Wissenschaftliches Institut                                                                         der AOK               ...
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2010-12-08_wido_pm_widomonitor Privatleistungen.pdf

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[PDF] Pressemitteilung: Ärzte verkaufen immer mehr Privatleistungen an gesetzlich Krankenversicherte
[http://www.lifepr.de?boxid=204584]

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  1. 1. Wissenschaftliches Institut der AOK HAUSANSCHRIFT Rosenthaler Str. 31 · D-10178 BerlinPressemitteilung POSTANSCHRIFT Postfach 11 02 46 · D-10832 Berlin TELEFON +49 30 34646-2393 FAX +49 30 34646-2144 INTERNET www.wido.deBerlin, 8. Dezember 2010 E-MAIL wido@wido.bv.aok.deÄrzte verkaufen immer mehr Privatleistungen an gesetzlichKrankenversicherteJede si ebte Pri vat- Leistung ohne RechnungBerlin. Niedergelassene Ärzte verkaufen immer mehr private Leistungen an gesetzlichKrankenversicherte. Inzwischen wird mehr als jedem vierten Versicherten (28,3 %)binnen Jahresfrist eine medizinische Leistung auf Privatrechnung verkauft, dieZusatzeinnahmen der Ärzte bei der Behandlung von gesetzlich Krankenversichertensind damit auf rd. 1,5 Mrd. Euro im Jahr angewachsen. Die geforderte schriftlicheVereinbarung von Privatleistungen an gesetzlich Krankenversicherte unterblieb in54,4 Prozent der Fälle, die Einnahmen für jede siebte Privatleistung entstanden sogarohne Rechnung. Dies ist ein Ergebnis des aktuellen WIdOmonitors, einerrepräsentativen bundesweiten Befragung von 2.500 GKV-Versicherten, die dasWissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) am Mittwoch in Berlin vorstellte.Die weitere Analyse ergibt, dass in der Arztpraxis privat zu zahlende Zusatzleistungen, auchals Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) bezeichnet, vor allem Patienten angebotenwerden, die über ein höheres Einkommen verfügen. WIdO-Geschäftsführer Jürgen Klauber:“Ärzte werden offenbar auch als Verkäufer immer besser.“ Nach Aussage der Patienten gingdie Initiative für IGeL meistens vom Arzt aus. Von den Befragten geben rd. drei Viertel an,nicht von sich aus nach einer solchen Leistung gefragt zu haben. Lediglich 28,9 % der Inter-viewten bejahen dies.Während in der unteren Einkommensgruppe (unter 1.000 Euro) nur jeder Sechste (16,9 %)Privatleistungen angeboten bekam, berichtet bei Einkommen über 4.000 Euro mehr als einDrittel (38,8 %) der befragten Versicherten über entsprechende Erfahrungen in der Arztpra-xis. Die meisten IGeL-Angebote entfallen laut WIdO-Analyse auf Ultraschalluntersuchungen(Sonografien) (20 %), gefolgt von Glaukomvorsorgeuntersuchungen (16,2 %) und Verord-nungen von Medikamenten oder Heil- und Hilfsmittel (11,5 %). Auf diese drei Leistungsgrup-pen entfällt fast die Hälfte aller IGeL-Angebote.Dabei bietet die Ärzteschaft private Zusatzleistungen mit unterschiedlicher Intensität an. Ander Spitze liegen Augenärzte und Gynäkologen, sie bieten im Mittel 6- bis 7-Mal so häufigwie Allgemeinmediziner IGeL an. Es folgen Urologen, die fünfmal so häufig private Zusatz- Seite 1 von 5
  2. 2. W is s en s ch af t li ch e s I n st it u t d e r AO K ( W Id O ) Seite 2 von 5W Id O m o n it o r – P re s s em it t e il u n g v o m 8 . D ez e mb er 20 1 0leistungen anbieten sowie Orthopäden und Hautärzte mit rd. dem vierfachen Angebot imVergleich zum Durchschnitt der Allgemeinmediziner.Besonders kritisch ist diese Entwicklung nach Ansicht von Dr. med. Gerhard Schillinger vomAOK-Bundesverband auch deshalb zu sehen, weil die Krankenkassen alles bezahlen, waseinen nachgewiesenen Nutzen hat und medizinisch notwendig ist. Ärzte stellen zudem häu-fig auch Leistungen als „Individuelle Gesundheitsleistungen“ in Rechnung, die eigentlichStandardleistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind, für die deshalb niemand zusätz-lich bezahlen muss. Das gilt zum Beispiel für medizinisch notwendige Ultraschalluntersu-chungen oder das Hautkrebsscreening. Viele angebotene IGe-Leistungen sind nicht nur un-nötig, sondern können auch problematisch sein. Die AOK bietet daher im Netz ihren IGeL-Ratgeber und Entscheidungshilfen z.B. bei der Frage, ob man die IGe-Leistung der PSA-Bestimmung kaufen sollte. http://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/ige-leistungen-2491.php und: http://www.aok.de/bund/psa/content/Die rechtlichen Vorgaben zur Vereinbarung und Berechnung von Selbstzahlerleistungen fürdiese „Individuellen Gesundheitsleistungen“ werden nicht einmal in der Hälfte aller Fälle kor-rekt eingehalten. So muss der GKV-Versicherte – wenn es rechtlich korrekt zugehen würde -bei der Inanspruchnahme individueller Gesundheitsleistungen vor Behandlungsbeginnschriftlich bestätigen, dass er ausdrücklich verlangt, auf eigene Kosten behandelt zu werden.Ebenso muss der Patient eine Rechnung über die erbrachte Privatleistung erhalten, die de-tailliert die Leistungsbestandteile und deren Preis nennt. Die schriftliche Vereinbarung erfolg-te nach Aussage der Befragten jedoch lediglich in 45,6 % der Fälle, 14,5 % geben an, keineRechnung erhalten zu haben.Die Analysen zeigten auch, dass der IGeL-Markt das Arzt-Patienten-Verhältnis belaste, soKlaus Zok, Studienleiter im WIdO. Drei Viertel der befragten Patienten (76,9%) befürchteneine Verschlechterung des Vertrauensverhältnisses zum Arzt, nur 17,9 % erwarten eine Ver-besserung der Arzt-Patienten-Beziehung.Mehr Infos im Internet:Der WIdOmonitor 2/2010 steht unter http://www.wido.de/wido_monitor_2_2010.html mit allenErgebnissen zum Download bereit.Pressekontakt:Wissenschaftliches Institut der AOK, Klaus ZokTel.: 030/34646-2134Fax: 030/34646-2144E-Mail: wido@wido.bv.aok.de
  3. 3. W is s en s ch af t li ch e s I n st it u t d e r AO K ( W Id O ) Seite 3 von 5W Id O m o n it o r – P re s s em it t e il u n g v o m 8 . D ez e mb er 20 1 0Der Anteil der GKV-Versicherten mit IGeL-Erfahrung ist imZeitverlauf gestiegen.„Ist Ihnen - im Laufe der letzten 12 Monate - in einer Arztpraxis eine ärztlicheLeistung als Privatleistung angeboten oder in Rechnung gestellt worden?“ Zustimmung in % 30 25 28,3 26,7 25,2 20 23,1 15 16,0 10 8,9 5 0 2001 2004 2005 2007 2008 2010 JahrQuelle: WIdOmonitor 2/2010 © WIdO 2010Versicherte mit höherem Einkommen und überdurch-schnittlicher Schulbildung bekommen IGeL deutlich häufi-ger angeboten als andere.„Ist Ihnen - im Laufe der letzten 12 Monate - in einer Arztpraxis eine ärztlicheLeistung als Privatleistung angeboten oder in Rechnung gestellt worden?“ Zustimmung in % 45 40 35 38,8 30 33,9 34,0 29,9 29,3 25 28,3 28,3 20 20,9 15 16,9 10 5 0 insgesamt < 1.000 1.000 – 2.000 – 3.000 – 4.000 und einfach mittel hoch <2.000 <3.000 <4.000 mehr monatliches Haushaltsnettoeinkommen in Euro SchulbildungQuelle: WIdOmonitor 2/2010 © WIdO 2010
  4. 4. W is s en s ch af t li ch e s I n st it u t d e r AO K ( W Id O ) Seite 4 von 5W Id O m o n it o r – P re s s em it t e il u n g v o m 8 . D ez e mb er 20 1 0Auf die Leistungsgruppen Ultraschall, Glaukomvorsorge-untersuchungen und zusätzliche Verordnungen für Medi-kamente bzw. Heil- und Hilfsmittel entfällt fast die Hälfteder angebotenen IGeL.Die Verteilung privat angebotener beziehungsweise nachgefragter Leistungenin der Arztpraxis – „Welche Leistung war das genau?“* Angaben in % Ultraschalluntersuchungen 20,0 Glaukomvorsorgeuntersuchung 16,2 Medikament bzw. Heil- und Hilfsmittel 11,5 Blutuntersuchungen / Laborleistungen 10,1 keine vertragsärztlichen Leistungen 10,0 ergänzende Krebsfrüherkennung bei Frauen 9,9 PSA-Wert-Bestimmung 6,2 Hautkrebsvorsorge 4,4 Knochendichtemessung 3,8 Akupunktur 3,2 Kosmetische Leistungen 1,3 EKG 1,0 Nahrungsergänzungsmittel 0,9 Sonstiges 1,5* von insgesamt 791 angebotenen oder nachgefragten Leistungen, ohne zahnärztliche LeistungenQuelle: WIdOmonitor 2/2010 © WIdO 2010Berücksichtigt man die Größe der einzelnen Arztgruppen,so machen Fachärzte deutlich häufiger IGeL-Angebote alsdie größere Gruppe der Allgemeinmediziner.Modellrechnung zur durchschnittlichen Anzahl der IGeL-Angebote pro Arzt*und Jahr Augenarzt 578 Frauenarzt 544 Urologe 431 Orthopäde 387 Hautarzt 311Prakt. Arzt/Allgemeinmed. 89 Internist 48 sonstige Fachrichtungen 27* ohne ZahnärzteQuelle: WIdOmonitor 2/2010 © WIdO 2010
  5. 5. W is s en s ch af t li ch e s I n st it u t d e r AO K ( W Id O ) Seite 5 von 5W Id O m o n it o r – P re s s em it t e il u n g v o m 8 . D ez e mb er 20 1 0Dreiviertel der Versicherten, die durch IGeL eine Beein-flussung des Vertrauensverhältnisses sehen, befürchteneine Verschlechterung.Wird Ihrer Meinung nach das Vertrau- Wird das Verhältnis zwischen Arzt undensverhältnis zwischen Arzt und Pati- Patient durch das zusätzliche Angebotent durch das zusätzliche Angebot privater Leistungen verschlechtertprivater, individueller Gesundheitsleis- oder verbessert?tungen in irgendeiner Weise beein-flusst? weiß nicht 50,5 % 5,2 % 47,4 % verbessert 17,9 % verschlechtert 76,9 % 2,1 %weiß nicht nein ja647 GKV-Versicherte mit IGeL-Erfahrungen in den vergangenen zwölf MonatenQuelle: WIdOmonitor 2/2010 © WIdO 2010

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