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[PDF] Pressemitteilung: Versorgungs-Report 2012: Schwerpunktthema "Gesundheit im Alter"
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  1. 1. Wissenschaftliches Institut der AOK HAUSANSCHRIFT Rosenthaler Str. 31 · D-10178 BerlinPressemitteilung POSTANSCHRIFT Postfach 11 02 46 · D-10832 Berlin TELEFON +49 30 34646-2393 FAX +49 30 34646-2144 INTERNET www.wido.deBerlin, 27. November 2011 E-MAIL wido@wido.bv.aok.deVersorgungs-Report 2012: Schwerpunktthema „Gesundheitim Alter“Medizin und Pflege für eine alternde GesellschaftBerlin. Die Lebenserwartung steigt. Und mit ihr die Zahl altersbedingter Krankheiten.So wird sich bis 2050 die Zahl der Demenzkranken in Deutschland auf bis zu drei Mil-lionen erhöhen. Dennoch wird der demografische Wandel die Finanzen der gesetzli-chen Krankenversicherung (GKV) weit weniger belasten als vielfach angenommen.Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Versorgungs-Report 2012 hervor. Danachsteigen die Gesundheitsausgaben aufgrund des zunehmenden Anteils Älterer an derBevölkerung bis 2050 um 19 Prozent (0,4 Prozent pro Jahr). Das Thema „Gesundheitim Alter“ ist Schwerpunkt des neuen Versorgungs-Report, den das WissenschaftlicheInstitut der AOK herausgibt. Darin analysieren 42 Wissenschaftler unterschiedlicherFachrichtungen die ambulante und stationäre Versorgung, die Arzneimitteltherapie,Pflege, Prävention und Palliativmedizin unter dem Blickwinkel der alternden Gesell-schaft. Tenor: Deutschland braucht keine andere Medizin für ältere Menschen, abereine deutlich bessere geriatrische Qualifizierung der Gesundheitsberufe..Als Ausgangspunkt ist den Analysen des Versorgungs-Reports eine Darstellung der demo-grafischen Entwicklung in Deutschland bis 2060 vorangestellt. Danach verändert sich derAltersquotient in den nächsten fünfzig Jahren dramatisch. „Derzeit kommen im Bundes-schnitt 34 über 65-Jährige auf 100 erwerbsfähige Männer und Frauen im Alter zwischen 20bis 65 Jahren“, erläutert WIdO-Geschäftsführer Jürgen Klauber. „Bis 2060 wird sich dasdramatisch verändern. Dann weist Bremen mit einem Verhältnis von 63 zu 100 noch dengünstigsten Altersquotienten auf. In Ostdeutschland wird der Wert durchweg über 72 liegen –an der Altersspitze Brandenburg mit 78 Menschen über 65 je100 Erwerbsfähige.“Die zu erwartenden Folgen dieses Wandels spiegeln sich in den Prognosen zur Entwicklungder Zahl der Demenzerkrankungen wider. Klauber: „Bis zu 1,4 Millionen Deutsche leben heu-te mit einer Demenzerkrankung. Von 100 Menschen über 80 Jahre ist jeder Fünfte betroffen.2050 werden wir es mit bis zu drei Millionen Demenzkranken zu tun haben – 90 Prozent da-von pflegebedürftig.“ Seite 1 von 8
  2. 2. W is sen sc ha ft lich es In st it ut d er AOK (W IdO) Seite 2 von 8Versorgungs-Report 2012 – Pressemitteilung vom 27. November 2011Im Alter von 60 bis 64 Jahren ist derzeit ein Prozent der Bevölkerung von Demenz betroffen.Die Krankheitshäufigkeit verdoppelt sich laut Versorgungs-Report in Schritten von fünf bissechs Jahren. Im Alter von 75 und 79 Jahren liegt sie bei 7,5 Prozent, zwischen 85 und 89Jahren bei 22,5 Prozent und ab dem 100. Lebensjahr bei 40 Prozent. Aktuell haben Frauenab 80 Jahren noch eine Lebenserwartung von knapp 8,8 Jahren. Davon verbringen sie imSchnitt noch fast sieben Jahre ohne Demenz. Männer ab 80 leben durchschnittlich noch sie-ben Jahre und verleben davon etwa sechs Jahre demenzfrei. Bei der Prognose, wie sich dieZahl der Demenzerkrankungen bis 2050 entwickeln wird, spielt die Entwicklung der Lebens-erwartung eine wesentlich Rolle: Steigt die Lebenserwartung stark an, wird mit der größerenZahl alter Personen die Zahl der Demenzkranken auf bis zu drei Millionen steigen, was beiim gleichen Zeitraum schrumpfender Bevölkerungszahlen einem Anteil von 4,2 Prozent derDeutschen entsprechen würde.Klauber: „Aus wissenschaftlicher Sicht – und das ist sicherlich auch gesellschaftlich ratsam –gibt es ein klares Ziel: Demenz muss in der Wahrnehmung der Menschen eine normale Er-krankung werden. Trotz aller Aufklärung ziehen sich noch immer viele Betroffene und Ange-hörige aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Erste Symptome einer Erkrankung werdenoft verleugnet und selbst von den Hausärzten nicht richtig eingeordnet, weil das Thema sehrnegativ und vorurteilsbehaftet diskutiert wird.“Vier Millionen Ältere erhalten problematische MedikamenteBesorgnis erregende Erkenntnisse liefert der Versorgungs-Report zu den gesundheitlichenRisiken für Ältere durch ungeeignete Medikamente und das gleichzeitige Einnehmen vielerArzneimittel. Rund vier Millionen Patienten über 65 erhalten mindestens ein problematischesMedikament, bei dem die Nachteile den Nutzen übersteigen. 5,5 Millionen sind Risiken durchgleichzeitige Einnahme verschiedener Medikamente ausgesetzt. „Die Arzneimitteltherapie fürÄltere muss dringend verbessert werden“, fordert deshalb Jürgen Klauber. „Dazu könnenevidenzbasierte Therapieempfehlungen, hausärztliche Therapiezirkel und eine auf ältereMenschen zugeschnittene Pharmakotherapieberatung für Ärzte beitragen.“Prävention lohnt sichDer Versorgungs-Report 2012 zeigt zudem gelungene Beispiele für eine auf die BelangeÄlterer zugeschnittene Prävention. Dazu zählen die von der AOK unterstützten Sturzprophy-laxe-Projekte in Pflegeheimen. Sie können 20 Prozent aller Hüftfrakturen bei Heimbewoh-nern verhindern.
  3. 3. W is sen sc ha ft lich es In st it ut d er AOK (W IdO) Seite 3 von 8Versorgungs-Report 2012 – Pressemitteilung vom 27. November 2011Keine „Kostenexplosion“Nach Berechnungen des Gesundheitsökonomen Prof. Stefan Felder von der Universität Ba-sel steigen die GKV-Ausgaben aufgrund des zunehmenden Anteils Älterer an der Bevölke-rung bis 2050 um bis zu 20 Prozent. Das entspricht einem Ausgabenplus von 0,4 Prozentpro Jahr. Zum Vergleich: Zwischen 2005 und 2009 sind die Ausgaben der GKV im Jahres-mittel um 3,7 Prozent gestiegen. Felders Berechnungen für den Versorgungs-Report 2012haben ergeben, dass die steigende Lebenserwartung zwar durchaus höhere Ausgaben nachsich zieht, aber bei weitem nicht im Ausmaß einer Kostenexplosion. Klauber: „Den Berech-nungen liegt die Beobachtung zugrunde, dass die Behandlungskosten vor dem Tod einesMenschen besonders hoch sind – unabhängig, ob er mit 70, 80 oder 90 Jahren stirbt.“Umfassende Daten zu Gesundheitskosten im AlterDer Versorgungs-Report stützt sich auf Daten von 24 Millionen AOK-Versicherten. „Die um-fangreichen Angaben über die häufigsten Krankheiten, die Inanspruchnahme von Ärztenoder Sonderanalysen für ausgewählte Erkrankungen besitzen besonderes Gewicht für dieVersorgungsforschung, weil das WIdO Diagnosen und die Inanspruchnahme von Leistungensektorübergreifend zusammenführt“, betont Jürgen Klauber.So stellt der Versorgungs-Report 2012 – bisher einmalig – die Inanspruchnahme von Ge-sundheitsleistungen im Alter auf der Grundlage der gesamten Leistungsdaten für ambulanteund stationäre Versorgung sowie Medikamente dar und liefert Auskunft über die häufigstenKrankheiten bei älteren Menschen.Christian Günster, Joachim Klose, Norbert Schmacke (Hrsg.).Versorgungs-Report 2012. Schwerpunktthema: Gesundheit im Alter. 440 Seiten, 84 Abb., 64 Tab.;51,40 €; ISBN 978-3-7945-2850-9Pressekontakt: Rezensionsexemplare:Wissenschaftliches Institut der AOK Schattauer-VerlagChristian Günster Frau AlbertTel.: 030/34646-2128 Tel.: 0711 22987-20Joachim Klose Fax: 0711 22987-50Tel.: 030/34646-2129 E-Mail: stefanie.albert@schattauer.deFax.: 030/34646-2144E-Mail: wido@wido.bv.aok.deInfos unter: www.wido.de
  4. 4. W is sen sc ha ft lich es In st it ut d er AOK (W IdO) Seite 4 von 8Versorgungs-Report 2012 – Pressemitteilung vom 27. November 2011Abbildung 1Wie viele ältere Menschen ab 65 Jahre entfallen auf 100 Personen zwischen 20 und 65Jahre? Altenquotient nach Bundesländern für die Jahre 2060 und 2009 Deutschland 66 72 36 34 Jahr Altenquotient 70 29 2060 67 2009 34 63 35 78 64 35 35 71 29 65 74 34 39 67 73 32 40 64 23 76 36 67 68 36 32 68 32Quelle: Versorgungs-Report 2012 © WIdO 2011
  5. 5. W is sen sc ha ft lich es In st it ut d er AOK (W IdO) Seite 5 von 8Versorgungs-Report 2012 – Pressemitteilung vom 27. November 2011Abbildung 2Prognose der Demenzentwicklung 2010 bis 2050 Anteil Dementer an Bevölkerung* in % minimal maximal5,04,5 4,2 % 3,0 Mio.4,0 3,4 %3,5 bis3,0 2,7 %2,5 2,2 % 2,8 % 2,0 Mio. 2,5 % Menschen2,0 1,4 Mio. 1,7 % 2,2 % absolut 2,0 %1,5 Menschen 1,7 % absolut1,0 2010 2020 2030 2040 2050* Bevölkerung gemäß 12. Koordinierter Bevölkerungsvorausberechnung, Variante 2-W1.Quelle: Versorgungs-Report 2012 © WIdO 2011Abbildung 3Häufigkeit der Demenz nach Alter* Anteil Dementer an AOK-Versicherten in %40 39,9 % 36,2 %30 34,2 %20 22,5 %10 7,5 % 14,4 % 3,5 % 1,0 % 1,8 % 0 60–64 65–69 70–74 75–79 80–84 85–89 90–94 95–99 100+ Altersgruppen* AOK-Daten 2007Quelle: Versorgungs-Report 2012 © WIdO 2011
  6. 6. W is sen sc ha ft lich es In st it ut d er AOK (W IdO) Seite 6 von 8Versorgungs-Report 2012 – Pressemitteilung vom 27. November 2011Abbildung 4Lebenszeit ab 80 Jahre mit und ohne Demenz* in Jahre ohne Demenz mit Demenz10 8 1,93 1,13 6 4 6,86 5,97 2 0 Frauen Männer* AOK-Daten 2007Quelle: Versorgungs-Report 2012 © WIdO 2011Abbildung 5Wie vielen Menschen ab 65 Jahre wurden innerhalb eines Quartals fünf oder mehrWirkstoffe verordnet? 5,5 Mio. (32,4 %) Alle ab 65 Jahre* AOK-Daten 2010, hochgerechnet auf deutsche Bevölkerung 2009Quelle: Versorgungs-Report 2012 © WIdO 2011
  7. 7. W is sen sc ha ft lich es In st it ut d er AOK (W IdO) Seite 7 von 8Versorgungs-Report 2012 – Pressemitteilung vom 27. November 2011Abbildung 6Anteil ungeeigneter Arzneimittel nach PRISCUS-Liste bei Älteren Verordnungsanteil PRISCUS-Arzneimittel in %6,56,0 Frauen 6,25,5 5,8 5,9 5,6 5,5 5,6 5,45,0 5,14,5 4,74,0 4,3 4,3 4,33,5 Männer3,0 65 bis unter 70 70 bis unter 75 75 bis unter 80 80 bis unter 85 85 bis unter 90 90 und älter AltersgruppenQuelle: Versorgungs-Report 2012 © WIdO 2011Abbildung 7Ausgabenanstieg bis 2050 aufgrund des demografischen Wandels:Im Durchschnitt um 0,4 Prozent pro Jahr Index 2002 = 100140 115,8 119,5120 107,4 111,5 100,0 103,0100 80 60 40 20 0 2002 2010 2020 2030 2040 2050Quelle: Versorgungs-Report 2012 © WIdO 2011
  8. 8. W is sen sc ha ft lich es In st it ut d er AOK (W IdO) Seite 8 von 8Versorgungs-Report 2012 – Pressemitteilung vom 27. November 2011Abbildung 8Die zehn häufigsten Erkrankungen bei Älteren ab 60 Jahre 2008 Bluthochdruck 60,9 % Gelenkerkrankungen / Arthrose 43,4 % Instabilität der Wirbelsäule, Rücken- schmerzen, Bandscheibenschäden 42,1 % medizinisch behandelte Stoffwechselstörungen 36,4 % (ohne akute Zustände) Erkrankungen der 26,6 % Venen- und Lymphgefäße Erkrankungen der Augenlinse 25,4 % Typ-II-Diabetes ohne Komplikation 24,1 % Herzrhythmusstörungen und Krankheitenvon Herzklappen, Herzbeutel, Herzmuskel 23,6 % Ischämische Herzkrankheiten (ohne aktues Koronarsysndrom) 20,5 % Krankheiten der Speiseröhre, des Magens und des Dünndarms 20,1 % 0 10 20 30 40 50 60 70 Behandlungshäufigkeit in %Quelle: Versorgungs-Report 2012 © WIdO 2011

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