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  1. 1. Helaba Volkswirtschaft/Research Wochenausblick 9. März 2012 Ruhigeres Fahrwasser voraus Redaktion: 1 Die Woche im Überblick 1 Dr. Stefan Mitropoulos Tel.: 0 69/91 32-46 19 1.1 Chart der Woche 1 research@helaba.de 1.1 Wochen-Quartals-Tangente 2 1.2 Finanzmarktkalender KW 11 mit Prognosen 3 2 Im Fokus 4 2.1 Aktien: Gipfelkreuz noch nicht erreicht 4 2.2 China: Kein Grund zur Panik 5 Herausgeber: 2.3 USA: Schläft die Fed am Steuer? 6 Dr. Gertrud R. Traud 3 Charttechnik 7Chefvolkswirt/Leitung Research 4 Helaba Kapitalmarktszenarien 8Landesbank Hessen-Thüringen 5 Helaba Basisszenario mit Prognosetabelle 9 MAIN TOWER Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main 1 Die Woche im Überblick Telefon: 0 69/91 32-20 24 Telefax: 0 69/91 32-22 44 1.1 Chart der Woche 2-Prozent-Marke wird nur temporär unterschritten Verbraucherpreise in % gg. Vj. Quellen: EcoWin, Volkswirtschaft/Research Die Publikation ist mit größter Sorgfalt Der Ölpreis notierte bereits 2011 trotz teilweise pessimistischer Konjunktureinschätzungen aufbearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich hohem Niveau. Seit Anfang Februar ist er u.a. aufgrund des Konfliktes mit dem Iran nochmals unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- deutlich auf Werte von aktuell 128 US$ angestiegen. Die Verteuerung der Mineralölprodukte hat verhältnissen. Die Angaben beruhen auf sich bereits im deutschen Verbraucherpreisindex niedergeschlagen. Mit 2,3 % gegenüber dem Quellen, die wir für zuverlässig halten, für Vorjahr hat die Inflationsrate im Februar deutlich zugenommen. Kurzfristig ist keine fühlbare deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktua- lität wir aber keine Gewähr übernehmen kön- Entlastung beim Ölpreis zu erwarten. Hinzu kommt, dass im Laufe des Jahres mit Tarifabschlüs- nen. Sämtliche in dieser Publikation getroffe- sen in der Höhe von 3 bis 4 % gerechnet werden muss und die Nahrungsmittelpreise weiterhin nen Angaben dienen der Information. Sie eher preistreibend sind. Wir erhöhen deswegen unsere Inflationsprognose für Deutschland für dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für 2012 von 1,7 % auf 2,0 % und für die Eurozone von 1,9 % auf 2,1 %. Anlageentscheidungen verstanden werden.
  2. 2. WochenausblickChristian Apelt, CFA 1.1 Wochen-Quartals-TangenteTel.: 0 69/91 32-47 26 Die Umschuldung Griechenlands quälte die Öffentlichkeit ähnlich wie der Abschied eines Bun- despräsidenten. Nach dem letzten Tusch sollte das Interesse in beiden Fällen zumindest vorläufig in den Hintergrund treten. Für Griechenland steht das Ergebnis über die „freiwillige“ Umschul- dung fest: Mit 85,8 % der ausstehenden Anleihen im Privatbesitz wurde die Zustimmungsquote von 90 % zwar verfehlt. Jedoch reicht die Beteiligung zumindest aus, dass das Land die Zwangs- klauseln (CAC) bei den nach griechischem Recht emittierten Staatsanleihen ziehen kann. Damit dürften insgesamt 95,7 % der Anleihen umgeschuldet werden, das zweite Rettungspaket für Grie- chenland wird wohl genehmigt. Auch die Kreditausfallversicherungen werden voraussichtlich gezogen. Die Märkte reagierten im Vorfeld der Entscheidung nervös, erholten sich aber weitge- hend. Der Weltuntergang ist einmal mehr nicht eingetreten. Auch die EZB zeigte sich entspannter und machte sich sogar gewisse Sorgen wegen der Inflation. Die Phase zusätzlicher expansiver Maßnahmen ist vorerst beendet. Auf China fiel die Aufmerksamkeit, da die Regierung ihre offizielle Wachstumsprognose 2012 reduzierte. Erfahrungsgemäß dürfte die Projektion jedoch übertroffen werden, so dass von China Konjunktur statt weiterhin kräftige Impulse für die Weltwirtschaft ausgehen (S. 5). In den USA werden in der Be- Schuldenkrise richtswoche die Konjunkturdaten wohl durchwachsen ausfallen. Die US-Notenbank wird sich auf ihrer anstehenden Sitzung erst einmal zurücklehnen, ein geldpolitischer Kurswechsel ist trotz der insgesamt verbesserten Wirtschaftslage nicht absehbar (S. 6). Dabei wird der zuletzt gestiegene Rohölpreis die Inflation in den USA und Europa länger auf erhöhtem Niveau halten. Die politi- schen Unsicherheiten aufgrund des Iran-Konflikts dauern vermutlich noch länger an, so dass die Risikoprämie auf den Ölnotierungen vorerst bestehen bleibt. Wir heben daher unsere Ölpreisprog- nose an. Beim Ausbleiben einer Iran-Eskalation wird der Ölpreis dann im zweiten Halbjahr wieder nachgeben. Die Finanzmärkte können sich nach dem Thema Griechenland wieder zyklischen As- pekten widmen. Selbst wenn hier in der Berichtswoche klare Indikationen ausbleiben, so deutet sich doch tendenziell eine Verbesserung an. Der Kursaufschwung an den Aktienmärkten sollte daher anhalten (S. 4). Bundesanleihen profitieren noch von der Notenbankliquidität, dieser Impuls dürfte aber im Zuge einer wachsenden Risikoneigung an Einfluss verlieren. Finanzmarktrückblick und -prognosen Veränderung seit... aktueller 30.12.2011 01.03.2012 Stand* Q1/2012 Q2/2012 Q3/2012 (in %) Index DAX 15,9 -1,5 6.835 6.900 7.200 7.500 (in Bp) (in %) 3M Euribor -45 -6 0,90 1,1 1,1 1,1 3M USD Libor -11 -1 0,47 0,4 0,4 0,4 10 jähr. Bundesanleihen -3 -7 1,80 1,9 2,3 2,5 10 jähr. Swapsatz -13 -2 2,25 2,5 2,8 3,0 10 jähr. US-Treasuries 14 -1 2,01 2,0 2,4 2,6 (jew eils gg. Euro, %) (jew eils gg. Euro) US-Dollar -2,4 0,3 1,33 1,30 1,35 1,40 Japanischer Yen -8,0 -0,3 108 102 106 112 Britisches Pfund -0,6 -0,5 0,84 0,85 0,87 0,88 Schweizer Franken 0,9 0,0 1,21 1,20 1,25 1,25 (in %) Brentöl $/B 17,4 -0,1 128 122 (112) 124 (114) 120 (116) Gold $/U 8,7 -1,1 1.700 1.750 1.800 1.850 *Schlusskurse vom 08.03.2012 Bei Prognoseänderungen sind die vorherigen Werte in Klammern gesetzt Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 9. März 2012· © Helaba 2
  3. 3. Wochenausblick 1.2 Finanzmarktkalender KW 11 mit Prognosen Helaba- Bloom berg Zeit Land Periode Indikator Vorperiode Prognose Consensus Montag, 12.03.2012 Dienstag, 13.03.2012 JP Bank of Japan Zinsentscheid; % 0,1 0,1 0,1 11:00 DE Mrz ZEW-Indikator 6,0 12,0 5,4 13:30 US Feb Einzelhandelsumsätze, % m/m 1,1 1,0 0,4 Einzelhandelsumsätze ohne Pkw s, 13:30 US Feb 0,7 0,7 0,7 % m/m 15:00 US Jan Lageraufbau; % m/m 0,5 0,6 0,4 19:15 US FOMC-Zinsentscheidung; % 0,25 0,25 0,25 Mittw och, 14.03.2012 Konsumentenpreise (HVPI) 11:00 EZ Feb % m/m 0,3 0,5 -0,8 % y/y 2,7 2,7 2,6 Konsumentenpreise Kernrate 11:00 EZ Feb % m/m 0,3 k.A. -1,7 % y/y 1,5 1,6 1,5 Industrieproduktion 11:00 EZ Jan % m/m, s.a. 1,0 0,7 -1,2 % y/y, s.a. -0,2 k.A. -1,6 13:30 US Q4 Leistungsbilanzsaldo; Mrd. $ -103,0 -114,2 -110,3 14:00 US Fed Präsident Ben Bernanke Donnerstag, 15.03.2012 13:30 US Feb PPI Erzeugerpreise, % m/m 0,5 0,5 0,1 PPI ohne Energie und 13:30 US Feb 0,2 0,2 0,4 Nahrungsmittel, % m/m 13:30 US Mrz Empire State Umfrage; Index 17,0 17,8 19,5 Erstanträge auf 13:30 US 10. Mrz 355 k.A. 362 Arbeitslosenunterstützung, Tsd 15:00 US Mrz Philadelphia Fed; Index 13,0 11,3 10,2 Freitag, 16.03.2012 CPI Konsumentenpreise 13:30 US Feb % m/m 0,3 0,4 0,2 % y/y 2,8 2,9 2,9 CPI ohne Energie & Nahrungsmittel 13:30 US Feb % m/m 0,2 0,2 0,2 % y/y 2,2 2,2 2,3 14:15 US Feb Industrieproduktion, % m/m 0,1 0,4 0,0 14:15 US Feb Kapazitätsauslastung; % 78,6 78,8 78,6 Verbrauchervertrauen (UoM); vorl. 14:55 US Mrz 76,0 75,6 75,3 IndexQuellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/ResearchHelaba Volkswirtschaft/Research · 9. März 2012· © Helaba 3
  4. 4. WochenausblickMarkus Reinwand, CFA Tel.: 0 69/91 32-4723 2 Im Fokus 2.1 Aktien: Gipfelkreuz noch nicht erreicht Die Kursschwankungen an den Aktienmärkten haben zuletzt wieder zugenommen. Techni- sche und fundamentale Indikatoren sprechen aber dafür, dass Aktien lediglich eine gesunde Konsolidierungsphase durchlaufen. Das Kurspotenzial ist u.E. noch nicht ausgereizt. Nach dem rasanten Kursanstieg der vergangenen Monate hat die Unsicherheit unter den Anlegern zuletzt wieder sichtbar zugenommen. Die implizite Aktienmarktvolatilität, die sich seit Herbst Gesunde technische letzten Jahres deutlich zurückgebildet hatte, war zwischenzeitlich angestiegen. Zum einen sorgte Konsolidierung die anstehende Umschuldung Griechenlands für Verunsicherung, zum anderen haben die Markt- teilnehmer enormen Respekt vor den psychologisch wichtigen Marken bei den meistbeachteten Indizes (DAX: 7.000 Punkte, Dow Jones Industrials: 13.000 Punkte). Außerdem wird offenbar befürchtet, die Märkte könnten der realwirtschaftlichen Entwicklung schon zu weit vorausgeeilt sein. Aktien nehmen aber grundsätzlich eine Konjunktur- und damit auch eine Gewinnerholung lange vorweg (ca. sechs Monate). Dies ist unkritisch, solange die Frühindikatoren weiter steigen. In der ersten Phase einer Aktienhausse kommt es auf Basis der aktuellen Gewinne regelmäßig zu einer höheren Bewertung. Verglichen mit früheren Zyklen ist dieser Anstieg der Bewertungsrelati- onen gegenwärtig sogar unterdurchschnittlich ausgeprägt. Auch relativ zu den wichtigsten Anlage- alternativen sind insbesondere deutsche und europäische Aktien derzeit durchaus noch günstig. Zwar hat sich die Risikoprämie gegenüber Staats- und Unternehmensanleihen bereits etwas zu- rückgebildet, sie bewegt sich jedoch nach wie vor auf einem erhöhten Niveau.Niedrige Bewertung eröffnet weiteren Kursspielraum Keine Stimmungsüberhitzung gegebenAnzahl Standardabweichungen Index 0,8 0,8 100 100 Deutsche Aktien: Bewertung im Zyklus* Risikoaversionsindex* 90 90 0,4 0,4 80 hohe 80 70 Risikoaversion 70 0,0 0,0 Mittelwert seit 1973 60 60 -0,4 -0,4 50 50 -0,8 -0,8 40 40 Normalbereich 30 30 -1,2 -1,2 lauf ender Zyklus 20 20 -1,6 -1,6 10 geringe 10 -12 -10 -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 0 Risikoaversion 0 Kurstief 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Monate* Mittelwert aus z-standardisiertem KGV, KCV, KBV und Kehrwert der * errechnet aus: Impliziter Aktienvolatilität, HY-Spread, EM-Spread,Dividendenrendite Gold/Kupfer-VerhältnisQuellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Risikoaversion der Anleger hat sich in den vergangenen Monaten zwar schon sichtbar zurück- gebildet. Eine Stimmungsüberhitzung, die im Sinne der Kontraindikation auf ein Ende der zykli- Schwächephase als schen Hausse hinweisen würde, ist aber noch nicht gegeben. Vielmehr bewegt sich die Risikonei- Einstiegsgelegenheit gung der Anleger gegenwärtig auf einem mittleren Niveau. Auch die Daten zur Positionierung der Anleger zeigen ein ausgewogenes Bild. Zwar haben institutionelle Investoren in den vergangenen Monaten den Aktienanteil zu Lasten von Liquidität erhöht. Das Ausmaß der Aktienübergewich- tung hat jedoch erst seinen langjährigen Durchschnitt erreicht. Dies spricht ebenso wie die hohe Überschussliquidität und geringe Attraktivität der Anlagealternativen für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Noch unterinvestierte Anleger sollten Schwächephasen daher gezielt zum Ausbau von Aktienpositionen nutzen. Helaba Volkswirtschaft/Research · 9. März 2012· © Helaba 4
  5. 5. Wochenausblick Viola Stork 2.2 China: Kein Grund zur Panik Tel.: 0 69/91 32-18 91 Chinas Regierung hat die Wachstumsaussichten für das Jahr 2012 gesenkt. Mit 7,5 % liegt die Zielvorgabe für das BIP nun so niedrig wie seit 1990 nicht mehr. Droht dem Zugpferd der Weltkonjunktur nun ein massiver Einbruch der Wirtschaftsleistung oder ist die Ankündigung eher als Zeichen für einen künftig nachhaltigeren Wachstumspfad zu verstehen? In Peking findet derzeit die alljährliche Sitzung des Nationalen Volkskongresses statt. Gleich zum Auftakt sorgte eine schlechte Nachricht für Aufmerksamkeit, denn die chinesische Regierung gab Wachstumsziel gesenkt ein schwächeres Wachstumsziel als in den Jahren zuvor bekannt. Seit 2005 wurde dieses zu Be- ginn jedes Jahres stets auf 8 % festgesetzt, um einen stabilen Arbeitsmarkt zu gewährleisten. Nun kündigte Ministerpräsident Wen für 2012 ein auf 7,5 % reduziertes Zielwachstum an. An den Finanzmärkten, wo die Nervosität aufgrund der EWU-Schuldenkrise derzeit ohnehin äußerst hoch ist, kam es in der Folge zu negativen Reaktionen. Muss die Weltwirtschaft nun eine kräftige Ab- schwächung fürchten? Immerhin leistete China in den vergangenen Jahren stets einen signifikan- ten Beitrag zum globalen Wachstum. Es gilt jedoch zu beachten, dass in den vergangenen Jahren die bei 8 % liegende Wachstumsprojektion keinen realen Zielwert, sondern eine absolute Unter- grenze darstellte, die in jedem einzelnen Jahr – oft deutlich – übertroffen wurde. So lag z.B. 2007 das tatsächliche Wachstum mit 14,2 % mehr als 6 Prozentpunkte über der Vorgabe. Der zu Beginn des vorigen Fünfjahresplans (FYP) veröffentlichte durchschnittliche BIP-Zuwachs der Jahre 2006- 2010 war mit einem Planwert von 7,5 % ebenfalls sehr konservativ bemessen. Tatsächlich wuchs Chinas Wirtschaft in diesem Zeitraum im Mittel um 11,2 % – trotz der weltweiten Finanzkrise.Zielvorgaben in den Vorjahren stets übertroffen Datenlage signalisiert keinen WachstumseinbruchReales BIP, % gg. Vj. Index, sb % gg. Vj. 16 16 64 15 Tatsächlicher Wert (2012: Helaba-Prognose) 14 14 14 60 CFLP Industrie-PMI, Vorlauf 3M 13 12 Zielvorgaben 12 12 10 10 55 11 8 8 10 50 6 6 9 BIP (r.S.) 8 4 4 45 7 2 2 6 40 0 0 38 5 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Der neue Zielwert ist zwar ein Zeichen dafür, dass in den kommenden Jahren nicht mehr mit Wachstumsraten im zweistelligen Bereich zu rechnen ist. Dies bestätigte auch Wen Jiabao, indem Nachhaltigerer Wachs- er das bisherige Wachstumstempo als unausgewogen und nicht aufrechtzuerhalten bezeichnete. tumspfad erwünscht Gleichwohl sollte dies nicht den Eindruck vermitteln, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt stehe vor einem massiven Wachstumseinbruch. Auch der aktuelle FYP für die Jahre 2011-2015 sieht lediglich ein Durchschnittswachstum von 7 % vor. Somit trägt der niedrigere Zielwert 2012 diesen Planvorgaben Rechnung und ist eine Bestätigung dafür, dass China auf ein nachhaltigeres Wachstumsmodell umschwenken möchte. Qualität, nicht Quantität müsse künftig im Vordergrund stehen, so der Regierungschef. Chinas Wirtschaft solle weniger von Export und Investitionen ab- hängig sein und sich stärker auf den Binnenkonsum stützen. Das Inflationsziel 2012 wurde indes bei 4 % belassen. Dies lässt der Regierung Spielraum, falls nötig weitere vorsichtige Stimulie- rungsmaßnahmen im Rahmen ihrer Fine-Tuning-Strategie vorzunehmen. Insgesamt sehen wir aktuell keinen Anlass, unsere Wachstums- und Inflationsprognosen zu ändern. Helaba Volkswirtschaft/Research · 9. März 2012· © Helaba 5
  6. 6. Wochenausblick Patrick Franke 2.3 USA: Schläft die Fed am Steuer? Tel.: 0 69/91 32-4738 In der Berichtswoche wird nicht nur ein Schwung Daten veröffentlicht, sondern auch das FOMC tritt wieder zusammen. Bedauert man im Ausschuss schon, sich vor nur sechs Wochen ohne Not festgelegt zu haben, den Leitzins für eine schier endlose Zeit nicht anzuheben? Die US-Wirtschaft wuchs zuletzt mit 3 %. Die Arbeitslosenquote ist in den letzten drei Monaten um 0,6 Prozentpunkte auf 8,3 % gefallen. Pro Monat entstehen per Saldo in der Privatwirtschaft Fehler oder Absicht? deutlich über 200.000 Stellen. Der Einkaufsmanagerindex außerhalb des Verarbeitenden Gewerbes (fast 90 % der US-Wirtschaft) steht bei 57,3. Die Unternehmenskredite steigen mit zweistelligen Raten. Gleichzeitig liegt die Gesamtteuerung auf der Verbraucherebene bei 2,9 %, selbst ohne Energie und Nahrungsmittel beträgt sie noch 2,3 %. Der jüngste Schub bei den Ölpreisen deutet auf Aufwärtsrisiken bei beiden Inflationskennzahlen hin. Der Leitzins liegt jedoch quasi bei Null. Die Notenbank glaubt nicht, dass Zinserhöhungen vor Ende 2014 erforderlich sein werden und hält sich stattdessen die Hintertür zu weiteren Kaufprogrammen offen. Was stimmt nicht an die- sem Bild? Mögliche Erklärung Nr. 1: Die Fed will mehr Inflation, um den Schuldenberg abzubau- en. Dies widerspricht jedoch nicht nur den Verschwörungstheorien, nach denen die Fed ja eigent- lich den Gläubigern gehört, sondern es steht auch im Widerspruch zu dem gerade erst verkündeten „offiziellen“ Inflationsziel. Mögliche Erklärung Nr. 2: Die Fed glaubt, die Unterauslastung der US-Wirtschaft ist so groß, dass sie sich trotz der aktuellen Datenlage die extrem expansive Geld- politik erlauben kann.Politik der Fed schiebt kräftiges Kreditwachstum an Nullzinspolitik: Läuft die Zeit ab?Unternehmenskredite, annualisierte 13-Wochen-Veränderung in % Leitzins und Taylor-Zins*, % 40 40 12 12 30 30 10 Taylor-Zins +/- 1 Standardf ehler 10 8 mit höherer 8 20 20 NAIRU 6 6 10 10 4 4 0 0 2 Istwert Leitzins 2 0 0 -10 -10 -2 Aktueller -2 Taylor-Zins -20 -20 -4 -4 -30 -30 -6 -6 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 1988 1991 1994 1997 2000 2003 2006 2009 2012Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Consensus Econ., BLS, FRB, Helaba Volkswirtschaft/Research * Auf Basis der Konsensprognose für den CPI und die Abweichung der Arbeitslosenquote von ihrem Gleichgewichtswert (NAIRU) Fakt ist, dass das Verhalten der Fed bereits heute nur noch eingeschränkt im Einklang steht mit dem Muster, nach dem sie in den vergangenen 25 Jahren agiert hat – einem Zeitraum, in dem man Taylor-Zins wieder ihr sowieso nicht unbedingt vorwerfen kann, übertrieben restriktiv gewesen zu sein. Wir hatten klar positiv unsere vorausschauende Taylor-Regel für die Fed in den vergangenen Jahren eingemottet, da die Aussagekraft eines solchen ökonometrischen Modells in Extremsituationen stets eingeschränkt ist. Dies galt, als der Taylor-Wert die Nulllinie erreicht hat und mehr noch, als er in den (nur theoreti- schen) negativen Bereich gefallen ist. Jetzt zeigt er aber angesichts der fallenden Arbeitslosigkeit klar nach oben – selbst unter der Annahme eher unveränderter Ölpreise. Diese könnte sich eben- falls als zu optimistisch herausstellen. Weniger auf die Richtung, aber definitiv auf das Niveau des Taylor-Zinses, wirkt sich die unterstellte gleichgewichtige Arbeitslosenquote aus. Hier ist die seit Jahren unveränderte Schätzung von 5,2 % verwendet worden. Sollten strukturelle Veränderungen diesen Wert z.B. auf 6,2 % verschoben haben, was durchaus realistisch ist, wäre der aktuelle Tay- lor-Zins bei fast 2 % – um fast einen Prozentpunkt höher. Helaba Volkswirtschaft/Research · 9. März 2012· © Helaba 6
  7. 7. Wochenausblick 3 CharttechnikBund-Future: Kontraktwechsel mit hoher Roll-Differenz Widerstände: 138,78 140,28 140,52Stochastic Bund-Future (weekly) Unterstützungen: 138,00 137,70 136,93 Der Wechsel zum Juni-Kontrakt in der abgelaufenen Wo- che war verbunden mit einer hohen Roll-Differenz von über 170 Ticks. Im fortlaufenden Kontrakt hat sich damit die technische Indikatorenlage eingetrübt. Im aktuellen Kon- trakt (auf Tages- und auf Wochenbasis) aber ist das Kauf- signal des MACD noch intakt und mit Kursen um 138,35 liegt der Future in Reichweite des Kontrakthochs (138,78). Sinkt der Future unter 138,00 finden sich die nächsten Hal- temarken bei 137,70 und 136,93. Widerstände jenseits des Kontrakthochs liegen bei 140,28 und 140,52 (Allzeithoch).Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research Ralf Umlauf (Tel.: 069/9132-1891)EUR-USD: Noch keine Entwarnung Widerstände: 1,3291 1,3322 1,3487MACD EUR-USD (weekly) Unterstützungen: 1,3158 1,3136 1,3096 Der Euro konnte sich im Wochenverlauf stabilisieren. Wäh- rend zur Wochenmitte noch ein Tief bei 1,3096 markiert wurde, liegt der Kurs aktuell bei 1,3235 und damit in der Nähe der aufwärts gerichteten Trendlinie. Ein Wochen- schluss oberhalb dieser (1,3240) wäre positiv zu werten und würde darauf hindeuten, dass die Korrektur des Euroanstie- ges seit Mitte Januar abgeschlossen ist. Im Wochenchart ist der MACD weiterhin unterstützend, allerdings fehlt noch immer die Bestätigung des Signals, weshalb technisch be- trachtet noch keine Entwarnung gegeben werden kann.Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research Ralf Umlauf (Tel.: 069/9132-1891)DAX: Etablierte Handelsrange weiter im Fokus Widerstände: 6.971 7.051 7.101DMI DAX (weekly) Unterstützungen: 6.806 6.755 6.689 Der DAX bewegte sich zuletzt in der etablierten Range zwischen 6.971 Zählern auf der Ober- und 6.806 Punkten auf der Unterseite. Damit wurden die Begrenzungslinien erneut getestet, was deren Signifikanz nochmals unter- streicht. Entsprechend muss davon ausgegangen werden, dass eine deutlichere Kursbewegung in die eine oder andere Richtung erst mit einem Austritt aus der Handelsspanne vollzogen wird. Solange dies nicht der Fall ist, lässt sich kein ausreichend gutes Chance- und Risikoprofil für Neuen- gagements definieren.Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research Christian Schmidt (Tel.: 069/9132-2388) Die Ausführungen auf dieser Seite basieren ausschließlich auf einer charttechnischen Analyse. Unsere fundamentalen Analysen gehen in diese Betrachtung nicht ein. Helaba Volkswirtschaft/Research · 9. März 2012· © Helaba 7
  8. 8. Wochenausblick 4 Helaba Kapitalmarktszenarien Für unseren Kapitalmarktausblick 2012 haben wir das Thema „Helden- und Göttersagen“ ge- wählt. Im Hauptszenario „Gordischer Knoten“ (Eintrittswahrscheinlichkeit: 70 %) befreit sich Hauptszenario: die Weltwirtschaft aus einer schwierigen Ausgangslage. Die Industrieländer verstrickten sich im Gordischer Knoten Jahresverlauf 2011 im Schuldengewirr, während sich die Schwellenländer abschwächten. Eine geordnete Insolvenz Griechenlands sowie erste Erfolge der europäischen Strukturreformen und eine weltweit expansive Ausrichtung der Geldpolitik tragen jedoch 2012 dazu bei, die Schulden- krise und die konjunkturelle Schwäche allmählich zu überwinden. Der gordische Knoten kann gelöst werden. Das Wirtschaftswachstum 2012 wird zwar nicht an die spektakulären Raten des Jahres 2010 anknüpfen, es schwenkt aber auf einen normalen Wachstumstrend ein. Damit dürften auch die Kapitalmärkte endlich wieder in ruhigeres Fahrwasser geraten: Nach den Übertreibungen 2011 zeichnet sich für 2012 ein insgesamt gutes Aktienjahr mit zweistelligen Zuwächsen ab. Ren- ten dürften dagegen unter Druck geraten. Das weiterhin durch die Schwellenländer getriebene Wachstum der Weltwirtschaft wird 2012 bei rund 3 ½ % verharren, da die Normalisierung bereits 2011 einsetzte. Im Jahresverlauf ist aber mit einer anziehenden Dynamik zu rechnen: Die Geldpolitik in den Schwellenländern dürfte wieder vermehrt auf Expansion umschwenken. In den europäischen Problemländern wird der Konsolidie- rungsdruck zwar hoch bleiben, aber die bereits erfolgten Restrukturierungen erbringen erste Wachstumsimpulse. In den USA kommt es im Wahljahr dagegen noch nicht zu größeren Konsoli- dierungsanstrengungen, so dass die Wirtschaft erneut um rund 2 % wachsen wird. 2013 dürfte das globale BIP sogar wieder stärker expandieren. In unserem positiven Szenario „Phönix aus der Asche“ (15 %) kann die Weltwirtschaft an das überdurchschnittliche Wachstum 2010 anknüpfen, jedoch um den Preis einer höheren Inflation. Alternativszenario: Befeuert wird dies von einer expansiven Ausrichtung der Geld- und Fiskalpolitik. Weitere Konso-Phönix aus der Asche lidierungsschritte werden in die Zukunft verschoben. Aktien strahlen heller denn je und Renten verzeichnen im Gegenzug kräftige Kursverluste. In unserem negativen Szenario „Sisyphus“ (15 %) fällt die Weltwirtschaft in eine Rezession. Die Industrieländer geraten in ein deflationäres Umfeld. Trotz massiver Anstrengungen kann die euro- Alternativszenario: päische Schuldenkrise nicht bewältigt werden. Der Versuch Staaten und Banken gleichzeitig zu Sisyphus retten stellt sich als Sisyphusarbeit heraus. In China platzt die Immobilienblase und führt zu hefti- gen realwirtschaftlichen Verwerfungen weltweit. Geopolitische Risiken könnten zudem die Kon- junktur zusätzlich belasten. Anleger suchen Sicherheit, wovon der US-Dollar und die Rentenmärk- te profitieren. Auf die Aktienmärkte hingegen rollt ein erneuter Einbruch zu. Investmentszenarien 2012 Szenarien Wahrschein- Wachstum Inflation Renten Euro Aktien 2012 lichkeit Gordischer 70% Knoten Phönix aus 15% der Asche Sisyphus 15% Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 9. März 2012· © Helaba 8
  9. 9. Wochenausblick5 Helaba Basisszenario mit PrognosetabelleIn unserem Hauptszenario „Gordischer Knoten“ (Eintrittswahrscheinlichkeit: 70 %) befreit sichdie Weltwirtschaft aus einer schwierigen Ausgangslage. Die Industrieländer verstrickten sich imJahresverlauf 2011 im Schuldengewirr, während sich die Schwellenländer abschwächten. Einegeordnete Insolvenz Griechenlands sowie erste Erfolge der europäischen Strukturreformen undeine weltweit expansive Ausrichtung der Geldpolitik tragen 2012 dazu bei, Schuldenkrise undWachstumsschwäche allmählich zu überwinden. Der gordische Knoten kann gelöst werden. Dasglobale Wirtschaftswachstum schwenkt auf einen normalen Wachstumstrend ein und verharrt imJahresdurchschnitt bei rund 3 ½ %. Damit dürften auch die Kapitalmärkte endlich wieder in ruhig-eres Fahrwasser geraten.Rentenmärkte: Die EZB wird den Leitzins vermutlich bei 1 % fixieren, so dass das Feld für an-haltend niedrige Kapitalmarktzinsen in Deutschland bestellt ist. Im Jahresverlauf sprechen jedochzwei Faktoren gegen deutsche Staatsanleihen: die Konjunktur dürfte sich wieder erholen und beieiner Entspannung der Euro-Schuldenkrise ist mit einer geringeren Nachfrage nach den inzwi-schen extrem teuren Bundesanleihen zu rechnen. Die Verzinsung 10-jähriger Staatsanleihen solltein Deutschland 2012 zwischen 1,6 % und 2,8 % schwanken, in den USA zwischen 1,8 % und3,0 %.Euro: Die expansive EZB-Politik in Form von Zinssenkungen und Liquiditätsspritzen belastet denEuro nur vorübergehend. Im Verlauf von 2012 dürften die Sorgen um die Schuldenkrise in denHintergrund treten und die Konjunktur in der Eurozone wieder Tritt fassen. Somit wird die EZBihren Expansionsgrad dann nicht mehr ausweiten. Der Euro dürfte gegenüber dem US-Dollarzulegen, zumal die US-Notenbank eine Zinswende für längere Zeit quasi ausgeschlossen hat. DerEuro-Dollar-Kurs sollte sich 2012 im Bereich von 1,30 bis 1,45 bewegen.Aktienmärkte: Nachdem der DAX 2011 Extremszenarien ausgetestet hat, dürfte 2012 in etwasruhigeren Bahnen verlaufen. Mit einer Einengung der Risikoaufschläge bei Staatsanleihen wirddas Vertrauen der Anleger allmählich zurückkehren und der Risikoappetit wieder zunehmen. DieKombination aus niedrigen Leitzinsen und nach oben drehenden Wachstumserwartungen hat sichin der Vergangenheit als ausgesprochen günstige Phase für Dividendentitel erwiesen. Der DAXdürfte daher 2012 an die Marke von 7.500 Punkten heranreichen.Helaba Volkswirtschaft/Research · 9. März 2012· © Helaba 9
  10. 10. WochenausblickPrognoseübersicht Bruttoinlandsprodukt Verbraucherpreise Veränderung gg. reale Veränderung gg. Vorjahr in % Vorjahr in % 2010 2011 2012p 2013p 2010 2011 2012p 2013pEuroland 1,8 1,5 0,6 1,3 1,6 2,7 2,1 2,1 Frankreich 1,4 1,7 1,0 1,5 1,7 2,3 2,1 2,1 Italien 1,8 0,4 -0,5 0,7 1,6 2,9 2,4 2,2 Spanien -0,1 0,7 0,7 1,0 2,0 3,1 2,0 2,2 Griechenland -3,5 -6,8 -4,5 0,0 4,7 3,0 0,0 1,0 Irland -0,4 0,8 1,6 2,0 -1,6 1,2 0,7 1,4 Portugal 1,4 -1,5 -3,5 -1,0 1,4 3,5 2,5 1,5 Deutschland* 3,6 3,1 1,2 1,7 1,1 2,3 2,0 2,0Großbritannien 2,1 0,9 0,8 1,5 3,3 4,5 3,0 2,6Schw eiz 2,7 1,9 0,4 1,2 0,7 0,2 0,0 0,8Schw eden 6,1 3,9 1,0 1,3 1,3 2,6 1,4 1,5Polen 3,9 4,3 2,7 3,0 2,6 4,2 3,0 3,0Ungarn 1,3 1,7 0,0 1,4 4,9 3,9 5,0 3,5Tschechien 2,7 1,7 0,5 1,7 1,5 1,9 2,8 2,2Russland 4,0 4,0 3,5 4,0 6,9 8,8 7,0 6,0USA 3,0 1,7 2,2 2,0 1,6 3,1 2,4 1,8Japan 4,4 -0,7 2,0 1,0 -0,7 -0,3 0,2 -0,2Asien ohne Japan 8,5 6,5 6,0 6,5 5,1 6,0 5,0 5,0 China 10,4 9,2 8,4 8,8 3,3 5,3 4,0 4,4 Indien 9,6 7,5 6,5 7,0 12,0 8,9 8,0 7,5Lateinamerika 5,9 4,0 3,5 4,0 5,9 6,5 6,5 6,0 Brasilien 7,5 2,7 3,3 4,0 5,0 6,6 6,0 5,5Welt 4,9 3,4 3,3 3,6 2,9 3,9 3,3 3,0s = Schätzung, p = Prognose; *Deutschland: arbeitstäglich bereinigt;Quellen: EIU, EcoWin, Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 9. März 2012· © Helaba 10

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