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Herausgeber:Landesbank Hessen-Thüringen GirozentraleVolkswirtschaft/ResearchRedaktion: Ralf UmlaufProduktionsassistenz: Ha...
Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der LupeEditorialSehr geehrte Leserinnen und Leser,die Nachfrage unserer Les...
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Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe                   1 Konjunkturindikatoren und Kapitalmärkte        ...
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[PDF] Pressemitteilung: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe
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  1. 1. Helaba Volkswirtschaft/Research September 2012Helaba HandbuchWirtschaftsindikatoren unter der Lupe
  2. 2. Herausgeber:Landesbank Hessen-Thüringen GirozentraleVolkswirtschaft/ResearchRedaktion: Ralf UmlaufProduktionsassistenz: Hana Temiz2. AuflageMAIN TOWERNeue Mainzer Straße 52-58, 60311 Frankfurt am MainTelefon: 0 69/91 32-20 24, Telefax: 0 69/91 32-22 44Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglichunverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt-verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, fürderen Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmenkönnen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information.Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstandenwerden.
  3. 3. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der LupeEditorialSehr geehrte Leserinnen und Leser,die Nachfrage unserer Leser nach grundlegenden Informationen zu Konjunkturindikatoren istungebrochen. Wir haben daher für Sie unser „Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter derLupe“ überarbeitet und neu aufgelegt.Darin ist eine Auswahl der international am meisten beachteten Konjunkturbarometer zusammen-gestellt. Inwieweit ein Indikator wichtig ist, hängt natürlich vom Blickwinkel des Betrachters ab.Wir schauen durch die Brille eines Anlegers und interessieren uns für die zyklisch bedingten Aus-wirkungen auf Renten, Aktien und Devisen.Gerade jetzt ist die Entwicklung der Indikatoren besonders spannend. Zwar scheinen im Zuge derStaatsschuldenkrise politische Ereignisse auf den ersten Blick fundamentalen Daten den Rangabzulaufen: „Was wird auf dem nächsten Krisengipfel entschieden? Fluten die Notenbanken dasSystem abermals mit Liquidität?“ Derartige Fragestellungen dominieren derzeit die Schlagzeilennicht nur der Finanzpresse. Politische Börsen haben aber bekanntlich kurze Beine. Für eine fun-dierte Anlageentscheidung ist auch künftig eine umfassende Untersuchung der wertbestimmendenFaktoren unerlässlich. Die Konjunkturanalyse nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.Um einschätzen zu können, wohin die Konjunktur steuert und welche Anlageklasse entsprechenddie höchste Rendite verspricht, müssen die Indikatoren kontinuierlich beleuchtet werden. Wirwürden uns freuen, wenn das vorliegende Handbuch Ihnen dabei eine wertvolle Unterstützungbietet.Über diese Basisinformationen hinaus begleiten wir Ihren Meinungsfindungs- und Anlageprozessmit einer breit angelegten Palette von Tages-, Wochen- und Monatspublikationen zur Konjunktur-und Marktentwicklung sowie konkreten Allokationsempfehlungen auf Grundlage unseres funda-mental abgeleiteten Basisszenarios. Themenspezifischen Sonderstudien runden unseren Veröffent-lichungskatalog ab.Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der AnalyseIhreDr. Gertrud R. TraudChefvolkswirt/Leitung ResearchHelaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 3
  4. 4. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der LupeInhalt SeiteEditorial 3Zusammenfassung 51 Konjunkturindikatoren und Kapitalmärkte 62 Deutschland 8 2.1 ifo-Geschäftsklimaindex  8 2.2 ZEW-Konjunkturerwartungen  9 2.3 Einkaufsmanagerindizes  10 2.4 Industrieproduktion und Auftragseingänge 11 2.5 GfK-Konsumklima und Einzelhandelsumsätze 12 2.6 Bruttoinlandsprodukt 13 2.7 Preise 143 Eurozone 15 3.1 Einkaufsmanagerindizes  15 3.2 Wirtschaftsvertrauen 16 3.3 Geschäftsklimaindex 17 3.4 Verbraucherpreise 184 USA 19 4.1 ISM-Einkaufsmanagerindizes  19 4.2 Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter 20 4.3 Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung 21 4.4 Einzelhandelsumsätze  22 4.5 Verbrauchervertrauen Reuters / Universität Michigan  23 4.6 Verbrauchervertrauen Conference Board 24 4.7 Index der Frühindikatoren 25 4.8 Bruttoinlandsprodukt  26 4.9 Preise 27 4.10 Arbeitsmarktdaten  28Redaktionsschluss: 04.09.2012Helaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 4
  5. 5. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe Zusammenfassung Marktrelevante Indikatoren im Fokus Autor: Auf welche Kennzahlen achten die Finanzmärkte und wie sind die einzelnen Indikatoren einzuschätzen? Dies beantwortet die vorliegende Publikation, in der die wichtigsten Konjunk- Viola Julien tur- und Wirtschaftsindikatoren erläutert werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den „Dau- unter Mitarbeit von erbrennern“, die besonders marktrelevanten Indikatoren sind zusätzlich mit einer Glocke ()Carolina Rossi Vilela Dias hervorgehoben. Die Symbole ©,  und  stehen für den Herausgeber des Indikators, den Telefon: 069/91 32-4730 Erscheinungszeitpunkt bzw. den Veröffentlichungsturnus. Nach kurzer Vorstellung der ein- research@helaba.de zelnen Indikatoren werden jeweils ihre Aussagekraft und ihr Einfluss auf die Kapitalmärkte bewertet. Den Anfang machen die wichtigsten Konjunkturindikatoren Deutschlands, gefolgt von den zentralen Kennzahlen für die Eurozone. Der dritte und umfangreichste Teil dieser Publikation ist den USA gewidmet, denn die Konjunkturdaten der weltweit größten Volks- wirtschaft üben einen großen Einfluss auf die internationalen Finanzmärkte aus. Innerhalb der drei Kapitel sind die Indikatoren gemäß ihrer Position im Konjunkturzyklus angeordnet oder entsprechend ihrer Relation zur gewählten Referenzgröße (in der Regel das Bruttoinlandspro- dukt): vor-, gleich- und nachlaufend. Vorlaufende Gleichlaufende Nachlaufende Indikatoren Indikatoren Indikatoren ifo-Geschäftsklima  Industrieproduktion Preise ZEW-Konjunkturerwartungen  Einzelhandelsumsätze Deutschland Einkaufsmanagerindizes  Bruttoinlandsprodukt Auftragseingänge GfK-Konsumklima Einkaufsmanagerindizes  Wirtschaftsvertrauen Verbraucherpreise Eurozone Geschäftsklimaindex ISM-Einkaufsmanagerindizes  Industrieproduktion Preise Auftragseingänge langlebiger Kapazitätsauslastung Arbeitsmarktdaten  Wirtschaftsgüter Verbrauchervertrauen Reuters/ Einzelhandelsumsätze  USA Uni Michigan  Verbrauchervertrauen Bruttoinlandsprodukt  Conference Board Index der Frühindikatoren Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research Marktteilnehmer benötigen zeitnah Informationen über den Konjunkturverlauf. So kommt den Frühindikatoren besondere Aufmerksamkeit zu, da sie dem Konjunkturzyklus vorauslaufen und frühzeitig die künftige Entwicklung des Wirtschaftswachstums andeuten. Sie basieren meist auf Unternehmens- oder Konsumentenumfragen. Durch ihre zeitnahe Verfügbarkeit können sie jedoch auch Fehlsignale geben. Zur Bestätigung der Aussagen werden daher gleichlaufende Indikatoren herangezogen, die die aktuelle Aktivität einer Volkswirtschaft abbilden. Ihr Vorteil gegenüber dem quartalsweise erscheinenden Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt in der monatlichen Verfügbarkeit. Zudem spielen an den Finanzmärkten einige spätzyk- lische Indikatoren eine bedeutende Rolle. Denn diese lassen Rückschlüsse auf den „Gesund- heitszustand“ einer Volkswirtschaft zu und ermöglichen somit auch eine Einschätzung der weiteren Entwicklung. Diese Spätindikatoren hinken der Konjunkturentwicklung hinterher, da sie zeitverzögert auf die wirtschaftliche Entwicklung reagieren: So können z.B. Anpassun- gen am Arbeitsmarkt durch Kündigungsregelungen beeinflusst werden oder Preisveränderun- gen nicht unmittelbar von den Unternehmen an die Verbraucher weitergegeben werden. Helaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 5
  6. 6. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe 1 Konjunkturindikatoren und Kapitalmärkte "Auftragseingänge langlebiger Güter unerwartet stark gesunken", "ifo-Geschäftsklima hellt sich auf“... Meldungen wie diese begegnen uns täglich in den Medien, denn Wirtschaftsindikatoren sind uner- lässliche Instrumente zur Analyse und Prognose der Entwicklung einer Volkswirtschaft. Sie die- nen dazu, das Auf und Ab im Konjunkturverlauf darzustellen, um hieraus eine Einschätzung der Marktentwicklung abzuleiten. Wann sich z.B. in einer Aufschwungphase der nächste Wendepunkt ankündigt, ist für Finanzmarktteilnehmer von größtem Interesse. Denn je nach Konjunkturphase verändert sich die relative Attraktivität der verschiedenen Anlageklassen. Die Veröffentlichung der Wirtschaftsindikatoren kann beträchtliche Reaktionen an den Finanzmärkten hervorrufen – insbe- sondere, wenn die publizierten Werte deutlich von den Erwartungen der Marktteilnehmer abwei- chen. Anlageverhalten variiert mit Konjunkturzyklus Das Wachstum einer Volkswirtschaft verläuft nicht gleichmäßig. Vielmehr kommt es immer wie- der zu Abweichungen der wirtschaftlichen Aktivität vom langfristigen Trend. Dies kann durch Phase im kurzfristige, regelmäßig wiederkehrende Ereignisse ausgelöst werden (Saisonschwankungen, wieKonjunkturzyklus z.B. rückläufige Auftragslage der Baubranche im Winter). Zudem wird das Wirtschaftswachstum entscheidend von mittelfristigen Schwankungen beeinflusst, welche die gesamte Volkswirtschaft betreffen – Konjunkturzyklen. Auch wenn jeder Zyklus seine Besonderheiten aufweist, treten gewisse Re- gelmäßigkeiten auf. Der klassische Konjunkturverlauf umfasst einen Zeitraum von etwa sieben bis elf Jahren (sogenannter Juglar-Zyklus). Der stilisierte wellenförmige Verlauf lässt sich in vier idealtypische Phasen mit folgender Asset Allocation einteilen: Asset Allocation im Konjunkturzyklus hoch Wirtschaftswachstum Geldmarkt Anleihen Aktien gering Aufschwung Boom Abschwung Rezession Aufschwung Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research Zu Beginn des Aufschwungs hellen sich die Erwartungen der Konsumenten und Produzenten ausgehend vom niedrigen Niveau immer mehr auf. Die Gesamtnachfrage nimmt zu, und die Un- ternehmen weiten ihre Produktion aus. Dies führt graduell zu einer höheren Auslastung der Pro- duktionskapazitäten und einer wachsenden Investitionstätigkeit der Unternehmen. Infolgedessen steigen Beschäftigung und Lohneinkommen an, so dass sich die Konsummöglichkeiten der Haus- halte erweitern. Die Aktienkurse werden von der Erwartung steigender Unternehmensgewinne angetrieben. Anfänglich herrscht ein niedriges Zinsniveau, jedoch mit allmählich steigender Ten- denz, da die Zentralbank im fortgeschrittenen Stadium aufkeimenden Inflationsgefahren mit Leit- zinsanhebungen entgegenwirken wird. Dies belastet den Rentenmarkt zunehmend, da Zinserhö- hungen bei Anleihen gewöhnlich mit Kursverlusten einhergehen. Helaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 6
  7. 7. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe Im weiteren Verlauf des Aufschwungs erreicht eine Volkswirtschaft die Boom-Phase, in der das Produktionswachstum an seine Grenzen stößt: Die deutliche Nachfragesteigerung führt zu einer Boom zunehmenden Auslastung des Produktionspotenzials und schließlich zu Engpässen auf dem Ar- beitsmarkt, wodurch die Löhne weiter steigen. Da die Nachfrage das Angebot übersteigt, ziehen die Preise an. Es besteht das Risiko einer Lohn-Preis-Spirale. Um der Inflation entgegenzuwirken und die binnenwirtschaftliche Nachfrage zu dämpfen, setzt die Zentralbank ihren Zinserhöhungs- kurs fort. Die höheren Kosten der Kapitalbeschaffung und Produktion lasten auf den Unterneh- mensgewinnen, Aktien geraten in der Regel unter Druck. Der Rentenmarkt wird durch steigende Leitzinsen und Inflationsraten belastet, während die Anlage am Geldmarkt durch das erhöhte Zinsniveau an Attraktivität gewinnt. Nach dem Überschreiten des oberen Wendepunktes beginnt die Talfahrt der Wirtschaft – der Ab- schwung setzt ein: Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage sinkt und die Investitionsneigung der Unternehmen lässt nach, da diese ihre Produktionskapazitäten nicht länger auslasten können und ihre Gewinnperspektiven sich verschlechtern. Allmählich nimmt die Arbeitslosigkeit zu, wodurch sich die Gesamtnachfrage weiter abschwächt. Die Wirtschaft gerät in einen Abwärtssog, die Infla- tionsgefahr reduziert sich. An den Finanzmärkten herrscht eine zweigeteilte Stimmung: Das noch hohe Zinsniveau lässt die Renditemöglichkeiten am Rentenmarkt attraktiv erscheinen, die Erwar- tung fallender Leitzinsen stellt zudem Kursanstiege in Aussicht. Aufkeimende Konjunktursorgen führen dazu, dass Anleger verstärkt in verhältnismäßig sichere Staatspapiere investieren. Der Ak- tienmarkt leidet hingegen unter der schlechten Konjunkturlage. Die Aktienkurse fallen, da die Marktteilnehmer pessimistisch bezüglich der künftigen Unternehmensgewinne sind. Eine Rezession im technischen Sinne liegt vor, wenn das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen sinkt (im Vergleich zum Vorquartal). Die im AbschwungRezession beobachtbaren negativen Entwicklungen verschärfen sich in dieser Konjunkturphase: Investitionen und Produktion gehen weiter zurück. Die Arbeitsmarktsituation verschlechtert sich, viele Unter- nehmen führen Kurzarbeit ein oder entlassen Arbeitskräfte. Löhne und Preise stagnieren oder sinken. Sowohl die Geld- als auch die Fiskalpolitik können dem Negativwachstum entgegenwir- ken und die gesamtwirtschaftliche Aktivität stimulieren. Durch die Senkung der Leitzinsen kann z.B. die Zentralbank versuchen, die deflationären Tendenzen zu bekämpfen und die Kreditvergabe sowie die Binnennachfrage zu stimulieren. Rund sechs Monate vor dem Ende der Rezession be- ginnt der Aktienmarkt bereits den nächsten Aufschwung vorwegzunehmen. Am Rentenmarkt sinken die Renditen wegen des fallenden Zinsniveaus. Die weit verbreitete Risikoaversion führt jedoch dazu, dass Investoren die Anlage in sicheren Papieren suchen und es so zu Kursanstiegen am Rentenmarkt kommt. Setzt sich die rezessive Entwicklung fort, kann die Wirtschaft in eine Depression abgleiten – eine anhaltende Phase negativer Wachstumsraten. Ein sich selbst verstärkender Prozess von sinkender Gesamtnachfrage, Deflation, schrumpfenden Unternehmensgewinnen und hoher Arbeitslosigkeit lässt die Wirtschaft in ein tiefes Konjunkturtal rutschen und vorerst dort verharren. Dies kommt allerdings nur selten vor. Helaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 7
  8. 8. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe 2 Deutschland 2.1 ifo-Geschäftsklimaindex  • ©: ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V. • : 10:00 Uhr, letzte Woche des Berichtsmonats • : Monatlich Das ifo-Geschäftsklima ist ein wichtiger Frühindikator zur Einschätzung der konjunkturellen Ent- wicklung in Deutschland, für den monatlich insgesamt rund 7.000 Unternehmen des Verarbeiten- Unternehmen schätzen den Gewerbes, des Bauhauptgewerbes sowie des Groß- und Einzelhandels befragt werden. Zum aktuelle und zukünftige einen beurteilen die Unternehmen die gegenwärtige Geschäftslage, zum anderen teilen sie ihre Geschäftslage ein Erwartungen für die kommenden sechs Monate mit. Die aktuelle Geschäftslage kann als "gut", "befriedigend" oder "schlecht" eingestuft werden, die künftigen Geschäftserwartungen als "günsti- ger", "gleichbleibend" oder "ungünstiger". Aus den Prozentanteilen der Antworten „gut“ und „schlecht“ bzw. „günstiger“ und „ungünstiger“ wird jeweils der Saldo gebildet. Der Mittelwert der beiden Salden von Geschäftslage und -erwartungen ergibt das Geschäftsklima, welches durch Normierung auf ein Basisjahr (aktuell 2005) zum Geschäftsklimaindex wird.Aussichten für Industrieproduktion eingetrübt ifo-Index aber weit entfernt von Tiefstwerten 2008/09% gg. Vj. Index % gg. VJ Index 15 115 6 120 ifo-Geschäftserwartungen (rechte Skala) BIP 10 110 4 115 5 105 110 2 0 100 105 0 -5 95 100 -2 -10 Industrieproduktion 90 95 -4 -15 85 90 ifo-Geschäftsklimaindex (rechte Skala) -20 80 -6 85 -25 75 -8 80 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Das ifo-Geschäftsklima weist einen engen Zusammenhang mit dem deutschen Konjunkturverlauf auf und wird daher zur Vorhersage konjunktureller Wendepunkte verwendet: So besitzen die ifo- Vorlauf zur Geschäftserwartungen in der Regel einen Vorlauf zur Jahresveränderungsrate der Industrieproduk- Industrieproduktion bis tion von bis zu vier Monaten. Einer Faustregel zufolge signalisiert ein dreimaliger Rückgang des zu vier Monate ifo-Indexes generell eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums; ein dreimaliger Anstieg weist auf eine konjunkturelle Erholung hin. Vorteilhaft ist die frühe Verfügbarkeit des ifo-Indexes, da dieser bereits fünf Wochen vor den Produktionsdaten erscheint. Zudem unterliegt der Indikator keinen späteren Revisionen. Die Veröffentlichung der ifo-Daten übt einen hohen Einfluss auf die Finanzmärkte aus. Im Übrigen dient das deutsche ifo-Geschäftsklima auch als Indikation für den Konjunkturverlauf in der Eurozone, da Deutschland rund ein Drittel zum Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Währungsunion beisteuert. Helaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 8
  9. 9. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe 2.2 ZEW-Konjunkturerwartungen  • ©: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) • : 11:00 Uhr, Mitte des Berichtsmonats • : Monatlich Für die ZEW-Konjunkturerwartungen beurteilen etwa 400 ausgewählte Finanzexperten die künfti- ge Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Die Umfrageteilnehmer geben dabei an, ob sie die Finanzexperten Konjunkturentwicklung auf Sicht von sechs Monaten als „verbessert“, „verschlechtert“ oder beurteilen künftige „gleichbleibend“ erwarten. Aus dem Saldo der prozentualen positiven und negativen Antworten Wirtschaftsentwicklung berechnen sich die Konjunkturerwartungen der Finanzmarktteilnehmer; der Anteil der Personen, die keine Veränderung erwarten, wird nicht einbezogen. So ergibt sich für die Konjunkturerwar- tungen z.B. ein Saldo von 10, wenn 40 % der Umfrageteilnehmer von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage ausgehen und 30 % hingegen eine Verschlechterung erwarten. Der histori- sche Mittelwert der ZEW-Konjunkturerwartungen liegt bei etwa 24 Punkten.ZEW-Erwartungen: Nicht frei von Fehlsignalen … … dafür aber häufig Vorlauf zum ifo-Index% gg. Vj. Saldo Index Saldo 15 100 115 80 Industrieproduktion ifo-Geschäftserwartungen 10 80 110 60 5 60 105 40 40 0 100 20 20 -5 95 0 0 -10 90 -20 -20 -15 85 -40 -40 -20 -60 80 -60 ZEW-Konjunkturerwartungen (rechte Skala) ZEW-Konjunkturerwartungen (rechte Skala) -25 -80 75 -80 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Aus den ZEW-Konjunkturerwartungen lassen sich Tendenzeinschätzungen über den Konjunktur- verlauf in Deutschland ableiten. So zeigt ein mehrfacher Anstieg des Indikators an, dass sich die Vorlauf zu ifo und Konjunktur im nächsten Halbjahr verbessern wird. Denn die ZEW-Konjunkturerwartungen haben Industrieproduktion einen Vorlauf von bis zu sechs Monaten zur Jahresveränderungsrate der Industrieproduktion in Deutschland. Der Vorlauf zu den ifo-Geschäftserwartungen beträgt etwa einen Monat. Abwei- chungen zwischen beiden Indikatoren können sich aus der unterschiedlichen Befragungsgruppe ergeben, da Finanzmarktexperten einen anderen Blickwinkel auf die Wirtschafts- und Finanz- marktentwicklung haben als die vom ifo Institut befragten Unternehmensvertreter. Dies zeigt auch der Blick auf die Entwicklung beider Indizes: Das Überschwappen der Finanzmarktkrise aus den USA hatte bereits Mitte 2007 für anhaltenden Pessimismus unter den Finanzexperten gesorgt, während die ifo-Geschäftserwartungen erst mit Beginn des dritten Quartals 2008 einen deutlichen Einbruch verzeichneten. Auch die aktuellen Verwerfungen im Zusammenhang mit der europäi- schen Schuldenkrise haben sich in den ZEW-Erwartungen deutlich früher und stärker niederge- schlagen, als in der ifo-Erwartungskomponente. Helaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 9
  10. 10. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe 2.3 Einkaufsmanagerindizes  • ©: Markit Economics, Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. • : Vorläufige Daten 9:30 Uhr, etwa eine Woche vor Ende des Berichtsmonats (end- gültige Daten erster bzw. dritter Arbeitstag des Folgemonats) • : Monatlich Die Einkaufsmanagerindizes messen die von Unternehmen beobachtete Veränderung ihrer Ge- schäftslage gegenüber dem Vormonat. Für den Einkaufsmanagerindex der Industrie werden insge- Einkaufsmanager samt etwa 500 repräsentativ ausgewählte Einkaufsleiter und Geschäftsführer befragt. Die Umfra-beurteilen Geschäftslage geteilnehmer haben die Möglichkeit, die Veränderung von Geschäftslage und Produktionsumstän- in Industrie und den als „verbessert“, „gleichbleibend“ oder „verschlechtert“ einzustufen. Der Einkaufsmanagerin- Dienstleistungssektor dex der Industrie setzt sich aus den folgenden Teilindizes zusammen: Auftragseingänge (30 %), Produktion (25 %), Beschäftigung (20 %), Lieferfristen (15 %) und Lagerbestände (10 %). Für den Einkaufsmanagerindex des Dienstleistungsgewerbes werden monatlich mehr als 500 Ge- schäftsführer privater Dienstleitungsunternehmen zu Geschäftstätigkeit, Neuaufträgen, Beschäfti- gungsentwicklung, Verkaufspreisen und anderen Faktoren ihrer Unternehmen befragt. Im Gegen- satz zur Industrie wird für den Dienstleistungssektor allerdings kein Gesamtindex erstellt, sondern es werden verschiedene Einzelindikatoren ausgewiesen. Hiervon wird der Index der Geschäftstä- tigkeit am meisten beachtet, der das Pendant zum Produktionsausstoß im Produzierenden Gewerbe darstellt.Schwache Vorgaben für Industrieproduktion Dienstleistungsindex noch knapp über Wachstumsschwelle% gg. Vj. Index Index 15 65 65 65 Industrieproduktion Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen 10 60 60 60 5 55 0 55 55 50 -5 45 50 50 -10 40 -15 Einkaufsmanagerindex Verarb. Gewerbe 45 45 -20 (rechte Skala) 35 -25 30 40 40 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Bei den Einkaufsmanagerindizes wird ein Stand von 50 Punkten mit einer unveränderten Ge- schäftstätigkeit gleichgesetzt. Werte oberhalb dieser Marke signalisieren eine Expansion der wirt- Wachstumsschwelle schaftlichen Aktivität im jeweiligen Sektor (Wachstumsschwelle), Werte unterhalb deuten hinge- bei 50 Punkten gen auf einen Rückgang hin. Je weiter der Index von der Wachstumsgrenze entfernt ist, desto stärker fällt die gesamtwirtschaftliche Veränderung aus. Die vorläufigen Werte der Einkaufsmanagerindizes werden bereits eine Woche vor Ende des Be- richtsmonats veröffentlicht (sogenannter Flash PMI). Sie ermöglichen somit eine frühzeitige Ein- schätzung der aktuellen Konjunkturlage und gelten als verlässlicher Indikator für die Wirtschafts- aktivität. Die endgültigen Werte der Einkaufsmanagerindizes haben hingegen nur einen begrenzten Einfluss auf die Finanzmärkte, denn zu ihrem Veröffentlichungszeitpunkt liegen bereits andere Stimmungsindikatoren vor. Helaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 10
  11. 11. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe 2.4 Industrieproduktion und Auftragseingänge • ©: Statistisches Bundesamt (Destatis) • :Vorläufige Daten 12:00 Uhr, etwa 38 Tage (Produktion) bzw. 36 Tage (Aufträge) nach Ende des Berichtsmonats • : Monatlich Der vom Statistischen Bundesamt ermittelte Produktionsindex misst die volumenmäßige Leistung des Produzierenden Gewerbes in Deutschland. Dieses besteht zu 86 % aus dem Verarbeitenden Gewerbe (Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten), zu 6 % aus dem Bauhauptgewerbe, zu 7 % aus dem Energiesektor sowie zu 1 % aus dem Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden (Stand Mai 2012). Die größte Beachtung wird dem Gesamtindex zuteil. Im Gegensatz zum Produktionsindex werden die Auftragseingänge nur für das Verarbeitende Gewerbe, d.h. die Industrie ermittelt. Hierbei werden die angenommenen Aufträge von Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten abgebildet. Ebenso wie die Produktionsdaten werden auch die Auftragseingänge saisonbereinigt.Gute Korrelation zwischen Produktion und BIP Noch keine Bodenbildung bei den Auftragseingängen% gg. Vj. % gg. Vj., 3M.-Durchschnitt % gg. Vj., 3M.-Durchschnitt % gg. Vj., 3M.-Durchschnitt 6 Industrieproduktion (rechte Skala) 15 15 30 Auftragseingänge (rechte Skala) 4 10 10 20 5 5 2 10 0 0 0 0 -5 -5 -2 Industrieproduktion -10 BIP -10 -10 -4 -20 -15 -15 -6 -20 -20 -30 -8 -25 -25 -40 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Der Anteil des Produzierenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung liegt in Deutschland zwar nur bei etwa 30 %. Die Zyklik dieses Wirtschaftsbereichs ist jedoch besonders ausgeprägt und Zyklik der Industrie verursacht somit nennenswerte gesamtwirtschaftliche Schwankungen. Dies ist insbesondere auf überträgt sich auf die engen Verflechtungen zwischen dem Produzierenden Gewerbe und den unternehmensnahen Gesamtwirtschaft Dienstleistungen zurückzuführen, welche den größten Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Ent- wicklung in Deutschland leisten. Neben der hohen Korrelation mit dem Bruttoinlandsprodukt zeichnet die Industrieproduktion ihre vergleichsweise schnelle Verfügbarkeit aus. Bereits zwei Tage vor dem Produktionsindex werden die Auftragseingänge veröffentlicht. Am Anfang der Produktionskette stehend indizieren die Aufträge die zukünftige Entwicklung der Pro-Aufträge als Indikator für duktion und geben damit einen ersten Anhaltspunkt für die bevorstehende gesamtwirtschaftliche künftige Produktion Aktivität. Trotz ihres teilweise recht hohen Revisionsbedarfs gelten beide Indikatoren als wichtige Instrumente zur Konjunktureinschätzung. Helaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 11
  12. 12. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe 2.5 GfK-Konsumklima und Einzelhandelsumsätze • ©: Gesellschaft für Konsumforschung (GfK); Statistisches Bundesamt (Destatis) • : 08:00 Uhr, letzte Woche des Berichtsmonats (Konsumklima) bzw. ca. vier Wo- chen nach Ende des Berichtsmonats (Einzelhandelsumsätze) • : Monatlich Die Konsumbereitschaft in Deutschland lässt sich aus dem GfK-Konsumklimaindex und den Ein- zelhandelsumsätzen ableiten. Die GfK befragt monatlich rund 2.000 repräsentativ ausgewählte Haushalte zu drei Teilbereichen: die derzeitige Anschaffungs- und Sparneigung sowie die Einkommenserwartung und die Konjunk- Lageeinschätzung und turerwartung für die folgenden zwölf Monate. Die entsprechenden drei Teilindizes ergeben sich Erwartungen der priva- jeweils aus dem Saldo der positiven und negativen Antworten und bilden zusammen das Konsum- ten Haushalte klima. Der langjährige Durchschnitt der Teilindikatoren beträgt konstruktionsbedingt Null. Insge- samt lag das GfK-Konsumklima seit Anfang der 90er Jahre durchschnittlich bei etwa 12. Mit Hilfe der Einzelhandelsumsätze lässt sich die Entwicklung im deutschen Einzelhandel analy- sieren. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die Einzelhandelsumsätze in realer und nomina- ler Berechnung. Hierzu werden Erhebungen bei etwa 40.000 Unternehmen durchgeführt. Aktuelles Basisjahr des Indikators ist 2005; maßgeblich sind die saisonbereinigten Werte.GfK-Konsumklima zeigt sich erstaunlich robust Einzelhandelsumsätze recht schwankungsanfällig% gg. Vj. Index % gg. Vj. % gg. Vj., 3M.-Durchschnitt 3.00 20 3.50 4 Privater Verbrauch 2.50 3.00 3 2.00 Privater Verbrauch 15 2.50 2 2.00 1.50 1 10 1.50 1.00 0 1.00 0.50 -1 5 0.50 0 -2 0 -0.50 0 -0.50 -3 -1.00 -1.00 -4 GfK-Konsumklimaindex (rechte Skala) Einzelhandelsumsätze ohne Autos (rechte Skala) -1.50 -5 -1.50 -5 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Ein wiederholter Anstieg des Verbrauchervertrauens lässt auf eine verbesserte Stimmung der Kon- sumenten schließen – eine positive Indikation für zunehmende Konsumausgaben. Angesichts eines Steigendes Anteils am deutschen Bruttoinlandprodukt von knapp 60 % kommt dem privaten Verbrauch eine Verbrauchervertrauen große Bedeutung zu. Die Aussagekraft des GfK-Konsumklimas ist jedoch begrenzt, da es eine impliziert zunehmenden recht hohe Volatilität aufweist und in der Vergangenheit auch Fehlsignale geliefert hat. Ergänzend Konsum werden zur Konsumprognose die Einzelhandelsumsätze herangezogen, die allerdings nur etwa ein Viertel der Ausgaben der privaten Haushalte ausmachen und ebenfalls von hoher Volatilität ge- prägt sind (auch unter Ausschluss des Automobilsektors). Gleichwohl gibt die Veränderung der Einzelhandelsumsätze eine frühzeitige Indikation über den privaten Verbrauch, der die wichtigste Komponente des deutschen Bruttoinlandprodukts darstellt. Helaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 12
  13. 13. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe 2.6 Bruttoinlandsprodukt • ©: Statistisches Bundesamt (Destatis) • : Erste Schätzung 08:00 Uhr, etwa 45 Tage nach Quartalsende (Detailergebnisse etwa 55 Tage nach Quartalsende) • : Quartalsweise Das Bruttoinlandsprodukt misst den Wert aller Sachgüter und Dienstleistungen, die im Inland erzeugt wurden, soweit sie nicht als Vorleistungen für die Produktion anderer Waren und Dienst-BIP als Messgröße leistungen verwendet werden. Das BIP wird zu Marktpreisen bewertet und kann zum einen im für inländische Rahmen der Entstehungsrechnung ermittelt werden (Bruttowertschöpfung der verschiedenen Wirt-Wirtschaftsaktivität schaftssektoren zzgl. Gütersteuern und abzgl. Gütersubventionen). Zum anderen wird es nach seinen verschiedenen Verwendungsarten ausgewiesen (Anteile 2011: privater Konsum etwa 57 %, Bruttoanlageinvestitionen 18 %, Staatsausgaben 20 %, Außenbeitrag 5 %). Zur Messung des deutschen Wirtschaftswachstums dienen vor allem die Veränderungsraten des BIPs in inflationsbereinigter Betrachtungsweise (d.h. auf Basis von Preisdaten des jeweiligen Vorjahres und Verkettung auf das Referenzjahr 2005). Dabei werden die Veränderungsraten ge- genüber dem Vorquartal in kalenderbereinigter Form verwendet und zusätzlich saisonbereinigt. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht zudem noch die sogenannten Ursprungswerte, also die Veränderungsraten gegenüber dem Vorjahresquartal in ausschließlich preisbereinigter Form. Ne- ben laufenden Revisionen findet etwa alle fünf Jahre eine große Revision der BIP-Daten statt (zu- letzt 2011). EWU-Schuldenkrise belastet auch deutsches Wirtschaftswachstum Reales BIP, % . 6 BIP, Vorquartalsrate 6 4 4 2 2 0 0 -2 -2 BIP, Vorjahresrate -4 -4 -6 -6 -8 -8 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Da das BIP die umfassendste Größe zur Messung der gesamtwirtschaftlichen Aktivität in Deutsch- land ist, kommt den Quartalszahlen trotz ihrer nicht sehr zeitnahen Veröffentlichung und ggf.Schätzung mittels späteren Revisionen hohe Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu. Auch wirtschaftspolitische Frühindikatoren Maßnahmen werden häufig mit der Entwicklung des BIPs begründet. Das deutsche BIP ist mit einem Anteil von knapp 30 % zugleich der größte Bestandteil der gesamtwirtschaftlichen Leistung in der Eurozone. Allerdings ist die Reaktion an den Finanzmärkten auf die Veröffentlichung der deutschen BIP-Zahlen oftmals moderat, da sie sich anhand diverser Frühindikatoren im Vorfeld bereits recht gut abschätzen lassen. So kommt es meist nur zu deutlichen Reaktionen an den Fi- nanzmärkten, wenn die tatsächlichen Werte nennenswert von den Erwartungen der Marktteilneh- mer abweichen. Helaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 13
  14. 14. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe 2.7 Preise • ©: Statistisches Bundesamt (Destatis) • : Erzeugerpreise 08:00 Uhr, ca. 20 Tage nach Ende des Berichtsmonats; vorläufige Verbraucherpreise 08:00 Uhr, zwei bis drei Arbeitstage vor Ablauf des Berichtsmo- nats (endgültige Daten zur Mitte des Folgemonats) • : Monatlich Das allgemeine Preisniveau in Deutschland wird durch den Verbraucherpreisindex abgebildet. Seine Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr (nicht saisonbereinigt) gilt daher als MessgrößePreisveränderungen von für die Inflation. Dem Verbraucherpreisindex liegt ein aus rund 700 Gütern und Dienstleistungen Konsumgütern und bestehender Warenkorb zugrunde, der repräsentativ gemäß der Verbrauchsstruktur der deutschen gewerblichen Produkten Haushalte zusammengesetzt und gewichtet ist. Regelmäßig erfolgt eine Anpassung des Gewich- tungsschemas und eine Umstellung auf ein neues Basisjahr (aktuell 2005). Der deutsche Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte misst die Preisentwicklung von Gütern, die vom Verarbeitenden Gewerbe, Bergbau und Energiesektor hergestellt werden. Der Warenkorb umfasst insgesamt 1.272 repräsentativ ausgewählte Produktarten, deren Preise bei rund 5.000 Unternehmen erhoben werden. Der Erzeugerpreisindex ist aktuell auf das Basisjahr 2005 bezogen.Aktuell kein Inflationsdruck auf Verbraucherebene… Rohölnotierungen beeinflussen Erzeugerpreise% gg. Vj. USD / Barrel % gg. Vj. 7 7 160 10 Erzeugerpreise (rechte Skala) 6 6 140 Kern-Erzeugerpreise (rechte Skala) 8 5 5 120 6 Verbraucherpreise (rechte Skala) 4 4 4 100 2 3 3 80 0 2 2 60 -2 1 1 40 -4 Rohöl Brent (linke Skala) 0 0 20 -6 Kern-Verbraucherpreise -1 -1 0 -8 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Der Verbraucherpreisindex dient als Indikator zur Einschätzung der Geldwertentwicklung und wird auch bei Lohnverhandlungen als Benchmark herangezogen. Darüber hinaus trägt die Ver- Kernrate weniger braucherpreisentwicklung Deutschlands als größtem Euro-Mitgliedstaat nennenswert zur Inflation schwankungsanfällig in der Währungsunion bei. Da Preisstabilität das Hauptziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist, werden die Zahlen zur deutschen Teuerung besonders aufmerksam von den Marktteilnehmern verfolgt. Die EZB orientiert sich – im Gegensatz zur amerikanischen Notenbank – bei ihren geld- politischen Entscheidungen an der Gesamtinflation der Eurozone und nicht an der Kerninflation. Bei letzterer sind die Preise für Nahrungsmittel und Energie angesichts ihrer ausgeprägten Schwankungsanfälligkeit herausgerechnet. Helaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 14
  15. 15. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe 3 Eurozone 3.1 Einkaufsmanagerindizes  • ©: Markit Economics • : Vorläufige Daten 10:00 Uhr, etwa eine Woche vor Ende des Berichtsmonats (finale Daten: erster bzw. dritter Arbeitstag des Folgemonats) • : Monatlich Die Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone („Purchasing Manager Indices“, PMIs) messen die von Unternehmen beobachtete Veränderung ihrer Geschäftsbedingungen im Vergleich zum Vor- Messgröße für monat. Hierzu werden rund 4.500 Unternehmen aus dem Industrie- und Dienstleistungsbereich Veränderungen der befragt. Die Umfrageteilnehmer haben die Möglichkeit, die Veränderung von Geschäftslage und Geschäftsbedingungen Produktionsumständen als „verbessert“, „gleichbleibend“ oder „verschlechtert“ einzustufen. Be- reits eine Woche vor Ende des Berichtsmonats werden die sogenannten Flash Eurozone PMIs herausgegeben, in die etwa 85-90 % der gesamten Umfrageantworten eingehen. Für das Produzierende Gewerbe werden Umfragen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Griechenland und Irland verwendet, die zusammen etwa 90 % des Industrieoutputs der Eurozone erwirtschaften. Der Einkaufsmanagerindex der Industrie setzt sich aus folgenden Teilindizes zusammen: Auftragseingänge (30 %), Produktion (25 %), Beschäftigung (20 %), Lieferfristen (15 %) und Lagerbestände (10 %). Im Dienstleistungsbereich werden die Umfrageergebnisse aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Irland einbezogen. Diese machen rund 80 % der gesamten Dienstleistungsaktivität in der Eurozone aus. Für den Dienstleistungssektor wird kein zusammengesetzter Index berechnet, sondern es werden verschiedene Einzelindikatoren (z.B. Geschäftstätigkeit, Neuaufträge, Ein- kaufspreise, Beschäftigung, Geschäftsaussichten) veröffentlicht. Der Indikator der Geschäftstätig- keit wird daher am meisten beachtet.Einkaufsmanagerindizes im Verarbeitenden Gewerbe… … und Dienstleistungssektor unter Wachstumsschwelle% gg. Vj., ohne Bau Index Index 10 Industrieproduktion 65 65 65 5 60 60 60 0 55 55 55 -5 50 50 50 -10 45 45 45 -15 Einkaufsmanagerindex Verarb. Gewerbe 40 (rechte Skala) Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen -20 35 40 40 -25 30 35 35 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Werte oberhalb von 50 Punkten gelten als Hinweis auf eine Verbesserung der Geschäftsbedingun- gen und somit der wirtschaftlichen Aktivität im jeweiligen Sektor. Werte unterhalb der Marke von Besondere Bedeutung 50 Punkten weisen hingegen auf einen Rückgang hin. Je weiter der Index von der Wachstums- des Flash PMI grenze entfernt ist, desto stärker fallen die entsprechenden Veränderungen in den Wirtschaftsbe- reichen aus. Da der Flash PMI der am frühsten verfügbare Wirtschaftindikator der Eurozone ist, kommt ihm die besondere Beachtung der Marktteilnehmer zu. Helaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 15
  16. 16. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe 3.2 Wirtschaftsvertrauen • ©: Statistisches Amt der Europäischen Kommission (Eurostat) • : 11:00 Uhr, Ende des Berichtsmonats • : Monatlich Das Wirtschaftsvertrauen („Economic Sentiment“) der Europäischen Kommission dient zur Schät- zung der gesamtwirtschaftlichen Aktivität im Euroraum. Der Indikator basiert auf Umfragen, die Economic Sentiment unter Unternehmen und privaten Haushalten in den Mitgliedsländern der Eurozone durchgeführt deckt fünf werden. Hierbei werden die Einschätzungen der aktuellen Wirtschaftslage und die mittelfristigen Wirtschaftsbereiche ab Erwartungen erfragt. Für fünf verschiedene Wirtschaftsbereiche werden saisonbereinigte Einzelin- dikatoren gebildet, die mit folgenden Gewichtungen in den Gesamtindex eingehen: Industriever- trauen (40 %), Dienstleistungsvertrauen (30 %), Verbrauchervertrauen (20 %), Vertrauen im Bau- gewerbe (5 %) und Vertrauen im Einzelhandel (5 %). Die Gewichtung der einzelnen Mitgliedstaa- ten hängt von ihrem jeweiligen Anteil am BIP der Eurozone ab. Der Gesamtindex ist so konstru- iert, dass der langjährige Durchschnitt 100 entspricht. Von allen Teilindikatoren erfahren das Industrie- und das Verbrauchervertrauen die größte Beach- tung. Dem Industrievertrauen liegen die Einschätzung der aktuellen Auftrags- und Lagerbestände sowie die erwartete Produktionsentwicklung in den nächsten drei Monaten zugrunde. Das Ver- brauchervertrauen wird aus den Erwartungen für die kommenden zwölf Monate bezüglich der persönlichen finanziellen Lage und Sparneigung, der allgemeinen Wirtschaftslage und der Be- schäftigungsentwicklung gebildet. Die langjährigen Durchschnitte beider Teilindizes liegen bei -6,7 (Industrie) bzw. -12,8 (Verbraucher).Wirtschaftsvertrauen im Abwärtstrend Industrievertrauen mit leichtem Vorlauf zur Produktion% gg. Vj. Index % gg. Vj., ohne Bau Saldo 6 120 10 Industrievertrauen (rechte Skala) 10 Wirtschaftsvertrauen (rechte Skala) 115 5 4 5 110 0 105 0 -5 2 100 -10 95 -5 0 -15 90 -10 -20 BIP, real 85 -2 Industrieproduktion 80 -15 -25 75 -30 -4 -20 70 -35 -6 65 -25 -40 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Das Wirtschaftsvertrauen gibt einen guten Überblick über die gesamtwirtschaftliche Stimmung in der Eurozone, da die wichtigsten ökonomischen Sektoren in die Berechnung des Indikators ein- fließen. Er dient somit zur Einschätzung der BIP-Entwicklung in der Währungsunion, welche nur quartalsweise veröffentlicht wird. Die große Bedeutung des Industrievertrauens für die Märkte rührt daher, dass es die Investitions- und Produktionstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe widerspiegelt. Steigt der Indikator des In- Industrievertrauen dustrievertrauens, lässt dies auf ein besseres Investitionsklima und somit steigende Ausgaben der wichtigster Teilindikator Unternehmen schließen. Da für die Eurozone nur wenige Indikatoren zur Konsumschätzung ver- fügbar sind, kommt auch dem Konsumentenvertrauen hohe Aufmerksamkeit zu. Es weist eine gewisse Korrelation mit den Einzelhandelsumsätzen auf. Helaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 16
  17. 17. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe 3.3 Geschäftsklimaindex • ©: Statistisches Amt der Europäischen Kommission (Eurostat) • : 11:00 Uhr, Ende des Berichtsmonats • : Monatlich Der Geschäftsklimaindex („Business Climate Indicator“, auch „Common Factor“) basiert auf nationalen Unternehmensumfragen im Verarbeitenden Gewerbe. Er setzt sich aus den saisonberei- Entwicklung im nigten Salden der folgenden fünf Unterkategorien zusammen: Produktionstrend der vergangenen Verarbeitenden Monate, Auftragsbestände, Auftragseingänge aus dem Ausland, Lagerbestände und Produktions- Gewerbe erwartungen. Der Gesamtindikator zielt darauf ab, aus der Entwicklung dieser fünf Zeitreihen die Zyklik der Industrie abzuleiten.Negative Indikationen für Produktion ... … und BIPohne Bau, % gg. Vj., saisonbereinigt Index % gg. Vj., saisonbereinigt Index, 3M.-Durchschnitt 10 120 6 120 Industrieproduktion 115 115 5 4 BIP, real 110 110 0 105 105 2 100 100 -5 95 0 95 90 -10 90 85 -2 -15 80 85 Geschäftsklimaindex (rechte Skala) Geschäftsklimaindex (rechte Skala) 80 75 -4 -20 70 75 -25 65 -6 70 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Der Geschäftsklimaindex fokussiert sich auf das Verarbeitende Gewerbe. Dieses macht zwar nur ungefähr 20 % des Bruttoinlandprodukts der Eurozone aus, ein Großteil der gesamtwirtschaftli- Volatilität des Industrie- chen Entwicklung lässt sich jedoch auf die Volatilität des Industriesektors zurückführen. Der Ge- sektors beeinflusst schäftsklimaindex ermöglicht somit eine zeitnahe Beurteilung der zyklischen Situation in der Eu- Gesamtwirtschaft rozone. Er dient als Vorlaufindikator für die Industrieproduktion und weist eine recht gute Korre- lation mit ihrer monatlichen Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr auf. Zudem korreliert der Geschäftsklimaindex eng mit der Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts der Eurozone. Ein mindestens dreimaliger Anstieg des Indikators weist auf eine Verbesserung des Geschäftsklimas und einen gesamtwirtschaftlichen Aufschwung hin. Helaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 17
  18. 18. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe 3.4 Verbraucherpreise • ©: Statistisches Amt der Europäischen Kommission (Eurostat) • : Vorausschätzung 11:00 Uhr, Ende des Berichtsmonats (finale Daten ca. 16 Tage nach Ende des Berichtsmonats) • : Monatlich Die Veränderungsrate des Harmonisierten Verbraucherpreisindexes (HVPI) wird zur Messung der Inflation in der Eurozone verwendet. Der Gesamtindex für die Währungsunion setzt sich aus den Preisentwicklung im HVPIs der Mitgliedstaaten (nicht saisonbereinigt) zusammen, die auf repräsentativen nationalen Euroraum auf Basis Warenkörben basieren. Die Ländergewichte im Gesamtindex entsprechen dem Anteil des jeweili- nationaler Daten gen Landes an den Gesamtausgaben der privaten Haushalte in der Eurozone. Jährlich werden die Zusammensetzung der nationalen Warenkörbe und die Ländergewichte angepasst, alle fünf Jahre wird der HVPI auf ein neues Basisjahr umgestellt (aktuell 2005). Euroraum-Inflation leicht rückläufig % gg. Vj. 5 5 4 Verbraucherpreise 4 3 3 2 2 1 1 Kern-Verbraucherpreise 0 0 -1 -1 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Da das mittelfristige Preisstabilitätsziel der Europäischen Zentralbank (nahe, kleiner 2 %) anhand des HVPI definiert ist, kommt der Teuerungsrate der Eurozone in der Öffentlichkeit ein besonde-Preisstabilitätsziel der rer Stellenwert zu. Allerdings sorgt die Veröffentlichung der HVPI-Vorausschätzung gegen Ende EZB mittels HVPI des Berichtsmonats nur selten für Überraschungen an den Märkten, da die nationalen Inflationsda- definiert ten einiger Mitgliedstaaten zu diesem Zeitpunkt bereits vorliegen und somit eine Indikation für den Verbraucherpreisindex in der Währungsunion geben. Besonderes Interesse gilt der Veröffentlichung der sogenannten Kernrate der Verbraucherpreise für die Eurozone, die den zugrunde liegenden Trend der Teuerung abbilden soll. Dieses Inflati- onsmaß ist um die Preisdaten aus den Bereichen Nahrungsmittel und Energie bereinigt, da diese starken temporären Schwankungen unterliegen. Die EZB orientiert sich jedoch – im Gegensatz zur amerikanischen Notenbank – bei ihren geldpolitischen Entscheidungen nicht an der Kernteuerung, sondern an der Gesamtinflation. Helaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 18
  19. 19. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe 4 USA 4.1 ISM-Einkaufsmanagerindizes  • ©: ISM Institute for Supply Management • : 16:00 Uhr, erster bzw. dritter Arbeitstag des Folgemonats • : Monatlich Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe („Manufacturing Purchasing Managers‘ Index“, PMI) basiert auf einer Umfrage unter mehr als 400 Unternehmen aus verschie- Einkaufsmanager aus denen Industriezweigen und Regionen der USA. Die Einkaufsmanager geben an, ob sich ihre Industrie und Situation im Vergleich zum Vormonat „verbessert“, „verschlechtert“ oder „gleichbleibend“ entwi- Dienstleistungen ckelt hat. Aus den Antworten werden zehn verschiedene Teilindizes gebildet. Die saisonbereinig- ten Indikatoren der Auftragseingänge, Produktion, Beschäftigung, Lieferfristen und Lagerbestände bilden den ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes (Gewicht je 20 %). Für den ISM-Index des Nicht-Verarbeitenden Gewerbes werden mehr als 375 Einkaufsmanager befragt. Analog zum Verarbeitenden Gewerbe werden aus den Antworten zehn Teilindikatoren gebildet und mittlerweile auch ein Gesamtindex. Dieser setzt sich aus den gleichgewichteten Ein- zelindikatoren Geschäftsaktivität, Auftragseingänge, Beschäftigung und Lieferzeiten zusammen, die mit Ausnahme des Lieferfristenindexes saisonbereinigt werden.Ausblick im Verarbeitenden Gewerbe getrübt Dienstleistungssektor noch im Expansionsbereich% gg. Vj. Index Index 6 BIP, real 65 65 65 4 60 60 60 55 2 55 55 50 0 50 50 45 -2 45 45 40 ISM-Serviceindex -4 35 40 40 ISM Einkaufsmanagerindex Industrie (rechte Skala) -6 30 35 35 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Der ISM-Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes übt einen großen Einfluss auf die Finanzmärkte aus. Dies liegt nicht nur an seinem frühen Veröffentlichungszeitpunkt (er erscheint Frühe Veröffentlichung vor allen anderen nationalen Kennzahlen zur Industrieaktivität), sondern auch an seiner hohen und hohe Korrelation Korrelation mit der Wachstumsrate des US-BIPs. Diese Korrelation wird insbesondere durch die mit BIP-Wachstum Zyklik des Industriesektors bewirkt, welche einen Großteil der gesamtwirtschaftlichen Schwan- kungen hervorruft. So kommt dem ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes eine weitaus höhere Bedeutung zu als seinem Pendant für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe, und das obwohl der Dienstleistungssektor fast 80 % des US-BIPs ausmacht. Bei beiden Indizes signalisieren Werte oberhalb von 50 Punkten eine Expansion des jeweiligen Wirtschaftssektors, Werte unterhalb deu- ten hingegen auf eine Kontraktion hin. Verzeichnet der ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes über einen längeren Zeitraum hinweg Werte unter 42,6 impliziert dies ein Schrumpfen der gesam- ten US-Wirtschaft. Helaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 19
  20. 20. Helaba Handbuch: Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe 4.2 Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter • ©: Census Bureau (Department of Commerce) • :14:30 Uhr, letzte Woche des Folgemonats • : Monatlich Zur Erhebung der Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter („Advance Durable Goods Or- ders“) werden Industrieunternehmen mit einem jährlichem Lieferumfang von mehr als 500 Mio. US-Dollar sowie ausgewählte kleinere Unternehmen befragt. Als langlebige Güter gelten Zwi- schen- oder Endprodukte, die eine erwartete Lebensdauer von mehr als drei Jahren haben. Die Zeitreihe weist eine relativ starke Volatilität auf, da Großaufträge in der Rüstungsindustrie und Flugzeugbestellungen zu deutlichen Schwankungen führen können. Zur Analyse der Auftragsein- gänge langlebiger Wirtschaftsgüter werden daher auch eine Zeitreihe ohne den Transport- und Rüstungssektor ausgewiesen sowie gleitende Durchschnitte betrachtet. Der Indikator wird saison- bereinigt, jedoch nicht preisbereinigt. Noch keine Bodenbildung im Investitionszyklus % gg. Vj. % gg. Vj., ohne Transport 15 Auftragseingänge langlebiger Güter (rechte Skala) 30 10 20 5 10 0 0 -5 -10 -10 -20 Ausrüstungsinvestitionen -15 -30 -20 -40 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter gelten als Frühindikator der tatsächlichen Fer- tigungsaktivität. Sie geben Auskunft über die künftigen Investitionstätigkeiten der Unternehmen Indikator für künftige und somit auch über die Beschäftigungsentwicklung. Steigende Auftragseingänge führen tenden- Fertigungsaktivität ziell zu einer Produktionsausweitung, nachhaltig rückläufige Auftragseingänge haben hingegen eine Verringerung der Produktion zur Folge. Die Auftragseingänge reagieren relativ stark auf Schwankungen der Wirtschaftslage: Lässt die gesamtwirtschaftliche Entwicklung nach und damit das Vertrauen von Verbrauchern und Unter- Konsumenten- und nehmen, so beeinflusst dies gerade den Verkauf langlebiger Konsum- und Investitionsgüter. InUnternehmensstimmung Zeiten eines wirtschaftlichen Abschwungs werden große Anschaffungen zumeist hinausgezögert, beeinflussen Aufträge bis die Lage sich verbessert hat. Schließlich ist der Erwerb langlebiger Güter mit hohen Ausgaben verbunden und setzt daher einen gewissen Optimismus beim Käufer voraus. Umgekehrt erholt sich der Verkauf langlebiger Güter vergleichsweise schnell, wenn das Vertrauen in die wirtschaftliche Situation wieder steigt. Helaba Volkswirtschaft/Research · September 2012· © Helaba 20

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