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  1. 1. 3InhaltEinleitung ...................................................................................................................... 51. Dorf- und Pfarrlinden ........................................................................................... 61.1 Die Dorflinde als Gerichtslinde ......................................................................... 121.2. Gedenkbäume ................................................................................................... 162. Hausbäume ....................................................................................................... 213. Bäume auf alten Gerichts- und Richtstätten ...................................................... 274. Alte Grenzbäume .............................................................................................. 385. Alte landschaftsprägende Obstbäume ............................................................... 436. Die vergessenen Parks unseres Landkreises ....................................................... 497. Alte und schöne Alleen ..................................................................................... 538. Bäume auf Wüstungen oder an wüsten Orten ................................................... 569. Alte landschaftsprägende Bäume ...................................................................... 6110. Baumlegenden .................................................................................................. 7011. Pflege und Erhaltung betagter Bäume ............................................................... 7612. Der alte Baum - Kulturdenkmal und Refugium für bedrohte Arten .................... 80Die Orte des Saale-Holzland-Kreises und Jena und ihre historischen Bäume .............. 81Die zwanzig stärksten Bäume des Saale-Holzland-Kreises und Jenas ....................... 146Übersicht über die Naturdenkmale im Saale-Holzland-Kreis ..................................... 176Alte Dorfsiegel des Saale-Holzland-Kreises und Jenas ............................................... 149Ortsregister ................................................................................................................ 151Quellen ..................................................................................................................... 154
  2. 2. 4Der Spitzahorn in Beulbar in den vierJahreszeiten.
  3. 3. 5EinleitungEin alter Baum hat auf uns eine unvergleich- Die Natur und der Mensch haben dieseliche Ausstrahlung. Er vereint in sich Schön- Gegend über Jahrhunderte hinweg gemein-heit und Würde, ist ein Kind der Jahreszeiten sam geprägt. Es ist schwer zu sagen, ob sieund ein Zeuge Jahrhunderte alter Geschich- in ihrer Urwüchsigkeit ohne Felder und Wie-ten. sen, Gärten und Dörfer jemals schöner ge-Wer sich auf eine Begegnung mit einem al- wesen ist. Die Landschaft ist vielfältig: Fla-ten Baum einlässt, Zeit findet zum Berühren, che, baumarme Hochebenen im Norden,Entdecken und Staunen, kann sich seiner das Saaletal mit seinen reizvollen Neben-Faszination nicht entziehen und geht be- tälern und die großen, geschlossenen Fors-schenkt weiter. te des Holzlandes. Doch es gibt keinen Win- kel, kein noch so entlegenes Tal, in demEinzelne Bäume und Baumgruppen sind es, der Mensch nicht prägend eingegriffen hat.die mit ihrer Erscheinung ganze Landschaf- Alles ist seiner Bestimmung unterworfen undten prägen und durch ihr bloßes Dasein über alles hat seine zumeist wirtschaftliche Auf-Harmonie und Eintönigkeit entscheiden. Wir gabe.leben nicht in einem Land mit tausendjäh- Die Suche nach den alten und historischrigen Baumriesen oder weglosen Urwäldern. interessanten Bäumen ist daher im starkemDoch dieses Land an Elster und Saale ist Maße an die Nähe menschlicher Siedlun-ein Landstrich voller Harmonie und unauf- gen gebunden. Ein Baum in unserer ausge-dringlicher Schönheiten, das mit Recht zu prägten Kulturlandschaft brauchte eine be-den schönsten Kulturlandschaften Mitteleu- sondere Bestimmung oder Funktion, umropas gezählt werden darf. wirklich alt werden zu dürfen und um sich zu voller Schönheit entwickeln zu können.Die Rotbuche in den Vierlingsfeldern bei Trockenborn. Einzeln stehende Bäume prägen nicht nurLandschaftsbilder, sondern erzählen auch Geschichten.
  4. 4. 6Doch gerade diese Bestimmung, die oftmals Leider hat der wirtschaftliche Druck aufviele Menschengenerationen zurückliegt, unsere Bäume in letzter Zeit wieder zuge-gibt uns heute Rätsel auf und lässt uns Fra- nommen.gen stellen. Neue Gefahren für unsere alten Bäume sindBei der Erforschung der Geschichte alter neben neuartigen Baumschäden durch Um-Bäume wird uns bewusst, dass das Leben weltbelastung vor allem das Vergessen undfrüher enger und unmittelbarer mit Bäumen nicht Beachten – Desinteresse und Ignoranz,verknüpft war. Der Baum war früher unent- aber auch überzogene Zuwendung sowiebehrlich als Bau- und Rohstofflieferant. Er ihre Beseitigung aus fragwürdigem Sicher-war ursprünglich ebenso Heiligtum und spä- heitsdenken.ter Symbol für Recht und Eigenständigkeit, Dem möchte dieses Buch entgegenwirken.für Freude und Gedenken.1. Dorf- und PfarrlindenFür die Suche und Erfassung kulturhistorisch Kreis der gesellschaftliche Mittelpunkt man-wertvoller Bäume stellen die alten Linden cher Dörfer geblieben. In einigen Ortschaf-auf Plätzen in Dörfern, vor der Kirche oder ten wurde die vorhandene Linde Anlass fürauf Friedhöfen in einem großen Gebiet Feierlichkeiten. So feiert man seit einigenDeutschlands gegenwärtig die Hauptgrup- Jahren in Schkölen, Großlöbichau, Thier-pe dar. Diese Linden sind sowohl im Alter schneck, Taupadel, Gniebsdorf und Kischlitzals auch in der Vielzahl noch vorhandener im Sommer Lindenfeste.Bäume dominierend.Die Dorflinde gehörte in Thü-ringen, ebenso wie im hessi-schen und fränkischen Raum,zu den festen Bestandteilen dermeisten Dörfer. Sie spielte imdörflichen Alltagsleben einezentrale Rolle und war überJahrhunderte der symbolischeund praktische Mittelpunkt derDorfgemeinschaft.Fast ein Jahrtausend lang be-hauptete die Linde unange-fochten ihre Spitzenposition inder Beliebtheit als dörflicherBaum.Bis in die Gegenwart und in ei-nigen Orten nach jahrzehnte-langen Unterbrechungen ist die Lützeroda mit seiner alten Dorflinde um 1900 (historische Post-Linde auch im Saale-Holzland- karte).
  5. 5. 7Das wohl jüngste Lindenfest feiert man seit1999 in Mertendorf. Hier begeht man spä-ter als in den anderen Ortschaften im Sep-tember das Fest. Anlass zum Lindenfest imSeptember war die Pflanzung einer Lindeanlässlich der abgeschlossenen Dorfer-neuerung.In Zimmritz wurde 2001 ein Dorfverein ge-gründet der sich ebenfalls um die Lindenim Dorf verdient macht. Wird im Dorf ge-heiratet, bekommt das Brautpaar eine Lin-de geschenkt. Hat jemand im betagten Al-ter einen runden Geburtstag, so wird ihmein Ölgemälde der alten legendären Tetzel-linde überreicht.In Schirnewitz trifft man sich heute unterden beiden Dorflinden zur wiederbelebtenTradition des Flurumzuges. Nach dem Flur-umzug, bei dem immer ein Drittel der Ge-markungsgrenze abgelaufen wird, findet sichdie gesamte Dorfgemeinschaft unter denbeiden Dorflinden zur großen Kaffeetafel Oben: Einladungen zu den Lindenfesten.ein. Unten: Beim Kischlitzer Lindenfest 1995.
  6. 6. 8Die Wurzeln zu dieser Verbundenheit rei- Stellt auch der Begriff „Dorflinde“ in unse-chen einerseits weit in der Geschichte zu- rem Kulturkreis eine Selbstverständlichkeitrück und hängen andererseits wohl ganz dar, so bleibt diese dominante Rolle ausschlicht mit der Sympathie zusammen, die volkskundlicher und geschichtlicher Sichtdie Linde in ihrem Wesen und ihrer Erschei- ein Phänomen: Es ist bemerkenswert, dassnung ausstrahlt. eine einzelne Baumart über JahrhunderteDer hohe symbolische Gehalt der Linde für hinweg in einem so großen Gebiet desdie politische Dorfgemeinde der vergange- deutschsprachigen Raumes unangefochtennen Jahrhunderte zeigt sich auch in unse- im dörflichen, und etwas abgeschwächt, imrem Landkreis. Karl Appez schreibt in einer städtischen Alltagsleben eine solche Bedeu-Arbeit über Dorfsiegel im Kahlaer Raum*: tung hatte. Vermutlich ist eine derartige Ver-„Als Blatt, als einzelner Baum oder als bundenheit der Bevölkerung zu einer Baum-Baumgruppe begegnet uns das Motiv der art in einer Zeitspanne von fast tausendLinde nicht selten in Dorf- und Gemeinde- Jahren weltweit einmalig.siegeln ... Hier finden wir zunächst als das Erst im 20. Jahrhundert verlor die Linde ihreeinfachste und natürlichste Sinnbild des außerordentliche Stellung im Bild unsererGemeindelebens den Baum, und zwar mei- Dörfer. Soweit es sich für unseren Raum re-stens die Linde.“ konstruieren lässt, vollzog sich beginnendAusgesprochen konzentriert taucht die Lin- im 19. Jahrhundert ein grundlegender Ge-de in Dorfsiegeln unseres Landkreises in den staltungswandel im Ortsbild, der allzu häu-Dörfern um das sogenannte „Gebirge“ auf fig einen Abschied von der „Lindenzeit“(Zimmritz, Plinz, Altenberga, Greuda und bedeutete.Schirnewitz).Die Dorflinde in Serba um 1910 (alte Postkarte).*Karl Appez, Kahla, 1874: Die Siegel der Dorfgemeinden des Gerichtsamtbezirkes Kahla.
  7. 7. 9Wie erklärt sich jedoch diese kulturge- belastete Eiche gepflanzt. Die neu bekehr-schichtlich beispiellose Dominanz der Lin- ten germanischen und slawischen Stämmede in der Vergangenheit? hatten mit der neuen Rolle ihrer vertrautenMerkwürdigerweise spielte die Linde bei Linde anscheinend keine Probleme. Weitden germanischen und slawischen Völkern mehr als die Hälfte der ältesten erhaltenenbis zu deren Christianisierung eine eher un- Linden in Deutschland stehen in unmittel-tergeordnete Rolle. W. Mannhardt schreibt barer Nähe einer Kirche, eines Klosters oder1904 in seinem Buch über Wald- und auf dem Kirchhof.Feldkulte der Germanen und ihrer Nachbar-stämme*: „... Auch wenn die Liebesgöttin„Freya“, die Sinnbild für Fruchtbarkeit,Güte, Mütterlichkeit, Herzlichkeit und fürimmerwährendes Leben war, von den Ger-manen in der Linde verehrt wurde, sind kei-ne kultischen Handlungen aus vorchristli-cher Zeit in Zusammenhang mit Lindenüberliefert.“ Ebenso äußert sich E. Freiherrvon Berg**: „Als wirklich heilige Bäumeaber galten nur die Eiche und die Buche ...- es finden sich keine Spuren davon, daßdie Linde als heilig bezeichnet wurde, wenn-gleich sie eine sehr beliebte Holzart war.“Die Wertigkeit der Linde in vorchristlicherZeit als Versammlungs-, Gerichts-, bzw. Bis zu einem Gewittersturm 1995 waren KircheKultbaum wird jedoch gerade in jüngeren und Linde eine prägende Einheit über Rothen-Veröffentlichungen immer wieder überbe- stein (alte Postkarte).wertet bzw. bedenkenlos falsch übernom-men. Nach bisheriger, leider nicht vollständigerDie große Zeit der Linde als der volkstüm- Erfassung gibt es in Deutschland noch min-lichste und symbolträchtigste Baum des destens 70 Bäume, die aus der Zeit der Chri-deutschen Volkes begann mit der Heraus- stianisierung stammen bzw. in die Zeit derbildung des Abendlandes und ist wahr- jeweiligen Ortsgründungen zurückreichen.scheinlich enger mit der Christianisierung Diese Bäume sind also mindestens 800 Jah-und dem Entstehen des Deutschen Reiches re alt!verbunden, als bisher angenommen wurde. Bonifatius, dessen Missionstätigkeit auch inDrei Faktoren spielten bei der kulturge- Thüringen entscheidend zur Durchsetzungschichtlich beispiellosen Verbreitung und des Christentums beigetragen hat, wird nichtBedeutung der Linde zusammen: nur die Fällung der den Germanen heiligen1. Die Linde war sowohl bei den germani- Eichen zugeschrieben, er soll auch auf alteschen als auch bei den slawischen Stäm- Heiligtümer neue Bäume (Linden!) ge-men ein beliebter Baum und wurde von ih- pflanzt haben. So z.B. auf den heiligen Bergnen verehrt, ohne jedoch heilig zu sein. So der Chatten in Oberod bei Alsfeld im jetzi-wie die frühesten Kirchen oftmals an Stelle gen Hessen. Ein Baum, von dem Teile nochoder bewusst in der Nähe von ehemaligen heute grünen***.kultischen Plätzen errichtet wurden, wurdedie Linde der Ersatzbaum für die „religiös“*W. Mannhardt, Berlin,1904: Der Baumkultus der Germanen und ihrer Nachbarstämme.**E. Frh. von Berg, Dresden, 1871: Geschichte der Deutschen Wälder, S 69.***H. J. Fröhlich, Hamburg, 1989: Alte und liebenswerte Bäume in Deutschland.
  8. 8. 81Die Orte des Saale-Holzland-Kreises und Jenasund ihre historischen BäumeZur Auswahl der BäumeSchwerpunkt bei der folgenden Auswahl der Bäume ist deren kulturhistorischer Hinter-grund. Das Mindestalter der erfassten Bäume liegt bei über 150 Jahren. Ausnahmen bildenBäume, die für den thematischen Zusammenhang von Interesse sind und somit auch jün-ger sein können.Erfasste Grenzbäume sind in der Regel mindestens 200 Jahre alt.Somit sind eine ganze Anzahl von schönen ortsprägenden Bäumen, wie zum Beispiel dieSieges- bzw. Friedenslinden, die nach dem Krieg gegen Frankreich 1870/71 gepflanztwurden, im Katalog nicht enthalten.Dem Alter wurde also der Vorrang vor Größe und Schönheit gegeben. In der Auswahlwurden auch Bäume belassen, die in den vergangenen Jahren leider gefällt wurden oderabgestorben sind, die aber kulturhistorisch und für den regionalen Zusammenhang derThematik wertvoll sind.Albersdorf-AscherhütteDie Eiche (Quercus robur) am Forsthaus AscherhütteUmfang: 6,20 mAlter: mind. 350 Jahre (nach Jahresringzählung um 1660 gepflanzt)Standort: auf dem Teichdamm hinter der AscherhütteDie Stieleiche ist in ihrem Umfang die Stärkste des Landkreises. Der Stamm ist bis in dieKrone hinein hohl. Um ein Ausbrechen der Krone zu vermeiden, wurde die Eichenkrone inden letzten Jahren wiederholt zurückgeschnitten. 1962 wurde die Eiche als Naturdenkmalunter Schutz gestellt.
  9. 9. 82AltenbergaDer kleine Landschaftspark hinter dem SchlossDie Reste eines alten, sehr wertvollen Baumbestandes sind nochvorhanden.Beachtenswerte Bäume im Park:Bergulme (Ulmus glabra)Umfang: 5,10 mAlter: mind. 170 JahrePlatane (Platanus x hispanica)Umfang: 5,90 mAlter: mind. 170 JahreDie beiden Bäume stehen als „Partner“ neben-einander. Die Bergulme und die Platane gehö-ren zu den stärksten Bäumen ihrer Art in ganzThüringen. Eine jetzt nicht mehr vorhandeneKastanie besaß einen Umfang von über 4m! DieUlme ist 2005 abgestorben. Vermutlich wurdeder Park um 1800 angelegt (Abb. S. 52).AmmerbachDie Linde (Tilia platyphyllos) am DorfbrunnenUmfang: 3,20 mAlter: mind. 150 JahreStandort: Die Linde steht in der Weg- gabelung des Hahnegrundweges.Die Krone wurde vor wenigen Jahren stark ein-gekürzt. Über die Bedeutung der Linde im Dorfist leider nichts bekannt. Ammerbach besitztein Ortssiegel auf dem ein jun-ger Baum abgebildet ist.Es ist durchaus möglich, das dieLinde als junger Baum auf demDorfsiegel abgebildet wurde.
  10. 10. 83Bad KlosterlausnitzReste der alten Lindenalleean der TautenhainerstraßeStandort: Am linken Straßenrand gegen- über dem neuen ErlebnisbadDie alte Lindenallee in Bad Klosterlausnitzmusste 1995 einseitig gefällt werden. DasAlter des ältesten Teiles der Allee betrugca. 200 Jahre. Auf Abbildungen um 1900 istsie schon als große ausgewachsene Alleezu sehen. Die zahlreichen Schädigungen imunteren Stammbereich durch Anfahrschädenund die Höhe der Bäume von fast 30 m führ-ten zu einer kritischen Situation. Einige Bäu-me hielten den Sturmböen der letzten Jahreschon nicht mehr stand und sind umgebro-chen. Im Zuge des erforderlichen Ausbauesder Straße wurde eine Seite der Allee ge-fällt. Die verbleibenden Bäume wurden zurStabilisierung eingekürzt. Von den damalsnoch 8 erhalten Linden wurden später noch- Historische Ansicht um 1910.mals 4 gefällt.Die Reste der Allee wurden 2001 als Natur-denkmal gelöscht.Der alte Weißdorn(Crataegus laevigata)auf dem ehemaligen Friedhofan der KircheUmfang: 1,80 mAlter: mind. 165 JahreStandort: nördlich der KircheDer ungewöhnlich alte und starke Weißdornhat schon vor dem Kirchenbau (1863-1866)auf dem damaligen Friedhof gestanden. Erwar der stärkste bekannte Weißdorn im Saa-le-Holzland-Kreis. Er wurde im Frühjahr2005 leider gefällt. Abbildung 2003.
  11. 11. 84BeulbarDer eicherneGrenzbusch(Quercus robur)Umfang: nicht messbarAlter: mind. 400 Jahre, gekappt in verschiedenen HöhenStandort: auf einem Geländeabsatz ca. 100 m vor der Ortslage aus Richtung Ilmsdorf kommendDer Grenzbusch markierte die Grenze desHofgartens der Herren von Beulbar. Das Ge-schlecht der Herren von Beulbar starb im 17. Jh. aus. 1998 wurde in der Eiche ein Brandgelegt, unter dem der Baum stark gelitten hat (Abb. S. 40).Der große Spitzahorn (Acer platanoides) vor BeulbarUmfang: 4,40 mAlter: mind. 150 JahreStandort: vor dem Dorf auf einem Hügel inmitten von Obstgärten (s. Karte oben)Auf dem Schuttkegel der ehemaligen Kapelle der Herren von Beulbar steht ein ungewöhn-lich großer und schöner Spitzahorn mit einer Kronenspannweite von knapp 30 m.Der Spitzahorn wurde 2003 als Naturdenkmal unter Schutz gestellt (Text + AbbildungS. 58).Die Herzogfichten (Picea abies)im SchlossgrundUmfang: bis 2,90 mAlter: bis 200 Jahre (nach Jahresringzählung um 1815 gepflanzt)Standort: im unteren Waldecker Schlossgrund (s. Karte oben)Der Bestand der Herzogfichten ist weitge-hend durch natürliche Einflüsse vernichtet.Diese Fichtengruppe war mit bis 50 m Höhevermutlich eine der stattlichsten des Holz-landes. Abbildung 2005.

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