Paten für Kinder in Esmeraldas/San Lorenzo e.V.
Mönchstr. 43, 33790 Halle IBAN: DE97 4805 1580 0000 0396 85
Tel.: 05201-98...
Müll ist definitiv ein Thema für alle und so hat unsere Mitarbeiterin Paulina Paredes für die Kinder, Ju-
gendlichen und F...
Anfang Mai hat das neue Schuljahr in San Lorenzo begonnen. Dieses Jahr gibt es leider wieder einen
etwas größeren Wechsel:...
schöpfung, Augenentzündungen und Magen-Darm-Beschwerden. Eine spezifische Therapie oder Imp-
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Rundbrief 2015 - I

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Rundbrief I - 2015 von Paten für Kinder in Esmeraldas/San Lorenzo e.V.

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Rundbrief 2015 - I

  1. 1. Paten für Kinder in Esmeraldas/San Lorenzo e.V. Mönchstr. 43, 33790 Halle IBAN: DE97 4805 1580 0000 0396 85 Tel.: 05201-9892 Swift-BIC: WELADED1HAW e-mail: Paten-fuer-Kinder@web.de Gläubiger Ident.-Nr.: DE33ZZZ00000073580 I – 2015 Neuigkeiten aus San Lorenzo Im Nachmittagsprogramm des EcoClub veranstalteten die Betreuerinnen im Februar einen mehrtägigen Workshop zum Thema Müll und Recycling. Bereits im Januar 2013 gab es dazu ein einwöchiges Semi- nar als Einführung, in dessen Anschluss Schmuck, Etuis, Körbe etc. aus Recyclingmaterial gefertigt wurde. Dennoch steht San Lorenzo bei diesem Thema grundsätzlich immer noch ganz am Anfang. Der Müll wird auf einer Halde am Rande der Stadt gesammelt. Es erfolgt keinerlei Mülltrennung. Um ein Bewusstsein zu schaffen, welche unterschiedlichen Arten von Müll es gibt, dass vieles, was als Müll auf der Deponie landet im Grunde gar kein Müll ist, welche Sortierungen sinnvoll sein könnten, wa- rum es sich lohnt, manche Materialien vom Müll zu trennen usw., haben wir das Thema mit den Kindern wieder neu aufgegriffen. Sofia, Alexandra und Veronica definierten zunächst die Begriffe, bevor dann tatsächlich mit den Kindern und Jugendlichen vom EcoClub ganz praktisch vom Anfang her gearbeitet, also zunächst mal Müll sortiert wurde. In weiteren Schritten folgte dann beispielsweise die handwerklich geschickte Umwandlung von Müll zu Kunst- oder Gebrauchsgegenständen. Zunehmend vom Müll und Abwässern verunreinigt sind auch die Flüsse. Eine Säuberung des an den an das Grundstück des EcoClub angrenzenden Rio Nadadero, bei der natürlich auch der Spaß am nassen Element durchkam, ergänzte das Programm. Zum Abschluss wurden die erarbeiteten Ergebnisse in ei- ner Ausstellung präsentiert.
  2. 2. Müll ist definitiv ein Thema für alle und so hat unsere Mitarbeiterin Paulina Paredes für die Kinder, Ju- gendlichen und Familien in der Nachbarschaft das Seminar an zwei aufeinanderfolgenden Wochenen- den durchgeführt. Dann begannen erst einmal die zweimonatigen Ferien. Noch im Jahresbericht haben wir von der Stärkung und Erweiterung des EcoClub – Projekt „Ecovecinos“ berichtet und von dem tollen Engagement von Jorge und Belen geschwärmt. Um so überraschender war, dass die beiden nach Schuljahresende im Februar San Lorenzo sang- und klanglos verlassen ha- ben und bis heute leider nicht dazu zu bewegen waren, den noch ausstehenden und inzwischen überfäl- ligen Abschlussbericht an das Kindermissionswerk für dieses einjährige Zusatzprojekt zu verfassen. Auch das Konzept für die mittel- und langfristige Zukunftsplanung, das Jorge vertragsgemäß erarbeiten sollte, werden wir wohl nicht mehr erhalten. Es ist enttäuschend, wenn die vielen Bitten, Erinnerungen, Mahnung, Androhung von Konsequenzen ins Leere laufen und man letztlich erkennen muss, dass es keine Möglichkeit gibt, nach einem Dreivierteljahr voller Initiative mit motivierten Akteuren einen dazu passenden erfolgreichen Abschluss zu machen. Glücklicherweise konnten wir Pablo Hermida damit betrauen, Bericht und Finanzdaten für das Kinder- missionswerk zusammenzustellen, damit wir unseren Vertrag einhalten und uns hoffentlich doch noch für ein Anschlussprojekt bewerben können, um den Erfolg des Projektes EcoVecinos aufrechtzuerhalten. Am 11 März ist von der ecuadorianischen Regierung unter Rafael Correa eine neue – zunächst auf 15 Monate begrenzte – zusätzliche Importsteuer eingeführt worden. Der Hebesatz reicht von 5% (z.B. auf Werkzeuge und Stoffe) bis 45% (z.B. auf Fleisch, Früchte, Safte, Sportgeräte, Möbel, Spiele). Der durchschnittliche Warenkorb für Verbraucher steigt damit laut Statistik um 22,45%. Die Regierung hat diese Maßnahme ergriffen, um den starken Anstieg der Importe und damit den Abfluss von Devisen zu bremsen. Allein für Obst stiegen die ecuadorianischen Importe in 2014 um 138,2 Mio. USD. Nicht nur für die Familien in San Lorenzo, auch für unser Projekt stellt dieser massive Preisanstieg eine zusätzliche Herausforderung dar. Die Betreuerinnen in San Lorenzo haben daher zusammen mit unse- rer Mitarbeiterin Paulina Paredes das Gespräch mit den Eltern gesucht. In der ersten Elternversamm- lung in diesem Jahr wurde thematisiert, dass der Etat des Ecoclub für 2015 stabil bleibt und keine ex- tremen Kostensteigerungen auffangen kann. In der anschließenden Diskussion zeigten die Eltern eine auch von unseren Mitarbeitern unerwartete Bereitschaft, sich finanziell an den Ausgaben des Ecoclub zu beteiligen. Es wurde beschlossen, dass die Eltern monatlich einen Dollar Kostenbeitrag für das Mittag- essen zahlen. Diese Regelung bedeutet nicht nur, dass der EcoClub monatlich 50 Dollar zusätzlich zur Verfügung hat, sondern erhöht auch die Verbindlichkeit für die Familien, schafft mehr Zugehörigkeit und Teilhabe. Dass die Eltern sich gegen eine Kostenbeteiligung bei den Schuluniformen und –untensilien entschieden und lieber monatlich einen geringen Obolus entrichten verdeutlicht, wie schwierig es immer noch für die Familien ist, einen größeren Betrag auf einen Schlag zu zahlen. Ausdrücklich lassen die Eltern ihre Dankbarkeit für die Bereitstellung der Schulsachen und –uniformen an alle Paten und jeden einzelnen Spender ausrichten! Vor Beginn des neuen Schuljahres – dieses Mal am dritten Mai – war es wieder einmal Zeit für eine Minga, eine gemeinschaftliche Aufräum- und Reinigungsaktion in und um die Cabaña. Zu dieser Routine gehören inzwischen nicht nur die Grundreinigung des Küchencontainers und Durchsortierung aller Schränke, sondern auch das Leeren des „Baño compostero“, der Komposttoilette. Der daraus gewonne- ne Dünger wurde gleich für die Pflanzen im Nutzgarten eingesetzt. Ausgesät und angepflanzt wurden unter anderem Yuca (Maniok),Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Paprika, Knoblauch, Basilikum, Koriander, Zitronenverbene und Chiyangua (Chiyangua oder Dickhorn (culantro L.) ist ein aromatisches Kraut stammt aus dem westlichen Amazon, das im gesamten tropischen Amerika angebaut wird. Seine Blätter werden insbesondere als Gewürz von Suppen und anderen Gerichten mit Meeresfrüchten verwendet.). Zum Schutz, damit nicht alles vorzeitig von den in San Lorenzo frei herumlaufenden Haustieren wie z.B. Hühnern „geerntet“ wird, wurde eine Umzäunung aus Zuckerrohr errichtet.
  3. 3. Anfang Mai hat das neue Schuljahr in San Lorenzo begonnen. Dieses Jahr gibt es leider wieder einen etwas größeren Wechsel: 10 Kindern sind ausgeschieden und 10 neue Kinder daher in das Projekt auf- genommen, so dass die Gesamtzahl von 50 Kindern weiter gleich bleibt. Die Paten wurden wie immer separat informiert. Die Gründe des Ausscheidens sind unterschiedlich, aber dennoch auch die gleichen wie jedes Jahr. Wenn man sie in Kategorien einordnen will, ohne die ganz individuelle Familiensituation zu beschreiben, sind zwei Familien umgezogen und bei drei Kindern war Gewalt die Ursache dafür, dass sie San Loren- zo verlassen haben. Gleich fünf Kinder sind in diesem Jahr ausgeschieden, weil in San Lorenzo jetzt jedes Kind die nächste Schule besuchen muss und die Eltern nicht mehr frei auswählen können, in wel- che Schule es geht. Bei diesen Kindern würde der Weg zwischen der nächsten Schule und der Cabaña unverhältnismäßig lang, so dass sie sich vom EcoClub verabschiedet haben. Was mich persönlich gefreut hat ist, dass einer der häufigsten Gründe aus dem EcoClub auszuscheiden, dieses Mal nicht vorkam: Kein Mädchen hat unser Projekt verlassen, weil sie schwanger geworden ist. Am 8. Mai wurde in der oberen Etage des EcoClub eingebrochen und so gut wie alles aus den drei Räumen, die sich über dem Küchencontainer befinden, gestohlen. Es fehlte sogar das Bett, das man aber nach kurzer Zeit am Ufer des Nadadero unbeschädigt wiederfand, da die Diebe es offensichtlich nicht geschafft hatten, es über den Fluss zu transportieren. Die Türen und Fensterläden waren auf- gebrochen worden. Der Tathergang wird von den Nachbarn und der Hausmeisterfamilie, die zu dem Zeitpunkt bereits Ihren Auszug angekündigt hatte, sehr unterschiedlich geschildert. Übereinstimmend sagen aber alle, dass die Einbrecher die Stunden nach Mitternacht für den Einbruch genutzt haben. In der Zeit gab es heftige Re- genfälle, die alle anderen Geräusche übertönt haben. Die Frau des Hausmeisters gab an, den Einbruch um vier Uhr bemerkt zu haben. Ein Fehler war es dann leider, dass diese Meldung erst um 11 Uhr an Sofia Valencia weitergegeben wurde. Obwohl wir natürlich Anzeige erstattet haben, sind die Chancen, dass die Täter gefasst und zur Rechenschaft gezogen werden, minimal. Durch diesen Zwischenfall wurde deutlich, dass das Verhältnis zwischen Nachbarn und Hausmeister nicht unbelastet war. Ursache dafür ist u.a., dass es immer wieder vorkommt, dass Nachbarn oder ande- re fremde Personen die Installationen wie z.B. die Toiletten oder Wasser des EcoClub nutzen oder Ge- müse ernten. Spricht der Hausmeister darauf an und versucht die Betreffenden zu vertreiben, muss er sich nicht selten Beschimpfungen bis Drohungen anhören. Hier fehlen Richtlinien und offene Kommuni- kation aller Beteiligten. In einer Gesprächsrunde mit den Familien und Betreuerinnen des EcoClub, den Nachbarn und der neuen Hausmeisterfamilie, die bereits eingezogen ist, sollen nun Regeln diskutiert und vereinbart werden, um ein besseres Miteinander zu schaffen und nicht zuletzt auch mehr Sicherheit zu garantieren, aber gleichzeitig die Idee eines offenen Treffpunkts nicht zu vernachlässigen. Neuigkeiten aus Ecuador Im Frühjahr 2015 kam es in Ecuador zu einer Häufung von Erkrankungen an Chikungunya Fieber. We- nige Tage nach der Infektion entwickeln die Betroffenen in der Regel rasch ansteigendes und hohes Fieber mit schweren Gelenkschmerzen und hoher Berührungsempfindlichkeit, so dass sie sich kaum noch aufrecht halten können. Nicht umsonst heißt Chikungunya in der Sprache der afrikanischen Ma- konde aus dem Südosten Tansanias „der gekrümmt Gehende“. Andere häufige Symptome sind: Muskel- bzw. Gliederschmerzen, Lymphknotenschwellungen, Hautausschlag, punktförmige Hautblutungen, leich- tere Formen von Schleimhautblutungen, z. B. aus der Nase oder am Zahnfleisch, Kopfschmerzen, Er-
  4. 4. schöpfung, Augenentzündungen und Magen-Darm-Beschwerden. Eine spezifische Therapie oder Imp- fung gegen diese von Mücken übertragene tropische Krankheit gibt es nicht. Normalerweise klingt die Erkrankung nach etwa ein bis zwei Wochen aber von selbst wieder ab und es bleiben keine Schäden zurück. Nach überstandener Krankheit kommt es zu lebenslanger Immunität. Am heftigsten betroffen waren die Gebiete um San Lorenzo und Esmeraldas mit mehr als 1.300 regist- rierten Erkrankungen. Landesweit berichtet das Gesundheitsministerium über mehr als 2.600 Fälle und spricht von einer Epidemie. Günstige Bedingungen zur Fortpflanzung finden die Mücken in den vielen Pfützen und stehenden Gewässern nach heftigen Regenfällen in der Regenzeit. Zur Eindämmung wer- den Insektizide gespritzt und die Bevölkerung wird aufgerufen, alle gesammelten Regenwasservorräte abzudecken. Auch im EcoClub gab es sowohl bei den Kindern und Jugendlichen als auch bei den Mitarbeiterinnen Erkrankte. Gleichzeitig wurde in Peru im Grenzgebiet zu Ecuador aufgrund einer Epidemie von Dengue Fieber der Notstand ausgerufen. Im August hat Ecuadors Präsident Rafael Correa einen landesweiten Ausnahmezustand verhängt, nachdem der Vulkan Cotopaxi eine rund acht Kilometer hohe Aschewolke ausgespuckt hatte. Vorsorg- lich wurden die umliegenden Gemeinden evakuiert. Der Cotopaxi ist mit 5.900 Metern der zweithöchste Berg Ecuadors und einer von acht aktiven Vulkanen im Land. Von einer Eruption des Cotopaxis, der zuletzt zwischen 1877 und 1880 ausbrach sowie 1906 und 1940 verstärkte Aktivität zeigte, wäre mögli- cherweise sogar die Hauptstadt betroffen und zwar nicht nur vom Ascheregen: Eine Gletscherschmelze könnte zu katastrophalem Hochwasser führen. In Latacunga, der Hauptstadt der nach dem Vulkan be- nannten Provinz Cotopaxi, deckten sich die Menschen mit Lebensmittelvorräten und Trinkwasser ein, um im Falle eines Ausbruchs rasch die Stadt verlassen oder in ihren verbarrikadierten Häusern das Schlimmste überdauern zu können. Im Ausnahmezustand, der bis zu 60 Tage dauern kann, kann der Präsident mit erweiterten Vollmachten regieren. (Spiegel Online) Unruhigere Zeiten erlebt Ecuador auch politisch: Eine Verfassungsreform sah unter anderem vor, Erb- schaften stärker zu besteuern und die unbegrenzte Wiederwahl zum Präsidenten zu ermöglichen. Rafael Correa regiert das Land als Präsident seit 2007 und wurde zuletzt bei den Wahlen im Februar 2013 in seinem Amt bestätigt. Gemäß der derzeitigen Verfassung, die 2008 verabschiedet wurde, dürfte er 2017 nicht nochmals die Kandidatur antreten. Nach großen Protesten im Juni hatte Correa die Durchsetzung dieser Gesetzesvorhaben bis nach dem Papstbesuch Anfang Juli aufgeschoben. Wie zahlreiche andere südamerikanische Staaten ist auch Ecuador vom Ende des Booms auf dem in- ternationalen Rohstoffmarkt sowie von der schwachen Wirtschaftsentwicklung Chinas betroffen. Ecuador bezieht etwa 40 Prozent seiner Staatseinnahmen aus den Ölausfuhren, 90 Prozent des Öls aus Ecuador gehen nach China. Die drastisch gesunkenen Ölpreise auf dem Weltmarkt und Chinas Krise treffen Ecuador deshalb doppelt. Dass die logischen Maßnahmen - Ausgabenkürzungen und Erhöhung der Einnahmen z.B. durch Importsteuer oder Erhöhung der Erbschaftssteuer – nicht populär sind und Pro- teste in Form von Streiks und Demonstrationen hervorgerufen haben, ist nicht überraschend. Zum Schluss noch eine schöne Geschichte: Laut Guinness-Buch der Rekorde hat Ecuador einen neuen Rekord für Wiederaufforstung aufgestellt und an nur einem Tag 647.250 Bäume verschiedener Sorten gepflanzt. Wie die Umweltministerin Lorena Tapia mitteilte, haben knapp 45.000 Menschen die Bäume auf einer Fläche von mehr als 2000 Hektar Land gepflanzt. Die Wiederaufforstung ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Erderwärmung, da Bäume Kohlendioxid aus der Atmosphäre binden. Im- merhin hat Ecuador 2008 als erstes Land weltweit die Naturrechte in der Verfassung verankert. Viele Grüße und hoffentlich noch ein paar schöne Sommertage Marion Weeke

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