Erfolgsmodell Master	 Offen für internationale Kooperationen und	 individuelle Bildungsbiographien
** Lebenslanges Lernen
EditorialSehr geehrte Leserin,sehr geehrter Leser!                                                                        ...
Inhalt    03	 Editorial    06	         „Man braucht Mut, Ausdauer und Zuversicht“    	  er Schweizer Weiterbildungs-Pionie...
Foto: LESC/KIT in Kooperation mit HECTOR School of                                                                        ...
Interview       „Um Weiterbildung zu etablieren, braucht         man Mut, Zuversicht und Ausdauer“             Der Schweiz...
Auf einen Blick                                                                                                      Foto:...
Interview                                                                                                                 ...
Zur Person    zung. Wir haben aus unseren Erfahrungen die Lehre    gezogen, dass man drei Dinge braucht, um die Weiter-   ...
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Universität       Freiburg         Foto: © Peter Mesenholl                                     Zurück an die Uni: Die Frei...
Foto: © Baschi BenderDie Freiburger Weiterbildungs-Master im KurzportraitParodontologie und                            des...
Universität       Freiburg                                   © Istockphoto.com | IAlexander Raths         Foto: Markus Las...
ihre Krankheit als Strafe wahrnehmen“,sagt Bettina Couné: „Da reichen Opiatenicht, da braucht der Arzt einen spiri-tuellen...
Universität       Freiburg                                                    re findet in einem speziell ausgestatteten  ...
Blickpunkt Studierendeberaterprüfung. Diese Prüfung wird zwarnicht im Rahmen des Studiums absolviert;bei erfolgreichem Bes...
Universität     Oldenburg        Ein passendes Angebot für jeden        In Oldenburg will die Universität systematisch Lus...
V                          on Minute zu Minute füllen sich die              an der Universität gut aufgehoben fühlen      ...
Universität     Oldenburg                                                                                                 ...
Auf einen Blick                                        Das Oldenburger Angebot an weiterbildenden                         ...
Universität     Oldenburg                                       Wer sich für eines der Zertifikats-          Gesetzen oder...
Auf einen BlickForschung und EntwicklungGleich drei Professoren kooperieren eng mit dem Center für lebenslanges Lernen (C3...
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  1. 1. Erfolgsmodell Master Offen für internationale Kooperationen und individuelle Bildungsbiographien
  2. 2. ** Lebenslanges Lernen
  3. 3. EditorialSehr geehrte Leserin,sehr geehrter Leser! Professor Dr. Horst HipplerBildung und Qualifikation sind zu Begriffen geworden, die in fast allen Politikberei-chen eine bedeutsame Rolle spielen. Der „Weg in die Wissensgesellschaft“ ist – so Präsident der Hochschulrektorenkonferenzabgegriffen dieses Schlagwort auch inzwischen klingen mag – ein Thema von essen-tieller Bedeutung: Davon, wie gut wir diesen Wandel bewerkstelligen, hängt unserkünftiger Wohlstand in erheblichem Maße ab.Die Hochschulen in Deutschland haben längst erkannt, welche Anforderungen das ansie stellt. Die vielen Veränderungen der vergangenen Jahre sind dafür ein unüberseh-bares Zeugnis. In diesem Magazin möchten wir uns auf einen Bereich konzentrieren,in dem an Universitäten und Fachhochschulen gleichermaßen Wegweisendes geleistetwurde: Es sind unzählige Masterstudiengänge entstanden, die für Studierende und fürdie Hochschulen selbst große Chancen bergen.Viele Lehrende haben ihr Fach, haben das Curriculum ihrer Studiengänge neu durch-dacht. In diesem Magazin begeben wir uns auf eine Rundreise durch Deutschland, umden vielen Ideen und Innovationen nachzuspüren. Auf den folgenden Seiten lernen wirbeeindruckende Beispiele kennen – sowohl aus dem Bereich der konsekutiven Master,die direkt an ein Bachelor-Studium anschließen, als auch aus dem Bereich der weiter-bildenden Master, deren Studierende schon erfolgreich im Berufsleben stehen.Wir möchten drei unterschiedliche Aspekte beleuchten. Im ersten Teil des Magazinswerfen wir einen Blick darauf, wie Hochschulen weiterbildende Masterprogramme inihre Struktur integrieren. Im zweiten Teil legen wir unser Augenmerk auf Hochschul-kooperationen im Masterbereich; sei es international, sei es interdisziplinär. Und imdritten Teil zeigen wir auf, wie innovative Masterprogramme dazu beitragen, dassStudierende in unterschiedlichen Lebenssituationen ein Bildungsangebot finden, dasfür sie genau passend ist.Natürlich können wir in diesem Magazin nur einen Bruchteil der innovativen Konzeptevorstellen, die pars pro toto für die unzähligen gelungenen Studiengänge stehen, diean deutschen Hochschulen angeboten werden.Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Streifzug durch die Hochschulen und eine anregen-de Lektüre!Ihr 3
  4. 4. Inhalt 03 Editorial 06 „Man braucht Mut, Ausdauer und Zuversicht“ er Schweizer Weiterbildungs-Pionier Andreas Fischer im Inter- D view über berufsbegleitende Studiengänge, neue Strukturen an den Hochschulen und unternehmerische Risiken Chancen zur Profilbildung Chancen zur Brückenbildung 12 Weiterbildung als integrale Aufgabe 46 Internationalität inklusive ie Freiburger Universität will berufsbegleitende Masterstudien- D ie Universität Flensburg baut auf ihre Nähe zu Dänemark – D gänge zum umfassenden Angebot ausbauen in einem binationalen Wirtschaftsstudiengang 20 Ein passendes Angebot für jeden 50 Helfen als Wissenschaft n Oldenburg will die Universität Lust machen auf Weiterbil- I ie Ruhr-Universität Bochum bereitet Studierende auf den D dung. Dafür setzt sie auf den Bildungshunger der Interessenten humanitären Einsatz in Katastrophengebieten vor 26 Die Public Private University 54 Wissen für den Wandel ine staatliche Hochschule und ein privater Bildungs- E er Master Global Change Ecology an der Universität Bayreuth D anbieter betreiben gemeinsam die Deutsche Universität ist Teil des bayerischen Elitenetzwerks für Weiterbildung 58 High-Tech im Wald 30 Inkubator mit Strahlkraft ie Fachhochschule Eberswalde macht aus der traditionsbe- D ie Leuphana Universität Lüneburg nutzt als einzige Hochschule D wussten Forstwirtschaft ein international vernetztes Mittel aus dem EU-Strukturfonds Erfolgsmodell 34 Masterprogramme für die ganze Welt 60 Forschen im Weinberg ie Hochschule Bremen setzt mit ihrem Graduate Center auf D ie Bewerber für die Studiengänge in Geisenheim stammen D ein internationales Publikum aus aller Welt. In ihren Labors kommen sie den Geheimnissen des Weins auf die Spur 38 Der Karriere-Master ie Hector School ist Teil des Karlsruher Instituts für Technologie D 64 Die Polizei im Internet und richtet sich an Führungskräfte aus der Wirtschaft ie Hochschule Albstadt-Sigmaringen rollt das Feld der D Online-Sicherheit auf 40 Der Master als Wettbewerbsvorteil islang war die Duale Hochschule Baden-Württemberg auf B Bachelorstudiengänge spezialisiert. Jetzt expandiert sie im Bereich der Master Forschend lernen am Objekt4
  5. 5. Foto: LESC/KIT in Kooperation mit HECTOR School of Schon heute in der Zukunft Engineering Management/KIT Karlsruher Studierende arbeiten an einer 3-D-PräsentationChancen individualisierter Blickpunkt StudierendeBildungsbiographien70 Das individualisierte Studium 25 r. Helen Schultz, Absolventin aus Freiburg D it der Didaktik für berufsbegleitende Studiengänge hat die M Als Zahnärztin wieder an die Uni FernUniversität in Hagen mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung 33 lvia Gaida, Studentin in Lüneburg E74 Die andere Geschichte Das Stipendium, von dem auch die regionale Wirtschaft n der Freien Universität Berlin werden Historiker auf A profitiert Innovationen getrimmt 37 ariann Karlstad und Detrick Brown, Studierende in Bremen M76 Die Versicherungs-Theoretiker Getrieben von der Neugier auf Deutschland er Executive Master of Insurance an der Münchner Ludwig- D Maximilians-Universität ist ein berufsbegleitender Studiengang, 49 Kim Plätz, Studentin in Flensburg in dem die Theorie im Vordergrund steht Forschung in der Grenzregion als Sprungbrett zur EU78 Führung für die Schule 53 aura Puts, Studentin in Bochum L ie Universität Kaiserslautern bildet in einem spezialisierten D Der Berufsalltag? Wasserfilter herstellen, Ruinen aufräumen, Masterstudiengang künftige Schulleiter aus. Sie sollen später Schulen bauen den Wandel im Bildungsbereich mitgestalten 73 Thilo Rörtgen, Student in Hagen80 Zwei Perspektiven auf die Kunst Aus dem Plenarsaal zurück an die Universität n einer Kooperation der Universität Heidelberg mit der I Pariser École du Louvre werden zwei Schulen der Kunst- geschichte vereint 82 eutsche Hochschulen auf dem Weg zum D individualisierten Angebot ine Analyse von Dr. Peter A. Zervakis, Projektleiter nexus der HRK E 84 Lexikalischer Teil 86 Impressum 5
  6. 6. Interview „Um Weiterbildung zu etablieren, braucht man Mut, Zuversicht und Ausdauer“ Der Schweizer Andreas Fischer, Pionier der universitären Weiterbildung, im Gespräch über wissenschaftliche Standards, unternehmerische Risiken – und die Gründe für den Weiterbildungs-Boom in der Eidgenossenschaft Herzlichen Glückwunsch, Herr Fischer! Ihre Schweizer Glücklicherweise haben alle Universitäten beschlossen, Weiterbildungsstudiengänge sind so beliebt, dass viele den Weg weiterzugehen, nachdem die Weiterbildung ausländische Hochschulen von einem solchen Erfolg nur mit vielen Mühen aufgebaut worden ist. träumen können. Wie schaffen Sie das? Wie rasch haben Sie es denn geschafft, kostendeckend zu (lacht) Das ist nicht von heute auf morgen entstan- arbeiten? den, sondern war ein kontinuierliches Wachstum. Sie dürfen nicht vergessen, dass wir das jetzt schon über Ab 1996 mussten die Studiengänge mehr oder 20 Jahre machen. Ich denke, dass bei den Schweizer weniger kostendeckend sein, und das hat auch gut Universitäten zwei Erfolgsfaktoren zusammenkom- geklappt. Wir haben in der Zeit davor sukzessive die men: Zum einen ist das Angebot attraktiv und zum Preise für die Angebote erhöht, anders ging das ja gar anderen gibt es eine große Nachfrage nach Weiterbil- nicht. dung auf Seiten der Arbeitswelt. Trotzdem: In Deutschland gibt es häufig das Problem, dass Und dann gibt es ja noch einen dritten Faktor – die gesell- manche Weiterbildungsstudiengänge einfach zu wenig schaftliche Akzeptanz von Weiterbildung. nachgefragt sind, um die Kosten zu decken. Haben Sie damit keine Schwierigkeiten? Sie haben Recht, es muss erstmal normal werden, dass man nach einigen Jahren oder auch Jahrzehnten Man muss sich natürlich immer jedes Programm im Beruf wieder an die Universität zurückgeht. Da einzeln anschauen. Wir haben einige Angebote, die hat uns sicherlich geholfen, dass das Thema Wei- immer ausgebucht sind, beispielsweise viele Studien- terbildung in der Schweiz im Rahmen einer großen gänge im Bereich Management oder auch Weiterbil- Bundesinitiative gefördert worden ist. Das hat viel dungen im Feld der Psychologie. Und natürlich gab es Aufmerksamkeit auf diesen Bereich gelenkt. auch bei uns Studiengänge, die von vornherein nur auf ein oder zwei Durchführungen angelegt waren Das war schon im Jahr 1990, damals gab es in der Schweiz oder die kein ausreichendes Interesse fanden. Die sind Fördermittel für den Aufbau von Weiterbildungsstrukturen dann wieder von der Bildfläche verschwunden. an den Universitäten. Inzwischen sind die längst ausgelau- fen – wie finanzieren Sie die Weiterbildung heute? Moment, es gibt in der Schweiz inzwischen ein paar Hun- dert Weiterbildungsstudiengänge. Sind die tatsächlich alle Wir haben ja schon 1990 gewusst, dass die Finanzie- ausgebucht, oder experimentieren Sie damit, was ankommt rung irgendwann wegfällt, und konnten uns darauf und was nicht? vorbereiten. Ab 1996 gab es keine Mittel mehr für6 konkrete Studiengänge, die Förderung für die Wei- terbildungsstellen ist dann 1999 eingestellt worden. Nein, für reine Experimente sind die Entwicklungs- kosten für einen Masterstudiengang viel zu hoch. R R
  7. 7. Auf einen Blick Foto: © Jkey | Dreamstime.comGipfelstürmer: Die Schweizer haben eines der ausgeklügeltsten Weiterbildungssysteme in EuropaDas Schweizer SystemAlle Schweizer Universitäten bieten ein profiliertes Weiterbildungsprogramm an. Sie sind im landeswei-ten Verband SwissUni zusammengeschlossen, in dem sie ihre Erfahrungen austauschen und gemeinsameProjekte planen. Auf SwissUni geht auch die Standardisierung der Weiterbildungsabschlüsse zurück: DieAbsolventen bekommen entweder einen Master of Advanced Studies (MAS), der 60 Kreditpunkte umfasst,ein Diploma of Advanced Studies (DAS mit 30 Kreditpunkten) oder ein Certificate of Advanced Studies(CAS mit 10 Kreditpunkten). Dadurch hat die Weiterbildung einen eigenständigen Status in der Ordnungder universitären Abschlüsse bekommen, zugleich ist die Vergleichbarkeit der Angebote gewährleistet. DieNachfrage nach Weiterbildung ist bei allen Schweizer Universitäten groß; das Land gilt in dieser Hinsichteuropaweit als Vorbild. Nach einer Studie gab es im Jahr 2010 in der Schweiz 320 weiterbildende Master-angebote, inzwischen ist die Zahl nach Schätzung von Experten auf etwa 400 angestiegen.Die unterschiedlichen Angebote sind oft miteinander kompatibel. So kann ein CAS für ein DAS im glei-chen Fach angerechnet werden und dieses Diplom wiederum für einen MAS. Die Weiterbildungs-Masterallerdings berechtigen im Regelfall nicht zu einem Promotionsstudium. 7
  8. 8. Interview Angebot, bei dem Professoren von beiden Hochschu- len an der Lehre beteiligt sind. Wäre da nicht ein Angebot von Fernstudien die Chance, auch überregional aktiv zu werden? Bevor der falsche Eindruck entsteht: Formen des Foto: © Universität Bern | Abt. Kommunikation Blended Learning haben wir ja bereits, das Selbstler- nen etwa mit Elementen des E-Learnings spielt also schon eine Rolle. Ein reines Fernstudium ist für uns aber undenkbar. Das hat hier keine Tradition. Sie müssen sehen, dass die Schweiz ein Land mit klei- nen Distanzen ist – da fährt man schon selbst an die Universität. Wir stellen auch immer wieder fest, dass die Teilnehmenden über die Präsenzveranstaltungen froh sind. Dadurch kommen sie aus ihrem üblichen Umfeld raus und finden eine neue Umgebung zum Lernen. Die Universitätsbibliothek in Bern Wie funktioniert bei Ihnen in Bern die Zusammenarbeit der Weiterbildungseinrichtung mit den Fakultäten – von welcher Seite kommen die Impulse? Einfach mal auszuprobieren, das können wir uns Die Ideen für einen Weiterbildungsstudiengang kom- nicht leisten. Es gibt im Prinzip zwei Wege, auf denen men in der Regel aus den Fakultäten. Unsere Aufgabe wir an einen neuen Studiengang herangehen. Der ist es dann, aus den Ideen ein Angebot zu machen, erste ist, dass wir klein beginnen und dann groß wer- das sinnvoll ist und Chancen auf dem Markt hat. Die den. Da bieten wir also erst einmal Zertifikatskurse erste Frage ist dabei die nach dem Format: Reicht es, an, die wir dann bei guter Nachfrage zu einem Master ein Zertifikatsangebot zu machen oder trägt die Idee weiterentwickeln. Den zweiten Weg gehen wir dann, einen ganzen Masterstudiengang? Und natürlich wenn wir von Beginn an einen Master anbieten müssen wir die Zielgruppe definieren, denn oft ist die möchten: In dem Fall muss man Bedarfsabklärun- Idee aus der Universität angebotsorientiert. Da heißt gen machen, und das geht nur mit guten Kontakten es dann, wir haben dieses und jenes Wissen, das wir im Feld. Wir sprechen mit Berufsorganisationen weitergeben möchten. Wir müssen die umgekehrte und Verbänden und fragen dort ganz offen: Hat der Frage stellen: Wem nützt das etwas? angedachte Studiengang Chancen, bei der Zielgruppe anzukommen? Sind die Weiterbildungsangebote innerhalb der Universitä- ten so breit akzeptiert, dass Sie diese Diskussionen gleichbe- Da klingen sehr viele betriebswirtschaftliche Aspekte durch, rechtigt führen können? die im Hintergrund eine Rolle spielen. Sehen sich eigentlich die Universitäten gegenseitig als Konkurrenten? Es gibt Da gibt es große Unterschiede. Eine Selbstverständ- ja in der Schweiz fast überall sehr profilierte Weiterbil- lichkeit jedenfalls ist die Akzeptanz nicht, oft nehmen dungsangebote. Professoren die Unterstützung durch die Weiterbil- dungsstellen als eine von vielen Dienstleistungen Im Bereich der Management- und Wirtschaftsweiter- wahr, die eine Universität nun einmal anbietet. Viele bildung machen sich die Universitäten Konkurrenz, sehen die Weiterbildung eher auf der administrativen ganz ohne Frage. Ansonsten aber eher nicht. Dabei Ebene als tatsächlich im wissenschaftlichen Bereich. spielt sicher eine Rolle, dass wir keine reinen Fern- In Bern haben wir zum Glück eine bessere Situation, studiengänge anbieten. Überall sind viele Präsenz- unsere Weiterbildungsstelle ist als wissenschaftliche seminare eingeplant, und da ist die geographische Institution anerkannt. Meiner Erfahrung nach kommt Nähe immer ein ausschlaggebendes Argument. Das das oft auf die Leute an: Wenn in der Universitäts- schränkt die Konkurrenz natürlich ein. In vielen Fäl- leitung und anderen maßgebenden Organen starke8 len arbeiten wir sogar zusammen: Universitäten sind Persönlichkeiten sitzen, denen die Weiterbildung am im Kontakt miteinander und planen ein gemeinsames Herzen liegt, dann ist das eine wichtige Vorausset-
  9. 9. Zur Person zung. Wir haben aus unseren Erfahrungen die Lehre gezogen, dass man drei Dinge braucht, um die Weiter- bildung innerhalb der Universität zu etablieren: Mut, Zuversicht und Ausdauer.Dass manche Fakultäten skeptisch gegenüber der Weiterbil-dung sind, hängt ja damit zusammen, dass sie die Wissen-schaftlichkeit der Programme bezweifeln. Grundsätzlich gilt: Wir haben den Anspruch der Wissenschaftlichkeit, das ist unser Profil und das können nur wir als Universität. Auf der anderen Seite Foto: © Universität Bern kommen die Teilnehmenden aus der Berufspraxis nicht in erster Linie zu uns, um hier Wissenschaft- liches zu lernen. Sie kommen deshalb, weil sie ihre Arbeit möglichst gut machen wollen; sie bringen also einen praktischen Antrieb und praktische Erfahrun- gen mit. Als Universität müssen wir deshalb einen Mittelweg fahren: Wir können nicht rein akademisch sein, sondern müssen sehr stark die Praxiswirklichkeit Dr. Andreas Fischer leitet das Zentrum für in die Angebote aufnehmen. Wir nennen es so: Die universitäre Weiterbildung (ZUW) der Uni- universitäre Weiterbildung fundiert auf Wissenschaft versität Bern. Zugleich ist der promovierte und Forschung und befähigt die Studierenden zu Geograph Vorstandsmitglied von SwissUni. einem reflektierten Transfer der Bildungsinhalte in Das ZUW bietet 26 Masterstudiengänge und die Arbeitswelt und ihr weiteres Lebensumfeld. Für zahlreiche Zertifikatskurse an. Insgesamt die Lehrenden ist das eine didaktische Herausforde- sind in Bern rund 5.500 Studierende für rung. Sie stehen nicht vor Studierenden, die gerade Weiterbildungsprogramme eingeschrieben. frisch ihr Abitur gemacht haben – da haben sie es auf einmal mit Leuten zu tun, die schon jahrelange Erfah- rung haben in ihrem Bereich.Wie schaffen Sie es, zwischen diesen unterschiedlichen An-sprüchen die Balance zu halten? Wie schwierig das ist, zeigt ja allein schon die Viel- falt an Begriffen: Man redet von wissenschaftlicher Weiterbildung, von universitärer Weiterbildung und „Wir haben den An- von Weiterbildung für Akademiker. Das sind drei spruch der Wissenschaft- unterschiedliche Blickwinkel und Ansprüche, und wir sind mittendrin in diesem Spannungsfeld. Eines ist für lichkeit. Das ist unser uns von vornherein klar: Wir bieten keine normalen Kommunikationskurse an oder solche Sachen, die Profil und das können man auch außerhalb der Universität lernen kann. Damit grenzen wir uns schon einmal von anderen nur wir als Universität“ Anbietern ab. Hier in Bern muss grundsätzlich der Senat der Universität jeden Studiengang bewilligen, auch in der Weiterbildung – das ist ein Kontrollin- strument für die Wissenschaftlichkeit. Eine zweite Stellschraube sind die Leistungskontrollen: Natürlich achten die Fakultäten darauf, dass die Seminar- und Masterarbeiten der Studierenden den wissenschaft- lichen Standards genügen. Dadurch halten wir die Balance. 9
  10. 10. n nce Cha d ung ro f ilbil P zurDas Studium nach dem Studium wird immer üblicher. Man lernt nie aus, sagt der Volksmund.Jetzt kümmern sich auch die Hochschulen darum, dass alle weiterlernen können – auch, wennsie ihr erstes Studium schon lange hinter sich haben und erfolgreich im Beruf stehen. Wissen-schaftliche Weiterbildung ist das Schlagwort dazu. In den USA, aber auch in der Schweiz ist dasThema längst etabliert: Dort gibt es Masterstudiengänge, die speziell auf die Bedürfnisse vonBerufstätigen zugeschnitten sind. Ein ähnliches Angebot entwickelt sich jetzt auch in Deutsch-land. Es ist genauso vielseitig wie die Hochschulen: Welche Studiengänge sie anbieten, ob sie aufFern- oder Präsenzstudien setzen und wie sie die Weiterbildung in die eigene Hochschulstruktureinbinden – auf diese Fragen findet jede Hochschule eine andere Antwort. Diejenige, die ambesten zur eigenen Hochschulkultur passt.
  11. 11. Universität Freiburg Weiterbildung als integrale Aufgabe Die Freiburger Universität gehört zu den Pionieren bei berufsbegleitenden Masterstudiengängen. Jetzt soll das Angebot ausgebaut werden und in die gesamte Hochschule ausstrahlen Unter Kollegen: Erfahrene Zahnärzte lernen in ihrer Freizeit für den Master in Parodontologie12
  12. 12. D ie Freiburger Universität wird von dort Charlotte Bünemann, Fachbereichsleiterin geleitet, wo einst die Kommandanten der Wissenschaftliche Weiterbildung bei der französischen Besatzungszone ihren Sitz FRAUW. Eine zentrale Anlaufstelle, eine hatten. Ein klotziges Gebäude mit sechs Art Dienstleister soll die FRAUW sein, denn Stockwerken ist es, die Lage ist für die inhaltlich wie organisatorisch sind die Universität symbolträchtig: Aus der Verwal- Weiterbildungsstudiengänge weitgehend tung fällt der Blick in Richtung Norden auf an den Fakultäten angesiedelt. Das ist den naturwissenschaftlichen Campus, in eines der Prinzipien, nach dem die Fach- Richtung Süden auf die Gebäude der Geis- wissenschaftler die treibenden Kräfte sein tes- und Sozialwissenschaftler, die in der sollen. In den meisten Fällen war es so wie Altstadt siedeln; dort, wo 1457 die lange etwa beim Studiengang Parodontologie Tradition der Freiburger Albert-Ludwigs- der medizinischen Fakultät (s. S. 15): Die Universität begründet wurde. Professoren haben einen akuten Bedarf an Hier ist der Sitz von Vizerektor Profes- Fachwissen erkannt und sich entschieden, sor Dr. Heiner Schanz. Auf dem Rektorats- die Lücke zu schließen. Die Lehre erbringen flur vor seinem Büro hängen wuchtige Ge- die Dozenten im Nebenamt, so dass sich mälde der früheren Uni-Rektoren. Tradition die zusätzlichen Studienangebote nicht auf mit der Moderne verbinden – dieser Brü- das Lehrdeputat auswirken. Auf mittlere ckenschlag ist hier greifbar, zwischen Öl- Sicht sollen sich die Studiengänge selbst bildern und Designermöbeln in den Büros. finanzieren; sie sind berufsbegleitend und Ein Anspruch, der auch für die Studienan- kosten bis zum Abschluss eine fünfstellige gebote gilt. „Wir haben gesehen, dass sich Summe. „Das ist ein schwieriger Spagat die Zielgruppe für den Master verschiebt“, zwischen Kostendeckung und Marktnach- sagt Schanz. „Allen Unkenrufen zum Trotz frage“, räumt Jan Ihwe ein. Als Profit- gehen viele unserer Bachelor-Absolventen Center allerdings seien die Weiterbildungs- erstmal in den Beruf, besonders deutlich ist studiengänge nicht gedacht. Und ohnehin diese Tendenz in stark vom Arbeitsmarkt geht das Geld nicht an eine zentrale Stelle nachgefragten Bereichen wie beispiels- der Universität, sondern verbleibt bei den weise der Informatik.“ Einige Jahre später Fakultäten, die damit Lehrmaterial und wollen die Absolventen dann, um wertvolle Lehrende bezahlen. Erfahrungen reicher, noch weiterstudieren. Eine Gemeinsamkeit der Weiterbil- Gleiches gilt auch für die traditionellen dungsmaster ist, dass sie als berufsbeglei- Abschlüsse. „Und diese Zielgruppen dürfen tende Studiengänge etwa 20 Prozent Prä- wir nicht einfach privaten Weiterbildungs- senzphasen vorsehen, den Rest des Stoffes anbietern überlassen.“ aber online vermitteln. „Die Lehrinhalte Die Antwort, die man in Freiburg auf kommen direkt von den Lehrenden, wir un- diese dauerhafte Verschiebung gefunden terstützen bei der technischen Umsetzung hat, ist innovativ: Für Weiterbildungsan- der didaktischen Konzepte“, sagt Dr. Nicole gebote hat die Universität eine eigene Wöhrle, Leiterin der Servicestelle E-Lear- Abteilung eingerichtet, die Studiengänge ning an der Universität Freiburg. Mit der aus allen Fakultäten koordiniert. „Unser Kombination aus einer Lehrplattform und Freiburger Spezifikum dabei ist, dass wir einem virtuellen Klassenzimmer, in dem bewusst eine Gemeinschaft von Profes- sich die Studierenden austauschen, haben R RFoto: Baschi Bender sionals schaffen und nicht nur eine reine die Freiburger lange Erfahrungen: 2001 Wissensvermittlung betreiben“, sagt Jan Ihwe, Direktor der Freiburger Akademie für Weiterbildung (FRAUW). Sieben Masterstu- Zahl der im Arbeitsvertrag geregelten Stunden, diengänge aus drei Fakultäten sind derzeit die ein Hochschullehrer für die Lehre aufwendet. im Angebot; allesamt in ihrer Zielrichtung bundesweit einzigartig. Ergänzt werden die kompletten Studiengänge durch Zertifikats- Lernen sowie Kommunikation und Interakti- kurse, die nur einzelne Module umfassen. on mit Hilfe von elektronischen und digitalen „Organisatorisch sind wir eine Medien. Dazu gehören unter anderem online Grenzstelle zwischen der akademischen verfügbare Lernmaterialien, Videomitschnitte und der administrativen Welt. Wir leisten von Vorlesungen und der digitale Kontakt 13 hier die Übersetzungsarbeit“, sagt Toni zwischen Studierenden und Dozenten.
  13. 13. Universität Freiburg Foto: © Peter Mesenholl Zurück an die Uni: Die Freiburger geben den Studierenden neue Impulse nach den ersten Jahren in der Praxis waren sie bundesweit eine der ersten kommenden Jahren weiter ausbauen. Hochschulen, die auf ein fortschrittliches „Wir können uns noch viele andere Learning-Management-System setzten. Fächer vorstellen“, sagt Vizerektor Heiner Inhaltlich hat diese Architektur großen Schanz: „Die Angebote sehen wir als Einfluss auf die Studiengänge. „Unsere integralen Bestandteil der Universität.“ Grundidee ist, keine bloße Fortsetzung der Damit wolle man sich bewusst abgrenzen wissenschaftlichen Lehre aus den grund- von „Satelliten, auf die wir als Universität ständigen Studiengängen anzubieten, nur unseren Namen draufkleben.“ sondern engen Kontakt auf Augenhöhe Dazu haben die Freiburger eine zu suchen“, sagt Akademie-Direktor Jan gezielte Masterstrategie ausgerufen, in Ihwe. Weil die Teilnehmer gestandene die sie die konsekutiven und die wei- Praktiker sind, teilweise auch schon eine terbildenden Studiengänge einbinden. Promotion abgeschlossen haben, können Die Grundlage dafür wird schon in den sie wechselseitig von ihren Erfahrungen Bachelor-Programmen gelegt: Dort haben profitieren. „Wir beobachten, dass sich die Studierenden die Möglichkeit, an die Studierende mit Berufs- bei Online-Meetings die Lehrenden oft vorgesehenen drei Jahre noch ein viertes rausziehen und die Teilnehmer unterein- Jahr dranzuhängen. Darin können sie sich erfahrung: „Diese Ziel- ander diskutieren“, sagt Wöhrle. Genau bewusst auf einen bestimmten Masterstu- das ist mit dem Schlagwort von der diengang vorbereiten. IndividualTrack und gruppe dürfen wir nicht Gemeinschaft von Professionals gemeint, GlobalTrack heißen die Programme, die die das erklärte Ziel der Weiterbildungs- der Universität die Auszeichnung für Ex- einfach privaten Wei- kurse ist. zellente Lehre eingebracht haben – zwei Die Freiburger Angebote zeigen indes Semester lang können die Studierenden terbildungsanbietern auch, wie viele Inhalte dank der techni- auf eigene Faust eine Art Studium Genera- schen Möglichkeiten online vermittelt le in Freiburg absolvieren oder Ausland- überlassen“ werden können. „Wir sind längst darüber serfahrungen sammeln. Die Leistungen hinaus, dass man einfach nur Texte online aus diesem Jahr können dann, wenn sie stellt und die Studierenden dann Multiple- sich für einen Master entscheiden, unmit- Choice-Fragen dazu beantworten lässt“, telbar angerechnet werden. sagt Nicole Wöhrle. Die Mediziner können Alles für die Attraktivität des Stu- etwa Videos von Operationen hochladen dienangebots, das ist das Credo an der oder komplette virtuell aufbereitete Pa- Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. tientenfälle mit Fotos oder Animationen; In diesem Gesamtkonzept spielen die auf dieser Grundlage können die Teilneh- weiterbildenden Master ebenso eine mer dann einen Behandlungsvorschlag Rolle wie die konsekutiven Programme. erstellen. Oder der Bereich Informatik: Im „Das Studienverhalten ändert sich“, fasst Studiengang Eingebettete Mikrosysteme Vizerektor Heiner Schanz zusammen, bekommen die Teilnehmer per Post ein „und es ist unsere Verpflichtung, allen die Mini-Laboratorium nach Haus geschickt, passenden Angebote zu machen.“ das sie von der Infrastruktur des Instituts weitgehend unabhängig macht (s. S. 18).14 Die Universitätsleitung in Freiburg will den Weiterbildungsmaster in den
  14. 14. Foto: © Baschi BenderDie Freiburger Weiterbildungs-Master im KurzportraitParodontologie und deshalb Teilnehmer aus dem gesamtenPeriimplantäre Therapie deutschsprachigen Raum ein. Für sie ist die Mischung aus Online- und PräsenzphasenDer Bedarf nach Behandlungen am ideal: Im virtuellen Klassenzimmer stellenZahnhalte-Apparat ist groß: „45 Prozent sich beispielsweise fiktive Patienten vor, zuder erwachsenen Patienten haben Erkran- deren Problemen Fotos, Videos und weiterekungen am Parodont“, sagt Professorin Dr. Angaben mitgeliefert werden. So lässtPetra Ratka-Krüger, „aber trotzdem werden sich auch aus der Ferne ein realitätsnahernur fünf Prozent der Behandlungszeit in Einblick gewinnen; bei Rückfragen stehenden Praxen darauf verwendet.“ Ratka- jederzeit Tutoren zur Verfügung – die sindKrüger ist Leiterin des Masterstudiengangs Spezialisten für Parodontologie und habenParodontologie Periimplantäre Therapie, eine Weiterbildung zum Teletutor gemacht.der diese Lücke im Angebot schließen In den Praxisphasen müssen die Zahnärztesoll: Er richtet sich an Zahnärzte, die dann selbst Hand anlegen. An Tierkiefernnach ihrem Studium schon mehrere Jahre üben sie komplizierte Operationen undPraxiserfahrung gesammelt haben und führen im Klinikum später auch Eingriffe ansich dann ein neues Fachgebiet erschließenwollen. Die Parodontologie wird zwar auchim grundständigen Studium behandelt,allerdings lassen die Curricula meistens realen Patienten durch. (s. Portrait auf S. 19) Steckbrief: R Rkeine Zeit für eine Vertiefung des Themas.„Wegen dieser Diskrepanz zwischen der qq der Kreditpunkte: 80 Zahl klinisch-epidemiologischen Bedeutung und Regelstudiendauer: 6 Semester qqder strukturell eingeschränkten Möglichkeit Abschluss: Master of Science qqder einzelnen Universitätskliniken besteht C harakteristik: berufsbegleitend, qqein hoher Ausbildungsbedarf im Fach weiterbildend, 80 Prozent Fernstudium, Parodontologie“, sagt Petra Ratka-Krüger. 20 Prozent PräsenzstudiumZu ihrem Studiengang, der in dieser Form 15bundesweit einzigartig ist, schreiben sich
  15. 15. Universität Freiburg © Istockphoto.com | IAlexander Raths Foto: Markus Lassmann Der Arzt als Techniker: In Freiburg wer- den Mediziner in Sachen High-Tech auf den aktuellen Stand gebracht Physikalisch-Technische Medizin sind als Ärzte in Kliniken beschäftigt, in vielen Fällen unterstützt der Arbeitgeber Dass in Praxen und Kliniken immer mehr das Studium. „Die Abschlussarbeit wird medizintechnische Geräte stehen, spiegelt am Arbeitsplatz verfasst, beispielsweise sich in der klassischen medizinischen über die Lösung eines medizintechnischen Ausbildung nur bedingt wider. „Natürlich Problems. Davon kann also nicht nur der gehören auch Grundlagen der Physik Absolvent, sondern auch seine klinische zum Medizinstudium, aber meist fehlt Abteilung unmittelbar profitieren“, sagt der Bezug zur Medizin weitgehend“, sagt Studiengangsleiter Josef Guttmann. Das Credo für die Professor Dr. Josef Guttmann, Studien- gangsleiter des Masterstudiengangs Steckbrief: wissenschaftliche Wei- Physikalisch-Technische Medizin. In diesen Bereich soll das weiterbildende Master- qq der Kreditpunkte: 90 Zahl terbildung: Kontakt auf programm vorstoßen: Während Ingenieure Regelstudiendauer: 6 Semester qq schon an mehreren Dutzend Hochschulen Abschluss: Master of Science qq Augenhöhe statt Lehrer- in Deutschland die Möglichkeit haben, C harakteristik: berufsbegleitend, weiter- qq sich als Medizintechniker zu spezialisie- bildend, 80 Prozent Fernstudium, 20 Prozent Schüler-Verhältnis ren, gibt es den umgekehrten Fall – dass Präsenzstudium sich also Ärzte mit Grundlagen aus der Technik weiterbilden – bislang noch nicht. Dabei hat ein Verständnis der Geräte und Palliative Care Verfahren tiefgreifende Auswirkungen auf die medizinische Praxis. „Ärzte messen Das Schlagwort vom „multiprofessionellen und interpretieren ständig zahlreiche Vital- Zugang“, sagt Bettina Couné, beschreibe daten ihrer Patienten“, sagt Guttmann: den Studiengang Palliativmedizin, den „Aber die Grundlagen etwa im Bereich der sie koordiniert, am treffendsten: „In der Messtechnik haben sie nicht.“ Wie kom- Palliativmedizin ist es tatsächlich so, dass men also die Ergebnisse zustande, welche alle eng zusammenarbeiten müssen: Ärzte, Fehlerquellen gibt es und wie groß sind die Pfleger, Sozialarbeiter, Psychologen, Seel- möglichen Abweichungen? Solche Kennt- sorger, Apotheker und ehrenamtliche Hel- nisse spielen in immer mehr Bereichen fer.“ An der Stelle setzt der Studiengang eine Rolle – bei bildgebenden Verfahren an: Die Teilnehmer aus den unterschiedli- wie Ultraschall und Endoskopie ebenso chen Berufsgruppen sollen einen komple- wie in der Beatmungs- und Narkosetechnik xeren Blick auf den Bereich bekommen oder der Robotik. Die Teilnehmer durch- und die Perspektive der jeweils anderen laufen in dem Studium zunächst mehrere kennenlernen. Derzeit sind etwa zwei Drit- Module mit physikalisch-technischen tel der Teilnehmer Ärzte; ein abgeschlosse- Grundlagen, anschließend kann jeder aus nes Hochschulstudium sowie fachrelevante dem breiten Spektrum zwei Vertiefungs- Berufserfahrung sind Voraussetzung. „Es richtungen auswählen. Auf ein Semester gibt Fälle, in denen die Patienten selbst mit Fernstudium folgt jeweils eine einwöchige hohen Dosen Morphium noch Schmerzen16 Präsenzphase; die Regelstudienzeit liegt leiden. Manchmal ist das ein psychosoma- bei sechs Semestern. Fast alle Bewerber tischer Schmerz – etwa, wenn Menschen
  16. 16. ihre Krankheit als Strafe wahrnehmen“,sagt Bettina Couné: „Da reichen Opiatenicht, da braucht der Arzt einen spiri-tuellen und psychologischen Zugang.“Entsprechend ist das Studium aufgebaut,das die Bereiche Gesundheitsökonomieund Psychoonkologie ebenso umfasstwie Fragen der Ethik und des Rechts, diebesonders im Umgang mit Patientenverfü-gungen und Therapieentscheidungen einegroße Rolle spielen. Die Teilnehmer absol-vieren dabei gemeinsam zwei Drittel allerModule, je nach Vorwissen und Interessegibt es zusätzlich unterschiedliche Vertie-fungsmaterialien und Tutorien. „Wir lagerndas Sachwissen in die E-Learning-Bereicheaus und nutzen die Präsenzphasen vorallem für Trainings, Rollenspiele, Refle-xion und den Austausch, der in diesemStudiengang besonders wertvoll ist“, sagtBettina Couné. Für die Teilnehmer sind dieErfahrungen der Kommilitonen so wichtig,dass sie auch im virtuellen Klassenzimmerin engem Kontakt bleiben: „Sie bildeneine echte Gruppe und öffnen sich, dasfunktioniert auch am Computer“, hat Stu-diengangkoordinatorin Couné beobachtet– „der Austausch ist sehr kontinuierlich,auch außerhalb der Präsenzphasen.“ Foto: © Istockphoto.com | Eliza SnowSteckbrief:qq der Kreditpunkte: 80-120 Z ahl (je nach erstem Hochschulabschluss) Regelstudiendauer: 4-6 Semester qq Abschluss: Master of Scienceqq C harakteristik: berufsbegleitend, weiterbil-qq dend, 80 Prozent internetgestütztes Selbststu- dium, 20 Prozent Präsenzstudium Arbeiten im Reinraum: Die Wafer, Grundlage für Solarzellen, sind hochempfindlichPhotovoltaics dem spektakulären Sichtbeton-GebäudeDer Masterstudiengang in Photovoltaics auf dem Campus der Technischen Fakultätist der einzige englischsprachige Weiterbil- verteilen sich die Experten für Photovoltaikdungs-Master an der Universität Freiburg. auf drei Etagen. Ganz in der Nachbarschaft„Deutschland ist im Bereich Solartechnik ist zudem das Fraunhofer-Institut fürführend, und das Interesse aus anderen Solare Energiesysteme untergebracht. DerLändern ist ausgesprochen groß“, sagt Masterstudiengang ist in enger Koopera-Studiengangkoordinator Dr. Martin Kase- tion entstanden. Die meisten Bewerbermann. Der Studiengang profitiert von der sind Physiker, manche haben auch schongroßen globalen Nachfrage im Bereich der promoviert. „Wir wollen die Absolven-erneuerbaren Energien: In vier Semestern ten in die Lage versetzen, Technologienwerden die Studierenden zu Experten auf weiterzuentwickeln, aber auch Neues zudem Gebiet der Solartechnik ausgebildet. entdecken“, so Kasemann. Große TeileFreiburg hat sich zu einem der weltweit des Studiums finden online statt. Diewichtigsten Forschungsstandorte auf Präsenzphasen in Freiburg sind dann striktdiesem Feld entwickelt. Wer Kasemann durchgetaktet, um das Pensum zu schaf-in seinem Büro besucht, läuft vorbei anLabors mit aufwendigster Messtechnik. In fen; an manchen Tagen gibt es bis zu zehn Stunden Seminare. Eines der Praxissemina- R R 17
  17. 17. Universität Freiburg re findet in einem speziell ausgestatteten der Praxis zu Genüge – von komplexen In- Messlabor statt; ein anderes an einer dustriemaschinen über Chips in Waschma- Produktionslinie des Fraunhofer-Instituts, schinen bis hin zu Bauteilen in modernen wo Solarzellen mit frei gewählten Para- Autos. Der Roboter aus dem Studiengang metern hergestellt werden. So lassen sich ist auch ein eingebettetes System, in dem die Einflussgrößen und ihre Auswirkungen mehrere Elemente zusammenwirken. Die genau studieren. Die meisten Absolventen Studierenden müssen beispielsweise einen arbeiten in der Industrie; es gab aber auch eingebauten Sensor so programmieren, schon Bewerber, die bei einer Bank für dass er etwa eine Münze erkennt, wenn die technische Bewertung von Projekten der Roboter über den Boden rollt. Mittels zuständig waren und das Risiko bei der Ultraschallsensoren müssen sie Zusam- Kreditvergabe einschätzen. Der nächste menstöße verhindern können oder über Schritt für den Studiengang soll jetzt spezielle Lichtsensoren am Antrieb die die weitere Internationalisierung sein: Fortbewegung überprüfen. Dieser Roboter „Die wissenschaftlichen Inhalte kommen zeigt, wie fließend die Grenzen zwischen immer von uns“, sagt Martin Kasemann, Präsenz- und Fernstudium sein können: „aber wir würden gern in Kooperation mit Die Teilnehmer bekommen ihr eigenes La- anderen Universitäten noch weitere Kom- bor kurzerhand nach Hause geliefert und petenzzentren einrichten, damit nicht alle können so für sich alleine Inhalte lernen, Studierenden für die Präsenzphasen nach für die früher die Ausstattung einer Univer- Freiburg einfliegen müssen.“ Angedacht sität unabdingbare Voraussetzung war. sind Standorte in den USA, den arabischen Der Masterstudiengang Intelligente Ein- Ländern und vor allem in Asien. Für die gebettete Mikrosysteme ist im Jahr 2007 Module im Fernstudium sind dann nach gestartet. Er richtet sich vor allem an Infor- Labor für den heimischen Schreibtisch: wie vor die Freiburger zuständig, die Prä- matiker, Mikrosystemtechniker, Maschinen- Dank handlicher Roboter können senzphasen aber können die Studierenden bauer und Physiker und sei in Deutschland Freiburger Technik-Studierende zu Hause irgendwo auf der Welt absolvieren. einzigartig. „Wir sprechen bewusst auch nicht nur die Theorie lernen, sondern Absolventen von Dualen Studiengängen auch praktisch arbeiten. Steckbrief: oder Fachhochschulen an“, sagt Koordi- nator Christoph Hermann. Für manche der qq der Kreditpunkte: 60-120 ECTS Zahl Teilnehmer eröffne sich mit dem Master Regelstudiendauer: 4-6 Semester qq der Weg zur Promotion. Die Resonanz auf Abschluss: Master of Science qq das Studium sei sehr zufriedenstellend, C harakteristik: berufsbegleitend, weiter- qq vermelden die Freiburger – „nur dass sie bildend, 80 Prozent Fernstudium, 20 Prozent den Roboter nach einem Semester wieder Präsenzstudium zurückgeben müssen, gefällt manchen Studierenden ganz und gar nicht!“ Intelligente Eingebettete Steckbrief: Mikrosysteme qq der Kreditpunkte: 60-120 (je nach Zahl Das Labor bekommen die Studierenden Vorbildung) per Post nach Hause geschickt: Ein Koffer Regelstudiendauer: 3-7 Semester qq ist es, von innen weich mit Schaumstoff Abschluss: Master of Science qq ausgekleidet. Darin liegt ein Roboter, der C harakteristik: berufsbegleitend, weiter- qq mit seinem Kettenantrieb an eine Planier- bildend, 90 Prozent Fernstudium, 10 Prozent raupe erinnert. Statt eines Daches hat er Präsenzstudium eine aufgelötete Platine; von allen Seiten stehen zusätzliche Gerätschaften ab, und an zentraler Stelle hat der Roboter einen Taxation Anschluss für ein externes Steuerungsge- rät. „Darüber lässt er sich programmie- An Betriebswirte und Juristen richten sich ren“, sagt Christoph Hermann, Studien- die beiden Studiengänge, die sich mit gangkoordinator des Masterstudiengangs den Themen Steuerlehre und Steuerrecht Intelligente Eingebettete Mikrosysteme. beschäftigen. Im Fokus des Master of Arts Von eingebetteten Systemen sprechen die Taxation stehen Bachelorabsolventen Experten, wenn verschiedene Technologien mit erster Berufserfahrung. Das Pro- oder auch verschiedene Geräte miteinan- gramm kombiniert einen anspruchsvollen18 der verbunden sind und miteinander inter- weiterbildenden Studiengang mit der agieren. Anwendungsbeispiele gibt es in Vorbereitung auf die staatliche Steuer-
  18. 18. Blickpunkt Studierendeberaterprüfung. Diese Prüfung wird zwarnicht im Rahmen des Studiums absolviert;bei erfolgreichem Bestehen werden dafürjedoch etwa 40 Prozent der insgesamt120 ECTS-Punkte angerechnet. „Dieseenge Verzahnung verkürzt zum einen dieStudiendauer und sorgt für ein vertieftesVerständnis der Themen. Zum anderengehen unsere Teilnehmer optimal vorbe-reitet in die Steuerberaterprüfung“, sagtStudiengangkoordinator Falk Mehlhorn.In zehn Einheiten zum Selbststudium mitanschließenden Präsenzphasen werden dieTeilnehmer zum Masterabschluss geführtEine etwas andere Zielgruppe hat das Dr. Helen SchultzMBA-Programm „International Taxation“, Zahnärztin und Absolventindas am gleichen Lehrstuhl angesiedelt ist: des weiterbildenden Studien-Wer sich hier bewirbt, ist schon Steu- gangs Parodontologie an der Foto: Privaterberater und oft bei einer der großen Universität Freiburginternationalen Kanzleien tätig. „DieSteuerberaterprüfung ist anspruchsvoll,aber sie klammert das InternationaleSteuerrecht weitgehend aus“, sagt NielsArnold, der Studiengangkoordinator. Dabeiführt die weitreichende internationaleVerflechtung von Unternehmen gerade im Als Zahnärztin wieder an die UniSteuerrecht zu komplexen internationalenFragestellungen. An dieser Stelle setzt Über Parodontologie haben wir natürlich schon etwas im Studiumdas Curriculum des MBA-Programms an: gelernt, aber es wurde nur als Randgebiet behandelt. Dabei istNeben einer intensiven Ausbildung im es ein sehr wichtiges Thema: Parodontitis umfasst die Erkran-deutschen internationalen Steuerrecht kung des Zahnhalte-Apparates; der Grundbaustein, auf dem alleswerden die Teilnehmer mit den Steuersys- basiert. Solche Krankheiten von Zahnfleisch oder Kieferknochentemen weiterer wichtiger Länder vertraut werden immer häufiger und können ohne Behandlung bis zumgemacht. Dabei steht eine praxisorientierte Zahnverlust führen – und trotzdem macht die Parodontologie imVermittlung des Lehrinhalts im Fokus. Ziel klassischen Zahnmedizin-Studium nur einen kleinen Teil aus. Dasist es, die Absolventen auf Führungsauf- ist auch der Grund dafür, warum ich mich für den Masterstudien-gaben insbesondere in multinationalen gang entschieden habe: Zwar war ich schon mehrere Jahre langKonzernen, Beratungsunternehmen sowie berufstätige promovierte Zahnärztin, aber die ZusatzkenntnisseVerbänden und Organisationen vorzube- wollte ich mir aneignen, um diese Lücke zu schließen. Also habereiten. ich mich wieder an der Universität Freiburg eingeschrieben. Die Seminare waren meistens am Wochenende, viele LehrmaterialienSteckbriefe: kamen per Post oder digital und waren somit jederzeit abrufbar. Betreut wurden wir über Teletutoren, die uns das ganze StudiumMaster of Arts Taxation über zur Seite standen. Was mich sehr überrascht hat, war dieqq der Kreditpunkte: 120 Zahl Gruppendynamik unter den Kommilitonen: Wir waren alle schon Regelstudiendauer: 7 Semesterqq Zahnärzte mit mehr oder weniger Berufserfahrung, deshalb wa- Abschluss: Master of Artsqq ren die Seminare ganz anders als früher zu Zeiten meines ersten C harakteristik: berufsbegleitend, weiter-qq Studiums. Es war ein sehr kollegialer Umgang untereinander, bildend, 80 Prozent Fernstudium, 20 Prozent auch mit den Lehrenden. Und weil jeder von uns sein eigenes Präsenzstudium Spezialgebiet hat, konnten wir nicht nur von den Professoren, sondern auch voneinander etwas lernen. Was mir das zusätzlicheMBA International Taxation Studium bringt? Ich werde die Parodontologie als Praxisschwer- Anzahl der Kreditpunkte: 90qq punkt aufbauen. Die ersten Patienten fragen jetzt schon danach; Regelstudiendauer: 4 Semesterqq so etwas spricht sich schnell herum. A bschluss: Master of Business Administrationqq „International Taxation“ C harakteristik: berufsbegleitend, weiter-qq bildend, 80 Prozent Fernstudium, 20 Prozent Präsenzstudium 19
  19. 19. Universität Oldenburg Ein passendes Angebot für jeden In Oldenburg will die Universität systematisch Lust machen auf Weiterbildung: Interessenten können zunächst nur einzelne Veranstaltungen besuchen – und diesen Kern dann später zu einem kompletten Bachelor- oder Masterstudium ausbauen. Die Struktur ist dafür maßgeschneidert Nicht bloß Schlagworte: Die Oldenburger füllen das Thema Weiterbildung mit Leben. Auf dem Bild: Eine Projektion zur Eröffnung des Centers für lebenslanges Lernen20
  20. 20. V on Minute zu Minute füllen sich die an der Universität gut aufgehoben fühlen Reihen, schnell ist das Theater restlos be- – dort bekommt er verschiedene Ange- setzt. Ein Samstagvormittag in Oldenburg, bote zum Einsteigen. Und wenn jemand draußen vor der Tür ist Wochenmarkt und sich dann weiter in ein Thema vertiefen Studierende machen unter den Einkäufern will, kann er sogar einen universitären eifrig Reklame für die kleine Vorlesung. Abschluss machen; alles das bekommt er Das Thema: „Geld vernünftig anlegen – aus einer Hand. können Menschen das überhaupt?“ Eine Das Center für lebenslanges Lernen halbe Stunde lang wird ein Professor ist aus jahrzehntelangen Erfahrungen der darüber referieren, das Publikum sind Universität hervorgegangen. 2006 ist es interessierte Oldenburger, ob mit oder entstanden, als vorher getrennte Bereiche ohne akademische Vorbildung. zusammengelegt wurden: Unter anderem „Uni am Markt“ heißt das Format, sind das Center for Distributed e-Learning zu dem die Carl von Ossietzky Universi- (CDL), die zentrale Einheit Fernstudi- tät in das Theatergebäude einlädt. Die enzentrum (ZEF) und das Zentrum für Berührungsängste mit der Hochschule wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) abzubauen, das ist erklärtes Ziel. „Wir im C3L aufgegangen. Organisatorisch wollen die Leute neugierig machen und untersteht das C3L direkt dem Präsidium. ihr Interesse wecken, mehr zu erfahren“, Vier weiterbildende Masterstudi- sagt Dr. Michaela Zilling. Sie ist eine der engänge sowie zwei berufsbegleitende geschäftsführenden Direktorinnen des Bachelorstudiengänge gibt es derzeit Centers für lebenslanges Lernen an der (s. S. 23), weitere sind in Planung. Die Universität, das in Oldenburg unter der organisatorische und finanzielle Verant- Abkürzung C3L bekannt ist. Fast 70 Mitar- wortung für diese Angebote liegt beim beiter sind dort beschäftigt, sie kümmern C3L, um die Fachwissenschaftler mög- sich um das Feld der öffentlichen Wissen- lichst wenig zu belasten. Die Fakultäten schaft ebenso wie um Zertifikatskurse für bringen die inhaltliche Expertise ein. In Berufstätige und um berufsbegleitende enger Kooperation mit dem C3L erfolgt beziehungsweise weiterbildende Bache- die Akkreditierung; im späteren Be- lor- und Master-Studiengänge. trieb laufen dann „rund 90 Prozent derFoto: Uni-Oldenburg „Wir haben dieses breite Spektrum anstehenden Arbeiten über das C3L “, an Aufgaben ganz bewusst zusammenge- sagt die geschäftsführende Direktorin Dr. fasst, weil sie letzten Endes eng zusam- Michaela Zilling. „Im C3L kümmern wir menhängen“, sagt Zilling. Der Grundge- uns um die organisatorische Abwicklung: danke dabei: Wer neugierig ist, soll sich Wir kümmern uns um die Akquisition und Zur öffentlichen Wissenschaft gehören Ver- anstaltungen, bei denen Forscher sich einem Vergütung der Dozenten, wir nehmen Modulanmeldungen entgegen und R R breiteren Publikum präsentieren, das üblicher- Programme für berufserfahrene Studierende, weise nicht mit Hochschulen und Wissenschaft die nach einigen Jahren in der Arbeitswelt noch 21 in Kontakt kommt. einmal an die Hochschule zurückkehren.
  21. 21. Universität Oldenburg Studieren in jedem Alter: In Oldenburg Foto: © Uni-Oldenburg werden junge Berufstätige ebenso wie Foto: © Uta Rauser Senioren neugierig gemacht auf akade- mische Inhalte stellen Zertifikate aus.“ Der akademische Oldenburg kein Stiefkind, sondern ein Titel wird schließlich durch die jeweilige zentraler Bestandteil der Hochschul- Fakultät vergeben. Die Studienbeiträge Strategie. der Teilnehmer bleiben im C3L. „Wir sind „In unseren Angeboten möchten wir nicht gewinnorientiert, sondern arbeiten die Zugangsschwelle bewusst so niedrig kostendeckend“, sagt Michaela Zilling. wie möglich halten“, sagt Dr. Christiane Manche Studiengänge erwirtschaften Brokmann-Nooren, die beim C3L den mittlerweile Überschüsse, gerade die neu- Bereich öffentliche Wissenschaft leitet. en Angebote seien allerdings erst noch „Natürlich bieten wir auch komplette Klare Aufgabenteilung auf größere Teilnehmerzahlen angewiesen Bachelor- und Master-Studiengänge an“, und werden über Drittmittel oder aus so Brokmann-Nooren, „aber wir können in der Weiterbildung: eigenen Geldern mitfinanziert. es auch verstehen, wenn sich jemand, der Das Center für lebenslanges Lernen ist seit Jahren nicht mehr an der Universität Das Fachliche kommt in einem eigenen Gebäudekomplex, dem war, nicht gleich so umfassend ver- Lifelong Learning Campus, untergebracht. pflichten möchte.“ Alle weiterbildenden aus den Fakultäten, Gerade erst ist er renoviert worden; Studiengänge sind deshalb vollständig entlang der Flure sitzen die Koordinatoren modularisiert und können auch einzeln die Organisation über- für die weiterbildenden Studiengänge als Zertifikatskurse belegt werden. In und Zertifikatsprogramme, die Mitarbeiter manchen Fächern geht es noch kleintei- nimmt das Center für aus der Abteilung für IT/Medien/Lern- liger: Da gibt es die Möglichkeit, nur eine design und die Ansprechpartner aus dem einzelne Veranstaltung auszuwählen. lebenslanges Lernen Kontaktbüro, das die erste Anlaufstelle für „Dadurch kann jeder feststellen, ob ihn Interessenten ist. Im Erdgeschoss finden das Thema wirklich so interessiert, wie sich die Seminarräume; unter der Woche er sich das anfangs gedacht hat. Wenn werden sie von der Universität genutzt, ihm alles zusagt, steht ihm immer noch am Wochenende finden hier Präsenz- der vollständige Studiengang offen. Die veranstaltungen für die weiterbildenden bereits absolvierten Veranstaltungen Angebote statt. Technisch sind sie auf rechnen wir in solchen Fällen natürlich dem neuesten Stand: Schon im Foyer komplett an.“ Gerade weil die Bachelor- werden die Besucher von einem großen und Master-Studiengänge bis zu knapp Bildschirm empfangen, auf dem die 20.000 Euro kosten, prüfen viele Teilneh- laufenden Vorlesungen samt zugehörigem mer vorab, was sie für ihr Geld bekom- Raum angezeigt werden. In den Hörsälen men. „Diese Auskopplung von Angeboten selbst stehen die Dozenten vor einem aus den weiterbildenden Studiengängen großen Pult mit Smartboard, auf dem sie per Knopfdruck Leinwand, Beamer und elektronische Medien steuern können. Vor den Seminarräumen ist eine Lounge als hat sich gut bewährt“, sagt Christiane Brokmann-Nooren. R R Aufenthaltsbereich eingerichtet, in dem Inhaltlich zusammenhängende Seminare, die sich die Teilnehmer in den Seminarpausen mit einem universitären Zertifikat abschließen treffen können. Die Weiterbildung – das und einen thematischen Aspekt abdecken. Zerti-22 ist der Eindruck, den die großzügige Aus- fikate werden bisweilen auch für den erfolgrei- stattung erweckt – ist an der Universität chen Besuch einzelner Seminare verliehen.
  22. 22. Auf einen Blick Das Oldenburger Angebot an weiterbildenden Master-Studiengängen Den Master of Distance Education E-Learning bietet das University of Maryland University College (UMUC) in Kooperation mit der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg an. In dem englischsprachi- gen Programm werden nach Eigenauskunft die „zukünftigen Manager von mediengestützten Fernunter- richtsangeboten“ qualifiziert. Die Teilnehmer können sich auf Management und Planungsaspekte speziali- sieren, auf die technischen Grundlagen oder auf die pädagogischen Komponenten. Der akademische Grad wird vom UMUC verliehen. Das MBA-Programm Bildungs- und Wissenschaftsmanagement richtet sich an Experten für Erwachse- nen- und Weiterbildung sowie an Wissenschaftsmanager. Zulassungsvoraussetzung ist neben einem ersten Studienabschluss eine mindestens zweijährige Berufserfahrung. Der Studiengang ist auf sechs Semester an- gelegt und umfasst inhaltlich zahlreiche Aspekte vom Bildungsmarketing über neue Technologien bis hin zum Controlling in Bildungseinrichtungen. Interessenten können im Rahmen eines Zertifikatsprogramms auch einzelne Module sowie Modulkombinationen belegen, die zu einem Expertenzertifikat führen. Der Masterstudiengang Innovationsmanagement bildet in sechs Semestern Experten für den Umgang mit den raschen Veränderungen in Organisationen und Unternehmen aus. Wie lassen sich Innovationen in bestehende Strukturen einbinden, wie bildet man ein innovationsfreundliches Umfeld aus – und wie geht man mit Innovationsfolgen und der gesellschaftlichen Verantwortung um? Das sind die Fragen, die im Vor- dergrund stehen. Dank der modularen Struktur können Bewerber im Rahmen eines Zertifikatsprogramms auch einzelne Inhalte des Studiengangs belegen. Die Absolventen des Masterstudiengangs Informationsrecht erwerben den auch international gefragten Titel LL.M. Das Studium richtet sich an Juristen, die für sich die neu entstandenen Arbeitsbereiche auf dem Feld des Rechts im Internet erschließen möchten. Datenschutz, IT-Vertragsrecht und Immaterialgüterrecht sind nur einige der Module, die in dem Studiengang angeboten werden. Für Nicht-Juristen, die in Unter- nehmen und Organisationen mit Fragen des Informationsrechts betraut sind, gibt es die Möglichkeit, im Rahmen eines Zertifikatsprogramms einzelne Module zu belegen.Foto: © Istockphoto.com | Zeynep Ogan Lernen überall: Dank der modernen Didaktik sind die Oldenburger Studierenden örtlich ungebunden 23
  23. 23. Universität Oldenburg Wer sich für eines der Zertifikats- Gesetzen oder Gerichtsurteilen, damit programme entscheidet, bekommt den diese stets sehr aktuell gehalten werden Status eines Gasthörers. Das hat zwei können. Das sind ganz andere Voraus- Gründe: Zum einen ist es für die Teilneh- setzungen als in anderen Disziplinen, mer eine rechtliche Absicherung, dass wo man beispielsweise mit Videos oder sie sich die Ergebnisse auf ein späteres anderen Hilfsmitteln arbeiten kann.“ Studium anrechnen lassen können. Zum Seine Abteilung ist aber auch für die anderen fördert es das Zusammengehö- Gestaltung der gedruckten Studiengangs- rigkeitsgefühl – „alle sollen sich gleich als materialien zuständig. Für die Lehrenden Teil der Universität wahrnehmen“, sagt gibt es eine Handreichung, in der die Brokmann-Nooren. Auch das Studium didaktischen Grundsätze für das Studium generale oder die Kinder-Universität wer- zusammengefasst sind und, daraus abge- den vom C3L organisiert. „Das sind alles leitet, die Empfehlungen zur Gestaltung Möglichkeiten, wie wir die interessierte des Studienmaterials. „Selbst die besten Öffentlichkeit ansprechen können, um Lehrenden haben ja nicht zwangsläufig sie auf die Inhalte, Programme und die Erfahrung im Bereich des Fernstudiums“, Qualität der C3L-Angebote aufmerksam sagt Axel Kleinschmidt. Wenn die Profes- zu machen“ soren ein Modul vorbereiten, können sie Ein weiterer Schwerpunkt des C3L den Stoff in eine Vorlage eingeben, die Expertenrat fürs sind Professionalisierungsprogramme. das Layout gleich anpasst. Abschließend Diesen Bereich leitet PD Dr. Joseph schauen dann noch einmal Didaktik- Lehrmaterial – „denn Rieforth gemeinsam mit Dr. Christiane Experten darauf, um dem Studienmaterial Brokmann-Nooren. Die überwiegend be- den Feinschliff zu verpassen. So werden selbst die besten Leh- rufsbegleitenden Angebote ermöglichen etwa Leseeinheiten den Bedürfnissen Weiterbildung auf universitärem Niveau berufstätiger Studierender angepasst oder renden haben ja nicht mit beruflich qualifizierendem Abschluss. Abbildungen, Fallbeispiele und reflexive Ein beispielhafter Themenkomplex ist die Aufgaben eingebunden, wenn es beim zwangsläufig Erfahrung Psychotherapieausbildung, die auch zur Verständnis hilft. Dieses Verfahren soll staatlichen Approbation führt. den Beteiligten die Arbeit erleichtern: Für im Bereich des Fernstu- Alle Masterstudiengänge – vier die fachlichen Experten, die für die Inhalte Angebote gibt es im Center für lebens- verantwortlich sind, soll die Vorbereitung diums!“ langes Lernen an der Carl von Ossietzky so reibungslos laufen wie möglich. Universität – sind im Sinne des Blended Dass das C3L in Zukunft an der Learning aufgebaut, also als Kombination Universität eine immer stärkere Rolle aus Fern- und Präsenzstudium. Für die spielen dürfte, wird deutlich, wenn man Fernstudien-Elemente unterhalten die Ol- die Entwicklung der vergangenen Jahre denburger eine eigene Abteilung am C3L, fortschreibt. Das Interesse an der Weiter- die sich mit dem Lerndesign auseinander- bildung steigt, auch das Studienangebot setzt. „Wir haben eine spezielle Lernum- wird kontinuierlich ausgebaut. „Vorstell- gebung entwickelt, auf der die Angebote bar ist, dass wir aus den bestehenden basieren“, sagt Axel Kleinschmidt, Leiter Studiengängen mehr Zertifikatsangebote dieser Abteilung. Es ist ein eigenständiges auskoppeln, weil sich das Prinzip sehr gut Oldenburger System, in das die Erfahrun- bewährt hat und es viele Interessenten gen aus vielen Jahren Online-Lehre einge- gibt“, sagt Michaela Zilling. Mit dieser flossen sind. „Wir haben es so konzipiert, Strategie spreche man zwei unterschied- dass wir das Studiengangskonzept und liche Zielgruppen an: Während die Zertifi- den didaktischen Hintergrund ideal wi- katsangebote eine starke Nachfrage aus derspiegeln können“, sagt Kleinschmidt. Unternehmen erfahren, die ihre Mitarbei- Die Anforderungen seien von Fach zu ter zielgerichtet qualifizieren wollen, seien Fach unterschiedlich: „Nehmen Sie etwa es bei den Bachelor- und Master-Studi- die Juristen. Da sind die Lehrmaterialien engängen vor allem Bildungshungrige, komplett online, und in den Texten finden die sich auf eigene Faust für ein weiteres sich Verknüpfungen zu den jeweiligen Studium entscheiden. Im Idealfall, sagt Zilling, wird ein Mitarbeiter vom Unter- nehmen zu einer Weiterbildung geschickt Kombiniert die Vorteile der persönlichen Kom- und ist dann so angetan davon, dass er munikation aus Präsenzveranstaltungen an dieses erste Zertifikat als Grundlage für der Hochschule mit dem effektiven und flexiblen ein komplettes Studium verwendet – eine24 Eigenlernen. Wird auch als integriertes oder Option, auf die das Oldenburger System hybrides Lernen bezeichnet. von vornherein ausgelegt ist.
  24. 24. Auf einen BlickForschung und EntwicklungGleich drei Professoren kooperieren eng mit dem Center für lebenslanges Lernen (C3L) in Oldenburg –eine bundesweite Besonderheit, denn üblicherweise statten die Universitäten ihren Weiterbildungsbereichnicht mit eigenen Professuren aus. Die wissenschaftliche Leiterin des C3L, Professorin Dr. Anke Hanft,hat ein reduziertes Lehrdeputat, um den Aufgaben im C3L mehr Zeit widmen zu können. Zum Ausgleichbeteiligt sich das C3L an der Finanzierung der Professur „Wissenstransfer und Lernen mit neuen Techno-logien“ von Professor Dr. Olaf Zawacki-Richter. „Mein Lehrdeputat umfasst auch den Bereich der Weiter-bildung“, sagt er – die Aufgaben aus Studium, Lehre und Forschung verteilt er jeweils zur Hälfte auf dieFakultät und das C3L.In der Struktur des C3L spielt die Forschung eine bedeutsame Rolle. Inhaltlich geht es darin um didak-tische Aspekte des weiterbildenden Studierens. Dieses Thema findet sich in mehreren der angebotenenMaster-Studiengänge wieder: Beim Master of Distance Education E-Learning und im MBA-ProgrammBildungsmanagement etwa werden die Teilnehmer auf den Umgang mit dem berufsbegleitenden Lernenvorbereitet (s. auch Studiengangs-Portraits auf S. 23). Die Forschungsergebnisse der Oldenburger tragenbundesweit zur Verbesserung von weiterbildenden Seminaren bei. So leitet Zawacki-Richter zusammen mitder Professur für Bildungsmanagement und dem C3L das Verbundprojekt „mint.online - Aufbau berufsbe-gleitender Studienangebote in MINT-Fächern“, das vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaftfinanziert und mit namhaften Kooperationspartnern wie etwa der Fraunhofer-Gesellschaft umgesetzt wird.„Unser Ziel ist es, die Studiengänge möglichst gut auf die Lernbedürfnisse von Berufstätigen auszurichten“,sagt Professor Dr. Olaf Zawacki-Richter. In der Projektbeschreibung von mint.online heißt es: „In ihrer(medien-) didaktischen Gestaltung müssen berufsbegleitende Angebote den Ansprüchen erwachsenerLerner/innen entsprechen. Durch umfassende und qualitätsgesicherte Anrechnung beruflicher Kompeten-zen sollten die Angebote unmittelbar an den individuellen Kenntnisstand der Lernenden anknüpfen undauf deren Kompetenzniveau aufbauen. Das Verbundprojekt verfolgt das Ziel, deutsche Hochschulen mitStudienprogrammen auf dem Weiterbildungsmarkt erfolgreich zu platzieren.“ Aus dem Forschungspro-jekt heraus sollen mehrere Studiengänge sowie Zertifikatsprogramme an den beteiligten Universitäten mitSchwerpunkt im MINT-Bereich entwickelt werden.Die Professuren ändern nach der Erfahrung von Olaf Zawacki-Richter die Wahrnehmung der Weiterbil-dung an der Universität. „Dass wir hier ein eigenes wissenschaftliches Zentrum aufgebaut haben“, sagt er,„sorgt dafür, dass wir nicht herablassend als ‚Weiterbildungsbude’ betrachtet werden.“Bezeichnung für die Fachbereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und TechnikAnrechnungsverfahrenIn allen weiterbildenden Studiengängen an der Oldenburger Universität lassen sich berufliche Kompeten-zen und Zusatzqualifikationen anrechnen, sei es aus einem vorangegangenen Studium oder einer aner-kannten Weiterbildung. Am einfachsten geht das bei Leistungen aus einem universitären Studium; darüberhinaus gibt es aber ein ausgeklügeltes System von pauschalen und individuellen Anrechnungsverfahren.Einschlägige Weiterbildungskurse etwa an einer Industrie- und Handelskammer werden von den zuständi-gen Wissenschaftlern exemplarisch begutachtet und können auf das Studium angerechnet werden. Quali-fikationen aus bisherigen akademischen oder beruflichen Tätigkeiten, ob mit oder ohne Zertifikat, werdenindividuell bewertet und anerkannt, wenn sie äquivalent sind. 25

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