen mit sechs weiteren EU-Ländern EU-Gipfel ein Schritt in soll nun ein Vertrag für eine Fiskalunion bis März ausgehandelt werden. Schuldenbremsen und die richtige Richtung automatische Sanktionen sollen die Basis für stabile Staatshaushalte in der Zukunft bilden. Der Rettungsschirm ESM wird ab Mitte 2012 schrittweise den EFSF ablösen, ohne allerdings eine Banklizenz zu erhalten. Beim EFSF ist eine Verdreifachung der Ausleihkapazität auf 750 Mrd. Euro mittels eines Kredithebels vorgesehen. Entscheidend ist jedoch, dass die Strukturreformen in den nationalen Parlamenten, insbesondere in Italien, vorangetrieben werden. Jüngstes positives Beispiel ist die Slowakei, wo zur Einführung einer Schuldenbremse eine Verfassungsänderung beschlossen wurde. Auf diesem Weg kann das Vertrauen der Anleger langsam wieder zurückge- wonnen werden. Der Anlagedruck bei den Investoren wächst ohnehin mit jedem Tag. Die Zinsen an den Geldmärkten sind auf Dauer viel zu unattraktiv. Das Interesse an der höheren Verzinsung bei Euro-Staatsanleihen dürfte daher wachsen, zumal der Politik zur stärkeren Beteiligung privater Gläubiger beim EU-Gipfel abgeschworen wurde. Griechenland wird wohl auch aufgrund seines maroden Allgemeinzustands ein Sonderfall bleiben. Die jüngste Entspannung bei den Risikoauf- schlägen sollte Mut machen. Die Signale vom EU-Gipfel geben Anlass, mit etwas mehr Zuversicht in das neue Jahr zu blicken. Ob positive Nachrichten von der Konjunkturfront in den USA (S. 5) der Vorweihnachtstimmung am Aktienmarkt noch Impulse geben können, ist allerdings fraglich (S. 4). Finanzmarktrückblick und -prognosen Veränderung seit... aktueller 31.12.2010 01.12.2011 Stand* Q1/2012 Q2/2012 Q3/2012 (in %) Index DAX -15,0 -2,7 5.874 5.600 6.000 6.500 (in Bp) (in %) 3M Euribor 46 0 1,47 1,1 1,1 1,1 3M USD Libor 24 1 0,54 0,4 0,4 0,4 10 jähr. Bundesanleihen -95 -16 2,02 1,9 2,3 2,5 10 jähr. Swapsatz -78 -9 2,55 2,5 2,8 3,0 10 jähr. US-Treasuries -132 -12 1,97 2,0 2,4 2,6 (jew eils gg. Euro, %) (jew eils gg. Euro) US-Dollar 0,3 0,9 1,33 1,30 1,35 1,40 Japanischer Yen 4,7 1,0 104 102 106 112 Britisches Pfund 0,4 0,5 0,85 0,85 0,87 0,88 Schweizer Franken 1,2 -0,2 1,24 1,20 1,25 1,25 (in %) Brentöl $/B 13,2 -2,1 108 100 105 110 Gold $/U 20,2 -2,1 1.708 1.850 1.800 1.850 *Schlusskurse vom 08.12.2011 Bei Prognoseänderungen sind die vorherigen Werte in Klammern gesetzt Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 9. Dezember 2011· © Helaba 2
  3. 3. Wochenausblick 1.3 Finanzmarktkalender KW 50 mit Prognosen Helaba- Bloom berg Zeit Land Periode Indikator Vorperiode Prognose Consensus Montag, 12.12.2011 Dienstag, 13.12.2011 11:00 DE Dez ZEW-Indikator -55,0 -55 -55,2 14:30 US Nov Einzelhandelsumsätze, % m/m 0,6 0,6 0,5 Einzelhandelsumsätze ohne Pkw s, 14:30 US Nov 0,4 0,5 0,6 % m/m 16:00 US Okt Lageraufbau; % m/m 0,3 0,4 0,0 20:15 US FOMC-Zinsentscheidung; % 0,25 0,25 0,25 Mittw och, 14.12.2011 Industrieproduktion 11:00 EZ Okt % m/m, s.a. 0,2 0,1 -1,9 % y/y, s.a. 2,7 2,4 2,9 14:30 US Atlanta Fed Präsident Lockhart Donnerstag, 15.12.2011 Einkaufsmanagerindex (Verarb. 09:30 DE Dez 47,7 47,4 47,9 Gew erbe, Vorabschätzung) Einkaufsmanagerindex (Dienst- 09:30 DE Dez 50,0 50,0 50,3 leistungen, Vorabschätzung) Einkaufsmanagerindex (Verarb. 10:00 EZ Dez 46,2 46,0 46,4 Gew erbe, Vorabschätzung) Einkaufsmanagerindex (Dienst- 10:00 EZ Dez 47,5 47,2 47,5 leistungen, Vorabschätzung) Konsumentenpreise (HVPI) 11:00 EZ Nov % m/m 0,1 0,1 0,3 % y/y 3,0 3,0 3,0 Konsumentenpreise Kernrate 11:00 EZ Nov % m/m 0,1 k.A. 0,3 % y/y 1,8 1,7 1,6 14:30 US Nov PPI Erzeugerpreise, % m/m 0,2 0,2 -0,3 PPI ohne Energie und 14:30 US Nov 0,2 0,2 0,0 Nahrungsmittel, % m/m 14:30 US Q3 Leistungsbilanzsaldo; Mrd. $ -106,0 -107,6 -118,0 14:30 US Dez Empire State Umfrage; Index 5,0 2,5 0,6 Erstanträge auf 14:30 US 09. Dez 390 390 381 Arbeitslosenunterstützung, Tsd 15:15 US Nov Industrieproduktion, % m/m 0,2 0,2 0,7 15:15 US Nov Kapazitätsauslastung; % 78,0 77,9 77,8 16:00 US Dez Philadelphia Fed; Index 10,0 5,0 3,6 Freitag, 16.12.2011 CPI Konsumentenpreise 14:30 US Nov % m/m 0,3 0,1 -0,1 % y/y 3,7 3,5 3,5 CPI ohne Energie & Nahrungsmittel 14:30 US Nov % m/m 0,2 0,1 0,1 % y/y 2,2 2,1 2,1 17:15 US Chicago Fed Präsident Evans 18:00 US Dallas Fed Präsident FisherQuellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/ResearchHelaba Volkswirtschaft/Research · 9. Dezember 2011· © Helaba 3
  4. 4. Wochenausblick Markus Reinwand, CFA Tel.: 0 69/91 32-4723 2 Im Fokus 2.1 Aktien: Vorerst unruhiges Fahrwasser Derzeit scheint sich das Muster vorangegangener EU-Gipfel zu wiederholen: Die Kurse erho- len sich im Vorfeld, um danach wieder abzubröckeln. Insgesamt zielen die Beschlüsse jedoch in die richtige Richtung, so dass verlorenes Vertrauen mittelfristig wahrscheinlich zurückge- wonnen werden kann. Kursrückschläge sollten daher gezielt zum Einstieg bei europäischen Dividendentiteln genutzt werden. Aktien bleiben vorerst in unruhigem Fahrwasser. Während sich die Indizes in den vergangenen Wochen auch wegen der Vorfreude auf den EU-Gipfel und den EZB-Zinsentscheid spürbar erho- Befreiungsschlag len konnten, kehrte zuletzt wieder Ernüchterung ein. Zwar senkte die EZB wie erwartet den Leit- ausgeblieben zins um 25 Basispunkte. Die erhoffte Ankündigung einer Ausweitung der Anleihekäufe blieb jedoch aus. Zudem sorgten die Ergebnisse des jüngsten Banken-Stresstests für neuerlichen Druck auf Finanztitel. Die bislang bekannt gewordenen Beschlüsse des EU-Gipfels stellen offenbar nicht den von so manchem Marktteilnehmer erhofften Befreiungsschlag dar. Die Tatsache, dass sich nur 23 der 27 EU-Staaten auf die Bildung einer Fiskalunion verständigen konnten, ist ein Wermuts- tropfen und könnte kurzfristig noch für rechtliche Unsicherheit sorgen. Insgesamt zielen die Be- schlüsse jedoch in die richtige Richtung.USA: Positives Überraschungsmomentum erreicht Zenit Bewertung spricht mittelfristig für Euro-AktienSaldo Abweichung von der 200-Tage-Linie, % % 150 40 7 7 Konjunkturüberraschungen Dividendenrendite minus Rendite 10-jähriger Staatsanleihen* USA (linke Skala) 30 6 6 100 20 5 5 EURO STOXX 50 50 4 4 10 DAX 3 3 0 0 2 2 -10 -50 1 1 -20 0 0 -100 S&P 500 (rechte Skala) -30 -1 -1 S&P 500 -150 -40 -2 -2 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2008 2009 2010 2011Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research *DAX und EURO STOXX 50 gg. 10j. Bunds; S&P 500 gg. 10j.-Treasuries Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Mit einem Durchstarten der Aktien in den saisonal traditionell starken Wintermonaten ist nicht zu rechnen. Konnten überraschend starke US-Konjunkturdaten bis zuletzt ein Gegengewicht zu den Aktien als strategische durchwachsenen Daten aus Europa und Asien bilden, scheint auch jenseits des Atlantiks das posi- Anlage attraktiv tive Überraschungsmomentum nun erst einmal seinen Höhepunkt zu erreichen. Als Stütze für den Aktienmarkt sollte sich die insbesondere bei deutschen und europäischen Dividendentiteln niedri- ge Bewertung erweisen. Sie ist Ausdruck einer bereits sehr ausgeprägten Wachstums- und Ge- winnskepsis. So sind Dividendentitel gegenwärtig ähnlich niedrig bewertet wie im Frühjahr 2009, als Aktien ihr zyklisches Tief erreichten. Allerdings wird der Risikoappetit längerfristig orientier- ter Investoren erst wieder zunehmen, wenn die konjunkturellen Frühindikatoren ihren Boden er- reicht haben. So hat sich die Kombination aus niedrigen Leitzinsen und aufhellenden Wachstums- erwartungen in der Vergangenheit als ausgesprochen günstige Phase für Aktien erwiesen. Die in diesem Jahr von Anlegern so verschmähten DAX- und EURO STOXX 50-Werte dürften dann gegenüber US-Titeln klar im Vorteil sein. Mögliche Kursrückschläge sollten daher gezielt zum Einstieg in hiesige Dividendentitel genutzt werden. Helaba Volkswirtschaft/Research · 9. Dezember 2011· © Helaba 4
  5. 5. Wochenausblick Patrick Franke 2.2 USA: Lieferengpässe beim Weihnachtsmann? Tel.: 0 69/91 32-4738 Anlässlich der Einzelhandelsdaten zum November werfen wir einen Blick auf das „Weih- nachtsgeschäft“. Bei der Extrapolation von den Umsätzen einiger weniger Tage auf den all- gemeinen Trend ist jedoch große Vorsicht angezeigt. Für Anfang 2012 spielt vor allem eine Rolle, ob sich die Parteien in Washington doch noch darauf einigen können, einen im Januar drohenden kontraktiven Impuls von der Fiskalpolitik in letzter Minute abzuwenden. Alle Jahre wieder wird – auch an den Märkten – viel über das Weihnachtsgeschäft gesprochen. In den USA schauen alle wie gebannt auf den so genannten „Black Friday“, den Freitag nach Anekdotische Thanksgiving, und „Cyber Monday“, den darauf folgenden Montag. Aussagekräftige Daten zu den Evidenz Umsätzen liegen noch nicht vor, aber in diesem Jahr waren die Äußerungen aus dem Einzelhandel hinsichtlich des Geschäfts an diesen Tagen durchaus positiv. Ob dies jedoch ein verlässliches Anzeichen für einen dynamischen Konsum zum Jahresausklang darstellt, steht auf einem anderen Blatt. So ist möglich, dass die Verbraucher einfach Käufe vorgezogen haben, die dann in den spä- teren Wochen „fehlen“. Wir rechnen für den November mit einem soliden Anstieg der Einzelhan- delsumsätze um 0,6 % gegenüber Vormonat. Die positiven Nachrichten aus dem Autosektor spre- chen jedenfalls für ein vergleichsweise gutes Konsumklima. Mit annualisiert 13,6 Mio. Einheiten wurden im November mehr Pkws und SUVs abgesetzt als in jedem anderen Monat seit der Pleite von Lehman Bros. (mit Ausnahme des Sprungs in der Folge der Abwrackprämie im August 2009).Erst drehen die Umsätze, dann das Verbrauchervertrauen! Kommt nach dem 1. Januar die Katerstimmung?Jahresrate, % Index Wirkung auf den Konsum (Jahresrate), in Mrd. US-Dollar 16 Reale Einzelhandelsumsätze 75 14 (Dreimonatsveränderung, LS) Verbrauchervertrauen Kürzung bei der Arbeitslosenhilf e* 70 12 (Conf . Board, RS) 10 65 8 Erhöhung der Rentenbeiträge* 60 6 4 55 Rückgang der Sparquote um 1 Prozentpunkt 2 50 0 45 Anstieg der Beschäf tigung um 1 -2 Mio. -4 40 2010 2011 -150 -100 -50 0 50 100 150Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research * bislang für Januar 2012 geplant , unterstellte Konsumquote von 95 % Offenbar interessieren sich die amerikanischen Konsumenten wenig für das, was derzeit jenseits des Atlantiks in der Eurozone vorgeht. Der Transmissionsmechanismus, über den die Schuldenkri- Mit Schwung in die se die USA in Mitleidenschaft ziehen könnte, müsste auch in erster Linie in der Finanzbranche Feiertage – trotz (Verknappung der Kreditversorgung) oder bei den Unternehmen (schlechte Stimmung, Investiti- Schuldenkrise ons- und Einstellungsstopp) liegen. Dafür gibt es jedoch (bislang) keine Anzeichen. Die Banken vergeben Kredite, lockerten im Oktober gemäß der jüngsten Fed-Umfrage ihre Vergabekriterien sogar weiter. Die Unternehmenskredite legten in den vergangen drei Monaten mit einer Jahresrate von 11 % zu. Die Unternehmensstimmung hat sich nach der Eintrübung im Sommer stabilisiert. Der wichtige ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe stieg im November auf 52,7, ein Niveau deutlich oberhalb der gesamtwirtschaftlichen Expansionsschwelle (42,5). Entsprechend sind dieje- nigen Stimmen zuletzt verdächtig ruhig geworden, die noch vor wenigen Wochen lautstark beton- ten, dass beim realen Bruttoinlandsprodukt eine Vorjahresrate von unter 2 %, wie sie im zweiten und dritten Quartal verzeichnet wurde, „zwingend“ zu einer Rezession führen müsste. Derzeit rechnen wir für das vierte Quartal 2011 mit einem annualisierten Wachstum von rund 3 % gegen- über Vorquartal. Der Einbruch ist ausgeblieben. Helaba Volkswirtschaft/Research · 9. Dezember 2011· © Helaba 5
  6. 6. Wochenausblick 3 CharttechnikBund-Future: Seitwärtsrange Widerstände: 137,79 138,00 139,07Stochastic Bund-Future (daily) Unterstützungen: 134,04 132,99 132,89 Der Bund-Future kann sich erholen und so dominiert die im Sommer etablierte Seitwärtsrange das Bild. Indikatoren wie Stochastic und MACD unterstützen den Bund-Future auf Tagesbasis. Auf Wochenbasis ist die Situation jedoch nicht einheitlich positiv. Auf der Habenseite kann gewertet wer- den, dass der DMI noch immer auf Kauf steht. Stochastic und MACD mahnen aber vor zu viel Euphorie. Widerstän- de zeigen sich in der Zone 137,79 bis 138,00. Entscheidend sind aber der Bereich bei 139,07/139,19 sowie das Allzeit- hoch bei 139,58.Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research Ralf Umlauf (Tel.: 069/9132-1891)EUR-USD: Risiken bleiben Widerstände: 1,3460 1,3579 1,3615MACD EUR-USD (daily) Unterstützungen: 1,3282 1,3212 1,3146 Der Euro zeigte sich im Verlauf der Woche leicht belastet, der jüngste Tiefpunkt bei 1,3212 wurde bislang aber kei- nem ernsthaften Test unterzogen. Das technische Indikatorenbild ist unausgewogen. Im Tageschart sind Kaufsignale des Stochastic und des MACD noch intakt, die Indikatoren beginnen aber wieder gen Süden zu drehen. Der Blick auf den Wochenchart offenbart zudem, dass die Ab- wärtsrisiken für den Euro bestehen bleiben. Wichtige Unterstützungen finden sich bei 1,3212 und 1,3146, dem zyklischen Tief vom Herbst 2011.Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research Ralf Umlauf (Tel.: 069/9132-1891)DAX: Chartbild trübt sich deutlich ein Widerstände: 5.880 5.970 6.018DMI DAX (daily) Unterstützungen: 5.745 5.670 5.594 Die auf die lange Verluststrecke folgende Erholungsbewe- gung wurde schneller als gedacht beendet. Eine ganze Reihe von dunklen Candlesticks mahnte zunächst zur Vorsicht. Die zuletzt zunehmende Abwärtsdynamik sorgte schlussend- lich für einen Rutsch unter das wichtige Retracement bei 5.890 Zählern. Gleichzeitig wurde sowohl die 21- als auch die 55-Tage-Linie unterschritten, der DMI drehte auf „short“. Nun gilt es, die Support-Marke von 5.808 Punkten (50%-Fibonacci-Fan-Linie im Wochenchart) zu beachten. Ein Bruch dieser eröffnet weiteres Abwärtspotenzial.Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research Christian Schmidt (Tel.: 069/9132-2388) Die Ausführungen auf dieser Seite basieren ausschließlich auf einer charttechnischen Analyse. Unsere fundamentalen Analysen gehen in diese Betrachtung nicht ein. Helaba Volkswirtschaft/Research · 9. Dezember 2011· © Helaba 6
  7. 7. Wochenausblick 4 Helaba Kapitalmarktszenarien Für unseren Kapitalmarktausblick 2012 haben wir das Thema „Helden- und Göttersagen“ ge- wählt. In unserem Hauptszenario „Gordischer Knoten“ (Eintrittswahrscheinlichkeit: 70 %) Hauptszenario: befreit sich die Weltwirtschaft aus einer schwierigen Ausgangslage. Die Industrieländer verstrick- Gordischer Knoten ten sich im Jahresverlauf 2011 im Schuldengewirr, während sich die Schwellenländer abschwäch- ten. Eine geordnete Insolvenz Griechenlands sowie erste Erfolge der europäischen Strukturrefor- men und eine weltweit expansive Ausrichtung der Geldpolitik tragen jedoch 2012 dazu bei, die Schuldenkrise und die konjunkturelle Schwäche allmählich zu überwinden. Der gordische Knoten kann gelöst werden. Das Wirtschaftswachstum 2012 wird zwar nicht an die spektakulären Raten des Jahres 2010 anknüpfen, es schwenkt aber auf einen normalen Wachstumstrend ein. Damit dürften auch die Kapitalmärkte endlich wieder in ruhigeres Fahrwasser geraten: Nach den Über- treibungen 2011 zeichnet sich für 2012 ein insgesamt gutes Aktienjahr mit zweistelligen Zuwäch- sen ab. Renten dürften dagegen unter Druck geraten. Das weiterhin durch die Schwellenländer getriebene Wachstum der Weltwirtschaft wird 2012 bei rund 3 ½ % verharren, da die Normalisierung bereits 2011 einsetzte. Im Jahresverlauf 2012 ist aber mit einer anziehenden Dynamik zu rechnen: Die Geldpolitik in den Schwellenländern dürfte wieder vermehrt auf Expansion umschwenken. In den europäischen Problemländern wird der Konsolidierungsdruck zwar hoch bleiben, aber die bereits erfolgten Restrukturierungen erbringen erste Wachstumsimpulse. In den USA kommt es im Wahljahr dagegen noch nicht zu größeren Konsolidierungsanstrengungen, so dass die Wirtschaft erneut um rund 2 % wachsen wird. 2013 dürfte das globale BIP sogar wieder stärker expandieren. In unserem positiven Szenario „Phönix aus der Asche“ (10 %) kann die Weltwirtschaft an das überdurchschnittliche Wachstum 2010 anknüpfen, jedoch um den Preis einer höheren Inflation. Alternativszenario: Befeuert wird dies von einer expansiven Ausrichtung der Geld- und Fiskalpolitik. Weitere Konso-Phönix aus der Asche lidierungsschritte werden in die Zukunft verschoben. Aktien strahlen heller denn je und Renten verzeichnen im Gegenzug kräftige Kursverluste. In unserem negativen Szenario „Sisyphus“ (20 %) fällt die Weltwirtschaft in eine Rezession. Die Industrieländer geraten in ein deflationäres Umfeld. Trotz massiver Anstrengungen kann die euro- Alternativszenario: päische Schuldenkrise nicht bewältigt werden. Der Versuch Staaten und Banken gleichzeitig zu Sisyphus retten stellt sich als Sisyphusarbeit heraus. In China platzt die Immobilienblase und führt zu hefti- gen realwirtschaftlichen Verwerfungen weltweit. Geopolitische Risiken könnten zudem die Kon- junktur zusätzlich belasten. Anleger suchen Sicherheit, wovon der US-Dollar und die Rentenmärk- te profitieren. Auf die Aktienmärkte hingegen rollt ein erneuter Einbruch zu. Investmentszenarien 2012 Szenarien Wahrschein- Wachstum Inflation Renten Euro Aktien 2012 lichkeit Gordischer 70% Knoten Phönix aus 10% der Asche Sisyphus 20% Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 9. Dezember 2011· © Helaba 7
  8. 8. Wochenausblick5 Helaba Basisszenario mit PrognosetabelleIn unserem Hauptszenario „Gordischer Knoten“ (Eintrittswahrscheinlichkeit: 70 %) befreit sichdie Weltwirtschaft aus einer schwierigen Ausgangslage. Die Industrieländer verstrickten sich imJahresverlauf 2011 im Schuldengewirr, während sich die Schwellenländer abschwächten. Einegeordnete Insolvenz Griechenlands sowie erste Erfolge der europäischen Strukturreformen undeine weltweit expansive Ausrichtung der Geldpolitik tragen 2012 dazu bei, Schuldenkrise undWachstumsschwäche allmählich zu überwinden. Der gordische Knoten kann gelöst werden. Dasglobale Wirtschaftswachstum schwenkt auf einen normalen Wachstumstrend ein und verharrt imJahresdurchschnitt bei rund 3 ½ %. Damit dürften auch die Kapitalmärkte endlich wieder in ruhig-eres Fahrwasser geraten.Rentenmärkte: Die EZB wird den Leitzins vermutlich bei 1 % fixieren, so dass das Feld für an-haltend niedrige Kapitalmarktzinsen in Deutschland bestellt ist. Im Jahresverlauf sprechen jedochzwei Faktoren gegen deutsche Staatsanleihen: die Konjunktur dürfte sich wieder erholen und beieiner Entspannung der Euro-Schuldenkrise ist mit einer geringeren Nachfrage nach den inzwi-schen extrem teuren Bundesanleihen zu rechnen. Die Verzinsung 10-jähriger Staatsanleihen solltein Deutschland 2012 zwischen 1,6 % und 2,8 % schwanken, in den USA zwischen 1,8 % und3,0 %.Euro: Die expansive EZB-Politik in Form von Zinssenkungen und Kaufprogrammen belastetvorerst den Euro. Zeitweise wird der US-Dollar als zumindest vorübergehend sicherer Hafen profi-tieren, wobei die expansive Politik der Fed die Dollar-Stärke begrenzt. Im Verlauf von 2012 dürf-ten die Sorgen um die Schuldenkrise in den Hintergrund treten und die Konjunktur in der Eurozo-ne wieder Tritt fassen. Somit wird die EZB ihren Expansionsgrad dann nicht mehr ausweiten. DerEuro dürfte gegenüber dem US-Dollar zulegen, zumal die US-Notenbank eine Zinswende fürlängere Zeit quasi ausgeschlossen hat. Der Euro-Dollar-Kurs sollte sich 2012 im Bereich von 1,30bis 1,45 bewegen.Aktienmärkte: Nachdem der DAX 2011 Extremszenarien ausgetestet hat, dürfte 2012 in etwasruhigeren Bahnen verlaufen. Gleichwohl ist bis ins erste Quartal hinein noch mit einer erhöhtenSchwankungsanfälligkeit zu rechnen. Erst wenn sich die Wachstumsperspektiven allmählich wie-der aufhellen, wird auch der Risikoappetit längerfristig orientierter Investoren wieder zunehmen.Mögliche Kursrückschläge bis maximal in den Bereich der September-Tiefstände sollten daherzum Einstieg genutzt werden. Der DAX dürfte sich bis Jahresende 2012 wieder an die 7.000 Punk-te-Marke heranarbeiten.Asset Allocation: Eine Entspannung der Euro-Staatsschuldenkrise sowie wieder günstigereWachstumsperspektiven tragen dazu bei, dass der Risikoappetit der Investoren zunimmt. Deshalbsollten Aktien zu Lasten von Renten übergewichtet werden. Bei Euro-Staatsanleihen ist aufgrundder negativen Ertragserwartungen eine klare Untergewichtung und bei der Geldmarktanlage eineneutrale Dotierung ratsam. Gleichzeitig ist eine defensive Laufzeitenallokation bei Renten ange-sagt. Bei Rohstoffen und Gold ist tendenziell eine Dotierung auf Benchmark-Niveau empfehlens-wert.Helaba Volkswirtschaft/Research · 9. Dezember 2011· © Helaba 8
  9. 9. WochenausblickPrognoseübersicht Bruttoinlandsprodukt Verbraucherpreise Veränderung gg. reale Veränderung gg. Vorjahr in % Vorjahr in % 2010 2011p 2012p 2013p 2010 2011p 2012p 2013pEuroland 1,8 1,6 0,7 1,3 1,6 2,6 1,9 2,1 Frankreich 1,4 1,7 1,0 1,5 1,7 2,3 2,0 2,1 Italien 1,5 0,7 0,0 0,7 1,6 2,8 2,4 2,2 Spanien -0,1 0,7 0,7 1,0 2,0 3,0 2,0 2,2 Griechenland -3,5 -6,0 -3,0 0,0 4,7 3,0 1,0 1,0 Irland -1,0 0,5 1,6 2,0 -1,6 1,2 0,9 1,6 Portugal 1,4 -2,0 -3,5 -1,0 1,4 3,5 2,5 1,5 Deutschland* 3,6 3,0 1,2 1,7 1,1 2,3 1,7 1,9Großbritannien 1,8 1,0 0,8 1,5 3,3 4,5 3,0 2,6Schw eiz 2,7 1,7 0,5 2,0 0,7 0,3 0,0 1,2Schw eden 5,6 3,9 1,0 1,3 1,3 2,7 2,2 2,0Polen 3,9 4,0 2,7 3,0 2,6 4,1 3,0 3,0Ungarn 1,3 1,5 0,9 1,4 4,9 3,9 4,8 3,5Tschechien 2,7 1,8 1,2 1,7 1,5 1,9 2,8 2,2Russland 4,0 4,0 3,5 4,0 6,9 8,8 7,0 6,0USA 3,0 1,8 2,2 2,0 1,6 3,2 2,1 2,2Japan 4,1 -0,3 2,2 1,0 -0,7 -0,3 0,2 0,0Asien ohne Japan 8,3 6,5 6,0 6,5 5,1 6,0 5,0 5,0 China 10,4 9,2 8,4 8,8 3,3 5,3 4,0 4,4 Indien 8,8 7,5 7,0 7,0 12,0 8,5 8,0 7,5Lateinamerika 5,9 4,0 3,5 4,0 5,9 7,0 6,5 6,0 Brasilien 7,5 3,2 3,3 4,0 5,0 7,0 6,0 5,5Welt 4,8 3,4 3,3 3,6 2,9 3,9 3,2 3,1s = Schätzung, p = Prognose; *Deutschland: arbeitstäglich bereinigt;Quellen: EIU, EcoWin, Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 9. Dezember 2011· © Helaba 9

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