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  1. 1. ZusammenfassungDer Arbeitsmarkt in Sachsen (September 2011) Arbeitslosenquoten in Sachsen (alle zivilen Erwerbspersonen) Sachsen September 2011: 9,6 Prozent Vormonat: 10,2 Prozent Vorjahresmonat: 10,8 Prozent Regionaldirektion Sachsen, Pressestelle Tel: 0371 9118 620 Postfach 411031 Fax: 0371 9118 696 09022 Chemnitz www.arbeitsagentur.de
  2. 2. Der Arbeitsmarkt im September 2011 – positive konjunkturelle Entwicklung lässt Arbeitslosigkeit wei-ter sinkenNach dem Krisenjahr 2009 erlebte die sächsische Wirtschaft 2010 eine starke konjunkturelle Erholung. DasBruttoinlandsprodukt ist gewachsen, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gestiegen und die Ar-beitslosigkeit ist gesunken. Der sächsische Arbeitsmarkt hat sich in der Krise als sehr robust erwiesen.Entwicklung der ErwerbstätigkeitNach Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen hat die Erwerbstätigkeit im Jahresdurchschnitt 2010um 13.800 oder 0,7 Prozent auf 1,9507 Mio. zugenommen. Damit erreicht die Erwerbstätigkeit seit 2001 ihrenzweithöchsten Stand (höchster Stand: 2008).Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat 2010 noch stärker zugenommen als die Erwerbstätigkeit.Im Dezember 2010 waren 1,418 Mio. Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 24.184 oder 1,7Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch hier hat der Anstieg im Jahresverlauf 2011 angehalten. Im Juli 2011waren nach ersten Hochrechnungen 1,437 Mio. Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 26.323oder 1,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat die Verlusteder Krise wieder aufgeholt und liegt auch in saisonbereinigter Rechnung über dem Vorkrisenniveau (Juli 2011:1,437 Mio.).Der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung beruht sowohl auf mehr Teilzeit als auch aufmehr Vollzeitbeschäftigung. Die Teilzeitbeschäftigung ist im Dezember 2010 gegenüber dem Vorjahr um3.448 oder 1,2 Prozent auf 282.876 und die Vollzeitbeschäftigung um 20.540 oder 1,8 Prozent auf 1,134 Mio.gestiegen. Die Vollzeitbeschäftigung hat ihr Vorkrisenniveau aber noch nicht erreicht.Gemeldete ArbeitsstellenDas gemeldete Stellenangebot hat im September deutlich zugenommen. Insgesamt waren im Bezirk der Re-gionaldirektion Sachsen 20.589 Stellen registriert. Das sind gegenüber August 2011, 147 weniger und im Ver-gleich zum Vorjahresmonat 3.738 mehr.Im September wurden 10.008 Arbeitsstellen gemeldet (Vergleich zum Vormonat: plus 79; Vergleich zum Vor-jahr: minus 75), wovon 9.344 sozialversicherungspflichtig waren (Vergleich zum Vormonat: plus 168; Ver-gleich zum Vorjahr: plus 198).Die meisten gemeldeten Arbeitsstellen kamen aus: • Arbeitnehmerüberlassung (2.916) • Verarbeitenden Gewerbe (1.149) • Handel; Instandhaltung und Rep. von Kfz (1.122) • Gesundheits- und Sozialwesen (762) • Baugewerbe (731) • Gastgewerbe (596)Seit Jahresbeginn sind insgesamt 87.002 Stellen eingegangen. Das sind 7.696 oder 9,7 Prozent mehr als imVorjahreszeitraum.ArbeitskräfteangebotDas Angebot an Arbeitskräften in Sachsen hat nach Einschätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Be-rufsforschung leicht abgenommen. Es dominiert der demografische Trend, dass mehr ältere Menschen ausdem Erwerbsleben ausscheiden als junge nachrücken. Die Komponenten Demografie und Wanderungsver-halten haben in Sachsen zu einer Verringerung des Erwerbspersonenpotenzials beigetragen.ArbeitslosigkeitDie Arbeitslosigkeit ist von August auf September um 11.789 auf 205.266 gesunken.Im Vergleich zum Vorjahr waren im September 24.976 oder 10,8 Prozent weniger Arbeitslose registriert. Da-mit hat sich die Arbeitslosenzahl deutlich verringert. Rückläufig war die Arbeitslosigkeit in beiden Rechtskrei-sen. Maßgeblich für den Rückgang war die konjunkturelle Belebung in der sächsischen Wirtschaft, die zu ei-nem Zuwachs der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung geführt hat.Entwicklung nach RechtskreisenVon allen Arbeitslosen wurden 51.614 (25,1 Prozent) im Rechtskreis SGB III von einer Agentur fürArbeit und 153.652 (74,9 Prozent) im Rechtskreis SGB II von einem Träger der Grundsicherung be- 2
  3. 3. treut. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherungum 13.136 (20,3 Prozent) und in der Grundsicherung um 11.840 (7,2 Prozent) verringert.Entwicklung nach PersonengruppenDer Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat fiel bei Männern und Frauen annähernd gleich aus. Die Ar-beitslosigkeit der Männer hat sich im September um 10,9 Prozent (minus 12.907) auf 105.583 und die derFrauen um 10,8 Prozent (minus 12.907) auf 99.683 verringert. Die Anteile der Männer und Frauen an der Ge-samtarbeitslosigkeit liegen bei 51,4 und 48,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Arbeitslosenquote(bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) auf beiden Seiten ab. Beide Arbeitslosenquoten liegen aktuellnahezu auf gleichem Niveau (Männer: 9,4 Prozent; Frauen: 9,9 Prozent).In der Differenzierung nach Alter ist die Arbeitslosigkeit in allen Altersgruppen gesunken.Die Arbeitslosenzahl der 15- bis unter 25-Jährigen ist im Vergleich zum August 2011 um 13,2 Prozent auf20.378 gesunken, wobei sie im Vergleich zum Vorjahr um 21,5 Prozent gesunken ist. Die Arbeitslosenquote(bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) liegt bei den Jüngeren aktuell mit 9,1 Prozent leicht unter der Ge-samtarbeitslosenquote (9,6 Prozent).Für die Älteren von 50 bis unter 65 Jahren wird im Vergleich zum Vormonat eine Abnahme der Arbeitslosen-zahl um 3,7 Prozent (minus 2.830) und im Vergleich zum Vorjahr eine Abnahme der Arbeitslosenzahl um 6,6Prozent (minus 5.271) ausgewiesen.Arbeitslosigkeit – Zu- und AbgängeArbeitslosigkeit ist kein fester Block, denn es gibt viel Bewegung. So meldeten sich im September 40.834Menschen bei einer Arbeitsagentur oder einem Träger der Grundsicherung arbeitslos, während gleichzeitig52.581 Personen ihre Arbeitslosigkeit beendeten.Arbeitslosigkeit - DauerDie Zahl der Langzeitarbeitslosen liegt in Sachsen bei 63.799. Langzeitarbeitslose sind Personen, die längerals 12 Monate arbeitslos waren (nur statistische Daten basierend auf dem IT-Fachverfahren der Bundesagen-tur für Arbeit – ohne zkT). Langzeitarbeitslose werden weit überwiegend im Rechtskreis SGB II betreut (Sep-tember 2011: 52.168), aber nicht alle Arbeitslosen in diesem Rechtskreis sind länger als ein Jahr arbeitslos.Gleichzeitig gibt es auch im Rechtskreis SGB III Langzeitarbeitslose (September 2011: 11.631). Das sind zumgrößeren Teil Nicht-Leistungsempfänger, die entweder nie einen Anspruch auf Arbeitslosengeld hatten (z.B.Berufseinsteiger) oder die nach Auslaufen des Arbeitslosengeld-Anspruchs wegen mangelnder Bedürftigkeitkein Arbeitslosengeld II erhalten. Außerdem sind hier ältere Arbeitslosengeld-Empfänger enthalten, die Leis-tungsansprüche von mehr als 12 Monaten haben.ArbeitslosenquotenDie Arbeitslosenquote - auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen - belief sich im September auf 9,6 Prozent.Die anteilige SGB III-Arbeitslosenquote belief sich auf 2,4 Prozent und die anteilige SGB II-Arbeitslosenquoteauf 7,2 Prozent. Beide Quoten liegen damit unter Vormonats- und Vorjahresniveau.UnterbeschäftigungIn der Unterbeschäftigungsrechnung nach dem Konzept der BA sind neben den Arbeitslosen die Personenenthalten, die an entlastenden Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder zeitweise arbeitsunfähigerkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden. Damit wird ein umfassenderes Bild vom Defizitan regulärer Beschäftigung in einer Volkswirtschaft gegeben. Realwirtschaftlich (insbesondere konjunkturell)bedingte Einflüsse können besser erkannt werden, weil der Einsatz entlastender Arbeitsmarktpolitik zwar dieArbeitslosigkeit, nicht aber die Unterbeschäftigung verändert.Im September belief sich die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) nach ersten Hochrechnungen auf 285.006.Gegenüber dem Vormonat hat sie um 7.989 abgenommen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Unterbeschäfti-gung um 50.671 oder 15,1 Prozent gesunken.Im September haben 79.740 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, z.B. Weiterbildungen, Prakti-ka in Betrieben, Beschäftigung in Arbeitsgelegenheiten, teilgenommen und dadurch den Arbeitsmarkt entlas-tet. Das waren 3.800 mehr als im August und 25.695 weniger als im Vorjahresmonat. 3
  4. 4. Der sächsische Ausbildungsmarkt – mehr freie Lehrstellen als unversorgte BewerberDie Septemberdaten zum Ausbildungsmarkt werden zur Bilanz des Beratungsjahres 2010/2011 am7. November 2011 veröffentlicht.Bis zu diesem Zeitpunkt bleiben die Daten für den August aktuell:Entwicklung der Ausbildungsstellen (Daten der Bundesagentur für Arbeit und der Jobcenter - gemeinsa-men Einrichtungen – ohne die der zkT)Von Oktober 2010 bis August 2011 wurden der Ausbildungsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit insge-samt 19.997 Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind 11,4 Prozent (2.049) mehr als im Vorjahreszeitraum. DerAnstieg bis August 2011 geht auf ein Plus bei den betrieblichen Berufsausbildungsstellen zurück. Hier sind mit18.951 Stellenmeldungen bei Agenturen und Jobcentern (gemeinsame Einrichtungen), 2.603 oder 15,9 Pro-zent mehr Ausbildungsplatzangebote eingegangen als im Vorjahreszeitraum.Entwicklung der Ausbildungsbewerber (vollständige Daten der Bundesagentur für Arbeit und der zkT)Seit Beginn des Beratungsjahres am 1. Oktober 2010 haben insgesamt 20.060 Bewerber die Ausbildungs-vermittlung der Arbeitsagenturen, Jobcenter und kommunaler Träger bei der Suche nach einer Lehrstelle ein-geschaltet. Das sind 2.143 oder 9,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Entwicklung der Bewerberzahlenhängt von zahlreichen Faktoren ab, die sich teils verringernd und teils erhöhend auswirken. So geht sie zual-lererst einher mit dem demografischen Wandel, der sich in sinkenden Absolventenzahlen allgemeinbildenderSchulen bereits seit geraumer Zeit zeigt. Bewerberzahlen reduzierend wirkt ferner die zunehmende Tendenzzum Erwerb höherer Schulabschlüsse, insbesondere der Hochschulreife. Aufgrund des längeren Verbleibs derJugendlichen im Schulsystem, sowie der Aufnahme eines Studiums in Folge des höheren Abschlusses verrin-gert sich die Zahl der potenziellen Bewerber.Die Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung wirken sich positiv auf den Ausbildungsmarkt aus. ZumRückgang der statistisch erfassten Bewerber trägt auch die zunehmende Nutzung der Onlineangebote(JOBBÖRSE, Selbstinformationseinrichtungen z.B. http://www.planet-beruf.de oder http://www.ich-bin-gut.de)bei der Ausbildungsplatzsuche bei.Zudem nehmen in wirtschaftlich guten Zeiten mehr Jugendliche die Ausbildungssuche in die eigene Hand undmelden sich bei der Berufsberatung erst, wenn die Suche auf eigene Faust erfolglos bleibt.Unbesetzte Ausbildungsstellen - unversorgte BewerberDie Zahl der im August noch unbesetzten Ausbildungsstellen lag mit 4.708 um 1.491 oder 46,3 Prozent überdem Vorjahreswert. Als noch unversorgt zählten im August 3.789 Bewerber, 329 oder acht Prozent wenigerals im Vorjahr. 4

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