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Zwielicht»Was ist ein Mythos heute?« fragt Roland Barthes. »Ich gebe unverzüg-lich eine erste, sehr einfache Antwort, die ...
Wolfgang Amadeus MozartSpekulationen über seinen Tod entreißen Mozart immer wieder demJenseits. Seine Musik ist eine erhab...
Schuberts Lichter der GroßstadtDer Schubert-Mythos ist ein Thema ohne Variationen: Schubert ist derWanderer, der Schmerzen...
Franz Schubertsind Formen der Beschwörung des einmal Erschienenen, nicht der Ver-wandlung des Erfundenen … Da treten anste...
Porträt der Mitwirkenden                   Isabelle Faust                    gründete bereits im Alter von elf Jahren ein ...
Porträt der Mitwirkenden                   Julia-Maria Kretz                   wurde 1980 in Berlin geboren, war Schülerin...
Porträt der Mitwirkenden                  Thomas Riebl                  wurde 1956 in Wien geboren. Er studierte bei Sieg-...
Porträt der Mitwirkendenfür Violoncello und Klavier von Brahms und Webern. Weitere CDs fürNaxos, EMI, Tudor, cpo, Wergo un...
Porträt der Mitwirkenden                   Lorenzo Coppola                   erhielt 1995 sein Diplom im Fach Historische ...
Porträt der MitwirkendenSuzuki (TDK), Brahms’ Horntrio mit Isabelle Faust und Alexander Mel-nikov (Harmonia Mundi France) ...
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  1. 1. FR 29.01.10 20.00 UhrKleiner SaalIsabelle Faust ViolineJulia-Maria Kretz ViolineThomas Riebl ViolaChristoph Richter VioloncelloJanne Saksala KontrabassLorenzo Coppola KlarinetteTeunis van der Zwart HornJavier Zafra FagottWolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)Divertimento für Violine, Viola und Violoncello Es-Dur KV 563AllegroAdagioMenuetto. AllegroAndanteMenuetto. AllegrettoAllegroPauseFranz Schubert (1797 – 1828)Oktett für zwei Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabass, Klarinette,Horn und Fagott F-Dur op. post. 166 D 803Adagio – AllegroAdagioAllegro vivaceThema mit sieben Variationen. AndanteMenuetto. AllegrettoAndante molto – AllegroHandy ausgeschaltet? Vielen Dank!
  2. 2. Zwielicht»Was ist ein Mythos heute?« fragt Roland Barthes. »Ich gebe unverzüg-lich eine erste, sehr einfache Antwort, die in voller Übereinstimmungmit der Ethymologie steht: der Mythos ist eine Aussage.« Die beiden Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart und FranzSchubert sind zum Mythos erstarrt. Zu einer Aussage also. Mozart – dasist das Lichte, Zarte, Schwerelose. Schubert das Verschattete, Erdige,Abgründige. Zwei Komponisten, zwei gegensätzliche Aussagen? Dochda ist auch der verzweifelte, erfolglose Mozart, der gutmütige, zielstre-bige Schubert. Diese Anteile scheinen dem jeweiligen Mythos verlorengegangen. Die beiden am heutigen Abend erklingenden KompositionenMozarts und Schuberts sind entfernte Verwandte. Sie integrieren tänze-rische Elemente sowie Liedhaftes, und sie folgen der formalen Anlageeines Divertimentos. Sie sind der schwache Widerschein höfischer oderbürgerlicher Unterhaltungsmusik. Sie sind Kammermusik. Und hier sindwir bei einem weiteren Mythos angelangt. Kammermusik ist heute Musikfür eine bestimmte Besetzungsgröße. Dass ihre Praxis gerade in der Zeitvon Mozart bis Schubert auch ein Zeugnis gesellschaftlicher Verände-rung darstellte, spielt für diesen Mythos keine Rolle mehr. Mozarts leise Schatten Der Mozart-Mythos ist ein Diver- timento, funkelnd, sprühend und lebendig. Mozart ist der »Salzburger Bub«, ist Wunderkind und Genie. Wie Schubert, so starb auch Mo- zart früh. Doch selbst Mozarts Tod ist seiner Tragik merkwürdig ent- rückt. Sein vermeintlicher Wider- sacher und Mörder Antonio Salieri war übrigens Schuberts Lehrer. Die ungebrochene Popularität seiner Musik, ja sogar die fortwährenden Wolfgang Amadeus Mozart
  3. 3. Wolfgang Amadeus MozartSpekulationen über seinen Tod entreißen Mozart immer wieder demJenseits. Seine Musik ist eine erhabene, göttliche. Selbst die dunkelstenMomente sind schließlich wieder von Licht beschienen. Am 27. September 1788 notierte Mozart in sein »Verzeichnüß« ein»Divertimento à 1 violino, 1 viola, e violoncello: di sei pezzi«. Ob dasWerk zu Mozarts Lebzeiten je aufgeführt wurde, ist nicht eindeutig belegt.In zwei Briefen erwähnte der Komponist die Aufführung eines Trios inDresden bzw. Wien, bei dem es sich um das Divertimento handeln könnte.Das Werk entstand in zeitlicher Nähe zum »Don Giovanni« sowie zu»Ein musikalischer Spaß« und »Eine kleine Nachtmusik«. Doch andersals die beiden letzgenannten und anders als es sein Titel vermuten lässt,ist das Trio seinem Ausdruck nach keine Unterhaltungsmusik, keinDivertimento. Es erschien 1972 im Druck unter dem Titel »Gran Trio perviolino, viola e basso« – eine Bezeichnung, die dem Werk weit eher gerechtwird, zumal es neben dem Streichquintett in C-Dur KV 515 Mozartslängstes kammermusikalisches Werk darstellt. Doch nicht nur darum.Das Divertimento besticht zudem durch eine ungewöhnliche Klangfülle.Diese wird seltener durch Doppelgriffe, öfter jedoch durch gebrocheneAkkordfiguren erreicht. Für Charles Rosen ist »dieses Werk, eine Demons-tration kontrapunktischer und harmonischer Fülle, das seine Genialitätmit leichter Miene trägt, … ein Destillat aus Mozarts Kompositionstechnikund -erfahrung … Als Streichtrio steht dieses Werk von Mozart ganz fürsich und weit über allen anderen Werken dieser Gattung«. Obwohl nicht nur Rosen das Trio als eines der meisterlichsten Kam-mermusikwerke Mozarts bewertet, ist es relativ unbekannt und wirdnur selten aufgeführt. Unerwartet verschleiert zeigt es sich – gattungs-spezifisch wie musikalisch. Bereits über dem Allegro des ersten Satzesscheint ein Schatten zu liegen, der die versprochene Fröhlichkeit nie-derdrückt. Von ergreifender Zartheit ist das folgende Adagio, und erstab dem dritten Satz mag sich so etwas wie tänzerische Heiterkeit ein-stellen. Im Divertimento offenbart sich aber nicht nur unerwarteteDunkelheit. Das Werk ist musikgeschichtlich auch das Zeugnis einesÜbergangs. Ende des 18. Jahrhunderts setzte eine zunehmende Emanzi-pation des Komponisten von seinem Auftraggeber ein. Mit dieser Entwick-lung schwand gleichzeitig das Bedürfnis, für eine bestimmte Gesell-schaftsschicht unterhaltsame Musik zu schreiben. Mozart überführt inseiner Komposition das Divertimento von einer ehemals unterhaltsa-men, öffentlichen Form in eine rein intime.
  4. 4. Schuberts Lichter der GroßstadtDer Schubert-Mythos ist ein Thema ohne Variationen: Schubert ist derWanderer, der Schmerzensreiche, der, der jung an »Nervenfieber« starb,ohne auch nur einen einzigen Groschen zu hinterlassen. Schubert istdie Chiffre des genialen mittellosen Künstlers, dessen atemloses Lebenim Diesseits keinen Anker mehr zu finden scheint. »Schubert, der nurdreimal alleine wohnte, hatte 17 verschiedene Adressen während seiner31 Jahre. In den letzten elf Jahren seines Lebens bewohnte er 16 ver-schiedene Häuser«, resümierte Ernst Otto Deutsch. Schuberts Musikist Todesmusik. Eine unfassbare Musik, die sich nicht einfügen will ineine Form. Zu Schuberts Zeit spaltete sich die Kammermusik in Werke fürLiebhaber und solche, die für Profimusiker und den Konzertbetriebbestimmt waren. Im Winter 1804/05 wurden in Wien die ersten Kam-mermusik-Abonnementskonzerte angeboten. In einer dieser Konzert-reihen wurde das F-Dur-Oktett am 16. April 1827 im Kleinen Saal desWiener Musikvereins öffentlich dargeboten. Bereits drei Jahre zuvor,im Jahre 1824, hatte es wohl eine private Aufführung im Hause des Auf-traggebers Graf Ferdinand von Troyer, der selbst die Klarinette spielte,gegeben. Vielfach wird in Zusammenhang mit dem Oktett ein BriefSchuberts zitiert, in dem er schrieb, dass er sich über seine großenKammermusikwerke, darunter das Oktett, »den Weg zur großen Sinfo-nie bahnen« will. Dieser Weg hat jedoch nicht allein einen technisch-ästhetischen, sondern auch einen soziologischen Aspekt: »Es ist derWeg zum Publikum der großen Sinfonie, den Schubert über seine großenneuen Kammermusikwerke zu gehen versucht, der Weg an die breite,den Konzertsaal besuchende Öffentlichkeit und damit über die halb-öffentlichen Salonkonzerte hinaus …« (Walther Dürr und AndreasKrause). Dem Septett op. 20 (1800) des Vorbildes Ludwig van Beethovenfolgt Schuberts Oktett formal getreu – in Besetzung (allerdings mit ver-doppelter Violine), Anzahl und Benennung der Einzelsätze, von derVertauschung von Menuett und Scherzo einmal abgesehen. Ganz undgar spezifischer Schubert ist dagegen die thematische Arbeit: die aus-breitenden Melodien mit ihren zahlreichen Ableitungen und Varianten,der prägnante Rhythmus, die harmonischen, oftmals über die Medianteherbei gezauberten Wendungen. Adorno hat die Besonderheit von Schu-berts Musik einmal sehr treffend in Worte gefasst: »Schuberts Formen
  5. 5. Franz Schubertsind Formen der Beschwörung des einmal Erschienenen, nicht der Ver-wandlung des Erfundenen … Da treten anstelle von entwickelndenVermittlungssätzen harmonische Rückungen als Umbelichtungen undführen in einen neuen Landschaftsbereich, der in sich so wenig Ent-wicklung kennt wie der vorherige Teil; da wird in Durchführungen ver-zichtet, die Themen motivisch zu zergliedern, um aus ihren kleinstenTeilen den dynamischen Funken zu schlagen, sondern die unabänderli-chen Themen werden fortschreitend enthüllt; da werden rückschauend Themen wieder aufgenommen, die durchmessen, nicht aber vergangen sind; und über allem liegt gleich einer dünnen knisternden Hülle die Sonate, die die wachsenden Kristalle überzieht, um bald zu zer- brechen.« Die sechs Sätze des Oktetts lassen sich als solche Umbelich- tungen verstehen. Die Instrumente agieren: einzeln, zusammen, treten aus der Gesellschaft heraus in eine plötzlich sich auftuende Einsam- keit. Abgründe öffnen sich, wer- den in drohend-schwarzen Bässen geradezu körperlich fühlbar. FerneFranz Schubert und Nähe, (Wiener) Fröhlichkeitund Kälte begegnen wir nicht isoliert. Sie scheinen vielmehr in jedemder Einzelsätze präsent zu sein, mal beiläufiger, mal prominenter. Um-belichtungen einer Innen- und (sich drastisch verändernden) Außenwelt.Schubert gilt unter den deutschsprachigen Komponisten als das erste»Kind der Großstadt«. Spricht das Oktett auch davon? Von einer Gegen-wart der Auflösung und Neukonstitution, künstlerisch wie sozial? Viel-leicht. Es spricht sicherlich von den zahlreichen Erscheinungsformendes Lebens, die stets geborgen sind in der Gleichzeitigkeit allen Seins.Diese Gültigkeit ist bis heute ungebrochen.
  6. 6. Porträt der Mitwirkenden Isabelle Faust gründete bereits im Alter von elf Jahren ein Streich- quartett. Als sich nach dem Gewinn des Leopold- Mozart-Wettbewerbs 1987 für die 15-Jährige die Solistenlaufbahn ankündigte, blieb diese Prägung erhalten: Mit Christoph Poppen suchte sie sich einen Lehrer, der als langjähriger Primarius des Che- rubini-Quartetts die musikalischen Überzeugungenseiner Schülerin teilte und förderte. Die Suche nach dem Dialog undden musikalischen Ideenaustausch blieb für Isabelle Faust bestimmend.1993 ging sie nach Frankreich, machte mit ersten Aufnahmen vonSonaten von Bartók, Szymanowski und Janáček von sich reden undließ die Kernstücke des Violinrepertoires langsam heranreifen. 2003präsentierte sie mit dem Dvořák-Konzert ihre erste Einspielung einesgroßen romantischen Orchesterwerks – ein Stück, das sie schon als15-Jährige unter Yehudi Menuhin spielte. 2007 Einspielung des Beetho-ven-Konzertes. Zur Dialogbereitschaft gehört für Isabelle Faust auchdie Fähigkeit, mit jedem Partner zu einer gemeinsamen Sprache zu fin-den und ein Mozart-Konzert mit einem Ensemble wie Concerto Kölnebenso überzeugend zu vermitteln wie mit einem großen Sinfonieor-chester. Diese Offenheit, sich auf unterschiedlichste musikalischeHandschriften einzulassen, hat sie auch zu einer begehrten Interpretinzeitgenössischer Violinliteratur werden lassen: György Ligeti, MortonFeldman, Luigi Nono, Giacinto Scelsi, André Jolivet; Uraufführungenu.a. von Olivier Messiaen, Werner Egk, Jörg Widmann, Thomas Larcherund Michael Jarrel. Für harmonia mundi Kammermusikeinspielungen(u.a. Brahms und Beethoven) mit dem Pianisten Alexander Melnikov.Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Giovanni Anto-nini, Jiří Belohlávek, Charles Dutoit, Daniel Harding, Heinz Holliger,Marek Janowski, Mariss Jansons, James Levine und zahlreichen Spit-zenorchestern (u.a. Berliner Philharmoniker, Münchner Philharmoni-ker, Orchestre de Paris, Boston Symphony Orchestra, BBC SymphonyOrchestra, Mahler Chamber Orchestra). Isabelle Faust spielt die»Dornröschen«-Stradivari aus dem Jahr 1704, die ihr von der L-BankBaden-Württemberg zur Verfügung gestellt wird.
  7. 7. Porträt der Mitwirkenden Julia-Maria Kretz wurde 1980 in Berlin geboren, war Schülerin von Marianne Boettcher als Jungstudentin der Universität der Künste Berlin und studierte bei Thomas Brandis an der Universität der Künste Berlin und an der Musik- hochschule Lübeck. Daneben regelmäßig Unterwei- sungen bei Josef Suk in Prag. Mit ihrem 1996 gegrün- deten Klaviertrio (Julius Stern Trio) Unterricht beiMenahem Pressler (Beaux Arts Trio), Georg Sava, Wolfgang Boettcherund Masterstudiengang Kammermusik in der Klasse von Niklas Schmidt(Trio Fontenay) an der Musikhochschule Hamburg. Das Trio wurdePreisträger bei Wetterbewerben in Florenz (2004), Berlin (2005), Triest(2005) und erhielt den Rauhe-Preis der Stadt Hamburg (2005) sowieden Klassikpreis des Westdeutschen Rundfunks. Julia-Maria Kretz warStipendiatin der »Studienstiftung des deutschen Volkes« und des»PE-Förderkreises für Studierende der Musik e.V.«. Mitglied des Kam-mermusikensembles Spectrum Concerts Berlin mit eigener Reihe imKammermusiksaal der Berliner Philharmonie (2006 auch Konzerte inder Carnegie Hall und im Concertgebouw Amsterdam). Kammermusik-partner wie Janine Jansen, Julian Rachlin, Isabelle Faust, Lawrence Power,Hartmut Rohde, Torleif Thedéen, Jens Peter Maintz, Itamar Golan,Mischa Maisky, Maxim Rysanov. Konzerte bei Festivals (u.a. »JulianRachlin and Friends«, Schleswig-Holstein Musik Festival, MozarttageSalzburg) und als Solistin in der Musikhalle Hamburg, der PhilharmonieBerlin, der Musik- und Kongresshalle Lübeck, der MeistersingerhalleNürnberg, im Mozarteum Salzburg, im Konzerthaus Berlin und im Her-kulessaal München. Aufnahmen für Rundfunksender in Deutschland,Frankreich und Tschechien sowie CDs für Naxos. Seit 2006 Mitglieddes Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Claudio Abbado,seit 2008 festes Mitglied im Mahler Chamber Orchestra und Stimm-führerin der Zweiten Geigen im Stockholm Philharmonic Orchestra.
  8. 8. Porträt der Mitwirkenden Thomas Riebl wurde 1956 in Wien geboren. Er studierte bei Sieg- fried Führlinger, Peter Schidlof und Sándor Végh und debütierte mit 16 Jahren im Wiener Konzerthaus. Seither Konzerte auf den bedeutendsten Podien Euro- pas und der USA (u.a. Wiener Musikverein, Concert- gebow Amsterdam, Carnegie Hall), dabei Zusammen- arbeit mit Orchestern wie dem Chicago SymphonyOrchestra, den Berliner und Wiener Symphonikern, dem Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks und dem Radio-Symphonie-Orchester Finnland sowie mit Dirigenten wie Claudio Abbado, HorstStein, Edo de Waart, Andrew Davies und Sylvain Cambreling. Kammer-musikpartner von u.a. Jessye Norman, Gidon Kremer, Natalia Gutman,Sabine Meyer, András Schiff, Oleg Maisenberg, Pierre-Laurent Aimardund dem Juilliard String Quartet. Thomas Riebl ist Preisträger inter-nationaler Wettbewerbe in Budapest und München (ARD) und desNaumburg-Violawettbewerbs in New York 1982 (Erster Preis sowie»Ernst-Wallfisch-Gedächtnis-Preis«). Von 1979 bis 2004 war er Mit-glied des Wiener Streichsextetts, seit 1983 ist er Professor an der Uni-versität Mozarteum Salzburg und gibt zahlreiche Meisterkurse welt-weit. CD-Einspielungen für EMI, RCA, pan classics und HyperionRecords. Christoph Richter wurde nach seinem Studium bei André Navarra und Pierre Fournier mit 23 Jahren Erster Solocellist des NDR-Sinfonieorchesters unter Günter Wand. Die intensive Zusammenarbeit mit Sándor Végh und Preise bei den internationalen Wettbewerben in Paris (Rostropowitsch) und Genf führten zur Ent- scheidung, das Orchester zu verlassen. Professur ander Folkwang Hochschule Essen, Mitglied des Cherubini Quartetts unddes Heine Quartetts, als Solist Auftritte mit vielen namhaften Orches-tern. Im Bereich der Neuen Musik Zusammenarbeit mit Komponistenwie György Kurtág, Heinz Holliger, Aribert Reimann, Jörg Widmann,Helmut Lachenmann, Krzysztof Penderecki und Hans Werner Henze.Gemeinsam mit dem Pianisten Dénes Várjon für ECM CDs mit Werkenvon Clara Schumann und Heinz Holliger sowie mit dem Gesamtwerk
  9. 9. Porträt der Mitwirkendenfür Violoncello und Klavier von Brahms und Webern. Weitere CDs fürNaxos, EMI, Tudor, cpo, Wergo und Genuin. Ebenfalls mit Dénes Vár-jon in der Saison 2008/09 Aufführung sämtlicher Werke von Beetho-ven für Violoncello und Klavier u.a. in London. Gegenwärtige Projektesind das Cellokonzert von Schumann im Musikverein in Wien, Kon-zerte mit dem Irish Chamber Orchestra und der Camerata Bern sowieKammermusik mit Isabelle Faust, Thomas Riebl, Erich Höbarth, Caro-lin Widmann, Hariolf Schlichtig u.a. in London, Salzburg, Paris undBerlin. Für 2011 sind vier Londoner Konzerte geplant, die den Kompo-nisten Heinz Holliger ehren. Unterrichtstätigkeit an der EuropäischenKammermusik Akademie (ECMA), der Menuhin Akademie in derSchweiz, bei der London String Quartet Foundation sowie Meisterklas-sen in verschiedenen Ländern und Jurorentätigkeit bei internationalenWettbewerben. Janne Saksala hat Berlin zur künstlerischen Heimat und zum Lebensmittelpunkt gewählt. Als Erster Solokontra- bassist ist er Mitglied der Berliner Philharmoniker, mit denen er auch auf zahlreichen Gastspielen welt- weit unterwegs ist. In diesem Orchester begann er 1994 als Kontrabassist seine berufliche Laufbahn. Als Gastprofessor unterrichtet er an der BerlinerMusikhochschule »Hanns Eisler«. Weitere Lehrverpflichtungen reichenvon Kursen an Musikhochschulen und bei Festivals in Deutschland,Amsterdam, Madrid und Tokio bis zu Tätigkeiten beim venezolani-schen Simón-Bolivar-Jugendorchester in Südamerika und in den USA.Janne Saksala wuchs in Helsinki auf. Mit sieben begann er Klavier zuspielen, später elektrische Gitarre und studierte ab 1981 Kontrabass ander Musikhochschule seiner Heimatstadt. Er setzte sein Studium 1986 inBerlin an der Hochschule der Künste bei Klaus Stoll fort. 1991 gehörteer zu den Preisträgern des Internationalen ARD-Musikwettbewerbs inMünchen. Als Solist ist er ebenso gefragt wie als Mitglied verschiedenerKammermusikformationen. Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Kom-ponisten und zahlreiche Uraufführungen. Sein Repertoire umfasst u. a.die Solokonzerte für Kontrabass von Nino Rota, Giovanni Bottesini,Johann Baptist Vanhal, Sergej Koussewitzky, Carl Ditters von Ditters-dorf und Lars Erik Larsson.
  10. 10. Porträt der Mitwirkenden Lorenzo Coppola erhielt 1995 sein Diplom im Fach Historische Klari- nette bei Eric Hoeprich am Königlichen Konserva- torium in Den Haag (Holland). Er spielt in Ensem- bles wie dem Freiburger Barockorchester (G. von der Goltz), La Petite Bande (S. Kuijken), Les Arts Floris- sants (W. Christie), dem Orchester des 18. Jahrhun- derts (F. Brüggen), La Grande Ecurie et la Chambredu Roy (J.C. Malgoire), Libera Classica (H. Suzuki), dem Bach CollegiumJapan (M. Suzuki), dem Ensemble Zefiro (A. Bernardini), der Gruppe1828 (G. von der Goltz), dem Kuijken Quartet (S. Kuijken), Context(S. Luca), dem Manon Quartet (A. Dazkalakis) und dem Quatuor Terpsy-cordes (G. Bottiglieri). Lorenzo Coppola ist Professor für HistorischeKlarinette an der Escola Superior de Musica de Catalunya in Barcelona.Seine CD-Aufnahmen umfassen u. a. Mozarts Klarinettenkonzert mit demFreiburger Barockorchester (Harmonia Mundi), Mozarts Klarinetten-quintett mit dem Kuijken Quartet (Challenge) sowie weitere Bläserstückevon Mozart und Beethovens Oktett op. 103. Teunis van der Zwart studierte am Königlichen Konservatorium in Den Haag bei Vicente Zarzo und am Konservatorium in Maastricht bei Erich Penzel. 1989 wurde er Preisträ- ger beim internationalen Wettbewerb »Bad Harz- burg Natural Horn Competition« – seither auf dem Naturhorn Konzerte und CD-Einspielungen u. a. mit dem Amsterdam Baroque Orchestra, dem Orchestredes Champs-Élysées, der Akademie für Alte Musik Berlin und demEnsemble Nachtmusique. Für CPO Horncapricen von Jan DismasZelenka, die lange Zeit als unspielbar galten. Teunis van der Zwart isterster Hornist beim Orchestra of the 18th Century und dem FreiburgerBarockorchester. Mit beiden Orchestern ist er mehrmals als Solist auf-getreten – auch unter der Leitung von René Jacobs und Frans Brüggen.Mit dem FBO Einspielung von Mozarts Hornkonzerten KV 412 undKV 495 für harmonia Mundi France. Kürzlich Aufnahme des berühmtenHornsolos aus Bachs h-Moll-Messe (»Quoniam«) mit der NederlandseBachvereniging. Zu weiteren CD-Einspielungen gehören Haydns Horn-konzert mit dem japanischen Orchestra Classica Libera unter Hidemi
  11. 11. Porträt der MitwirkendenSuzuki (TDK), Brahms’ Horntrio mit Isabelle Faust und Alexander Mel-nikov (Harmonia Mundi France) und das Konzert für zwei Hörner undOrchester von Ferdinand Ries mit der Kölner Akademie. SolistischesAuftreten und pädagogische Tätigkeit in Europa, den USA und Austra-lien. Weltweit Meisterkurse sowie Lehraufträge an den Konservatorienvon Amsterdam und Den Haag. Außerdem leitet Teunis van der Zwartdas Kammerorchester Musica d’Amore als Dirigent. Javier Zafra wurde in Alicante geboren und ging nach seinem dortigen Studium an der Musikhochschule »Oscar Esplà« (Fagott und Harmonielehre) 1996 zum Stu- dium des Historischen Fagotts 1996 nach Holland. Am Königlichen Konservatorium in Den Haag stu- dierte er bei Donna Agrell Fagott und Kammermusik sowie bei Peter van Heygen Musiktheorie. Im Juni2000 erhielt Javier Zafra sein Diplom für Barock-Fagott mit Auszeich-nung. 1997 wurde er Mitglied des European Union Baroque Orchestra(EUBO), damals unter der Leitung von Ton Koopman. Außerdem spielteer bislang bei den Ensembles Anima Aeterna, Orchestre des ChampsElysées, Concert d’Astrée und Al Ayre Espanol. Sein besonderes Inte-resse gilt der Kammermusik. Er ist Mitglied des Bläsersextetts »Nacht-musique« (Eric Hoeprich) und Gründer des Bläseroktetts »el Sonadorsde Martin i Soler« sowie des Orchesters »Le Cercle de l’Harmonie« inParis, wo er wohnt. Seit 2000 ist Javier Zafra Mitglied des FreiburgerBarockorchesters.
  12. 12. VorankündigungDO 11.02.10 20.00 UhrKleiner SaalPavel Haas QuartettBenjamin Britten Drei Divertimenti für StreichquartettLudwig van Beethoven Streichquartett F-Dur op. 59 Nr. 1Dmitri Schostakowitsch Streichquartett Nr. 10 As-Dur op. 118DO 18.02.10 20.00 UhrKleiner SaalKammersymphonie BerlinJürgen BrunsChristina Fassbender FlöteUlrike Petersen ViolineTatjana Blome KlavierAlexandre Tansman Partita für StreichorchesterErnst Krenek Concertino für Kammerorchester op. 27;»Leb’ wohl mein Schatz« – Blues aus der Oper »Jonny spielt auf«Darius Milhaud »La Création du monde« – Ballettmusik op. 81aKurt Weill »Kleine Dreigroschenmusik«IMPRESSUMHerausgeber Konzerthaus BerlinIntendant Prof. Dr. Sebastian NordmannText Susanne LaurentiusRedaktion Andreas HitscherTitelfotografie Christian NielingerAbbildungen Archiv KHB (8), Felix Broede, Eckhard JoiteReinzeichnung und Herstellung REIHER Grafikdesign & Druck2,00 €Die Intendanz möchte darauf hinweisen, dass das Fotografieren sowiedie Nutzung ton- und videotechnischer Geräte nicht zulässig sind.

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