DO 06.05.2010 / FR 07.05.2010SA 08.05.2010 20.00 UhrGroßer Saal, Abonnement A, 5. KonzertKonzerthausorchester BerlinRolf G...
Bilder aus der GeschichteMagnus Lindberg »Chorale« für OrchesterEntstehung 2001-02Uraufführung 5.2.2002 LeicesterBesetzung...
Instrumentales RequiemAlban Berg Violinkonzert (»Dem Andenken eines Engels«)Entstehung 1935Uraufführung 19.4.1936 Barcelon...
tonarten, in denen Violinkonzerte bevorzugt geschrieben wurden. IhreGrundtöne entsprechen außerdem den leeren Saiten der V...
Höreindruck des Werkes ändern sie nichts: »Der Abschied, von demdiese Musik tönt, scheint der von Welt, Traum und Kindheit...
geflochten sind, verfestigt sich zusehends. Vibrationen einer Klang-bewegung fressen sich in grell repetierten Mustern fes...
Blick auf den Rhein. Gemälde von Peter Birrmann, um 1840dorf zog, geisterte schon lang durch seine Musik, besonders durch ...
den Kommentar zu seiner mitreißenden Direktheit in sich: In derHauptrichtung bewegt es sich abwärts, daran ändern auch kra...
Strukturgitter für die kontrastierenden Themen im ersten Satz bildeten.Das bewegtere Gegenmotiv zur frommen Geste variiert...
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einer erfolgreichen Tournee im September 2008 geleitet. Neben demChiaroscuro Quartet, welches Alina Ibragimova und drei ih...
Sie wollen das Konzerthaus fördern und unterstützenoder interessieren sich für eine Stuhlpatenschaft?Zukunft Konzerthaus e...
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  1. 1. DO 06.05.2010 / FR 07.05.2010SA 08.05.2010 20.00 UhrGroßer Saal, Abonnement A, 5. KonzertKonzerthausorchester BerlinRolf GuptaAlina Ibragimova ViolineMagnus Lindberg (*1958)»Chorale« für OrchesterAlban Berg (1885 – 1935)Konzert für Violine und Orchester (»Dem Andenken eines Engels«)Andante – AllegrettoAllegro – AdagioHans Abrahamsen (*1952)»Märchenbilder«Andante con movimento – Più mosso, vivace – Poco meno mosso, ma sempre avantiAndante alla marciaScherzo prestissimo, sempre molto energicoPauseRobert Schumann (1810 – 1856)Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 (»Rheinische«)LebhaftScherzo. Sehr mäßigNicht schnellFeierlichLebhaftMit freundlicher Unterstützung vonHandy ausgeschaltet? Vielen Dank!Bitte beachten Sie, dass Medien-Aufnahmen aller Art während des Konzertes nicht zulässig sind.
  2. 2. Bilder aus der GeschichteMagnus Lindberg »Chorale« für OrchesterEntstehung 2001-02Uraufführung 5.2.2002 LeicesterBesetzung 2 Flöten, 2 Oboen, Englischhorn, 3 Klarinetten,2 Fagotte (2. auch Kontrafagott), 4 Hörner, 3 Trompeten,3 Posaunen, Tuba, StreicherDauer ca. 8 MinutenZum Gottesdienst am 7. November 1723, dem drittletzten imKirchenjahr, schrieb Johann Sebastian Bach im Herbst 1723 dieKantate »O Ewigkeit, du Donnerwort«. Sie schließt mit einer Stropheaus dem Choral »Es ist genug«. Bachs Satz gehört zum Ausdrucks-vollsten und Kühnsten, was in einfacher Vierstimmigkeit aus einemKirchenlied gemacht wurde. Im Jahre 1935, als man Johann SebastianBachs 250. Geburtstag beging, nahm Alban Berg diesen Choral in seinViolinkonzert auf: Der Schlussteil des zweiten Satzes ist alsVariationenfolge über diesen Choral komponiert, den Berg in BachsSatz, orgelähnlich instrumentiert, zitiert. Er wird zum Zentrum desSchlussgesangs in einem Requiem ohne Worte. Der finnische Komponist Magnus Lindberg nahm im Jahre 2001eben diesen Bach-Choral zum Ausgangspunkt und Grundlage einerOrchesterkomposition, die er »Chorale« nannte. Was Berg in einerFolge von Variationen entfaltete: Bachs allmähliche Integration inseine Tonsprache, leistet Lindberg in einer Art »Überschreiben«. BachsChoral ist eingebettet in einen Klangfluss von wechselnder Konsistenzund Bewegtheit, immer da, aber nicht immer deutlich zu vernehmen.In der Mitte tritt er hinter einem Netz bewegter Linien zurück, ist imSchlussabschnitt wieder deutlicher zu erkennen – bis zu einemDurchbruch, der an Gustav Mahler erinnert. Lindberg komponierteseinen »Chorale« für eine Aufführung im Zusammenhang mit AlbanBergs Violinkonzert.
  3. 3. Instrumentales RequiemAlban Berg Violinkonzert (»Dem Andenken eines Engels«)Entstehung 1935Uraufführung 19.4.1936 BarcelonaBesetzung Solo-Violine, 2 Flöten (auch Piccolo), 2 Oboen (2. auchEnglischhorn), 2 Klarinetten, Bassklarinette, Alt-Saxophon (auchKlarinette), 2 Fagotte, Kontrafagott, 4 Hörner, 3 Trompeten,2 Posaunen, Tuba, Pauken, Schlagzeug (Große und KleineTrommel, Triangel, Becken, Tamtam), Harfe, StreicherDauer ca. 25 Minuten Der amerikanische Geiger Louis Krasner bat Alban Berg im Februar 1935 um ein Violinkonzert. Mitte März skizzierte Berg die ersten Ideen und begann sich intensiver mit den virtuosen Möglichkeiten der Geige zu beschäftigen. Zwi- schen Mai und August arbeitete er das Werk aus. Er unterbrach dafür die Arbeit an seiner Oper »Lulu«. Am 22. April 1935 starb Manon, die Tochter von Alma Mahler und Walter Gropius, 18-jährig an Kin- der lähmung. Ihrem Andenken widmete Berg das Konzert, dessen endgültige Form und Programma-Manon Gropius tik von der Tragödie ihres Todes wesentlich beeinflusst wurden. Am31. August, ihrem ersten Geburtstag nach Manons Tod, übergabenAlban und Helene Berg ihrer Freundin Alma Mahler das fertige Werk. Das Violinkonzert beruht auf einer Zwölftonreihe von besonderenEigenschaften. Sie besteht aus drei miteinander verschränktenDreiklängen (g-Moll, D-Dur, a-Moll, E-Dur) und einer Folge von dreiGanztonschritten. Die vier Dreiklänge repräsentieren vier Haupt-
  4. 4. tonarten, in denen Violinkonzerte bevorzugt geschrieben wurden. IhreGrundtöne entsprechen außerdem den leeren Saiten der Violine. Mitder Ganztonfolge beginnt auch Johann Rudolf Ahles Choralmelodie ›Esist genug‹. Die Zwölftonreihe, kompositionstechnisch das Wahrzeichender Moderne, knüpft die Verbindung zur Tradition, die in Alban BergsViolinkonzert auf verschiedenen Ebenen gegenwärtig ist. Die zwei Sätze des Werkes sind in sich wiederum zweiteilig. Dererste Teil des Kopfsatzes beginnt mit einer Introduktion, mit einemKlangfeld, in dem die verschiedenen Reiheneigenschaften ausgebreitetwerden, noch ohne feste thematische Kontur anzunehmen. Es ist »einerlangsamen Gestaltwerdung, dem Auftauchen von Bildern (Erinnerun-gen) aus dem Unbewussten« (R. Stephan) vergleichbar. In der Funktionentspricht der erste Teil der Exposition eines Sinfoniesatzes, in dem dietragenden Gedanken und Gesten eingeführt und Richtungen, die dermusikalische Verlauf nehmen kann, vorgezeichnet werden. Der zweiteTeil des ersten Satzes, ein Scherzo, »entwirft das Bild des lieblichenMädchens als phantastischen Reigen« (Willi Reich). Neben dem typischwienerischen (Walzer-)Tonfall arbeitete Berg als Hintergrundzitat eineKärntner Volksweise mit ein; um ihre Verwendung ranken sich aller-hand Spekulationen. Der zweite Satz beginnt mit einem achttönigen Akkord, Bergbezeichnete ihn als »Aufschrei«. Ihm folgt ein Abschnitt, der von gegen-sätzlichen Kräften bestimmt wird, vom Drang nach Freiheit und Weitein den Kadenzpassagen des Solisten, von strenger Bindung in derPhase, in der ein permanent wiederholter Rhythmus das gesamte Ge-schehen seinem Bann unterwirft. »Marsch zum Tode« nannte ihnConstantin Floros. Erinnerungsbilder an den ersten Satz lockern dasmusikalische Gefüge. Sie werden jedoch vom »Aufschrei« wieder ein-geholt, der sich schließlich mit dem ›Todesrhythmus‹ zum »Höhepunktdes Allegroteils« (Berg) verbindet. Der zweite, langsame Abschnitt desSatzes steht im Zeichen des Bach-Chorals. Nach dem »Höhepunkt desAdagios« leiten Reminiszenzen an den ersten Satz, auch an denKärntner Ländler, einen Prozess der Dekomposition ein. Das Stücksinkt zum Schluss wieder in den quasi vormusikalischen Zustandzurück, aus dem es sich erhoben hatte. Es gibt im Violinkonzert eine Tiefenschicht von Zeichen undSymbolen, um deren Entschlüsselung sich verschiedene Autorenbemüht haben. Sie mögen manches Detail deutlicher erklären. Am
  5. 5. Höreindruck des Werkes ändern sie nichts: »Der Abschied, von demdiese Musik tönt, scheint der von Welt, Traum und Kindheit selbst«(Theodor W. Adorno).MärchenbilderHans Abrahamsen »Märchenbilder« für KammerorchesterEntstehung 1984Uraufführung Februar 1985 LondonBesetzung Flöte (auch Piccolo), Oboe, Klarinette (auch Es-Klarinette), Fagott, Horn, Trompete, Tenorposaune, Schlagzeug(Große Trommel, Triangel, Tamtam, Glocke, Glockenspiel,Vibraphon, Marimba – ein Spieler), Klavier, Violine 1, Violine 2, Viola,Violoncello, KontrabassDauer ca. 14 Minuten»Märchenbilder« nannte Robert Schumann vier Stücke, die er 1851,kurz nach der Uraufführung seiner Dritten Sinfonie, komponierte. Erhatte nicht vor, bestimmte Erzählungen musikalisch nachzuzeichnen.Er versuchte die Atmosphäre zu treffen, die das Vortragen wundersa-mer, fabelhafter und schauriger Geschichten erzeugt, die besondereGespanntheit, die stille Erregtheit. Musikalisch erkundete er freie For-men, die nicht an überlieferte Modelle gebunden waren. Märchenbildersind die Flugbilder der Fantasie. Hans Abrahamsen, der Schüler György Ligetis, folgt SchumannsIdee. In seiner Komposition verbindet er mit dem Wechsel der Charak-tere eine Weitung der Perspektive. Sechs Märchenbilder umfasst seindreisätziges Werk. »Drei davon bilden den ersten Satz, zwei weitere denzweiten, während das sechste den letzten Satz ausfüllt, der mit demmittleren ohne Pause verbunden ist. Die ersten beiden Bilder dauernungefähr je eine Minute, danach nimmt die Länge allmählich zu, bis dasletzte Bild fast fünf Minuten lang ist.« Der Verlauf des Werkes führt von kurzen, traumartigen Visionen zuvielfältiger und größer ausgearbeiteten Komplexen. Prozesse derErstarrung und der Verflüchtigung bestimmen den ersten Satz. Ein hel-les, durchsichtiges Klangspiel, in das melodische Linien wie Muster ein-
  6. 6. geflochten sind, verfestigt sich zusehends. Vibrationen einer Klang-bewegung fressen sich in grell repetierten Mustern fest. Laute, kräftigeEinwürfe lagern sich vor ein leises Klangkontinuum, dem eine tiefeFlöte die innere Linie verleiht. Vor der Erstarrung dreht die Musik miteinem Schwung von ganz unten nach ganz oben ab, verliert sich inunhörbaren Höhen. Ein »versteinertes Echo auf den Anfang des ersten Satzes« nannteAbrahamsen den Beginn des zweiten Satzes mit seinem düster-gemes-senen »Gesang« von Klarinette und Fagott und den grellen Zwischen-rufen, die allmählich die Oberhand gewinnen. Der zweite Abschnitt mitseinen ständig absteigenden Linien und Klangfiguren entspricht jenenstatischen Formen, die aus akkumulierter Bewegung entstehen undexplosive Energie anstauen. Ein perpetuum mobile bildet den Kern des dritten Satzes. Es wech-selt die Instrumente und mit ihnen die Farbe, wird umgeben vonMelodien, die sich ineinander verschlingen, vom Eigenklang bestimm-ter Tonarten, die sich gegen Ende einander annähern, von punktuellenEreignissen, die aus der unablässigen Bewegung herausgeschnitten undvergrößert erscheinen. Drei Abschnitte kehren wie in einer Rotationdrei Mal wieder, jedes Mal ein wenig verändert. Virtuosenstücke für eingroßes Ensemble sind sie, die Märchenbilder von Hans Abrahamsen.Schumanns »Rheinische«SinfonieRobert Schumann Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 (»Rheinische«)Entstehung 1850Uraufführung 6.2.1851 Düsseldorf (unter Leitung des Komponisten)Besetzung 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Hörner,2 Trompeten, 3 Posaunen, Pauken, StreicherDauer ca. 35 MinutenDer Beiname stammt nicht vom Komponisten, aber er trifft. Denn dasRheinland, in das Schumann im Herbst 1850 als neuer Leiter des›Allgemeinen Musikvereins‹ und des ›Gesang-Musikvereins‹ in Düssel-
  7. 7. Blick auf den Rhein. Gemälde von Peter Birrmann, um 1840dorf zog, geisterte schon lang durch seine Musik, besonders durch seineLieder. Mit diesem Landstrich verband sich Geschichte, ihr Hauptzeugewar neben den vielen Burgen der Kölner Dom. Der Monumentalbau,im 12. Jahrhundert begonnen, war 1850 noch immer nicht fertig. SeineVollendung wurde als nationale Aufgabe propagiert. Der Rhein, der»Heilige Strom«, wie ihn Heinrich Heine ironisch nannte, diente alsSymbol des Patriotismus und des Freiheitsdenkens. Ein Aufschrei gingdurch Deutschland, als 1840 in Frankreich etwas forsch über den Rheinals Ostgrenze nachgedacht wurde. Die Empörung hallte in unzähligenVorschlägen für eine Rhein- und Deutschlandhymne nach, auch beiSchumann. Sein unverwechselbarer »Freisinnston« fand in den zahlreichenLiedern, die er über und um den Rhein komponierte, beispielhafteAusprägung. Dieser Ton bestimmt den ersten Satz der Dritten Sinfonie,vor allem das Hauptthema mit seiner weit ausholenden Geste, seinemmarkanten Rhythmus, kurz: mit seinen Klangzeichen eines Optimis-mus, der zum Selbstbewusstsein finden will. In der Dritten ist der Elanin sinfonische Dimension geweitet. Bei Schumann heißt das: Er er-scheint nicht ungebrochen. Das Anfangsthema enthält den bedenken-
  8. 8. den Kommentar zu seiner mitreißenden Direktheit in sich: In derHauptrichtung bewegt es sich abwärts, daran ändern auch kraftvolleAufschwünge nichts. Der erste Satz entwirft Perspektiven, die sich inder Durchführung seiner Themen nicht erschöpfen, sondern derSinfonie insgesamt den Weg vorzeichnen. Vom stolzen, wenn auchnicht ungebrochenen Aufbruchspathos des Anfangs verlangsamt sichdas Tempo von Satz zu Satz. »Sehr mäßig« soll sich das Scherzobescheiden. In seinem Hauptthema mischt sich das expressive Menuettdes späten Beethoven mit dem populären Ländler, ein wenig Freisinnklingt in seinen Aufschwüngen nach. Die Zwischenstücke erinnern andie Poesie Schumannscher Charakterstücke, scherzoartig das eine, imStil eines alten Liedes das andere. Die Konzeption entspricht am ehe-sten den »Noveletten«. Sie bedienen den Ton des Erzählens, ohne sichan einen konkreten Inhalt zu binden. »Nicht schnell« sollte das eingeschobene zarte Intermezzo (so hießder dritte Satz zunächst) geraten. Es schließt sich in Motiven undCharakter eng an den vorhergehenden Satz an. ›Adagio‹ gab Schumannursprünglich als Zeitmaß für den vierten Satz an. Er ist ausSakralmaterial gemacht. Das Thema hat noble Verwandte, die Es-Dur-und es-Moll-Stücke aus Bachs Wohltemperiertem Clavier, die Fuge ausBeethovens Klaviersonate op. 110 und ein Lied aus Schumanns eigenerErfindung (»Die wandelnde Glocke«); der Nachsatz bedient sich direktdes Chorals »Jesu meine Freude« in Bachs Version. Was soll dieserEinzug der Kirchenmusik in die Sinfonie? Am 12. November 1850, fünfTage nach Beginn der Partitur-Niederschrift, besuchte das EhepaarSchumann Köln und erlebte dort die feierliche Erhebung desErzbischofs von Geissel zum Kardinal. Der vierte Satz von Opus 97 seider Widerhall dieser Festlichkeit, »Im Charakter der Begleitung einerfeierlichen Zeremonie« war er zunächst auch überschrieben. PeterGülke gab eine überzeugendere Erklärung: »Da er schon bei der Arbeitwar, mag ihn der Eindruck der Zeremonie wie ein endlich gefundenesLosungswort getroffen und also zu jenen Inspirationen gehört haben,denen der Boden schon bereitet war« – und Rhein und Köln und Domund Posaunenklang waren schon 1840 im Liederzyklus op. 48 eineenge Symbiose miteinander eingegangen (Nr. 6, »Im Rhein, im heiligenStrome«). Im Regieplan der Sinfonie erhielt der vierte Satz eine Sonderrolle.Ihn eröffnet ein Motiv aus Quarten, aus den Intervallen also, die das
  9. 9. Strukturgitter für die kontrastierenden Themen im ersten Satz bildeten.Das bewegtere Gegenmotiv zur frommen Geste variiert einen Gedan-ken aus dem zweiten Satz Die Hauptlinien des Werkes werden feierlichgebündelt, bevor es in den lebhaften Kehraus geht. Hier erreichen dieWendung des musikalischen Prozesses nach innen und die kontinuier-liche Beruhigung des Tempos ihr Ende. Festlich kräftige Bläserrufe deu-ten den Umschwung an. Sie modellieren den Durchbruch vor, auf dendas Finale später zielt. Ihm sind die notorischen Probleme, dieRomantiker, die Freunde der Unendlichkeit, mit ihren Schlussstückenhatten, nicht anzuhören. Nirgends sonst bei Schumann ist dasFinalproblem so originell, konsequent und überzeugend gelöst wie imOpus der »Rheinischen«.Porträt der Mitwirkenden Rolf Gupta Der Dirigent und Komponist Rolf Gupta ist Generalmusikdirektor des Kristiansand Symphony Orchestra. Zuvor war er in gleicher Position beim Norwegian Radio Orchestra (2003-06) und dem Norwegian Baroque Orchestra (2004-06). Er war zudem Künstlerischer Direktor des Kristiansand Festival und leitete die Nordischen MusiktageMAGMA 2002 in Berlin. Sein Repertoire reicht von der Barock- bis zurzeitgenössischen Musik. Er arbeitete mit Komponisten wie Berio,Lindberg, Nørgård, Grisey, Wallin und Henze, deren Werke er mit demSharoun Ensemble der Berliner Philharmoniker, dem Oslo Philhar-monic, dem Orchester des WDR Köln und mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin aufführte. Als Gastdirigent arbeitete RolfGupta u. a. mit dem RSO Frankfurt, dem BBC Symphony, dem Gothen-burg Symphony, dem Orchestra della Toscana, dem RSO Leipzig, demFinnish Radio Symphony sowie mit dem Klangforum Wien, Rémix,Ensemble InterContemporain und mit Solisten wie Truls Mørk, AntjeWeithaas, Jean-Guihen Queyras und Leif Ove Andsnes. Im Bereich derOper leitete Rolf Gupta Weltpremieren, u. a. Bernard Langs »Der Altevom Berge« beim Festival Schwetzingen und am Theater Basel. Er diri-
  10. 10. gierte eine Neuproduktion Achim Freyers von »La Traviata« amNationaltheater Mannheim, »Die Zauberflöte« an der FrankfurterOper, Griegs »Peer Gynt« beim Festival »Weiße Nächte« von ValeryGergiev in St. Petersburg und Henzes »Der Prinz von Homburg« an derNationalen ReisOpera der Niederlande. Zahlreiche CDs sind erschie-nen, so u. a. »Tango Ballet« mit Gidon Kremer und der KremerataBaltica für Teldec, Thommessens »Bulls Eye« mit dem OsloPhilharmonic für BIS und sein eigenes Werk »Chiaroscuro«, beim 45thUNESCO Rostrum of Composers 1998 ausgezeichnet, für Aurora. RolfGupta folgt einer Wiedereinladung des Konzerthausorchesters Berlin. Alina Ibragimova Alina Ibragimova wurde in Russland in eine musikali- sche Familie geboren. Im Alter von vier Jahren begann sie Violine zu spielen, bereits ein Jahr später besuchte sie die Moskau Gnessin Spezialschule. Mit sechs Jahren stand sie zum ersten Mal auf der Bühne. 1996 zog die Familie nach London, hier studierte sie an der Yehudi Menuhin School und am Londoner RoyalCollege of Music Barockgeige und moderne Violine u. a. bei NatashaBoyarsky, Gordan Nikolitch und Adrian Butterfield. Seit Oktober 2008nimmt sie an den Kronberg Academy Further Masters Studies teil undwird von Christian Tetzlaff unterrichtet. Ihre Solokarriere begann im Jahr2002, als sie den London Symphony Orchestra Music Scholarship (ehe-mals Shell Prize) gewann. Der Borletti-Buitoni Trust Award wurde ihr2008 und der Classical Brit Award 2009 verliehen. Mit einem alle Epochen umfassenden Repertoire spielte AlinaIbragimova bei den BBC Proms mit dem London Symphony Orchestraund François-Xavier Roth sowie mit dem BBC Symphony Orchestra,der Philharmonia unter Sir Charles Mackerras, dem BBC Philharmonicunter Gianandrea Noseda, dem City of Birmingham SymphonyOrchestra, der BBC Scottish Symphony, dem RSO Frankfurt und demWiener Kammerorchester. Ihr Debüt als Solistin und Leiterin gab siemit der Kremerata Baltica bei der Mozartwoche 2005 in Salzburg.Seitdem spielte sie Konzerte mit der Kremerata und Gidon Kremer imSalle Pleyel Paris sowie auf den Festivals in Salzburg und Verbier. AlsSolistin/Leiterin arbeitet sie außerdem regelmäßig mit der BrittenSinfonia zusammen und hat das Australian Chamber Orchestra auf
  11. 11. einer erfolgreichen Tournee im September 2008 geleitet. Neben demChiaroscuro Quartet, welches Alina Ibragimova und drei ihrerMitstudentinnen vom RCM London 2005 gründeten, hat sie in demPianisten Cédric Tiberghien einen festen Klavierpartner an ihrer Seite.Als begeisterte Kammermusikerin war sie zuletzt Gast bei Festivals wieSchwetzingen, Rheingau, Würzburg, Heidelberg, MDR Musiksommer,Lockenhaus, Salzburg, Manchester, Chambery und Jerusalem. Im letz-ten Oktober erschien ihre neueste Aufnahme bei Hyperion: BachsSonaten und Partiten für Solo Violine. Alina Ibragimova spielt eine Pietro Guarneri von 1738 aus Venedig,freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Georg von Opel.AktuellesPublikumsorchester bekommt neuen TerminSehr geehrte Konzertbesucher,seit 2006 ist es für das Konzerthausorchester und seinen Chef-dirigenten, Lothar Zagrosek, Tradition, zur Saisoneröffnung mit einemPublikumsorchester ein ausgewähltes Werk einzustudieren. DiesesAngebot an Hobby-Musiker, egal welchen Alters, erfreut sich jährlicheines regen Zuspruchs. Im vollbesetzten Großen Saal ist Stimmunggarantiert!Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass in der nächstenSaison ebenfalls die Möglichkeit besteht, sich für einen Platz in die-sem besonderen Orchester zu bewerben. Diesmal laden wir Siejedoch nicht zur Saisoneröffnung im August ein, sondern zumTag der offenen Tür am 22. Mai 2011.In einer öffentlichen Probe auf dem Konzertpodium des GroßenSaales wird Herr Zagrosek mit Ihnen Ausschnitte aus dem Ballett»Der Nussknacker« von Pjotr Tschaikowsky erarbeiten. Merken Sie sich »Ihren« Konzerttermin vor und melden Sie sichrechtzeitig in unserem Orchesterbüro an (Telefon: 030 20309-2388oder per Mail: orchesterbuero@konzerthaus.de).
  12. 12. Sie wollen das Konzerthaus fördern und unterstützenoder interessieren sich für eine Stuhlpatenschaft?Zukunft Konzerthaus e.V.Gendarmenmarkt 2 10117 BerlinTelefon: (030) 20309-2344, Fax: (030) 20309-2076E-Mail: zukunft@konzerthaus.dewww.zukunft-konzerthaus.deFreundeskreis Konzerthaus Berlin e.V.Informationen über Detlef Gogalla, 10106 BerlinTelefon: (030) 20309-2020, Fax: (030) 20309-2021E-Mail: freundeskreis@konzerthaus.deIMPRESSUMHerausgeber Konzerthaus BerlinIntendant Prof. Dr. Sebastian NordmannText Habakuk TraberRedaktion Tanja-Maria MartensTitelfoto Christian NielingerAbbildung Sussie Ahlburg (2), ArchivSatz und Reinzeichnung www.graphiccenter.deHerstellung REIHER Grafikdesign & Druck2,00 €

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