Report_Berufsgruppen.pdf

791 Aufrufe

Veröffentlicht am

Report Berufsgruppen
[http://www.lifepr.de?boxid=145413]

0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
791
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
1
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
0
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Report_Berufsgruppen.pdf

  1. 1. Stellenbesetzungsprobleme und erwartete Be- schäftigungsentwicklung für ausgewählte Berufsgruppen in der Region Rhein-Main IWAK-Betriebsbefragung im Herbst 2009 Prof. Dr. Alfons Schmid Dipl. Vw. Christian Baden MA Oliver Nüchter
  2. 2. VorbemerkungDas Institut für Wirtschaft, Arbeit und Die Untersuchungsergebnisse sindKultur (IWAK), Zentrum an der Univer- repräsentativ, d.h. die berechnetensität Frankfurt, führt seit 1995, geför- Werte stehen für alle Betriebe mit min-dert durch die Regionaldirektion Hes- destens einem sozialversicherungs-sen der Bundesagentur für Arbeit in pflichtig Beschäftigten in der RegionZusammenarbeit mit dem Institut für Rhein-Main. Die absoluten Zahlen inArbeitsmarkt- und Berufsforschung der diesem Report beziehen sich auf dieBundesagentur für Arbeit (IAB) Hessen gewichtete Stichprobe.jährlich eine Betriebsbefragung in der Der vorliegende Report zeigt auf, wel-Region Rhein-Main durch. che Berufsgruppen in den BetriebenZiel der Untersuchung ist es, Einschät- derzeit beschäftigt sind und prognosti-zungen der Betriebe über künftige ziert auf Basis der betrieblichen Ein-Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt schätzungen die erwartete Entwicklungder Region zu erhalten und mögliche der Beschäftigung innerhalb desProbleme frühzeitig zu erkennen. Eine nächsten halben Jahres. Unterschie-solche, auf die Zukunft gerichtete Un- den wird hierbei zwischen bestehen-tersuchung bietet allen Arbeitsmarktak- den Problemen, offene Stellen mit ge-teuren eine wertvolle Informationsbasis eigneten Bewerbern zu besetzten, so-für problemadäquates Handeln. wie der generellen Einschätzung, dass in der jeweiligen BeschäftigtengruppeDie Abgrenzung der Region Rhein- eher mit Einstellungen oder aber ei-Main umfasst die IHK-Bezirke Rhein- nem Stellenabbau gerechnet wird.hessen, Wiesbaden, Frankfurt, Lim-burg, Gießen-Friedberg, Hanau- In der folgenden Darstellung referierenGelnhausen-Schlüchtern, Offenbach, wir die Ergebnisse getrennt nach denDarmstadt sowie Aschaffenburg. unterschiedlichen Hierarchie- bzw. Qualifikationsebenen. Zunächst wer-Bei der Befragung wurden 7.165 Fra-gebögen verschickt. Der Rücklauf um- den die erwartete Entwicklung für die Führungskräfte und Akademiker be-fasste 1.374 Fragebögen (Rücklauf- trachtet, anschließend für die Fachkräf-quote 19,2 Prozent), davon waren te und schließlich noch für die an- und1.338 auswertbar. Da es sich um eine ungelernten Hilfsarbeitskräfte. Wenngeschichtete Stichprobe handelt, wur- die Fallzahlen dies zulassen, wird zu-den die Daten nach Betriebsgröße und dem zwischen Sektoren unterschie-Wirtschaftszweigen gewichtet. Nach den.der Gewichtung stehen die befragtenBetriebe für 228.936 Beschäftigte aus11.345 Betrieben.IWAK - REPORT 1/2010 Seite 2
  3. 3. Allgemeine Tendenzen in der Region Rhein-Main – Beschäftigungsrückgang 2010, aber Zuwachs 2011Angesichts der Wirtschafts- und Fi- der erwarteten Entwicklung der Be-nanzmarktkrise wird befürchtet, dass schäftigtengruppen erfasst wurde –sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt eher nicht mit generellen Beschäfti-(ähnlich wie auch in Aufschwung- gungszuwächsen zu rechnen. Den-phasen) erst verspätet an die konjunk- noch ist vorstellbar, dass bei den Be-turelle Entwicklung anpasst und damit trieben ein ungedeckter Bedarf an ein-2010 ein stärkerer Einbruch der Be- zelnen Berufsgruppen besteht und inschäftigung zu erwarten sei. Dies wur- einzelnen Sektoren Engpässe erwartetde durch die aktuelle IWAK- werden.Betriebsbefragung zumindest für die Um den aktuellen und künftigen BedarfRegion Rhein-Main nicht bestätigt. (oder Überschuss) an spezifischenDemnach erwarten die Betriebe in der Beschäftigtengruppen zu erfassen,Region bis Ende 2010 zwar einen wurden die Betriebe zum einen ge-Rückgang der Gesamtbeschäftigung fragt, ob sie in den letzten sechs Mo-um 0,4 Prozent und der sozialversiche- naten Probleme hatten, Stellen zu be-rungspflichtigen Beschäftigung um -0,7 setzen (aktueller ungedeckter Bedarf)Prozent. Dies sind angesichts der wirt- und zum anderen, für welche Berufs-schaftlichen Gesamtentwicklung je- gruppen sie in den nächsten sechsdoch moderate Werte. (vgl. IWAK- Monaten Personaleinstellungen bzw.Report 2/2009) einen Personalabbau erwarten. ImBei ihrer Prognose bis Ende 2011 ge- Gegensatz zu der Stellenbesetzungs-hen die Betriebe in der Region Rhein- problematik werden damit nur BereicheMain dagegen von einem Anstieg der aufgezeigt, in denen es kurzfristig evtl.Beschäftigung um 1,3 Prozent gegen- vermehrten Bedarf gibt, unabhängigüber den Beschäftigtenzahlen Ende davon, ob dieser durch das Arbeits-2009 aus. kräfteangebot gedeckt werden kann oder nicht.Dieser wird vor allem von den Betrie-ben aus dem Dienstleistungsbereich Die Befragung wurde im Oktober 2009erwartet. Die sonstigen und wirtschaft- durchgeführt, die abgefragten Bedarfelichen, wissenschaftlichen und freibe- und Entwicklungen beziehen sich da-ruflichen Dienstleistungen erwarten für mit zeitlich in etwa auf das 1. Halbjahr2011 überdurchschnittliche hohe 2009 (Stellenbesetzungsprobleme)Wachstumsraten der Beschäftigung. bzw. das 1. Halbjahr 2010 (erwartete Entwicklungen).Legt man die oben genannte Zahlenzugrunde, ist für die nächsten sechsMonate – also den Zeithorizont, der mitIWAK - REPORT 1/2010 Seite 3
  4. 4. Führungskräfte und Akademiker – in naher Zukunft noch stärker gefragtAls erste der Beschäftigtengruppen leitende Verwaltungsangestellte tätigwerden im Folgenden die Führungs- sind.kräfte der Betriebe sowie die dort be- In jeweils etwa jedem achten Betriebschäftigten Akademiker eingehender sind Naturwissenschaftler und Ingeni-betrachtet. eure, WirtschaftswissenschaftlicherIn der Region Rhein-Main geben 44 und Juristen oder aber sonstige Aka-Prozent aller Betriebe an, dass bei ih- demiker beschäftigt.nen Direktoren, Geschäftsführer oder Im Betrieb tätig in der Region Rhein-Main 2009 (Angaben in Prozent aller Betriebe) Direktoren etc. 44,6 Naturwissenschaftler / Ingenieure / Informatiker 12,8 Wirtschaftswissenschaftler / Juristen 12,3 Sonstige Akademiker 11,7Sektoral differenziert zeigt sich, dass in der öffentlichen Verwaltung finden.Natur- und Wirtschaftswissenschaftler In Handelsbetrieben spielen Akademi-etwas häufiger eine Beschäftigung im ker dagegen eine untergeordnete Rol-Bereich Dienstleistungen und vor allem le. Fast ein Viertel aller Betriebe erwartet Neueinstellungen für AkademikerBesetzungsprobleme gab es in den nen nicht unerheblichen Mismatch beiletzten sechs Monaten am ehesten bei diesen Berufsgruppen auch in konjunk-Stellen für Ingenieure und bei den turellen Krisenzeiten hin. Bei Füh-Sonstigen Akademikern, die von etwa rungskräften und Wirtschaftswissen-jedem zehnten Betrieb nicht oder nur schaftlern bzw. Juristen zeichnetenmit Problemen besetzt werden konn- sich dagegen kaum Stellenbeset-ten. Angesichts der wirtschaftlichen zungsprobleme ab.Situation im 1. Halbjahr 2009 sind dies .recht hohe Anteile und deuten auf ei-IWAK - REPORT 1/2010 Seite 4
  5. 5. Stellenbesetzungsprobleme bei Führungskräften und Akademikern in der Region Rhein-Main 2009, Angaben in Prozent aller Betriebe, in denen die jeweilige Gruppe beschäftigt ist Sonstige Akademiker 11,4 Wirtschaftswissenschaftler / Juristen 2,1 Naturwiss. / Ingenieure / Informatiker 8,6 Direktoren etc. 0,8Mit Blick auf die nähere Zukunft gehen nate. In Bezug auf Naturwissenschaft-deutlich mehr Betriebe - bezogen auf ler, Ingenieure, Informatiker und auchalle Beschäftigtengruppen mit akade- auf Wirtschaftswissenschaftler undmischen Abschluss – von zusätzlichen Juristen gehen nur sehr wenige Betrie-Einstellungen aus als mit einem Stel- be von einem Stellenabbau aus. Beilenabbau rechnen. Fast jeder vierte den Sonstigen Akademikern zeichnetBetrieb, der derzeit schon Akademiker sich dagegen eine doch recht hohebeschäftigt, rechnet mit Neueinstellun- Fluktuation ab, wobei auch hier diegen innerhalb der nächsten sechs Mo- einstellenden Betriebe überwiegen.IWAK - REPORT 1/2010 Seite 5
  6. 6. Erwartete Einstellungen bzw. Stellenabbau von Führungskräften und Akademikern in dennächsten 6 Monaten in der Region Rhein-Main, Angaben in Prozent der Betriebe, in denen die jeweilige Gruppe beschäftigt ist 10,3 Sonstige Akademiker 21,8 4,9 Wirtschaftswissenschaftler / Juristen 23,7 4,0 Naturwiss. / Ingenieure / Informatiker 21,2 2,6 Direktoren etc. 3,9 Abbau erwartet Einstellungen erwartetDifferenziert nach Wirtschaftszweigen Gewerbe. Dort geht man aller-ergibt sich folgendes Bild: dings in der Zukunft, ebenso wie im Bereich Handel, eher Naturwissenschaftler / Ingeni- von einem Stellenabbau aus. eure / Informatiker konnten in Neueinstellungen für diese Be- den letzten sechs Monaten vor schäftigten gibt es dagegen in allem im Produzierenden Ge- größerem Ausmaß im Dienst- werbe nicht immer gefunden leistungsbereich und der Öf- werden. Für die Zukunft erwar- fentlichen Verwaltung. tet dagegen vor allem der Dienstleistungssektor Neuein- Sonstige Akademiker wurden in stellungen, wobei auch in den der Vergangenheit vor allem anderen Sektoren mit steigen- von Dienstleistungsbetrieben dem Bedarf gerechnet wird. Ei- vergeblich gesucht. Dort rech- nen Stellenabbau erwartet für net auch ein Viertel der Betrie- diese Beschäftigtengruppe kein be mit mehr Einstellungen, Sektor. während vor allem Handelsbe- triebe einen Bedarfsrückgang Stellenbesetzungsprobleme für erwarten. Wirtschaftswissenschaftler und Juristen gab es ebenfalls ins- besondere im ProduzierendenIWAK - REPORT 1/2010 Seite 6
  7. 7. Fachkräftemangel – schon jetzt wieder ein ThemaAngesichts der aktuellen konjunkturel- In der Region Rhein-Main gibt die Hälf-len Situation ist das Problem eines be- te der Betriebe an, dass bei ihnen der-stehenden und zukünftigen Fachkräf- zeit Kaufleute oder Bürofachleute be-temangels in der öffentlichen Wahr- schäftigt sind. Jeweils etwa jeder Fünf-nehmung in den Hintergrund getreten te beschäftigt Techniker oder IT-bzw. konzentrierte sich auf einige we- Fachkräfte bzw. Fertigungsfachkräfte,nige hochqualifizierte Berufsgruppen ein weiteres Drittel zählt andere Fach-(Informatiker, Ingenieure etc.). kräfte zu seinen Beschäftigten. Im Betrieb tätig in der Region Rhein-Main 2009 (Angaben in Prozent aller Betriebe) Techniker / DV-Fachleute 19,1 Kaufleute / Bürofachleute 51,7 Fertigungsberufe 21,1 Sonstige Fachkräfte 33,7Die Zahl der Betriebe, die Techniker Handel häufiger, Fertigungsfachkräfteund IT-Spezialisten beschäftigt, ist in dagegen primär im Produzierendenallen Sektoren etwa gleich hoch. Kauf- Gewerbe.leute finden sich erwartungsgemäß im Bereits heute bestehen bei vielen Betrieben in der Region Stellenbesetzungs- probleme bei FachkräftenNoch häufiger als bei den akademi- und Fachkräften vor dem Hintergrundschen Beschäftigten geben Betriebe in der wirtschaftlichen Lage in der Regionder Region Rhein-Main an, dass sie Rhein-Main hoch. Im Herbst 2007 – zuProbleme haben Stellen für (nicht aka- Zeiten einer wirtschaftlichen Wachs-demische) Fachkräfte zu besetzten. tumsphase – gaben laut IWAK-Jeder zehnte Betrieb gibt an, im letzten Befragung zwölf Prozent aller Betriebehalben Jahr keinen geeigneten Tech- in der Region Rhein-Main an, Stellen-niker oder IT-Experten für eine zu be- besetzungsprobleme zu haben (vgl.setzende Stelle gefunden zu haben, IWAK-Report 1/2008). Aktuell liegenund fast jeder fünfte Betrieb hatte die Anteile der Betriebe mit Stellenbe-Probleme, eine Fertigungsfachkraft zu setzungsproblemen bei einigen Be-finden. Allein bei den Kaufleuten gab rufsgruppen deutlich über diesemes kaum Stellenbesetzungsprobleme. Wert.Insgesamt erscheint die Stellenbeset-zungsproblematik bei AkademikernIWAK - REPORT 1/2010 Seite 7
  8. 8. Stellenbesetzungsprobleme bei Fachkräften in der Region Rhein-Main 2009, Angaben in Pro- zent aller Betriebe, in denen die jeweilige Gruppe beschäftigt istDieses Problem wird sich eher noch Zahl der Betriebe, die von Neueinstel-verschärfen, wenn die Erwartungen lungen ausgehen, rund doppelt soder Betriebe eintreffen sollten Für alle hoch wie die Anzahl, die einen Stellen-genannten Fachkräftegruppen ist die abbau erwartet.Erwartete Einstellungen bzw. Stellenabbau von Fachkräften in den nächsten 6 Monaten in derRegion Rhein-Main, Angaben in Prozent der Betriebe, in denen die jeweilige Gruppe beschäf- tigt ist 9,9 Sonstige Fachkräfte 22,7 13,5 Fertigungsberufe 26,4 7,6 Kaufleute / Bürofachleute 12,5 6,1 Techniker / DV-Fachleute 12,1 Abbau erwartet Einstellungen erwartetIWAK - REPORT 1/2010 Seite 8
  9. 9. Die einzelnen Fachkräftegruppen wer- renden Gewerbe rechnet eineden in den Sektoren unterschiedlich etwas höhere Zahl von Betrie-eingeschätzt: ben damit, hier Stellen abzu- bauen. Probleme, Techniker und DV- Fachleute zu finden, gab es in Fachkräfte im Fertigungsbereich allen Sektoren gleichermaßen. konnten bereits in der Vergan- Die erwartete zukünftige Nach- genheit nicht immer gefunden frage ist besonders hoch im werden. Besonders gravierend Dienstleistungsbereich. Im Pro- ist dieses Problem im Handel zu duzierenden Gewerbe und der beobachten: Über ein Drittel der Öffentlichen Verwaltung ist die Handelsbetriebe gibt an, im letz- Zahl der Betriebe, die einen ten halben Jahr Probleme bei Zuwachs bzw. einen Rückgang der Stellenbesetzung für Ferti- von Stellen erwarten, dagegen gungsfachkräfte gehabt zu ha- etwa gleich hoch. ben. Entsprechend hoch wird der zukünftige Bedarf einge- Auch Kaufleute bzw. Bürofach- schätzt, doch auch im Produzie- leute werden neben dem Han- renden Gewerbe und dem del vor allem im Dienstleis- Dienstleistungssektor geht eine tungssektor verstärkt gesucht große Zahl von Betrieben von werden. In der Öffentlichen Neueinstellungen aus. Verwaltung und dem Produzie- Hilfsarbeitskräfte – Hohe Fluktuation erwartetEtwa jeder vierte Betrieb in der Region Prozent solche im Fertigungsbereichbeschäftigte 2009 Hilfsarbeitskräfte im und etwa jeder sechste Betrieb sonsti-Dienstleistungsbereich, knapp sieben ge Hilfsarbeitskräfte. Im Betrieb tätig in der Region Rhein-Main 2009 (Angaben in Prozent aller Betriebe) Hilfsarbeitskräfte / Dienstleistung 25,6 Hilfsarbeitskräfte / Fertigung 6,5 Sonstige Hilfsarbeitskräfte 17,5Bei den beschäftigten Hilfsarbeitskräf- zehn Prozent). Bei den Sonstigenten zeigen sich erwartungsgemäß Hilfsarbeitskräften bzw. bei Hilfsar-deutlich geringere Stellenbesetzungs- beitskräften im Fertigungsbereichprobleme. Aber auch hier gilt zumin- ergaben sich dagegen keine nennens-dest für solche im Dienstleistungsbe- werten Probleme bei der Stellenbeset-reich, dass eine nicht unerhebliche zung.Anzahl an Betrieben, Probleme hatte,offene Stellen zu besetzen (knappIWAK - REPORT 1/2010 Seite 9
  10. 10. Stellenbesetzungsprobleme bei Hilfsarbeitskräften in der Region Rhein-Main 2009, Angaben in Prozent aller Betriebe, in denen die jeweilige Gruppe beschäftigt istIm Bereich dieser Beschäftigtengruppe gen oder Abbau quantitativ (d.h. aufist in den nächsten Monaten eine recht die Anzahl der Personen) gesehenhohe Fluktuation zu erwarten. Für alle überwiegen, können wir anhand derdrei genannten Gruppen von Hilfsar- Zahlen nicht beantworten. Die allge-beitskräften gaben etwa 15 Prozent meine, leicht negative Beschäftigungs-der Betriebe an, in den nächsten sechs prognose für die Region Rhein-MainMonaten Einstellungen vorzunehmen. deutet jedoch darauf hin, dass hierGleichzeitig erwarten hier viele Betrie- eher ein Stellenabbau überwiegenbe einen Stellenabbau. Ob Einstellun- wird.Erwartete Einstellungen bzw. Stellenabbau von Hilfsarbeitskräften in den nächsten 6 Monatenin der Region Rhein-Main, Angaben in Prozent der Betriebe, in denen die jeweilige Gruppe be- schäftigt ist 13,7 Sonstige Hilfsarbeitskräfte 14,7 21,5 Hilfsarbeitskräfte / Fertigung 15,2 9,8 Hilfsarbeitskräfte / Dienstleistung 14,5 Abbau erwartet Einstellungen erwartetIWAK - REPORT 1/2010 Seite 10
  11. 11. FazitEine differenzierte Analyse der Stel- Bei den gering qualifizierten Beschäf-lenbesetzungsprobleme nach Berufs- tigten sind solche Entwicklungen nichtgruppen in der Region Rhein-Main hat zu erwarten. Dieser Bereich wird ver-gezeigt, dass bereits im Herbst 2009 mutlich in naher Zukunft von hohertrotz Wirtschaftskrise in einigen Berei- Fluktuation geprägt sein.chen eine nicht unerhebliche Auch wenn die Anteile der Betriebe,Mismatchproblematik bestand. Dies gilt die Einstellungen erwarten in vielenfür einige Akademiker-gruppen, aber in Berufsgruppen über den Anteilen derernoch stärkerem Maß für Fachkräfte. lagen, die von einem StellenabbauHierbei konzentrieren sich die Stellen- ausgehen, bedeutet dies noch nicht,besetzungsprobleme auf Fachkräfte dass sich eine positive Gesamtbe-aus dem Bereich der Fertigungsberufe schäftigungsentwicklung ergibt, daund dem der Techniker und Datenve- damit keine Aussage über die Anzahlrarbeitungs-Fachleute. Im kaufmänni- der jeweils betroffenen Beschäftigtenschen Bereich bestanden dagegen verbunden ist. Angesichts der Progno-keine nennenswerten Probleme, ge- se der sozialversicherungspflichtigeneignete Arbeitskräfte zu finden. Beschäftigung für die Region von -0,7In den nächsten sechs Monaten erwar- Prozent ist eher davon auszugehen,ten die Betriebe in der Region gerade dass mehr Personen vom Stellenab-im Akademiker-Bereich wesentlich bau betroffen sein werden als einge-häufiger, dass Einstellungen vorge- stellt werden.nommen werden, als dass ein Stellen- Dennoch zeigen die Ergebnisse, dassabbau erfolgt. Der Bedarf wird hier zumindest bezogen auf spezifischevermutlich trotz der Nachwirkungen der Berufsgruppen und für bestimmte Be-Wirtschaftskrise weiter ansteigen. Ob triebe ein Mangel an (Fach-) Arbeits-aus diesem steigenden Bedarf ein zu- kräften besteht und das dieser sichsätzlicher ungedeckter Bedarf wird künftig noch verstärken könnte. Das(und damit ein Akademikermangel) Thema „Fachkräftemangel“ sollte da-lässt sich anhand der Befragung nicht her nicht unter dem Eindruck der kon-beantworten. junkturellen Krise aus dem BlickfeldÄhnliches gilt für den Fachkräftebe- geraten.reich. Auch hier erwarten deutlich mehrBetriebe Einstellungen als einen Stel-lenabbau. Dies gilt für alle unterschie-denen Fachkräftegruppen, in besonde- Der vorliegende sowie weitere IWAK-Reporte sind im Internet unter der Adresse www.iwak-rem Maß aber für Fachkräfte im Ferti- frankfurt.de abrufbar.gungsbereich. Kontakt: c.baden@iwak-frankfurt.deIWAK - REPORT 1/2010 Seite 11

×