Medien – aber sicherEin Ratgeber für Eltern
IMPRESSUM:HERAUSGEBER UND BEZUGSADRESSE:Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ)Vertreten durch Direktor Wolfgang Kraft...
333erziehen & vorsorgencybermobbing........................................................ 58Filtersysteme und filtersoft...
444VorwortLiebe Eltern,liebe Leserinnen und Leser,Internet, Soziale Netzwerke, Spielkonsolen und Handy,Cybermobbing, Faceb...
55VORWORT5gen in einer gelingenden Erziehungspartnerschaft vonSchule und Elternhaus. Im direkten Gespräch mit IhrenKindern...
Vorwort6VorwortWolfgang KraftDirektor des LandesmedienzentrumsBaden-WürttembergLiebe Eltern,liebe Leserinnen und Leser,nic...
7Wie wollen wir miteinander umgehen, welche Form derMediennutzung ist angemessen und welche über-schreitet die Grenzen ein...
EINLEITUNGEINLEITUNGLehnen Sie sich zurück, blättern und schmökern Sieein wenig in diesem Büchlein – dessen Inhalte es übr...
99EINLEITUNG9Dieser Ratgeber möchte einen positiven und vor allembewussten Umgang mit Medien vermitteln. Mediensind weder ...
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1111Erziehungsfragen – Medienfragen11ÜBERBLICKKinder und Jugendliche wachsen heute ganz selbstver-ständlich mit einer Viel...
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2424KommunikationHandy  Smartphone24Handy  smartphoneNeulich auf der Klassenfahrt meiner Tochter: Um sichdie langweilige F...
2525KommunikationHandy  Smartphone25ÜBERBLICKMit der Aussage „Aber alle haben ein Handy!“ liegenschon Sechsjährige ihren E...
2626KommunikationHandy  Smartphone26●	Bei modernen Smartphones ist die Verlockung groß,alle Funktionen und Apps zu nutzen....
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30Datenschutz  RechteOnline-Geschäfte und Abofallen30Online-Geschäfte und AbofallenAusgerechnet mir musste es passieren, m...
31Datenschutz  RechteOnline-Geschäfte und Abofallen31ÜBERBLICKEs gibt nichts, was es nicht gibt im Internet, und soverwund...
32Datenschutz  RechteOnline-Geschäfte und Abofallen32●	Reagieren Sie nicht auf E-Mails, sondern warten Sieauf eine Zahlung...
33Datenschutz  RechteOnline-Geschäfte und Abofallen33NÜTZLICHE LINKS●	www.lmz-bw.de/elternratgeberAuf MediaCulture-Online,...
34Datenschutz  RechteRunterladen, tauschen, nutzen34Runterladen, Tauschen, NutzenDas Herunterladen von Musik aus Tauschbör...
35Datenschutz  RechteRunterladen, tauschen, nutzen35ÜBERBLICKDas Unrechtsbewusstsein für illegale Downloads ist beiKindern...
36Datenschutz  RechteRunterladen, tauschen, nutzen36●	Anders verhält es sich mit etablierten Videoportalenwie YouTube, hie...
37Datenschutz  RechteRunterladen, tauschen, nutzen37NÜTZLICHE LINKS●	www.lmz-bw.de/elternratgeberAuf MediaCulture-Online, ...
38Datenschutz  RechteDatenschutz und Persönlichkeitsrechte38Auf einmal bekamen wir alle täglich ganz viel Werbungund Newsl...
39Datenschutz  RechteDatenschutz und Persönlichkeitsrechte39ÜBERBLICKDatenschutz bedeutet, dass jeder das Recht hat, selbs...
40Datenschutz  RechteDatenschutz und Persönlichkeitsrechte40●	Zukünftige Chefs können im Netz eine Menge überBewerberinnen...
41Datenschutz  RechteDatenschutz und Persönlichkeitsrechte41NÜTZLICHE LINKS●	www.lmz-bw.de/elternratgeberAuf MediaCulture-...
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47schauen  spielenFernsehen47NÜTZLICHE LINKS●	www.lmz-bw.de/elternratgeberAuf MediaCulture-Online, dem Portal des Landes-m...
48schauen  spielenDigitale Spiele48Digitale SpieleUnser Sohn besitzt mittlerweile eine ganze Reihe vonComputerspielen. Ich...
49schauen  spielenDigitale Spiele49ÜBERBLICKDigitale Spiele sind eine häufige und beliebte Freizeit-beschäftigung von Kind...
50schauen  spielenDigitale Spiele50gegen Geld. Bezahlt werden kann häufig durch SMS,Anrufe auf kostenpflichtige Hotlines o...
51schauen  spielenDigitale Spiele51NÜTZLICHE LINKS●	www.lmz-bw.de/elternratgeberAuf MediaCulture-Online, dem Portal des La...
5252Gewalt in den MedienNeulich kam mein fünfzehnjähriger Sohn später alsverabredet nach Hause. Ich fragte ihn, wo er gewe...
5353stellungen sind. Werden Kinder und Jugendliche, die ineinem gut funktionierenden sozialen Umfeld leben undeinen positi...
5454Jugendliche, aber auch die Freigabe von Computer-spielen und Musik ist in Deutschland gesetzlich gere-gelt. Die Freiwi...
5555NÜTZLICHE LINKS●	www.lmz-bw.de/elternratgeberAuf MediaCulture-Online, dem Portal des Landes-medienzentrums Baden-Württ...
5757KommunikationLorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr57ERZIEHEN  VORSORGENCybermobbingFiltersysteme und...
Erziehen  VorsorgenCybermobbing58CybermobbingAngefangen hat alles mit einer E-Mail, in der „Soc-cer98“ dem 13-jährigen Pau...
Erziehen  VorsorgenCybermobbing59ÜBERBLICKImmer öfter kommt es vor, dass sich Menschen vonVeröffentlichungen über ihre Per...
Medien aber sicher
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  1. 1. Medien – aber sicherEin Ratgeber für Eltern
  2. 2. IMPRESSUM:HERAUSGEBER UND BEZUGSADRESSE:Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ)Vertreten durch Direktor Wolfgang KraftRotenbergstr. 111, 70190 StuttgartTel.: +49 (0)711 2850-6Fax: +49 (0)711 2850-780E-Mail: lmz@lmz-bw.deREDAKTION:Ingrid BouninJan KoschorreckChristine SattlerAnn-Kathrin StoltenhoffURL:www.mediaculture-online.dewww.lmz-bw.deMITAUTORENBjörn FriedrichChristian GustGesine KulckeKerstin RaudonatMaren RischKatrin SchlörConstantin SchnellEva WeilerSylvia WiegertLAYOUT UND GESTALTUNGNeolog DauthKaun GmbH, KarlsruheAnja WürdingerBILDNACHWEIS:Fotos, Screenshots und Montagen:Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ)S. 4: Ministerium für Kultus, Jugend und SportBaden-WürttembergS. 25, 45, 53, 59: Thinkstock, www.thinkstockphotos.deS. 31: Screenshot: LMZ, Seite: www.amazon.deS. 35: Screenshot: LMZ, Seite: www.spotify.comS. 49: flickr: RocketScientistJan (Jan Hoffmann)S. 62: flickr:Canon-Ben M. (Benjamin Maubach)S. 71: flickt: zilverbad (Elvin)S. 74: dpaS. 75: flickr: SS. 79: flickr:Canon-Ben M. (Benjamin Maubach)Nichtkommerzielle Vervielfältigung und Verbreitung ist erlaubtunter Angabe des Herausgebers Landesmedienzentrum Baden-Württemberg und der Website www.lmz-bw.de, siehe:http://de.creativecommons.orgEs wird darauf hingewiesen, dass alle Angaben trotz sorgfältigerBearbeitung ohne Gewähr erfolgen und eine Haftung der Autorln-nen ausgeschlossen ist.Dieser Ratgeber wurde im Rahmen der Präventionsarbeit desLMZ zum Pädagogischen Jugendmedienschutzes erstellt undwird vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport unterstützt.Das LMZ ist von der Landesregierung mit Maßnahmen zurFörderung der Medienkompetenz beauftragt, die damit unteranderem die Landtagsbeschlüsse nach dem Amoklauf von Win-nenden/Wendlingen umsetzt.
  3. 3. 333erziehen & vorsorgencybermobbing........................................................ 58Filtersysteme und filtersoftware.............. 62sicher starten...................................................... 66Pornografie und sexualität............................70PROBLEMATISCHE INHALTE UND WELTBILDER.... 74Datenschutz & rechteOnline-Geschäfte und abofallen.................. 30runterladen, tauschen, nutzen.................... 34datenschutz und Persönlichkeitsrechte.38schauen & spielenfernsehen............................................................... 44digitale spiele.........................................................48GEWALT IN DEN MEDIEN........................................... 52aktiv werdenangebote des lmz................................................. 80beratungsangebote........................................... 81links und surftipps............................................. 82glossar.................................................................... 85KOMMUNIKATIONSoziale Netzwerke: Facebook,Schülervz und Co................................................. 16Chatten: Mit wem „plauderst“ du?.................. 20Handy & Smartphone........................................... 24EinleitungVorwort KULTUSMinisterin..................................4Vorwort direktor lmz......................................... 6EINLEITUNG...................................................................8erziehungsfragen – medienfragen.............. 10
  4. 4. 444VorwortLiebe Eltern,liebe Leserinnen und Leser,Internet, Soziale Netzwerke, Spielkonsolen und Handy,Cybermobbing, Facebook-Freundschaften und digitalerDatenschutz: Die Welt von Kindern und Jugendlichenist medial geprägt und ungeheuer vielschichtig. Siefordert Eltern und Pädagogen heraus und wirft neueFragen in Erziehung und Bildung auf.Eines ist für uns klar: Wenn Medien immer stärker zumselbstverständlichen Bestandteil der Lebenswelt unse-rer Kinder werden, dann können und dürfen wir dieseLebenswelt nicht aus unserer eigenen Lebenswelt undschon gar nicht aus der Schule heraushalten – dennwir Erwachsenen müssen ja die alltägliche Realität derKinder einbeziehen, wenn wir sie erziehen oder – sa-gen wir – begleiten wollen.Dieser Herausforderung muss sich die Schule stellen.Das heißt für uns: Medienbildung muss stärker als bis-lang in den Bildungsplänen der Fächer aller Schularten(von der Grundschule bis zum Gymnasium) verankertwerden. Die anstehende Bildungsplanüberarbeitunggibt uns die Chance, Medienbildung als ein zentralesElement in Schule und Unterricht zu verankern. Undwir werden diese Chance nutzen. In den neuen Bil-dungsplänen wird Medienbildung als ein durchgängigesSpiralcurriculum in allen Fächern verankert sein. AlsGrundlage dient uns dabei das medienpädagogischeCurriculums des Landesmedienzentrums Baden-Würt-temberg, das insbesondere wichtige Aspekte des päda-gogischen Jugendmedienschutzes enthält.Dabei ist für uns Medienkompetenz mehr als der siche-re technische Umgang mit einem Computer. Medien-kompetenz umfasst insbesondere auch die Fähigkeit,Medien sinnvoll auszuwählen, das Medienangebotkritisch zu reflektieren, die Medien verantwortlich zunutzen. Solche Kompetenzen setzen das Verstehenvon Medienangeboten und die Beherrschung ihrer„Sprache“ voraus.In Sachen Medienerziehung sind aber auch Sie alsEltern gefordert, denn Medienerziehung kann nur gelin-Ministerin Gabriele Warminski-LeitheußerMinisterium für Kultus, Jugend und Sport des LandesBaden-WürttembergVorwort
  5. 5. 55VORWORT5gen in einer gelingenden Erziehungspartnerschaft vonSchule und Elternhaus. Im direkten Gespräch mit IhrenKindern kommt es darauf an, den jungen MenschenOrientierung für ihre Mediennutzung mit auf den Wegzu geben.Damit Lehrer und Eltern die von Medien durchdrungeneEntwicklung von Heranwachsenden sinnvoll begleitenkönnen, müssen sie zunächst selbst medienkompeten-ter werden und Einblicke in jugendliche Medienweltengewinnen.Diese Broschüre, die das Landesmedienzentrum imRahmen der Angebote zum pädagogischen Jugendme-dienschutz für Eltern entwickelt hat, kann Ihnen dabeiwertvolle Hilfen geben. Anhand von ganz konkretenBeispielen gibt sie Ihnen wertvolle Tipps an die Handund unterstützt Sie bei der Medienerziehung in IhrerFamilie.Ich wünsche Ihnen viele neue Erkenntnisse und vielSpaß beim Stöbern.Gabriele Warminski-LeitheußerMinisterin für Kultus, Jugend und SportBaden-Württemberg
  6. 6. Vorwort6VorwortWolfgang KraftDirektor des LandesmedienzentrumsBaden-WürttembergLiebe Eltern,liebe Leserinnen und Leser,nichts ist beständiger als der Wandel. Während vor ei-nigen Jahren noch vor allem das Fernsehen wichtigesThema in der Erziehung war, fordert heute die digitaleWelt von Internet und Handy Eltern und Lehrkräfteimmer stärker heraus.In der heutigen Wissensgesellschaft aber gehört derkompetente Umgang mit Medien neben Lesen, Rech-nen und Schreiben zu den zentralen Kulturtechnikenund Schlüsselkompetenzen, die Kinder und Jugendli-che beherrschen müssen. Medienkompetente Kinderund Jugendliche haben in ihrem späteren Berufsleben,aber auch in ihrem Privatleben, größere Bildungschan-cen, mehr Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.Der Nachwuchs scheint mit der rasanten Entwicklungdes Internets, von Computern und Handys mühelosklarzukommen. Für uns Erwachsene dagegen ist esoft schwierig, Schritt zu halten und den Überblick beiall den vielen Medienangeboten und dem schnellenWandel nicht zu verlieren.Daher suchen viele Eltern und viele Lehrkräfte in dieserSituation beim Landesmedienzentrum Hilfe und Rat inder Frage: Wie machen wir unsere Kinder medienkom-petent, wie machen wir uns selbst so medienkompe-tent, dass wir unseren Kindern folgen können, dass wirmit Ihnen im Gespräch bleiben können und dass wir indiesem Gespräch auch erzieherisch wirken können?Neben den vielen tollen Angeboten, den vielfältigenMöglichkeiten für Kinder im Internet, geraten sie immerwieder auch in schwierige Situationen bei der Medien-nutzung. Und hier zeigt sich, dass der sichere techni-sche Umgang mit den digitalen Medien nicht ausreicht.Wichtig ist ein tieferes Verständnis über die Wirkungs-weise von Medien, ein sicheres Gefühl für den verant-wortlichen Einsatz digitaler Medien. Darüber hinaussteht angesichts eines teilweise sehr problematischenUmgangs im Netz – ich erinnere nur an Cybermobbing– die Frage im Vordergrund:
  7. 7. 7Wie wollen wir miteinander umgehen, welche Form derMediennutzung ist angemessen und welche über-schreitet die Grenzen eines gedeihlichen Miteinanders?Um diese und manche andere Frage beantworten zukönnen, um unsere Jugendlichen kompetent zu bera-ten und zu unterstützen, wird von uns Erwachsenen einMehr an Interesse und Engagement, ein Mehr auch anÜberblickswissen und klaren pädagogischen Leitlini-en erwartet, denn in der komplexen, vielfältigen undschnelllebigen Mediengesellschaft finden Erziehungund Bildung unter veränderten Rahmenbedingungenstatt.Es muss uns Erwachsenen gelingen, Kinder in ihremSelbst zu stärken, sie anzuleiten und zu begleiten, da-mit sie in der Lage sind, Medien selbstbewusst, verant-wortungsvoll und kreativ – also kompetent – zu nut-zen. Eltern sind dabei erster Ansprechpartner für ihreKinder, denn niemand kennt seine Kinder so gut wieEltern! Sie sind in vielen Lebensbereichen ein Vorbildfür Ihre Kinder. Wie Medien sinnvoll genutzt werdenkönnen, lernen Ihre Kinder zuerst von Ihnen.Mit dieser Broschüre wollen wir Sie bei der Me-dienerziehung unterstützen. Sie ergänzt unsereVeranstaltungsangebote wie Elternabende, Eltern-Praxisworkshops oder Multiplikatoren-Fortbildungen.Die einzelnen Kapitel dieser Broschüre greifen ver-schiedene Medienthemen auf, verschaffen Ihnen einenÜberblick über die Vielfalt und geben Ihnen praktischeRatschläge für den Familienalltag. Das Wichtigste ist:Interessieren Sie sich für das, was Ihre Kinder inte-ressiert. Die Broschüre hilft Ihnen dabei, sich in derdigitalen Welt ihrer Kinder zu orientieren und mit ihnenüber Medien im Gespräch zu bleiben.Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und wennSie Fragen haben, rufen Sie gerne bei unserer medien-pädagogischen Beratungsstelle an: 0711 2850-777.Wolfgang KraftDirektor des LandesmedienzentrumsBaden-WürttembergVORWORT
  8. 8. EINLEITUNGEINLEITUNGLehnen Sie sich zurück, blättern und schmökern Sieein wenig in diesem Büchlein – dessen Inhalte es übri-gens auch digital im Internet gibt – und schon geht eslos mit der Erkundung der Medienwelt von Kindern undJugendlichen.Die digitale Revolution hat unsere Welt in kurzer Zeitrasant verändert. Wir alle wissen, dass mit der interna-tionalen Vernetzung und den beschleunigten Kommuni-kationsformen durch das Internet die Welt immer engerzusammenwächst. Auch wenn manchem Angst wirdbei dem Tempo, wir können und wollen diese Entwick-lung weder rückgängig machen noch können wir siebremsen. Schließlich hängen unser Wohlstand undunsere Zukunft entscheidend davon ab, dass wir zumBeispiel mit Internet und Handy sinnvoll und vor allemverantwortungsvoll umgehen können und dass wir ins-besondere die mit jeder Fortentwicklung verbundenenProbleme lösen.Die Chancen der digitalen Revolution zu nutzen bedarfvielfältiger Vorbereitungen. Die Vorteile einer schnellenund einfachen Kommunikation über Ländergrenzenhinweg, einer erleichterten Informationsbeschaffung,verbesserter Recherchemöglichkeiten aber auch eineranderen Lernkultur kann nur wahrnehmen, wer daraufvorbereitet ist, wer gelernt hat, die digitalen Medien mithoher Verantwortung auch gegenüber den Mitmen-schen zu nutzen.8
  9. 9. 99EINLEITUNG9Dieser Ratgeber möchte einen positiven und vor allembewussten Umgang mit Medien vermitteln. Mediensind weder böse, noch machen sie dumm oder dick. ImGegenteil: Wer ihre positiven Eigenschaften nutzt, be-reichert sein Leben unter anderem sozial, kreativ undkommunikativ. Medien bieten zahlreiche Möglichkei-ten, sich mit anderen Menschen auszutauschen, sichWissen anzueignen, eigene Meinungen auszudrückenund selbst gestalterisch aktiv zu werden. Ja mehr noch,digitale Medien sind zentral für Schule, Ausbildung undBeruf – ohne sie geht es nicht mehr.Wie bei vielen Dingen kommt es auf das gesunde Maßan, auf das „Wie“ der Nutzung und natürlich auf diejeweiligen Inhalte. Gewusst wie – dann gelingt ein sinn-voller, verantwortungsbewusster, aber auch gelassenerund souveräner Umgang mit digitalen Medien umsoleichter. Dieses „Wie“ gilt es zu lernen. Eltern spie-len bei diesem Lernprozess eine wichtige Rolle. Ausdiesem Grund ist es notwendig, dass Eltern über einensinnvollen und altersgerechten Umgang mit MedienBescheid wissen und selbst in der Mediennutzung einVorbild sind.„Wie viel Zeit vor dem Fernseher soll ich meinem Kinderlauben?“, „Schaden gewalthaltige Computerspielemeinem Kind?“ oder „Ab wann kann ich mein Kindalleine ins Internet lassen?“ Diese und viele weitereFragen stellen sich Eltern im Familienalltag. Viele sindverunsichert, da die Medien oftmals selbst einseitig undnegativ über Mediennutzung berichten. Gleichzeitigmöchten aber die allermeisten ihre Kinder an einensinnvollen Mediengebrauch heranführen.Dafür gibt es diesen Ratgeber, der Ihnen erste Hinwei-se gibt, die Ausgangspunkt sein können für Gesprächemit Ihren Kindern oder beispielsweise auch für dieTeilnahme an einer unserer Veranstaltungen rund umJugendliche Medienwelten oder an einem Workshopmit Praxisgarantie.Wenn Sie die Interessen und Bedürfnisse Ihrer Kinderkennen, können Sie im gemeinsamen Gespräch Gren-zen setzen und Regeln für die Mediennutzung aufstel-len und für Abwechslung in der Freizeit sorgen. DieserRatgeber soll Eltern bei dieser Aufgabe unterstützen.Die Beiträge sind thematisch geordnet und beleuchtenjeweils ein Medienthema. Sie bieten einen Überblickund geben praktische Ratschläge für den Familienall-tag. Fremdwörter oder Fachbegriffe sind im Glossar aufden letzten Seiten der Broschüre erläutert.Viel Spaß damit!
  10. 10. 1010Erziehungsfragen – Medienfragen10Erziehungsfragen – MedienfragenAls ich klein war, hatten wir drei Fernsehprogramme.Später kamen irgendwann die Privatsender dazu. Oftdiskutierten wir in der Familie über die Medienflut, überstundenlanges Fernsehen, zu viel Werbung und ameri-kanische Serien, die meine Eltern viel zu oberflächlichfanden. Natürlich habe ich das nicht so gesehen. Auchheute denke ich nicht, dass mir MacGyver und KnightRider geschadet haben. Jetzt bin ich selbst Vater unddiskutiere mit meinen Kindern über Sinn und Unsinnvon Deutschland sucht den Superstar. Meine Kindersind jetzt acht und zehn und wachsen in einer kom-plett anderen Welt auf als meine Generation. Mediengehören nicht nur dazu, sie sind überall: Facebookund Computerspiele sind für meine Kinder noch keinThema, dafür sind sie noch zu jung. Doch das wird sichsicher bald ändern.Das Internet macht vieles einfacher und schneller. Ichbin überzeugt davon, dass digitale Medien eine Men-ge Chancen bieten und dass der Umgang mit ihnenheutzutage zu den Schlüsselkompetenzen gehört, dieKinder und Jugendliche beherrschen müssen. Nur werkritisch, souverän und kreativ mit den Möglichkeiten derMedienwelt umgehen kann, ist in der Lage, ihre Chan-cen optimal zu nutzen. Doch was kann ich als Vaterdazu beitragen?
  11. 11. 1111Erziehungsfragen – Medienfragen11ÜBERBLICKKinder und Jugendliche wachsen heute ganz selbstver-ständlich mit einer Vielzahl an Medien auf. Um einenverantwortungsvollen und angemessenen Umgang mitihnen zu lernen, brauchen sie von Anfang an Orientie-rung und Unterstützung. Sie müssen lernen, die Chan-cen und Risiken der verschiedenen Medien zu erken-nen und ihre Wirkung einzuschätzen. Verbote helfenhier nicht; im Gegenteil, Kinder müssen Erfahrungensammeln! Entscheidend ist außerdem das zum Alterpassende Medienangebot. Sowohl Filme im Fernsehen– ob Comic oder Dokumentarfilm –, Hörspiele im Radioals auch Computerspiele: Kinder müssen lernen, diesezu verstehen. Also sowohl ihre Machart, als auch dieEinordnung ihrer Inhalte. Das setzt voraus, dass KinderWissen mitbringen, das sie sich erst nach und nach mitunserer Hilfe erschließen. So können Kinder im Vor-Die Altersfreigaben von FSK (Freiwillige Selbstkontrolleder Filmwirtschaft) und USK (UnterhaltungssoftwareSelbstkontrolle) bieten eine gute Orientierung für Elternbei der Auswahl von Filmen und Spielen.schulalter aus Filmen und Sendungen oft nur einzelneEpisoden verarbeiten. Erst am Ende der Grundschul-zeit können sie sich auf längere Filme konzentrieren.Auch mit Werbung kommen Kinder tagtäglich in Berüh-rung, im Fernsehen und Radio, auf Verpackungen undSpielzeug, auf Plakaten in der Straße und in Bussenoder Bahnen. Kinder müssen daher lernen, einerseitsWerbung als solche zu erkennen sowie den wirtschaftli-chen Zusammenhang und die Verkaufsabsicht dahinterzu verstehen.Das Internet gehört in den meisten Familien zumAlltag. Die ersten Schritte im Internet sind spielerisch,die Aktivitäten und Themen beschränken sich meistauf Musik, Spiele, Tiere oder Sport. Spätestens wennKinder beginnen, Medien eigenständig zu entdecken,und sich ihr Spielraum im Internet vergrößert, sind klareAbsprachen wichtig.Was ist alles zu beachten, wenn Kinder zum ersten Malsurfen? Welche Angebote im Internet sind für Kleinkin-der geeignet oder eher ungeeignet? Was müssen sieüberhaupt über Medien wissen, damit ihnen am Endenichts fehlt, sie beruflich alle Chancen haben?
  12. 12. 1212Erziehungsfragen – Medienfragen12gestellt wird, muss sich nicht an deutsches Rechthalten. Nicht selten stoßen Kinder zufällig auf pro-blematische Inhalte, zum Beispiel durch Tippfehleroder auch bei der Eingabe ganz harmlos klingenderBegriffe in Suchmaschinen. Fragen Sie daher immerwieder nach, was Ihren Kindern im Netz begegnet,um Medienerlebnisse gemeinsam verarbeiten zukönnen. Lassen Sie sich von Ihrem Kind erklären,was es weiß und kann, und geben Sie Ihrem Kindmit, was Sie wissen. Versuchen Sie auf dem Laufen-den zu bleiben, denn Medienangebote entwickelnsich immer weiter.● Nicht nur Inhalte verändern sich, sondern auch dietechnischen Möglichkeiten. Dazu gehören beispiels-weise Filterprogramme, die Sie installieren können(siehe Kapitel „Filtersysteme Filtersoftware“). Siehelfen, dass problematische Inhalte geblockt werden.Doch so ausgereift die Technik inzwischen ist, siebietet keinen allumfassenden Schutz. Und: Filter er-setzen nicht die erzieherische Begleitung. SprechenSie mit Ihrem Kind, was erlaubt ist und was nicht.TIPPS FÜR ELTERN● Lassen Sie Ihre Kinder nicht alleine, sondern entde-cken Sie die Medien gemeinsam: Während Sie mitälteren Kindern über Werbung und andere Inhalte imNetz oder Fernsehen sprechen können, sollten Siejüngere Kinder so lange aktiv begleiten, bis sie sicherlesen und schreiben können. Das gilt besonders fürdas Internet. Besuchen Sie mit jüngeren Kindern fürsie geeignete Seiten, und schauen Sie sich Seiten,für die sich Ihr Kind interessiert, erst einmal selbstan. Kinder können Werbung noch nicht von redak-tionellen Inhalten unterscheiden, suchen Sie daherSeiten ohne Werbung aus. Unter „Links Literatur“haben wir für Kinder geeignete Seiten zusammen-gestellt (siehe auch Kapitel „Sicher starten“). Gehtes um Fernsehen oder auch Computerspiele, achtenSie auf Altersfreigaben, um Ihr Kind vor jugendge-fährdenden Inhalten zu schützen.● Gewaltdarstellungen und pornografische Inhaltesind im Netz verfügbar, selbst wenn sie gegen denJugendschutz verstoßen, denn das Internet kenntkeine Grenzen. Eine Seite, die in den USA ins Netz
  13. 13. 1313Erziehungsfragen – Medienfragen13NÜTZLICHE LINKS● www.lmz-bw.de/elternratgeberAuf MediaCulture-Online, dem Portal des Landes-medienzentrums Baden-Württemberg zur Medienbil-dung, finden Sie zu allen Themen dieses Ratgebersumfangreiche Links und Materialen. Die Informatio-nen werden regelmäßig auf ihre Aktualität hin über-prüft und ergänzt.● www.klicksafe.deDie EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz bietetInformationsmaterial und Broschüren zur Förderungder Medienkompetenz im Umgang mit dem Internetund digitalen Medien.● www.mpfs.deDer Medienpädagogische ForschungsverbundSüdwest (mpfs) veröffentlicht regelmäßig Studienzur Mediennutzung von Kindern (KIM-Studie) undJugendlichen (JIM-Studie).● www.bzga.deUnter „Infomaterialien“ finden Sie auf der Seite derBundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung dieBroschüre „Gut hinsehen und zuhören! - Ratgeberfür Eltern“.● www.bmfsfj.deAuf der Seite des Bundesministeriums für Familie,Senioren, Frauen und Jugend finden Sie umfangrei-che Informationen zum Thema Medienkompetenz(Rubrik Kinder und Jugend).ZAHLEN FAKTEN• Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest(mpfs) veröffentlicht regelmäßig Studien zur Medien-nutzung von Kindern (KIM-Studie) und Jugendlichen(JIM-Studie). Auf der Internetseite www.mpfs.de könnenSie die Studien herunterladen oder kostenfrei als Print-version bestellen.60% der Kinder sehen Abendsgemeinsam mit der Familie fern● www.schau-hin.infoDie Initiative „SCHAU HIN!“ gibt Eltern zahlreichealltagstaugliche Tipps und Empfehlungen, um ihreKinder im Umgang mit Medien zu stärken.● www.saferinternet.atSaferinternet.at unterstützt Kinder, Jugendliche, El-tern und Lehrende bei der sicheren Verwendung vonInternet, Handy und Computerspielen.Für Kinder geeignete Seiten und Suchmaschinen● www.internet-abc.de● www.internauten.de● www.helles-koepfchen.de● www.frag-finn.de● www.blinde-kuh.deFernsehtipps und -hinweise zu geeigneten Sendungen● www.flimmo.tv
  14. 14. 1515KommunikationLorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr15KOMMUNIKATIONSoziale Netzwerke: Facebook, SchülerVZ und Co.Chatten: Mit wem „plauderst“ du?Handy Smartphone
  15. 15. 1616KommunikationSoziale Netzwerke: Facebook, SchülerVZ und Co.16Soziale Netzwerke:facebook, schülerVZ und Co.Wochenlang geht das schon so. Seit meine 15-jährigeTochter bei Facebook ist, hängt sie nur noch vor demComputer. Wenn ich sie frage, was sie da macht, sagtsie: „Na, mit Freunden schreiben“. Mit Freunden? Ichverstehe nicht, wie man 400 Leute als seine Freundebezeichnen kann. Aber gut, die Zeiten ändern sich.Meine Schwester ist auch auf Facebook angemeldetund sogar mit ihren Kindern befreundet. Das wärenichts für mich. Was ich aber gut finde, ist die Möglich-keit, mit anderen Menschen auf der Welt zu kommu-nizieren. So hält meine Tochter schon seit einem JahrKontakt zu ihrer französischen Gastfamilie, bei der siezum Schulaustausch war. Sie schicken sich regelmäßigBilder und chatten auf Deutsch und Französisch. Soübt sie nebenbei sogar noch die Sprache.Meine anfängliche Sorge, dass jeder alles auf denProfilen sehen kann, hat sie mir nehmen können. „Manmuss halt die Privatsphären-Einstellungen gut ken-nen“, sagt sie. So finden einen die Personalchefs nicht.Das ist ihr wichtig, denn bald muss sie sich um einenAusbildungsplatz bewerben. Aber ist das wirklich allesso einfach? Ich weiß nicht... Vielleicht muss ich mir dasmal zeigen lassen.
  16. 16. 1717KommunikationSoziale Netzwerke: Facebook, SchülerVZ und Co.17ÜBERBLICKDie liebste Onlinebeschäftigung von Jugendlichen istdie Kommunikation mit anderen. Soziale Netzwerke wieFacebook, Google+ oder die VZ-Netzwerke (z.B. Schü-lerVZ) greifen dieses Bedürfnis nach Gemeinschaftauf und schaffen eine Plattform, auf der man sich mitanderen Menschen verbinden kann. Nutzer könnenProfile erstellen, in denen sie sich und ihre Interessendarstellen, „Freunde“ beziehungsweise Kontakte hinzu-fügen oder vielfältigste andere Funktionen nutzen. DieFaszination von Sozialen Netzwerken liegt darin,● sich in den Profilen über Statusmeldungen, Links,Fotos oder Videos selbst darzustellen und Tagebuchüber das eigene Leben zu führen,● die eigene menschliche Neugier zu befriedigen,sprich zu erfahren, mit was sich die anderen beschäf-tigen, mit wem sie befreundet sind und wie sie sichpräsentieren,Screenshot: Auszug aus den Allgemeinen Geschäfts-bedingungen (AGB) von Facebook. Der Umfangschreckt viele ab.● über Nachrichten, Chat, Pinnwandeinträge oderKommentare zu kommunizieren,● Gemeinschaft über Gruppenzugehörigkeit, Fotos undMarkierungen herzustellen und zu pflegen,● Computerspiele zu spielen,● sich kreativ zu betätigen, beispielsweise über Foto-collagen,● Informationen zu vielfältigsten Themen zu erhalten.Soziale Netzwerke funktionieren nur auf der Basiseiner Gemeinschaft mit Kontakten beziehungsweiseFreunden. Der Freundesbegriff ist auf den ersten Blickverwirrend. Doch fragt man bei Jugendlichen nach, werihre Facebook-Freunde sind, stellt man schnell fest,dass sie zwischen Freundschaft im „echten Leben“, dieoftmals über Jahre hinweg und unabhängig vom Inter-net gewachsen ist, und bloßer Facebook-Bekanntschaftunterscheiden können.
  17. 17. 1818KommunikationSoziale Netzwerke: Facebook, SchülerVZ und Co.18sollte diese Einstellung deaktivieren. Diese befindetsich ebenfalls unter den Privatsphäre-Einstellungen.● Der beste Privatsphärenschutz ist übrigens, keineKontaktdaten wie Adresse oder Telefonnummereinzustellen. Soziale Netzwerke bieten genügendinterne Kontaktmöglichkeiten. Außerdem sammelndie Anbieter der Netzwerke jede kleinste Information,die jemals in die Netzwerke gestellt wurde. Vermit-teln Sie Ihren Kindern: „Denk nach, bevor du etwaspostest.“● Wenn Soziale Netzwerke das Familienleben domi-nieren und Konflikte schüren, so helfen oft gemein-sam vereinbarte Nutzungsregeln. Akzeptieren Siediese neue Form des Erlebens von Gemeinschaft,sprechen Sie mit Ihren Kindern aber auch über IhreSorgen und Ängste. Für Menschen, die keine Sozia-len Netzwerke nutzen, erschließen sich die positivenMöglichkeiten und Teilhabechancen häufig nicht.● Der beste Tipp ist: Melden Sie sich in den Netzwer-ken an, in denen Ihre Kinder aktiv sind und bleibenSie auf dem Laufenden, was Neuerungen angeht.Sie können hierfür auch eine ganz neue E-Mail-Ad-resse anlegen und zunächst Ihre Sichtbarkeit in denPrivatsphäre-Einstellungen beschränken. So könnenSie sich in Ruhe mit der Plattform vertraut machen.Soziale Netzwerke setzen in der Regel ein Mindestaltervoraus. Diese Maßnahme dient dem Kindermedien-schutz. Sich bei Facebook anzumelden ist beispiels-weise erst ab 13 Jahren erlaubt.TIPPS FÜR ELTERNEntgegen der weitläufigen Meinung, auf Sozialen Netz-werken sei alles öffentlich, bieten die Plattformen inder Regel umfangreiche Möglichkeiten, Inhalte einge-schränkt zur Verfügung zu stellen.Allerdings muss man selbst aktiv werden:● Bei Facebook beispielweise können Nutzerinnen undNutzer in den Privatsphäre-Einstellungen die Sicht-barkeit ihres Profils einstellen.● Für Minderjährige gelten besondere Regeln. So istdie maximale Sichtbarkeit bei Minderjährigen be-schränkt: Nur „Freunde von Freunden“ haben hierEinblick. Auch die öffentliche Suche via Suchmaschi-nen (beispielsweise Google) ist ausgeschlossen.● Facebook-Freunde lassen sich in Listen organisie-ren. Facebook bietet an, diese Listen automatisch zuerzeugen und erstellt sogenannte „intelligente Listen“automatisch nach den im Profil ausgefüllten Infor-mationen. Beispiel: Wenn Sie angeben, dass Sie die„Musterschule Musterstadt“ besucht haben, ordnetFacebook dieser Liste automatisch alle Freunde zu,die ebenfalls angegeben haben, auf dieser Schule(gewesen) zu sein.Tipp: Selbst Listen erstellen und festlegen, mit wel-chen Freunden man weniger Informationen teilenmöchte.● Standardmäßig ist bei Facebook die Einstellung akti-viert, dass jedes Profil über die Google-Suche gefun-den werden kann. Wer nicht gefunden werden will,
  18. 18. 1919KommunikationSoziale Netzwerke: Facebook, SchülerVZ und Co.19NÜTZLICHE LINKS● www.lmz-bw.de/elternratgeberAuf MediaCulture-Online, dem Portal des Landes-medienzentrums Baden-Württemberg zur Medienbil-dung, finden Sie zu allen Themen dieses Ratgebersumfangreiche Links und Materialen. Die Informatio-nen werden regelmäßig auf ihre Aktualität hin über-prüft und ergänzt.● www.klicksafe.deDie EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz bietetInformationsmaterial und Broschüren zur Förderungder Medienkompetenz im Umgang mit dem Internetund digitalen Medien.● www.facebook.comAuf Facebook haben auch Nicht-Mitglieder die Mög-lichkeit, den Hilfebereich sowie die Nutzungsbedin-gungen zu lesen. Diese befinden sich ganz unten aufder Website.● www.watchyourweb.deJugendliche finden auf dieser Seite unter anderemAntworten auf die Frage nach einer sicheren Nutzungvon Sozialen Netzwerken.ZAHLEN FAKTEN• Weltweit nutzen über eine Milliarde Menschen Face-book (Stand: Oktober 2012). 24 Millionen Deutschesind registriert. Im Schnitt haben die Nutzer 130 Freun-de. 50 Prozent loggen sich täglich auf Facebook ein.(Quelle: allfacebook.de)facebook nutzenDeutsche sindregistriert1 mrd. Menschen24 mio
  19. 19. 2020KommunikationChatten: Mit wem „plauderst“ du?20CHATTEN: Mit wem „plauderst“ du?Wenn Tobias (14 Jahre) nach Hause kommt und seineHausaufgaben erledigt hat, ist häufig Chatten ange-sagt. Meistens chattet er auf Facebook oder ICQ. FürTobias ist Chatten Zeitvertreib oder einfach praktisch,wenn er mal keine Zeit hat, um sich mit seinen Freun-den zu treffen. Oft habe ihm das Chatten schon beischulischen Angelegenheiten geholfen, etwa wenn erdie Hausaufgaben vergessen hatte oder nicht wusste,wann die nächste Klassenarbeit ansteht. Wo Gefahrenbeim Chatten lauern können, darüber haben wir mit un-serem Sohn schon ganz am Anfang seiner Streifzügedurchs Internet gesprochen. Keine Treffen mit unbe-kannten Leuten aus dem Chat und niemals den echtenName oder die Adresse nennen – das ist für Tobiasmittlerweile selbstverständlich. Er chattet gerne undoft, weil es ihm Spaß macht und er der Meinung ist,dass er die Risiken ganz gut einschätzen kann. „Wennich chatte, dann meistens mit Leuten, die ich wirklichkenne, bei Fremden bin ich vorsichtig.“
  20. 20. 2121KommunikationChatten: Mit wem „plauderst“ du?21ÜBERBLICKBriefe schreiben war gestern, heute wird online ge-plaudert: Kinder und Jugendliche nutzen das Internetvor allem zur Kommunikation. Fast die Hälfte ihrer Zeitam Computer verbringen sie damit, sich mit ande-ren auszutauschen (JIM-Studie 2011). Beim Chatten(englisch, übersetzt: plaudern) wird von Computer zuComputer in Echtzeit über Textnachrichten kommuni-ziert. Dabei können auch Bilder, Videos oder Musik-dateien verschickt werden. Chatten geht schnell undhat Vorteile: Jugendliche können über Wohnort- undLändergrenzen hinweg Kontakte knüpfen und pflegen,mit Gleichaltrigen oder Gleichgesinnten im elternfreienRaum kommunizieren, schnell die Mathehausaufga-ben austauschen oder sich mit Freunden spontan zumKinobesuch verabreden.Screenshot eines Chats: In Chats tauschen sich vieleüber ihren Alltag aus, das macht auch Kindern undJugendlichen Spaß.Für die Online-Plaudereien werden meist Soziale Netz-werke (Facebook und andere), Chats und Messengerwie beispielsweise ICQ genutzt. Gechattet wird nichtunter dem richtigen Namen, sondern mit einem Pseu-donym (Nickname). Man kann anonym bleiben undselbst bestimmen, wie intensiv man sich am Austauschim Chat beteiligt. Das Spiel mit der eigenen Identitätund das Austesten anderer Rollen sind für Jugendlicheebenfalls reizvoll.Das Internet als Kontaktbörse zu nutzen, birgt nebenvielen Vorteilen auch Risiken: Es gibt keine Sicherheitdafür, dass das Gegenüber auch der ist, für den er sichausgibt. In der Anonymität des Internets sind verbalesexuelle Belästigungen und pornografische oder ge-walthaltige Inhalte keine Seltenheit. Beleidigungen undBeschimpfungen können im Internet sehr schnell undanonym verbreitet werden (siehe Kapitel „Cybermob-bing“). Doch wer die Gefahren kennt, kann sich schüt-zen.
  21. 21. 2222KommunikationChatten: Mit wem „plauderst“ du?22● Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass es sich beiFremdkontakten nie sicher sein kann, wer sich hinterdem Nickname verbirgt. Deshalb sollten sich Kin-der und Jugendliche niemals zu realen Treffen mitChatpartnern, die sie nicht aus dem wirklichen Lebenkennen, verabreden.● Interessieren Sie sich dafür, auf welcher Plattform IhrKind chattet und mit wem es dort plaudert. Bieten SieHilfe an, wenn Ihren Kindern etwas merkwürdig oderunangenehm vorkommt.● Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, auf welchen Plattfor-men es chattet.Was tun, wenn Ihr Kind dennoch unangenehme Erfah-rungen im Chat gemacht hat?● Zunächst ist es ratsam, Ruhe zu bewahren und mitihrem Kind zu sprechen. Bringen Sie in Erfahrung,was genau passiert ist.● Dokumentieren Sie die Belästigungen mit Hilfe vonScreenshots, notieren Sie auch Datum und Uhrzeitdes Vorfalls.● Melden Sie den Vorfall dem Chatbetreiber, dieserist gesetzlich verpflichtet, auffällige Nutzer aus demChat auszuschließen.● In schweren Fällen, beispielsweise bei sexuellerBelästigung, erstatten Sie bei der Polizei Anzeige.TIPPS FÜR ELTERNBegegnen Sie den Interessen Ihres Kindes offen.Sehen Sie nicht nur die Gefahren, sondern auch dieVorteile und den Spaß, wenn Ihr Kind einfach undschnell weltweit kommunizieren kann. Themen-Chatsbieten Austausch mit Gleichgesinnten; bei internationa-len Kontakten können Jugendliche ihre Sprachkennt-nisse verbessern. Auch ein längerer Auslandsaufenthalteines Klassenkameraden führt nicht zwangsläufig zurFunkstille, da sich die Freunde online treffen können.● Für jüngere Kinder gibt es spezielle Kinder-Chats(zum Beispiel www.seitenstark.de), die moderiertsind. In diesen Chats werden alle Nachrichten, bevorsie online gehen, von einem Moderator gelesen undgeprüft.● Auf welcher Plattform Kinder unterwegs sind, be-stimmt ab einem gewissen Alter erfahrungsgemäßder Freundeskreis: Man trifft sich dort, wo alle sind.Deshalb ist es wichtig, Kinder und Jugendlicherechtzeitig über die Gefahren beim Chatten aufzuklä-ren und Verhaltensregeln mit ihnen zu vereinbaren.Denn: Verbote helfen wenig. Sie führen unter Um-ständen nur dazu, dass Ihr Kind Sie nicht mehr übernegative Erfahrungen informiert.● Grundsätzlich gilt: Je weniger Privates über Ihr Kindim Netz steht, umso sicherer ist es unterwegs. Dasgilt auch für Fotos. Erklären Sie Ihrem Kind, dassbeim Chatten mit Fremden persönliche Daten wieName, Schule oder Adresse sowie Fotos und Videos(Webcam), Telefon- und Handynummer sowie privateE-Mail-Adresse absolut tabu sind.
  22. 22. 2323KommunikationChatten: Mit wem „plauderst“ du?23NÜTZLICHE LINKS● www.lmz-bw.de/elternratgeberAuf MediaCulture-Online, dem Portal des Landes-medienzentrums Baden-Württemberg zur Medienbil-dung, finden Sie zu allen Themen dieses Ratgebersumfangreiche Links und Materialen. Die Informatio-nen werden regelmäßig auf ihre Aktualität hin über-prüft und ergänzt.● www.chatten-ohne-risiko.netDie Seite gibt einen Überblick über das Thema undzahlreiche Tipps für Eltern. Die gleichnamige Chat-Broschüre wurde von jugendschutz.net erstellt. Sieinformiert umfassend über die Faszination Chatten,die Risiken und die Schutzmöglichkeiten. In einemChat-Atlas werden 33 Kommunikationsangebotebewertet.● www.klicksafe.deDie EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz bietetInformationsmaterial und Broschüren zur Förderungder Medienkompetenz im Umgang mit dem Internetund digitalen Medien.● www.bsi-fuer-buerger.deDas Bundesamt für Sicherheit in der Informations-technik gibt Tipps für eine sichere Kommunikation imNetz und informiert über mögliche Gefahren.● www.mpfs.deDer Medienpädagogische ForschungsverbundSüdwest (mpfs) veröffentlicht regelmäßig Studienzur Mediennutzung von Kindern (KIM-Studie) undJugendlichen (JIM-Studie).ZAHLEN FAKTENE-Mail. (Quelle: JIM-Studie 2011, www.mpfs.de)• Kinder zwischen sechs und 13 Jahren nutzen im Schnittzumindest einmal pro Woche Chatrooms. Der Anteilsteigt mit dem Alter deutlich an, bei den Zwölf- bis13-Jährigen ist jeder Zweite regelmäßig in Chatrooms.Die Frage nach den genutzten Chatrooms zeigt, dassKinder und Jugendliche unter diesem Begriff auch dieAngebote in Sozialen Netzwerken und Instant Messen-gers verstehen. (Quelle: KIM-Studie 2010,www.mpfs.de).44%der Nutzungszeit im Internet ver-bringen Jugendliche mit Kommuni-kation, in Sozialen Netzwerken, imChat, mit Instant Messengers oder● www.seitenstark.deAuf dieser Plattform können Kinder in einemmoderierten und sicheren Chat Erfahrungenmit dieser Form der Kommunikation sammeln..
  23. 23. 2424KommunikationHandy Smartphone24Handy smartphoneNeulich auf der Klassenfahrt meiner Tochter: Um sichdie langweilige Fahrt mit der Regionalbahn zu ver-süßen, hören Clara und ihre Freundinnen Musik undtauschen sich über die neuesten Trends aus. Handyswaren vonseiten der Schule zwar erlaubt, die Gerätesollten aber nur für den Notfall da sein. Irgendwie klar,dass sich nicht alle daran halten. Die Mädchen ziehenalso die Gardinen im Abteil zu und schalten ihre Han-dys ein. Bei den Sechstklässlerinnen sind im Momentschöne Fotos für den Bildschirm besonders beliebt.Statt teure Abos abzuschließen haben die Mädchenbessere Ideen – sie fotografieren ihre Starposter ab.Schnell entsteht eine kleine Tauschbörse, indem siesich die Fotos via Bluetooth-Funktion zuschicken.Clara bekommt ein selbstgemaltes Hello-Kitty-Bild.Auch das Handy ihrer Freundin Sarah piept. Sie klicktohne zu überlegen auf „annehmen“, aber was ist das?Ein Video startet und ein eindeutiges Stöhnen schalltim Abteil. Die Szene auf dem Bildschirm lässt keinenZweifel zu: Ein Pornovideo. Verschämt schauen sichdie Freundinnen an. In diesem Moment steckt die Klas-senlehrerin ihren Kopf ins Abteil. Hastig stoppt Sarahdas Video. Die Lehrerin hat das Handy samt Video ansich genommen und mit den Schülern das Problem of-fen angesprochen und gemeinsame Regeln vereinbart.
  24. 24. 2525KommunikationHandy Smartphone25ÜBERBLICKMit der Aussage „Aber alle haben ein Handy!“ liegenschon Sechsjährige ihren Eltern in den Ohren unddrängen auf den Kauf eines eigenen Gerätes. Welcheerzieherischen Pflichten gehen Eltern ein, wenn siedem Handywunsch nachkommen?Die Kinder haben nicht unrecht, wenn sie betonen,dass ein neues Smartphone heute „dazu gehört“. Die-sem Statussymbol kommt teilweise eine hohe emotio-nale Bedeutung zu, da durch die Nutzung bestimmterApps die Kommunikation mit der Clique immer undüberall möglich ist. SMS oder „What‘s App“-Nachrichtenzu verschicken, ist für die meisten Handynutzer wichtig.Gleiches gilt für Telefonieren, Fotografieren oder Musikhören. Auch die Bluetooth-Funktion, Spiele und Nach-richtendienste sind sehr populär.Kinder und Jugendliche, die ein Smartphone besitzen,nutzen es, um immer und überall online zu sein undsich auch unterwegs in Sozialen Netzwerken zu agie-ren. Das Smartphone ist mobiler Datenspeicher, Kame-ra, Spielkonsole und Kommunikationszentrale, in derSMS, E-Mail, Nachrichten von Sozialen Netzwerkenund Chats zusammenlaufen. Jugendliche nutzen denMinicomputer zur Organisation ihres Alltags: Morgensklingelt der Handywecker, der Kalender erinnert anKlassenarbeiten, die GPS-Funktion zeigt den Weg an.Auch Eltern profitieren vom Handy ihrer Kinder, gibt esihnen doch die Sicherheit, ihr Kind ständig erreichen zukönnen, auch im Notfall.Smartphones und Tablets sind mobile Alleskönner. Hiersollten Eltern ein Modell mit umfangreichen Sicher-heitseinstellungen wählen, wenn es später auch vomeigenen Kind genutzt werden soll.
  25. 25. 2626KommunikationHandy Smartphone26● Bei modernen Smartphones ist die Verlockung groß,alle Funktionen und Apps zu nutzen. Für das Herun-terladen von (kostenlosen) Apps ist eine Internetver-bindung notwendig, die meist kostenpflichtig ist.Tipp: Mit dem Smartphone über das WLAN zu Hausekostenlos surfen oder einen der freien WLAN-Spotsunterwegs nutzen. Ab wann ist eine Datenflatratenotwendig? Kosten und Nutzen müssen abgewogenwerden. Vergleichen Sie gemeinsam mit Ihrem KindAnbieter und Kosten.● Die Bluetooth-Schnittstelle ist eine beliebte Funktion.Hier gilt die Regel: Der Gerätename sollte so gewähltwerden, dass Fremde das Gerät nicht dem Besitzerzuordnen können. Um Missbrauch vorzubeugen,sollte die Bluetooth-Verbindung bei Nichtbenutzungimmer ausgeschaltet werden. Bei modernen Handysschaltet sich die Funktion meist nach einigen Minutenautomatisch aus.● Mit der Handy-Fotofunktion können Bilder mitGPS-Daten (geografischen Koordinaten) verknüpftwerden. Diese Aktion wird auch als Geotaggingbezeichnet. Sie können diese Funktion deaktivierenbeziehungsweise die ortsbezogenen Daten späterlöschen. Ein positiver Einsatz von GPS-Daten istdas Geocaching. Diese digitale Schnitzeljagd bringtdie ganze Familie mit dem Handy in Bewegung undmacht Spaß.TIPPS FÜR ELTERNDie technische Entwicklung von Handys und Smartpho-nes ist rasant. Eltern fühlen sich hier schnell abgehängtund stehen vor der Herausforderung, mit der neuenTechnik mitzuhalten und den Medienumgang ihrerKinder richtig einzuschätzen. Wichtig ist, sich mit denMöglichkeiten und Risiken der Handynutzung ausei-nanderzusetzen und frühzeitig Regeln aufzustellen.Diese Regeln sollen zu Ihrem Kind passen, Pauscha-lantworten sind schwer möglich. Im gemeinsamenGespräch können Sie klären, wofür das Wunschhandygebraucht wird und worauf geachtet werden soll.Hier einige Ratschläge:● Erkennen Sie an, dass das Handy im Alltag vonKindern und Jugendlichen eine wichtige Rolle spielt.Lassen Sie sich von Ihrem Kind erklären, was esfaszinierend daran findet und welche Funktionen esbenutzt. Interesse ist bereits die Basis für ein Ge-spräch über die Vor- und Nachteile. Auch falls es zuProblemen kommt (beispielsweise einer hohen Tele-fonrechnung) ist ein Handy-Verbot keine dauerhafteLösung, zumal es die Gesprächsbasis gefährdet.● Für Handy-Neulinge ist der Einstieg mit einer Pre-paidkarte ausreichend. Sie behalten so den Überblicküber tatsächliche Kosten und laufen nicht Gefahr,ihr Taschengeldbudget zu sprengen. Legen Sie mitIhrem Kind von Anfang an fest, wer für die Handykos-ten aufkommt, und was passiert, wenn die Rechnungdoch einmal höher ausfällt.
  26. 26. 2727KommunikationHandy Smartphone27NÜTZLICHE LINKS● www.lmz-bw.de/elternratgeberAuf MediaCulture-Online, dem Portal des Landes-medienzentrums Baden-Württemberg zur Medienbil-dung, finden Sie zu allen Themen dieses Ratgebersumfangreiche Links und Materialen. Die Informatio-nen werden regelmäßig auf ihre Aktualität hin über-prüft und ergänzt.● www.klicksafe.deDie EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz bietetInformationsmaterial und Broschüren zur Förderungder Medienkompetenz im Umgang mit dem Internetund digitalen Medien.● www.mpfs.deDer Medienpädagogische ForschungsverbundSüdwest (mpfs) veröffentlicht regelmäßig Studienzur Mediennutzung von Kindern (KIM-Studie) undJugendlichen (JIM-Studie).● www.handysektor.deDie Internetseite informiert über die sichere Nutzungvon mobilen Netzen, zum Beispiel WLAN, Mobiltele-fon, Notebook, Spielkonsole und Bluetooth.● www.bmfsfj.deAuf der Seite des Bundesministeriums für Familie,Senioren, Frauen und Jugend finden Sie umfangrei-che Informationen zum Thema Medienkompetenz(Rubrik Kinder und Jugend). Dort gibt es auch dieBroschüre „Handy ohne Risiko? Mit Sicherheit mobil– ein Ratgeber für Eltern“.ZAHLEN FAKTEN• In der JIM-Studie 2011 werden jährlich Jugendlicheunter anderem nach ihrer Handynutzung befragt: 18Prozent der Mädchen und 13 Prozent der Jungen schi-cken Dateien per Bluetooth. Insgesamt ist die Ausstat-tung mit Handys sehr hoch: 96 Prozent der Befragtenbesitzen ein Handy, 25 Prozent haben ein eigenesSmartphone.(Quelle: www.mpfs.de)96% der Jugendlichensind mit einemHandy ausgestattet25%18%13%der Mädchender JungenverschickenDateien überbluetoothdavon besitzenein Smartphone● www.geocaching.deDie Seite bietet Informationen zur Frage, wie einedigitale Schnitzeljagd abläuft, welche Voraussetzun-gen notwendig sind und welche Dinge man beachtensollte.
  27. 27. 2929KommunikationLorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr29DATENSCHUTZ RECHTEOnline-Geschäfte und AbofallenRunterladen, tauschen, nutzenDatenschutz und Persönlichkeitsrechte
  28. 28. 30Datenschutz RechteOnline-Geschäfte und Abofallen30Online-Geschäfte und AbofallenAusgerechnet mir musste es passieren, mir, die ichschon so oft von betrügerischen Machenschaftenim Internet gehört hatte. Ich wollte ein kostenlosesProgramm herunterladen und klickte auf „Jetzt down-loaden“. Es öffnete sich ein Fenster und ich wurdeaufgefordert, persönliche Daten anzugeben. Ich hattees eilig, dachte nicht weiter nach, gab Name, Adresseund E-Mail-Adresse an – fertig. Was ich nicht bemerkthatte, war ein kleiner Hinweis am Bildschirmrand, dassich mit dem „OK“ bei der Dateneingabe ein Abo für denDownload von Software für zwei Jahre angeklickt hatte.Ich vergaß den Vorgang, bis Monate später eine Rech-nung ins Haus flatterte. Ich soll ein Abo abgeschlossenhaben, für das nun 96 Euro zu zahlen seien. Ich hattekeine Ahnung und entschied, nicht zu reagieren – dasmusste ja ein Irrtum sein.Einige Wochen später wurde es ernster: Ein Inkasso-büro hatte sich der Sache angenommen und drohte mitweiteren Forderungen, wir waren bereits bei 142 Euro.Jetzt wurde es mir doch mulmig. Zum ersten Mal über-legte ich ernsthaft, um was es sich handeln könnte undrecherchierte im Netz. Glücklicherweise fand ich eineSeite der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg mitTipps für entsprechende Fälle. Die Verbraucherzentraleempfiehlt stur zu bleiben und nicht zu bezahlen undhält online Musterbriefe bereit. Ich schrieb also einenderartigen Brief. Es folgten zwei weitere Mahnungen,auf die ich nicht mehr reagierte. Nach etwa eineinhalbJahren blieb es endlich ruhig an der Inkassofront.
  29. 29. 31Datenschutz RechteOnline-Geschäfte und Abofallen31ÜBERBLICKEs gibt nichts, was es nicht gibt im Internet, und soverwundert es nicht, dass Online-Einkaufen immerbeliebter wird. Online einkaufen funktioniert einfachund schnell und lässt sich bequem von zu Hause auserledigen. Es gibt keine Öffnungszeiten und über ent-sprechende Portale lassen sich Preise und Angebotegut vergleichen. Sogar Bankgeschäfte sind rund um dieScreenshot von Amazon: Online einkaufen ist kinder-leicht. Gerade deshalb sind Regeln wichtig.Uhr möglich, Downloads stehen sofort zur Verfügungund die Versandware aus den Onlineshops kommtnach wenigen Tagen. Gratishefte testen, Klingeltöneumsonst ordern, kostenlos Spiele herunterladen oder50 freie SMS nutzen: Das Netz ist voll von Lockan-geboten. Doch manchmal geht es zu schnell und zueinfach: Dass sich hinter dem Gratisheft ein kosten-pflichtiges Jahresabonnement versteckt oder es nachder fünfzigsten Frei-SMS richtig teuer werden kann,steht oft nur im Kleingedruckten. Nicht nur Jugendlichelassen sich beispielsweise durch auffällig blinkendeGratisangebote vom verstecken Kostenhinweis auf derSeite ablenken, und das Lesen der Allgemeinen Ge-schäftsbedingungen (AGB) ist nicht nur öde, sondernwegen der kleinen Schrift oft auch mühsam.Seriöse Anbieter gewähren ein Rücktritts- oder Rück-gaberecht und bieten über Firmenadresse und Telefon-nummer Kontaktmöglichkeiten für zusätzliche Informati-onen oder Reklamationen. Unseriöse Geschäftemachersitzen häufig im Ausland oder geben nur ein Postfachan. Oft wird im Internet auch mit Gewinnhinweisen zumKlicken animiert. Auch wenn die Preise verlockend sind– bleiben Sie standhaft.
  30. 30. 32Datenschutz RechteOnline-Geschäfte und Abofallen32● Reagieren Sie nicht auf E-Mails, sondern warten Sieauf eine Zahlungsaufforderung per Post. Sichern Sieden E-Mail-Verkehr mit dem Anbieter und machenSie Screenshots von der Angebotsseite. So könnenSie später beweisen, dass Sie nicht ausreichendinformiert wurden.● Weisen Sie die Forderung zurück und legen Sie perEinschreiben Widerspruch gegen den Kaufvertragein. Reagieren Sie auf gerichtliche Mahnbescheideund legen Sie auch hier sofort Widerspruch ein, dadas Amtsgericht zuvor nicht prüft, ob die Forderungberechtigt ist.● Auch im Internet gilt: Nur wer 18 Jahre alt ist, istuneingeschränkt geschäftsfähig. Kinder unter sie-ben Jahren sind nicht geschäftsfähig. Käufe, die sietätigen, sind daher unwirksam. Kinder ab siebenJahren und Jugendliche unter 18 Jahren können nurKaufverträge abschließen, deren finanzielle Verpflich-tung sie mit ihrem Taschengeld begleichen können(Taschengeldparagraf). Käufe, die nicht altersgemäßoder unangemessen sind, werden nur dann rechtlichwirksam, wenn die Eltern sie ausdrücklich genehmi-gen. Dies gilt auch für den Fall, dass Ihr Kind bei derAltersangabe geschummelt hat, dieses Risiko trägtder Anbieter. Hilfe und Rechtsberatung gibt es beiden Verbraucherzentralen. Sie stellen auch Muster-briefe für den Widerspruch als Download zur Verfü-gung.TIPPS FÜR ELTERN● Schauen Sie sich die Seiten genau an und scrol-len Sie bis zum Seitenende. Lassen Sie sich durchauffällige Umrahmungen oder grelle, blinkendeGestaltung des Gratisangebots nicht vom Text amSeitenrand ablenken. So mühsam es auch ist, lesenSie die AGB sorgfältig und komplett durch. AchtenSie darauf, dass Ihnen ein Rücktritts- oder Rückga-berecht gewährt wird und schauen Sie im Impressumnach dem Firmensitz.● Informieren Sie Ihr Kind darüber, dass im Internetauch unseriöse Anbieter unterwegs sind, die gut-gläubigen Kunden das Geld aus der Tasche ziehenwollen. Erklären Sie ihm, dass es persönliche Datenwie Name, Adresse, Wohnort oder Handynummernicht ohne Rücksprache mit Ihnen weitergeben soll.● Vereinbaren Sie Regeln für Onlinegeschäfte, bei-spielsweise, dass Downloads nur in Absprache mitIhnen gemacht werden. Überprüfen Sie die Inter-netseite gemeinsam mit Ihrem Kind, scrollen siedabei immer bis zum Seitenende. Die Verwendungvon speziellen Kindersuchmaschinen verringert dasRisiko für Kinder, abgezockt zu werden. Wenn esdennoch passiert, bleiben Sie ruhig und lassen Siesich nicht von Inkassobüros unter Druck setzen. Ge-schäfte, bei denen beispielsweise nur in den AGB aufdie Kostenpflicht hingewiesen wird, sind ungültig.
  31. 31. 33Datenschutz RechteOnline-Geschäfte und Abofallen33NÜTZLICHE LINKS● www.lmz-bw.de/elternratgeberAuf MediaCulture-Online, dem Portal des Landes-medienzentrums Baden-Württemberg zur Medienbil-dung, finden Sie zu allen Themen dieses Ratgebersumfangreiche Links und Materialen. Die Informatio-nen werden regelmäßig auf ihre Aktualität hin über-prüft und ergänzt.● www.kindersache.deDas Deutsche Kinderhilfswerk e.V. bietet altersge-rechte Informationen für Kinder rund ums ThemaRechte.● www.vz-bawue.deDie Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hilft beiKostenfallen im Netz weiter. Hier gibt es Musterbriefeund eine Liste dubioser Anbieter.● www.surfer-haben-rechte.deDiese Internetseite ist ein Projekt des Verbraucher-zentrale Bundesverbandes. Ziel ist, Verbraucher zubefähigen, sich sicher im Internet zu bewegen undüber Verbraucherrechte im Netz zu informieren.● www.klicksafe.deDie EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz bietetInformationsmaterial und Broschüren zur Förderungder Medienkompetenz im Umgang mit dem Internetund digitalen Medien.● www.deinding.vzniedersachsen.deIm Beratungsforum „Kostenfalle Internet“ der Ver-braucherzentrale Niedersachsen kann man sehen,ZAHLEN FAKTEN• In der Bevölkerung wächst das Vertrauen in Online-transaktionen: Nur jeder Neunte (elf Prozent) verzichtetaus Sicherheitsgründen auf Onlineshopping, Inter-netbanking und andere Geschäftstätigkeiten im Netz.(Quelle: BITKOM-Umfrage 2012)• 75,9 Prozent der Deutschen sind online, davon kaufen7 % mindestens einmal die Woche im Netz ein. (Quelle:ARD/ZDF-Onlinestudie 2012)der Bevölkerungverzichtet auf Online-Transaktionen11 %7 %Anteil der Internet-Nutzer, die einmalwöchtentlich onlineeinkaufenwie viele Jugendliche schon im Netz abgezocktwurden.● www.bsi-fuer-buerger.deDas Bundesamt für Sicherheit in der Informations-technik bietet unter anderem Informationen zumThema „Abzocker und Spione“.
  32. 32. 34Datenschutz RechteRunterladen, tauschen, nutzen34Runterladen, Tauschen, NutzenDas Herunterladen von Musik aus Tauschbörsen kannganz schön teuer werden. Ein Bekannter von uns wur-de dabei erwischt und musste tief in die Taschen grei-fen. Seitdem haben wir das unserem Sohn verbotenund ihm legale Downloadportale empfohlen, um sichdort Musik zu kaufen. Die MP3-Dateien dort sind auchmeist billiger als CDs im Laden. Außerdem nehmen wirSongs aus Internet-Radios auf, dafür gibt es kostenloseProgramme und das Ganze ist für den ausschließlichprivaten Gebrauch legal – so, wie wir früher Musik aufTonband oder Kassetten aufgenommen haben.Zudem gibt es Videoportale, bei denen man sich Songsanhören und Videos ansehen kann. Mein Sohn hat sei-ne Lieblingssongs in Playlists gespeichert und kann sieso immer wieder anhören. Herunterladen darf man sichdie Songs nicht, auch wenn es dafür viele kostenloseProgramme gibt, denn dafür sind die Portale nicht ge-dacht. Neulich habe ich von Musik-Streaming-Portalengelesen, bei denen man eine monatliche Gebühr be-zahlt und dafür auf eine umfangreiche Musiksammlungmit neuen und älteren Songs zurückgreifen kann. Undfür Filme nutzen wir Online-Videotheken, bei denenman sich eine DVD bestellen oder die Filme direktonline ansehen kann. Hier muss man natürlich für dieFilme bezahlen, wie in anderen Videotheken, ist aberrechtlich auf der sicheren Seite. Von Web-Anbietern,die kostenlos Filme bereithalten, lassen wir lieber dieFinger.
  33. 33. 35Datenschutz RechteRunterladen, tauschen, nutzen35ÜBERBLICKDas Unrechtsbewusstsein für illegale Downloads ist beiKindern und Jugendlichen meist schwach ausgeprägt.Oft herrscht die Meinung, dass, wenn es technisch gehtund es „alle“ machen, es nicht so schlimm sein könne.Die Tatsache, dass Künstler (ob Schauspieler oderMusiker) hart arbeiten müssen und dabei oft relativ we-nig verdienen, dass es nur ganz wenige gibt, die Starswerden und mit ihrer Kunst Geld verdienen, das stehtleider weder in der Bravo noch wird es bei RTL gezeigt,sondern das müssen Eltern ihren Kindern vermitteln.Es gilt, ein Bewusstsein für die Wertigkeit von Kunstund Kultur zu schaffen und die Rechtslage anzuerken-nen. Demnach ist es eben kein Kavaliersdelikt, Filmeund Musik kostenlos im Internet zu konsumieren, wenndie Urheber das nicht wünschen.Inzwischen gibt es immer mehr kostenlose und legaleAngebote im Netz, die sich über Werbung finanzieren –beispielsweise zum Musikhören (hier abgebildet: www.spotify.com) oder Fernsehen.Interessant sind sogenannte „freie Inhalte“, die untereiner Creative-Commons-Lizenz oder einer anderenfreien Lizenz veröffentlicht werden. Das bedeutet, dassdie Künstler ihr Urheberrecht behalten, den Fans aberflexible Nutzungsrechte eingeräumt werden. Songs,Filme, Texte und Fotos, die von ihrem Urheber frei li-zenziert wurden, dürfen kostenlos heruntergeladen undweiterverbreitet werden. Dieses Modell bietet vor allemunbekannten Künstlern eine Möglichkeit, sich neueFans zu erarbeiten. Verweise zu Portalen mit freierMusik finden Sie unter „Links“.
  34. 34. 36Datenschutz RechteRunterladen, tauschen, nutzen36● Anders verhält es sich mit etablierten Videoportalenwie YouTube, hier dürfen Sie sich alle verfügbarenClips ansehen. Allerdings nur ansehen – das Her-unterladen mithilfe von Zusatzsoftware ist wiederumnicht erlaubt.● Das Aufnehmen von Musik aus Online-Radiosendernfür den privaten Gebrauch ist hingegen legal, schließ-lich durfte man auch früher mit dem KassettenrekorderSongs aus dem Radio aufnehmen. Zum Aufnehmengibt es kostenlose Programme.● Neue Musikangebote sind Streaming-Portale, beidenen Sie ein großes Archiv aktueller wie auch ältererTitel finden. Gegen einen monatlichen Festbetrag kön-nen Sie hier unbegrenzt Musik hören und meist auchdownloaden. Beispiele hierfür sind Online-Dienste wiesimfy und spotify.TIPPS FÜR ELTERNDie Grenzen dessen, was im Internet legal ist und wasnicht, sind sehr fließend und für Laien oft nur schwer zudurchschauen. Hinzu kommt, dass sich die Rechtslagesehr schnell ändert, weil ständig neue Angebote entste-hen und Urteile gesprochen werden. Generell lässt sichjedoch sagen:● Kostenlose Downloads sind in den allermeisten Fällenillegal, während kostenpflichtige Downloads aus ver-trauenswürdigen, etablierten Onlineshops erlaubt sind.● Internettauschbörsen und Downloadportale, bei denenSie populäre Musik oder Filme kostenlos herunterla-den können, sind immer problematisch.● Auch wenn die Rechtsprechung noch nicht abschlie-ßend geurteilt hat – von Streaming-Diensten, dieaktuelle Kinofilme kostenlos zeigen, ist abzuraten. Esist nicht eindeutig geklärt, ob das Ansehen von Filmeneine Straftat darstellt.
  35. 35. 37Datenschutz RechteRunterladen, tauschen, nutzen37NÜTZLICHE LINKS● www.lmz-bw.de/elternratgeberAuf MediaCulture-Online, dem Portal des Landes-medienzentrums Baden-Württemberg zur Medienbil-dung, finden Sie zu allen Themen dieses Ratgebersumfangreiche Links und Materialen. Die Informatio-nen werden regelmäßig auf ihre Aktualität hin über-prüft und ergänzt.● www.irights.infoDiese Seite informiert über das Urheberrecht und daskreative Schaffen in der digitalen Welt. Dort findenSie auch die Broschüre „Nicht alles, was geht, istauch erlaubt!“.● www.klicksafe.deDie EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz bietetInformationsmaterial und Broschüren, zum Beispieldie Broschüre „Mu§ik im Netz: Runterladen ohneReinfall!“.● www.medienundbildung.comAuf medien+bildung gibt es unter „check the web“einen Animationsclip und die Broschüre „Miri, Maxiund Musik“.● www.eng.letscc.netLet‘s cc ist eine Suchmaschine für freie Inhalte mitCreative-Commons-Lizenz.● www.medienpaedagogik-praxis.deDer Medienpädagogik-Praxisblog informiert in derRubrik „Kostenloser Content“ über freie Musik.ZAHLEN FAKTEN• Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 218.560 Abmah-nungen wegen Filesharing verschickt, die durchschnittli-che Höhe der Forderung soll 956 Euro betragen haben.(Quelle: www.wbs-law.de)• Der Sharehoster Megaupload.com, der im Januar 2012geschlossen wurde, war die am dreizehnthäufigsten be-suchte Website im Internet, zählte 180 Millionen Nutzerund 50 Millionen tägliche Besuche. (Quelle:www.golem.de)218.560 Anzahl derverschicktenAbmahnungenim Jahr 2011Nutzer der Tauschplatt-form megaupload.com180 mio● www.simfy.dePortal zum Download von Musik gegen einen monat-lichen Festbetrag.● www.spotify.comEs gibt einen kostenfreien und einen kostenpflich-tigen Teil des Portals. Für zahlende Nutzer ist derDienst beispielsweise frei von Werbeeinblendungen.
  36. 36. 38Datenschutz RechteDatenschutz und Persönlichkeitsrechte38Auf einmal bekamen wir alle täglich ganz viel Werbungund Newsletter per E-Mail. Gar nicht so einfach, diewichtigen E-Mails dazwischen zu finden. Und danndiese Anrufe! Ständig klingelten unsere Handys undirgendwelche Leute fragten, ob wir bei einem Gewinn-spiel oder bei einer Umfrage mitmachen wollen. Vieleboten uns Superschnäppchen oder Versicherungenan. Echt nervig. Wir hatten schon keine Lust mehr ansTelefon zu gehen. Unser Vater war stinksauer auf uns,weil er nicht in Ruhe arbeiten konnte – und gewonnenhaben wir natürlich nichts.Unsere Eltern fragten uns, ob wir nicht das Kleinge-druckte, die AGB, beim Gewinnspiel gelesen haben.Hatten wir nicht. Gemeinsam holten wir das nach undstellten fest, dass sich der Anbieter des Gewinnspielsdarin das Recht einräumt, unsere Daten weiterzu-geben und zu verkaufen. Daraufhin haben wir unsgemeinsam mit unseren Eltern an die Verbraucher-zentrale gewandt. Dort erfuhren wir, dass das in denAGB vorformulierte Einverständnis mit Telefonwerbungunwirksam ist! Dort haben wir erfahren, dass wir unsdas nicht gefallen lassen müssen und bekamen Tipps,wie wir uns gegen die Spam-E-Mails und Telefonanrufewehren können.Datenschutz undPersönlichkeitsrechteVor vier Wochen haben meine Schwester Lisa und ichan einem Gewinnspiel im Internet teilgenommen: EineWoche Familienurlaub in einem super Hotel, Essenund Trinken inklusive. Die Frage war ganz einfach zubeantworten, E-Mail-Adresse und Handynummer an-gegeben, fertig. Damit wir größere Chancen auf einenGewinn haben, gaben wir beide unsere E-Mail undTelefonnummer an und sogar die von unseren Eltern.
  37. 37. 39Datenschutz RechteDatenschutz und Persönlichkeitsrechte39ÜBERBLICKDatenschutz bedeutet, dass jeder das Recht hat, selbstüber die Preisgabe und Verwendung seiner Daten zubestimmen. Anders formuliert heißt das, der Daten-schutz soll den Bürger vor der Neugier des Staates unddem Datenhunger der Wirtschaft schützen. Wer Datenvon anderen verwenden möchte, muss die Personvorher um Einwilligung bitten und den Zweck der Da-tenerhebung nennen. Eine Erhebung oder Verwendungvon Daten zu unbestimmten Zwecken ist unzulässig(Verbot der Vorratsdatenspeicherung). Das deutscheGesetz gibt Anbietern vor, so wenige Daten wie mög-lich zu speichern. Sensible Daten wie zum Beispiel dieReligionszugehörigkeit unterliegen einem besonderenSchutz.Doch gewollt oder ungewollt: Egal, was wir machen, wowir arbeiten oder wohin wir uns bewegen, überall hin-terlassen wir Datenspuren. Beim Einkauf im Netz ge-ben wir unseren Musik- oder Büchergeschmack preis,beim Telefonieren mit dem Handy verraten wir, wo wirgerade sind und in Sozialen Netzwerken gewähren wirtiefe Einblicke in unser Verhalten, unsere Wünsche undunser gesellschaftliches Umfeld. Die vernetzte, digitaleWelt ist komfortabel und schnell, den Preis zahlen dieNutzerinnen und Nutzer mit ihren Daten. Jede Suchan-frage liefert Google den Hinweis, wie das Suchergebnisbeim nächsten Mal noch besser auf den Nutzer zuge-schnitten werden muss. Kurzum: Informationen, die wirim Netz über uns hinterlassen, sind der Rohstoff, dieWährung, mit der sich die Unternehmen ihren Marktan-teil sichern.Wir sind allerdings nicht hilflos gegenüber der Sammel-wut im Internet. Wichtig ist, dass Sie diese Hintergrün-de durchschauen und sich Ihrer Privatsphäre bewusstwerden und dies auch Ihren Kindern vermitteln. Was istprivat für mich und soll auch so bleiben? Welche Infossollten nicht veröffentlicht werden? Behalten Sie dieKontrolle über Ihre Daten!Mit ein paar überlegten Maßnahmen kann jeder seineDaten recht gut schützen.
  38. 38. 40Datenschutz RechteDatenschutz und Persönlichkeitsrechte40● Zukünftige Chefs können im Netz eine Menge überBewerberinnen und Bewerber finden. Das heißtnicht, dass man überhaupt keine Fotos oder Infor-mationen einstellen sollte, aber man sollte daraufachten, dass sie keinen schlechten Eindruck hinter-lassen.● Nehmen Sie sich gelegentlich Zeit und schauen Siezusammen mit Ihren Kindern, was Sie mit Hilfe vonSuchmaschinen über sich im Internet finden.● Spam-Mails sind vergleichbar mit Werbeflyern, dieBriefkästen verstopfen. Meist handelt es sich umnervende, aber harmlose Werbemails. Manchmalstecken hinter den Spam-Nachrichten aber E-Mailsmit kriminellen Inhalten, wie Werbung für illegale An-gebote, Phishing-Mails, die zur Eingabe persönlicherDaten auffordern. Oder sie enthalten Computervirenund Trojaner, die Rechner lahmlegen und ausspi-onieren können. Grundsätzlich gilt: Antworten Sieniemals auf Spam-Mails!● Der beste Schutz vor Viren in Spam-Mails sind Vi-renscanner. Das sind Programme, die Ihren Compu-ter regelmäßig nach Computerviren durchsuchen unddiese mit wenig Aufwand löschen, bevor sie großenSchaden anrichten. Halten Sie die Antivirensoftwareund Ihr Betriebssystem immer aktuell. Nur so istein ausreichender Schutz gewährleistet. Damit IhreKinder erst gar nicht in Berührung mit Spam-Mailskommen, empfiehlt es sich, einen Spam-Filter anzu-legen, in dem alle Nachrichten mit Spam-Verdachtgesammelt werden.TIPPS FÜR ELTERN● Sicherheit entsteht durch Aufklärung: Leiten Sie IhreKinder zum bewussten Umgang mit persönlichenDaten an. Wecken Sie bei Ihren Kindern das Be-dürfnis, ihre Daten zu schützen und nicht unüberlegtweiterzugeben. Bei der Datenpreisgabe gilt: Wenigerist mehr!● Machen Sie den Kindern klar, dass ihre Daten vielGeld wert sind: Soziale Netzwerke kosten nichts, dieBetreiber dieser Angebote verdienen aber mit dengesammelten Daten der Benutzer Geld. Die Datensind der Rohstoff des Internets, sie werden weiterver-kauft und Werbung, passend zu den eigenen Vorlie-ben und Interessen, auf den Profilen platziert.● Helfen Sie Ihren Kindern, ihre Profile und somitihre persönliche Daten in Sozialen Netzwerken zusichern. Stellen Sie die Privatsphäre-Einstellungenso ein, dass nur Freunde auf die Profile der Kinderzugreifen können. Fragen Sie Ihre Kinder, ob dieseihre Freunde in Sozialen Netzwerken persönlich ken-nen und ob sie diesen vertrauen.● Werfen Sie gemeinsam mit den Kindern einen Blickin die AGB, und überprüfen Sie, was mit den Datenpassiert und wofür sie genutzt werden.● Das Internet vergisst nichts! Wer Texte, Filme oderFotos über sich selbst oder andere im Netz einstellt,muss sich darüber im Klaren sein, dass diese sichweiterverbreiten durch Weiterleiten oder Kopieren.Die Kontrolle über die eigenen Daten geht so schnellverloren.
  39. 39. 41Datenschutz RechteDatenschutz und Persönlichkeitsrechte41NÜTZLICHE LINKS● www.lmz-bw.de/elternratgeberAuf MediaCulture-Online, dem Portal des Landes-medienzentrums Baden-Württemberg zur Medienbil-dung, finden Sie zu allen Themen dieses Ratgebersumfangreiche Links und Materialen. Die Informatio-nen werden regelmäßig auf ihre Aktualität hin über-prüft und ergänzt.● www.vz-bawue.deDie Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in-formiert unter „Markt + Recht“ über Datenschutzund gibt Tipps, wie man seine persönlichen Datenschützt.● www.baden-wuerttemberg.datenschutz.deDer Landesbeauftragte für Datenschutz Baden-Württemberg geht unter anderem Beschwerden vonBürgerinnen und Bürgern nach und informiert überDatenschutzfragen.● www.datenparty.deInformationen für Jugendliche rund ums Thema Da-tenschutz. Es gibt auch einen Bereich für Eltern undLehrkräfte.● www.klicksafe.deDie EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz bietetInformationsmaterial und Broschüren, beispielsweisezum Thema Datenschutz.ZAHLEN FAKTEN• In Deutschland ist der Datenschutz über das Bundes-und Landesdatenschutzgesetz, das Telemediengesetzsowie über das Telekommunikationsgesetz geregelt.(Quelle: www.baden-wuerttemberg.datenschutz.de)• In einer Umfrage unter 1.023 Internetnutzern, gaben74 Prozent an, in mindestens einem Sozialen Netzwerkangemeldet zu sein; 66 Prozent davon sind aktiveNutzer. Am beliebtesten ist Facebook: 45 Prozent derBefragten sind Mitglied in diesem Netzwerk. 62 Prozentder Befragten misstrauen der Datensicherheit beiFacebook. Fast alle Befragten (94 Prozent) sind derMeinung, dass Soziale Netzwerke für einen besserenDatenschutz sorgen müssen. (Quelle: BITKOM, StudieSoziale Netzwerke 2012, www.bitkom.org/de).• Gepostete Inhalte (Links, Texte, Fotos usw.) auf Face-book im Jahr 2010 pro Monat: 30 Milliarden. (Quelle :Facebook Statistics, www.facebook.com/press/).FacebookNutzergepostete Inhalte1 mrd30 mrd
  40. 40. 4343KommunikationLorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr43SCHAUEN SPIELENFernsehenDigitale SpieleGewalt in den Medien
  41. 41. 44schauen spielenFernsehen44FernsehenDie Lieblingssendung meiner Tochter ist Germany’sNext Top Model. Eigentlich kein Wunder, denn sieinteressiert sich sehr für Mode, und offensichtlichgibt es nicht wenige Sendungen, in denen sich allesum Mode, Trends und gutes Aussehen dreht. Sie istjetzt zehn Jahre alt, achtet aber schon sehr genauauf ihr Äußeres. Ihr Taschengeld gibt sie inzwischenhauptsächlich für Accessoires aus. Ich finde es okay,dass sie Schmuck trägt. Auch dass sie jetzt anfängt,sich für bestimmte Kleidung zu interessieren, findeich völlig normal. Aber ihr gestiegenes Interesse fürMake-up? Es geht mir nicht um meinen Lippenstift oderden Nagellack, den sie sich von mir ausleiht. Aber ichmöchte nicht, dass sie sich irgendwelchen Schönheits-idealen unterwirft. Neulich erzählte meine Tochter einerFreundin am Telefon, sie wünsche sich einen Privatjet,mit dem sie mit ihren Top-Model-Freundinnen in dieModemetropolen fliegen kann, und ein Appartementin Paris. Das klingt lustig, doch ich frage mich, ob siedas wirklich alles nur im Spaß meint oder sich nichtdoch etwas zu sehr an der Glamour- und Glitzerwelt imFernsehen orientiert.
  42. 42. 45schauen spielenFernsehen45ÜBERBLICKKinder sehen im Fernsehen gerne Sendungen, indenen ihre Alltagssorgen und Lebenswirklichkeitenaufgegriffen werden. Sie nutzen das Medium, um ihreNeugier und ihren Wissensdurst über die Welt zu be-friedigen, sich zu orientieren und ihr eigenes Verhalten,ihre Erfahrungen und Erlebnisse zu vergleichen.Viele Castingshows, Vorabendserien, Realityshows undSitcoms greifen diese Bedürfnisse auf. Leider präsen-tieren sie gleichzeitig viele klischeehafte Geschlechter-rollen und Schönheitsideale.Kinder lernen erst nach und nach erfundene von realenGeschichten zu unterscheiden, Rollenmuster und Kli-schees zu entlarven: Dass Castingshows nicht die Rea-lität darstellen, erscheint Erwachsenen offensichtlich.Jüngeren Kindern kann es dagegen schwer fallen, zuerkennen, dass die Darstellungen im Fernsehen nichtso ohne Weiteres dem wahren Leben entsprechen. Äl-tere Kinder und Jugendliche mit Medienerfahrung sindjedoch in der Lage, Filmhelden von realen Personenzu unterscheiden: Sie ahmen das, was sie sehen, nichteinfach nur nach, sondern spielen damit und probierensich selbst aus.Entscheidend ist, was und wie viel ferngesehen wird.Wie andere Medien auch, bringt das Fernsehen Heldenund Vorbilder hervor, gute genauso wie schlechte.Es ist eine Informations- und Orientierungsquelle –die selbstverständlich kritisch und nicht alternativlosgenutzt werden sollte. Am Ende kommt es auf dieMischung an: Kinder sollten neben dem Fernsehengenügend Raum und Zeit für reale Erfahrungen mitFreunden und für andere Tätigkeiten haben, z.B. fürSport, Musikmachen oder einen Kinobesuch.Für Kinder ist der Fernseher auch Fenster zur Welt. Essollte neben dem Fernsehen genügend Zeit für echteLebenserfahrungen bleiben.
  43. 43. 46schauen spielenFernsehen46von jüngeren Kindern – besser verarbeitet werdenkönnen.Wie lange darf mein Kind fernsehen?Hier gibt es keine pauschalen Antworten, als grobeAnhaltspunkte können aber folgende Einschätzungendienen: Kinder unter drei Jahren sollen überhaupt nochnicht fernsehen, da sie die Bilder noch nicht verarbeitenkönnen und überfordert wären. Im Alter zwischen vierund fünf dürfen Kinder ab und zu mal eine Kindersen-dung sehen, ein halbe Stunde ist dabei aber ausrei-chend. Bei den Sechs- bis Neunjährigen gelten fünfStunden pro Woche als ausreichend. (Quelle: Bundes-prüfstelle für jugendgefährdende Medien:www.bundespruefstelle.de)Sind Sie der Meinung, Ihr Kind verbringt zu viel Zeit vordem Fernseher, ist es ratsam, gemeinsam Zeiten zuvereinbaren und klar zu regeln, wie oft und wie langees fernsehen darf. Tipp: Legen Sie ein Medientage-buch an, in das Ihr Kind notiert, wie viele Stunden undwas es im Fernsehen ansieht. So kann Ihr Kind einBewusstsein dafür entwickeln, wie viel Zeit es vor demFernseher verbringt und damit für andere Dinge nichtmehr zur Verfügung hat. Viele Kinder schauen fern,weil ihnen langweilig ist. Sorgen Sie für Abwechslung,motivieren Sie sich und Ihre Kinder, etwas gemeinsamzu unternehmen oder veranstalten Sie einen Spiele-abend mit Freunden.Kinder lernen vom Verhalten ihrer Eltern. Wählen Siedeshalb selbst Medieninhalte bewusst aus und über-denken Sie Ihren eigenen Fernsehverhalten.TIPPS FÜR ELTERN● Schauen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fern! SehenSie sich Sendungen gemeinsam an, um auf Insze-nierungen, problematische Inhalte wie Werbung oderauch unglaubhafte Verallgemeinerung hinweisen zukönnen.● Auf www.flimmo.tv können Sie nachlesen, welcheSendungen für welche Altersgruppen geeignet sind.Suchen Sie mit Ihren Kindern Sendungen gemein-sam aus.● Ein generelles Fernsehverbot ist keine Lösung.Fernsehen ist Teil unserer Alltagskultur, weshalb eswichtig ist, einen kritischen und bewussten Umgangdamit zu lernen.● Sprechen Sie mit Ihren Kindern über die Sendungen,die sie sich ansehen, und versuchen Sie herauszufin-den, warum sie sich für sie interessieren. So erfahrenSie, was Ihr Kind beschäftigt.● Fernsehen ist Unterhaltung, macht Spaß, ist anre-gend und spannend. Der Fernseher bedeutet aberauch einen Ausgleich zum Alltag. Viele Kinder habennach einem langen Schultag das Bedürfnis, sich zuentspannen. Nicht wenige tun dies vor dem Fernse-her. Auch bei Schwierigkeiten in der Schule oder mitFreunden können Medien für Entspannung sorgen.● Die meisten Fernsehsendungen gibt es auch imInternet und zum Teil auf DVD, so dass sie nicht nurgesehen werden können, wann es am besten passt,sondern auch mehrmals, so dass sie – insbesondere
  44. 44. 47schauen spielenFernsehen47NÜTZLICHE LINKS● www.lmz-bw.de/elternratgeberAuf MediaCulture-Online, dem Portal des Landes-medienzentrums Baden-Württemberg zur Medienbil-dung, finden Sie zu allen Themen dieses Ratgebersumfangreiche Links und Materialen. Die Informatio-nen werden regelmäßig auf ihre Aktualität hin über-prüft und ergänzt.● www.bmfsfj.deAuf der Seite des Bundesministeriums für Familie,Senioren, Frauen und Jugend finden Sie umfangrei-che Informationen zum Thema Medienkompetenz.Unter „Publikationen“ finden Sie die Broschüre „Ge-flimmer im Zimmer“.● www.schau-hin.infoDie Initiative „SCHAU HIN!“ gibt Eltern zahlreichealltagstaugliche Tipps und Empfehlungen, um ihreKinder im Umgang mit Medien zu stärken, zum Bei-spiel zum Thema Fernsehen.● www.mpfs.deDer Medienpädagogische ForschungsverbundSüdwest (mpfs) veröffentlicht regelmäßig Studien zurMediennutzung von Kindern (KIM-Studie) und Ju-gendlichen (JIM-Studie). Unter „Materialien Infoset“finden Sie das pdf „Fernsehen – 10 Antworten“.● www.flimmo.deAuf dieser Seite finden Sie neben Sendungsbespre-chungen medienpädagogische Ratschläge und Tippszur Fernseherziehung.ZAHLEN FAKTEN• Das Fernsehen ist in deutschen Familien das wichtigsteMedium. Fast drei Viertel aller Kinder und Jugendlichenvon 3 bis 19 Jahren schauen regelmäßig (mindestensmehrmals pro Woche) gemeinsam mit ihren Eltern fern.Während bei Jugendlichen das Fernsehen inzwischenvon Handy und Internet als Leitmedium abgelöst wurde,bleibt Fernsehen bei Kindern immer noch die wichtigstemediale Freizeitbeschäftigung. (Quelle: FIM-Studie2011, www.mpfs.de)• Zwei Drittel der Mädchen und jeder vierte Jungezwischen 12 und 19 Jahren kann eine Castingshowbenennen, die er gerade besonders gerne anschaut.(Quelle: JIM-Studie 2011, www.mpfs.de)● www.tivi.detivi.de ist das Online-Angebot des Kinder- und Ju-gendprogramms des ZDF.● www.checkeins.deCheck Eins informiert rund um das Fernsehpro-gramm für Kinder der ARD.
  45. 45. 48schauen spielenDigitale Spiele48Digitale SpieleUnser Sohn besitzt mittlerweile eine ganze Reihe vonComputerspielen. Ich frage mich aber, welche davonüberhaupt geeignet für ihn sind. Vor allem weil er häu-fig bei Freunden spielt und immer wieder neue Spielemit nach Hause schleppt. Ich habe mich in letzter Zeitöfters mit anderen Eltern über ihre Erfahrungen un-terhalten; schließlich ist nicht jedes Kind gleich. EineBekannte hat mir geraten, einfach mal nach Spiele-ratgebern im Internet zu suchen. Keine Spieltipps vonZeitschriften oder Spieleherstellern, sondern pädago-gische Informationsseiten und Ratgeber speziell fürEltern.Auf den Spielen stehen zwar Altersfreigaben, trotzdemfinde ich manchmal, dass sie für unseren Sohn nichtdas Richtige sind. Das sieht er meist anders. Er hatmir vorgeschlagen, dass wir einfach mal zusammenein paar Spiele testen, damit ich sehen kann, worumes da eigentlich geht. Gar keine schlechte Idee! Alswir zusammen dasaßen und er mir begeistert erklärte,was ich wie und warum machen soll und ich merkte,dass ich die passenden Knöpfe immer schneller fand,machte es richtig Spaß. Doch nach wie vor bin ich derMeinung, dass nicht alles, was unser Sohn gern spielenwürde, ins Kinderzimmer gehört. Aber ich verstehe nunein bisschen besser, warum er so gerne spielt. An denSpielregeln arbeiten wir noch und demnächst veran-stalten wir mit der Familie einen Spieleabend. Was wirdann spielen? Das würfeln wir noch aus!
  46. 46. 49schauen spielenDigitale Spiele49ÜBERBLICKDigitale Spiele sind eine häufige und beliebte Freizeit-beschäftigung von Kindern, aber auch Erwachsenen.Sie dienen nicht nur dem Zeitvertreib, sondern werdengenutzt, um unterschiedliche Bedürfnisse zu befriedi-gen: Zum Beispiel um in die Geschichten fantasievollerWelten einzutauchen, Aufgaben und Rätsel zu meisternund sich selbst dabei als aktiven und gestaltenden Teilzu erleben. Viele Spiele ermöglichen zudem gemeinsa-men Spielspaß und Austausch mit anderen. Zugleichkönnen digitale Spiele Lernmöglichkeiten und Anreizezur Auseinandersetzung mit neuer Technik bieten. Nichtzuletzt bewerten es Arbeitgeber zunehmend positiv,wenn Bewerber ihre Kompetenzen über Strategiespieleausweiten.Damit der Spaß am Spielen nicht getrübt wird, solltenmögliche Risiken beachtet werden: Dies können ver-steckte Kosten oder nicht altersgerechte Inhalte sein.Für einen ersten Überblick zu diesem umfangreichenThema hier einige allgemeine Informationen:● Gespielt wird heute mit vielen verschiedenen Gerä-ten und Systemen: Computer, Konsolen (beispiels-weise Playstation oder Xbox), Tablets, Handheld-Konsolen (zum Beispiel Gameboy oder Pandora),Smartphones und Handys.● Spiele werden anhand ihrer wesentlichen Merkmalein verschiedene Gruppen eingeteilt, die sogenanntenGenres. Das Genre eines Spiels sagt bereits etwasüber die Art des Spiels aus, ohne dass man das Spielkennen muss. Eine Übersicht findet sich unterwww.usk.de.● In Deutschland ist die USK (UnterhaltungssoftwareSelbstkontrolle) zuständig für die Prüfung von digita-len Spielen und die Vergabe von Alterskennzeichnun-gen. Spiele auf Trägermedien (CDs, DVDs) dürfennur mit entsprechender Altersfreigabe an Kinder undJugendliche abgegeben werden. Seit Ende 2011können auch Anbieter von Onlinespielen ihre Inhaltevon der USK bewerten lassen.● Inzwischen lassen sich viele Spiele direkt online spie-len oder herunterladen, die nicht als CD oder DVDgekauft werden können. Diese Spiele fallen nichtunter die Kennzeichnungspflicht.“Moderne Spielkonsolen können inzwischen von denSpielerinnen und Spielern durch Körperbewegungengesteuert werden. Das Wischen und Wedeln machtauch kleineren Kindern viel Spaß.
  47. 47. 50schauen spielenDigitale Spiele50gegen Geld. Bezahlt werden kann häufig durch SMS,Anrufe auf kostenpflichtige Hotlines oder mit Kredit-karte. Gerade beim Spielen über Mobiltelefone istKindern oft nicht klar, wann sie reale Kosten verursa-chen. Hohen Rechnungen können Sie beispielsweisedurch Prepaidkarten vorbeugen. Weitere Informatio-nen erhalten Sie von Verbraucherzentralen.● Vereinbaren Sie Spielregeln.Stellen Sie mit Ihrem Kind Regeln für die Nutzungvon digitalen Spielen auf. Diese sollten die Art derSpiele sowie die Spielzeiten betreffen. Es ist wichtig,dass diese Vereinbarungen verbindlich sind und IhrKind den Sinn der Regeln versteht. Kinder orientierensich an Ihren Eltern; es hilft Ihnen also bei der Me-dienerziehung, wenn Sie mit gutem Beispiel voran-gehen. So kann Ihr Kind mit der Zeit lernen, seinenMedienkonsum selbstständig zu regulieren.● Spiele sind keine Erziehungshelfer.Nutzen Sie digitale Spiele nicht als Erziehungsmaß-nahme zur Bestrafung oder Belohnung. Dadurchgeben Sie den Spielen unbeabsichtigt eine größereBedeutung im Leben Ihres Kindes. Halten Sie sichlieber an feste Regeln wie beispielsweise „KeinSpielen vor den Hausaufgaben“. Bieten Sie zudemAlternativen für die Freizeitgestaltung. So vermeidenSie zugleich, dass Ihr Kind aus reiner Langeweilespielt.TIPPS FÜR ELTERN● Informieren Sie sich und spielen Sie mit.Informationen über digitale Spiele, aktuelle Gerä-te zum Spielen sowie pädagogische Bewertungenfinden Sie beispielsweise auf den unter „Links“empfohlenen Seiten im Internet. Sprechen Sie mitIhrem Kind über seine Spielerlebnisse und spielenSie selbst mit. So können Sie sich ein Bild von denSpielwelten Ihres Kindes machen und in Ihrer Familieeinen vertrauensvollen Umgang miteinander fördern.● Achten Sie auf Alterskennzeichnungen.Nicht jedes Spiel ist für jede Altersgruppe geeignet.Achten Sie auf die Kennzeichnungen der USK. Aber:Diese Altersvorgaben sind keine pädagogischenEmpfehlungen. Kinder entwickeln sich unterschied-lich schnell. So kann ein Spiel für Ihr Kind trotzpassender Altersfreigabe ungeeignet sein. Für vieleSpiele im Internet gibt es zudem keine Kennzeich-nungspflicht.● Prüfen Sie Internetseiten mit Onlinespielen sorgfältig.Wählen Sie mit Ihrem Kind Spielseiten aus, die esnutzen darf. Achten Sie auf Werbung und die Art derangebotenen Spiele. Seien Sie vorsichtig bei Regist-rierungen und lesen Sie die AGB, um sich vor Spamund Kostenfallen zu schützen. Kindgerechte Spiel-seiten sollten außerdem keine unmoderierten Chatsoder Foren anbieten (siehe Kapitel „Chat“).● Sprechen Sie mit Ihrem Kind über versteckte Kosten.Viele zunächst kostenlose Onlinespiele bieten Extras
  48. 48. 51schauen spielenDigitale Spiele51NÜTZLICHE LINKS● www.lmz-bw.de/elternratgeberAuf MediaCulture-Online, dem Portal des Landes-medienzentrums Baden-Württemberg zur Medienbil-dung, finden Sie zu allen Themen dieses Ratgebersumfangreiche Links und Materialen. Die Informatio-nen werden regelmäßig auf ihre Aktualität hin über-prüft und ergänzt.● www.spielbar.deAuf spielbar.de informiert die Bundeszentrale fürpolitische Bildung Eltern und Pädagogen zum ThemaComputerspiele. Die Redaktion bewertet ausge-wählte Spiele und gibt Tipps für den pädagogischenUmgang mit Computerspielen.● www.usk.deDie Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK)prüft digitale Spiele und vergibt Alterskennzeichen.Auf ihrer Website informiert die USK unter anderemüber das Prüfverfahren und Spielgenres.● www.spieleratgeber-nrw.deDer Spieleratgeber NRW bewertet Computer- undKonsolenspiele nach pädagogischen Gesichtspunk-ten und empfiehlt Altersfreigaben.● www.klicksafe.deDie EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz bietetInformationsmaterial und Broschüren zur Förderungder Medienkompetenz, zum Beispiel zum ThemaComputerspiele.ZAHLEN FAKTEN• Fast zwei Drittel der Kinder zwischen sechs und drei-zehn Jahren spielen regelmäßig. (Quelle: KIM-Studie2010, www.mpfs.de)• Gut ein Drittel der unter 14-Jährigen spielt Onlinespiele.(Quelle: KIM-Studie 2010, www.mpfs.de)• 56 Prozent der Eltern sagen, dass sich ihre Kinderbesser mit Computerspielen auskennen als sie selbst.(Quelle: FIM-Studie 2011, www.mpfs.de)der Kinder in Deutschlandspielen einmal wöchentlich63 %
  49. 49. 5252Gewalt in den MedienNeulich kam mein fünfzehnjähriger Sohn später alsverabredet nach Hause. Ich fragte ihn, wo er gewesensei. Er erzählte, er hätte mit seinen Freunden den FilmScream 4 angeguckt. Ein Horrorfilm, der ab 16 Jahrenfrei gegeben ist. Es ist nicht der erste Horrorfilm, den ergesehen hat. Sein Freund hat einen eigenen Fernseherim Zimmer und seine Eltern haben offensichtlich nichtsdagegen, dass sich ihr Sohn mit seinen Freunden Hor-ror- oder Monsterfilme ansieht. Gerade weil ich selbstmit solchen Filmen nicht viel anfangen kann, frage ichmich, woher das Interesse bei meinem Sohn kommt.Was ist, wenn er sich nicht nur für Gewalt in Filmeninteressiert, sondern denkt, Streitereien und Konflik-te könne er auch nur mit Gewalt lösen? Wie wirkendie Filme auf ihn, die er sich da mit seinen Freundenansieht? Ich weiß nicht, ob er auch Computerspielespielt, in denen Gewalt vorkommt. Ich möchte ihm auchnicht alles verbieten, schon gar nicht seine Freunde zutreffen, deren Eltern sich offensichtlich weniger Sorgenmachen.schauen spielenGewalt in den Medien
  50. 50. 5353stellungen sind. Werden Kinder und Jugendliche, die ineinem gut funktionierenden sozialen Umfeld leben undeinen positiven Rückhalt in Familie und Freundeskreishaben kaum negativ von Mediengewalt beeinflusst.Auch wenn gewalthaltige Medien nicht bei allen Kin-dern gleich wirken – letztlich gibt es aus Sicht von El-tern keinen Grund, Spiele oder Filme mit Gewaltszenenzu konsumieren.Gewaltszenen in Film und Fernsehen, auf dem Handyoder im Computerspiele werden genutzt um die eige-nen Grenzen zu testen, als Mutprobe oder einfach ummitreden zu können und als ein gemeinsames Themain der Clique. Eltern sollten hier nachfragen und einenklaren Standpunkt einnehmen. Manches ist im Zu-sammenhang weniger dramatisch als es zunächst denAnschein hat: Viele Computerspiele sind zum Beispielbewusst teamorientiert angelegt und erfordern intensi-ve Kommunikation mit den Mitspielern. Wer mit Com-puterspielern spricht, hört fast immer, dass die Gewaltim Spiel nicht das ist, was sie interessiert, ja noch nichteinmal das, was sie vorrangig wahrnehmen. Vielmehrreizt sie die Herausforderung der Aufgaben, das erfor-derliche taktische Geschick, die Gemeinschaft im Spielund die Notwendigkeit einer superschnellen Reaktion.ÜBERBLICKDie Diskussion um schädliche Auswirkungen der Me-dien ist so alt wie die Medien selbst. Dabei haben sichim Laufe der Jahre zwar die Medien – nicht aber dieSorgen geändert.Auch wenn der Anteil der gewalthaltigen Medien nureinen sehr kleinen Teil des gesamten Medienangebotesausmacht – so liefert er doch immer wieder aufrüttelndeSchlagzeilen. Die Medien werden dabei oft vorschnellzum Sündenbock gestempelt.Dabei liefert die Wissenschaft bis heute keinen direk-ten Zusammenhang zwischen Gewalt in den Medienund realen Gewalthandlungen und warnt vor voreiligenSchlüssen. Unstrittig ist, dass Kinder und Jugendliche,die selbst Erfahrung mit Gewalt in der Familie machen,in der Schule Probleme haben und sozial schlechtintegriert sind, grundsätzlich anfälliger für Gewaltdar-schauen spielenGewalt in den MedienGewaltszenen in den Medien können besonders ver-störend auf Kinder wirken, wenn sie mit ihnen alleinegelassen werden.
  51. 51. 5454Jugendliche, aber auch die Freigabe von Computer-spielen und Musik ist in Deutschland gesetzlich gere-gelt. Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft(FSK) setzt fest, welche Filme für welches Altergeeignet sind. Die Unterhaltungssoftware Selbstkon-trolle (USK) bestimmt entsprechend dem Jugend-schutzgesetz, welche Video- und Computerspiele abwelchem Alter gespielt werden sollten. Spiele ohneUSK-Alterskennzeichnung dürfen erst ab 18 Jahrengespielt werden.● Das Jugendschutzgesetz verbietet Erwachsenen,Kindern und Jugendlichen Filme zugänglich zumachen, die nicht für ihr Alter freigegeben sind. DasFernsehen darf Filme, die altersbeschränkt sind,nur zu bestimmten Zeiten ausstrahlen. So darf zumBeispiel ein Film ab 16 Jahren nur zwischen 22 undsechs Uhr ausgestrahlt werden.● Sendungen wie Aktenzeichen XY sind für jüngereKinder nicht geeignet, denn reale Gewalt in Doku-mentationsfilmen ist schwerer zu verarbeiten alsinszenierte Gewalt in einem Spiel- oder Zeichentrick-film. Kinder können sich nicht immer distanzierenund fühlen sich von realen Darstellungen persönlichbedroht.TIPPS FÜR ELTERN● Es gilt vor allem Kinder vor brutalen Gewaltdarstel-lungen zu schützen. Und es gilt, ihnen das Gefühl zuvermitteln, dass sie jederzeit mit ihren Erlebnissenund Ängsten zu erwachsenen Bezugspersonen kom-men können und dort ein offenes Ohr und gegebe-nenfalls Hilfe und Fürsorge zu finden.● Kinder verarbeiten Erlebnisse, indem sie darübersprechen, das gilt auch für Medienerlebnisse. SehenSie gemeinsam mit Ihrem Kind fern und sprechen Sieanschließend über das Gesehene. Gut verarbeitenKinder ihre Eindrücke auch beim Malen und Zeich-nen. Bilder Ihrer Kinder sind auch gute Möglichkeitenfür Sie, mit Ihren Kindern über Medienerlebnisse insGespräch zu kommen.● Sprechen Sie mit Ihren Kindern über Ereignisse inden Nachrichten. Hilfreich ist es auch, sich gemein-sam Nachrichtensendungen für Kinder anzusehen,da diese die Ereignisse in der Welt kindgerechtaufbereiten.● Setzen Sie klare Grenzen: Treffen Sie mit Ihrem KindVereinbarungen über Inhalte und Zeiten des Medien-konsums.● Beachten Sie die Alterskennzeichen auf Filmen undSpielen. Die Freigabe von Filmen für Kinder undschauen spielenGewalt in den Medien
  52. 52. 5555NÜTZLICHE LINKS● www.lmz-bw.de/elternratgeberAuf MediaCulture-Online, dem Portal des Landes-medienzentrums Baden-Württemberg zur Medienbil-dung, finden Sie zu allen Themen dieses Ratgebersumfangreiche Links und Materialen. Die Informatio-nen werden regelmäßig auf ihre Aktualität hin über-prüft und ergänzt.● www.klicksafe.deDie EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz bietetInformationsmaterial und Broschüren. Unter „The-men“ finden Sie beispielsweise Infos über die Wahr-nehmung von Gewalt in Computerspielen.● www.mpfs.deDer Medienpädagogische ForschungsverbundSüdwest (mpfs) veröffentlicht regelmäßig Studienzur Mediennutzung von Kindern (KIM-Studie) undJugendlichen (JIM-Studie). Unter „Materialien Infoset“ finden Sie das pdf „Gewalt und Fernsehen:10 Antworten“.● www.jugendschutz.netDie Initiative kontrolliert das Internet, sorgt für dieEinhaltung des Jugendschutzes und informiert übereine sichere Internetnutzung.● www.kinderfilmwelt.deDie Kinderfilmwelt informiert aktuell, kindgerechtund hintergründig über Filme speziell für Kinder. FürEltern gibt es einen Bereich, der zum Beispiel überMedienerziehung und Gewaltdarstellung im Filminformiert.ZAHLEN FAKTEN• Gewaltdarstellungen in den Medien unterliegen denBeschränkungen des Jugendschutzgesetzes und desJugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV). Videosoder Computerspiele, die nicht oder mit „Keine Jugend-freigabe“ gekennzeichnet sind, dürfen einem Kind oderJugendlichen nicht angeboten oder zugänglich gemachtwerden.schauen spielenGewalt in den Medien● www.dokmal.deDokmal ist ein Angebot von Planet Schule und in-formiert Kinder und Jugendliche rund um Filme undDokumentationen.● www.tivi.deAuf tivi.de gibt es unter anderem Nachrichtensendun-gen speziell für Kinder.● www.polizei-bw.de/praeventionWege aus der Gewalt – eine Broschüre für Elternund Erziehungsberechtigte. Sie ist Teil des Medien-pakets „Abseits?!“
  53. 53. 5757KommunikationLorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr57ERZIEHEN VORSORGENCybermobbingFiltersysteme und FiltersoftwareSicher startenPornografie und SexualitätProblematische Inhalte und Weltbilder
  54. 54. Erziehen VorsorgenCybermobbing58CybermobbingAngefangen hat alles mit einer E-Mail, in der „Soc-cer98“ dem 13-jährigen Paul mitteilte, dass er ihn totaluncool finde und er sich in Acht nehmen solle. Paulhat die Mail gelöscht, da er „Soccer98“ nicht kannte.In den folgenden zwei Tagen schrieb „Soccer98“ Paulvier weitere E-Mails mit ähnlichem Inhalt. Paul fühltesich beobachtet und unwohl. Dann erhielt Paul eineFreundschaftsanfrage von „Soccer98“ auf Facebook.Er nahm die Freundschaftsanfrage an, in der Hoffnung,herauszufinden, wer sich hinter „Soccer98“ verbirgt.Nur wenige Minuten später konnte Paul auf seinerPinnwand lesen: „Paul, du bist so peinlich, alle in derSchule lachen über dich! Hier kannst du sehen warum!“Ein Link zu einer kostenlosen Fotogalerie folgte, dortwar ein Foto von Paul zu sehen, auf dem er Schweine-ohren und übergroße Hasenzähne hat.Wer „Soccer98“ ist, konnte Paul nicht herausfinden,da „Soccer98“ kein Profilbild eingestellt hatte undalle anderen Profilangaben Paul auch nichts sagten.Geschockt fuhr Paul seinen Computer herunter. EineStunde später checkte Paul erneut sein Facebook-Profil. Einige seiner Facebook-Freunde hatten inzwi-schen die Nachricht an seiner Pinnwand gelesen undzu Pauls Entsetzen Kommentare wie: „Das sieht Paulaber echt ähnlich – haha!“ oder „Pauls wahres Ich!“hinzugefügt.Am nächsten Tag in der Schule wurde Paul beim Be-treten des Klassenzimmers von allen ausgelacht – dasFoto hatte sich auf Facebook schnell weiterverbreitet.Nach weiteren Einträgen auf seiner Pinnwand wandtesich Paul an seine drei Jahre ältere Schwester, die denMobber bei Facebook blockierte und meldete, damitder Nutzer entfernt wird. Die Schwester fand heraus,dass Paul sein Facebook-Profil nicht geschützt hatteund der Täter so recht einfach an seine E-Mail-Adresseherangekommen war.
  55. 55. Erziehen VorsorgenCybermobbing59ÜBERBLICKImmer öfter kommt es vor, dass sich Menschen vonVeröffentlichungen über ihre Person im Internet oderauf dem Handy verletzt, verunglimpft, bloßgestellt,bedroht oder gedemütigt fühlen. Aus dem Englischenstammt dafür der Begriff Cybermobbing oder Cyber-bullying. Besonders betroffen sind junge Menschen, dafür diese Altersgruppe das Leben im Netz längst eineSelbstverständlichkeit ist.Cybermobbing ist eine neue Form des Mobbing: DerWortteil „Cyber“ weist darauf hin, dass beim Cybermob-bing mit Hilfe von digitalen Medien und elektronischenKommunikationsmitteln gemobbt wird. Die Mobbing-täter werden auch Bullys genannt. Die Betroffenenwerden durch Bloßstellungen, Verbreitung falscherBehauptungen oder Belästigungen gedemütigt. ZumBeispiel werden im Internet peinliche Fotos oder Videoseiner Person in Umlauf gebracht, in Sozialen Netzwer-ken Hassgruppen gegründet oder die Betroffenen mitherabsetzenden SMS tyrannisiert. Für die Betroffe-nen wirkt sich Cybermobbing rund um die Uhr in alleLebensbereiche aus, da sie per Handy und im Internetständig erreichbar sind. Darüber hinaus verbreiten sichBilder oder Beiträge über Personen blitzschnell undunkontrollierbar in den Sozialen Netzwerken oder überHandys. Die Betroffenen haben keine Rückzugsräumemehr.Das Mobben mit elektronischen Hilfsmitteln bietet denTäterinnen und Tätern die Möglichkeit anonym zu han-deln, in dem sie falsche Identitäten annehmen, sich mitSpitznamen registrieren oder Handynummern unter-drücken. Die Hemmschwellen für Beleidigungen oderVerleumdungen sind geringer, da man dem Opfer nichtin die Augen sieht.Wie alle Formen von Mobbing, kann Cybermobbingernstzunehmende psychische und körperliche Belas-tung verursachen. Identitäts- und Selbstwertkrisen,Erschöpfungs- und Angstzustände und ein anhaltenddepressives oder ängstliches Lebensgefühl können dieFolge sein.Mobbing ist heute vielfach Cybermobbing. Das gesam-te Leben der Opfer wird in Mitleidenschaft gezogen.

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