Auswirkungen von demographischenEntwicklungen auf die berufliche Ausbildung
Die Berufsbildungsforschungsinitiative des BMBFZur Stärkung der Attraktivität und Zukunftsfähigkeitdes Berufsbildungssyste...
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InHAlT                                                                                                                    ...
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ZIElE unD HErAnGEHEnSWEISE                                                                                                ...
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  1. 1. Auswirkungen von demographischenEntwicklungen auf die berufliche Ausbildung
  2. 2. Die Berufsbildungsforschungsinitiative des BMBFZur Stärkung der Attraktivität und Zukunftsfähigkeitdes Berufsbildungssystems sowie zur Erhöhung derIntegrationschancen von Jugendlichen an der erstenund zweiten Schwelle bedarf es einer konsistentenund konsequenten Berufsbildungspolitik. Mit Blickauf die Komplexität der für die Berufsbildungspolitikentscheidungsbeeinflussenden Faktoren und Rahmen-bedingungen sollen die Erkenntnisse der Berufsbil-dungsforschung eine Grundlage für die politischeEntscheidungsfindung sein.Die im Jahr 2006 gestartete Initiative des BMBF un-terstützt durch das Bundesinstitut für Berufsbildungorientiert sich kontinuierlich in seiner inhaltlichenAusrichtung an programmatischen bildungspoli-tischen Anforderungen. Das Ziel der im Rahmen derBerufsbildungsforschungsinitiative durchgeführtenForschungsvorhaben ist es, Informationen, Daten undVorschläge in Form von Expertisen und empirischenUntersuchungen für bildungspolitisches Handeln zugenerieren. Darüber hinaus soll diese Initiative zu einerIntensivierung der Kommunikation zwischen Wissen-schaft und Politik beitragen.ImpressumHerausgeber AutorenBundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Dr. Iris PfeifferReferat Grundsatzfragen der beruflichen Bildung Simone Kaiser53170 Bonn Prognos AG, BerlinBestellungen Geschäftsführer:Schriftlich an den Herausgeber Christian BöllhoffPostfach 30 02 35 Goethestraße 8553182 Bonn 10623 Berlin Tel.: +49 30 52 00 59-200oder per Tel.: 01805 - 262 302 Fax: +49 30 52 00 59-201Fax: 01805 - 262 303 www.prognos.com(0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz) E-Mail: info@prognos.comE-Mail: books@bmbf.bund.deInternet: http://www.bmbf.deGestaltungHauke Sturm Design, BerlinProduktionW. Bertelsmann Verlag, BielefeldBonn, Berlin 2009
  3. 3. Auswirkungen von demographischenEntwicklungen auf die berufliche Ausbildung
  4. 4. InHAlT InhaltsverzeichnisInhaltsverzeichnis..................................................................................................................................................................................................Abbildungsverzeichnis......................................................................................................................................................................................... 4Tabellenverzeichnis .............................................................................................................................................................................................. 6Zusammenfassung.................................................................................................................................................................................................7 Ziele und Herangehensweise................................................................................................................................................................... 1.1 Zielsetzung des Projektes .......................................................................................................................................................................11 1.2 Projektdesign........................................................................................................................................................................................... 12 1.3 Trendanalyse und Trenddarstellung ................................................................................................................................................... 12 1.4 Delphi-Befragung ................................................................................................................................................................................... 13 1.5 Szenarioanalyse....................................................................................................................................................................................... 142 Gesellschaftspolitischer Hintergrund ....................................................................................................................................................6 2.1 Wandel zur Wissensgesellschaft.......................................................................................................................................................... 16 2.2 Demographischer Wandel .................................................................................................................................................................... 18 2.3 Globalisierung und Internationalisierung......................................................................................................................................... 19 2.4 Neue Technologien................................................................................................................................................................................. 213 Konsequenzen des gesellschaftspolitischen Wandels für die berufliche Ausbildung ................................................................. 22 3.1 Konsequenzen des gesellschaftspolitischen Wandels aus Sicht der Experten ........................................................................... 254 Ausbildungsanfänger in Deutschland................................................................................................................................................... 29 4.1 Mittelfristige Entwicklungen................................................................................................................................................................ 31 4.2 Herausforderungen und Perspektiven .............................................................................................................................................. 32 4.3 Ergebnisse der Delphi-Befragung ....................................................................................................................................................... 325 Die Situation der Bildungsanbieter....................................................................................................................................................... 34 5.1 Mittelfristige Entwicklungen............................................................................................................................................................... 36 5.2 Herausforderungen und Perspektiven ...............................................................................................................................................37 5.3 Ergebnisse der Delphi-Befragung ....................................................................................................................................................... 38
  5. 5. 2 InHAlT6 Angebot an dualen Ausbildungsplätzen ...............................................................................................................................................4 6.1 Mittelfristige Entwicklungen............................................................................................................................................................... 42 6.2 Herausforderungen und Perspektiven .............................................................................................................................................. 43 6.3 Ergebnisse der Delphi-Befragung ....................................................................................................................................................... 447 Verwertbarkeit beruflicher Ausbildung ...............................................................................................................................................46 7.1 Mittelfristige Entwicklungen............................................................................................................................................................... 49 7.2 Herausforderungen und Perspektiven .............................................................................................................................................. 50 7.3 Ergebnisse der Delphi-Befragung ........................................................................................................................................................ 518 Organisation beruflicher Bildung .......................................................................................................................................................... 53 8.1 Mittelfristige Entwicklungen............................................................................................................................................................... 55 8.2 Herausforderungen und Perspektiven .............................................................................................................................................. 56 8.3 Ergebnisse der Delphi-Befragung ........................................................................................................................................................579 Szenarien Zeitraum 206–2025 ..............................................................................................................................................................60 9.1 Variante I: Angebot und Nachfrage stehen in einem ausgewogenen Verhältnis ....................................................................... 61 9.1.1 Beschreibung des Szenarios..................................................................................................................................................... 61 9.1.2 Funktionen und Wirkungsweisen der Deskriptoren ......................................................................................................... 63 9.1.3 Zentrale Einflussfaktoren auf die berufliche Ausbildung ................................................................................................. 63 9.1.4 Empfehlungen für das Szenario 2016–2025: „Trotz umfangreicher Reformen sinkende Ausbildungsbeteiligung von Unternehmen“...................................................................................................................... 64 9.2 Variante II: Das Angebot an Ausbildungsplätzen übersteigt deutlich die Nachfrage............................................................... 65 9.2.1 Beschreibung des Szenarios.................................................................................................................................................... 65 9.2.2 Funktionen und Wirkungsweisen der Deskriptoren ......................................................................................................... 67 9.2.3 Zentrale Einflussfaktoren auf die berufliche Ausbildung ................................................................................................. 67 9.2.4 Empfehlungen für das Szenario 2016–2025: „Vielfalt der Ausbildung als Strategie gegen den Fachkräftemangel“........................................................................................................................................................... 68 9.3 Variante III: Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen übersteigt deutlich das Angebot ......................................................... 69 9.3.1 Beschreibung des Szenarios.................................................................................................................................................... 69 9.3.2 Funktionen und Wirkungsweisen der Deskriptoren .......................................................................................................... 71 9.3.3 Zentrale Einflussfaktoren auf die berufliche Ausbildung .................................................................................................. 71 9.3.4 Empfehlungen für das Szenario 2016–2025: „Duale Ausbildung verliert im Wettbewerb“.........................................720 Übergreifende Empfehlungen für eine zukunftsfähige berufliche Ausbildung............................................................................ 73 10.1 Stärkere Verzahnung zwischen dualer Ausbildung und Hochschule ...........................................................................................73 10.1.1 Befund .........................................................................................................................................................................................73 10.1.2 Empfehlung ................................................................................................................................................................................73 10.2 Integration in die berufliche Ausbildung durch Basisqualifikation und Durchlässigkeit verbessern ....................................74 10.2.1 Befund .........................................................................................................................................................................................74 10.2.2 Empfehlung ................................................................................................................................................................................74
  6. 6. InHAlT 3 10.3 Flächendeckender Aufbau branchenspezifischer regionaler Aus- und Weiterbildungszentren ............................................75 10.3.1 Befund .........................................................................................................................................................................................75 10.3.2 Empfehlung ............................................................................................................................................................................... 76 10.4 Mobilität von Jugendlichen erhöhen ................................................................................................................................................. 76 10.4.1 Befund ........................................................................................................................................................................................ 76 10.4.2 Empfehlung ................................................................................................................................................................................77 10.5 Neue Instrumente zur Finanzierung der beruflichen Aus- und Weiterbildung..........................................................................77 10.5.1 Befund .........................................................................................................................................................................................77 10.5.2 Empfehlung ................................................................................................................................................................................77 10.6 Förderung der Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund .................................................................................78 10.6.1 Befund .........................................................................................................................................................................................78 10.6.2 Empfehlung ................................................................................................................................................................................78 10.7 Sicherung einer bedarfsgerechten Ausbildungsinfrastruktur ...................................................................................................... 79 10.7.1 Befund ........................................................................................................................................................................................ 79 10.7.2 Empfehlung ............................................................................................................................................................................... 79 10.8 Systematisierung von Angeboten zur Bildungsberatung und Berufswahl ................................................................................. 80 10.8.1 Befund ........................................................................................................................................................................................ 80 10.8.2 Empfehlung ................................................................................................................................................................................ 81 10.9 Qualität und Transparenz von Ausbildungsangeboten sichern..................................................................................................... 81 10.9.1 Befund ......................................................................................................................................................................................... 81 10.9.2 Empfehlung ................................................................................................................................................................................ 81 literatur......................................................................................................................................................................................................83
  7. 7. 4 ABBIlDunGSVErZEIcHnISAbbildungsverzeichnisAbbildung 1: Die Arbeitsschritte im Projekt.......................................................................................................................................................11Abbildung 2: Angebots-Nachfrage-Relationen ................................................................................................................................................ 12Abbildung 3: Einflussfaktoren der Arbeitswelt................................................................................................................................................. 16Abbildung 4: Arbeitsplätze in Deutschland – Entwicklung nach Tätigkeiten 1995 – 2010 (in %) .............................................................. 17Abbildung 5: Arbeitsplätze in Deutschland – Entwicklung nach Qualifikationsniveau 1995 – 2010 (in %) ............................................ 17Abbildung 6: Erwerbspersonenpotenzial nach Altersklassen ....................................................................................................................... 19Abbildung 7: Entwicklung der Beschäftigung nach Qualifikation .............................................................................................................. 20Abbildung 8: Internationalisierungs- und Globalisierungsprozesse in der beruflichen Ausbildung ................................................... 26Abbildung 9: Benachteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der beruflichen Ausbildung ..................................27Abbildung 10: Privatisierung von Einrichtungen beruflicher Ausbildung ...................................................................................................27Abbildung 11: Auswirkungen des technologischen Wandels auf die Integrationschancen bildungsferner Ausbildungsbewerber.................................................................................................................................................................. 28Abbildung 12: Bildungsabschlüsse von Absolventen allgemeinbildender Schulen im Jahr 2007............................................................ 29Abbildung 13: Konkurrenzverhältnis akademischer und beruflicher Bildung ........................................................................................... 33Abbildung 14: Systematisierung des Systems der beruflichen Ausbildung.................................................................................................. 34Abbildung 15: Zukunftsperspektiven von Bildungsdienstleistern ................................................................................................................ 39Abbildung 16: Infrastrukturrückbau nach Regionen ....................................................................................................................................... 40Abbildung 17: Zukünftige Bedeutung des Übergangssystems....................................................................................................................... 40Abbildung 18: Kooperation und Konkurrenz in der beruflichen Ausbildung ............................................................................................. 44Abbildung 19: Zukünftige Bedeutung der Verbundausbildung .................................................................................................................... 45Abbildung 20: Entwicklung der vorzeitig gelösten Ausbildungsverträge, absolut, 2000 bis 2005.......................................................... 46Abbildung 21: Berufswechselquoten................................................................................................................................................................... 48Abbildung 22: Arbeitsmarktungleichgewichte................................................................................................................................................. 49Abbildung 23: Zusammenhang zwischen Fachkräftemangel und Verwertbarkeit der beruflichen Ausbildung.................................. 51Abbildung 24: Verwertbarkeit schulischer Ausbildungsformen.................................................................................................................... 52Abbildung 25: Bildungsausgaben im dualen System nach Finanzierungsträgern 2006 ........................................................................... 55
  8. 8. ABBIlDunGSVErZEIcHnIS 5Abbildung 26: Ausmaß von Modularisierung in der beruflichen Ausbildung..............................................................................................57Abbildung 27: Europäische Vergleichbarkeit beruflicher Bildung................................................................................................................ 58Abbildung 28: Strukturelle Veränderungen beruflicher Bildung .................................................................................................................. 58Abbildung 29: Lernformen in der beruflichen Ausbildung ............................................................................................................................. 59Abbildung 30: Übersicht der Deskriptoren......................................................................................................................................................... 63Abbildung 31: Übersicht der Deskriptoren......................................................................................................................................................... 67Abbildung 32: Übersicht der Deskriptoren.......................................................................................................................................................... 71
  9. 9. 6 TABEllEnVErZEIcHnISTabellenverzeichnisTabelle 1: Ausgewählte Deskriptoren und jeweilige Ausprägungen ............................................................................................................. 14Tabelle 2: Bevölkerung Deutschlands nach Altersklassen, ausgewählte Jahre............................................................................................ 18Tabelle 3: Einnahmen und Ausgaben der Gebietskörperschaften, absolut und Veränderung in % p.a., 2004 bis 2030 ....................... 24Tabelle 4: Entwicklung der deutschen Studienanfänger seit 2000................................................................................................................ 30Tabelle 5: Übergangsquote von der Schule an die Hochschule in Deutschland .......................................................................................... 30Tabelle 6: Neueintritte in das berufliche Bildungssystem ............................................................................................................................... 35Tabelle 7: Beschäftigte, Auszubildende und Ausbildungsquote .................................................................................................................... 42Tabelle 8: Betriebe, Ausbildungsbetriebe und Ausbildungsbetriebsquote .................................................................................................. 42Tabelle 9: Ausbildungsbetriebsquote für Deutschland nach Betriebsgröße................................................................................................ 43Tabelle 10: Lösungsquoten in %, 2000 bis 2005 .....................................................................................................................................................47Tabelle 11: Übernahmequoten nach Betriebsgrößen......................................................................................................................................... 48Tabelle 12: Bruttoinlandsprodukt und Hauptverwendungskomponenten, absolut und Veränderung in %, 2004–2030 ..................... 50
  10. 10. ZuSAMMEnFASSunG 7ZusammenfassungAuftrag und Methode Entwicklung zentraler RahmenbedingungenMit der vorliegenden Studie werden Trends und Szenarien fürdie berufliche Bildung für den Zeitraum von heute bis 2035 Die Zukunft der beruflichen Bildung ist vor dem Hintergrundvorgestellt. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels zu sehen.und Forschung sollen dabei die folgenden Konstellationen am Vier zentrale Entwicklungen prägen Deutschland in denAusbildungsmarkt berücksichtigt werden: nächsten Jahren: Das Angebot an Ausbildungsplätzen übersteigt die Nach- Der Strukturwandel wird eine starke strukturelle Verschie- frage. bung der Beschäftigung nach sich ziehen und die Beschäfti- gung in Dienstleistungsberufen stärken. Für die berufliche Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen übersteigt das Bildung bedeutet dies, mit dynamischen Entwicklungen im Angebot. Hinblick auf Kompetenz- und Tätigkeitsprofile umgehen zu müssen, die zugleich eine deutlich stärkere Leistungsdifferen- Angebot und Nachfrage nach Ausbildungsplätzen sind zierung erfordern als bislang. ausgewogen. Der demographische Wandel sorgt für eine schrumpfen-Dabei sollen sich die Szenarien auf drei unterschiedliche de Bevölkerung, die zugleich deutlich älter wird. Dadurch wirdZeiträume beziehen: die Zahl der ausbildungsberechtigten Jugendlichen deutlich zurückgehen, und zwar um knapp 1,5 Millionen (20%) bis 2035.1) Heute bis 2015: In diesem Zeitraum wird der Wendepunkt Diese Entwicklungen treten regional unterschiedlich und bei der Zahl der Schulabsolventen erreicht. zeitlich versetzt auf. Neben Auswirkungen auf den Bedarf an Infrastruktur wird es zu einem Fachkräftemangel kommen,2) 2015 bis 2025: In diesem Zeitraum wird das Minimum der dessen Konsequenzen kontrovers diskutiert werden. Schulabsolventen erreicht. Die Globalisierung führt zu steigenden Anforderungen3) 2025 bis 2035: In diesem Zeitraum wird der Wendepunkt an die Internationalisierung der Unternehmen und geht mit bei der Zahl der Erwerbstätigen erreicht. einer zunehmenden Bedeutung von Abstimmungsprozessen auf europäischer Ebene einher. Gleichzeitig wird die interna-Für die Entwicklung der Szenarien wurden drei Arbeitsschritte tionale Mobilität von Jugendlichen zunehmen, was sowohl diedurchgeführt: Auswanderung als auch die Einwanderung betrifft und damit neue Anforderungen an interkulturelle Kompetenzen sowie1) Trendanalysen, die Entwicklungen der Vergangenheit den Umgang mit Migranten stellt. betrachten und diese weiter fortschreiben. Dabei werden mögliche Trendbrüche in die Überlegungen zur Fortschrei- Die technologische Entwicklung prägt einerseits die bung einbezogen. Branchen und Tätigkeitsfelder der Beschäftigten und wirkt andererseits unmittelbar auf die Ausgestaltung der Ausbil-2) Delphi-Befragung von Experten der beruflichen Bildung dung selbst. Verbunden wird dies insbesondere mit steigenden aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Bildungseinrich- Leistungsanforderungen. tungen, die anhand von ausgewählten Thesen zukünftige Entwicklungen der beruflichen Bildung bewerten und Vor dem Hintergrund der genannten Rahmenbedin- zeitlich einordnen. gungen werden zukünftige Entwicklungen in folgenden Bereichen der beruflichen Bildung analysiert:3) Entwicklung von 12 Zukunftsszenarien, die für die vorgege- benen Konstellationen zum Verhältnis von Angebot und  Zahl der Ausbildungsanfänger und Veränderungen in Nachfrage nach Ausbildungsplätzen mit ausgewählten ihrer Bildungsentscheidung Indikatoren systematisch entwickelt werden. Die Zahl der Jugendlichen, die dem Ausbildungsmarkt potenziell zur Verfügung stehen, wird demographisch bedingt zurückgehen. Bis 2030 schrumpft die Altersgrup-
  11. 11. 8 ZuSAMMEnFASSunG pe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen  Zukünftige Verwertbarkeit beruflicher Ausbildung 17 und 25 Jahren – diejenige Altersgruppe, die die Ausbil- für die Unternehmen vor dem Hintergrund einer zuneh- dungsplatznachfrage im Wesentlichen bestimmt – um menden Konkurrenz um Fachkräfte und gestiegener rund ein Fünftel. Gleichzeitig verändert sich die Bildungs- Flexibilitätsanforderungen entscheidung der Jugendlichen. Der Trend zu höheren Schulabschlüssen hält an, gleichzeitig erhöhen die Stu- Veränderte ökonomische Rahmenbedingungen können diengangsreformen des Bologna-Prozesses die Attrakti- die Verwertbarkeit der beruflichen Ausbildung für die vität einer akademischen Ausbildung. Die Konkurrenz Unternehmen verringern: Berufliche Qualifikationen zwischen dualer Ausbildung und Hochschulausbildung können schneller veralten, flexiblere Arbeitnehmer die um den Fachkräftenachwuchs nimmt vor diesem Hinter- Dynamik von Arbeitsplatz- und Berufswechsel erhöhen. grund zu. Dennoch reduzieren sich die Einstellungs- und Übernah- mechancen für Auszubildende dadurch nicht. Im Gegen- Anpassungs- und Modernisierungsbedarf für die Bildungs- teil werden sich Einstellungs- und Übernahmechancen für anbieter in den einzelnen Säulen des Systems beruflicher ausreichend qualifizierten Fachkräftenachwuchs sogar Bildung erhöhen. Diese Entwicklung ist jedoch an eine Vorausset- zung gebunden: Die Dualität der beruflichen Ausbildung Veränderte sozioökonomische Rahmenbedingungen bleibt auch bei einer formalen Gleichstellung schulischer machen quantitative und qualitative Anpassungen Ausbildungsformen eine wesentliche Voraussetzung für innerhalb des Systems der beruflichen Bildung notwen- den Arbeitsmarkterfolg. dig. Auf der quantitativen Seite wird der Rückbau von Infrastruktur notwendig werden. Auszubildende werden  Organisation beruflicher Bildung in einem einheitlichen daher häufiger als bisher in bundes- oder landesweiten europäischen Bildungsraum Fachklassen gebündelt werden. In qualitativer Hinsicht ergeben sich neue Herausforderungen für die Bildungs- Ein einheitlicher europäischer Bildungsraum wird mittel- dienstleister insbesondere durch eine höhere Autonomie fristig für die berufliche Ausbildung erreicht werden: Die und Verantwortung der regionalen Akteure. Dezentrale Vergleichbarkeit und Anerkennung beruflicher Qualifi- Steuerungs- und Koordinierungsmechanismen gewinnen kationen wird sich deutlich erhöhen. EU-weite Vorgaben an Bedeutung. Bildungsdienstleister, die bisher bspw. im zu beruflichen Kompetenzen werden hierfür das zentrale Rahmen der außerbetrieblichen Ausbildung innerhalb des Instrument darstellen. Durch die stärkere Kompetenzori- Übergangssystems tätig waren, sind von dieser Entwick- entierung werden informelle Formen des Lernens nicht lung besonders betroffen. Sinkende Schülerzahlen werden nur für die Gestaltung der lebenslangen Bildungsbiogra- zu einer Verkleinerung des Übergangssystems führen. phie immer wichtiger, sondern gewinnen auch in der Bildungsanbieter in diesem Bildungsbereich müssen vor beruflichen Ausbildung an Bedeutung. diesem Hintergrund neue Märkte erschließen, wollen sie ihren Bestand zukünftig sichern. Zahl und Art der angebotenen dualen Ausbildungsplätze sowie Formen der betrieblichen Zusammenarbeit in der dualen Ausbildung Das unternehmerische Verhalten wird durch den erwart- baren Fachkräftemangel kaum beeinflusst. Die Ausbil- dungsbereitschaft bleibt im Wesentlichen stabil. Dies betrifft auch die qualifikatorischen Anforderungen an den Fachkräftenachwuchs. Sind Ausbildungsanfänger nicht ausreichend qualifiziert, werden sie auch trotz Fachkräf- temangel nicht eingestellt. Eher bleiben Ausbildungs- plätze unbesetzt. Deutlich verändern wird sich jedoch das Verhältnis ausbildender Unternehmen untereinander. Die Konkurrenz um geeignete Auszubildende macht eine Zusammenarbeit der Unternehmen in der Ausbildung bspw. im Rahmen von Verbundausbildungen oder in über- betrieblichen Bildungsstätten unwahrscheinlicher.
  12. 12. ZuSAMMEnFASSunG 9Szenarien Parallel zu dieser Entwicklung haben die Anforderungen der Unternehmen an die duale Ausbildung zugenommen. Durch umfangreiche Investitionen in die allgemeinbildendeDie zukünftigen Entwicklungen in diesen Schwerpunkt- und berufliche Bildung konnte diesen neuen Anforderungenbereichen sind nicht unabhängig voneinander zu betrach- Rechnung getragen werden. Die hohen Investitionen habenten, da sie in komplexen Wirkungszusammenhängen sich ausgezahlt.zueinander stehen. Die Szenarien berücksichtigen dieseWirkungszusammenhänge und beschreiben auf der Grund- Gleichzeitig wurden im Bereich der beruflichen Bildunglagen unterschiedlicher Annahmen zu den Angebots- und umfangreiche Strukturreformen umgesetzt. Der Erwerb vonNachfrageverhältnissen auf dem Ausbildungsmarkt für drei Einstiegs- und Teilqualifikationen und von zusätzlichen Zertifi-Betrachtungszeiträume kohärente Zukunftsoptionen für die katen ist umfassend möglich, die Orientierung an beruflichenunterschiedlichen Bereiche beruflicher Bildung. Kompetenzen in der beruflichen Ausbildung hat zugenom- men. Die Durchlässigkeit zwischen einzelnen Berufsgruppen, Beispielhaft werden drei Szenarien für den Zeitraum von zwischen dem Übergangssystem und der dualen Ausbildung2016 bis 2025 dargestellt. sowie zwischen der dualen Ausbildung und der akademischen Bildung konnte dadurch umfassend erhöht werden.Szenario – Trotz umfangreicher reformen sinken-de Ausbildungsbeteiligung von unternehmen Die Vielfalt der Angebote beruflicher Bildung nimmt(Angebot und nachfrage stehen in einem ausge- dadurch zu. Gleichzeitig reizt der Wettbewerb um die bestenwogenen Verhältnis) Köpfe auch private Bildungsanbieter an, sich stärker im Bereich der beruflichen Ausbildung zu engagieren. DieseAngebot und Nachfrage nach Ausbildungsplätzen entwickeln Anbieter finden und gestalten damit einen neuen Markt: Vorsich in einer wirtschaftlich wenig dynamischen Zeit parallel dem Hintergrund der Wissensgesellschaft sind immer mehrrückläufig. Der Rückgang der Schulabsolventen geht einher Menschen bereit, auch privat in die berufliche Ausbildung zumit einer Rückbesinnung der Unternehmen auf die Weiterbil- investieren.dung vorhandener Fachkräfte und die vermehrte Einstellungvon Hochschulabsolventen. Szenario 3 – Duale Ausbildung verliert im Wettbe- werb (nachfrage nach Ausbildungsplätzen über- Die Anforderungen an die duale Ausbildung sind deutlich steigt das Angebot)gestiegen. Mit entsprechenden schulischen Reformen und er-heblichen Investitionen in die berufliche Ausbildung ist es je- Trotz zurückgehender Schülerzahlen bekommen nicht alledoch gelungen, diesen Anforderungen erfolgreich zu begegnen. Ausbildungssuchenden einen Ausbildungsplatz im dualen System, sondern die Unternehmen ziehen sich mehr und mehr Dennoch können nicht alle Jugendlichen in gleichem Maße aus der beruflichen Ausbildung zurück. Ein deutlicher Ausbil-vom ausgeglichenen Ausbildungsmarkt profitieren: Jugendli- dungsplatzmangel ist das Resultat. Gründe für diesen Rückzugche mit Migrationshintergrund gehören auch mittelfristig zu der Unternehmen aus der beruflichen Ausbildung sind dabeiden benachteiligten Gruppen am Ausbildungsmarkt. Ähn- fehlende finanzielle Ressourcen aufgrund einer ungünstigenliches gilt für Frauen in technischen und naturwissenschaft- wirtschaftlichen Entwicklung sowie eine mangelnde Qua-lichen Berufen. Trotz Förderung der für diese Berufe notwen- lität der dualen Ausbildung sowie der allgemeinbildendendigen Kompetenzen in der Vergangenheit, konnte in diesem Schulen.Bereich keine Änderung des traditionellen geschlechtsspezi-fischen Berufswahlverhaltens erreicht werden. Vor diesem Hintergrund nutzen die Unternehmen ver- stärkt andere Märkte zur Deckung ihres Fachkräftebedarfs.Szenario 2 – Vielfalt der Ausbildung als Strategie Ältere Arbeitnehmer werden kontinuierlich betrieblich quali-gegen den Fachkräftemangel (Angebot an Aus- fiziert und die Bemühungen, sie länger in den Unternehmenbildungsplätzen übersteigt die nachfrage) zu halten, ausgeweitet. Zusätzlich werden verstärkt Hoch- schulabsolventen eingestellt sowie internationale Arbeits-Der Rückgang der Schülerzahlen führt zu einem erheblichen kräfte angeworben.Nachwuchskräftemangel aufseiten der Unternehmen. Zahl-reiche Ausbildungsplätze bleiben aufgrund fehlender geeig- Die schlechte Qualität der beruflichen Ausbildung wirdneter Bewerber unbesetzt. Vor diesem Hintergrund gewinnen auch nicht durch private Bildungsangebote und Bildungs-betriebliche Maßnahmen zur besseren Integration älterer anbieter aufgefangen. Aufgrund der fehlenden NachfrageArbeitnehmer und zur Förderung des lebenslangen Lernens vonseiten der Unternehmen investieren sie insbesondere ineinen deutlichen Bedeutungsaufschwung. Die Förderung tertiäre Ausbildungsformen sowie die Weiterbildung.betrieblicher Weiterbildung wird zur zentralen Strategie derUnternehmen zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses.
  13. 13. 0 ZuSAMMEnFASSunGKonsequenzenDie Szenarioanalyse erlaubt über ihre Abbildung von Wir-kungszusammenhängen nicht nur die Beschreibung vonZukunftsoptionen, sondern insbesondere auch die Ableitungder zentralen politischen Stellhebel, die für die Sicherung derZukunftsfähigkeit des Systems der beruflichen Bildung ent-scheidend sind. Die Konsequenzen, die aus der Identifikationder Stellhebel resultieren, werden begründet, priorisiert undin Empfehlungen konkretisiert.Diese umfassen:1) Stärkere Verzahnung zwischen dualer Ausbildung und Hochschule2) Integration in die berufliche Ausbildung durch Basis- qualifikation und Durchlässigkeit verbessern3) Flächendeckender Aufbau branchenspezifischer regio- naler Aus- und Weiterbildungszentren4) Mobilität von Jugendlichen erhöhen5) Neue Instrumente zur Finanzierung der beruflichen Aus- und Weiterbildung6) Förderung der Integration von Jugendlichen mit Migra- tionshintergrund7) Sicherung einer bedarfsgerechten Ausbildungsinfra- struktur8) Systematisierung von Angeboten zur Bildungsberatung und Berufswahl9) Qualität und Transparenz von Ausbildungsangeboten sichern
  14. 14. ZIElE unD HErAnGEHEnSWEISE 1 Ziele und Herangehensweise1.1 Zielsetzung des Projektes sollen damit in die Lage versetzt werden, frühzeitig auf Entwicklungen zu reagieren und ggf. erforderliche Maß- nahmen zu initiieren. Ein Ignorieren der sich deutlich ab-Detaillierte Prognosen zur mittel- bis langfristigen Bevölke- zeichnenden Umfeldveränderungen könnte dramatischerungsentwicklung und eine inzwischen auch im öffentlichen Auswirkungen für die Leistungsfähigkeit des bundesdeut-Diskurs sehr präsente Diskussion um gesellschaftliche und schen Systems der beruflichen Ausbildung und damit derökonomische Auswirkungen des demographischen Wandels gesamten Wirtschaft haben. Ausgehend vom aktuellenmachen es inzwischen möglich und notwendig, konkrete und Entwicklungsstand ist es das Ziel des Forschungsvorhabens,tragfähige Konzepte für die gesellschaftliche Zukunft Deutsch- die wichtigsten Auswirkungen der demographischen Verän-lands zu entwickeln. In seiner Bedeutung für eine wettbe- derungen auf die berufliche Ausbildung bis zum Jahr 2035werbsfähige, wissensbasierte Gesellschaft kommt dabei dem zu untersuchen. Vor diesem Hintergrund soll ein realistischesBereich der beruflichen Bildung und Ausbildung eine wichtige Bild der zu erwartenden Entwicklungen gezeichnet undstrategische Position zu. rechtzeitig auf Handlungserfordernisse und -optionen hin- gewiesen werden. Angesichts der komplexen Problemlage von unterschied-lichen Einflussfaktoren und vielschichtigen Anforderungen Die Studie „Auswirkungen der demographischen Verände-werden im Projekt „Auswirkungen von demographischen rungen auf die berufliche Ausbildung“ soll eine aus Fakten,Entwicklungen auf die berufliche Ausbildung“ mögliche breitem Expertenwissen und realistischen Erwartungenalternative Entwicklungsszenarien und tragfähige Hand- begründete Orientierung für politisches Handeln, adminis-lungsoptionen für die Einrichtungen der beruflichen Bildung trative Planungen und Entscheidungen von Akteuren deraufgezeigt. Akteure in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Bildungspolitik bieten. Abb. : Die Arbeitsschritte im Projekt Modul 1 Indikatorenanalyse und Rahmenbedingungen Modul 2 Modul 3 Expertenworkshop Delphi-Befragung I Modul 4 Deskriptorenanalyse Modul 5 Modul 6 Hearing-Cross-Impact-Analyse Delphi-Befragung II Modul 7 Szenarioentwicklung Modul 8 Modul 9 Hearing Bewertung Berichtslegung Dokumentation Quelle: Prognos AG 2008
  15. 15. 2 ZIElE unD HErAnGEHEnSWEISE1.2 Projektdesign frage-Relationen zu entwickeln. Für den Zeitraum bis 2015 sollten zudem unterschiedliche Entwicklungen für Ost und West angenommen werden. Insgesamt waren damit 12 Szena-Die Arbeitspakete des Forschungsvorhabens „Demographische rien zu erstellen (vgl. Abbildung 2).Entwicklung und ihre Auswirkungen auf die berufliche Bil-dung“ dienen der Gewinnung eines differenzierten Einblicks Die Angebots-Nachfrage-Relationen für die unterschied-in die Zukunft der beruflichen Bildung. Die Forschungsleitfra- lichen Zeiträume sind aufgrund der weitgehend feststehendenge lautet: demographischen Entwicklung nicht gleich wahrscheinlich. Ziel der vorliegenden Studie war damit nicht die Darstellung „Welche kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen der wahrscheinlichsten Zukunftsszenarien, sondern vielmehrdes demographischen Wandels lassen sich auf verschiedene die Darstellung unterschiedlicher denkbarer EntwicklungspfadeRahmenbedingungen der beruflichen Bildung erkennen?“ und ihrer zentralen Stellhebel.Die Abbildung 1 zeigt das für die Untersuchung zur Bedeutungdes demographischen Wandels für die Zukunft der Berufsaus-bildung entwickelte Projektdesign und gibt eine Übersichtüber die einzelnen Arbeitsschritte und anzuwendendenMethoden. 1.3 Trendanalyse und Trend- darstellung Aufbauend auf einer Trendanalyse der vorhandenen Stu-dien und Erkenntnisse werden Experten im Rahmen von Work-shops und einer Delphi-Befragung zu ihren Einschätzungen Im Rahmen einer Trendanalyse wurden Trends und Prognosender zukünftigen Entwicklungen befragt. Diese bilden die in sechs Themenbereichen erarbeitet, die die wesentlichenGrundlage für die Definition von zentralen Bestimmungsgrö- Entwicklungen für die Zukunft der beruflichen Bildung inßen, die die wesentlichen Parameter für die zu erarbeitenden Deutschland skizzieren. Die definierten Themenfelder und dieSzenarien darstellen (Deskriptoren). Die Deskriptoren werden zugeordneten Indikatoren konstituieren damit gleichzeitigsystematisch auf ihre gegenseitigen Wirkbeziehungen hin die relevanten Variablengruppen für die Delphibefragunganalysiert und anschließend in einer zweiten Befragungsrunde und die Beschreibung der geplanten Szenarien im späterenerneut den Experten vorgelegt. Projektverlauf. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung Die Trendanalysen wurden für die sechs Themenfeldervorgegebenen Rahmenbedingungen definieren den Raum fürdie Szenarioentwicklung: Auftrag war es, für die Zeiträume  Gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen der beruf-2007–2015, 2016–2025 sowie 2026–2035 Szenarien zur Zukunft lichen Bildung in Deutschland und Europa,der beruflichen Ausbildung für alle denkbaren Angebots-Nach- Abb. 2: Angebots-nachfrage-relationen 205 2025 2035 Wendepunkt Minimum Wendepunkt Schulabsolventen Schulabsolventen Erwerbstätige Ost West bundesweit bundesweit nachfrage Angebot nachfrage = Angebot nachfrage Angebot Quelle: Prognos AG 2008 auf Grundlage der Projektausschreibung
  16. 16. ZIElE unD HErAnGEHEnSWEISE 3 Ausbildungsanfänger in Deutschland, 3) sog. Trendbrüchen und Wildcards1, also Entwicklungen, die vom heutigen Standpunkt betrachtet als unwahrscheinlich Situation der Bildungsanbieter, eingestuft werden müssen, jedoch wesentliche Auswir- kungen auf die berufliche Bildung haben können. Angebot an dualen Ausbildungsplätzen, Insbesondere für den Zeitraum bis 2035 besteht die Heraus- Verwertbarkeit beruflicher Ausbildung sowie forderung darin, nicht nur aktuelle Entwicklungen und Diskussionen fortzuschreiben, sondern auch Entwicklungs- Organisation der beruflichen Bildung linien zu antizipieren, für die zum derzeitigen Zeitpunkt nur in eingeschränktem Umfang Anzeichen zu erkennen sind.durchgeführt. Die Trendanalyse unterscheidet zwischen der Darstellungder Ausgangslage anhand eines Stützzeitraums und der Be-schreibung der potenziellen Entwicklungen in der Zukunft. 1.4 Delphi-Befragung Der Stützzeitraum beschreibt die Entwicklung der beruf- Für die Validierung der Aussagen zur zukünftigen Entwick-lichen Bildung in den letzten Jahren bis hin zum aktuellen lung in der beruflichen Bildung wurde eine zweistufigeRand. Die Darstellung in den Themenfeldern erfolgt anhand Delphi-Befragung durchgeführt. Mit einer Delphi-Befragungausgewählter Indikatoren, die den Status quo und zukünftige wird die Wahrscheinlichkeit und der Zeitpunkt zukünftigerEntwicklungen in ihrer quantitativen und qualitativen Dimen- Entwicklungen durch Experten eingeschätzt.sion beschreiben. Die Auswahl der Indikatoren beschränktsich auf Faktoren, die zur Beantwortung der Frage nach der Erste Befragungswelle der zweistufigen Delphi-Zukunft der beruflichen Bildung wesentlich und relevant Befragungbeitragen (Zweckmäßigkeit). Daneben ist die Auswahl insbe-sondere der quantitativen Kennzahlen von ihrer Verfügbarkeit In einer ersten Runde der Delphi-Befragung wurden insgesamtbestimmt. Hier wird auf bestehende Datenquellen der offi- 500 Experten/innen mit einem rund 20-seitigen Fragebogenziellen Statistik bzw. eigene Daten und Trendberechnungen angeschrieben. Dabei dienten die Ergebnisse der Delphi-Befra-zurückgegriffen. gung zum einen der Plausibilisierung der Trendanalysen, vor allem aber auch der Identifikation zentraler Einflussfaktoren Die Trendanalysen haben den Charakter von modifizierten (Deskriptoren) für die Zukunft der beruflichen Ausbildung. DieBusiness-as-usual-Fortschreibungen. Das bedeutet, die heute Rücklaufquote der ersten Befragungsrunde lag bei 33,8%absehbaren Trends werden in die Zukunft fortgeschrieben, (N = 169).wobei wahrscheinliche politische Reaktionen auf die ein-tretenden Entwicklungen in die Betrachtung einbezogen Zweite Befragungswelle der zweistufigen Delphi-werden. Befragung Die zukünftige Entwicklung der beruflichen Bildung In der zweiten Runde der Delphi-Befragung wurden dieselbenwird auf Basis dieser Bestandsaufnahme dargestellt, und die Experten/innen mit einem leicht modifizierten Fragebogenzentralen zukünftigen Herausforderungen für das System der erneut angeschrieben. Dabei wurden die Ergebnisse der erstenberuflichen Bildung werden abgeleitet. Dabei wird unterschie- Befragungsrunde den Experten mitgeteilt mit der Bitte, dieden zwischen eigenen Einschätzungen an den Gesamtbewertungen zu prüfen und ggf. anzupassen. Sollten abweichende Meinungen1) zukünftigen Entwicklungen, die aufgrund relativ fest- beibehalten werden, wurden diese schriftlich begründet. stehender Rahmenbedingungen (z.B. Verkürzung der Schulzeit) oder stabiler Trends in der Vergangenheit bereits Durch diesen Reflexionsprozess wird ein Austausch der heute absehbar sind, Teilnehmerinnen und Teilnehmer untereinander ermöglicht, der die Ergebnisse fokussiert und validiert. In der zweiten Be-2) zukünftigen Trends, die heute bereits sichtbar sind und dis- fragungsrunde lag die Rücklaufquote bei 27,2% (N = 136). kutiert werden, ohne dass schon erkennbar ist, in welchem Rahmen sich diese Entwicklungen tatsächlich manifestie- ren werden, da sie bspw. von politischen Entscheidungen abhängig sind (z.B. zunehmende Privatisierung des Bil- dungssektors) und Wildcards sind plötzliche zufällige und unerwartete Ereignisse in der Zukunft, die eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit haben, aber wesent- liche Änderungen bewirken (z.B. Fall der Mauer).
  17. 17. 4 ZIElE unD HErAnGEHEnSWEISE1.5 Szenarioanalyse Demographische Entwicklung der 2 AusbildungsbevölkerungDie Szenarien selbst wurden in vier aufeinander aufbauenden – Ausbildungsbevölkerung sinktmethodischen Schritten entwickelt. Im Mittelpunkt der einzel- – Trend wird gestopptnen Schritte stand dabei: Entwicklung des sektoralen FachkräftebedarfsArbeitsschritt 1 Identifikation der wichtigen Einfluss- – Die Nachfrage nach hoch qualifizierten Fachkräften faktoren im Dienstleistungssektor ist höher als nach einfachen 3 DienstleistungenArbeitsschritt 2 Definition der Wirkungszusammenhänge – Nachfrage nach hoch qualifizierten Fachkräften im zwischen den Einflussfaktoren Dienstleistungssektor ist niedriger als nach einfachen DienstleistungenArbeitsschritt 3 Berechnung von möglichen und wahr- scheinlichen Zukunftsoptionen Internationale Mobilität der Auszubildenden 4 Nimmt zuArbeitsschritt 4 Auswahl der Szenarien und damit Bestim- Behält Niveau mung plausibler Zukunftsoptionen neue Technologien in der AusbildungIm Folgenden werden die einzelnen Arbeitsschritte der Szena- – Umfangreicher Einsatz neuer Technologien imrioentwicklung im Überblick dargestellt. 5 Bildungsbereich – Technologische Lösungen finden nur in Einzelfällen Anwendung. Deskriptorenanalyse Integration von MigrantenDie Deskriptorenanalyse legt fest, welche Aspekten und Ent- 6 – Gelingt schlechterwicklungen im Rahmen der Szenarien thematisiert werden. – Gelingt besserDie Deskriptorenanalyse definiert damit auch den Rahmenund die Reichweite der Szenarioanalyse. Für jeden Deskriptor Bildungsbeteiligung von Mädchenwerden mögliche zukünftige Ausprägungen definiert, die sich 7 – Erhöht sichgegenseitig ausschließen. Bezogen auf den Deskriptor „An- – Status quo bleibt bestehengebots- Nachfrage-Relation auf dem Ausbildungsmarkt“ lauten Übergangsquoten an Hochschulen und in diedie alternativen Ausprägungen beispielsweise A = Angebot 8 duale Ausbildungentspricht der Nachfrage, B = Angebot übersteigt Nachfrage, – Attraktivität dualer Ausbildung geringerC = Nachfrage übersteigt Angebot. – Attraktivität dualer Ausbildung höher Um die Plausibilität der Szenarien einschätzen zu können, Bedeutung des Übergangssystemswird die Eintrittswahrscheinlichkeit der einzelnen Ausprä- 9 – Nimmt zugungen bewertet. Tabelle 1 zeigt die 19 Deskriptoren (fett – Nimmt abgedruckt) mit ihren jeweiligen Ausprägungen. regionalisierung in der beruflichen Ausbildung 0 – Nimmt zu – Nimmt ab Tabelle : Ausgewählte Deskriptoren Attraktivität vollzeitschulischer Ausbildungsgänge und jeweilige Ausprägungen – Duale Ausbildung wird gegenüber vollzeitschulischer Ausbildung bevorzugt – Vollzeitschulische Ausbildung als gleichwertiges Angebots-nachfrage-relation auf dem Äquivalent zur dualen Ausbildung Ausbildungsmarkt – Angebot und Nachfrage stehen in einem ausgewo- leistungsanforderungen in der beruflichen genen Verhältnis 2 Ausbildung – Das Angebot übersteigt deutlich die Nachfrage – Nehmen zu – Die Nachfrage übersteigt deutlich das Angebot – Bleiben unverändert
  18. 18. ZIElE unD HErAnGEHEnSWEISE 5 Ausprägungen der Deskriptoren. Ziel ist, Interdependenzen Alter(n)sgerechte Personalpolitik zwischen den einzelnen Einflussfaktoren auf Ebene der 3 – Alter(n)sgerechte Personalpolitik möglichen Ausprägungen zu bestimmen. Leitfrage für die – Jugendzentrierte Personalpolitik Erstellung der Cross-Impact-Matrix ist, inwiefern das Eintreten einer bestimmten Entwicklung die Eintrittswahrscheinlichkeit Ausbildungsquote einer anderen möglichen Entwicklung beeinflusst. Während 4 – Sinkt die Vernetzungsmatrix die Stärke der gegenseitigen Beein- – Steigt flussung bestimmt, wird in der Cross-Impact-Matrix deren Wirkungsrichtung (positiver oder negativer Zusammenhang) Übernahmequoten berücksichtigt. 5 – Steigen – Sinken 3. Szenarienberechnung Flexibilisierung der beruflichen Ausbildung Ein Zukunftsszenario definiert sich über die spezifische 6 – Modularisierung tritt ein Kombination von Deskriptorausprägungen. Da sich die Aus- – Modularisierung tritt nicht ein prägungen, die ein Deskriptor annehmen kann, gegenseitig ausschließen, definieren sie die Rahmenbedingungen für Zunahme privater Bildungsangebote ein spezifisches Szenario eindeutig. Vor diesem Hintergrund 7 – Private Angebote nehmen zu verfolgt die Szenarioberechnung ein doppeltes Ziel: – Status quo bleibt erhalten  Für jede Deskriptorausprägung soll – unabhängig von ih- Qualität der primären und sekundären Bildung rer Eintrittswahrscheinlichkeit – ein rechnerisch mögliches 8 – Nimmt zu Szenario ausgegeben werden. Damit wird ein möglichst – Bleibt gleich breites Spektrum an möglichen zukünftigen Entwick- lungen aufgezeigt. Auch zunächst weniger naheliegende Bedeutung der Erstausbildung vor dem Hinter- Szenarien sollen in die Zukunftsbetrachtung mit einbezo- 9 grund des lebenslangen lernens gen werden können. – Nimmt ab – Verbleibt im Status quo  Bestimmte Ausprägungskombinationen sind wahrschein- licher als andere. Ausschlaggebend für diese HäufungQuelle: Prognos AG 2008 bestimmter Kombinationen ist die spezifische Ausprägung von kritischen und treibenden Deskriptoren. Damit auch dieser Aspekt in der Szenarioanalyse berücksichtig werden2. Definition der Wirkungszusammenhänge kann, wird bei der Ausgabe der unterschiedlichen Szena- rien auch die Häufigkeit des Auftretens einer spezifischenDie Deskriptoren sind in ihren Wirkungen nicht unabhängig Kombination gezählt. Damit wird in der Szenarioberech-voneinander, sondern stehen in komplexen Abhängigkeitsbe- nung ein Anhaltspunkt für die Eintrittswahrscheinlichkeitziehungen: Sie überlagern und verstärken, widersprechen und spezifischer Szenarien mitgeliefert. Je häufiger eine be-hemmen sich. Welche Ausprägung ein Deskriptor innerhalb stimmte Ausprägungskombination auftritt, desto größereines Szenarios annimmt, hängt entscheidend davon ab, in ist rechnerisch die Eintrittswahrscheinlichkeit dieseswelcher Wirkungsbeziehung er zu anderen Einflussfaktoren Szenarios.steht. Die Analyse der Wirkungsbeziehungen zwischen denausgewählten Deskriptoren wurde in einem zweistufigen Die Berechnung der Szenarien wurde mit der Software Szeno-Verfahren vorgenommen: Plan durchgeführt.2. Vernetzungsmatrix 4. Szenarienauswahl und -interpretationDie Vernetzungsmatrix beschreibt den grundsätzlichen Zu-sammenhang zwischen den Deskriptoren. Die Interdepen- Aus den berechneten Szenarien wurden im letzten Schritt derdenzen zwischen den Deskriptoren werden in einer Matrix Szenarioanalyse für jeden der vier definierten Betrachtungs-dargestellt. Leitfrage ist, wie stark der Einfluss von Deskriptor A zeiträume Szenarien ausgewählt und interpretiert. Ziel dabeiauf Deskriptor B ist. war es, die zukünftigen Rahmenbedingungen und Entwick- lungen in ihrer Auswirkung auf das System der beruflichen2.2 cross-Impact-Matrix Ausbildung zu beschreiben und die Wirkungszusammenhän- ge innerhalb der Szenarien zu identifizieren.Die Cross-Impact-Matrix präzisiert die Wirkungszusammen-hänge aus der Vernetzungsmatrix für die unterschiedlichen
  19. 19. 6 GESEllScHAFTSPOlITIScHEr HInTErGrunD2 Gesellschaftspolitischer HintergrundDie Arbeitswelt von morgen wird durch vier wesentliche Me- de Gewerbe und die Bauwirtschaft langfristig an Bedeutunggatrends geprägt (vgl. Abb. 3). Der sich im Zuge der Globali- verlieren und in ihren Anteilen an der Bruttowertschöpfungsierung verschärfende internationale Wettbewerb und ein zurückgehen, gehen vom Dienstleistungssektor weiter Wachs-immer rascherer technologischer Wandel in einer wissens- tumsimpulse aus. Mit 1,6 % p.a. wird dieser langfristig etwasund informationsbasierten Ökonomie erfordern ein immer stärker wachsen als die Gesamtwirtschaft (mit rund 1,4 % p.a.)höheres Ausbildungsniveau und höhere Flexibilität. Dabei und zudem seinen Anteil an der Bruttowertschöpfung bis zumkann dieser Bedarf nicht nur durch exzellentes akademisch Jahr 2030 auf fast drei Viertel erhöhen (71,8%).ausgebildetes Personal gedeckt werden. Die Vermittlung be-rufsbezogener Kompetenzen im Rahmen einer hochwertigen, Mit dem Strukturwandel geht zudem eine starke struk-anspruchsvollen und kontinuierlichen beruflichen Aus- und turelle Verschiebung der Beschäftigung einher. Mit demWeiterbildung ist vorrangig. Wechsel zur Dienstleistungsgesellschaft ist – bezogen auf die Abb. 3: Einflussfaktoren der Arbeitswelt Die Arbeitswelt von morgen wird durch vier zentrale Trends geprägt: WIrTScHAFTlIcHEr GlOBAlISIErunG ng STruKTurWAnDEl Se • Zunahme internationaler tu lb or st • Übergang in wissensbasierte Konkurrenz tw or • Verkürzung der Produktzyklen ga Dienstleistungsgesellschaft an ni • Verringerung der Halbwerts- er • Anstieg der Qualifikationsniveaus • Projektzentrierte sa nv Arbeitsorganisation zeit von Fachwissen tio ge n • Selbstbeschäftigung Ei • Flexibilisierung der Unternehmensorgani- sation • Diskontinuität der t ei Ko (Erwerbs-)biographien gk nEuE TEcHnOlOGIEn DEMOGrAFIScHEr op hi • Wechselhäufigkeit er fä WAnDEl rn des Fachwissens at • Dominanz der Verbund- le io technologien n • Stagnation/Rückgang des e sf ng • IuK-Technologie erlaubt ä Erwerbspersonenpotenzials hi a sl gk - Flexibilität von Arbeitszeit • Verlängerung der Lebens- n ei be und -ort arbeitszeit t le - Dezentrale Produktion • Anstieg der Erwerbsbeteiligung Quelle: Prognos AG 2008 Erwerbstätigenstrukturen – die Zunahme der Beschäftigung2.1 Wandel zur Wissensgesellschaft in den Dienstleistungsberufen bei gleichzeitiger Abnahme im primären und sekundären Sektor verbunden. Das Ausmaß derDie zentrale Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte in Verschiebung in den Tätigkeitsstrukturen in Deutschland istDeutschland (wie in anderen entwickelten Volkswirtschaften) bereits heute quantifizierbar: Der Arbeitskräftebedarf für pro-ist der Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesell- duktionsorientierte Tätigkeiten und primäre Dienstleistungen,schaft. Der wirtschaftliche Strukturwandel führt zur Auswei- welcher in den 90er-Jahren noch drei Viertel des Gesamtbe-tung des Dienstleistungssektors bei gleichzeitigem Rückgang darfs ausmachte, wird bereits bis 2010 nur noch zwei Drittelvon Landwirtschaft und Industrie. In der Vergangenheit wie betragen. In gleichem Umfang werden sekundäre Dienstleis-auch in Prognosen für die zukünftige Entwicklung zeigt sich, tungen wie Betreuung, Beratung, Lehre, Management sowiedass sich der sektorale Strukturwandel weiter fortsetzen wird. Forschung und Entwicklung an Bedeutung gewinnen (vgl.Während sekundäre Wirtschaftsbereiche wie das Produzieren- Abbildung 4).
  20. 20. GESEllScHAFTSPOlITIScHEr HInTErGrunD 7 Abb. 4: Arbeitsplätze in Deutschland – Entwicklung nach Tätigkeiten 995–200 (in %) 995 200 III 4,6 7,7 Betreuen, Beraten, Sekundäre Lehren, Publizieren u. Ä. Dienstleistungen 35,4% 6,7 8,4 Organisation, Management 22,8% 5,0 5,5 Forschung, Entwicklung 4,2 II Allgemeine Dienste (Trans- Primäre 3,2 portieren, Lagern, Reinigen, Dienstleistungen Bewirten etc.) 7,4 36,2% 42,4% 7,7 Bürotätigkeiten ,4 3,5 Handelstätigkeiten 6,6 I Produktions- 7,2 5,3 Reparatur orientierte Einrichtung und Wartung 6,0 28,3% Tätigkeiten von Maschinen 6,9 2,7 Gewinnen, Herstellen 34,9% Quelle: Prognos / IAB-Projektion Abb. 5: Arbeitsplätze in Deutschland – Entwicklung nach Qualifikationsniveau 995–200 (in %) 995 200 Führungsaufgaben, Organisation höher qualifizierte 4 und Management, qualifizierte 35 Tätigkeiten Forschung und Entwicklung, Betreu- ung, Beratung, Lehren u.Ä. Fachtätigkeiten in der Produktion, mittel qualifizierte Maschinen einrichten u.Ä., Fach- Tätigkeiten 46 verkäufer, Sachbearbeiter, 44 Assistententätigkeit in Forschung und Entwicklung, nicht akade- mische Betreuung u.Ä. einfache Hilfstätigkeiten in Produktion, Reini- Tätigkeiten 20 6 gung, Bewirtung, Lagerhaltung, Transport, einfache Bürotätigkeiten, Verkaufshilfen u.Ä. Quelle: Prognos / IAB-Projektion
  21. 21. 8 GESEllScHAFTSPOlITIScHEr HInTErGrunD Mit dem Strukturwandel steigen die Anforderungen an 2.2 Demographischer Wandeldas Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte. Bis 2010 wird derAnteil der höher qualifizierten Tätigkeiten (Führungsaufga-ben, Organisation, qualifizierte Forschung und Entwicklung Die weltweiten demographischen Verhältnisse werden sichetc.) bereits über 40% sämtlicher Berufstätigkeiten ausma- in den kommenden 25 Jahren dramatisch verändern. Wäh-chen, während der Anteil mittel qualifizierter Tätigkeiten rend in allen anderen Kontinenten die Bevölkerung wächst,weitgehend stabil bleiben und derjenige der einfachen (Hilfs-) geht in Europa die Bevölkerungszahl um über 4 % zurück. AlsTätigkeiten zurückgehen wird. Der Trend zur wissensbasierten Konsequenz der konstant niedrigen Geburtenraten, einerDienstleistungsgesellschaft wird damit zu einer zunehmenden zunehmenden Lebenserwartung und eines moderaten SaldosBedrohung für die berufliche Existenz gering qualifizierter der Auswanderung wird auch in Deutschland die Bevölke-Personen (vgl. Abbildung 5). rungszahl langfristig schrumpfen. Zwar nimmt sie noch bis zum Jahr 2011 leicht auf etwas mehr als 83 Millionen zu, geht Aber auch der Dienstleistungscharakter beruflicher Tä- aber dann bis zum Ende des Prognosezeitraums um rund zweitigkeiten außerhalb des Dienstleistungssektors ist gestiegen, Millionen zurück. Entscheidender als die Veränderungen dersoziale Kompetenzen oder Kundenorientierung sind auch in absoluten Bevölkerungszahl ist der dahinterstehende WandelProduktionsberufen unverzichtbar. Die Aufnahme und Mitge- der Altersstruktur. Während mit steigender Lebenserwartungstaltung dieses Wandels in den Beschäftigungsstrukturen stellt die Besetzungsstärken der älteren Kohorten größer werden,eine der großen Herausforderungen für das Ausbildungssys- ist jeder nachwachsende Jahrgang zahlenmäßig schwächertem dar. Die Erhaltung der hohen sozialen und arbeitsmarkt- besetzt als der vorhergehende (vgl. Tab. 2).bezogenen Integration der Auszubildenden und Absolventendes dualen Systems einerseits und die Sicherstellung von aus- Der demographische Wandel wirkt unmittelbar auf diereichendem Fachkräftenachwuchs andererseits bedarf der Erwerbstätigenstruktur und hat gravierende Auswirkungenvorausschauenden politischen Gestaltung. auf das Arbeitskräfteangebot. Die Altersgruppe der unter Tabelle 2: Bevölkerung Deutschlands nach Altersklassen, ausgewählte Jahre Alter in Jahren Veränderung 2005–30 Mio. Personen 2005 2010 2020 2030 % 0 bis 19 16,6 15,4 14,4 13,8 –16,5 20 bis 34 14,8 15,3 14,7 13,1 –1 1,1 35 bis 49 20,3 19,0 15,6 16,0 –2 1,0 50 bis 64 15,1 16,4 19,5 16,3 7,9 65 bis 79 12,2 12,4 12,5 15,7 28,9 80 und älter 3, 7 4,2 5,8 6,1 65,4 Summe 82,6 82,8 82,6 8 1, 1 –1,8 Anteile in % 2005 2010 2020 2030 % 0 bis 19 20,0 18,6 17,5 17,1 –14,9 20 bis 34 17,9 18,5 17,8 16,2 –9,5 35 bis 49 24,5 22,9 18,9 19,7 –19,5 50 bis 64 18,3 19,8 23,6 20,2 9,9 65 bis 79 14,7 15,0 15,2 19,3 31 , 3 80 und älter 4,5 5,1 7,0 7,5 68,5 Summe 100,0 100,0 100,0 100,0 0,0 Quelle: Statistisches Bundesamt, Prognos Deutschland Report 2030
  22. 22. GESEllScHAFTSPOlITIScHEr HInTErGrunD 9 Abb. 6: Erwerbspersonenpotenzial nach Altersklassen 100% 12,9 15,0 16,5 21,7 19,8 80% 33,8 41,1 42,1 60% 35,8 38,1 40% 40,7 33,4 32,3 30,8 32,9 20% 12,6 10,6 10,6 9,7 9,9 0% 1991 2005 2010 2020 2030 55+ 40–54 25–39 15–24 Quelle: Prognos Deutschland Report 203020-Jährigen schrumpft in den kommenden Jahren um 16,5%. und Produktion in internationaler Arbeitsteilung statt undDie Altersgruppe der 20- bis 64-Jährigen – die Kohorte, die das führen so zu hohen Anforderungen an die Flexibilität derArbeitskräfteangebot im Wesentlichen bestimmt – nimmt im Belegschaften. Als Konsequenzen der internationalen Öffnunggleichen Zeitraum um 9,4 % ab. Diese Entwicklung hat auch der Arbeitsmärkte werden diskutiert:eine Verschiebung in der Altersverteilung des Erwerbsper-sonenpotenzials zur Folge (vgl. Abbildung 6).  Die umfangreiche Verlagerung von Tätigkeiten und der entsprechenden Arbeits- und Ausbildungsplätze in das Ausland.2.3 Globalisierung und  Die Vergrößerung des in Deutschland verfügbaren Arbeits- Internationalisierung kräftepotenzials durch zuwandernde Arbeitskräfte.  Die Eröffnung zunehmender Beschäftigungsoptionen imDie fortschreitende Globalisierung und die verstärkte Verla- Ausland für deutsche Arbeitnehmer.gerung von Produktionsprozessen in das Ausland werden biszum Jahr 2035 erhebliche strukturelle Veränderungen auf Dabei hängt der Grad der individuellen Betroffenheit ent-dem deutschen Arbeitsmarkt nach sich ziehen. Die Zunahme scheidend von der Qualifizierung ab. Während die Gesamtbe-internationaler Konkurrenz führt zu neuen Herausforde- schäftigung in Deutschland nicht zwangsläufig zurückgeht,rungen an die interkulturellen Kompetenzen der Mitarbeiter. wirken der steigende internationale Wettbewerb und dieGleichzeitig verkürzen sich Produktzyklen, finden Herstellung damit einhergehenden Anpassungsprozesse im Inland zu
  23. 23. 20 GESEllScHAFTSPOlITIScHEr HInTErGrunDUngunsten der gering qualifizierten Beschäftigten. Unter der rung und die steigende Arbeitskräftemobilität beeinflusst.vereinfachten Annahme, dass sich dieser Trend weiter fortset- Dabei bietet die kulturelle und soziale Heterogenität der Zu-zen wird, gehen im Niedriglohnsegment weitere Arbeitsplätze wanderungspopulation ein großes Entwicklungspotenzial fürverloren, während die Zahl der Erwerbstätigen mit beruflicher die deutsche Gesellschaft und stellt zugleich eine erheblicheund Hochschulausbildung weiter zunimmt (vgl. Abb. 7). Herausforderung nicht zuletzt für das Ausbildungswesen dar. Abb. 7: Entwicklung der Beschäftigung nach Qualifikation 30.000 25.000 20.000 Erwerbstätige in Tsd. 15.000 10.000 5.000 0 1975 1985 1995 2005 2015 2025 ohne Ausbildung mit beruflicher Ausbildung mit Hochschulausbildung Quelle: Prognos Deutschland Report 2030Zuwanderung als demographische notwendigkeit Europäische Ausbildungspolitik mit dem Zielund Konsequenz aus der zunehmenden Internatio- der Harmonisierungnalisierung Für Deutschland steht die berufsbildungspolitische Zusam-Mit Ausnahme der Gastarbeiterabkommen – und in jüngster menarbeit in und mit der Europäischen Union im Vorder-Zeit durch das Zuwanderungsgesetz – war die Zuwanderung grund. Zukünftige Anforderungen an das System der beruf-nach Deutschland in der Vergangenheit stets ungesteuert. Vor lichen Bildung werden sich insbesondere im europäischendem Hintergrund der demographischen Entwicklung und be- Kontext ergeben: Gemeinsame Bildungsziele und der Kopen-sonders des in zunehmendem Maß virulenten Fachkräfteman- hagen-Prozess, nicht nur die Mobilitätsförderung, auf dergels wird der Druck seitens der Wirtschaft steigen, selektiv weiterhin der Schwerpunkt europäischer Kooperation imZuwanderung zu erleichtern. Bildungsbereich liegt, sondern auch die gegenseitige Aner- kennung von Abschlüssen weisen bereits heute auf die Deutschland wird daher auch zukünftig ein Zuwande- verstärkte Harmonisierung der Bildungspolitiken in Europarungsland sein: Im Hinblick auf den langfristigen durch- hin.schnittlichen Wanderungssaldo der vergangenen 50 Jahrekann zukünftig eine Nettozuwanderung von rund 200.000 Mit der Vision eines gemeinsamen europäischen Bildungs-Personen pro Jahr angenommen werden. Diese Entwicklung raumes soll es allen Bürgern Europas ermöglicht werden,wird maßgeblich durch die zunehmende Internationalisie- Bildungs- und Arbeitsplatzangebote bedarfsgerecht und

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