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[PDF] Pressemitteilung: Neues Jahr, alte Themen
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  1. 1. Helaba Volkswirtschaft/Research Wochenausblick 6. Januar 2012 Neues Jahr, alte Themen Redaktion: 1 Die Woche im Überblick 1 Dr. Stefan Mitropoulos Tel.: 0 69/91 32-46 19 1.1 Chart der Woche 1 research@helaba.de 1.2 Wochen-Quartals-Tangente 2 1.3 Finanzmarktkalender KW 02 mit Prognosen 3 2 Im Fokus 4 2.1 Devisen: Licht am Ende des Tunnels 4 2.1 USA: Auftakt zum Vorwahlkampf 2012 5 Herausgeber: 3 Charttechnik 6 Dr. Gertrud R. Traud 4 Helaba Kapitalmarktszenarien 7Chefvolkswirt/Leitung Research 5 Helaba Basisszenario mit Prognosetabelle 8Landesbank Hessen-Thüringen MAIN TOWER 1 Die Woche im Überblick Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main 1.1 Chart der Woche Telefon: 0 69/91 32-20 24 Telefax: 0 69/91 32-22 44 Ausgeprägte Konsolidierungsphase bei Gold USD je Feinunze 2000 2000 Gold Bloomberg-Spot 1600 1600 1200 100-Tage-Linie 1200 200-Tage-Linie 800 800 400 400 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Nachdem die Idee einer zügigen Monetisierung überbordender Staatsschulden und damit einher- Die Publikation ist mit größter Sorgfalt gehende Inflationsängste den Goldpreis im Sommer 2011 über 1.900 $/oz getrieben hatten, kam esbearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich zu einer markanten Korrektur bis in den Bereich des mittelfristigen Aufwärtstrends. Hierzu hat unverbindliche Analysen und Prognosen zu nicht nur die unerwartet deutliche Erholung des US-Dollar beigetragen, sondern auch Gewinnmit- den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf nahmen im Zuge notwendiger Liquiditätsbeschaffungen angesichts außergewöhnlich starker An- Quellen, die wir für zuverlässig halten, für spannungen im Finanzsystem. Dollarbefestigung und Liquiditätsprobleme des Finanzsektors deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktua- scheinen zumindest noch bis zum Frühjahr anzuhalten. Die für das erste Quartal 2012 bislang von lität wir aber keine Gewähr übernehmen kön- nen. Sämtliche in dieser Publikation getroffe- uns erwartete schnelle Erholung der Goldnotierungen bis in den Bereich um 1.800 $/oz erscheint nen Angaben dienen der Information. Sie daher kaum mehr möglich. Gleichwohl bleibt u. E. die längerfristige Aufwärtsbewegung analog dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für zur Situation 2008/09 auch aufgrund einer voraussichtlich im weiteren Jahresverlauf global wieder Anlageentscheidungen verstanden werden. zunehmend lockeren Geldpolitik und eines gleichzeitig nicht mehr so festen US-Dollar intakt.
  2. 2. Wochenausblick Claudia Windt 1.2 Wochen-Quartals-TangenteTel.: 0 69/91 32-25 00 Positive Konjunkturdaten insbesondere aus den USA und die weiterhin schwelende Staatsschul- denkrise im Euroraum – das ist das Spannungsfeld, in dem sich die Kapitalmärkte zu Jahresbeginn 2012 weiterhin bewegen. Immerhin konnte der deutsche Leitindex DAX mit ansehnlichen Kurs- gewinnen starten. Gleichzeitig behaupten sich die 10-jährigen Bundesanleihen, während ihre US- Pendants im Zuge stärkerer Konjunkturdaten das Jahr mit Kursverlusten starteten. Eindeutiger Verlierer ist wohl der Euro. Trotz fester Aktienmärkte gerät der Euro unter Druck (S. 4). Damit scheinen sich sukzessive die Gewichte zu verschieben. Die europäische Staatsschuldenkrise wird auch in der Berichtswoche dominieren. Am Montag treffen sich Merkel und Sarkozy in Paris, schließlich soll der Euro-Fiskalpakt bis Ende diesesSpanien und Italien Monats stehen. Daneben bleiben Griechenland, Spanien und Italien im Visier der Märkte. Aus stellen sich den Griechenland kommen weiterhin negative Meldungen: Noch hat die griechische Übergangsregie- Anlegern rung die Bedingungen für eine freiwillige Umschuldung nicht erfüllen können, zugleich werden Drohungen über eine ungeordnete Insolvenz lauter. Während Italien mit seinen Reform- und Spar- beschlüssen derzeit im Plan liegt, fällt Spanien nun zurück. Mit einer Defizitquote 2011 von über 8 % sind die Spanier weit von den anvisierten 4,4 % entfernt. Ob die neu gewählte Regierung mit ihren angekündigten Sparmaßnahmen auf der Einnahmen- und Ausgabenseite die Quote tatsäch- lich um 4 Prozentpunkte drücken kann, ist fraglich. Dem italienischen Ministerpräsidenten Monti gelang es, Vertrauen zurückzugewinnen. Dagegen misslang der Start des spanischen Regierungs- chefs Rajoy. In der kommenden Woche steht mit Emissionen aus Spanien und Italien ein erster Test an, wie sich die beiden Südländer positioniert haben. Die Vorzeichen könnten sich zwischen Italien und Spanien drehen, wenn Rajoy hier nicht nachlegt. Von der Sitzung der EZB ist – nach- dem sie im Dezember aktiv geworden ist – nichts zu erwarten. Der nächste 3-Jahres-Tender steht erst im Februar an, bis dahin dürfte sich die Notenbank auch personell ordnen. Und Deutschland? Das statistische Bundesamt dürfte bestätigen, dass mit einem Wirtschaftswachstum von knapp 3 % ein Rekordjahr beendet worden ist. 2012 wird das sicherlich nicht zu wiederholen sein, doch wird Deutschland der Outperformer im Euroraum bleiben. Finanzmarktrückblick und -prognosen Veränderung seit... aktueller 30.12.2011 29.12.2011 Stand* Q1/2012 Q2/2012 Q3/2012 (in %) Index DAX 3,4 4,2 6.096 5.600 6.000 6.500 (in Bp) (in %) 3M Euribor -5 -7 1,30 1,1 1,1 1,1 3M USD Libor 0 0 0,58 0,4 0,4 0,4 10 jähr. Bundesanleihen 3 2 1,86 1,9 2,3 2,5 10 jähr. Swapsatz 0 0 2,39 2,5 2,8 3,0 10 jähr. US-Treasuries 12 10 1,99 2,0 2,4 2,6 (jew eils gg. Euro, %) (jew eils gg. Euro) US-Dollar 1,4 1,4 1,28 1,30 1,35 1,40 Japanischer Yen 1,0 2,0 99 102 106 112 Britisches Pfund 1,0 1,9 0,83 0,85 0,87 0,88 Schweizer Franken -0,1 0,0 1,22 1,20 1,25 1,25 (in %) Brentöl $/B 4,4 3,7 114 100 105 110 Gold $/U 3,8 5,0 1.623 1.650 (1850) 1.700 (1800) 1.750 (1850) *Schlusskurse vom 05.01.2012 Bei Prognoseänderungen sind die vorherigen Werte in Klammern gesetzt Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 6. Januar 2012· © Helaba 2
  3. 3. Wochenausblick 1.3 Finanzmarktkalender KW 02 mit Prognosen Helaba- Bloom berg Zeit Land Periode Indikator Vorperiode Prognose Consensus Montag, 09.01.2012 Handelsbilanz, 08:00 DE Nov 12,0 12,0 11,6 Mrd. €, n.s.a. Industrieproduktion 12:00 DE Nov % m/m, s.a. -0,5 -0,5 0,8 % y/y, s.a. 4,0 k.A. 4,0 18:40 US Atlanta Fed Präsident Lockhart Dienstag, 10.01.2012 San Francisco Fed Präsident 16:30 US Williams 17:10 US Cleveland Fed Präsidentin Pianalto Mittw och, 11.01.2012 14:40 US Chicago Fed Präsident Evans 15:00 US Atlanta Fed Präsident Lockhart 18:30 US Philadelphia Fed Präsident Plosser 20:00 US Beige Book Donnerstag, 12.01.2012 Industrieproduktion 11:00 EZ Nov % m/m, s.a. -0,2 -0,2 -0,1 % y/y, s.a. 0,3 k.A. 1.6 13:00 UK Bank of England Zinsentscheid; % 0,5 0,5 0,5 13:45 EZ EZB-Sitzung mit PK 1,0 1,0 1,0 14:30 US Dez Einzelhandelsumsätze, % m/m 0,2 0,2 0,2 Einzelhandelsumsätze ohne Pkw s, 14:30 US Dez 0,2 0,3 0,2 % m/m Erstanträge auf 14:30 US 07. Jan 375 k.A. 372 Arbeitslosenunterstützung, Tsd 16:00 US Nov Lageraufbau; % m/m 0,4 0,4 0,8 Freitag, 13.01.2012 14:30 US Nov Handelsbilanz; Mrd. $ -46,0 -44,9 -43,5 Verbrauchervertrauen (UoM); vorl. 15:55 US Jan 72,0 70,4 69,9 Index 17:10 US Fed Gouverneurin Duke 18:45 US Richmond Fed Präsident Lacker 19:00 US Chicago Fed Präsident EvansQuellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/ResearchHelaba Volkswirtschaft/Research · 6. Januar 2012· © Helaba 3
  4. 4. Wochenausblick 2 Im Fokus Christian Apelt, CFA 2.1 Devisen: Licht am Ende des Tunnels Tel.: 0 69/91 32-4726 Der Euro hat zuletzt spürbar nachgegeben. Zwar ist die Talfahrt wohl noch nicht beendet, aber es gibt Anzeichen, die auf eine Stabilisierung hindeuten. Auf der Zielgeraden von 2011 ist dem Euro die Puste ausgegangen. Noch Ende Oktober gehörte die Gemeinschaftswährung eher zu den Siegern am Devisenmarkt. Letztlich forderten die europäi- 2011: Gewinner Yen, sche Schuldenkrise und die damit einhergehenden Maßnahmen insbesondere der EZB doch ihren Verlierer Euro Tribut. Unter den zehn wichtigsten Währungen schloss der Euro 2011 auf dem letzten Platz ab. Immerhin konnte der angeblich dem Tode geweihte Euro etliche der einst so hoch gelobten Schwellenländerwährungen deutlich hinter sich lassen. Der Gewinner 2011 war der Yen aus dem hoch verschuldeten Japan, gefolgt vom chinesischen Yuan. Unter den Industrieländerwährungen belegte der zwischenzeitlich ebenfalls fast für tot erklärte US-Dollar die zweite Position. Der Start in das Jahr 2012 fing nicht gerade verheißungsvoll für den Euro an. Der Euro-Dollar- Kurs fiel unter 1,28 auf den tiefsten Stand seit September 2010. Die sehr expansive Politik der EZB trägt erheblich zur Schwäche des Euro bei. Zwar werfen die Währungshüter nicht – wie von manch einem gefordert – die große Notenpresse an, d.h. sie kaufen nicht unlimitiert Staatsanleihen aus der Euro-Peripherie auf. Jedoch stellt die EZB den Geschäftsbanken sehr großzügig Liquidität bereit, ihre Bilanzsumme bzw. die Geldbasis expandiert kräftig.Aggressive EZB-Politik belastet den Euro Fallende Risikoprämien als Basis für Euro-Erholung?Verhältnis US-$- zu Euro-Geldbasis US-$ Relative Risikoprämie für Banken in Basispunkten US-$ 2,6 1,50 40 1,60 Differenz Swapspread USA vs. Eurozone 2,5 1,55 EUR-USD (linke Skala) 2,4 1,45 20 (rechte Skala) 1,50 2,3 2,2 1,40 0 1,45 2,1 1,40 1,35 -20 2,0 1,35 1,9 1,30 -40 1,30 1,8 USD- vs. EUR-Geldbasis 1,25 1,7 1,25 -60 (linke Skala) 1,6 1,20 EUR-USD (rechte Skala) 1,5 1,20 -80 1,15 Apr Jun Aug Okt Dez Feb Apr Jun Aug Okt Dez 2008 2009 2010 2011 2010 2011Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Kurzfristig belastet diese Überliquidität den Euro vermutlich weiter. Im Prinzip kann sie sich je- doch zügig abbauen, wenn das Vertrauen im Finanzsektor wieder wächst. Basis hierfür wäre eine Erste Lichtblicke Entspannung bei der Staatsschuldenkrise. Einige Hoffnungsschimmer existieren: Zumindest bei für den Euro kurzlaufenden Anleihen aus der Euro-Peripherie sind die Risikoaufschläge deutlich zurückgegan- gen. Dank der international konzertierten Notenbankaktion haben sich die Prämien für Euro- Dollar-Swaps merklich verringert. Auch die Swap-Spreads im Euro haben sich reduziert. Zweijäh- rige Bundesanleihen rentieren bei 0,18 % mittlerweile unterhalb von US-Treasuries. Da aber trotz vermehrt positiver Konjunktursignale die US-Notenbank weit davon entfernt ist, eine Zinswende anzudeuten, ist bei den Renditedifferenzen der Boden wohl erreicht. Der Euro-Dollar-Kurs wird somit um 1,25 fundamental unterstützt. Außerdem können der in der Öffentlichkeit herrschende Euro-Pessimismus wie auch die rekordhohen Verkaufspositionen spekulativer Investoren als Kontraindikatoren gewertet werden. Damit bestehen durchaus Chancen, dass die gegenwärtige Euro-Schwäche nur noch begrenzt anhält und im Jahresverlauf eine positive Trendwende einsetzt. Helaba Volkswirtschaft/Research · 6. Januar 2012· © Helaba 4
  5. 5. Wochenausblick Patrick Franke 2.1 USA: Auftakt zum Vorwahlkampf 2012 Tel.: 0 69/91 32-4738 Mit der Urwahl („caucus“) der Republikaner in Iowa am 3. Januar ist der Wahlkampf im Vorfeld der Präsidentschafts- und Kongresswahlen am 6. November in eine neue Phase getre- ten. Am 10. Januar folgt die Vorwahl („primary“) in New Hampshire. Es geht darum, welcher republikanische Kandidat im November gegen Barack Obama antreten wird. Vorsicht ist angebracht, aus dem Ergebnis der ersten Urwahl bereits Schlussfolgerungen für den weiteren Vorwahlkampf zu ziehen. Die 120.000 Teilnehmer an der Urwahl in Iowa sind wenig Mitt Romney mit den repräsentativ für die landesweite Anhängerschaft der republikanischen Partei – und noch weniger besten Chancen repräsentativ für die Wählerschaft insgesamt. Hinzu kommt, dass wie bei allen Vorwahlen viele Beteiligte ihre Stimme nicht unbedingt dem Kandidaten geben, der im Herbst die beste Chance hat, den politischen Gegner zu schlagen, sondern demjenigen, der den eigenen politischen Über- zeugungen am nächsten kommt. Dies hilft bei den Republikanern den besonders konservativen Bewerbern – denn die Kandidaten müssen sich um den „harten Kern“ der Partei bemühen, nicht um die politische Mitte. Angesichts des agrarischen, konservativen Charakters Iowas ist es aber für den eher gemäßigten Mitt Romney ein gutes Zeichen, dass er die Urwahl dort – wenn auch nur denkbar knapp – für sich entscheiden konnte. Die 25 in der Wahl bestimmten Delegierten für die „Republican National Convention“, in der am 27. August der Präsidentschaftskandidat offiziell gewählt wird, können dort frei abstimmen – und es gibt kein „winner-takes-all“-Prinzip, d.h. dass die Zweit- und Drittplatzierten Rick Santorum und Ron Paul genau so viele Delegierte aus Iowa für sich gewinnen konnten wie Mitt Romney, nämlich jeweils sieben.Romney klarer Favorit Obama mit Amtsbonus – trotz hoher ArbeitslosigkeitImplizite Wahrscheinlichkeit der Nominierung als republikan. Kandidat* (%) Implizite Wahrscheinlichkeit eines Siegs bei den Präsidentschaftswahlen* (%) 90 90 60 60 80 80 55 55 70 Romney 70 Demokrat 60 60 50 50 50 50 45 45 40 40 Gingrich Republikaner 30 30 40 40 20 alle anderen 20 35 35 10 10 0 0 30 30 01. Dez 11 08. Dez 11 15. Dez 11 22. Dez 11 29. Dez 11 05. Jan 12 01. Dez 11 08. Dez 11 15. Dez 11 22. Dez 11 29. Dez 11 05. Jan 12Quellen: Iowa Electronic Markets, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Iowa Electronic Markets, Helaba Volkswirtschaft/Research* auf der Basis der Positionierung der Marktteilnehmer der IEM * auf der Basis der Positionierung der Marktteilnehmer der IEM Im Gegensatz zur Urwahl in Iowa können an der Vorwahl in New Hampshire auch die als „unab- hängig“ registrierten Wähler teilnehmen, nicht nur diejenigen, die als Republikaner registriert sind. Noch viel Zeit Von den Siegern der fünf letzten Urwahlen in Iowa haben nur zwei schließlich den Vorwahlkampf bis zum November für sich entscheiden können (Bob Dole 1996 und George Bush 2000). In New Hampshire lag die Quote immerhin bei drei von fünf. Unter den republikanischen Kandidaten hat Mitt Romney nach Ansicht der meisten Beobachter diesmal die besten Chancen, den amtierenden Präsidenten im November zu schlagen. Letztlich wird der Ausgang der Wahl aber ganz entscheidend von der wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden Monaten abhängen. Vor allem die hohe Arbeits- losigkeit könnte eine erhebliche Hürde für die Wiederwahl von Barack Obama darstellen. Die jüngste Gallup-Umfrage zeigt, dass kurz vor Weihnachten 50 % der potenziellen Wähler für Ba- rack Obama gestimmt hätten, und jeweils 48 % für Mitt Romney bzw. Newt Gingrich. Wir werden uns in den kommenden Monaten mit dem Wahlkampf und den möglichen Folgen des Wahlaus- gangs für Wirtschaftspolitik und Finanzmärkte in unserer Reihe „USA aktuell“ beschäftigen. Helaba Volkswirtschaft/Research · 6. Januar 2012· © Helaba 5
  6. 6. Wochenausblick 3 CharttechnikBund-Future: Korrekturgefahr Widerstände: 138,98 139,32 139,58Stochastic Bund-Future (daily) Unterstützungen: 137,70 136,69 135,20 Der Bund-Future konnte in der abgelaufenen Woche nach anfänglicher Schwäche erneut zulegen und am Donnerstag im Hoch bei 138,98 notieren. Die breite, im Sommer 2011 etablierte Seitwärtsrange aber ist nach wie vor intakt. Zu- dem scheint der Aufwärtsdynamik im Bereich 139 die Luft auszugehen. Auch technische Indikatoren im Tageschart mahnen zur Vorsicht. Das Verkaufssignal des Stochastic deutet zumindest Korrekturgefahren an. Erste Unterstüt- zungen sehen wir bei 137,70 und 136,69. Widerstände sind sehr massiv zwischen 138,98 und 139,58.Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research Ralf Umlauf (Tel.: 069/9132-1891)EUR-USD: Unter Druck Widerstände: 1,2950 1,3077 1,3201MACD EUR-USD (daily) Unterstützungen: 1,2764 1,2644 1,2589 Die Stabilisierungstendenzen waren nur kurzlebig und so gab der Euro in den letzten Tagen erneut deutlich nach. Bei 1,2764 wurde ein neues zyklisches Tief markiert. Die Ta- gesindikatoren haben sich im Zuge dessen deutlich einge- trübt. Da auch auf Wochenbasis die Belastungen dominie- ren, droht dem Euro weiteres Ungemach. Unterhalb der Marke 1,2764 findet sich die nächste wichtige Haltezone bei 1,2589/1,2644. Lediglich die Signale einer überverkauf- ten Marktlage sollten in den nächsten Tagen zumindest die Abwärtsdynamik dämpfen.Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research Ralf Umlauf (Tel.: 069/9132-1891)DAX: Vor Befreiungsschlag? Widerstände: 6.179 6.193 6.430DMI DAX (daily) Unterstützungen: 6.040 5.965 5.771 Der Jahresauftakt für den deutschen Leitindex gestaltete sich zunächst freundlich, im Wochenverlauf wurde aber deutlich, dass dem DAX ein Befreiungsschlag noch immer nicht gelungen ist. Angesichts der weiter leicht unterstützenden technischen Indikatoren im Tageschart (MACD, Stochastic und RSI weisen steigende Werte auf) sollte unseres Erach- tens insbesondere auf die Wiederstände 6.170/79 geachtet werden. Ein Sprung darüber eröffnet Potenzial bis 6.430, denn das Zwischenhoch bei 6.193 dürfte kaum ausreichen- den Widerstand leisten.Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research Ralf Umlauf (Tel.: 069/9132-1891) Die Ausführungen auf dieser Seite basieren ausschließlich auf einer charttechnischen Analyse. Unsere fundamentalen Analysen gehen in diese Betrachtung nicht ein. Helaba Volkswirtschaft/Research · 6. Januar 2012· © Helaba 6
  7. 7. Wochenausblick 4 Helaba Kapitalmarktszenarien Für unseren Kapitalmarktausblick 2012 haben wir das Thema „Helden- und Göttersagen“ ge- wählt. In unserem Hauptszenario „Gordischer Knoten“ (Eintrittswahrscheinlichkeit: 70 %) Hauptszenario: befreit sich die Weltwirtschaft aus einer schwierigen Ausgangslage. Die Industrieländer verstrick- Gordischer Knoten ten sich im Jahresverlauf 2011 im Schuldengewirr, während sich die Schwellenländer abschwäch- ten. Eine geordnete Insolvenz Griechenlands sowie erste Erfolge der europäischen Strukturrefor- men und eine weltweit expansive Ausrichtung der Geldpolitik tragen jedoch 2012 dazu bei, die Schuldenkrise und die konjunkturelle Schwäche allmählich zu überwinden. Der gordische Knoten kann gelöst werden. Das Wirtschaftswachstum 2012 wird zwar nicht an die spektakulären Raten des Jahres 2010 anknüpfen, es schwenkt aber auf einen normalen Wachstumstrend ein. Damit dürften auch die Kapitalmärkte endlich wieder in ruhigeres Fahrwasser geraten: Nach den Über- treibungen 2011 zeichnet sich für 2012 ein insgesamt gutes Aktienjahr mit zweistelligen Zuwäch- sen ab. Renten dürften dagegen unter Druck geraten. Das weiterhin durch die Schwellenländer getriebene Wachstum der Weltwirtschaft wird 2012 bei rund 3 ½ % verharren, da die Normalisierung bereits 2011 einsetzte. Im Jahresverlauf 2012 ist aber mit einer anziehenden Dynamik zu rechnen: Die Geldpolitik in den Schwellenländern dürfte wieder vermehrt auf Expansion umschwenken. In den europäischen Problemländern wird der Konsolidierungsdruck zwar hoch bleiben, aber die bereits erfolgten Restrukturierungen erbringen erste Wachstumsimpulse. In den USA kommt es im Wahljahr dagegen noch nicht zu größeren Konsolidierungsanstrengungen, so dass die Wirtschaft erneut um rund 2 % wachsen wird. 2013 dürfte das globale BIP sogar wieder stärker expandieren. In unserem positiven Szenario „Phönix aus der Asche“ (10 %) kann die Weltwirtschaft an das überdurchschnittliche Wachstum 2010 anknüpfen, jedoch um den Preis einer höheren Inflation. Alternativszenario: Befeuert wird dies von einer expansiven Ausrichtung der Geld- und Fiskalpolitik. Weitere Konso-Phönix aus der Asche lidierungsschritte werden in die Zukunft verschoben. Aktien strahlen heller denn je und Renten verzeichnen im Gegenzug kräftige Kursverluste. In unserem negativen Szenario „Sisyphus“ (20 %) fällt die Weltwirtschaft in eine Rezession. Die Industrieländer geraten in ein deflationäres Umfeld. Trotz massiver Anstrengungen kann die euro- Alternativszenario: päische Schuldenkrise nicht bewältigt werden. Der Versuch Staaten und Banken gleichzeitig zu Sisyphus retten stellt sich als Sisyphusarbeit heraus. In China platzt die Immobilienblase und führt zu hefti- gen realwirtschaftlichen Verwerfungen weltweit. Geopolitische Risiken könnten zudem die Kon- junktur zusätzlich belasten. Anleger suchen Sicherheit, wovon der US-Dollar und die Rentenmärk- te profitieren. Auf die Aktienmärkte hingegen rollt ein erneuter Einbruch zu. Investmentszenarien 2012 Szenarien Wahrschein- Wachstum Inflation Renten Euro Aktien 2012 lichkeit Gordischer 70% Knoten Phönix aus 10% der Asche Sisyphus 20% Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 6. Januar 2012· © Helaba 7
  8. 8. Wochenausblick5 Helaba Basisszenario mit PrognosetabelleIn unserem Hauptszenario „Gordischer Knoten“ (Eintrittswahrscheinlichkeit: 70 %) befreit sichdie Weltwirtschaft aus einer schwierigen Ausgangslage. Die Industrieländer verstrickten sich imJahresverlauf 2011 im Schuldengewirr, während sich die Schwellenländer abschwächten. Einegeordnete Insolvenz Griechenlands sowie erste Erfolge der europäischen Strukturreformen undeine weltweit expansive Ausrichtung der Geldpolitik tragen 2012 dazu bei, Schuldenkrise undWachstumsschwäche allmählich zu überwinden. Der gordische Knoten kann gelöst werden. Dasglobale Wirtschaftswachstum schwenkt auf einen normalen Wachstumstrend ein und verharrt imJahresdurchschnitt bei rund 3 ½ %. Damit dürften auch die Kapitalmärkte endlich wieder in ruhig-eres Fahrwasser geraten.Rentenmärkte: Die EZB wird den Leitzins vermutlich bei 1 % fixieren, so dass das Feld für an-haltend niedrige Kapitalmarktzinsen in Deutschland bestellt ist. Im Jahresverlauf sprechen jedochzwei Faktoren gegen deutsche Staatsanleihen: die Konjunktur dürfte sich wieder erholen und beieiner Entspannung der Euro-Schuldenkrise ist mit einer geringeren Nachfrage nach den inzwi-schen extrem teuren Bundesanleihen zu rechnen. Die Verzinsung 10-jähriger Staatsanleihen solltein Deutschland 2012 zwischen 1,6 % und 2,8 % schwanken, in den USA zwischen 1,8 % und3,0 %.Euro: Die expansive EZB-Politik in Form von Zinssenkungen und Kaufprogrammen belastetvorerst den Euro. Zeitweise wird der US-Dollar als zumindest vorübergehend sicherer Hafen profi-tieren, wobei die expansive Politik der Fed die Dollar-Stärke begrenzt. Im Verlauf von 2012 dürf-ten die Sorgen um die Schuldenkrise in den Hintergrund treten und die Konjunktur in der Eurozo-ne wieder Tritt fassen. Somit wird die EZB ihren Expansionsgrad dann nicht mehr ausweiten. DerEuro dürfte gegenüber dem US-Dollar zulegen, zumal die US-Notenbank eine Zinswende fürlängere Zeit quasi ausgeschlossen hat. Der Euro-Dollar-Kurs sollte sich 2012 im Bereich von 1,30bis 1,45 bewegen.Aktienmärkte: Nachdem der DAX 2011 Extremszenarien ausgetestet hat, dürfte 2012 in etwasruhigeren Bahnen verlaufen. Gleichwohl ist bis ins erste Quartal hinein noch mit einer erhöhtenSchwankungsanfälligkeit zu rechnen. Erst wenn sich die Wachstumsperspektiven allmählich wie-der aufhellen, wird auch der Risikoappetit längerfristig orientierter Investoren wieder zunehmen.Mögliche Kursrückschläge bis maximal in den Bereich der September-Tiefstände sollten daherzum Einstieg genutzt werden. Der DAX dürfte sich bis Jahresende 2012 wieder an die 7.000 Punk-te-Marke heranarbeiten.Asset Allocation: Eine Entspannung der Euro-Staatsschuldenkrise sowie wieder günstigereWachstumsperspektiven tragen dazu bei, dass der Risikoappetit der Investoren zunimmt. Deshalbsollten Aktien zu Lasten von Renten übergewichtet werden. Bei Euro-Staatsanleihen ist aufgrundder negativen Ertragserwartungen eine klare Untergewichtung und bei der Geldmarktanlage eineneutrale Dotierung ratsam. Gleichzeitig ist eine defensive Laufzeitenallokation bei Renten ange-sagt. Bei Rohstoffen und Gold ist tendenziell eine Dotierung auf Benchmark-Niveau empfehlens-wert.Helaba Volkswirtschaft/Research · 6. Januar 2012· © Helaba 8
  9. 9. WochenausblickPrognoseübersicht Bruttoinlandsprodukt Verbraucherpreise Veränderung gg. reale Veränderung gg. Vorjahr in % Vorjahr in % 2010 2011p 2012p 2013p 2010 2011p 2012p 2013pEuroland 1,8 1,6 0,7 1,3 1,6 2,6 1,9 2,1 Frankreich 1,4 1,7 1,0 1,5 1,7 2,3 2,0 2,1 Italien 1,5 0,7 0,0 0,7 1,6 2,8 2,4 2,2 Spanien -0,1 0,7 0,7 1,0 2,0 3,0 2,0 2,2 Griechenland -3,5 -6,0 -3,0 0,0 4,7 3,0 1,0 1,0 Irland -1,0 0,8 1,6 2,0 -1,6 1,2 0,9 1,6 Portugal 1,4 -2,0 -3,5 -1,0 1,4 3,5 2,5 1,5 Deutschland* 3,6 3,0 1,2 1,7 1,1 2,3 1,7 1,9Großbritannien 2,1 1,0 0,8 1,5 3,3 4,5 3,0 2,6Schw eiz 2,7 1,7 0,5 2,0 0,7 0,2 0,0 1,2Schw eden 5,6 3,9 1,0 1,3 1,3 2,7 2,2 2,0Polen 3,9 4,0 2,7 3,0 2,6 4,1 3,0 3,0Ungarn 1,3 1,5 0,9 1,4 4,9 3,9 4,8 3,5Tschechien 2,7 1,8 1,2 1,7 1,5 1,9 2,8 2,2Russland 4,0 4,0 3,5 4,0 6,9 8,8 7,0 6,0USA 3,0 1,8 2,2 2,0 1,6 3,1 2,1 2,2Japan 4,1 -0,3 2,2 1,0 -0,7 -0,3 0,2 0,0Asien ohne Japan 8,3 6,5 6,0 6,5 5,1 6,0 5,0 5,0 China 10,4 9,2 8,4 8,8 3,3 5,3 4,0 4,4 Indien 8,8 7,5 7,0 7,0 12,0 8,5 8,0 7,5Lateinamerika 5,9 4,0 3,5 4,0 5,9 7,0 6,5 6,0 Brasilien 7,5 3,2 3,3 4,0 5,0 7,0 6,0 5,5Welt 4,8 3,4 3,3 3,6 2,9 3,9 3,1 3,1s = Schätzung, p = Prognose; *Deutschland: arbeitstäglich bereinigt;Quellen: EIU, EcoWin, Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 6. Januar 2012· © Helaba 9

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