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10-11-11 PM Jahresbericht DBDD EBDD EV.pdf

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[PDF] Pressemitteilung: Konsum illegaler Drogen in Deutschland rückläufig, Veränderungen beim Drogenangebot in Europa müssen beobachtet werden
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10-11-11 PM Jahresbericht DBDD EBDD EV.pdf

  1. 1. Gemeinsame PressemitteilungBerlin, 11. November 2010Konsum illegaler Drogen in Deutschland rückläufig, Veränderungenbeim Drogenangebot in Europa müssen beobachtet werdenVorstellung der Jahresberichte der deutschen und europäischen Beobachtungs-stelle für Drogen und DrogensuchtAnlässlich der heutigen Vorstellung der Jahresberichte der deutschen und europäischenBeobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD und EBDD) mit dem Direktorder EBDD, Wolfgang Götz, und dem Leiter der DBDD, Dr. Tim Pfeiffer-Gerschel, erklärtdie Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans: „Der riskante Kon-sum illegaler Drogen und die Drogenabhängigkeit unter jungenMenschen sind in Deutschland weiter rückläufig. Die positive Entwicklung zeigt, dassdie Maßnahmen der Drogen- und Suchtpolitik in Deutschland wirken. Die aktuellenZahlen aus Europa machen aber deutlich, dass Veränderungen beim Angebot und Kon-sum illegaler Drogen in Europa auch eine Gefahr für Deutschland darstellen und sehraufmerksam beobachtet werden müssen.“Cannabiskonsum stabil bis rückläufig – aber weiterhin wichtigste illegaleSubstanzAm weitesten verbreitet ist weiterhin Cannabis als illegale Droge. Die aktuellenErhebungen im Jahresbericht der deutschen Beobachtungsstelle für Drogen undDrogensucht bestätigen den bereits in den letzten Jahren beobachteten rückläufigenTrend beim Konsum. In den letzten 12 Monaten konsumierten 9,3% der 18- bis39-jährigen Befragten mindestens ein Mal Cannabis. Diese Zahl ist gegenüber demJahr 2003 mit dem höchsten Wert von 11,8% rückläufig und gegenüber 9,2% im Jahr
  2. 2. 2006 stabil. Dazu erklärt Mechthild Dyckmans: „In Deutschland gibt es sehr erfolgrei-che und vorbildliche Projekte zur Reduzierung des Cannabiskonsums, die in der Praxisder Drogen- und Suchthilfeeinrichtungen eingesetzt werden und Wirkung zeigen. Derpositiven Gesamtentwicklung steht jedoch die Zahl der problematischen und intensivenKonsumenten von Cannabis gegenüber, die offensichtlich nicht zurückgeht. DieseGruppe müssen unsere Präventionsanstrengungen gezielt in den Blick nehmen".Auch bei der Nachfrage ambulanter Behandlungsangebote sind Cannabiskonsumenteneine der größten Gruppen. Dazu Dr. Tim Pfeiffer-Gerschel: „Von allen Klienten, diezum ersten Mal wegen Problemen mit illegalen Drogen eine ambulante Suchthilfeein-richtung aufsuchen, ist nach wie vor mehr als jeder Zweite ein Cannabiskonsument. Be-trachtet man alle Personen, die in Deutschland wegen des Konsums illegaler Drogen inambulanten Beratungsstellen um Hilfe nachsuchen, stellt Cannabis nach denOpiaten die zweitwichtigste Substanz dar.“Kokain und Amphetamine – Stabile Verbreitung auf niedrigem NiveauDer Konsum von Kokain hat in etwa einem Viertel der EU-Mitgliedsstaaten weiterzugenommen. Dagegen sind die Konsumzahlen in Deutschland unverändertvergleichsweise niedrig. Unter den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 39 Jahrenhaben 5% mindestens einmal in ihrem Leben Kokain konsumiert, davon 1,6% innerhalbder letzten 12 Monate. Zwar muss beim Kokainkonsum insgesamt mit einer höherenDunkelziffer gerechnet werden, doch ist in Deutschland auch die Nachfrage an entspre-chenden Beratungs- und Behandlungsangeboten geringer als in anderenEU-Mitgliedsstaaten. Probleme aufgrund des Konsums von Stimulantien wie Ampheta-minen oder Ecstasy spielen unter Klienten, die zum ersten Mal in den ambulantenBeratungsstellen in Deutschland betreut werden eine größere Rolle als Kokain. TimPfeiffer-Gerschel: „Dies liegt möglicherweise auch daran, dass es sich meist umjüngere Konsumenten handelt, die Hilfsangebote eher in Anspruch nehmen. DiesesBild fügt sich in den europäischen Gesamteindruck: In den Ländern östlich und nördlichvon Deutschland sind Amphetamine populärer als Kokain – in den westlichen undsüdlichen Ländern ist dies umgekehrt.“Nach einem leichten Rückgang der Konsumerfahrungen im Jahr 2006 hat der Konsumvon Kokain und Amphetaminen unter den 18- bis 39-Jährigen 2009 wieder das insge-samt niedrigere Niveau von 2003 erreicht. Jeweils 1,6% der 18- bis 39-Jährigenhaben demnach innerhalb des letzten Jahres mindestens einmal Amphetamine oder
  3. 3. Kokain konsumiert. Insgesamt scheint die Verbreitung dieser Substanzen in derBevölkerung aber stabil und ist nicht wie in anderen europäischen Ländern deutlichgestiegen. Der Konsum von Ecstasy ist seit 2000 kontinuierlich rückläufig. Nur noch0,8% der 18- bis 39-Jährigen haben aktuell (d.h. innerhalb des letzten Jahres) Ecstasykonsumiert, im Jahr 2003 waren dies noch 1,4%.Herausforderungen durch neue Substanzen –Warnung zum Wirkstoff PMA undPMMAJedoch zeigen Veränderungen beim Drogenangebot in Europa, dass wir auch inDeutschland die Verbreitung insbesondere neuer synthetischer Drogen sehr aufmerk-sam beobachten müssen. Von der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle werdenMeldungen über das Auftreten neuer psychoaktiver Substanzen gesammelt, wiesynthetische Cathinone, von denen Mephedron wegen seiner Verbreitung und derbestehenden gesundheitlichen Gefahren in Deutschland und anderen 17 Ländern derEU seit Anfang des Jahres verboten und unter das Betäubungsmittelgesetz gestelltwurde. Ebenso stellen neue, bislang nicht verbotene synthetische Verbindungen, die imInternet als "Legal Highs" vertrieben werden, eine weitere Herausforderung für dieKontrolle von psychoaktiven Substanzen dar. Dies sind "Spice"-ähnliche Kräutermi-schungen auf Pflanzenbasis, die mit synthetischen Cannabinoiden versetzt werden unddadurch eine psychoaktive Wirkung entfalten. Sobald neue Zusammensetzungenbekannt werden, werden sie in Deutschland unverzüglich dem Betäubungsmittelgesetzunterstellt.Aktuell muss vom Bundesministerium für Gesundheit eine Warnung über die Verbrei-tung von Ecstasy-Tabletten auch in Deutschland mit dem Wirkstoff Methoxyamphetamin(PMA) und Para-Methoxymethylamphetamin (PMMA) herausgegeben werden, die äu-ßerlich von anderen Ecstasy-Tabletten mit dem Wirkstoff MDMA nicht unterschiedenwerden können. Dazu erklärt Mechthild Dyckmans: „Die besondere Gefahr dieser Tab-letten liegt in der verzögerten Wirkung dieser Wirkstoffe, die anders als bei denbisherigen Ecstasy-Tabletten erst nach etwa einer Stunde eintritt und weltweit bereits zuvielen Todesfällen unter anderem auch in Deutschland geführt hat. Wird wegen dervermeintlich ausbleibenden Wirkung erneut eine Tablette eingenommen, führt dies zueiner verstärkten und nicht aufhaltbaren Wirkung, die zu Herzrhythmusstörungen,krampfartigen Anfällen, Atemlähmung und einem komatösen Zustand bis zu einem
  4. 4. tödlichen Multiorganversagen führen kann. Der schnelle Informationsaustausch zeigt,dass das Frühwarnsystem durch die beteiligten Stellen innerhalb Deutschlands und inder EU über die Europäische Drogenbeobachtungsstelle sehr gut funktioniert."Ältere Drogenkonsumenten – Eine Personengruppe mit spezifischenBedürfnissenSeit einiger Zeit rücken auch die Bedürfnisse und Schwierigkeiten älterer Drogenkon-sumenten in den Fokus der Aufmerksamkeit. Als wesentliche Ursache für das längereÜberleben trotz fortgesetzten Drogenkonsums gilt in Deutschland die Einführung vonStrategien zur Schadensreduzierung und Überlebenshilfe. Seit Mitte der 1980er Jahrewerden in der Suchthilfe Maßnahmen zur Substitutionsbehandlung erfolgreich angebo-ten, die wesentlich zum Überleben vieler Drogenabhängiger beigetragen haben. DieProfessionalisierung niedrigschwelliger Angebote führte zu einer Reduzierung derDrogentodesfälle und zu einer insgesamt gestiegenen Lebenserwartung. Die Angebotewurden in diesem Jahr mit der Überführung der diamorphingestützten Behandlung in dieRegelversorgung für die Gruppe von schwerstabhängigen Opiatkonsumentenergänzt. Trotz dieser gesundheitlichen Fortschritte ist die soziale und gesundheitlicheSituation Drogenabhängiger weiterhin jedoch sehr problematisch und bedarf diesergezielten Hilfsangebote, um den Betroffenen einen Weg aus der Drogenszene herauszu ermöglichen. Einen Überblick über die Situation älterer Drogenkonsumenten inEuropa wurde aktuell von der EBDD veröffentlicht.Weitere Informationen und die Jahresberichte der DBDD und EBDD finden Sie indeutscher Sprache unter www.drogenbeauftragte.de sowie www.dbdd.de. Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Drogensucht Geschäftsstelle Parzivalstraße 25 Friedrichstr. 108 80804 München 10117 Berlin Tel.: +49 (0)89.360804-40 / -41 Tel.: +49 (0) 30-18 441-4412 Fax: +49.(0)89.360804-49 Fax.: +49 (0) 30-18 441-4960 E-Mail: pfeiffer-Gerschel@ift.de Email: drogenbeauftragte@bmg.bund.de

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