Bundeszentrale fürgesundheitliche AufklärungOstmerheimer Straße 22051109 KölnGut hinsehenund zuhören!Tipps für Eltern zum ...
Gut hinsehenund zuhören!Tipps für Eltern zum Thema„Mediennutzung in der Familie“Herausgegeben von der Bundeszentralefür ge...
IMPRESSUM4 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungKonzept: Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur...
Medien 5INHALTSVERZEICHNISSeiteWorum es in dieser Broschüre geht 7Unser Check-up in Sachen Medien und Familie 81. Wie Fami...
6 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungEINLEITUNG
Medien 7EINLEITUNGWorum es in dieser Broschüre gehtZum Alltagsleben in Familien gehören heute technischeMedien aller Art. ...
8 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungCHECK-UPUnser Check-up in SachenMedien und Familie
Medien 9CHECK-UP1. Wir haben in unserer Familie gemeinsamen Spaß mit Medien.kommt häufig vor □ kommt hin und wieder vor □ ...
CHECK-UP10 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung9. Medien werden bei uns genutzt, um etwas gemeinsam zu machen und...
CHECK-UPMedien 11Mit diesem „Check-up“ sollen Sie natürlich nicht getestet werden!Sicherlich haben sich beim Beantworten d...
12 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungBEISPIELE1.Wie Familien ihrenUmgang mit Medien regeln
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18 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungMEDIENWAHRNEHMUNG2.Was Eltern wissen müssen:Kinder nehmen Medien anders wa...
Medien 19MEDIENWAHRNEHMUNGKinder nehmen Medien anders wahr als Erwachsene. WasKinder den Medienangeboten entnehmen und was...
TIPPS0BIS2JAHRE20 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung2.1 0 bis 2 Jahre: Babys und KleinkinderBabys und Kleinkind...
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TIPPS3BIS5JAHRE22 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärungoder die kleine Heldin Milli-Metha bieten Kin-dern altersge...
Medien 23TIPPS6BIS7JAHRETipps für diese Altersgruppe:Ermuntern Sie die Kinder, bei Hörspielengenau hinzuhören: Wann sprich...
TIPPS8BIS10JAHRE24 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungTipps für diese Altersgruppe:Lassen Sie Ihre Tochter oder ...
Medien 25TIPPS11BIS13JAHREEmpfehlungen für Mediennutzungszeiten bei den11- bis 13-JährigenMaximal 60 Minuten intensives Fe...
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Medien 27TV,DVD,VIDEO3.TIPPS ZU EINZELNEN MEDIEN
TV,DVD,VIDEO28 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung3.1 Betrifft: Fernsehen, DVD und VideoDas Fernsehen ist bei vi...
TV,DVD,VIDEOMedien 29such, gemeinsames Anschauen von Lieb-lingssendungen, Familienshows, Match ander Playstation, Karaoke-...
HANDYS30 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung3.2 Betrifft: Handys in der FamilieViele Kinder besitzen mittlerweil...
Medien 31HANDYSInfo – Umgang mit dem HandyInformationen im Internet:Österreichische Initiative Handywissen.at (http://www....
TIPPS32 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungRegeln Sie, ob und wann Ihr Kind Bluetooth(eine Funktechnik, die Hand...
Medien 33Computer,Internet3.3 Betrifft: Computer und InternetComputer sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken,und s...
TIPPS34 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungTipps zum Umgang mit Computer und InternetGewöhnen Sie Kinder schon f...
Medien 35TIPPSKinder, die sich für das Chatten interessieren,sollten moderierte Kinderchats besuchen.Wichtig ist es, einen...
36 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungHÖRMEDIEN3.4 Betrifft: HörmedienHörmedien sind die ersten wahren Kindermed...
Medien 37MEDIENVERBUNDdabei soweit wie möglich Erklärungs- und Deutungshilfen an,am besten auch mithilfe von Abbildungen o...
TIPPS38 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungTipps zum Umgang mit einem Me-dienverbundWenn Sie bei Ihrem Kind in S...
WERBUNGMedien 393.6 Betrifft: WerbungWerbung ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Wir begeg-nen ihr in Form von Pla...
TIPPS40 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungÄltere Kinder, etwa von neun bis zehn Jahren, haben viel Spaßdabei, W...
Medien 41MEDIENUNDGESUNDHEIT3.7 Betrifft: Achtung Medien!An diesem Problem kommt man nicht vorbei: Wer Tag für Tagviele St...
MEDIENUNDGESUNDHEIT42 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungKinder benötigen Bewegung, Anregung, Entspannung und ge...
Medien 43SACHINFORMATIONEN
44 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung4.ZUSAMMENGEFASST –12 EMPFEHLUNGEN ZUM UMGANGMIT MEDIEN IN DER FAMILIESACH...
Medien 45EMPFEHLUNGEN1. Vereinbaren Sie in der Familie gemeinsam mit den KindernRegeln zum Mediengebrauch (Zeit, Ort, Umfa...
EMPFEHLUNGEN46 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung9. Begleiten Sie jüngere Kinder ins Internet, vermitteln Sie I...
Medien 47LESETIPPS5.LESETIPPS
LESETIPPS48 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungZum Thema FernsehenMinisterium für Gesundheit, Soziales, Frauen u...
Medien 49LESETIPPSHandysektor – Sicherheit in mobilen Netzen. Portal der Landesan-stalt für Medien in Zusammenarbeit mit d...
NOTIZEN50 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
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  1. 1. Bundeszentrale fürgesundheitliche AufklärungOstmerheimer Straße 22051109 KölnGut hinsehenund zuhören!Tipps für Eltern zum Thema „Mediennutzung in der Familie“
  2. 2. Gut hinsehenund zuhören!Tipps für Eltern zum Thema„Mediennutzung in der Familie“Herausgegeben von der Bundeszentralefür gesundheitliche Aufklärung,im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, Köln 2009
  3. 3. IMPRESSUM4 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungKonzept: Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur, BielefeldTexte: Jürgen Lauffer, Renate Röllecke, Wolfgang SchillFotos: Fotolia.de, FotosearchRedaktion: Sabine Goette, MediaBüroProjektleitung vonseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:Dr. Eveline Maslon© Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, KölnAlle Rechte vorbehalten.Druck: Kaufmann, LahrAuflage: 1.200.11.09Bestell-Nr.: 20281000
  4. 4. Medien 5INHALTSVERZEICHNISSeiteWorum es in dieser Broschüre geht 7Unser Check-up in Sachen Medien und Familie 81. Wie Familien ihren Umgang mit Medien regeln 122. Was Eltern wissen müssen: Kinder nehmen Medien anders wahr! 182.1 0 bis 2 Jahre: Babys und Kleinkinder 202.2 3 bis 5 Jahre: Kindergartenalter 212.3 6 bis 7 Jahre: 1./2. Grundschuljahr 232.4 8 bis 10 Jahre: 3./4. Grundschuljahr 242.5 11 bis 13 Jahre: Übergang in die weiterführende Schule 253. Tipps zu einzelnen Medien 273.1 Betrifft: Fernsehen, DVD und Video 283.2 Betrifft: Handys in der Familie 303.3 Betrifft: Computer und Internet 333.4 Betrifft: Hörmedien 363.5 Betrifft: Kinder im Medienverbund 373.6 Betrifft: Werbung 393.7 Betrifft: Achtung Medien! 414. Zusammengefasst –12 Empfehlungen zum Umgang mit Medien in der Familie 445. Lesetipps 47
  5. 5. 6 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungEINLEITUNG
  6. 6. Medien 7EINLEITUNGWorum es in dieser Broschüre gehtZum Alltagsleben in Familien gehören heute technischeMedien aller Art. Wie selbstverständlich scheinen Fernse-hen, Video, Computer und Internet, Radio, CD-Player, dasMobiltelefon oder Spielkonsolen in das Leben von Eltern und Kin-dern hineinzuspielen. Genutzt werden Medien dabei von Erwach-senen vor allem zur Information, Unterhaltung, Ablenkung undEntspannung, zum Spielen oder Lernen, um ein Hobby zu pflegen,Musik zu genießen, in Kontakt mit anderen zu bleiben, neue Leutekennenzulernen, etwas gemeinsam zu erleben oder auch, um Ge-schäfte abzuwickeln. Und im Grunde haben die Medien auch fürKinder eine ähnliche Bedeutung, das gilt sogar für das „Geschäftemachen“, denn Kinder werden heute von der Wirtschaft als Kun-den ernst genommen und über Medien stark umworben.Zweifellos kann die Mediennutzung unseren Alltag verschönernund bereichern. Doch gibt es auch negative Seiten, die viele vonuns kennen: Medien aller Art verbrauchen unsere Zeit und unserGeld, und manchmal führt die selbstbestimmte Mediennutzung inder Familie dazu, dass sich Eltern und Kinder voneinander entfer-nen. Mediengebrauch kann uns auch Zeit rauben, um intensiv zulernen, um allein oder gemeinsam mit anderen etwas zu unter-nehmen und um sich aktiv bei Sport und Spiel zu bewegen. Fern-seh-, Video-, Computer- oder Internetnutzung kann mancheMenschen auch dazu anreizen, ständig nach spannenden undneuen erregenden Inhalten zu suchen. Mitunter können solcheInhalte bei ihnen Ängste auslösen oder die Bereitschaft zu ag-gressivem Verhalten begünstigen, und sie können auch dazu füh-ren, dass sich Menschen mehr und mehr aus der Wirklichkeitzurückziehen.Der Umgang mit Medien in der Familie istheute im wahrsten Sinne des Wortes keinKinderspiel. Deshalb will Ihnen diese BroschüreWege zu einem sinnvollen Mediengebrauch inder Familie aufzeigen. Dabei geht es vor allemdarum, folgende Fragen zu beantworten:Was fasziniert Kinder an unterschiedlichenMedien?Was kann man in einer Familie tun, umden Medienkonsum zu regeln?Wie nehmen Kinder unterschiedlichen Al-ters Medienangebote wahr und was ist beider Medienerziehung in der Familie zu be-achten?Was kann man als Nutzungszeiten für dentäglichen Medienkonsum von Kindern emp-fehlen?Was ist bei einzelnen Medien wie Fernse-hen, Computer und Internet, dem Handyoder den Hörmedien zu beachten?Hierzu gibt es nicht nur Antworten, sondernauch Tipps. Fallbeispiele aus dem Familienall-tag zeigen dabei auch, wie sich schwierige Me-dien-Situationen bearbeiten lassen. Bevor Sieaber weiterlesen, sollten Sie den folgendenCheck-up in Sachen Medien und Familiedurchführen. Er kann Ihnen eine Art Mo-mentaufnahme dazu liefern, ob in Ihrer Fa-milie mit Medien alles gut läuft oder ob es sichwomöglich lohnt, etwas zu ändern.
  7. 7. 8 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungCHECK-UPUnser Check-up in SachenMedien und Familie
  8. 8. Medien 9CHECK-UP1. Wir haben in unserer Familie gemeinsamen Spaß mit Medien.kommt häufig vor □ kommt hin und wieder vor □ kommt selten vor □2. Mediennutzung hat in unserer Familie einen hohen Stellenwert.trifft zu □ kommt auf das Medium an □ trifft nicht zu □3. Manchmal gibt es in unserer Familie Ärger wegen der Mediennutzung.kommt häufig vor □ kommt ab und zu vor □ kommt so gut wie nie vor □4. Die Medienvorlieben unseres Kindes sind uns Eltern bekannt. Wir kennen zumBeispiel …sein Lieblingscomputerspiel ja □ nein □seine Lieblingsfernsehsendung ja □ nein □seinen Lieblingsstar/-helden ja □ nein □5. Wir sprechen mit unserem Kind über seine Medienvorlieben. (Wir wissen zumBeispiel, was unserer Tochter/unserem Sohn aus welchen Gründen gefällt/nicht gefällt.)häufig □ selten □ nie □6. Wir sehen Fernsehsendungen/Filme mit unserem Kind gemeinsam.regelmäßig □ selten □ nie □Wir spielen gemeinsam mit ihm Computerspiele.häufig □ selten □ nie □7. Wir sprechen vor allem über problematisches Medienverhalten mit unserem Kind(Menge des Konsums, Qualität, Kosten, Gefahren, Altersfreigaben, möglichenegative Auswirkungen).häufig □ selten □ nie □8. Wir glauben/wissen, dass sich unser Kind uns anvertraut, wenn es an Inhaltegeraten ist, die es sehr belasten.ja □ kommt darauf an/nicht sicher □ nein □
  9. 9. CHECK-UP10 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung9. Medien werden bei uns genutzt, um etwas gemeinsam zu machen und zu ge-stalten (z.B. Fotografieren, Bilder am Computer bearbeiten, Videos machen,Homepage-Basteln, kreative Spielprogramme nutzen, Musik komponieren).trifft zu □ kommt hin und wieder vor □ kommt selten/nie vor □10. Wir sind als Familie auch ohne Medien aktiv (gemeinsames Spielen, Sporttreiben, Ausflüge, Feste feiern).trifft zu □ kommt häufig vor □ kommt selten/nie vor □11. Wir als Eltern und unser Kind nutzen Medien unabhängig voneinander (z.B. hörtunser Kind in seinem Zimmer ein Hörspiel, surfe ich im Internet, siehtmein Partner/meine Partnerin sich einen Spielfilm im Fernsehen an).kommt täglich vor □ kommt hin und wieder vor □ kommt selten vor □12. Die Mediennutzung führt dazu, dass mein Kind sich abkapselt, nur noch schweransprechbar ist, mehrere Stunden täglich mit Computerspielen, Chatsund/oder Fernsehen verbringt.trifft zu □ kommt hin und wieder vor □ kommt selten/nie vor □13. Wir glauben, dass unser Kind wegen seines hohen Medienkonsums Probleme inder Schule und auch wenig Zeit für sonstige Aktivitäten hat (wie Freundetreffen, draußen spielen, lesen, Sport treiben, Musik machen etc.).trifft zu □ kommt hin und wieder vor □ können wir nicht erkennen □14. „Knabberzeug“ und süße Getränke (z.B. Chips, Süßigkeiten, Fastfood, Cola oderLimonade) begleiten den Medienkonsum unseres Kindes/unserer Familie.kommt oft vor □ kommt hin und wieder vor □ kommt selten/nie vor □15. Medien wie Handys, Computerspiele, Spielkonsolen, Sammelkarten oder kosten-pflichtige Internetprogramme (Online-Spiele) verursachen in unserer Familiezu hohe Kosten.trifft zu □ kommt hin und wieder vor □ kommt selten/nie vor □
  10. 10. CHECK-UPMedien 11Mit diesem „Check-up“ sollen Sie natürlich nicht getestet werden!Sicherlich haben sich beim Beantworten der 15 Punkte in SachenMedienerziehung Bereiche gezeigt, die in Ihrer Familie gar keine großeRolle spielen. Möglicherweise sind dafür aber andere Bereiche umsodeutlicher hervorgetreten, für die Sie sich gern Lösungsvorschlägewünschen.Vielleicht können Ihnen die Tipps in dieser Broschüre dabei weiterhelfen.Und nun viel Spaß beim Lesen!
  11. 11. 12 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungBEISPIELE1.Wie Familien ihrenUmgang mit Medien regeln
  12. 12. Medien 13BEISPIELESarah und Lutz, Eltern von Sina (7 Jahre) und Mika(10 Jahre): Feste Regeln für die Medienzeiten und dasLangeweileparadies„Unsere Regeln lauten: Nur eine Stunde pro Tag Fernsehen, Com-puter, Playstation oder Game Boy. Und das nie vor der Schuleoder vor dem Frühstück. Wer also eine Stunde am Computer ge-spielt hat, darf nicht auch noch fernsehen. Die Kinder halten sichmeistens an diese Regel. Natürlich gibt es hin und wieder eineAusnahme, z.B. einen längeren Film oder ein intensives Compu-terspiel, aber nicht aufgrund von Nörgelei. Der etwas ältere Mikadarf gelegentlich mit Freunden oder mit einem Elternteil einenFilm wie Harry Potter sehen, der für Sina noch zu spannend wäre.Sina hat dann ihre altersgeeigneten Computerspiele oder sie be-kommt eine halbe Stunde extra vorgelesen. Hörkassetten oderMusik dürfen auch zwischendurch mal gehört werden. Wir ach-ten darauf, dass diese Medien nicht täglich zum Einsatz kommen.Das Langeweileparadies nennen wir das: Hält man es eine Zeitlang aus, dann findet sich schnell etwas und eine neue Spielideeist entstanden.“Elisabeth, Mutter von Tim (12 Jahre), alleinerziehend:Die nichtmedialen Interessen fördern„Ich bin berufstätig, mein Sohn kommt zwischen 13:30 Uhr und14:00 Uhr nach Hause, ich gegen 17:00 Uhr. Bis vor Kurzem hat erdie Zwischenzeit häufig mit Computerspielen überbrückt, sodasser seine Hausaufgaben erst spät machte und kaum Freund-schaften pflegte. Er war wie besessen davon und wollte sichkaum mit etwas anderem beschäftigen. Deswegen gab es häu-fig Streit. Wir haben gemeinsam überlegt, was er außer demComputerspielen richtig gern macht, und sind auf Basketball ge-Familie ist nicht gleich Familie. Deshalb muss auch jede Familie ihre eigenen Regeln für den Umgang mit Medien finden.Die folgenden Beispiele zeigen, wie das funktionieren kann.kommen. Jetzt ist er einem Verein beigetreten.Dort spielt er seit einem Jahr zweimal die Woche.Seine Hausaufgaben erledigt er an den Tagen fastimmer vorher, Medien spielen dann nur eine un-tergeordnete Rolle. Er hat über den Sport auchFreunde gefunden und den Medienkonsum redu-ziert. Natürlich liebt er weiterhin Computerspiele,und wir streiten uns auch hin und wieder deswe-gen, aber alles ist etwas ausgeglichener gewor-den. Mein Tipp: Die nichtmedialen Interessenfördern.“David und Maria, Eltern von Janina(4 Jahre) und Kevin (5 Jahre): Gemeinsamspielen und gezielt fernsehen„Früher lief bei uns oft der Fernseher, egal waskam, er gehörte einfach dazu. Wir haben aber ge-merkt, dass es die Kinder unruhig macht und siesich kaum länger auf ein Spiel konzentrierenkonnten. Deshalb schalten wir das Gerät nur nochfür spezielle Sendungen ein. Die Kinder spielengern Playstation oder Game Boy. Weil es Prob-leme mit dem Game Boy gab, sammeln wir denimmer wieder ein und geben ihn nur für be-stimmte Zeiten heraus, zum Beispiel währendeiner von uns Essen zubereitet. Wir haben eineVerkleidungskiste im Kinderzimmer, da sind alteKleidungsstücke von uns drin. Das kommt sehrgut an. Dazu kommt, dass einer von uns an meh-reren Tagen pro Woche den Kindern vor dem
  13. 13. BEISPIELE14 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungMeike jetzt am frühen Abend vor dem Abendes-sen oder wenn sie aus der Schule kommt insge-samt maximal eine Stunde fernsehen, Kassettehören oder an den Computer. Die Umstellung fielzunächst schwer, aber jetzt hat sich das gut ein-gespielt. Zur Entspannung und zum Tanzen hörtsie auch gern Musik. Neu ist auch die regelmäßigeLesezeit vor dem Einschlafen. Sandra und Meikehaben in der Bibliothek Bücher gefunden, die ein-fach zu lesen sind, da kommt Meike gut voran undhat zunehmend Spaß. Wenn Meike bei mir ist,lesen wir jetzt abwechselnd. Ich habe ihr auch ge-zeigt, wie man am Computer schreiben und Bilderbearbeiten kann.“Nina und Ahmed, Eltern von Kenan(7 Jahre), Leyla (11 Jahre) und Suzan(13 Jahre): Alle wollen an den Computer –Medienregeln in der Familie„Bei uns gab es oft Streit rund um den Compu-ter. Ahmed wollte nach der Arbeit in Ruhe seineComputerspiele oder Playstation spielen, Kenansaß oft bei ihm auf dem Schoß. Dazu kamen dieMädchen, die ‚nur ganz kurz‘ mal chatten woll-ten, oder ich wollte schnell noch nach einer Auk-tion schauen. Dazu lief im Nebenzimmer derFernseher der Mädchen, die parallel ihre Serienschauten. Kenan lief nach dem Spiel immer wie-der hektisch durch die Wohnung und hat wildherumgetobt und alle anderen genervt. KeinWunder, denn Ahmeds Spiele waren ja meist erstab zwölf oder ab 16 Jahren freigegeben. Es warimmer ziemlich chaotisch, vor allem rund um dasAbendessen. Wir haben jetzt einiges geändert, esgibt feste Computerzeiten für alle Familienmit-Abendessen vorliest, mit ihnen ein Bilderbuch anschaut oder eingemeinsames Spiel spielt, das kann dann ein Brettspiel oder auchmal ein Playstation-Match sein.“Katrin und Uwe, Eltern von Luise (6 Jahre) und Maximi-lian (8 Jahre): „Bons“ regeln den wöchentlichen Medien-konsum„Nachdem es bei uns oft Streit gab, vor allem mit dem Game Boy,haben wir nun strikte Regeln: Die Kinder bekommen Gutscheine,wir nehmen dazu selbstgebastelte ‚Bons‘. Jeder Bon ist eine halbeStunde Computer, Game Boy oder Fernsehen wert. Pro Wochebekommt jedes Kind sechs Bons. Die Kinder bestimmen selbst,wie lange und wann sie Game Boy, Computer oder Fernsehen nut-zen. Hin und wieder gibt es auch eine Extrazeit, in der wir zumBeispiel einen längeren Film oder eine längere Sendung gemein-sam schauen. Maximilian nutzt den Computer auch für die Schule,das regeln wir dann ohne Bons. Ins Internet darf und kann manbei uns nur im Wohnzimmer, da haben wir das im Griff. Wir be-sprechen auch, welche Sendungen oder Spiele gespielt werden,und achten auf die Altersfreigaben.“Frank, Vater von Meike (9 Jahre): Getrennt wohnen, ge-meinsam regeln„Meike lebt wochentags bei Sandra, meiner Ex-Frau. Die hatte ihreinen Fernseher ins Zimmer gestellt. Meike durfte gucken, wasund wann sie wollte, Hauptsache sie ging um 20:00 Uhr ins Bett.Ich fand das zu viel und zu früh, wir hatten viel Streit deswegen.Wenn Sandra bei mir ist, alle zwei Wochen am Wochenende,gibt’s gar kein Fernsehen. Hin und wieder spielen wir zusammenam Computer, wir gehen auch raus, fahren Rad oder Inliner. San-dra organisiert den Alltag mit Meike, das ist sicher schwieriger.Meike hatte Konzentrationsschwierigkeiten in der Schule und Prob-leme mit dem Lesen. Wir führten ein Gespräch mit der Lehrerin.Der Fernseher kam wieder aus dem Kinderzimmer raus, und San-dra und ich haben es geschafft, uns abzusprechen. Bei Sandra darf
  14. 14. Medien 15BEISPIELEglieder, meistens klappt das auch. Die Mädchen haben gelernt,dass sie nicht immer im Chat erreichbar sein müssen, und ichschaue nicht ständig nach den Auktionen. Sogar das Handy istwährend des Essens aus. Ahmed und Kevin spielen regelmäßigan zwei Tagen in der Woche altersgerechte Spiele. Nicht nur amComputer, auch mal mit den Spielfiguren, oder sie gehen zu-sammen raus und spielen Fußball.“Heinz und Ulla, Großeltern von Freja (4 Jahre) und Ole(5 Jahre): Boulevardfernsehen bei Oma und Opa – jetztnicht mehr„Unsere Enkelkinder sind wochentags an drei Tagen bei uns, wirholen sie vom Kindergarten ab. Die Eltern sind berufstätig. Wirfreuen uns über den lebhaften Besuch, aber manchmal sind wirerschöpft und ohnehin läuft bei uns oft der Fernseher. Besondersgern schauen wir nachmittags Boulevard-Sendungen, man willsich ja informieren. Jetzt gab’s Ärger mit unsererTochter und unserem Schwiegersohn. UnsereEnkel hatten Albträume und Angst, dass sie ent-führt werden oder jemand ihre Eltern umbringt.Ole hat immer wieder Bilder von seinem Kinder-zimmer gemalt, auf denen ein Einbrecher miteiner Pistole zu sehen ist. Diese Wirkung war unsgar nicht so klar. Wir verzichten jetzt an denTagen, an denen sie bei uns sind, auf die Boule-vardsendungen. Wir spielen dann gemeinsamoder lassen die Kinder eine Kindersendung sehen.Höchstens eine Stunde lang läuft der Fernseher,und wenn einer von uns unbedingt das Tennis-match zu Ende sehen will, spielt der andere mitden Kindern im Nebenraum oder liest etwas vor,das entspannt auch.“
  15. 15. 16 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungBEISPIELEFred und Martina, Eltern von Zoe (10 Jahre) und Luca(12 Jahre): Viel erlauben und besprechen, andere Aktivi-täten fördern und den Kontakt bewahren„Wir haben mit den Medien kaum Probleme, die Kinder dürfen dieMedien spielerisch erkunden und auch im Internet surfen. Wich-tigste Regel: Zuerst die Hausaufgaben. Zoe und Luca dürfen ihrFernsehprogramm selbst aussuchen, müssen sich aber an die Al-tersempfehlungen halten, da achten wir drauf. Montags bis don-nerstags ist spätestens um 20:30 Uhr Schluss. Am Wochenendekönnen sie auch mal richtig über die Stränge schlagen, wennnichts anderes ansteht. Dann spielt Luca auch schon mal dreiStunden lang ein Computerspiel oder komponiert etwas mit demMusikprogramm. Zoe hat das Bildbearbeitungsprogramm für sichentdeckt und witzige Collagen und Einladungskarten erstellt.Dabei kann sie sich intensiv konzentrieren und vergisst die Zeit.Manchmal schauen wir dann auch zwei Filme hintereinander an.Die Kinder erzählen viel von dem, was sie spielen,erfahren oder gesehen haben. Wir geben ihnenTipps und schauen uns seltsame oder schrille In-ternetseiten, die ihnen aufgestoßen sind, auchmal gemeinsam an. Wir sprechen dann miteinan-der darüber, was uns daran gefällt und was nicht.Medien sind für unsere Kinder zwar wichtig, aberweil vieles bei uns offen und erlaubt ist, hat esnicht so einen starken Reiz. Die Kinder gehen re-gelmäßig zum Sport, treffen sich gern mit ihrenFreunden, Luca spielt Gitarre und Zoe singt imChor. Natürlich gibt’s bei uns auch mal Streit: Lucahatte sich versehentlich ein teures Klingelton-Aboangeschafft und manchmal nervt auch die lauteMusik …“
  16. 16. Medien 17BEISPIELESandra, Mutter von Alexander (14 Jahre): Intensivzeitenvereinbaren„Alexander hat sich eine Zeit lang so intensiv mit Computerspie-len beschäftigt, dass er kaum ansprechbar war und Schule undFreunde vernachlässigt hat. Es gab viel Streit, weil ich eine täglicheComputerzeit einführen wollte (eine Stunde am Tag). Das ließ sichaber mit den zeitintensiven Rollen- und Strategiespielen, die erbesonders mag, kaum umsetzen. Als die Situation in der Schuleproblematisch wurde, ist es uns gelungen, eine neue Vereinba-rung zu treffen. An einem Tag in der Woche darf Alexander nachden Schularbeiten intensiv über mehrere Stunden hinweg spielen.Zusätzlich kann er sich an einem Tag am Wochenende intensivmit den Computerspielen beschäftigen. So kommt er auf 8–10Stunden pro Woche. Er trifft sich an einem festen Tag mit Freun-den zum Basketball, geht auch zur Nachhilfe und verabredet sichöfter spontan zum Skaten oder Kino.“
  17. 17. 18 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungMEDIENWAHRNEHMUNG2.Was Eltern wissen müssen:Kinder nehmen Medien anders wahr!
  18. 18. Medien 19MEDIENWAHRNEHMUNGKinder nehmen Medien anders wahr als Erwachsene. WasKinder den Medienangeboten entnehmen und was sieverstehen, hängt von ihrem Entwicklungsalter ab.Kindergartenkinder nehmen nur einzelne Teile aus Filmen undSendungen auf, zumeist können sie einer umfangreichen Hand-lung noch nicht im Einzelnen folgen. Sie begeistern sich für einfa-che, amüsante und auch spannende Geschichten mit kurzenEpisoden, für Magazine oder Computerspiele, die für dieses Altergemacht sind. Die meisten Kinder dieses Alters können noch nichtzwischen Werbung und Programm unterscheiden. Ob im Pup-pentheater oder vor dem Fernseher: Bis hinein ins Grundschulalteräußern Kinder ihre Gefühle und oft auch ihren Bewegungsdrangspontan und brauchen das auch zur Verarbeitung des Erlebten.Ältere Grundschulkinder begeistern sich für Zeichentrickfilme oderWissenssendungen und können schon mehr auf Ironie und Wort-witz eingehen. Sie verstehen, was Werbung ist und sind zugleichfür deren Botschaften sehr empfänglich.Mit zunehmendem Alter bilden sich unterschiedliche Interessenheraus, die auch von Cliquen geprägt sein können. Manche möch-ten regelmäßig Fernsehsendungen sehen, „über die man redet“,andere gehen nach ganz individuellen Interessen vor. Während einTeil der Kinder problemlos dem Nervenkitzel der Harry-Potter-Filme oder der Drei-Fragezeichen-Krimihörspiele viel abgewinnenkann, ist das für andere Kinder schwer verdaulich. Wieder andereKinder orientieren sich eher an amüsanten, turbulenten Ge-schichten.Was man bei den einzelnen Altersstufen beachten sollte, ist inden folgenden Tipps zusammengefasst.
  19. 19. TIPPS0BIS2JAHRE20 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung2.1 0 bis 2 Jahre: Babys und KleinkinderBabys und Kleinkinder bekommen schon „nebenbei“ vielvon dem Mediengebrauch in der Familie mit: die am Com-puter arbeitende Mutter, den Bruder, der beim Game-Boy-Spielnicht gestört werden will, die Großeltern, die sich beim Musikan-tenstadl im Fernsehen amüsieren, den Fernseher und das Radio,die womöglich als Geräuschkulisse den ganzen Tag über laufen.Sie verstehen zwar noch kaum etwas. Doch sie reagieren auf dieverschiedenen Situationen, sie freuen sich über Musikstücke undquietschen vor Vergnügen bei Unterhaltungssendungen mit odermöchten vielleicht auf der Computertastatur „mitarbeiten“.Grundsätzlich gilt dabei, dass sie vor allem das wahrnehmen, wassie in ihrer Lebenswelt und im ständigen Austausch mit ihren Be-zugspersonen selbst erkunden können und verstehen lernen. Siekönnen aber auch nervös, wütend oder erschöpft auf die Me-dienumgebung reagieren. Und sie nehmen auch wahr, dass diesenGeräten mitunter mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird als ihnenselbst.Tipps für diese Altersgruppe:Das wichtigste Medium für Kinder ab ca.6 Monaten sind Bilderbücher. Lesen SieIhrem Kind regelmäßig vor, zeigen Sie aufdie Bilder oder lassen Sie es die Bilder deu-ten oder besprechen (auch wenn die Klei-nen zunächst nur „brabbeln“ können).Sprechen Sie mit dem Kind über das, wases sieht und was Sie vorlesen. So lernt es,das Gesehene mit Sprache zu verbinden.Schon Babys wissen, mit entspannender,fröhlicher Musik etwas anzufangen (z.B.aus Spieluhren). Anregend oder auch ent-spannend sind für Kleinkinder außerdemeinfache kurze Hörgeschichten im Wech-sel mit Musik.Mit ein bis zwei Jahren sind Kinder durch-aus in der Lage, ganz einfachen Fernseh-programmen (Teletubbies, Bob derBaumeister) zu folgen, doch sollten Kinderdieses Alters nur selten schauen. Fernse-hen in diesem Alter hat kaum förderlicheAspekte, daher sollten Sie als Eltern weit-gehend darauf verzichten, Ihr Kind vor denFernseher zu setzen.Babys und Kleinkinder benötigen vor allemdirekte Zuwendung und Anregungen, alsoPersonen, die mit ihnen sprechen und spie-len. Sie genießen einfache Spielsachen, umherauszufinden, was man alles mit ihnenund aus ihnen machen kann. Auch derWechsel von Anregung und Ruhe ist wich-tig. Schmecken, Riechen, Fühlen, Hörenund Sehen stehen im Vordergrund, aberauch die Möglichkeit, sich durch Bewegungauszudrücken.Setzen Sie Ihr Kind nicht unkontrolliertden Medien aus und achten Sie darauf,wie es auf die Medienumgebung in IhrerFamilie reagiert. Reduzieren Sie im Zwei-felsfall die eigene Mediennutzung.Empfehlungen für Mediennutzungszeiten bei den0- bis 2-JährigenWenn überhaupt, sollten Babys und Kleinkinder so wenigwie möglich fernsehen. Das tägliche Fernsehen sollte maxi-mal 20 Minuten nicht überschreiten. Hörmedien (Musikkas-setten, -CDs, altersgerechte Hör-Erzählungen und -stücke)sollten maximal 30 Minuten am Tag genutzt werden.
  20. 20. Medien 21TIPPS3BIS5JAHREEmpfehlungen für Mediennutzungs-zeiten bei den 3- bis 5-JährigenKinder dieser Altersgruppe sollten täglichnicht länger als 30 Minuten fernsehen oderam Computer aktiv sein. Auch die Nutzungvon Handspielgeräten (wie zum Beispiel derGame Boy) und Konsolen ist in diesem Zeit-budget inbegriffen. Hörmedien sollten maxi-mal 45 Minuten genutzt werden.2.2 3 bis 5 Jahre: KindergartenalterDirekte Kontakte und Spielerfahrungen mit allen Sinnensind auch in diesem Alter sehr wichtig. Bilderbücher und zu-nehmend Hörmedien spielen eine wichtige Rolle.Lesen Sie Ihrem Kind (auch später noch) regelmäßig etwas vor undsprechen Sie gemeinsam über die Themen und Figuren der Hör-medien.In diesem Alter können Kinder auch schon etwas mit Fernsehsen-dungen/Filmen und Computerspielen anfangen, die auf diese Al-tersgruppe zugeschnitten sind. Den Handlungsbogen langer Filmekönnen sie noch nicht verstehen. In Erinnerung bleiben häufig ge-rade die dramatischen und unheimlichen Szenen, weil sie den größ-ten Eindruck hinterlassen. Das kann mitunter zu Ängsten oder auchAggressionen führen. Deshalb eignet sich für Kinder dieser Alters-gruppe besonders ein Fernseh-Magazin wie die Sendung mit derMaus, seit Jahrzehnten schon ein Renner unter den Lieblingssen-dungen der Kinder. Der Wechsel von informativen und lustigen Ele-menten ist ideal für dieses Alter, weil dies sowohl ihrem Interessean neuen Informationen als auch ihrem Bedürfnis nach Spaß undKlamauk entgegenkommt. Auch turbulente Zeichentrickserien wieDisneys Gummibärenbande sorgen für Spaß und Unterhaltung.Spielfilme für diese Altersgruppe bestehen aus verschiedenen kur-zen Geschichten und Szenen, die meist in eine große verwoben sind(z.B. Petterson und Findus oder Winnie Puh). Vier- bis Fünfjährigekönnen auch schon mit altersgerechter Computersoftware ge-schickt umgehen und haben besonderen Spaß an Software, mit dersie z.B. etwas gestalten und ausdrucken können.
  21. 21. TIPPS3BIS5JAHRE22 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärungoder die kleine Heldin Milli-Metha bieten Kin-dern altersgerechte Software mit Herausfor-derungen, die sie meistern können. EinfacheZuordnungsspiele können den Wortschatzund das Wissen über Natur und Technik er-weitern. Manche Software (z.B. die CD-ROMmit der Maus) enthält auch kreative Ele-mente, die ältere oder medienerfahrenereVorschulkinder aktiv gestalten können (Trick-filmelemente gestalten, ein kurzes Musicalkomponieren).Kleine Kinder imitieren am Computer gern dasVerhalten der Erwachsenen oder der älterenKinder. 3- bis 5-Jährigen gefällt es, wenn aufihr Maus-Kommando etwas aus dem Druckerausgedruckt wird (was sie dann mit Schere,Stift und Papier weiterbearbeiten). Sie habenSpaß an der Macht und Gestaltungsmöglich-keit per Mausklick (das trifft auch auf Playsta-tion und Game Boy zu).Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es fotografierenkann oder lassen sie es mit seinem Kasset-tenrekorder Töne oder Ansagen aufnehmen.Vielleicht gibt es in Ihrer Familie auch eine Vi-deokamera, mit der Ihr Kind selbst etwas auf-nehmen kann.Tipps für diese Altersgruppe:Begrenzen Sie den Medienkonsum. Lassen Sie Ihr Kind nichtlänger als 30 Minuten fernsehen oder an den Computer, unddas auch nicht jeden Tag. Regeln Sie auch die Nutzung vonGame Boys oder Konsolen.Begleiten Sie Ihr Kind in seinem Medienerleben. Das bedeutetnicht, dass Sie permanent daneben sitzen müssen. Sie soll-ten jedoch zumindest die Medienformate und -helden ken-nen, die Ihr Kind momentan schätzt, und mit Ihrem Kind imGespräch über das Gespielte oder Gesehene bleiben („Washaben Tabaluga/Wickie/Spongebob heute erlebt?“). BeachtenSie außerdem Altersempfehlungen und -freigaben.Machen Sie Ihr Kind nach und nach auf Werbeformen und dieAbsicht der Werbung aufmerksam. Es sollte lernen, zu un-terscheiden, was zum eigentlichen Computerspiel oder zurFernsehsendung gehört und was zur Werbung. VerdeutlichenSie, dass durchaus nicht alles so gut, sinnvoll und schön ist,wie es dargestellt wird. Weisen Sie darauf hin, dass man nichtjedes beworbene Produkt haben muss und dass es wichtigist, zu unterscheiden und zu bewerten.Ermöglichen Sie Ihrem Kind, dass es sich im Anschluss an denMedienkonsum austoben kann. Nach konzentriertem Com-puterspiel oder dem Anschauen einer Sendung im Fernsehenbenötigt es Zeit, sich zu bewegen. Vielleicht möchte es danneine Runde Roller fahren oder sich zum Beispiel durch Malenund Rollenspiele mit dem Erlebten auseinandersetzen.Computerspiele wie Oscar der Ballonfahrer (Oscar, ein kleinerNaturforscher, ist Hauptfigur einer Computer-Lernspielreihe)
  22. 22. Medien 23TIPPS6BIS7JAHRETipps für diese Altersgruppe:Ermuntern Sie die Kinder, bei Hörspielengenau hinzuhören: Wann spricht welcherSprecher, und welche Geräusche werdeneingeblendet? Wie werden Spannung oderAction in einem Hörspiel erzeugt? Vielleichthaben Sie einen Kassettenrekorder mitAufnahmemöglichkeit, dann kann Ihr Kindselbst Geräusche produzieren und aufneh-men.Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es mit einer Di-gitalkamera fotografieren und wie esFotos herunterladen und bearbeiten kann(ausschneiden, verbessern). Geben Sie evtl.ein Fotothema vor (hässliche oder schöneEcken in unserer Straße, unsere Verwand-ten, unsere Haustiere).Lassen Sie sich nach einem Film- oderFernseherlebnis von Ihrem Kind erklären,was ihm besonders gefallen oder missfal-len hat und warum das so ist. Welche Fi-guren oder Helden haben Ihr Kindbesonders beeindruckt, welche Szene fandIhr Kind besonders spannend?Zeigen Sie Ihrem Kind kindgerechte Seitenim Internet (www.seitenstark.de). MancheSeiten (zum Beispiel www.die-maus.de)halten E-Cards bereit, die sich die Kindergegenseitig schicken können.Sorgen Sie auch in diesem Alter für viel Be-wegung und Alternativen zum Medien-konsum.2.3 6 bis 7 Jahre: 1./2. GrundschuljahrKinder dieses Alters entwickeln zunehmend die Fähigkeit,den roten Faden, also den wesentlichen Handlungsablaufeines altersgemäßen Films, wahrzunehmen. Sie interessieren sichbesonders für Serien mit Action und Wortwitz, die auch bei den äl-teren Geschwistern ankommen, oder für Formate, die ihnen kind-gerecht Wissen vermitteln.Was Computerspiele betrifft, so stehen Kindern, die nie an einerPlaystation spielen, andere gegenüber, für die diese zum Alltaggehört. Dementsprechend zeigen sich bei Kindern auch Unter-schiede in ihrer Medienkompetenz. Hinsichtlich des aktiven undkreativen Umgangs mit Medien sind Kinder dieses Alters bereits inder Lage, Fotos zu laden, einfache Programme zu bearbeiten oderMalprogramme zu nutzen. Sie können einfache Geschichten fil-men (z.B. Trickbox-Animationsfilme) und Inhalte von Lernspielennach ihren Wünschen bearbeiten und ausdrucken. Außerdemexperimentieren sie beim Fotografieren gern mit verschiedenenPerspektiven und Ausschnitten. Je nach Schreib- und Lesekom-petenz schreiben sich einige Kinder dieses Alters bereits E-Mailsoder E-Cards.
  23. 23. TIPPS8BIS10JAHRE24 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungTipps für diese Altersgruppe:Lassen Sie Ihre Tochter oder Ihren Sohn miteinem Tonrekorder oder einer Videokameraeine Reportage aufzeichnen, oder zeigenSie Ihrem Kind, wie es mit der Videokameraeine eigene Show aufnehmen kann.Lassen Sie Ihr Kind (vielleicht gemeinsammit seinen Freunden) ein Fotorätsel erstel-len. Es kann dazu Details aus Haus, Straßeoder Wohnung aufnehmen und die ande-ren dann raten lassen, was die Aufnahmenzeigen oder woher sie stammen.Zeigen Sie Ihrem Kind kindgerechte Seitenim Internet, legen Sie ein Verzeichnis fürdas Kind an, in dem diese Seiten festgelegtsind. Sprechen Sie bereits jetzt mit IhremKind über Gefahren im Internet und zeigenSie ihm, wie man sinnvoll und gekonnt mitdem Netz umgehen kann (siehe dazu dieEmpfehlung zum Umgang mit Computerund Internet in der Familie S. 33).Kinder dieses Alters können sich als Aus-gleich zu Schule oder auch zu Medienintensiv mit Spielen ohne Medien beschäf-tigen. Draußen mögen es Inliner, Einrad,Fußball oder Tischtennis sein. Drinnen Rol-lenspiele mit Puppen und Spielfiguren oderauch die Konstruktion von Robotern oderganzen Städten. Bei manchen Kindern ste-hen auch Gesellschaftsspiele, Malen undBasteln oder Puzzles hoch im Kurs. BietenSie Ihrem Kind Gelegenheit zum freien Spielohne Medien! Überlegen Sie auch, was Siegemeinsam als Familie gern spielen undlegen Sie gemeinsam einen festen Terminfür diese Aktivitäten fest.Empfehlungen für Mediennutzungszeiten bei den6- bis 10-JährigenKinder dieser Altersgruppe sollten täglich maximal 45 Minu-ten fernsehen oder am Computer aktiv sein. Auch die Nut-zung von Handspielgeräten (wie der Game Boy) und Konsolensind in diesem Zeitbudget inbegriffen. Hörmedien sollten ma-ximal 60 Minuten genutzt werden.2.4 8 bis 10 Jahre: 3./4. GrundschuljahrJetzt beginnen die meisten Kinder, sich genauer für die In-szenierungen von Filmen und Sendungen zu interessieren.Meist sind sie in der Lage, in Filmen und Fernsehsendungen Rück-blenden und Ortswechsel zu erkennen. Sie haben Spaß an eige-nen Produktionen. Ihre Medienkritikfähigkeit wird immer besserund sie bewerten Filme, Fernsehsendungen und Computerspielenach eigenen Qualitätskriterien (die sich von denen der Eltern un-terscheiden können).
  24. 24. Medien 25TIPPS11BIS13JAHREEmpfehlungen für Mediennutzungszeiten bei den11- bis 13-JährigenMaximal 60 Minuten intensives Fernsehen oder Computern (in-klusive Handspielgeräte) sind als täglicher Richtwert angemes-sen. Manche Kinder dieses Alters nutzen den Computer ehernebenbei für Musik oder gelegentliches Chatten mit Freundenund Freundinnen, während sie gleichzeitig spielen oder neben-her Aufgaben erledigen. Sind sie dabei in der Lage, sich bewusstauf Wesentliches zu konzentrieren und ihre Aufgaben ein-wandfrei zu erledigen, ist es noch annehmbar, wenn das Gerätbis zu 90 Minuten läuft. Achten Sie auch bei Kindern dieses Al-ters auf viel medienfreie Zeit und Alternativen zum Medien-konsum. Verabreden Sie bei Problemen Regeln, wann und wielange der Computer oder Fernseher angeschaltet sein darf.Tipps für diese Altersgruppe:Schauen Sie zusammen Filme oder Fern-sehsendungen an, die nicht nur Sie, son-dern auch Ihre Kinder interessieren, undtauschen Sie sich darüber aus. So behaltenSie den Zugang zu den Meinungen, realenErfahrungen und Empfindungen Ihrer Kin-der. Stellen Sie Ihre Meinung dabei nichtzwingend voran, sondern versuchen Sie,sich in Ihr Kind hineinzuversetzen. Vielleichtgibt es auch ein Computer- oder Konso-lenspiel, das Sie beide mögen? Oder Sie tre-ten alle gegeneinander beim Karaoke-Singen an.Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es sich sicher imInternet bewegen kann (siehe Empfehlun-gen zum Umgang mit Computer und In-ternet in der Familie S. 33). Machen Sie dieRisiken deutlich und sorgen Sie für einen si-cheren Medienumgang in Ihrem Zuhause.Verdeutlichen Sie Ihrem Kind, wie es sicherchatten kann und wie es sich in öffentli-chen Plattformen (schuelerVZ oder Face-book) verhalten, schützen und wehrenkann.Lassen Sie Ihr Kind gemeinsam mit Freun-den per Camcorder einen Werbeclip für einfrei erfundenes, vielleicht witziges Produktproduzieren oder per Stop-Motion aufneh-men, wie sich ein aufgeräumtes Zimmer imLaufe der Zeit in ein chaotisches Zimmer ver-wandelt, oder umgekehrt ein chaotisches inein aufgeräumtes. (Wählen Sie für Stop-Mo-tion einen festen Kamerastandort. Die Ka-mera sollte weit oben positioniert [Obersicht]und auf Zeitraffer eingestellt sein.)2.5 11 bis 13 Jahre: Übergang in dieweiterführende SchuleKinder dieses Alters interessieren sich für Sendungen, indenen Wortwitz, Slapstick oder „Alltagspannen“ vorkommen, undsie begeistern sich für Action, Spannung und Fantasy. Aber auchVorabendserien, in denen es um Freundschaft und Liebe geht,kommen gut bei ihnen an, weil sich die alltagsnahen Verhaltens-weisen gut bewerten und überprüfen lassen. Sie haben ein um-fangreiches Medienwissen über ihre Lieblingsgenres oderLieblingsspiele. Kindern, die gern noch altersgerechte Kindersen-dungen schauen, stehen solche gegenüber, die beginnen, sich amMedienverhalten von Jugendlichen oder Erwachsenen zu orientie-ren. Sie diskutieren über Macharten, Inszenierungen und Ge-schmack und versuchen mehr und mehr, sich durch ihre eigeneMeinung bewusst gegenüber anderen abzugrenzen. Das ist fürihre Persönlichkeitsentwicklung sinnvoll und wichtig. Zugleich wol-len und sollen Sie aber als Eltern nicht den Kontakt zu Ihrem Kindverlieren. Dabei können Medien sehr bedeutsam sein. Denn siekönnen Gespräche über wichtige Lebensthemen anregen, die inden Medien der Kinder auftauchen, und ebenso kann auch derAustausch über gemeinsame Medienerlebnisse das Verständnisfüreinander fördern.
  25. 25. TIPPS11BIS13JAHRE26 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungZu den feinen Unterschieden zwischen Jungen undMädchenJungen und Mädchen haben unterschiedliche Bedürfnisse, unddeshalb benötigen und genießen sie auch Medienangebote, diebesonders auf Jungen oder Mädchen zugeschnitten sind. MancheFormate oder Spiele kommen auch bei beiden Geschlechtern gutan. Doch die meisten Rollenbilder, die in vielen Computerspielenoder Fernsehserien verbreitet werden, wirken wie Abziehbilder:Für Mädchen finden sich Rosa und Rüschen oder Pferdetraining,für Jungen tauchen superstarke Helden, jede Menge Action undschnelle Autos auf.Sprechen Sie mit Ihrem Sohn, Ihrer Tochter über die Rollen-muster, die dort verwendet werden: Was gefällt ihm oder ihran den Figuren einer beliebten Serie besonders? Warum gefällteine bestimmte Serie Jungen bzw. Mädchen nicht?Achten Sie als Eltern aber auch darauf, dass sich Ihr Sohn oderIhre Tochter nicht ausschließlich mit geschlechtsspezifischemSpielzeug und Medienangeboten beschäftigt. Fördern Sie denBlick über den Tellerrand: Mädchen haben auch an den „Wil-den Fußballkerlen“ ihren Spaß, und Jungen können mit „Diewilden Hühner und die Liebe“ mehr anfangen, als sie vielleichtzugeben werden. So verhindern Sie, dass sich zwischen denGeschlechtern schon im Kindesalter ein Graben auftut. Ge-meinsame Medienerlebnisse (wie z.B. bei Harry Potter) kön-nen die Verständigung zwischen Jungen und Mädchen fördern.Auch wenn jede/jeder etwas anderes wahrnimmt – so ergibtsich doch eine gemeinsame Grundlage, um ins Gespräch zukommen und um sich zu verständigen.
  26. 26. Medien 27TV,DVD,VIDEO3.TIPPS ZU EINZELNEN MEDIEN
  27. 27. TV,DVD,VIDEO28 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung3.1 Betrifft: Fernsehen, DVD und VideoDas Fernsehen ist bei vielen Kindern und Familien nach wie vorMedium Nr. 1. Es kann für Unterhaltung, Information, Spannung,Entspannung und Anregung sorgen. Familien bietet das FernsehenThemen für Gespräche und Diskussionen. Doch zuweilen ist esauch Anlass für Streit unter den Familienmitgliedern.Inzwischen steht in Deutschland in vier von zehn Kinderzimmernein Fernsehgerät. Und man weiß, dass Kinder mit eigenen Gerä-ten im Durchschnitt mehr sehen als Kinder ohne eigenes Gerät.Im Übrigen ist bei Kindern die Bedeutung des Fernsehens als „Lan-geweilekiller“ ungebrochen. Deshalb darf man sich nicht wundern,wenn Kinder sich auf Knopfdruck mal schnell Spannung, Spaß undUnterhaltung „besorgen“, wenn gerade „nichts los ist“.In den meisten Familien werden Videos und DVDs genutzt, umSendungen zeitversetzt zu sehen. Aufgenommene, geliehene odergekaufte Sendungen und Filme können dann gesehen werden,wenn es passt. Wie bei Hörkassetten ist das Wiederholen einerSendung oder eines Filmes möglich, was den kindlichen Bedürf-nissen entgegenkommt. Durch mehrmaliges Schauen können dieKinder spannende Szenen verarbeiten oder immer wieder neueAspekte in lustigen Sketchen entdecken. Eltern finden es vorteil-haft, dass sie durch die Möglichkeiten dieser Speichermedien Inhaltund Dauer der Mediennutzung (mit-)bestimmen können.Tipps in Sachen Fernsehen, DVD undVideoStellen Sie Kindern möglichst keine eigenenFernseher, Video- oder DVD-Player ins Kin-derzimmer. Dies gilt besonders für Kinderim Vor- und Grundschulalter. Viele Kindermit eigenen Geräten schauen mehr undnutzen Sendungen, die womöglich für ihrAlter ungeeignet sind. Eigene Geräte imKinderzimmer können auch auf Kosten ge-meinsamer Familienzeit gehen: Familien-mitglieder kapseln sich ab.Ältere Kinder (die 10- bis 13-Jährigen)möchten sich gern eine Zeit lang von denanderen Familienmitgliedern zurückziehenund etwas Eigenes sehen oder spielen.Geben Sie Ihrem Kind diesen Freiraum undsprechen Sie beispielsweise Zeiten oderSendungen ab, die von dem Kind und sei-nen Geschwistern oder Freunden ungestörtgenutzt werden können. Vereinbaren Siefür die Nutzung des Familiengeräts oder ei-gener Geräte Ihres Kindes feste Zeiten.Suchen Sie zugleich das Gespräch über dieInhalte, respektieren Sie seine Interessenund seinen anderen Geschmack weitge-hend (im Rahmen der Altersfreigaben undAltersempfehlungen) und lassen Sie sichvon Ihrem Kind erklären, was ihm be-stimmte Sendungen, Figuren oder Filmebedeuten.Schaffen Sie auch regelmäßig Möglichkei-ten für gemeinsame familiäre Medien-erlebnisse (ein Video/DVD-Abend, Kinobe-
  28. 28. TV,DVD,VIDEOMedien 29such, gemeinsames Anschauen von Lieb-lingssendungen, Familienshows, Match ander Playstation, Karaoke-Abend etc.). Re-spektieren Sie auch hier andere Bewertun-gen und Sichtweisen Ihres Kindes, machenSie aber ruhig Ihre eigene Meinung deutlich.Seien Sie Vorbild, indem Sie selbst Mediennicht vorwiegend nutzen, um sich vor denanderen Familienmitgliedern abzuschir-men (durch häufiges Internet-Chatten,Surfen oder Sehen von Formaten, die dieKinder nicht mitsehen können/dürfen).Achten Sie bei Kauf und/oder Ausleihe vonVideos/DVDs auf die Altersfreigabe. Unterwww.top-videonews.de findet man im In-ternet zusätzlich Altersempfehlungen,denn die Freigabe besagt noch nicht, ob einFilm, der z.B. ab 6 Jahren freigegeben ist,auch tatsächlich für Sechs- oder Sieben-jährige geeignet ist.Achten Sie auch beim Aufnehmen ausdem Fernsehen auf Altersfreigaben. Neh-men Sie also nicht einen Sciencefiction-Film wie Alien oder einen Horror-Film wieDie Mumie aus dem Spätprogramm auf,um die Filme dann womöglich zusammenmit ihrem acht- oder zwölfjährigen Kindanzuschauen.Nutzen Sie Videos und DVDs nicht regel-mäßig und dauerhaft, um Ihre Kinder al-lein vor dem Bildschirm zu belassen. BietenSie Ihren Kindern gezielt Beschäftigungenohne Medien an, wenn Sie mit anderenErwachsenen unter sich sein wollen oderwenn Sie als Mutter/Vater einkaufen gehenoder im Haus beschäftigt sind.
  29. 29. HANDYS30 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung3.2 Betrifft: Handys in der FamilieViele Kinder besitzen mittlerweile eigene Handys. Den meisten El-tern vermitteln Handys ein Gefühl der Sicherheit, weil sie ihre Kin-der überall und jederzeit erreichen können. Meistens bekommenKinder aus diesem Grund ein Handy, wenn sie die nahe Grund-schule verlassen und in die weiterführenden Schulen gehen. Dochdie ständige Erreichbarkeit kann sich auch als Bumerang erwei-sen, weil sie sowohl Kinder als auch Eltern ziemlich „nerven“ kann.Für Kinder bedeuten Handys aber noch mehr: Sie können unab-hängig oder unbemerkt von ihren Eltern mit ihren Freunden imGespräch und in Verbindung bleiben und sie können ihr Handydurch Klingeltöne und Handyhüllen zu ihrem individuellen Mar-kenzeichen machen. Sie können Fotos und Videos aufnehmen unddiese untereinander austauschen. Für ältere Kinder und Jugendli-che spielen dann auch Internetdienste eine Rolle. Kurzum: DasHandy ist heute eine Art Minicomputer für kreativen, kommuni-kativen, aber auch mitunter teuren Zeitvertreib von Kindern.Während sich die Kosten fürs Telefonieren und das Versenden vonkurzen Botschaften (SMS) begrenzen lassen, kann das Verschickenvon Fotos/Filmen (MMS), Klingelton-Abos oder Internetdienste dasHandy kostspielig werden lassen. Durchschnittlich 260 € kostet dieNutzung eines Kinder-Handys pro Jahr, etwa so viel wie eine Klas-senfahrt.Schließlich wäre da noch die Frage nach Gesundheitsrisiken, diesich für die Kinder durch elektromagnetische Wellen beim mobi-len Telefonieren ergeben könnten. Diese Frage, die viele Eltern be-schäftigt, ist aber bisher wissenschaftlich noch nicht eindeutiggeklärt.Info - günstige KlingeltöneEs gibt zu diesen kommerziellen und oft über-teuerten Angeboten interessante Alternativen:Klingeltöne z.B. kann man selber herstellen.Hierfür gibt es kostenlose Programme im In-ternet, z.B. unterhttp://www.handysektor.dehttp://www.handywissen.info
  30. 30. Medien 31HANDYSInfo – Umgang mit dem HandyInformationen im Internet:Österreichische Initiative Handywissen.at (http://www.handy-wissen.at)Broschüre„Handy ohne Risiko – mit Sicherheit mobil“ – ein Ratgeber fürEltern zu den Themen Kosten, Belästigung, Daten- und Ju-gendschutz u.v.m.Die Broschüre wird vom Bundesministerium für Familie, Se-nioren, Frauen und Jugend kostenlos verteilt (siehe S. 48).Tipps in Sachen HandyKlären Sie vor allem beim jüngeren Kind (Vor-und Grundschulalter), ob es überhaupt einHandy benötigt. Immerhin kommt bishernoch über die Hälfte der 6- bis 13-Jährigenohne Handy aus.Handy ausschalten: Im Kino, Theater und inder Schule ist es üblich, das Handy auszu-schalten. Vereinbaren Sie in Ihrer Familie,wann das Handy ausgeschaltet werden soll(z.B. während des Essens, in Ruhezeiten oderwährend der Hausaufgaben). Ignorieren Sie indieser Zeit auch Störungen durch das Fest-netztelefon.Leben Sie selbst Ihren Kindern einen ent-spannten Umgang mit dem Handy vor. Nut-zen Sie es kostengünstig und lassen Sie sichbei wichtigen Angelegenheiten nicht durchdas Handy stören.Ein Handytelefonat sollte kurz sein, nicht nurwegen der Kosten, sondern auch wegenmöglicher Strahlenbelastungen.Vereinbaren Sie in der Familie allgemeineHandyregeln, z.B. an wen man die Handy-nummer, persönliche Daten oder auch Fotosweitergeben kann und an wen nicht. Spre-chen Sie über Mobbing und Belästigung, undsagen Sie Ihrem Kind, wie es sich wehrenund wo es sich beschweren kann. ZeigenSie die Folgen auf, wenn es andere beleidigtoder jugendgefährdende Inhalte, Bilder oderVideos weiterleitet.Klären Sie das Thema Klingelton- und Logo-Abos und was bei Verlust des Handys zu tunist.
  31. 31. TIPPS32 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungRegeln Sie, ob und wann Ihr Kind Bluetooth(eine Funktechnik, die Handys über kurze Stre-cken vernetzen kann) oder das Internet vomHandy aus nutzen darf.Schalten Sie diese Dienste ab oder besorgen SieIhrem Kind ein Handy bzw. einen Handyvertragohne diese Möglichkeiten.Durchsuchen Sie nicht heimlich das Handy IhresKindes.Lassen Sie sich von Ihrem Kind zeigen, was dasHandy alles leisten kann. Interessieren Sie sichfür Fotos, Videos, Musik, die Ihnen Ihr Kind zeigt.So bleiben Sie miteinander im Gespräch.Unterstützen Sie Ihr Kind darin, dass es seinSelbstwertgefühl nicht vom Besitz teurer Handysoder MP3-Player abhängig macht. VerdeutlichenSie Ihrem Kind seine Stärken. Regel: Man mussnicht alle Medienmoden mitmachen und soll niemit solchen Dingen angeben.Tipps in Sachen HandyVersuchen Sie von vornherein, die Handykosten in den Griff zubekommen, indem sie das Tarifmodell wählen, das zum Famili-enbudget passt. Aber auch hier bleibt die Qual der Wahl: Ist einePrepaid-Karte, eine Flatrate, ein Laufzeitvertrag oder ein Minu-tenpaket sinnvoll? Einige Netzanbieter offerieren beispielsweisespezielle Kinder- und Jugendtarife, die an einen Handyvertragder Eltern gekoppelt sind. Falls es den Eltern aber vor allem umKostenkontrolle geht, sollten sie ihren Kindern ein Handy mitGuthabenkarte (Prepaidkarte) zur Verfügung stellen. Das Kindkann dann nur so lange telefonieren, bis das Guthaben ver-braucht ist.Bleiben Sie als Familie im Gespräch über die Handynutzung. Viel-leicht fällt es Ihrem Kind leichter, über unangenehme Dinge(Mobbing, Pornografie, Gewaltvideos) zu sprechen, wenn es zu-nächst über die Erfahrungen von anderen (z.B. aus der Klasse)berichtet. Davon ausgehend können Sie über persönliche Erfah-rungen sprechen.Beachten Sie auch bei den Handygames die Altersfreigaben undEignung.
  32. 32. Medien 33Computer,Internet3.3 Betrifft: Computer und InternetComputer sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken,und sie spielen inzwischen auch im Leben von Kindern eine mehroder weniger wichtige Rolle. Etwa acht von zehn Kindern (78%)zwischen sechs und 13 Jahren haben heute schon Erfahrungenmit dem Computer gesammelt. Und da ComputererfahrungenVoraussetzung für die Nutzung des Internets sind, ist es kein Wun-der, dass sich inzwischen unter den 6- bis 13-jährigen Computer-nutzern und -nutzerinnen auch 76% Internetnutzer und -nutze-rinnen finden, selbst wenn nur wenige von ihnen täglich oder fastjeden Tag „im Netz“ sind. Der Computer wird von Kindern zuHause vor allem für Computerspiele genutzt. Und erfreulicher-weise nutzen Kinder den Computer auch häufig, um Schulauf-gaben zu erledigen, um Lernprogramme zu bearbeiten und umsich im Internet gezielt Informationen zu beschaffen. Doch auchOnlinespiele, das „Plaudern“ im Internet (Chatten) und das Ver-senden von E-Mails sind für Kinder attraktiv.Manche Kinder steigen allerdings – oft phasenweise – derart in-tensiv in die Computer- und Internetwelt ein, dass sie sich in die-sem künstlichen Medien-Netzwerk verfangen und dann die Hilfeder Erwachsenen brauchen, um sich wieder daraus zu befreien.
  33. 33. TIPPS34 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungTipps zum Umgang mit Computer und InternetGewöhnen Sie Kinder schon früh an einen entspannten undregulierten Umgang mit dem Computer. Setzen Sie zeitlicheLimits, begleiten Sie Ihr Kind auch bei der Nutzung von Compu-terspielen und sprechen Sie mit ihm über das, was ihm gefälltoder nicht gefällt.Spielen Sie gelegentlich gemeinsam an der Konsole oder mitdem Game Boy und begleiten Sie jüngere Kinder (unter zehnJahren) dabei, wenn sie „ins Netz“ gehen möchten. Zeigen Sieihnen dabei Seiten, die speziell für Kinder gemacht sind(www.seitenstark.de oder www.fragfinn.de).Der (Internet-)Computer sollte an einem zentralen Ort in derWohnung stehen, dann bekommen Sie mit, womit sich Ihr Kindbeschäftigt (auch die Laptop-Nutzung sollte dort erfolgen).Achten Sie zugleich die Privatsphäre Ihres Kindes. Nicht alles,was ältere Kinder mit ihren Freunden per Mail oder im Chat aus-tauschen, muss direkt von Ihnen kontrolliert werden.Suchen Sie stets das Gespräch über die Aktivitäten Ihres Kindes.Lassen Sie sich witzige oder interessante Erfahrungen berich-ten, dann wird auch Unangenehmes oder Ärgerliches eher er-zählt.Interessieren Sie sich für das, was Ihr Kind am Computer faszi-niert. Genauso, wie Sie wissen möchten, wo sich Ihr Kind mitseinen Freunden aufhält und womit sie sich beschäftigen, soll-ten Sie sich für seine Aktivitäten am Computer und im Internetinteressieren.Computerspiele führen nicht automatisch in die Vereinzelung.Denn Computer- und Konsolenspiele werden nicht selten ge-meinschaftlich genutzt und führen zu Kommunikation und Aus-tausch.Achten Sie auf die Altersfreigaben: Die Freigaben sind an kind-liche Entwicklungsstufen angepasst. Letztlich müssen Sie aberals Eltern selbst mitentscheiden, was für Ihr Kind geeignet ist.Natürlich kann ein elfjähriges Kind auch mal ein Spiel ab zwölfspielen. Es kann aber auch sein, dass selbst Vierzehnjährige sichvor freigegebenen Spielen (genau wie vor Filmen) gruseln undAlbträume bekommen.Die Dauer und Intensität, mit der sich KinderComputerspielen und Internet widmen, kannsehr unterschiedlich sein. Kinder, die lange spie-len, sind nicht automatisch abhängig. Sich mitAusdauer konzentriert und fasziniert mit etwaszu beschäftigen, ist nicht an sich problematisch(Harry Potter lesen, die gute alte Elektroeisen-bahn oder Murmelbahnen sind auch zeitinten-siv). Doch sind manche Spiele, zum BeispielInternetrollenspiele, auf eine lange Spieldauerhin angelegt und können Kinder auch auf Daueran den Computer „fesseln“. Zudem könnenneue Spielversionen, Nutzungsgebühren oderZubehör auch ungeahnte zusätzliche Kostenmit sich bringen.Beobachten Sie, wie sich das Spielen auf Ihr Kindauswirkt: Ist es meist ausgeglichen und offenfür andere Aktivitäten? Verabredet es sich mitFreunden bzw. Freundinnen? Treibt es Sport,kann es die Zeit gut begrenzen? Kann es dasComputerspiel auch einige Tage meiden? Wennnicht, dann suchen Sie gemeinsam nach denUrsachen, diese müssen nicht im Spiel selbst lie-gen. Wenn doch, dann führen Sie klare Regelnein, wann und wie viel gespielt werden darf.Klären Sie Ihr Kind über Gefährdungen im In-ternet auf: falsche Freunde, Belästigungen,Mobbing (Schikanieren anderer), problemati-sche Inhalte oder windige Geschäfte sind kei-nesfalls selten.Wählen Sie die Seiten aus, die Ihr Kind besuchendarf. Erstellen Sie dazu eine „Positivliste“ (zumBeispiel Seiten wie www.seitenstark.de oderwww.fragfinn.de) oder/und sperren Sie nachMöglichkeit Seiten, die es nicht besuchen darf.
  34. 34. Medien 35TIPPSKinder, die sich für das Chatten interessieren,sollten moderierte Kinderchats besuchen.Wichtig ist es, einen neutralen Decknamenzu wählen, keine persönlichen Daten oderFotos preiszugeben und sich allenfalls in Be-gleitung der Eltern oder anderer erwachse-ner Vertrauenspersonen an sicheren Ortenmit den Chatbekanntschaften zu treffen.Kommt es zu unangenehmen oder seltsa-men Situationen im Chat, sollte Ihr Kind denChat abbrechen und/oder die Eltern oderpädagogische Fachkräfte informieren.Stichwort Internettagebücher/öffentlicheSeiten (z.B. schuelerVZ oder Lokalisten): Wei-sen Sie Ihr Kind darauf hin, dass alles, was esdort veröffentlicht, für alle Welt sichtbar seinkann – so, als wenn man die Infos auf einemPlakat an die Haustür hängt. Weisen Sie esdarauf hin, dass es seinen richtigen Namenim Internet nicht nennt und auch keineDaten preisgibt (Telefonnummer, Adresseetc.). Auch mit persönlichen Fotos und mitden Fotos von Familienmitgliedern undFreunden bzw. Freundinnen sollte es vorsich-tig umgehen und sich vorstellen, dass dieFotos eben nicht nur von den Freunden bzw.Freundinnen gesehen werden können.
  35. 35. 36 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungHÖRMEDIEN3.4 Betrifft: HörmedienHörmedien sind die ersten wahren Kindermedien. Denn über Mu-sikkassetten und -CDs, Hörspiele und Hörbücher können jüngerewie ältere Kinder selbst verfügen. Egal ob vom CD-, MP3-Playeroder dem Kassettenrekorder abgespielt: Kinder nutzen ihre Hör-Stoffe in der Regel, wenn sie sich in Stimmung bringen wollenoder Spaß, Spannung und Unterhaltung brauchen. Dazu kommtschließlich das eigene Radio, das jüngeren Kindern nicht nur qua-litativ gute Kinderfunksendungen bietet, sondern die älteren Kin-der auch an der „angesagten Musikszene“ teilhaben lässt.In Küchen, Wohn- und Kinderzimmern oder im Auto, fast überallund jederzeit, können Musikstücke, Hörspiele oder Hörbücher ge-nutzt werden. Ein Teil der Kinder hört ganz konzentriert zu, anderelieben die Geschichten und Musikstücke als Nebenbei-Medium,wieder andere nutzen sie zum Einschlafen. Vorgelesene Geschich-ten, auch solche auf Tonträgern, können die Fantasie anregen unddie sprachlichen Fähigkeiten fördern. Aber auch hier kommt esauf gut erzählte Geschichten an, die Kinder durch ein kunstvollesGewebe aus Sprache, Tönen, Klängen und Geräuschen zu faszi-nieren vermögen.Tipps zum Umgang mit HörmedienVersuchen Sie herauszufinden, aus welchenGründen Ihr Kind Hörmedien nutzt, vorallem, wenn es nicht für kurze, sondern fürlängere Zeit Kassetten oder CDs hört.Kinder nutzen ihre Hörstücke oftmals, umproblematische Lebenssituationen zu verar-beiten, fehlende Freundschaft zu ersetzenoder mangelnde Freizeitangebote zu über-spielen. Überlegen Sie, welche alternativenFreizeitangebote und Kontakte Sie anregenkönnen.Beteiligen Sie Ihr Kind am Aufbau seiner ei-genen Audiothek. Vielfach bringen Elternihrem Kind „gute Hörspiele“ mit, die dannungenutzt in einer Ecke des Kinderzimmerslanden. Sprechen Sie mit Ihrem Kind übersolche Hörangebote, die es interessierenkönnten und die es gern besitzen möchte.Vereinbaren Sie dann mit Ihrem Kind, wel-che Angebote es sich in welcher Menge aus-suchen kann. Machen Sie dabei Ihr Kind auchbegründet auf solche Angebote aufmerk-sam, die Sie selbst für empfehlenswert hal-ten und kritisieren Sie durchaus, was Ihnenan Massenware missfällt.Nutzen Sie das gemeinsame Hören von Sen-dungen im Radio, um im Gespräch über dasGehörte das Weltwissen Ihres Kindes ken-nenzulernen und zu erweitern. Viele ältereKinder wollen wissen, wie es in der Welt zu-geht und haben durchaus Interesse an ak-tuellen Themen, die in Magazinsendungenbehandelt werden. Sprechen Sie mit IhremKind über Unverstandenes. Bieten Sie ihm
  36. 36. Medien 37MEDIENVERBUNDdabei soweit wie möglich Erklärungs- und Deutungshilfen an,am besten auch mithilfe von Abbildungen oder Fotos, die sichin Tageszeitungen und Zeitschriften finden. Ähnlich können Siesich Schritt für Schritt mit Ihrem Kind auch das tägliche Kin-derfunkprogramm der ARD-Sendeanstalten erschließen, dasvon Kindernachrichten, Radiogeschichten, Reportagen und Mit-machaktionen bis hin zu Hörspielen praktisch ein „Radio imKleinen“ anbietet.Vielleicht haben Sie Spaß daran, gemeinsam mit Ihren Kindernein „Familien-Magazin“ zu produzieren. Das können Familien-nachrichten, Alltagsreportagen aus der Wohnumwelt, Sketche,Geräuschrätsel, Lieblingsmusikstücke oder Interviews mitNachbarn, Freunden bzw. Freundinnen und Verwandten sein.Solche Hörproduktionen können dann auch perE-Mail an Freunde bzw. Freundinnen, Bekannteund Verwandte verschickt werden. Auf dieseWeise können nicht nur Familien- und Alltags-themen spielerisch bearbeitet werden, es las-sen sich auch die gestalterischen Fähigkeitenvon Kindern fördern und wie nebenbei auchEinsichten in die Funktionsweisen von Hörme-dien gewinnen.3.5 Betrifft: Kinder im MedienverbundManchmal konnte man in den letzten Jahren auf den Schulhöfenvon Grundschulen eine besondere Beobachtung machen: Kinderwickelten in den Unterrichtspausen wie auf einem Markt intensiveTauschgeschäfte ab. Dabei ging es um ganz besondere Tauschge-genstände: Sammelkarten, auf denen fantastische Figuren abge-bildet waren.Wenn man sich als Erwachsener dann in der aktuellen Medien-szene der Kinder nicht gut auskennt, ist man zunächst einmal rat-los. Lässt man sich aber von Kindern in diese Tauschszeneeinführen, wird schnell Folgendes klar: Diese Sammelkarten sind inder Regel Bestandteil einer ausgeklügelten Spiel- und Medienwelt,die eigens für Kinder bestimmt ist. Zu ihr gehören meist nochFernsehserien, Spielfilme, Computer-, Video- und Konsolenspiele,Comics oder Internetportale. Alle diese Medien sind durch die er-zählten Geschichten miteinander verbunden und lassen eine ein-zigartige Figuren- und Handlungswelt entstehen. In dieserfantastischen Medienwelt voller Abenteuer und Action – sie heißtbei der bekannten japanischen Zeichentrickserie Pokémon auchPokéworld – können die Kinder dann mithilfeder Sammelkarten auf der Tauschbörse Schulhof„mitmachen“. Sie können beim Tauschen mitein-ander wetteifern, spielen, Freundschaften festi-gen, Konflikte austragen und auch „gute Ge-schäfte“ machen. Denn die Sammelkarten kosten(Taschen-)Geld, und manche Karten sind selten,müssen zugekauft und teuer bezahlt werden.Immer wieder werden neue Wellen eines solchenMedienverbundfiebers auf der Tauschbörse Schulhofnach außen hin sichtbar. Nicht selten wird der hek-tische Tauschbetrieb an Grundschulen von Schullei-tungen untersagt. Mit dem Erfolg, dass die Kinderihre Aktivitäten einfach an andere Tauschplätze ver-legen. Damit vergibt manche Schule eine Chance,mit den Kindern über ihr deutlich sichtbares „Me-dienleben“ ins Gespräch zu kommen. Eine Chance,die Sie als Eltern aber bewusst nutzen sollten.
  37. 37. TIPPS38 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungTipps zum Umgang mit einem Me-dienverbundWenn Sie bei Ihrem Kind in Sachen Medien das„Sammel- und Tauschfieber“ wahrnehmen,sollten Sie sich von ihm erklären lassen,welche Bedeutung eine Fernsehserie oderSpielkartenserie für Ihr Kind hat,welche der Figuren es mag oder nicht,weshalb das Kaufen und Tauschen von Sam-melkarten/von anderen Produkten des Me-dienverbunds für Ihr Kind so wichtig ist oderwie es den Kauf von Sammelkarten/anderenProdukten finanziert oder organisiert.Für Sie selbst kann ein solches Gespräch Anlasssein,um sich ein Urteil über eine „angesagte“Fernseh- oder Kartenserie zu bilden,um respektvoll mit Ihrem Kind über die Serieoder die Figuren zu sprechen,um herauszufinden, wie Ihr Kind mit den An-geboten des Medienverbunds umgeht,um seine Kaufwünsche kennenzulernen undum begründete Kaufentscheidungen auszu-handeln.Führen Sie schon früh Regeln ein, um den Kon-sum der Karten zu begrenzen (z.B.: Die Hälftedes Taschengeldes darf dafür eingesetzt wer-den, oder: Einmal pro Woche/Monat dürfen füreinen bestimmten Betrag Karten gekauft wer-den).
  38. 38. WERBUNGMedien 393.6 Betrifft: WerbungWerbung ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Wir begeg-nen ihr in Form von Plakatwerbung in Straßen und auf öffentli-chen Plätzen; wir nehmen sie in den eigenen vier Wänden alsAnzeigenwerbung in Zeitungen und Zeitschriften wahr, und wirhören sie als Werbespot im Radio. Als Fernseh-Spot lassen wir siebesonders bei den privaten Sendern mehr oder weniger gelassenüber uns ergehen, denn diese müssen ihr Programm hauptsäch-lich durch Werbung finanzieren.Werbefreie Kinderprogramme oder das Ausblenden von Werbe-clips können ein Weg sein, um Kinder vor Fernsehwerbung zuschützen. Doch Werbung gehört zu unserem Wirtschaftssystemund durchdringt alle gesellschaftlichen Bereiche. Unsere Märktesind darauf angewiesen, dass Produkte bekannt sind und auchverbraucht werden. Werbung kann uns gut über Produkte infor-mieren, sie kann uns aber auch mehr über sie versprechen, als sieschließlich halten. Und sie kann uns Produkte so begehrenswerterscheinen lassen, dass wir uns manchmal etwas „gönnen“, ohnees wirklich zu brauchen. Mit dieser Situation müssen nicht nur Er-wachsene vernünftig umgehen können. Auch Kinder müssenSchritt für Schritt lernen, sich bewusst mit der Werbung ausei-nanderzusetzen, um kritische Verbraucher bzw. Verbraucherinnenzu werden, die sich nichts „unterjubeln“ lassen. Vor allem geht esdabei zunächst einmal um solche Werbung, die sich an Kinder rich-tet und die „für die ganze Familie“ bestimmt ist.Tipps zum Umgang mit WerbungAb etwa sechs Jahren sind Kinder in derLage, Werbung im Fernsehen vom Pro-gramm zu unterscheiden. Sprechen Sie mitIhrem Kind über die Produkte und darüber,wie und was in der Werbung dargestelltwird. Vielleicht haben Sie ja auch das eineoder andere der Produkte in Ihrem Haus,dann lassen Sie Ihr Kind die Darstellung derWerbung mit dem realen Produkt verglei-chen.Lassen Sie Ihr Kind seine Kinderzeitschrift un-tersuchen und zählen, wie viele Seiten Wer-bung sie enthält und wofür geworben wird.Lassen Sie Ihr Kind Collagen aus Zeitschrif-ten-Werbung zusammenstellen – z.B. zuden Themen „Ein volles Spielzimmer“ (5- bis6-Jährige), „Pink für Mädchen – Action fürJungen“ (8- bis 9-Jährige), „Supergirls – Su-perboys und ihr tolles Zubehör“ oder auch„Müssen wir das alles kaufen?“ (10- bis11-Jährige).Erklären Sie zwei Sachverhalte: Werbung isteinerseits nötig, damit Produkte bekanntgemacht werden und eventuell gekauft wer-den. Andererseits muss der Kunde bzw. dieKundin (z.B. Ihre Tochter, weil sie ja nicht ihrganzes Geld einfach zum Fenster rauswer-fen will) gut überlegen, ob er bzw. sie eineSache wirklich benötigt und ob sie wirklichgut ist.Die Werbung erzeugt immer neue Bedürf-nisse. Sie will zeigen, dass man ein Produktbenötigt und dass es einem besonders gutdamit geht. Unterstützen Sie Ihr Kind darin,„Nein“ zu sagen, und loben Sie es, wenn eseinigen Verlockungen der Werbung wider-steht.
  39. 39. TIPPS40 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungÄltere Kinder, etwa von neun bis zehn Jahren, haben viel Spaßdabei, Werbung nachzuspielen oder Werbeclips zu erfinden.Bieten Sie Ihrem Kind Gelegenheit dazu, lassen Sie es fürunsinnige Dinge werben. Das ist eine kindgerechte Art derMedien- und Werbekritik.Ausstellung: Alle Familienmitglieder holen Kleidungsstückeoder Accessoires ins Wohnzimmer, auf denen Medienfigurenabgebildet sind oder die mit Produktnamen/Logos verbundensind. Gemeinsam wird überlegt, wie man auf das Produktaufmerksam gemacht wurde oder woher die Idee stammte,genau das zu kaufen. Sind die lustigen oder coolen Helden derHintergrund? Geht es darum, zu einer bestimmten Gruppedazuzugehören? Haben Nachbarn oder Freunde dazu inspi-riert? Hat man direkt auf Werbung aus Radio oder Fernsehenreagiert? Wurde eine bestimmte Qualität angenommen?Machen Sie einen Werbe-Contest: Die Familienmitgliederoder/und Freunde bzw. Freundinnen der Kinder ziehen sich miteinigen Produkten zurück und überlegen, wie sie diese am be-sten anpreisen können. Dann treffen sich alle zu einer großen„Show“, bei der Punkte vergeben werden (ausgenommen dieeigene Präsentation). Möglich ist es auch, einen „Basar“ zuveranstalten, bei dem die einzelnen Mitglieder ihre Waren be-sonders anpreisen.Besprechen Sie mit älteren Kindern die vielfältigen Wege derWerbung. Klären Sie sie über die Platzierung von Werbungund über Productscouts auf. Productscouts sind beliebte oderangesagte Typen, die Produkte (z.B. bestimmte Handys) in Ju-gendszenen populär machen.
  40. 40. Medien 41MEDIENUNDGESUNDHEIT3.7 Betrifft: Achtung Medien!An diesem Problem kommt man nicht vorbei: Wer Tag für Tagviele Stunden lang Bildschirmmedien nutzt, verliert Zeit für eigeneTätigkeiten und Vorhaben, zieht sich zwangsläufig in die eigenenvier Wände zurück und kappt so womöglich auch mehr und mehrdie Verbindungen zu seinen Mitmenschen. Was Kinder betrifft,wird in diesem Zusammenhang in der Öffentlichkeit vor allem Fol-gendes diskutiert: Übermäßige Mediennutzung würde Kinder dick,krank und dumm machen!So wird beispielsweise das Vielsehen oder das zeitintensive Com-puterspielen von Kindern dafür verantwortlich gemacht, dass siesich nicht mehr ausreichend im Freien bewegen und dass siewegen des Bewegungsmangels dick werden. Zweifellos könnenstundenlanges Fernsehen oder Spielen am Computer eine mögli-che Ursache dafür sein, dass sich durch Bewegungsmangel Über-gewichtigkeit bei Kindern entwickelt und dass dies auf lange Sichtzu gesundheitlichen Problemen wie Fettleibigkeit (Adipositas) oderZuckerkrankheit (Diabetes mellitus) führen kann. Allerdings könnenbei diesem Geschehen auch Eltern als fragwürdige Vorbilder be-teiligt sein, weil sie selbst Vielseher sind, sich nur ungern und wenigbewegen und sich auch einseitig und kalorienreich ernähren.Aber nur wenn Bewegungsmangel und weitere Umstände zu-sammenspielen, dürfte sich bei Kindern und auch ErwachsenenÜbergewicht einstellen. Die Ursachen für Übergewicht sind sehrvielfältig und in ihren Wechselwirkungen noch nicht eindeutig ge-klärt. So spielen beim Entstehen von Übergewicht nicht nur Be-wegungsgewohnheiten eine Rolle, sondern auch erbliche Anlagen,problematische Essgewohnheiten und Umwelteinflüsse wie bei-spielsweise eine verkehrsreiche und verbaute Wohnumwelt. Dennsie kann im Wortsinn die Spielräume von Kindern stark ein-schränken.Ebenso wird darauf hingewiesen, dass vielsehendeKinder durch schlechte Schulleistungen auffielen.Verständlicherweise können Kinder Schulprob-leme bekommen, wenn sie durch Vielsehen oderSpielen am Computer Zeit fürs Lernen oder fürdas Erledigen von Hausaufgaben verlieren. Dochkönnte man auch vermuten, dass diese Kindersehr viel Zeit am Fernseher und Computer ver-bringen, weil sie Schulprobleme haben und sichdavon ablenken wollen. Und wer als „schlechter“Schüler bzw. „schlechte“ Schülerin gilt, ist zudemunter den Klassenkameraden und -kameradin-nen nicht gerade der/die beliebteste. So wäre esnicht verwunderlich, wenn ein Kind sich aufKnopfdruck seine verlässlichen „Medienfreunde“bzw. „-freundinnen“ ins Kinderzimmer holenwürde, weil sie ihm immer die gewünschte Ent-lastung und Ablenkung „bringen“ können, wennauch nur für eine begrenze Zeit.Man kann also nicht kurzschlüssig überzogeneFernseh- und Computernutzung für Übergewichtund Schulprobleme von Kindern verantwortlichmachen: Nicht nur ein spezielles Medienangebot,auch die Persönlichkeit und der Entwicklungs-stand eines Kindes, seine soziale Situation, dasVerhalten der Eltern sowie seine Freizeit- undUmweltsituation sind zu berücksichtigen, wennman herausfinden will, weshalb ein Kind viel fern-sieht oder vor dem Computer sitzt.
  41. 41. MEDIENUNDGESUNDHEIT42 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungKinder benötigen Bewegung, Anregung, Entspannung und ge-sunde Ernährung. Sie haben selbstverständlich auch ein Rechtauf Spiel, Zerstreuung, Unterhaltung und schulunabhängigenLernstoff. All dies können Medien bieten. Neuere Medien lockensogar mit Sing- und Bewegungsspielen oder Entspannungs-übungen vor die Bildschirme. Der Vorwurf vom stumpfen, pas-siven Konsum trifft auf viele Medienaktivitäten der Kinder nichtzu. Dennoch ist nicht zu übersehen, dass zu viel Fernsehen undComputern gesundheitliche, soziale und auchschulische Probleme mit sich bringen können.Aufgabe von Eltern ist es daher, für Ausgleich undAlternativen zum Mediengebrauch zu sorgen,auffälligen Medienkonsum eindeutig zu begren-zen und durch gemeinsam verabredete Familien-regeln aktiv zu bearbeiten.Tipps in Sachen „gesundheitsbewusste“ Medien-nutzungWenn Sie glauben, dass Ihr Kind zu lange fernsieht oder vordem Computer sitzt, versuchen Sie, die Gründe dafür he-rauszufinden. Manchmal handelt es sich um eine Phase, inder ein Kind versucht, bestimmte Probleme wie Streit mitden Freunden, Ärger in der Schule oder fehlende Freizeit-angebote zu überspielen. Solche Probleme lösen Kinder oftselbst, sodass sich auch überzogenes Fernsehen und Com-putern wieder normalisieren. Wenn Sie aber feststellen,dass Ihr Kind mithilfe von Medienkonsum vor solchen per-sönlichen Problemen flieht, dann ist es wichtig, mit ihm ge-meinsam nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen und dieseauch in gemeinsames Handeln umzusetzen.Bei vier von zehn Kindern im Alter von sechs bis 13 Jahrensteht inzwischen (2008) ein Fernsehgerät im Kinderzimmer.Untersuchungen zeigen, dass Kinder diese Möglichkeit nut-zen, um mehr fernzusehen als die Kinder, die über keinenFernseher verfügen. Überlegen Sie sich also gut, ob Sie IhremKind „den eigenen Fernseher“ zugestehen wollen. Handeln Siemit ihm gegebenenfalls klare Fernsehregeln aus und beob-achten Sie, wie Ihr Kind mit seiner „Fernsehfreiheit“ umgeht.Sorgen Sie bei „Vielseherei“ für Pausen, indem Sie gemeinsametwas mit Ihrem Kind unternehmen, zum Beispiel eine Ent-spannungsübung zu Musik, die Zubereitung einer leckerenMahlzeit, eine kleine Radtour oder ein Ge-spräch an „frischer Luft“.Wenn Ihr Kind über einen eigenen Computerverfügen soll, dann bieten Sie ihm ein quali-tativ gutes Gerät mit großem Bildschirm undgegebenenfalls „Kindertastatur und -maus“.Prüfen Sie auch, ob Ihr Kind vom Sitzplatz ausdie Tastatur bequem erreichen und den Bild-schirm gut betrachten kann und regeln Siedie Zeit für die Computernutzung. Wenn Siebemerken, dass Ihr Kind beim Fernsehen oderam Computer Sehprobleme oder Kopf-schmerzen bekommt, suchen sie vorsichts-halber Augen- oder Hausarzt auf.Achten Sie darauf, dass Ihr Kind es sich nichtangewöhnt, beim Fernsehen, Radiohörenoder Computerspielen „nebenbei“ Süßigkei-ten und Chips zu sich zu nehmen oder ge-zuckerte Fruchtsäfte zu trinken. Bieten Sieihm stattdessen Obst, Mineralwasser odereine Schorle an. Und: Lassen Sie den Fern-seher beim Essen am besten immer ausge-schaltet!
  42. 42. Medien 43SACHINFORMATIONEN
  43. 43. 44 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung4.ZUSAMMENGEFASST –12 EMPFEHLUNGEN ZUM UMGANGMIT MEDIEN IN DER FAMILIESACHINFORMATIONEN
  44. 44. Medien 45EMPFEHLUNGEN1. Vereinbaren Sie in der Familie gemeinsam mit den KindernRegeln zum Mediengebrauch (Zeit, Ort, Umfang). Planen Sieauch Ausnahmen ein (z.B. für verregnete Wochenenden,Sportereignisse, ein neu zu entdeckendes Computerspiel).2. Sprechen Sie mit Ihren Kindern über Medien. Und zwar nichtnur über Gefahren und Probleme, sondern auch über dieLieblingssendungen und -figuren Ihrer Kinder. Versuchen Siezu verstehen, welche Bedeutung diese für Ihre Kinder haben.Vielleicht erinnern Sie sich an die Sendungen aus Ihrer eige-nen Kindheit.3. Junge Kinder benötigen direkte Begleitung beim Medien-konsum, ältere benötigen Begleitung durch Gespräche undeventuell Regeln. Sie sollten die Serien, Figuren, Musikbands,Computerspiele, Internetchats kennen, für die sich Ihr Kindinteressiert. Achten Sie darauf, wie Ihr Kind reagiert (fröhlich,aufgedreht, verängstigt, angeregt, aggressiv?). Bleiben Sieauch mit Jugendlichen über Medienthemen im Gespräch,respektieren Sie den Geschmack und die Vorlieben der Kin-der und Jugendlichen (im Rahmen des Jugendschutzes). Su-chen Sie nach Gemeinsamkeiten oder schaffen SieGelegenheit für gemeinsame Mediennutzung (Computer-spiel, Fernsehsendung, Familienkino, Konzertbesuch).4. Stimmen Sie Ihre Familienregeln individuell auf Ihr Kind ab.Manche Kinder sind durchaus in der Lage, erfolgreich meh-rere Dinge parallel zu erledigen: Sie machen manchmal„leichte“ Hausaufgaben oder lernen Vokabeln und hörendabei Musik, oder sie verfolgen ein Hörspiel und räumendabei ihr Zimmer auf. Andere Kinder wiederum reagierenaggressiv und unausgeglichen, wenn sie zu lange vor demBildschirm sitzen oder zu viele Beschäftigungen parallellaufen. Machen Sie Ihrem Kind klar, was für Sie noch akzep-tabel ist und begründen Sie in bestimmten Ein-zelfällen Ihr „Nein“. Ein enges Regelwerk ist nurdann nötig, wenn es Probleme (Schule, Konzen-tration, zu einseitige Freizeitbeschäftigung) gibt.5. Kreativ mit Medien: Regen Sie Ihr Kind zum Sel-bermachen von Medien an: Lassen Sie Ihr Kindselbst fotografieren, Videos aufnehmen oderkleine Hörspiele herstellen. Und: Lernen Sie auchselbst umgekehrt von Ihrem Kind.6. Sorgen Sie für einen Ausgleich zum Medienkon-sum, z.B. durch Sport, Musik, Spiele, kreativesGestalten. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind sichausreichend bewegen und toben kann, auch inder Wohnung, z.B. mithilfe einer „Kleiderkiste“,durch Spring- und Kletterseile oder durch eine„Wohnzimmer-Disco“. Vereinbaren Sie einenfesten Termin für einen Spieleabend, für ge-meinsames Kochen oder fürs Vorlesen.7. Fernseher und Computer im Kinderzimmer er-höhen die Dauer des Medienkonsums deutlich.Wir raten von Fernseher, DVD/Video und Com-puter im Kinderzimmer ab. Sollten diese Mediendoch im Kinderzimmer präsent sein, helfen Re-geln, den Konsum einzuschränken.8. Hörspiele und Hörbücher sind beliebte Kinder-medien. Beobachten Sie den Umgang Ihres Kin-des damit. Hört es wirklich zu? Kann es Inhaltewiedergeben, Lieder nachsingen etc.? Es solltemöglichst keine Dauerberieselung stattfinden.
  45. 45. EMPFEHLUNGEN46 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung9. Begleiten Sie jüngere Kinder ins Internet, vermitteln Sie IhremKind die wichtigsten Regeln zum selbstständigen „Surfen imInternet“ (s. S. 34 f). Zeigen Sie Ihrem Kind interessante undsichere Web-Angebote und bleiben Sie im Gespräch überamüsante, informative und spielerische Seiten des Internets.Lassen Sie das Kind nur an einem zentral einsehbaren Ort inIhrer Wohnung surfen und chatten. Weisen Sie Ihr Kind aufdie Gefahren hin (z.B. Abonnements, illegale Aktionen, Kostenfür Online-Spiele).10. Chatten: Vermitteln Sie Ihrem Kind die wichtigsten Regeln zumsicheren Chatten. Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch überErlebnisse und Kontakte, über lustige und schöne Erfahrungenim Chat. Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass IhrKind mit Ihnen auch über beunruhigende oder gefährdendeSituationen spricht.11. Medien sollen Spaß, Kommunikation und Lernen ermöglichen.Kinder lernen medial nicht nur mit anspruchsvoller Lernsoft-ware, Wissenssendungen und Sprachlern-CDs. Sie könnenauch in unterhaltsamen Formaten wie Serien und Shows Wis-senswertes finden und ihre Medienkompetenz erweitern. Su-chen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind nach solchen Angeboten.12. Ältere Kinder und Jugendliche interessieren sich in Film, Fern-sehen und Internet für das Verhalten und die Äußerungen vonDarstellern bzw. Darstellerinnen oder realen Personen. Sie be-werten durchaus schon, ob sie diese Verhaltensweisen als an-gemessen oder „fragwürdig“ ansehen. Sie übernehmen dieVerhaltensweisen nicht einfach, sondern sie spiegeln sie vorihrem eigenen Lebenshintergrund, spielen sie nach, probierensie manchmal auch aus, können sich darüber amüsieren unddiskutieren auch gern darüber. Diskutieren Sie ruhig mit.
  46. 46. Medien 47LESETIPPS5.LESETIPPS
  47. 47. LESETIPPS48 Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungZum Thema FernsehenMinisterium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Lan-des Nordrhein-Westfalen (Hg): Mit Medien leben lernen – Tippsfür Eltern von Vorschulkindern;www.mgffi.nrw.de/publikationen.PDF-Download unterwww.lfm-nrw.de/downloads/mitmedienleben2007.pdf.Projektbüro Mekonekt (Hg): Mekonet kompakt: Familie und Me-dien auf einen Blick – Tipps zur medienpädagogischen Elternar-beit. Marl 2004. PDF-Download unterwww.mekonet.de/doku/mnkompakt/mn_kompakt_familie.pdf.www.flimmo.de: Programmberatung für Eltern e. V., Informatio-nen und Bewertungen von Fernsehsendungen (auch als Broschüreim Abo, für Einzelpersonen kostenpflichtig, für Einrichtungenkostenlos).www.top-videonews.de: Aktuelle Neuerscheinungen für Kinderund Jugendliche auf DVD und Video, sortierbar nach Altersfreiga-ben, gesichtet vom Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutsch-land.Zum Thema Computer und InternetArbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (Hg): Computer-spiele. Fragen und Antworten. Köln 2007. PDF-Download unterwww.ajs.nrw.de/presse/veroef.html.Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hg):Ein Netz für Kinder – Surfen ohne Risiko? Bonn 2007.PDF-Download unterwww.bmfsfj.de/Kategorien/Publikationen/Publikationen,did=4712.html.Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien(Hg): Computerspiele. 20 Fragen und Antwortenzur gesetzlichen Regelung und zur Medienerzie-hung. Bonn 2007. PDF-Download unterwww.bundespruefstelle.de/bmfsfj/generator/bpjm/publikationen,did=100512.html.Jugendschutz.net (Hg): Chatten ohne Risiko! WasEltern und Pädagogen wissen sollten. Mainz 2006.PDF-Download unterwww.jugendschutz.net/pdf/Chat_Faltblatt_erw.pdfJugendschutz.net (Hg): Wollen wir chatten? Jasicher! Chatten ohne Risiko! Mainz 2006.PDF-Download unterwww.jugendschutz.net/pdf/Chat_Faltblatt_kids.pdfKlicksafe.de (Hg): Abzocke im Internet: Erst durch-blicken – dann anklicken! LFM-NRW. Düsseldorf2007. PDF-Download unterwww.klicksafe.de/projekte/ratgeber.php.www.klicksafe.de: Jugend- und Informationspor-tal der Landesanstalt für Medien in Zusammen-arbeit mit lmk und ecmc. Enthält umfangreicheTipps und Informationen zum Thema Computer,Internet und Medienerziehung.Zum Thema Handy und MobiltelefonieBundesministerium für Familie, Senioren, Frauenund Jugend (Hg): Handy ohne Risiko? Mit Sicher-heit mobil – ein Ratgeber für Eltern. Bonn 2007.PDF-Download unter www.bmfsfj.de/bmfsfj/ge-nerator/Kategorien/Publikationen/publikations-liste,did=101196.html.
  48. 48. Medien 49LESETIPPSHandysektor – Sicherheit in mobilen Netzen. Portal der Landesan-stalt für Medien in Zusammenarbeit mit dem MedienpädagogischenForschungsverbund Südwest. Enthält vielfältige Informationen rundum Mobiltelefone. Erreichbar unter www.handysektor.de.Zum Thema Medienkompetenz und MedienpädagogikBundeszentrale für politische Bildung (Hg): Medienalltag von Kin-dern. Bonn. Das Online-Angebot enthält die Themen Orientierungin der Medienwelt, Teletubbies, Angst beim Fernsehen, Lernenbeim Fernsehen, Gewalt, Computer für Vorschulkinder, Werbungund Konsum. PDF-Download unterwww.bpb.de/methodik/QQCQC7,0,0,Medienp%E4dagogik.html.Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (Hg.): Infoset„Medienkompetenz und Medienpädagogik in einer sich wandeln-den Welt“. Enthält Hefte zu Themen wie Medien und Wirklichkeit,Gewalt und Fernsehen, Fernsehen, Lesen, Multimedia, Werbung,Internet oder Handy. Die Hefte können bestellt oder im PDF-For-mat heruntergeladen werden unter www.mpfs.de.
  49. 49. NOTIZEN50 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
  50. 50. Bundeszentrale fürgesundheitliche AufklärungOstmerheimer Straße 22051109 KölnGut hinsehenund zuhören!Tipps für Eltern zum Thema „Mediennutzung in der Familie“

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