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  1. 1. Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald Berufliche BildungPostfach 12 07 54, 68058 MannheimMannheimer Erklärung Ihr Zeichen: Unser Zeichen: GB IIIDas Handwerk fordert eine bessere Bildung Leitung Ansprechpartner: Claudia OrthErklärung des Berufsbildungsausschusses der Telefon: 0621/18002-130Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald zur Telefax: 0621/18002-139Einführung der neuen Werkrealschule zum Schuljahr 2010 / 2011 orth@hwk-mannheim.de Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-OdenwaldDer Berufsbildungsausschuss der Handwerkskammer Mannheim B1, 1-2Rhein-Neckar-Odenwald – zusammengesetzt aus Vertretern der 68159 MannheimArbeitgeber, der Arbeitnehmer und der Lehrer an berufsbildenden Postanschrift:Schulen – hat sich in seiner 119. Sitzung am 21. April 2010 Postfach 12 07 54mit der geplanten Weiterentwicklung der Hauptschulen in Baden- 68058 MannheimWürttemberg zu Werkrealschulen ab dem Schuljahr 2010 / 2011 Telefon: 0621/18002-0befasst. Telefax: 0621/18002-199 info@hwk-mannheim.deDas Gremium begrüßt die angestrebte Reform des Schulsystems in www.hwk-mannheim.deBaden-Württemberg ausdrücklich. Gerade das Handwerk als einer Präsident:der Hauptabnehmer von Hauptschulabsolventen in Ausbildung wartet Walter Tschischkaseit langem auf eine Veränderung im bisherigen Schulsystem und Hauptgeschäftsführer:knüpft nun an die neue Schulform der Werkrealschule entsprechende Dieter MüllerErwartungen. VR Bank Rhein-Neckar eG BLZ 670 900 00Nach ausführlicher Information und anschließender Diskussion Konto 1 144 502besteht bei dem Gremium die Befürchtung, dass die neue Schulform Postbank Karlsruhenicht zu den dringend erforderlichen Verbesserungen im Schulsystem BLZ 660 100 75Baden-Württembergs führt. Deshalb veröffentlicht der Berufsbildungs- Konto 51 500-758ausschuss der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald diese Erklärung. +++ Besuchen Sie unsere Homepage: www.hwk-mannheim.de +++
  2. 2. Seite 21. Neue SchulformDie neue Werkrealschule ermöglicht den Schülerinnen und Schülernein längeres gemeinsames Lernen. Der oft diskutierten zu frühenTrennung nach der vierten Klasse der Grundschule kommt diegeplante neue Schulform nur bedingt entgegen. Die Durchlässigkeitwird erweitert und gibt Kindern, die erst in den höheren Klassenstufenihre Leistungen festigen können, die Gelegenheit, einen mittlerenBildungsabschluss zu erhalten. Die Selektion in die auch weiterhinbestehenden drei Schularten bleibt jedoch erhalten.Für den Berufsbildungsausschuss lässt sich jedoch nicht erkennen, inwelcher Form das neue Konzept der Werkrealschule aufleistungsschwache Schüler reagiert. Angesichts der Tatsache, dassim Jahre 2007 in Mannheim 8,7 % Absolventen die Schule ohneeinen Hauptschulabschluss verlassen haben (vgl. Baden-Württemberg 2007 4%) fordert der Berufsbildungsausschuss derHandwerkskammer Mannheim dringend ein Konzept zurIndividualförderung leistungsschwacher Schüler.Das Gremium fordert hierzu eine Erweiterung des vorliegendenKonzeptes und ruft auf zur Entwicklung eines umfassendenKonzeptes, welches nicht nur den Anforderungen nach einemhöheren Bildungsabschluss gerecht wird, sondern auchLernschwächeren eine realistische Chance einräumt, sich zuentwickeln.Eine Unterstützung für diese Gruppe in den allgemeinbildendenFächern wäre, so die einstimmige Meinung desBerufsbildungsausschusses, nur durch eine Verkleinerung derKlassen und durch mehr Lehrpersonal an den Schulen möglich.Die hier beabsichtigte stufenweise Absenkung des Klassenteilers auf28 Schüler lässt keine individuelle Förderung zu, sondern lässtbefürchten, dass auch weiterhin schwache Schülerinnen und Schülerin unserem dualen Schulsystem verloren gehen. Hier fordert dasGremium ausdrücklich ein stärkeres Angebot an Förderunterricht undweiteren begleitenden Angeboten.Als sehr kritisch beurteilt der Berufsbildungsausschuss die Haltung,dass nur zweizügige Hauptschulen zu Werkrealschulen werdenkönnen. Dies hat zur Folge, dass Schulen, die in ihrem Umfeld zueiner festen Größe geworden sind, von der schulischen Landkarteverschwinden werden. Gerade in der Region Rhein-Neckar undNeckar-Odenwald ist hier ein Wegfall guter und engagierter Schulenzu befürchten. Hier muss, so das Gremium, auch der Lebensraumder Schüler betrachtet werden, dessen Infrastruktur den geplantenVeränderungen nicht gewachsen sein wird.
  3. 3. Seite 32. Begrifflichkeit WerkrealschuleZur gesellschaftlichen Anerkennung der neuen Werkrealschule ist esnach Ansicht des Berufsbildungsausschusses erforderlich, dass sichmit der Schulreform auch der bekannte – aber auch inzwischenabgenutzte – Begriff der Werkrealschule ändert. Diese wird sonstauch in den kommenden Jahren immer noch als Zusatzangebot einerHauptschule angesehen - und nicht als interessante Alternative zueiner Realschule betrachtet werden.Gerade angesichts der beabsichtigten Berufsorientierung in der 10.Klasse bietet sich hier als neue Schulbezeichnung – analog zu denGymnasien – Berufliche Realschule geradezu an. Dies hätte auchden Vorteil, dass die Berufliche Realschule mit der bestehendenRealschule begrifflich gleichgestellt wird.3. BerufsorientierungAngesichts der demografischen Entwicklung wird die Zahl der Schul-abgänger in den nächsten Jahren weiter zurück gehen. Schon heutefehlen dem Handwerk Bewerber mit der Konsequenz, dass zahl-reiche Ausbildungsplätze nicht mehr besetzt werden können. Diegeplante Umsetzung einer stärkeren Berufsorientierung begrüßt dasHandwerk der Region ausdrücklich.Die geplante Kooperation mit den zweijährigen Berufsfachschulen angewerblichen Schulzentren lässt nun jedoch Zweifel an derUmsetzungsfähigkeit aufkommen. Die zu erwartende höhere Zahl anAbsolventen mit mittlerem Bildungsabschluss durch die neueSchulform lässt voraus ahnen, dass die Schülerzahlen anzweijährigen Berufsfachschulen abnehmen werden.Der Berufsbildungsausschuss befürchtet, dass mit der Dreiteilung derSchulausrichtung an beruflichen Schulen es zu einer frühzeitigenSteuerung der Schülerströme kommt. Durch die dazu kommendefehlende Flächendeckung wird die geplante Berufsorientierung zueinseitig praxisorientiert.Ein Anfahren weiter entfernter Berufsfachschulen scheint aufgrundder derzeit noch ungeplanten Kostenregelung bei Inanspruchnahmeöffentlicher Verkehrsmittel ebenfalls nicht umsetzbar.In der Region Rhein-Neckar-Odenwald wurden in der ersten Tranche44 Werkrealschulen genehmigt. Diesen stehen in der Region Rhein-Neckar-Odenwald derzeit lediglich vierzehn zweijährige Berufs-fachschulen im gewerblich-technischen Bereich gegenüber; wobeisich das vorhandene Angebot auf die Bereiche Elektro und Metallbeschränkt. Für andere Berufsgruppen bestehen derzeit somit keinegeeigneten Angebote.
  4. 4. Seite 4Allein die Zahl von sechs Berufsfachschulen Elektro und acht mit derAusrichtung auf Metall lassen rechnerisch schon darauf schließen,dass eine flächendeckende Kooperation nicht zu erreichen ist.Den Belangen der Mädchen wird nach Ansicht des Berufsbildungs-ausschusses keinesfalls Rechnung getragen. Für diese wird dieKonzentration bei den kaufmännischen zweijährigen Berufsfach-schulen liegen.Die zu erwartende Steuerung der Mädchen mangels Alternativen aufdie kaufmännischen Berufsfachschulen wird als zu einseitigabgelehnt. Für die handwerkliche Nachwuchswerbung mit dem Zielden Anteil weiblicher Auszubildenden im Handwerk zu steigern wirddieses Vorhaben als kontraproduktiv empfunden.Dazu kommt, dass es in der Region derzeit noch keinerlei Koopera-tionsgespräche zwischen Werkrealschulen der neuen Form und denbetroffenen Berufsfachschulen gibt.Die Lösung dieses Problems sieht der Berufsbildungsausschuss derHandwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald in derÖffnung der beruflichen Schulen als mögliche Kooperationspartnerder neuen Werkrealschulen.Die damit verbundene Ausweitung der Kooperationsmöglichkeiten aufeinjährige Berufsfachschulen und duale Berufsschulen würde dieAnfahrtswege erheblich reduzieren und das berufliche Angebot imRahmen einer echten Berufsorientierung erheblich erweitern.4. Vergleichbarkeit Werkrealschule / RealschuleDer Berufsbildungsausschuss vertritt deutlich die Forderung, dass derAbschluss an den beiden Schulformen Werkrealschule undRealschule auf gleichem Niveau erfolgen muss.Die geplante Zulassungsbeschränkung für den Übergang von der 9.in die 10. Klasse in der Werkrealschule führt keinesfalls zu einerGleichbehandlung beider Schulformen und ist für die Durchlässigkeitals Hindernis anzusehen.Für die weitere Gleichstellung der beiden Realschularten würde aucheine Veränderung der Schulpläne der bisherigen Realschule führen.Bedacht werden sollte auch, ob künftige Absolventen einerWerkrealschule aufgrund der Praxisorientierung bessere Chancenauf dem Ausbildungsmarkt haben werden, als Absolventen derbisherigen Realschule. Ein so entstehender Konkurrenzkampfzwischen den beiden Realschulformen kann nicht gewünscht sein.Der Berufsbildungsausschuss der Handwerkskammer MannheimRhein-Neckar-Odenwald veröffentlicht nach Zustimmung der
  5. 5. Seite 5Vollversammlung am 21. Juli 2010 diese Mannheimer Erklärung undfordert die Verantwortlichen auf, die neue Schulform zu überdenkenund zu korrigieren.Für dieses, aus unserer Sicht notwendige, Umdenken benötigen wirdie Unterstützung aller am Bildungssystem beteiligten Partner.Mannheim, am 21. Juli 2010gez.Thomas Hahl,Vorsitzenderdes Berufsbildungsausschussesgez.Rudolf H. VogelAlternierender Vorsitzenderdes Berufsbildungsausschussesgez.Walter TschischkaPräsident der Handwerkskammer MannheimRhein-Neckar-Odenwaldgez.Dieter MüllerHauptgeschäftsführer der HandwerkskammerMannheim Rhein-Neckar-Odenwaldgez.Claudia OrthGeschäftsführerin des BerufsbildungsausschussesGeschäftsbereichsleiterin Berufliche Bildung

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