Ernährungsmedizin                                                                                                         ...
2     E. Holm et al.: Hypokalorische Ernährung mit Einsatz eines Proteinkonzentrats                                       ...
E. Holm et al.: Hypokalorische Ernährung mit Einsatz eines Proteinkonzentrats   3germasse) und Fettmasse bedienten wiruns ...
4 E. Holm et al.: Hypokalorische Ernährung mit Einsatz eines Proteinkonzentrats                                           ...
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  1. 1. Ernährungsmedizin 1Hypokalorische Ernährung mitEinsatz eines Proteinkonzentrats(SEP®)Konstanz der Körpermagermasse von der 2. bis zur 12.Woche bei fortlaufendem Abbau von KörperfettProf. Dr. E. Holm1; Dr. B. Herberger2; Dr. M. Koch3; Dr. K. Schwenke41 2.Medizinische Klink, Universitätsklinik Mannheim2 Musenhof Klinik Deidesheim3 LVIM Bad Dürkheim4 Chirurgische Klinik, Universitätsmedizin Mannheim Unter dem Einfluss einer hypokalorischen E rn ä h ru n g mi t vi el P ro tei n u n d we nig Schlüsselwörter Keywords Kohlenhydraten wird mehr Körperfett und Hypokalorische Ernährung, Proteinkonzen- Hypokaloric nutrition, protein concentrate, we n i g e r M a g e rm a s s e a b g e b a u t a l s b e i trat, Körperzusammensetzung body composition „konventioneller“ Reduktionskost (3, 5, 12–14, 17, 20, 25). Freie verzweigtkettige Zusammenfassung Summary Aminosäuren sollen in der gleichen Rich- 41 Probanden mit Übergewicht oder Adiposi- 41 obese and overweight subjects partici- tung wirksam sein (9, 14). Zur zeitlichen tas beteiligten sich an einer 6– bis 12-wöchi- pated in a 6 to 12 weeks study on the tem- Dynamik der Reaktionen von Körperfett gen Studie zur zeitlichen Dynamik der Ver- poral dynamics of changes in body fat mass und Magermasse auf ein proteinreiches hy- änderungen des Körperfetts und der Körper- and fat-free mass occurring with a hypo- pokalorisches Ernährungsregime gibt es magermasse bei hypokalorischer proteinrei- caloric protein-enriched nutrition regimen. noch keine Mitteilungen. In unserer Studie cher Ernährung. Sie erhielten ein Mischkost- Subjects received a breakfast of a mixed mac- wurden diese Reaktionen beim Einsatz ei- Frühstück (500 kcal) und zwei Mal täglich ein ronutrient composition (500 kcal) and twice nes Protein-Aminosäuren-Gemisches im- Konzentrat hydrolysierter Molkenproteiniso- daily a concentrate of hydrolyzed whey pro- pedanzanalytisch verfolgt. late mit hohem Gehalt an freien verzweigtket- tein isolates containing high amounts of free tigen Aminosäuren (SEP Proteinkonzentrat, branched-chain amino acids. Energy con- Musenhof Kliniken, Deidesheim). Die pro sumption amounted to 930 kcal per day with Tag zugeführte Energie betrug 930 kcal. Daran 43% as protein, 40% as carbohydrates, and Probanden und Methodik waren Proteine mit 43%, Kohlenhydrate mit 17% as fat. Bioelectrical impedance analyses An der Studie, deren Fragestellung keine 40% und Fette mit 17% beteiligt. In Abständen were performed every 7 to 14 days. Total body Kontrollgruppe erforderte, beteiligten sich von 7–14 Tagen erfolgten bioelektrische water was obtained as proposed by Kotler et 41 Probanden mit Adipositas oder einem Impedanzanalysen. Das Ganzkörperwasser al. At week 12, median losses in body weight geringerem Übergewicht. Es handelte sich wurden nach Kotler et al. berechnet. Die Verluste and bodyfatwere 7.3 and 5.0 kg, respectively. um 5 Männer und 36 Frauen im Alter von an Körpergewicht und Körperfett erreichten bis Fat-free mass had decreased by 1.1 kg after 25 bis 65 Jahren mit einem mittleren BMI zur 12. Woche 7,3 bzw. 5,0 kg (Mediane). Die 24 days and then remained constant. This von 33,8+/-5,1 (s). Alle Studienteilnehmer Mager-masse nahm bis zum Tag 24 um 1,1 kg maintenance of lean mass was most likely due waren von ihren Hausärzten als frei von or- ab und blieb dann unverändert. to (1) the composition of the protein concen- ganischen Krankheiten eingestuft worden. Wahrscheinliche Erklärungen für diese trate administered, (2) the effects of exogen- Ausschlusskriterien waren Diabetes melli- Konstanz der Magermasse sind 1. die ous, protein-bound, and free amino acids on tus und andere endokrine Störungen bzw. Zusammensetzung des zugeführten Proteins, protein kinetics and (3) to protein sparing as Behandlungen, ferner Leberzirrhose, Nie- 2. Einflüsse der exogenen, proteingebundenen the result of the provision of gluconeogenic reninsuffizienz und Schwangerschaft. Die und freien Aminosäuren auf die Proteinkinetik precursors. Probanden unterzogen sich zum Zweck ei- und 3. eine Einsparung von Protein durch ner Gewichtsreduktion für die Dauer von Bereitstellung von Vorläufersubstanzen der 24 bis 86 oder 114 Tagen (maximal also 16 Glukoneogenese. Wochen) einem niedrig-energetischen (1, 16), proteinreichen Ernährungspro - gramm. Dieses bestand aus einem Misch- Korrespondenzadresse Hypocaloric nutrition using a protein concentrate kost-Frühstück (500 kcal) und dem zwei - Prof. Dr. Eggert Holm – maintenance of fat-free body mass from the Bergstrasse 161 second to the twelfth week parallel to a continu- mal täglich eingenommenen „SEP-Protein- 69121 Heidelberg ous decrease in body fat konzentrat“, einem Proteinkonzentrat Tel.: 0 62 21 /40 02 47 Med Welt 2010; 61: E-Mail: eggert.holm@urz.uni-heidelberg.de der Musenhof Klinik . Das Konzentrat enthielt Med Welt 4/2010 © Schattauer 2010
  2. 2. 2 E. Holm et al.: Hypokalorische Ernährung mit Einsatz eines Proteinkonzentrats hydrolysierte Molkenproteinisolate und charakteristisch hohe Anteile an verzweigtkettigen Aminosäuren in speziellen Mengenverhältnissen mit Betonung des Leuzins. Die pro Tag insgesamt zugeführte Energie betrug 930 Kilokalorien. Daran waren Proteine mit 43%, Kohlenhydrate mit 40% und Fette mit 17% beteiligt. Das Proteinkonzentrat enthielt des weiteren Mineralien, Spurenelemente und Vitamine gemäß allgemeinen Anforderungen. Die Teilnehmer erhielten ausführliche Infor - mationen über das Ernährungsprogramm und erklärten hierzu ihr Einverständnis. Die Probanden wurden vor Beginn der Studie un d da nn i n Zeitabst änden v on a) 7–14 Tagen untersucht. Der Ermittlung des K ö rp e rg e wic h ts mi t ei ne m m a xi mal e n Fehler von 0, 1 kg diente eine geeichte Wage. Di e K ö rp e rk o m p a rt i m e n t e w u rd e n m i t dem tetrapolaren Impedanzplethysmogra- phen Model BIA 10 1 der Firma RJL/Akern SrL, Pontassieve, Italien, bestimmt, wobei die Stromstärke 800 µA und die Sinusfre- quenz 50 kHz zur Anwendung kamen. Die Untersuchungen erfolgten bei Nüchtern - heit gegen 8.00 Uhr morgens ohne voraus- gehende körperliche Belastung. Gemessen wurde in einem konstant klimatisierten Raum nach 15 Minuten Rückenlage an der rechten Körperseite. Wir benutzten zwei Elektrodenpaare (Kendall Q -Trace Gold 5500) der Firma Tyco Healthcare, USA. Die Elektrodenpaare wurden an der dorsalen Seite der Hand bzw. des Fußes angebracht, die beiden äußeren Elektroden zur App - c) likation des Wechselstroms und die beiden inneren zur Messung der Impedanz. Dabei separierte der Plethysmograph aus dem Impedanzwert Z die Resistanz R und die Reaktanz Xc. Die Variationskoeffizienten von R und Xc betrugen 11% bzw. 2,7%. Z u r E rm i t t l u n g d e r K o m p a rt i m e n t e Ganzkörper-Wasser, fettfreie Masse (Ma- Abb. 1 Aus Parallelvergleichen berechnete Ab- weichungen des Körpergewichts (a), des Körper- fetts (b) und der Magermasse (c) von den jeweili- gen Ausgangswerten. An den Studientagen 14, 24,44 und 86 wurden – als nur partiell verbundene Stichproben – 34 bzw. 41 bzw. 29 bzw. 15 Pro- e) banden untersucht. Boxplotdiagramme mit Me- dianen, oberen und unteren Quartilen sowie Ex- tremwerten. Angaben der Signifkanzen im Text.Med Welt 4/2010 © Schattauer 2010
  3. 3. E. Holm et al.: Hypokalorische Ernährung mit Einsatz eines Proteinkonzentrats 3germasse) und Fettmasse bedienten wiruns einer Software der Fa. Akern SrL, Pon-tassieve, Italien. Das Ganzkörperwasserwurde aus den von Kotler u.a. publiziertenexponentiellen Gleichungen erhalten (11)und die fettfreie Masse als Ganzkörperwas-ser/0,73 berechnet. Die Fettmasse war dannder Differenzbetrag Körpergewicht minusfettfreie Masse. Die Ergebnisse werden in Boxplot-Dia-grammen mit den Medianen, oberen undunteren Quartilen sowie den Extremwer tendargestellt. Teilweise werden zusätzlichProzentwerte angegeben. Der Bestimmungvon Irrtumswahrscheinlichkeiten für Ab -weichungen von den Ausgangsdaten dienteder T-Test für Paardifferenzen.ErgebnisseAbb.1 stellt für die Tage 14, 24, 44 und 86die aus Paarvergleichen berechneten Ab-weichungen des Körpergewichts, des Kör-perfetts und der Körpermagermasse vonden Ausgangswerten dar. Die vier Zeit -punkte wurden so gewählt, dass sie jeweilsdie Erfassung einer relativ großen Zahl vonStudienteilnehmern ermöglichten. Dabeierfolgten die betreffenden Messungen ent-weder genau zum angegebenen Zieldatumoder bis zu vier Tagen vorher. Für die vierZeitpunkte resultierten unterschiedlichgroße Kollektive, sodass die vier Gruppenvon Daten aus Stichproben stammten, dienur partiell korreliert waren. Um für dieZeit bis zum Tag 86 auch Ergebnisse aus ei-ner korrelierten Stichprobe vorstellen zukönnen, sind in  Abb. 2 die entsprechen-den Werte von 12 Probanden wiederge -geben. Die aus den  Abbildungen 1 und 2ersichtlichen Befunde stimmen im Wesent-lichen miteinander überein. Die Irrtums -wahrscheinlichkeiten für AbweichungenAbb. 2 Aus Parallelvergleichen berechnete Ab-weichungen des Körpergewichts (a), des Körper-fetts (b) und der Magermasse (c) von den jeweili-gen Ausgangswerten. An den Studientagen 14,24,44 und 86 wurden – als verbundene Stichpro-ben – jeweils dieselben Probanden untersucht (n= 12). Boxplotdiagramme mit Medianen, oberenund unteren Quartilen sowie Extremwerten. An-gaben der Signifkanzen im Text.Med Welt 4/2010 © Schattauer 2010
  4. 4. 4 E. Holm et al.: Hypokalorische Ernährung mit Einsatz eines Proteinkonzentrats dabei kohlenhydrat- sowie fettreduzierten Ernährung erhalten worden sind. Vielmehr soll vor allem der Befund hervorgehoben werden, dass die Körpermagermasse der Probanden zwar initial leicht abgenommen hat, von der 2. bis zur 12. Woche aber trotz des fortdauernden Energiedefizits konstant blieb. Ein gleicher oder ähnlicher Befund ist unseres Wissens bislang noch nicht beschrieben worden. Proteinzufuhr und Körpermagermasse Für hypokalorische Ernährungen (800 bis 1500 kcal/Tag) standen im Hinblick auf die zu wählenden Anteile der Hauptnährstoffe vorübergehend Vorteile der Kohlenhydrate gegenüber den Fetten, danach aber Vorteile der Proteine gegenüber den Kohlenhydra- ten im Vordergrund der Diskussion (12–14, 20). Dass ein hoher Proteinanteil (1,0 bis 1,5 g/Tag und mehr) – beispielswei- se durch rasche Sättigung (1, 26) und ge- Abb.3 ProzentualeAnteilederVerlusteanKörpergewicht,diedurchAbnahmevonKörperfett(aus - steigerte Thermogenese (14) – einem ange- gefüllte Kreise) und von Körpermagermasse (Dreiecke) zustande kamen. An den angegebenen Studien- tagen wurden – als nur partiell verbundene Stichproben – jeweils 9 bis 23 Probanden untersucht. strebten Gewichtsverlust zugute kommt, wird nur von wenigen Autoren angenom - men (26) und von anderen nicht bestätigt (3, 5, 12, 13, 17, 20, 22, 25). Gesichert ist des Körpergewichts, des Körperfetts und fetts zustande. Dementsprechend war die aber, dass der Organismus unter dem Ein- der Magermasse von den Ausgangsbefun- den lagen in Abb. 1 jeweils bei p<0,001 Abnahme der Magermasse an diesen fluss von relativ viel Protein Magermasse und in Abb. 2 bei p <0,01–0,001, wenn Tagen zu 36% bzw. 28% bzw. 24% bzw. einspart (3, 5, 13, 14, 20). Dies ergab sich man von der nicht-signifikanten Abwei - 23% für den Gewichtsverlust verantwort - besonders aus einer Metaanalyse von 87 Er- chung der Magermasse am Tag 44 inAbb.2 lich. 23 Probanden, deren Verläufe bis zum nährungsstudien, in denen die Probanden absieht. Tag 114, also über einen Zeitraum von bei vierwöchiger und längerer Anwendung Die Verluste an Körpergewicht und Kör- m e h r a l s 1 6 W o c h e n v e rf o l g t w u rd e n von Reduktionsdiäten umso weniger Kör- perfett pro ZeiteinheitAbb. 1 und 2) wa- (Abb. 3), zeigten eindeutig eine Fortset- permagermasse verloren, je mehr Protein ren nach ihren Medianwerten bis zum Tag 14 am ausgeprägtesten. Sie setzten sich zung dieser Aufwärts- bzw. Abwärtstrends, ihnen angeboten wurde (12). dann mäßig verlangsamt und parallel zuei- indem der Gewichtsverlust immer mehr Für die bessere Erhaltung des Körper- nander fort und zeigten bis zum Tag 86 durch Fettabbau und immer weniger durch proteins durch eiweißreiche Kostformen mindestens eine Verdoppelung (Abb. 1), die nur initial eingetretene, geringe Ver- hat man mehrere Faktoren verantwortlich nämlich von –3,5 auf –7,3 kg (Körper - minderung der Magermasse zu erklären gemacht. Zum Ersten geht es einfach nur gewicht) bzw. von –2,1 auf –5,0 kg (Kör- war. um die Verfügbarkeit von Aminosäuren für perfett). Die Körpermagermasse nahm bis die Proteinsynthese. Dabei wird die Pro- zum Tag 14 oder 24 ebenfalls ab, aber weni- ger deutlich als das Körperfett, nämlich um Diskussion teinsynthese umso ef fiziente r und die 1,0 bzw. 1,1 kg. Von da an blieb jedoch die Stickstoffbilanz umso besser, je mehr sich Magermasse bis zum Tag 86 nahezu unver- In dieser Studie geht es nicht primär da - das Aminosäurenmuster des angebotenen ändert. ru m , d i e V e rä n d e ru n g e n d e s K ö r p e r - Proteins dem der Muskulatur annähert (8). Der Gewichtsverlust kam bis zu den Tagen gewichts und der Körperkompartimente Hy d ro l y s i e rt e M o l k e n p ro t e i n i s o l a t e 14,24,44 und 86 zu 64% bzw. 72% bzw. 76% unter dem gewählten Ernährungsregime si n d i n di es e r Be zie h u ng , d. h. m it i h re r bzw. 77% durch Abnahme des Körper - mit Ergebnissen zu vergleichen, die mit an- „biologischen Wertigkeit“ hoch einzustu - deren Formen einer proteinreichen und fen (23). Ein zweiter Aspekt ist der stimula- torische Einfluss freier Aminosäuren auf Med Welt 4/2010 © Schattauer 2010
  5. 5. E. Holm et al.: Hypokalorische Ernährung mit Einsatz eines Proteinkonzentrats 5die muskuläre Proteinbildung (10, 19, 21, Verzögerung erreicht, nämlich nach 2 bis 3 der Energie in Form von Protein) und einer23), nicht nur bei intravenöser, sondern 1/2 Wochen. Das Angebot von viel Protein proteinärmeren (20% der Energie) nach 21auch bei oraler Zufuhr (10, 19), ferner und verzweigtkettiger Aminosäuren konn- Tagen jeweils ein Verlust an Körperfett ge-nicht nur im Rahmen eines Krafttrainings te diese Verzögerung der maximalen meta- messen. Der initiale Verlust an(10), sondern auch unabhängig davon (6, bolischen Sparstellung nicht verhindern. Magermasse fiel mit der proteinreichen19). Zusätzlich zur Proteinsynthese wird Spätestens vom Tag 24 an bestand jedoch Kost ähnlich aus wie bei unsererdurch exogenes Eiweiß der Proteinabbau zwischen dem Abbau und Aufbau von Ma- Untersuchung, war aber signifikantbeeinflusst, nämlich gehemmt (10, 20). germasse offensichtlich ein Gleichgewicht. geringer als unter dem proteinärme renDiese Hemmung fällt aber weniger ins Dafür dürfte ein zusätzlicher, wenn auch Regime (20). Layman et al. beschrieben,Gewicht als die Zunahme der nur geringer antikataboler Effekt der Ke - dass eine hypokalorische Diät mit 125 gProteinsynthese (21, 23). Es gibt drittens tonkörper mitursächlich gewesen sein. Protein/Tag im Vergleich zu einer mit 68 geinen indirekten Effekt des Nahrungsproteins Da das Ernährungsregime zirka 90 g Protein/Tag im Mittel schon nach zwei undauf den Muskelstoffwechsel. Dieser wird Kohlenhydrate pro Tag vorsah und mit signifikant nach vier Wochen einenbei gleichzeitigem Glukosemangel dem Proteinkonzentrat in 0,3%iger Milch höheren Quotienten „Verlust anwirksam und besteht darin, dass die der nur 24% der Energie in Form von Kohlen- Fettmasse/Verlust an Magermasse“ zuGlukoneogenese dienenden Aminosäuren hydraten zugeführt wurden, trat bei herab- Folge hatte (13).bereitgestellt werden und folglich nicht gesetzten Insulinkonzentrationen (3, 17,aus dem Abbau körpereigener, vor allem 20, 22) und gesteigerter Lipolyse überein- Freie verzweigtkettige Aminosäu-muskulärer Proteine bezogen werden stimmend mit der Literatur (12) ein erheb- ren (VAS) und Körpermagermassemüssen (14). licher Verlust an Fettmasse ein. Bezüglich Von allen hier aufgeführten Mechanis - der Ketonkörperspiegel in dieser Situation In das Konzept - viel Protein, wenig Kohlen-men der Einsparung von Körperprotein kann auf eine Studie von Piatti et al. verwie- hydrate“ passt die zusätzliche Bereitstel -durch proteinreiche Ernährung ist zu er - sen werden (20). Die Autoren wandten zwei lung von Valin, Leuzin und Isoleuzin. Diesewarten, dass sie ohne Verzögerung wirksam Reduktionsdiäten (800 kcal/Tag) mit zirka verzweigtkettigen Aminosäuren unter-werden. Demnach muss die „Latenzzeit“, 70 g bzw. rund 120 g Kohlenhydraten/Tag stützen nämlich die Zielsetzung, dendie bis zum Gleichgewicht zwischen dem an und stellten nach drei Wochen jeweils ei- Abbau von Körpermagermasse, also be-Auf- und Abbau des Körperproteins, also ne mäßige, aber signifikante Ketose fest, sonders von Muskulatur, möglichst g e -bis zur Konstanterhaltung der Körper - nämlich eine Verdoppelung der Konzentra- ring zu halten oder gar zu vermeiden (9,magermasse vergeht, durch andere meta- tion von beta-Hydroxybutyrat im Vollblut 14). Die VAS werden nach ihrer Aufnahmebolische Prozesse erklärt bzw. miterklärt (20). ins Blut von der Leber nur wenigwerden. Bei unseren Patienten dürfte beta-Hy- einbehalten und stehen deshalb der droxybutyrat infolge der Kohlenhydratein- Muskulatur weitgehend proportional zum schränkung ähnliche Werte erreicht haben. oralen Angebot zur Verfügung.Kohlenhydratzufuhr, Körperfett Eine Verdoppelung der Ketonkörperspiegel Die Rolle der VAS im muskulären Pro-und Ketose, Dynamik des wirkt sich bereits auf den Aminosäuren - teinstoffwechsel hat mindestens dreiProteinstoffwechsels und Proteinstoffwechsel aus, was beispiels- wesentliche Aspekte. Erstens sind die VAS weise an der Plasmakonzentration des Ala- Eiweißbausteine und machen etwa 20% desBei totalem Nahrungsentzug spielen sich nins erkennbar ist (18). Dabei kommen an- Muskelproteins aus (2). Zweitens wirddie stickstoffsparenden Mechanismen im tikatabole Effekte zunächst dadurch zu - durch die VAS, vorzugsweise durch Leuzin,Laufe der ersten 3–4 Wochen nach und stande, dass die Ketonkörper glukoneoge- die muskuläre Proteinsynthese angeregt (6,nach ein. Diese Zeit wird wegen der Stärke netisch gelieferte Glukose als Energieliefe- 7, 9, 10, 14) und der Proteinabbau verrin -der katabolen Stimuli benötigt. Am besten ranten partiell ersetzen. Des weiteren wir- gert (10, 15). Leuzin setzt das „anaboleerkennbar ist die allmähliche„Adaptation“ ken die Ketonkörper durch eine Hemmung Signal“ durch Einflussnahme aufdes Stickstoffhaushalts bis zur vierten Wo- der Oxidation von Glukose stickstoffspa - Initiator- und Hemmsubstanzen der sog.che an der Abnahme der täglichen renalen rend (24). Hinzu kommt schließlich noch Translation, d.h. der EiweißherstellungStickstoffausscheidung von zirka 13 g auf ein direkter inhibitorischer Einfluss der Ke- nach Maßgabe vorher kopierter genetischer3–5 g (4). Die Verringerung des Proteinab- tonkörper auf den Proteinabbau (24). Informationen (6, 9, 14). Einer der heutebaus soll durch die Ketonkörper begünstigt Ein nahezu völliges Konstanthalten der bekannten, von Leuzin aktiviertenwerden (4, 24). Deren Blutspiegel steigen Körpermagermasse ließ sich zwar erst ab Signalwege wird nach dem Protein mTORbis zur fünften Woche des Hungerstoff - dem 14. oder 24. Tag erreichen. Dennoch ist benannt (6, 9, 14). Die Wirkung vonwechsels von ungefähr 0,2 auf 6,0 –7,0 auch für die Zeit bis ungefähr zur dritten Leuzin auf die Proteinsynthese ist nicht nurmmol/l an (4). Woche ein hemmender Einfluss zumindest in vitro (7,9) und tierexperimentell i n v i v o Bei den partiell fastenden Probanden des zugeführten Proteins auf den Abbau (7, 9), sondern auch beim Menschendieser Studie wurde die Minimierung der der Magermasse erwiesen. In der oben zi- gezeigt worden, zunächst für die SituationVerluste an Körpermagermasse – ähnlich tierten Studie von Piatti et al. wurde mit ei- des Krafttrainingswie bei totalem Fasten – ebenfalls erst mit ner proteinreichen Reduktionsdiät (45% © Schattauer 2010 Med Welt 4/2010
  6. 6. 6 E. Holm et al.: Hypokalorische Ernährung mit Einsatz eines Proteinkonzentrats (10) und dann unabhängig davon (6). Die 17. Noakes M et al. Effect of an energy-restricted, high- 5. Frestedt JL et al. A whey-protein supplement in- protein, low-fat diet relative to a conventional high- Bedeutung der VAS für den muskulären creases fat loss and spares lean muscle in obese sub- carbohydrate, low-fat diet on weight loss, body Proteinstoffwechsel liegt drittens darin, jects: a randomized human clinical study. Nutr composition, nutritional status, and markers of car- dass diese Aminosäuren entscheidend dazu Metab (Lond) 2008; 5: 8. diovascular health in obese women.Am J Clin Nutr 6. Fujita S et al. Nutrient signalling in the regulation of 2005; 81: 1298–1306. beitragen, die bei Kohlenhydratknappheit human muscle protein synthesis. J Physiol 2007; 18. Nosadini R et al. The relationship between alanine unvermeidliche Glukoneogenese zu spei - 582: 813–823. and ketone body in vivo. Metabolism 1982; 31: sen und dadurch den Abbau von Muskel- 7. Garlick PJ. The role of leucine in the regulation of 1175–1178. protein zu verringern bzw. zu vermeiden protein metabolism. J Nutr 2005; 135: 19. Paddon-Jones D et al. Amino acid ingestion im - 1553S-1556S. proves muscle protein synthesis in the young and (9). Vorläufersubstanzen der Glukose sind 8. Harper AE, Yoshimura NN. Protein quality, amino elderly. Am J Physiol Endocrinol Metab 2004; 286: dabei entweder die Kohlenstoffgerüste der acid balance, utilization, and evaluation of diets E321-E328. VAS selbst oder Aminosäuren wie Alanin, containing amino acids as therapeutic agents. Nu- 20. Piatti PM et al. Hypocaloric high-protein diet im- trition 1993; 9: 460–469. proves glucose oxidation and spares lean body die beim Stoffwechsel der VAS entstehen 9. Jitomir J, Willoughby DS. Leucine for retention of mass: comparison to hypocaloric high -carbohy- (14). lean mass on a hypocaloric diet. J Med Food 2008; drate diet. Metabolism 1994; 43: 1481–1487. Weitere Untersuchungen sollten die Ef- 11: 606–609. 21. Rennie MJ et al. Latency, duration and dose re- fekte des gewählten Ernährungsregimes auf 10. Koopman R et al. Combined ingestion of protein sponse r elati ons hips of amino acid effects on and free leucine with carbohydrate increases post- human muscle protein synthesis. J Nutr 2002;132: die Körperkompartimente mit denen übli - exercise muscle protein synthesis in vivo in male 3225S-3227S. cher diätetischer Maßnahmen vergleichen subjects.Am J Physiol Endocrinol Metab 2005; 288: 22. Sacks FM et al. Comparison of weight -loss diets und außerdem durch Messungen metabo- E645-E653. with different compositions of fat, protein, and lischer Parameter zur weiteren Abklärung 11. KotlerDPetal.Predictionofbodycell mass, fat-free carbohydrates. N Engl J Med 2009; 360: 859–873. mass, and total body water with bioelectrical im - 23. Tang JE, Phillips SM. Maximizing muscle protein der jeweiligen Wirkungsmechanismen bei- pedance analysis: effects of race, sex, and disease. anabolism: the role of protein quality. Curr Opin tragen. Am J Clin Nutr 1996; 64: 489S-497S. Clin Nutr Metab Care 2009;12: 66 –71. 12. Krieger JW et al. Effects of variation in protein and 24. Thompson JR, Wu G. The effect of ketone bodies on carbohydrate intake on body mass and composi - Literatur tion during energy restriction: a meta-regression. nitrogen metabolism in skeletal muscle. Comp Bio- chem Physiol B 1991;100: 209–216. Am J Clin Nutr 2006; 83: 260–274. 25. Treyzon L. A controlled trial of protein enrichment 1. Astrup A. Dietary approaches to reducing body 13. Layman DK et al. A reduced ratio of dietary carbo- of meal replacements for weight reduction with re- weight. Baillières Best Pract Res Clin Endocrinol hydrate to protein improves body composition and tention of lean body mass. Nutr J 2008; 7: 23. Metab 1999;13: 109–120. blood lipid profiles during weight loss in adult 26. Weigle DS et al. A high-protein diet induces sus- 2. Clowes GH et al. Effects of parenteral alimentation women. J Nutr 2003; 133: 411–417. tained reductions in appetite, ad libitum caloric in - on amino acid metabolism in septic patients. Sur- 14. Layman DK, Walker DA. Potential importance of take, and body weight despite com pens atory gery 1980; 88: 531–543. leucine in treatment of obesity and the metabolic changes in diurnal plasma leptin and ghrelin con- 3. Farnsworth E et al. Effect of a high-protein, energy- syndrome. J Nutr 2006;136: 319S-323S. centrations. Am J Clin Nutr 2005; 82: 41–48. restricted diet on body composition, glycemic con- 15. Matthews DE. Observations of branched -chain trol, and lipid concentrations in overweight and amino acid administration in humans. J Nutr 2005; obese hyperinsulinemic men and wom en. Am J 135:1580S-1584S. Clin Nutr 2003; 78: 31–39. 16. Müller MJ. 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