012012              GEWERBsMÄSSIGE STERBE-                 HILFE UNTERTRÄGLICH                                            ...
Sinnliche Augenblicke                                                                                   H-ZWO.comEntdecken...
KOLUMNEDEMOKRATIE BRAUCHTSTARKE PARLAMENTEI   mmer häufiger höre ich, man gehe nicht zur     märkte“,      die   Wahl, wei...
INHALT & EDITORIAL                                                                                                        ...
AKTUELLESNEUE ENERGIE FÜR LAND UND POLITKvon Birgit BischoffI   n seinem Zehn-Punkte-Plan stellt Peter Altmaier, Bundesmin...
NEWS & NAMENREUL VORSITZENDERDER CDU/CSU-GRUPPE                          HERZLICHE                                        ...
NEWS & NAMENZEHN DELEGIERTE DER KREIS-CDU                                                                                 ...
TITEL-THEMAKEINE NORMALE WAHLSCHLAPPEDie Niederlage der CDU in Nordrhein-Westfalen ist mehr als ein Warnsignal – es ist fü...
1990      90             123              14                -              12      -                      239             ...
TITEL-INTERVIEWDie vorgezogene Landtagswahl am 13. Mai 2012 hat die CDU ins Mark getroffen. Norbert Röttgen legte sein Amt...
THEMA-HINTERGRUNDinternationaleS Jahr dergenossenschaftenWas ist eigentlich eine Genossenschaft? Eine kurze Übersicht!G   ...
THEMA-INTERVIEWInterview mit Hans Pfeifer, Vorstandsvorsitzender des Rheinisch-Westfälischen GenossenschaftsverbandsEs rei...
THEMA-INTERVIEWungunsten der kleinen und mittleren Banken verzerrt wird. Wir fordern      handeln mit der ganzen Welt. Ihr...
CDUinform 1/2012
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CDUinform 1/2012

  1. 1. 012012 GEWERBsMÄSSIGE STERBE- HILFE UNTERTRÄGLICH EUROPA IST DIE ZUKUNFT Wolfgang Bosbach Herbert Reul zur Sterbehilfe fordert Vertrauen informMagazin der CDU im Rheinisch-Bergischen Kreis BLICK NACH VORNE CDU-Landesvorsitzender Armin Laschet im Interview NEUE ENERGIE 10 Punkte von Peter Altmaier www.cduinform.de GENOSSENSCHAFTEN SIND DIE ZUKUNFT Interview mit Hans Pfeifer 1/2012 inform 1
  2. 2. Sinnliche Augenblicke H-ZWO.comEntdecken Sie die Vielfalt aus den drei KRÜGER-Welten: Kaffee, Kakao und Chai.Perfekt für alle, die Abwechslung und aufregende Geschmacksvariationen lieben.Jeden Augenblick fantasievoll genießen – mit KRÜGER. 2krueger.de inform 1/2012
  3. 3. KOLUMNEDEMOKRATIE BRAUCHTSTARKE PARLAMENTEI mmer häufiger höre ich, man gehe nicht zur märkte“, die Wahl, weil man das Gefühl habe, die Politik Land für Land habe gar keinen Einfluss mehr. Dabei tra- für ihre Speku-gen die 40 % Nichtwähler natürlich nicht zur lationen in Haf-Stärkung der Politik bei. tung nehmen Beispiele dafür, dass der Politik immer wollen. Strau-mehr die Hände gebunden werden, gibt es chelnde Bankenleider immer mehr und auf allen Ebenen. ziehen ganzeWie oft müssen wir in der Kommunalpolitik Staaten nah anzu berechtigten, von uns oft sogar geteilten den Abgrund.Bürgeranliegen sagen: „da wir können leider Und die Pleitenichts machen; die Aufsicht, die Bezirksregie- einer einzigenrung oder wer auch immer, macht nicht mit, Bank wie 2008erlaubt es nicht….“ in den USA Ein anderes, aktuelles Beispiel ist die löst eine Welt-GEMA, die ehrenamtlich organisierten Volks- wirtschaftskrisefesten mit vollkommen überzogenen Gebüh- aus. Wir allerensätzen den Garaus macht. Der Politik sind hoffen, dass diederzeit die Hände gebunden. Maßnahmen in Europa greifen, die Stabilitäts- Auch auf Landesebene gibt es genügend politik durchgesetzt wird und die DeutschenBeispiele. Ein ganz aktuelles ging in diesen weder für die Schulden anderer Länder nochTagen durch die Medien. Obwohl alle Partei- für die weltweit agierenden Spekulanten inen einig sind, dass Riesen-Einkaufszentren wie Anspruch genommen werden.das 120.000 m² Outlet-Center im Münsterland „Alle staatliche Gewalt geht vom Volkenicht auf die grüne Wiese, sondern allenfalls aus“, heißt es in Artikel 20 des Grundgeset-in die Stadtzentren gehören, ging es jetzt nach zes. Unmittelbar vom Volk gewählt sind aus-mehrjähriger Bauzeit an den Start. Das Ober- schließlich die Parlamente (und in NRW auchverwaltungsgericht hatte vor Jahren die Rege- die hauptamtlichen Bürgermeister und Land-lung aus dem Landesentwicklungsplan gekippt räte).und wird nach Einschätzung von Juristen jede Sie sind übrigens in der Demokratie auchwirksame Neuregelung erneut verwerfen. die Einzigen, die vom Volk unmittelbar durch Gegen den einhelligen politischen Willen Wahl oder Abwahl zur Rechenschaft gezogender Parlamente wurde durch das Verfassungs- werden können. Sie müssen wieder mehr Ver-gericht die seit Gründung der Bundesrepublik antwortung erhalten und auch übernehmen.gültige und bewährte sog. 5-Prozent-Hürde Um der Demokratie willen gehört das Heftabgeschafft - zuerst auf der kommunalen des Handelns auf allen Ebenen wieder stärkerEbene, ab 2014 dann bei den Europawahlen. in die Parlamente.Wann werden die Landesparlamente und derBundestag folgen? Herzlich grüßt Ihr Oft sind Parlamente auch selbst beteiligt,ihre Entscheidungskompetenz abzugeben, seies über sog. Verordnungsermächtigungen anRegierungen oder durch Nichtentscheidungan die Gerichte. In Wahrheit ist dies ja nichtder freiwillige Verzicht auf Machtwahrneh- Rainer Deppe MdLmung sondern Feigheit, Entscheidungen zu ist Kreisvorsitzendertreffen und zu verantworten. der CDU im Mit aller Macht stemmt sich Angela Merkel Rheinisch-Bergischen Kreisgegen immer neue Anläufe der sog. „Finanz-1/2012 inform 3
  4. 4. INHALT & EDITORIAL TITEL-THEMA 01 2012 GEWERBSMÄSSIGE STERBE- HILFE UNTERTRÄGLICH EUROPA IST DIE ZUKUNFT Wolfgang Bosbach Herbert Reul zur Sterbehilfe fordert Vertrauen informMagazin der CDU im Rheinisch-Bergischen Kreis 8 Uwe Pakendorf Keine normale Wahlschlappe BLICK 10 Armin Laschet im Interview Neuer CDU-Landesvor- Liebe Leserin, lieber Leser! NACH sitzender im Gespräch VORNE CDU-Landesvorsitzender Armin Laschet 11 Uwe Pakendorf im Interview Internationales Jahr der Genossenschaften NEUE ENERGIE 10 Punkte von Peter Altmaier 12 Hans Pfeifer im Interview D ie verlorene Landtagswahl hat die CDU tief ins Mark getroffen. Der Neuanfang www.cduinform.de GENOSSENSCHAFTEN SIND DIE ZUKUNFT Es reicht nicht, die Neuver- Interview mit Hans Pfeifer 1 ist eingeleitet und mit dem Landesvorsitzen- schuldung zu senken 1/2012 1/2012 inform den Armin Laschet und Bodo Löttgen alsKOLUMNE AKTUELLES Generalsekretär wurden zwei Personen an die Spitze der Partei gewählt, die mit viel Tat- Rainer Deppe Birgit Bischoff kraft und großem Erneuerungswillen gestartet3 Demokratie braucht 5 Neue Energie für Land sind. Gut ist, dass sich die Landespartei einer starke Parlamente und Politik intensiven und schonungslosen Aufarbeitung des Wahlergebnisses stellen will. Und auch inNEWS & NAMEN inhaltlichen Fragen will die Partei wieder zu Herbert Reul CDU NRW ihren Stammthemen zurückkehren, wie Armin6 neuer CDU-/CSU-Gruppenchef 7 Landesparteitag Laschet jüngst über die Medien verkündete. Im Wahlkampf waren CDU-Kernthemen wie Rainer Deppe/Holger Müller CDU Rheinisch-Bergischer Kreis die Wirtschaftspolitik und die Innenpolitik viel beide wieder Sprecher 7 Paul-Lücke-Gespräch zu sehr in den Hintergrund gerückt.7 Joseph Gutmann Aber auch die Europapolitik und die Ver- Ex-Kreisgeschäftsführer schuldungsfrage lassen uns nicht los. Bereits verstorben seit drei Jahren begleiten uns die Themen pau- UNION NEWS senlos – und Lösungen, die zu einer konkretenPARLAMENTE CDU Burscheid Besserung der Lage führen, sind nicht in Sicht. 20 Diskussion vor Ort Ob sich Angela Merkel mit einer rigorosen Wolfgang Bosbach16 Sterbehilfe MIT Rheinisch-Bergischer Kreis Neuer Kreisvorstand „Zukunft des Banken- Herbert Reul Vertrauen in Europa 21 CDU Reisen systems und der CDU-NRW17 Rainer Deppe Besuch bei Haniel im Fokus“ Bei den Kommunen kommt JU Wermelskirchen nichts an Freibad, Cocktails, Laufen Sparpolitik durchsetzen wird oder die Süd- Holger Müller Staaten mit einer Vergemeinschaftung von 22 CDU Leichlingen Schulden in Form von Eurobonds, ist unklar Sportmotorische Tests 40 Jahre Turngruppe – und es regiert bei allen Maßnahmen stets das EAK Prinzip Hoffnung mit.KREISTAG Mitarbeiten erwünscht Beiden wichtigen Themenbereichen möch- te sich die CDUinform mit ihrer aktuellen Uwe Pakendorf CDU Bensberg Ausgabe stellen. Auch wollen wir einen Beitrag18 Klimaschutzkonzept Besuch im Tagebau Garzweiler zur Wahlanalyse liefern und haben dazu unse- Johnnes Dünner 22 CDU Schildgen ren Landesvorsitzenden Armin Laschet zum Besuch beim Aqualon-Projekt Wandern entlang der Strunde Gespräch gebeten. Gleichzeitig hat die UNO das Internationale Jahr der Genossenschaf-PORTRÄT RUBRIKEN ten ausgerufen. Grund genug, um mit dem Vorsitzenden des Rheinisch-Westfälischen Thomas Frank 4 Editorial Genossenschaftsverbands Hans Pfeifer über19 Das neue CDU-Center 4 Impressum die Zukunft des Euro, des Bankensystems und 14 Termine der Genossenschaften zu sprechen. Auch wenn wir durch die ungeplante Land- IMPRESSUM tagswahl in diesem Jahr mit der Veröffentli- HERAUSGEBER Christlich Demokratische Union Rheinisch-Bergischer Kreis ISSN 2193-3960 (Print) chung der CDUinform in Rückstand geraten REDAKTION Thomas Frank (tf/V.i.S.d.P.), Lennart Höring (lh), Uwe Pakendorf (up/Redaktionsleitung) sind, wollen wir jetzt wieder hoffentlich inter- MITARBEITER Birgit Bischoff, Rainer Deppe, Doro Dietsch, Christian Klicki, Ernst Landgrebe, Helga Richter essante und informative Themen aufgreifen Satz/Layout Lennart Höring TITELSEITE Lennart Höring, Uwe Pakendorf und zum gewohnten Rhythmus zurückkehren. BILDNACHWEISE www.pixelio.de, Ralph Sodermann, RWGV, privat, Thomas Imo / photothek.net Druck/Versand Heider Druck GmbH, Paffrather Str. 102-116, 51465 Bergisch Gladbach Bleiben Sie uns treu! AnzeigenLEITUNG Thomas Frank, Telefon: 0 22 02-9 36 95 56, email: t.frank@cdurbk.de Auflage 5.000 Exemplare NÄCHSTER Redaktionsschluss 23.11.2012 Uwe Pakendorf Preis Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Einzelpreis: 0,80 € inkl. MwSt ist Kreistagsabgeordneter und Die aktuelle und sämtliche alte Ausgaben seit 2008 finden Sie als ePaper auf: www.CDUinform.de CDU-Vorsitzender aus Rösrath, KONTAKT Redaktion CDUinform, CDU-Center, Am Stadion 18-24, 51465 Bergisch Gladbach, Pressesprecher der Kreis-CDU Telefon: 0 220 2-93 69 50, Telefax: 0 22 02-93 69 522, email: redaktion@cduinform.de und Redaktionsleiter von CDU- inform.4 inform 1/2012
  5. 5. AKTUELLESNEUE ENERGIE FÜR LAND UND POLITKvon Birgit BischoffI n seinem Zehn-Punkte-Plan stellt Peter Altmaier, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, zehn umweltpolitische Schwerpunkte vor, denen er sich bis zum Ende dieser Legislaturpe-riode vordringlich widmen will, allen voran die Energiewende als Kern-aufgabe moderner Umwelt- und Wirtschaftspolitik. CDUinform fasstdie Eckpunkte zusammen. Altmaiers persönliches Arbeitsprogramm, wie er es nennt, steht unterdem Motto „Mit neuer Energie“. Damit spielt er nicht nur auf die Ener-giewende als solches, sondern in besonderem Maße auf seinen dialog-und konsensorientierten Politikstil an, mit dem er die Energiewendeauf der Grundlage eines größtmöglichen Konsenses voranbringen will.Ausstieg aus der Kernenergie ist unumkehrbar Der Ausstieg aus der Kernenergie steht für den Minister als vollzo-gen und unumkehrbar fest. Die Entscheidung, die Energieversorgungschrittweise und über fünf Jahrzehnte im Wesentlichen auf erneuerbareEnergien umzustellen, findet er richtig. Angesichts der großen Tragweiteder anstehenden Entscheidungen will der Minister Gesprächsblockadenaufheben und den alten Gegensatz Umwelt und Wirtschaft überwinden.@ Peter Altmaier bei seiner Informationsreise in der Nordsee zum Offshore WindparkDas vollständige 10-Punkte-Papier von "alpha ventus“Peter Altmaier finden Sie auf : steigt. In die Diskussion der Verfahrensvorschläge will er Länder und Kommunen frühzeitig einbinden, damit Lösungen gefunden werden,http://www.bmu.de/strategien_und_ die viele Jahre Bestand haben.bilanzen/doc/49041.php Kostenlose Energieberatung geplant Das vernachlässigte Thema Energiesparen soll wiederbelebt wer-Konkrete Vorschläge für einen Konsens den. Altmaier schlägt dazu eine kostenlose Energieberatung für private Für Ende des Jahres kündigt Altmaier konkrete Vorschläge für einen Haushalte vor, die sich insbesondere an einkommensschwache Haus-politischen und gesellschaftlichen Konsens über die Ziele der Ener- halte richtet. Vorsichtigen Schätzungen zufolge sind hier Stromerspar-giewende an. Klar ist für ihn, dass die Umsetzung volkswirtschaftlich nisse von über 30 % zu erwarten.verantwortbar und bezahlbar sein muss. Dieses Ziel beinhaltet, dass Bessere Koordinierung der Energiewendesich die Energiepreise in Deutschland nicht von denen anderer Länder Insgesamt will Altmaier die Koordinierung der Energiewende verbes-abkoppeln und dass es keine sozialen Verwerfungen geben darf. Eine sern, da keiner der Einzelakteure über ausreichend eigene Kompetenzenerfolgreiche Energiewende stärkt den Standort Deutschland. verfügt, um dies zu übernehmen. Im Ministerium plant er deshalb dreiÜberarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetz neue Unterabteilungen, in denen die Energiewende, der Klimaschutz Das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG1) will Altmaier im Herbst und die gesellschaftspolitischen Grundsatzfragen angesiedelt werden.grundlegend überarbeiten und damit dem Problem begegnen, dass die Bei den Kosten für die Energiewende geht er bei effizienter Gestaltungerneuerbaren Energien derzeit so schnell ausgebaut werden, dass der von einem zweistelligen Milliardenbetrag aus.Bau neuer Stromnetze nicht mithalten kann und somit der Strompreis Klimaschutz, Bürgerbeteiligung, Entsorgung Außerdem will Altmaier sich beim internationalen Klimaschutz ein- bringen, die nukleare Entsorgung in Deutschland im Konsens regeln,VERANSTALTUNGshinweis den Natur- und Gewässerschutz voranbringen und die Kreislaufwirt- schaft stärken. Bürgerbeteiligung und Transparenz sieht er dabei alsNeue Energie für Land und Politik Voraussetzung für eine erfolgreiche Umweltpolitik.Umweltminister Peter Altmaier Birgit Bischoffzu Gast bei der CDU Bergisch Gladbach ist selbständige Journalistin, Mitglied des Rates, stell-04. Oktober 2012 vertretende Vorsitzende der CDU Bergisch Gladbach und Ortsverbandsvorsitzende der CDU Bensberg.18:30 UhrSpiegelsaal des Bergischen LöwenKonrad-Adenauer-Platz, Bergisch Gladbach 1 Das deutsche Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Kurztitel Erneuerbare- Energien-Gesetz, EEG) regelt die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbarenHerzliche Einladung an alle CDU-Mitglieder Quellen ins Stromnetz und garantiert deren Erzeugern feste Einspeisevergütungen. Finanziert wird es über die so genannte EEG-Umlage, die bei Stromabnehmern (insb.und Freunde! Eintritt frei! private Haushalte, Gewerbe und Dienstleistungsunternehmen) in den Strompreis einkalkuliert wird.1/2012 inform 5
  6. 6. NEWS & NAMENREUL VORSITZENDERDER CDU/CSU-GRUPPE HERZLICHE EINLADUNG 62. CDU KEISPARTEITAG AUFSTELLUNG DER/DES BUNDESTAGSKANDIDATEN/INB ereits im Januar dieses Jahres wurde Herbert Reul von seinen deutschenCDU/CSU-Kollegen im Europäischen Par- 22. SEPTEMBER 2012lament zu deren Vorsitzenden gewähltund vertritt seitdem u.a. die Interessenseiner Gruppe als beratender Teilnehmerim CDU-Bundesvorstand. Zuvor hatteReul den Vorsitz des Industrieausschusses 11:00 Uhr AULA IM SCHULZENTRUMturnusgemäß zur Hälfte der Wahlperiodeweitergegeben. CDUinform gratuliert sehrherzlich. (tf) An der Buchmühle 29 51519 ODENTHALDEPPE und müllerwieder sprecher Wichtige Hinweise: Die offizielle, schriftliche Einladung ist allen stimmberechtigten Mitgliedern bereits per Post zugegangen. Nach unseren Statuten ist jedes stimmberechtigte Mitglied - unabhängig vom Votum des Vorstandes - berechtigt, Kandidaten vorzuschlagen oder selbst zu kandidieren. Ein reibungsloser organisatorischer Ablauf ist ge- währleistet, wenn Vorschläge bis zum 20.09.2012, 08:00 Uhr beim CDU-Center (telefonisch, postalisch, per Fax oder email, Kontakt- daten auf Seite 19) eingegangen sind. Bei der Wahl des CDU-Bundestagskandidaten und der Vertreter fürB eide rheinisch-bergischen CDU-Land- die Landesvertreterversammlung zur Aufstellung der Landesliste tagsabgeordneten, Rainer Deppe und sind die Bestimmungen des Bundeswahlgesetzes und die Verfah-Holger Müller, sind auch in der neuen, rensordnung der CDU Nordrhein-Westfalen zu beachten. Bei der16. Wahlperiode des Landtags wieder mitSprecherfunktionen der CDU betraut wor- Wahl der Delegierten (TOP 12 und TOP 13) gelten die Vorschriftenden. der Satzung der CDU Rheinisch-Bergischer Kreis. Nähere HinweiseDeppe ist für Klimaschutz, Umwelt und zur Stimmberechtigung erfolgen in der Versammlung.Naturschutz, Müller weiterhin für Sportzuständig. Beide übernehmen damit auch Der Kreisparteitag ist bei form- und fristgerechter Einladung ohnein Oppositionszeiten Verantwortung fürwichtige Politikbereiche und gehören dem Rücksicht auf die Anzahl der Erschienenen beschlussfähig.erweiterten Fraktionsvorstand an. CDUin-form wünscht beiden weiterhin ein glück-liches Händchen in Düsseldorf. (lh)GESUCHT: Welche CDU-Mitglieder pas-sen noch in diese Rubrik? Geben Sie unsTipps und Hinweise unter 02202-9369556 RHEINISCH-BERGISCHER KREISoder cduinfom@cdurbk.de6 inform 1/2012
  7. 7. NEWS & NAMENZEHN DELEGIERTE DER KREIS-CDU CDU trauertBEIM LANDESPARTEITAG um josephM it zehn Delegierten nahm die Kreis- CDU am 30. Juni am Landesparteitagder CDU Nordrhein-Westfalen in Krefeld gliederstärkste Landesverband innerhalb der CDU Deutschlands von Armin Laschet aus Aachen geführt. Bodo Löttgen aus dem Ober- gutmannteil. Der Landesparteitag, der eigentlich fürden November geplant war, wurde wegen bergischen Kreis wurde mit einem hervorra- genden Ergebnis von rund 95% der Stimmen D ie CDU im Rheinisch-Bergischen Kreis trauert um ihren ehema- ligen Kreisgeschäftsführer Josephdes Rücktritts von Norbert Röttgen als Lan- zum neuen Generalsekretär gewählt. Die De-desvorsitzender nach der krachenden Wahl- legierten aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis Gutmann, der am 18. März 2012 imniederlage bei der Landtagswahl am 13. Mai trafen sich mit Löttgen zum Gruppenbild und Alter von 83 Jahren verstorben ist.vorgezogen. Der komplette Landesvorstand gratulierten sehr herzlich. (tf) Gutmann war von 1965 bis 1991 alswurde neu gewählt. Künftig wird der mit- Geschäftsführer der Kreis-CDU tätig. In dieser Zeit begleitete Gutmann die Programmdiskussion der Partei, acht Bundestagswahlen, sechs Landtags-, fünf Kommunal- und drei Europa- wahlen sowie die kommunale Neuglie- derung im Jahr 1975. Die Mitglieder- zahl des Kreisverbandes stieg in dieser Zeit von 1.800 auf bis zu 4.200. In seiner 26-jährigen Tätigkeit als CDU- Kreisgeschäftsführer arbeitete er mit vier Kreisvorsitzenden zusammen: Paul Lücke, Hans Weber, Franz Hein- rich Krey und Herbert Reul. Im Kreistag des Rheinisch-Ber- gischen Kreises vertrat er von 1969 bis 1999 seinen Heimatort Refrath, in dem er bis zu seinem Tod lebte. Darü- ber hinaus blieb er der Kreistagsfrak- tion bis 2004 als sachkundiger BürgerBildunterschrift (v.l.n.r.): Lennart Höring, Christian Klicki, Holger Müller MdL, Bodo Löttgen, Rainer Deppe MdL, erhalten. In der Kreistagsfraktion warUwe Pakendorf, Uwe Bruchhausen, CDU-Neumitglied Patrick Wüstefeld, Thomas Frank, Herbert Reul MdEP, IljaSinner er Geschäftsführer und Mitglied des Fraktionsvorstandes. In den Jahren des Aufbaus widmete er sich mit be-VERANSTALTUNGshinweis sonderem Elan dem Wohnungsbau. Er war Aufsichtsratsvorsitzender der Paul-Lücke-Gespräch 2012 Rheinisch-Bergischen Siedlungsgesell- schaft und Mitglied des Kuratoriums Werte schöpft man vor Ort! der Landrat-Lucas-Stiftung. Im Jahr 1993 erhielt Joseph Gutmann den Verdienstorden der Bundesrepublik D ie CDU-Kreispartei widmet sich bei ihrem traditionellen Paul-Lücke-Ge- spräch in diesem von der UNO zum „Inter- vertritt knapp 700 genossenschaftliche Un- ternehmen mit rund 2,8 Millionen Mitglie- dern. Mit den Volks- und Raiffeisenbanken, Deutschland. Gutmann war auch im Ruhestand weiter politisch für die Christlich De- nationalen Jahr der Genossenschaften“ aus- landwirtschaftlichen Warengenossenschaf- mokratische Union aktiv. Von 1991 bis gerufenen Jahr dem Thema „Werte schöpft ten, Molkereien und 300 Einkaufs- und 2006 gehörte er als Schatzmeister dem man vor Ort“. Referent des Abends wird Dienstleistungsgenossenschaften steht Vorstand des größten CDU-Stadtver- der Vorstandsvorsitzende des Rheinisch- Hans Pfeifer an der Spitze der mitglieder- bandes Bergisch Gladbach an. Rainer Westfälischen Genossenschaftsverbandes stärksten Wirtschaftsorganisation in Nord- Deppe, Kreisvorsitzender der CDU (RWGV) Hans Pfeifer sein. Der RWGV rhein-Westfalen. im Rheinisch-Bergischen Kreis: „Für mich war er ein väterlicher Freund, der mich über viele Jahre begleitet Montag, am: hat.“ Holger Müller, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion im Rheinisch- 10.09.2012 Bergischen Kreis: „In den langen um: 19:30 Uhr Jahren unserer gemeinsamen Zusam- menarbeit habe ich Joseph Gutmann im: Rathaus Bensberg als einen Menschen erlebt, der seiner Wilhelm-Wagener-Platz Art entsprechend ruhig und zurück- 51429 Bergisch Gladbach haltend stets für den Zusammenhalt der Fraktion gesorgt hat.“1/2012 inform 7
  8. 8. TITEL-THEMAKEINE NORMALE WAHLSCHLAPPEDie Niederlage der CDU in Nordrhein-Westfalen ist mehr als ein Warnsignal – es ist fünf vor zwölf!Von Uwe Pakendorf26,3 Prozent bei den Zweitstimmen – die Zahl allein Hannelore Kraft war in fast allen Disziplinen zeigt nur unzureichend die Tragweite der Wahl- niederlage auf. Das schlechteste Wahlergebnis stärker als Norbert Röttgender CDU in Nordrhein-Westfalen überhaupt hat die Partei ins Mark Enttäuschend ist, dass die Amtsinhaberin selbst in den Bereichen ih-getroffen. Auch am Kreisverband Rheinisch-Bergischer Kreis ist diese rer desaströsen Bilanz in Haushaltsfragen (verfassungswidriger Nach-Schlappe nicht ohne Spuren vorbei gegangen. Erstmals seit Jahrzehnten tragshaushalt, gescheiterten Haushaltsabstimmung und Rekord-Neu-ging der Landtagswahlkreis 21 (Bergisch Gladbach/Rösrath) mit 34,1 verschuldung) mit 38 Prozent höhere Zustimmungswerte erzielte alszu 39,0 Prozent bei den Erststimmen an die Direktkandidatin der SPD Norbert Röttgen (29 Prozent). Damit zeigt sich, dass kommunikativ dieverloren. Trotz Verlusten von 7,1 Prozent gelang es erfreulicher Weise Wahlkampflinie der CDU, die primär auf das Haushaltsthema ausge-Holger Müller über die Landesliste in den Landtag einzuziehen. Auch richtet war, nicht zu den Menschen durchgedrungen ist – und dies, ob-Rainer Deppe musste im Wahlkreis 22 trotz seines Wiedereinzuges in wohl das Thema Schulden/Finanzen in den letzten zwei Jahren in derden Landtag mit 36,6 Prozent bei den Erststimmen (sein Gegenkandi- Wahrnehmung der Menschen von einer nachgeordneten Position andat erhielt 33,9 Prozent) Verluste in Höhe von 8,9 Prozent einstecken. die Spitze der Themenfelder vorgedrungen ist. Hingegen sind FragenDie Zweitstimmergebnisse sackten im Wahlkreis 21 mit 11,5 Prozent der Arbeitslosigkeit weit nach unten abgerutscht. Lediglich das The-(auf 24,5 Prozent) und im Wahlkreis 22 mit 10,2 Prozent (auf 28,0 menfeld Schule/Bildung rangiert trotz klarem Niveauverlust weiterhinProzent) jeweils noch weit über den Stimmverlusten der Erststimmen auf dem zweiten Platz. Bei der für die Wahlentscheidung wichtigenab – ein Indiz dafür, dass die Direktkandidaten vor Ort im Ansehen der Zukunftskompetenz konnte die SPD ihren Vorsprung mit 37 ProzentWähler besser als die Gesamtpartei abgeschnitten haben. gegenüber der CDU mit 21 Prozent ausbauen. Im langfristigen Trend wird auch sichtbar, dass die CDU ihre Kompetenzführerschaft imDirektkandidaten im Kreis schneiden besser als Kernthema der Wirtschaftspolitik gegenüber der SPD eingebüßt hat.Gesamtpartei ab! 2005 lag die CDU mit 15 Prozentpunkten vor der SPD – 2012 liegt sie zwei Punkte hinter der SPD. Sicherlich hat auch die Kommunalpolitik an der einen oder anderenStelle Wahlergebnisse mit beeinflusst. Wer jedoch glaubt, dass ihr ein CDU dringt mit Verschuldungsthema nicht zuentscheidender Faktor zukommt liegt fehl – 61 Prozent der Wähler den Menschen durchnennen laut Forschungsgruppe Wahlen landespolitische Motive. ZweiJahre lang schaffte es die rot-grüne Minderheitsregierung mit wech- In der Frage, ob es Norbert Röttgen geschadet hat, dass er nichtselnden Mehrheiten zu regieren. Hannelore Kraft ist es gelungen, einen signalisierte, auch für die Oppositionsführerschaft zur Verfügung zuAmtsbonus zu etablieren und ihr Profil zu schärfen. Soziale und emo- stehen, überwiegen negative Einschätzungen. 57 Prozent der CDU-tionale Eigenschaften, wie Sympathie und der Einsatz für soziale Ge- Anhänger (insgesamt 59 Prozent) sagten, es sei für das Abschneidenrechtigkeit, konnte die Ministerpräsidentin erfolgreich ausbauen und der CDU schlecht, dass Röttgen sich nicht festgelegt habe, auch alsdurch amtsbezogene Merkmale erweitern, wie eine Kümmerer-Funkti- Oppositionsführer in NRW zu bleiben (Forschungsgruppe Wahlen).on und das Vertrautsein mit bürgerlichen Problemen. Jeweils mehr als Mangelnder Wille zur Oppositionsführerschaft schadete Röttgen in60 Prozent der Menschen trauten ihr zu, sich besser um ihre persön- den eigenen Reihenlichen Belange kümmern zu können, sympathisch zu sein und in derÖffentlichkeit eine bessere Figur zu machen. Norbert Röttgen erzielte Neben den Kandidaten spielt jedoch auch die Bewertung der Par-in den gleichen Disziplinen hingegen jeweils Werte um die 20 Prozent teien eine Rolle für die Wahlentscheidung. So konnten die beiden Re-und darunter. In der wichtigen Frage der Glaubwürdigkeit schnitt die gierungsparteien SPD und Grüne in den zwei Jahren der Regierungs-Ministerpräsidentin mit 52 zu 19 Prozent ebenfalls deutlich besser ab zeit ihre Werte verbessern (SPD von 1,4 auf 1,9 und Grüne von 0,8(alle Angaben: Infratest dimap). auf 1,1). Die CDU bewegte sich jedoch von 1,0 auf 0,6. Auch die8 inform 1/2012
  9. 9. 1990 90 123 14 - 12 - 239 1995 89 108 - - 24 - 221 2000 88 102 24 - 17 - 2314 2005 89 74 12 - 12 - 1875 2010 67 67 13 11 TITEL-THEMA 23 0 181 2012 67 99 22 - 29 206 237 2012 = vorläufiges ErgebnisBundespartei wird bei der CDU mit 1,2 deutlich positiver eingeschätzt Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2012als die Landespartei mit 0,6 (die Zustimmungswerte reichen bei der Sitzverteilung im LandtagForschungsgruppe Wahlen von +5 bis -5).Piraten profitieren von der Unzufriedenheit SPD; 99mit etablierten Parteien Beachtenswert ist noch die allgemeine Unzufriedenheit mit den etab- Grüne; 29lierten Parteien, die eindeutig das Stimmergebnis der Piraten bestimmthat. 66 Prozent der Piraten-Wähler sagen, dass sie die Partei wegen derUnzufriedenheit mit anderen Parteien unterstützt haben. FDP; 22CDU verliert die meisten Wähler an die SPD Bei der Betrachtung der Wählerwanderungsbilanz fällt auf, dass derWechsel von CDU-Wählern zu anderen Parteien (450.000 Wähler) ei- CDU; 67 Piraten; 20 Sitze insgesamt;nen wesentlich höheren Einfluss auf die Gesamtverluste hat, als die 237Wahlenthaltung (110.000 Wähler). Besonders stark profitiert die SPDmit Zugewinnen von der CDU in Höhe von 190.000 Wählern. Wei-tere 160.000 ehemalige CDU-Wähler entschieden sich für die Liberalen Landtagswahl Nordrhein-Westfalen 2012– an die Piraten gingen 60.000 Stimmen verloren (Grüne 20.000). Je- - Erststimmen - Vorläufiges Endergenisdoch profitieren die Piraten weit deutlicher aus dem Lager der SPD, Absolut Prozent 2012 12-10 2010 2012 12-10 2010die 90.000 Stimmen abgab. Die Grünen und die Linken verlieren je- Wahlberechtigte 13.264.231 -2.821 13.267.052weils 80.000 Wähler an die Piraten. Ehemalige Nichtwähler machen Nichtwähler Wähler 5.362.309 7.901.922 -34.331 5.396.640 31.510 7.870.412 40,4 59,6 -0,3 +0,3 40,7 59,3mit 70.000 Stimmen einen relativ geringen Anteil der Piraten-Wahler Stimmen Ungültige Stimmen 121.367 -7.090 128.457 1,5 -0,1 1,6aus (alle Daten Infratest Dimap). Gültige Stimmen 7.780.555 38.600 7.741.955 98,5 +0,1 98,4 CDU 2.546.013 -437.775 2.983.788 32,7 -5,8 38,5Starke Verluste im Bereich der SeniorenDavon: 28 Sitze Kommunistische Partei723.495 309.627 202.980.311 42,3Zentrumspartei und SPD GRÜNE 1 3.289.938 -61.331 Deutschlands, 784.826 9,3 Sitze Deutsche +3,8 -0,8 38,5 10,1 FDP 372.693 8.798 363.895 4,8 +0,1 4,7Selbstständigen Linke Piraten 201.782 -213.459 617.732 547.122 415.241 70.610 2,6 7,9 -2,8 +7,0 5,4 0,9 pro NRW -67.310 67.310 0,0 -0,9 0,9 Besondere Beachtung muss die CDU der Entwicklung bei den Zu- Quelle: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen NPD Tierschutzpartei -24.685 -5.093 24.685 5.093 0,0 0,0 -0,3 -0,1 0,3 0,1stimmungswerten älterer Wahler schenken. Dort hat die CDU und ins- Familie 1.720 -6.448 8.168 0,0 -0,1 0,1 BIG -2.832 2.832 0,0 -0,0 0,0besondere bei älteren Frauen stärker an Rückhalt verloren als in jeder Die Partei 6.409 5.936 473 0,1 +0,1 0,0 ödp 1.338 -1.432 2.770 0,0 -0,0 0,0anderen Altersschicht. Von den Verlusten konnte fast ausschließlich FBI/ Freie Wähler 1.534 1.022 512 0,0 +0,0 0,0die SPD profitieren, die zur neuen „Seniorenpartei“ avanciert. Eben- AUF Freie Wähler 2.725 10.596 323 2.402 0,0 0,1 +0,0 0,0so bedenkenswert sind die überdurchschnittlichen Verluste bei Selbst- Volksabstimmung 1.082 -405 1.487 0,0 -0,0 0,0 BGD 83 68 15 0,0 +0,0 0,0ständigen. BüSo 284 -6.880 7.164 0,0 -0,1 0,1 Wenn das Wahlergebnis eines zeigt, dann, dass die CDU bei der LD RRP 120 418 25 95 0,0 0,0 +0,0 0,0vergangenen Landtagswahl in fast allen Kernkompetenzen von der Einzelbewerber 2.593 326 2.267 0,0 +0,0 0,0 2012 nicht angetreten 18.011 0,2SPD geschlagen wurde – ein alarmierendes Signal. Damit steht fest:Es besteht akuter Handlungsbedarf. Oder anders gesagt: Es ist fünfvor zwölf! 2012 = vorläufiges Ergebnis@ Landtagswahl Nordrhein-Westfalen 2012 - Zweitstimmen -Eine ausführliche Wahlanalyse finden Vorläufiges Endergenis Absolut Prozentsie auf der Homepage der Konrad-Ade- 2012 12-10 2010 2012 12-10 2010nauer-Stiftung: Wahlberechtigte Nichtwähler 13.264.231 5.362.309 -2.821 13.267.052 -34.331 5.396.640 40,4 -0,3 40,7 Wähler 7.901.922 31.510 7.870.412 59,6 +0,3 59,3 Stimmenhttp://www.kas.de/wf/de/33.31396/ Ungültige Stimmen Gültige Stimmen 107.796 7.794.126 -2.070 33.580 109.866 7.760.546 1,4 98,6 -0,0 +0,0 1,4 98,6 CDU 2.050.633 -631.067 2.681.700 26,3 -8,2 34,6 SPD 3.050.160 374.342 2.675.818 Quelle: Landesamt für Daten und Statistik Nordrhein-Westfalen 39,1 +4,7 34,5 GRÜNE 884.136 -57.026 941.162 11,3 -0,8 12,1 INTERVIEW FDP Linke 669.971 147.742 194.539 -241.088 522.229 435.627 8,6 2,5 +1,9 -3,1 6,7 5,6 Was der neue Landesvorsitzende der CDU Nord- Piraten 608.957 487.911 121.046 7,8 +6,3 1,6 pro NRW 118.270 10.794 107.476 1,5 +0,1 1,4 rhein-Westfalen zur Wahl und seinen Zielen sagt, NPD 39.993 -15.407 55.400 0,5 -0,2 0,7 lesen sie auf der nächsten Seite. Tierschutzpartei 58.089 9.990 48.099 0,7 +0,1 0,6 Familie 33.775 2.017 31.758 0,4 +0,0 0,4 BIG 10.715 -3.148 13.863 0,1 -0,0 0,2 Die Partei 23.032 13.785 9.247 0,3 +0,2 0,1 ödp 7.853 348 7.505 0,1 +0,0 0,1 FBI/ Freie Wähler 9.709 3.073 6.636 0,1 +0,0 0,1 Uwe Pakendorf AUF 10.224 5.051 5.173 0,1 +0,1 0,1 Freie Wähler 17.722 0,2 ist Kreistagsabgeordneter und CDU-Vorsitzender aus Partei der Vernunft 6.348 0,1 Rösrath, Pressesprecher der Kreis-CDU und Redakti- 2012 nicht angetreten 97.807 1,3 onsleiter von CDUinform. 2012 = vorläufiges Ergebnis Alle Grafiken stammen aus der KAS-Wahlanalyse1/2012 inform 9
  10. 10. TITEL-INTERVIEWDie vorgezogene Landtagswahl am 13. Mai 2012 hat die CDU ins Mark getroffen. Norbert Röttgen legte sein Amtals Landesvorsitzender nieder und übernahm die Verantwortung für die Wahlniederlage. Am 30. Juni wurde ArminLaschet auf dem Landesparteitag der CDU NRW in Krefeld zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Uwe Pakendorfsprach mit Armin Laschet über den geplanten Neuanfang der CDU in Nordrhein-Westfalen.partei Von untennach oben aufbauen sondern hier muss die CDU wie selbstverständlich präsent sein – in den Vorständen, bei den Sportvereinen oder den Kindergarteninitiativen. Hier ist es wichtig, die Partei von unten nach oben neu aufzubauen. Die neue Zukunft der Landespartei beginnt in den Stadtverbänden und Ortsunionen. Große Erwartungen liegen nun auf Ihnen als neuer Landesvor- sitzender der CDU NRW. Sie haben einen Neuanfang nach der verlorenen Landtagswahl angekündigt. Wie soll dieser gelin- gen? Die CDU muss in Zukunft einen stärkeren Fokus auf ihre Wirt- schaftskompetenz legen. Vertreter der Wirtschaft, des Mittelstands und der Arbeitnehmerschaft müssen wieder in uns den ersten Ansprech- partner ihrer Interessen sehen. Wir sind die Partei, die für Arbeitsplätze in unserem Industrieland Nordrhein-Westfalen kämpft. Deshalb werde ich eine Wirtschafts- und Industrietour durch Nordrhein-Westfalen starten, um den Gesprächsfaden zu mittelständischen, familienge- führten und großen Unternehmen wieder zu intensivieren. Außerdem glaube ich, dass wir uns als CDU Nordrhein-Westfalen wieder selbstHerr Laschet, 26,3 Prozent Zustimmung für die CDU in Nord- vergewissern müssen, was unsere Grundsätze sind. Wir dürfen nichtrhein-Westfalen – eine herbe Niederlage. Bei Ihrer Wahl zum beliebig sein. Deshalb werden wir im November einen ReformkongressLandesvorsitzenden haben Sie eine intensive Aufarbeitung des veranstalten, bei dem Thesen formuliert und diskutiert werden die über-Wahlergebnisses angekündigt. Wie soll dieser Prozess konkret zeugend moderne Politik aus dem christlichen Menschenbild herausaussehen? formulieren sollen. Wir sind dem Wunsch vieler Kreisverbände nachgekommen, die einegründliche Wahlanalyse gefordert haben. Mit dem Abschluss der Ana- Also dürfen wir auch mit einer inhaltlichen Neuausrichtung derlyse der CDU-Landtagsfraktion und der Landespartei, muss die CDU Partei rechnen. Bei welchen Themen sehen Sie außer bei derNordrhein-Westfalen jetzt wieder schnell auf die Füße kommen. Bei der Wirtschaftskompetenz die Schwerpunkte?Analyse der Landespartei mit allen Kreisvorsitzenden und Wahlkämp- Ich habe bei der zurückliegenden Landtagswahl gespürt, dass diefern vor Ort, hatte die Basis das erste Wort bevor externe Fachleute Menschen neben allem Ökologischen auch das Thema Arbeit beschäf-ihren Beitrag zur Analyse geleistet haben. Uns war vor allem wichtig, tigt. Wir haben zu wenig über den Wert und Erhalt menschlicher Arbeitwas uns die vielen Menschen, die für uns an den Wahlkampfständen gesprochen. Das heißt: Kampf um jeden Arbeitsplatz. Gerade in Nord-gestanden haben, für zukünftige Wahlkämpfe auf den Weg geben und rhein-Westfalen, einem Industrieland mit 16.000 Industriebetrieben, istuns sagen, was wir besser machen können und was falsch gelaufen ist. das ein großes Thema. Die CDU Nordrhein-Westfalen will aus SichtWir haben in diesen Tagen eine ehrliche und offene Analyse erlebt. Auf des Industrielands Nordrhein-Westfalens, den Themen Zukunft vondie Tage des Zuhörens müssen jetzt schnell Tage des Handelns folgen, Arbeitsplätzen und Wirtschaftskompetenz auch in der Bundespartei einso dass wir den Blick gemeinsam nach vorne richten, um für die kom- stärkeres Gewicht geben.menden Herausforderungen gerüstet zu sein. Wie lange wird es Ihrer Meinung nach dauern, bis die CDU inWelche Gründe sind in Ihren Augen für die Wahlniederlage ver- NRW wieder in Regierungsverantwortung steht?antwortlich? Wir stehen gerade am Anfang, die CDU Nordrhein-Westfalen wieder Einhelliger Tenor war, wie es uns bei künftigen Wahlkämpfen gelingen zu neuer Stärke zu führen. Diesen bestimmt nicht immer einfachen Wegkann, ein gutes Personalangebot mit griffigen Botschaften glaubwürdig müssen wir gemeinsam gehen. Gemeinsam mit allen Mitgliedern undzu verbinden. Und dass wir wieder deutlicher machen müssen, wofür den Aktiven auf kommunaler-, landes- und europäischer Ebene. Ich binunsere CDU steht. So war das Thema Verschuldung bei der Landtags- sehr zuversichtlich dass wir diese Stärke spätestens 2017 für die CDUwahl zwar richtig besetzt worden, aber es wurde moniert, dass konkrete wieder erlangt haben! Und schon im nächsten Jahr werden wir bei derSparvorschläge gefehlt hatten. Kritik wurde auch am Spitzenkandida- Bundestagswahl stärker sein.ten geübt, der sich nicht eindeutig zu Berlin oder Düsseldorf geäußerthatte. Dafür hat er ja direkt am Wahlabend die richtigen Konsequenzen Das klingt ermutigend! Da bleibt uns nur noch, Ihnen viel Erfolggezogen. Bei der Vernetzung der Partei im vorpolitischen Raum darf und alles Gute bei der Bewältigung dieser Aufgaben zu wün-sich der Dialog mit den Vereinen nicht nur auf Probleme beschränken, schen. Herzlichen Dank für das Gespräch!10 inform 1/2012
  11. 11. THEMA-HINTERGRUNDinternationaleS Jahr dergenossenschaftenWas ist eigentlich eine Genossenschaft? Eine kurze Übersicht!G emeinsam seine Ziele besser zu erreichen als im Alleingang, das ist der Grundgedanke einer jeden Genossenschaft. Eine genos-senschaftliche Kooperation bietet sich immer dann an, wenn das Ver- Förderung aller Mitglieder aus eigener Kraft und nicht durch Unter- stützung Dritter bzw. des Staates gelingen. Die Genossenschaft wird von Personen geführt (Vorstand und Aufsichtsrat), die selbst Mitgliedfolgen eines wirtschaftlichen Ziels die Leistungsfähigkeit des Einzelnen der Genossenschaft sind. Die grundsätzlichen Entscheidungen derübersteigt, zugleich aber die selbständige Existenz gewahrt werden soll. Genossenschaft werden in der Generalversammlung der Mitglieder Mit Hilfe eines gemeinschaftlich betriebenen Unternehmens wird getroffen. Hier hat jedes Mitglied unabhängig von seiner Kapitalbe-die wirtschaftliche Tätigkeit der Genossenschaftsmitglieder ergänzend teiligung nur eine Stimme. Dadurch ist die Genossenschaft vor derunterstützt. Man tritt gemeinsam am Markt auf, etwa um günstige Ab- Dominanz einzelner Mehrheitseigner und damit auch vor „feindlichensatz- und Beschaffungskonditionen zu erlangen oder aber betriebliche Übernahmen“ geschützt.Funktionen effizienter und qualitativ besser ausüben zu können. Genossenschaftlicher VerbundIdentität von Eigentümern und Kunden Jede Genossenschaft gehört einem gesetzlichen Prüfungsverband Genossenschaften haben sich im Verlaufe ihrer 150-jährigen Ge- an. Dieser Genossenschaftsverband nimmt in regelmäßigen Zeitab-schichte in den verschiedensten Märkten etabliert und sich dabei in ständen eine Jahresabschlussprüfung vor. Dabei werden nicht nur dieGröße und Struktur unterschiedlich ausgebildet. Allen Genossenschaf- wirtschaftlichen Verhältnisse geprüft, sondern auch die Ordnungsmä-ten ist jedoch gemein, dass die Mitglieder zugleich Eigentümer und ßigkeit der Geschäftsführung. Der Prüfungsverband betreut darüberKunden ihrer Genossenschaft sind. Das so genannte Identitätsprin- hinaus seine Mitgliedsgenossenschaften in betriebswirtschaftlichen,zip unterscheidet eine Genossenschaft von allen anderen Formen der rechtlichen und steuerlichen Fragen. Die regelmäßige Prüfung schütztkooperativen Zusammenarbeit. die Geschäftspartner und Mitglieder vor finanziellem Schaden. DieGenossenschaftlicher Förderzweck Genossenschaft ist auch aus diesem Grund seit vielen Jahren die mit Abstand insolvenzsicherste Rechtsform in Deutschland. (lh) Besonders an Genossenschaften ist zudem, dass diese zur wirt-schaftlichen Förderung ihrer Mitglieder unterhalten werden. Im Vor- INTERNATIONALES JAHR DER GENOSSENSCHAFTENdergrund steht somit der genossenschaftliche Förderzweck und nicht Die Vereinten Nationen (UN) haben am 18.12.2009 beschlos-die Zahlung einer Rendite. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass sen, das Jahr 2012 weltweit zum „Internationalen Jahr der Ge-Genossenschaften keine Gewinne erwirtschaften. Auch eine Genos- nossenschaften“ (IJG) auszurufen. Die UN will mit dem IJG aufsenschaft muss sich marktkonform und betriebswirtschaftlich effizient die Beiträge von Genossenschaften zur Armutsbekämpfung auf-verhalten, um im Wettbewerb bestehen und die Mitglieder langfristig merksam machen. Betont werden außerdemfördern zu können. die Leistungen von Genossenschaften bei derSelbsthilfe in demokratischer Rechtsform sozialen Integration. In Deutschland arbeiten In einer Genossenschaft schließen sich die Mitglieder freiwillig zu- die Verbände mit dem Slogan „Ein Gewinn fürsammen, um gemeinsam zu wirtschaften. Dabei soll die wirtschaftliche alle“. www.genossenschaften.de Anzeige GmbH Produkte Service Solarstromanlagen nur schott und viessmann Beratung, Planung und Strom von der Sonne Lieferung aus einer Hand und Wärme aus der Luft Markenprodukte Wärmepumpensysteme Wirtschaftlichkeits- und Wibatec ist ertragsprognose dimplex Premium Fachpartner Wibatec GmbHwww.wibatec.de Investitionsplanung Lehmbach 7 Solarthermie 51503 rösrath Fördergelder Wibatec ist systempartner Telefon 0 22 05 / 92 01 69 - 0 von Paradigma vermittlung der Telefax 0 22 05 / 92 01 69 - 112 Finanzierung e-mail: info@wibatec.de kraft-Wäremkopplung www.wibatec.de Blockheizkraftwerke WiBAtec - WirBAuentechnologie, damit energie auch in Zukunft bezahlbar bleibt!1/2012 inform 11
  12. 12. THEMA-INTERVIEWInterview mit Hans Pfeifer, Vorstandsvorsitzender des Rheinisch-Westfälischen GenossenschaftsverbandsEs reicht nicht, die Neu-verschuldung zu senkenDas Interview führte Uwe PakendorfHerr Pfeifer, das Jahr 2012 wurde von der UNO zum Internatio- Macht sich die Krise auch bei Ihnen bemerkbar?nalen Jahr der Genossenschaften erklärt. Was waren die Gründe Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten gezeigt, was wir unsfür die Entscheidung und was hat maan als Normalbürger davon unter Banken vorstellen, die der Realwirtschaft dienen. Wir habenzu erwarten? unser Kreditengagement erheblich gesteigert, während bei den meisten Hans Pfeifer: UNO-Generalsekretär Ban-Ki Moon hat die Verbin- Geschäftsbanken die Ausleihungen stagnierten oder zurückgingen. Sor-dung von Wirtschaftlichkeit und sozialer Verantwortung betont, die die gen mache ich mir vor allem wegen der Konsequenzen, die die PolitikGenossenschaften der internationalen Gemeinschaft vorleben. Es gibt aus der Krise ziehen will. Die derzeit in der Europäischen Union ver-hier ein sehr treffendes Zitat von ihm: „Genossenschaften erinnern die handelten neuen Regeln sehen vor, dass Banken Kredite an mittelstän-internationale Gemeinschaft daran, dass es möglich ist, beides mitein- dische Unternehmen künftig mit mehr Eigenkapital unterlegen müssenander zu vereinbaren: ökonomi- als bisher. Dies bedeutetsche Nachhaltigkeit und soziale „Die Staatsgarantie für Großbanken verzerrt den für sie höhere Kosten undVerantwortung.“ Die rund 670 stellt einen echten Fehlan-Unternehmen im RWGV mit Wettbewerb zuungunsten der kleinen und mittle- reiz dar.ihren fast drei Millionen Mitglie- ren Banken.“dern möchten in diesen Mona- Es gibt so etwas wieten einer breiten Öffentlichkeit zeigen, wie viel durch Zusammenarbeit eine unausgesprochene Staatsgarantie für Großbanken nachmöglich ist. Denn nicht nur an die Menschen in Entwicklungsländern, dem Motto „too big to fail“. Was halten Sie aus der Sicht derauch an die Bürger in Rheinland und Westfalen richten die Vereinten Genossenschaftsbanken davon?Nationen ihren Appell: Nehmt euer Schicksal selbst in die Hand und Der unausgesprochene staatliche Schirm ist für die betreffendenlasst euch dabei von niemandem entmutigen. Banken Milliarden wert. In den Genuss kommt jedes Institut, das groß genug ist, um die Stabilität des gesamten Finanzsystems zu gefährden.Die Euro-Krise bestimmt bereits seit zwei Jahren das politi- Durch diese staatliche Rückendeckung benötigen Investoren niedrige-sche Handeln in Europa und in Deutschland. Wie haben sich re Risikoaufschläge. Es geht hier nicht nur um immense Beträge, esdie Genossenschaftsbanken in den letzten Jahren entwickelt? ist auch ordnungspolitisch unverantwortlich, da der Wettbewerb zu12 inform 1/2012
  13. 13. THEMA-INTERVIEWungunsten der kleinen und mittleren Banken verzerrt wird. Wir fordern handeln mit der ganzen Welt. Ihre Produktion ist anspruchsvoll, hatdaher internationale Regeln zur Abwicklung von Großbanken, wie sie in hohe Qualität, und sie ist komplex. Hier müssen wir den VerbraucherDeutschland bereits Teil des Restrukturierungsgesetzes geworden sind. mitnehmen und ihm erklären: Bestandteile des Mischfutters kommen aus Übersee; Milch, Fleisch und Wein exportieren wir in die ganze Welt.Was ist im Gegenzug der Vorteil von genossenschaftlich orga- Mit offener Kommunikation und Produktion werden wir auch weiter-nisierten Banken? hin die Verbraucher vom Nutzen dieser Arbeitsteilung überzeugen. Wir haben ein konservatives Geschäftsmodell. Die Einlagen von Spa-rern in einer Region ermöglichen es uns, Kredite an die mittelständische Geht es Genossenschaften ausschließlich um das wirtschaftli-Wirtschaft auszureichen. Dieses Geschäftsmodell ist risikoarm, auch che Wohlergehen ihrer Mitglieder?aus diesem Grund haben die Fest steht: Auch jenseits desGenossenschaftsbanken die „Wir können kein Interesse daran haben, die Kun- ökonomischen Erfolgs schaf-Krisen der vergangenen Jahre fen Genossenschaften Werte.gut überstanden. Ein weite- den mit schlechten Angeboten über den Tisch zu So umschreibt der Begriffrer Vorteil: Wir können kein ziehen.“ Corporate Social Responsi-Interesse daran haben, die bility (CSR) den freiwilligenBürger mit schlechten Angeboten über den Tisch zu ziehen, weil unsere Beitrag der Wirtschaft zu einer nachhaltigen Entwicklung, die über dieKunden vor Ort sind und wir sie nicht einfach wechseln können. Das gesetzlichen Forderungen hinausgeht. CSR steht für verantwortlichessieht bei überregional agierenden Geschäftsbanken schon anders aus; unternehmerisches Handeln in der eigentlichen Geschäftstätigkeit, beisie können ihre Strategie über Nacht auswechseln. ökologisch relevanten Aspekten, in der Beziehung zu den Mitarbeitern und beim Austausch mit den relevanten Anspruchs- beziehungswei-Nicht nur in Südeuropa, auch in Deutschland haben wir ein Ver- se Interessengruppen, den so genannten Stakeholdern. Wenn aber einschuldungsproblem. Insbesondere viele Kommunen stehen vor Unternehmen den Stakeholdern gehört, also der Kunde Eigentümerdem wirtschaftlichen Aus. In der Presse wurde über die WL-Bank seiner Bank ist und nach dem Prinzip „Ein Mitglied, eine Stimme“ dieberichtet, die klammen Kommunen keine Kredite mehr gewäh- Geschäftspolitik mitprägt, dann ist unternehmerische Gesellschaftsver-ren will. Haben Sie für eine solche Entscheidung Verständnis? antwortung, garantiert. Dann schaffen Werte Werte. Die WL-Bank gehört zu unserer genossenschaftlichen FinanzGrup-pe. Ich weiß nicht, ob nicht mancher Kämmerer hinter verschlossener Welche Aufgabe hat sich die Gruppe der Genossenschaften fürTür sagt: Die Gedanken der WL-Bank kann ich nachvollziehen. Die die Zukunft gestellt?Bankenwelt erlebt einen Paradigmenwechsel. Sie kann nicht mehr sagen, Um die gesellschaftliche Entwicklung zu beeinflussen, müssen wirdass Staatsanleihen in jedem Fall sicher sind. Daher müssen Banken stärker als bisher unser genossenschaftliches Selbstbewusstsein nachin jedem Einzelfall genau hinschauen. Aber wir sollten die hohe Ver- außen tragen. Wir müssen deutlich machen, dass unser unternehme-schuldung nicht nur aus Sicht der Banken, sondern auch aus der Sicht risches Handelns wertebasiert ist, gleichzeitig aber auch institutionellder Bürger betrachten. Ob in der Kommune, im Land oder im Bund: abgesichert ist. Anders ausgedrückt: Unser Geschäftsmodell ist nichtWir müssen mit dem Sparen beginnen, sonst werden wir auch unserer aus Zufall stetig, sondern aus Überzeugung und weil wir uns einen Rah-Verantwortung für kommende Generationen nicht gerecht. Ein Fami- men geschaffen haben, der diese Stetigkeit auch nachhaltig sichert. Wirlienvater kann nur so viel ausgeben, wie er verdient. Wenn der ein Haus müssen gemeinsam die Marke „Genossenschaft“ aufwerten, sonst las-bauen will, darf er einen Kredit aufnehmen, aber er wird dafür sorgen, sen wir ein immenses Potential liegen.dass er in guten Zeiten den Kredit früher wieder zurückbezahlt. DieseRegeln gelten auch für den Staat. Es reicht nicht, den Grad der Neuver- Wir danken Ihnen sehr herzlich für das Interview.schuldung zu senken.Wir haben bisher viel über Genossenschaftsbanken gesprochen.Dabei wird häufig vergessen, dass es auch noch andere Formenvon Genossenschaften gibt. In welchen Geschäftsfeldern fin-den Neugründungen derzeit besonders intensiv statt? Besonders stark wächst derzeit die Gruppe der gewerblichen Genos-senschaften. Hier hatten wir in diesem Jahr bereits mehr als 20 Neu-gründungen. Den meisten Zuwachs verzeichnen wir bei den Energiege-nossenschaften. 6.830 Genossenschaftsmitglieder in 65 Energiegenos-senschaften tragen mit dazu bei, dass 2011 statistisch betrachtet 8.150Tonnen CO² eingespart werden konnten. Die Zahlen mögen sich ange-sichts der Gesamtgrößen im Energiemarkt bescheiden ausmachen. Dassollte aber nicht über das dahinter stehende bürgerschaftliche Engage-ment hinwegtäuschen.Welche Entwicklungen gibt es bei den landwirtschaftlichenGenossenschaften? Das Mega-Thema wird auch in den kommenden Jahren die Trans- Hans Pfeifer (61) ist aufgewachsen und lebt im Rheinisch-Bergischen Kreis. Seit 2006 ist er Vorstandsvorsitzender des Rheinisch-Westfälischenparenz in der Produktion sein. Die Verbraucher wollen heute sicher Genossenschaftsverbandes (RWGV) mit Sitz in Münster. Der RWGV ver-sein, nicht nur gesunde und qualitativ hochwertige Nahrungsmittel zu tritt knapp 700 genossenschaftliche Unternehmen mit rund 2,8 Millionenkaufen. Viele Bürger interessieren sich verstärkt auch für die Aspekte Mitgliedern. Mit den Volks- und Raiffeisenbanken, landwirtschaftlichenKlima- und Tierschutz in der landwirtschaftlichen Produktion und in Warengenossenschaften, Molkereien und 300 Einkaufs- und Dienstleis-den die landwirtschaftlichen Erzeugnisse handelnden und verarbeiten- tungsgenossenschaften steht Hans Pfeifer an der Spitze der mitglieder-den Unternehmen. Die Genossenschaften in Rheinland und Westfalen stärksten Wirtschaftsorganisation in Nordrhein-Westfalen.1/2012 inform 13

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