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Uses and Gratifications Ansatz 
Information-Utility-Ansatz (Atkin, 1973) 
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Leitfadeninterviews (Gruppendiskussionen) 
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SEARCHING IN (ONLINE-)COMMUNITIES 
YouTube 
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 Tipps 
 Erfahrungsaustausch 
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Persönliche Netzwerke 
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Persönliche Netzwerke 
Jugendliche 
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Persönliche Netzwerke 
Senioren 
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Zusammenfassung 
Jugendliche Senioren 
Foren 
Hilfestellungen, Erfahrungsaustausch 
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LITERATUR 
ARD/ZDF Online Studie 2014. Online unter http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=506 [Stand: 31.09.2014...
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Informationsbezogene Mediennutzung Jugendlicher und Senioren in (Online-)Communities.

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Diese Präsentation dient als Ergänzung zum gleichnamigen Artikel und enthält größtenteils Interviewauszüge. Für eine ausführliche Beschreibung und Analyse, möchte ich auf folgende Publikation verweisen:

Etzrodt, K., Renatus, R., & Uhlmann, F. (2014). Informationsbezogene Mediennutzung Jugendlicher und Senioren in (Online-)Communities. In T. Köhler & N. Kahnwald (Eds.), 17. Workshop GeNeMe ‚14 (pp. 63-78). Dresden: TUDpress.

Kurzbeschreibung des Artikelinhalts:
Technologische Entwicklungen, verschwimmende Grenzen zwischen digitalen und klassischen Informationsangeboten sowie das gleichzeitige Mobilwerden internetfähiger Endgeräte erzeugen vollkommen neue Nutzungssituationen und –erwartungen. Besonders deutlich wird dies im Informationsbereich. Die zunehmende Alltagsrelevanz neuer Medien – nicht zuletzt sozialer Online-Communities – verändert nicht nur Informationsumgebungen, sondern auch den Umgang mit diesen. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf junge Generationen, sondern in zunehmendem Maße auch auf Ältere. Der Beitrag widmet sich vor diesem Hintergrund, mit Hilfe einer explorativen Befragung verschiedener Altersgruppen, den Fragen: Wie informieren sich jüngere und ältere Menschen heutzutage und welche Rolle spielen dabei Online-Communities?

Veröffentlicht in: Soziale Medien
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  • Laut der aktuellen ARD/ZDF Online Studie sind 100 Prozent der 14- bis 19- Jährigen Internetnutzer, in der Altersgruppe der über 60-Jährigen nutzt immerhin schon fast jeder Zweite das Internet zumindest gelegentlich (45,4 Prozent). Auch die mobile Internetnutzung entwickelt sich zunehmend zu einem „Massenphänomen“, auch wenn sich hier noch sehr deutliche Altersunterschiede abzeichnen (bei den 14-19 Jährigen 64 Prozent, bei den ab 60 Jährigen 14 Prozent).

    Schaut man auf die Inhalte der Internetnutzung, so zeigt sich, dass die Informationssuche im Netz in allen Altersgruppen fest verankert ist, selbst bei den über 50-Jährigen Online-Nutzern suchen 73 Prozent mindestens wöchentlich nach Informationen im Internet. Hier ist der Unterschied zu der jüngeren ZG (14-29) gar nicht so stark.

    Mehrere Studien zeigen, dass Online-Communities eine wichtige Informationsquelle darstellen, v.a. wenn es um kontextbezogene Probleme und Fragen geht, in denen soziales Feedback ein wichtige Rolle spielt, allerdings lassen sich bei der Nutzung von Online-Communities wieder klare Altersunterschiede erkennen:
    74 Prozent in der Altersgruppe der 14-29 Jährigen, 16 Prozent in der Altersgruppe der ab 50 Jährigen.

  • Bates differenziert insgesamt 4 Formen des Informierens anhand der beiden Dimensionen Zielgerichtetheit des Informationsbedürfnis und Aktivitätsgrad des Informationsverhaltens: aktiv vs. passiv bzw. Suche und Auswahl vs. Absorption

    Gezielte Suche = aktiver Versuch Fragen zu beantworten oder bestimmte Fragen / Themen / Begriffe zu verstehen = also problemlösungsorientiertes Such- und Auswahlverhalten
    Monitoring = generelle Aufmerksamkeit gegenüber bestimmten Interessenfeldern und Themen, aber keine gezielte Suche nach Informationen diesbezüglich, Form einer „back-of-the-mind alertness“
    Browsing = kein spezielles Themeninteresse oder Infobedürfnis, aber aktive Zuwendung zu Informationen, Ausgangspunkt: Neugier bzw. allgemeines „sampling and selecting behavior“
    Being Aware
    = passive, ungezielte Informationsaufnahme aus der Umgebung (geschieht nebenbei und eher unbewusst)


     
  • Zuwendung zu Medienangeboten vor dem Hintergrund spezifischer Bedürfnisse
    Kognitionsbedürfnis:
    Unmittelbare, momentbezogene Bedürfnisbefriedigung („gratifications“)
    Spätere Anwendbarkeit auf pragmatische Ziele, Lösung von Alttagsproblemen („uses“ = instrumenteller Nutzen)
    Ausgangspunkt des instrumentellen Informationsbedürfnisses ist eine extrinsische Unsicherheit, die in der menschlichen Auseinandersetzung mit der Umwelt entsteht
    Instrumenteller Nutzer ergibt sich aus Informationen, die eine kognitive, affektive oder konative Orientierung ermöglichen = Überblickswissen, Meinungsbildung, Durchführung konkreter Aufgaben
    Anzunehmen, dass deutliche Altersunterschiede vorliegen

    Präferierte Nutzungsmuster, das Informationsbedürfnis und die Wahrnehmung der Eigenschaften eines Medienangebotes sind an individuelle Merkmale geknüpft. Eine zentrale Variable ist hierbei das Alter.
    Unterschiede in Entwicklungsstand, Lebensphase und Sozialisationsbedingungen führen zu unterschiedlichen Info-Bedürfnisse und Wahrnehmungs- und Nutzungsmustern
  • Jugendliche informieren sich hauptsächlich zu Schulthemen gezielt und aktiv (z.B. Bearbeitung von Hausaufgaben, Recherchen, Erstellung von Portfolios) im Internet.

    Medium der Wahl ist dabei das mit dem Internet verbundene – stationäre oder mobile – Endgerät.

    Teilweise werden Personen aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis gefragt, allerdings nur, wenn man sich über deren Expertise auf dem Gebiet sicher ist.

    ------------------

    Auch Senioren stufen Online-Medien als besonders hilfreich beim Searching ein und ziehen diese teilweise bereits anderen Angeboten vor.

    Gesucht wird hauptsächlich interessengeleitet in vielfältigen Themen- und Spartenangeboten.
    Dies betrifft das Verfolgen spezifischer Rubriken, das Anlegen von Newstickern nach konkreten Kriterien sowie das Suchen ausgewählter Presseartikel und allgemeiner Begriffe.

    Besonders vorteilhaft wird das gezielte aktive Suchen in digitalen Spartenangeboten wahrgenommen, denn diese liefern deutlich aktuellere und weiterführende Informationen als klassische Medienangebote.
  • Jugendliche nutzen zum gezielten, passiven Informieren Abonnements,
    * z.B. E-Mail-Newsletter, um sich über Vereinsaktivitäten und Neuigkeiten zu speziellen Themengebieten zu informieren,
    * aber auch Push-Benachrichtigungen auf Mobiltelefonen, z.B. von Online-Communities.

    Monitoring erfolgt regelmäßig und nah am Zeitpunkt des Eintreffens der Benachrichtigung.
    Teilweise ist das Prüfen neuer Informationen die erste Aktion des Tages.

    -----------------

    Senioren weisen ein weniger starkes Monitoring-Verhalten auf.

    Lediglich die technikaffine Gruppe erwähnt das Abonnement von Newslettern zu spezifischen Themenbereichen.

    Apps oder andere Monitoring-Anwendungen finden in dieser Nutzergruppe keine Anwendung.
  • Jugendliche informieren sich auf Startseiten von E-Mail-Anbietern aber auch über fest installierte Medien in öffentlichen Verkehrsmitteln ungezielt aktiv.

    Browsing findet in dieser Zielgruppe eher unregelmäßig statt und wird ausgelöst, wenn man zufällig in Kontakt mit den Angeboten kommt oder diese – wie bei Push-Benachrichtigungen – auf sich aufmerksam machen.

    Die Haupttätigkeit jedoch ist i.d.R. eine andere (z.B. E-Mails lesen, Bahn oder Bus nutzen).

    ------------

    Senioren browsen – im Gegensatz zu den Jugendlichen – noch hauptsächlich in klassisch publizistischen Medien (Zeitung, Fernsehen, Radio).

    Dies findet regelmäßig, fast ritualartig statt.

    Online-Angebote werden für ungezieltes Stöbern als ungeeignet bewertet, u.a. weil sie im Gegensatz zur klassischen Zeitung in dieser Altersgruppe noch zu oft zum „Verfranzen“ führen.

    ------
  • Zum ungezielten passiven Informieren leisten bei Jugendlichen v.a. nicht-digitale Quellen (Gespräche mit anderen Personen oder Werbung) einen Beitrag.

    Während sich Gespräche mit eigenen Aktivitäten und Handlungen sowie anderen Neuigkeiten beschäftigen,
    regen diverse Werbeplakate zu kurzen Denkphasen an.
  • Bezüglich des Informierens in Medien ergibt sich folgendes Bild aus unseren Befragungen:

    ** Sowohl Jugendliche als auch Senioren präferieren für die gezielte Suche (Searching) bereits mehr und mehr Online-Angebote.

    Jugendliche informieren sich hauptsächlich zu Schulthemen gezielt und aktiv (z.B. Bearbeitung von Hausaufgaben, Recherchen, Erstellung von Portfolios) im Internet.

    Senioren suchen hauptsächlich interessengeleitet in vielfältigen Themen.
    Besonders vorteilhaft wird das gezielte aktive Suchen in digitalen Spartenangeboten wahrgenommen, denn diese liefern deutlich aktuellere und weiterführende Informationen als klassische Medienangebote.


    Darüber hinaus haben sich v.a. zwei wesentliche Unterschiede im Informieren ergeben:
    ** Jugendliche scheinen eher gezielt Angebote zu verfolgen (betreiben also Monitoring) und praktizieren dies anhand von Online-Angeboten.

    * wie z.B. E-Mail-Newslettern und Push-Benachrichtigungen auf Mobiltelefonen

    * Das Monitoring erfolgt regelmäßig und nah am Zeitpunkt des Eintreffens der Benachrichtigung.
    * Teilweise ist das Prüfen neuer Informationen die erste Aktion des Tages.


    ** Senioren hingegen präferieren das ungezielte Informieren in Form des Browsings.
    * Dies findet regelmäßig, fast ritualartig statt. (z.B. die morgendliche Lektüre der Zeitung)

    * Hier kommen – egal wie technikaffin die Senioren sind – lieber klassische Medien wie die Zeitung zum Einsatz.
    * Online-Angebote werden für ungezieltes Stöbern als ungeeignet bewertet, u.a. weil sie in dieser Altersgruppe noch zu oft zum „Verfranzen“ führen

    ** Das ungezielte passive Informieren (Being Aware) wird nur von unseren jugendlichen Befragten explizit im Zusammenhang des Informierens erwähnt
    * Dabei leisten v.a. nicht-digitale Quellen (Gespräche mit anderen Personen oder Werbung) einen Beitrag.
    * Während sich Gespräche mit eigenen Aktivitäten und Handlungen sowie anderen Neuigkeiten beschäftigen, regen diverse Werbeplakate zu kurzen Denkphasen an.

    -----
    Erste Erkenntnis:
    Zusammenfassend kann man sagen, dass Senioren dem Internet eine klar definierte Rolle zuweisen:
    Die Möglichkeiten der gezielten Suche stellen dabei ein klares Plus dar,
    während für die anderen Modi des Informierens vermutlich noch immer klassische Medien auf Platz eins stehen.

    Jugendliche nutzen demgegenüber die Funktionen von Online-Medien in einem deutlich breiteren Umfang.
    V.a. die durch Smartphone und E-Mail erleichterte Monitoring-Funktion wird ausgiebig und regelmäßig betrieben.
    Auch beim ungezielten zugfälligen Informieren spielen Medien teilweise eine Rolle. Besonders präsent war den Jugendlichen dabei die Plakatwerbung.

    ---------------
    Zweite Erkenntnis
    Im Vergleich von aktivem und passivem Informieren zeigt sich bei Senioren eine stark ausgeprägte aktive Zuwendung, ob nun gezielt oder ungezielt. (so wird bewusst gesucht oder es findet Browsing statt) Passive Zuwendung wird wahrscheinlich kaum bewusst wahrgenommen.

    Bei den Jugendlichen hingegen nimmt die passive Zuwendung neben der aktiven einen wichtigen und bewussten Stellenwert ein. (Besonders ersichtlich am Monitoring und der bewussten Wahrnehmung von ‚Being Aware‘)
  • Jugendliche weisen ein breiteres Repertoire an spezifischen Webseiten auf als Senioren.

    Neue Medien werden zwar exzessiv für das Informieren genutzt, jedoch handelt es sich in vielen Fällen um digitalisierte Inhalte klassischer Fernseh- oder Radioformate auf Webseiten, Mediatheken und Podcasts.

    Wichtige Nutzungsmotive dieser Angebote sind:
    * Zeit- und Ortsunabhängigkeit (z.B. Mediathek) aber auch
    * deren Aktualität (z.B. spezifische Themenwebseiten).

    Spezifische Webseiten werden für das Suchen von Informationen bevorzugt, weil
    (1) die Lehrer Wikipedia als Quelle sanktionieren und
    (2) Auf den Webseiten – aus Sicht der Befragten – bestimmte Aspekte teilweise besser erklärt werden.
  • Senioren nutzen Webseiten zum themenspezifischen Informieren
    und speichern oft genutzte Seiten in der Lesezeichenleiste des Browsers.

    Beispiele für gemerkte Seiten sind:
    * Gesundheitsforen, 'Gesundheit.de
    * Webseiten für Internettipps und
    * Webseiten renommierter Institute (z.B. Max Planck).

    Diese werden als sehr hilfreich und qualitativ hochwertig bewertet und deren Inhalte als aktuell und tiefgründig wahrgenommen.
  • Wikipedia ist – nach Google – das am häufigsten genannte Angebot der Jugendlichen, v.a um schulische Aufgaben zu erfüllen.

    Ob Wikipedia ausgewählt wird hängt
    (1) Von der konkreten Vorstellung über das, was gefunden werden soll (kognitiver Zugang) ab
    (2) Vom erleichterten physischen Zugang (Verfügbarkeit und Internetzugang)
    sowie von der erwarteten Schnelligkeit des Informierens
  • Dabei gehen sie mit zunehmendem Alter kritischer mit der Online-Enzyklopädie um

    In Klasse 7 herrscht eine naive und sehr positive Einstellung gegenüber der Verwendung von Wikipedia vor, das eher einem klassisch publizistischen Verständnis – wie z.B. bei Print-Lexika – ähnelt.
    Wikipedia gilt als glaubwürdige Marke,
    deren Autoren sind nach Ansicht der Befragten bekannt und vertrauenswürdig.
    Dem Angebot wird ein Manipulationspotential abgesprochen.
    (2) Die Darstellungen und Informationen zu Themen sind für die Schulaufgaben völlig ausreichend
    (3) Multimedialität und weiterführenden Verlinkungen führen zur Annahme eines immensen Wissensfundus.

    Bei älteren Jugendlichen finden sich ambivalentere und negative Einschätzungen, die sich jedoch nur zum Teil auf die tatsächliche Nutzung auswirken.

    Eine Gruppe verlagert die Nutzung in den privaten Bereich.
    * Weil (1) die Inhalte weniger vertrauenswürdig erscheinen–jedoch für private Belange ausreichend sind –
    * und (2) die Verwendung durch die Lehrer sanktioniert wird.

    Eine andere Gruppe nutzt Wikipedia weiterhin im schulischen Bereich, allerdings eher als „Zwischenstation“ zu den eigentlichen Quellen.
    * D.h. das Online-Lexikon stellt mehr oder weniger den Ausgangspunkt der Quellensuche zu einem bestimmten Thema dar, wobei Wikipedia nicht oder kaum mehr offiziell als eigenständige Quelle genannt wird.
    Dies geschieht v.a. weil:
    * (1) Lehrer sanktionieren die Verwendung der Online- Enzyklopädie.
    * (2) Die Quellenangabe 'Wikipedia' wird als wenig prestigeträchtig seitens der Schüler empfunden wird
    * (3) Die Ausarbeitung von Inhalten muss sehr kurzfristig erfolgen muss
  • Ob digitale oder gedruckte Lexika genutzt werden, hängt für Senioren stark von deren physischer Erreichbarkeit ab.

    Wikipedia wird – ebenso wie eine Suchmaschine – v.a. dann genutzt, wenn
    (1) konkrete Seiten kognitiv nicht erinnert werden und
    (2) die erwartete Nutzung des digitalen Angebots bei der Ergebnisfindung als schneller oder einfacher eingeschätzt wird.

    Dabei ist die Online-Enzyklopädie mit genauen Funktionen besetzt.
    * Sie bietet Erklärungen und Definitionen, um eine erste Annäherung an einen unbekannten Begriff oder ein Thema zu schaffen
    * Und dient zum Nachschlagen allgemeiner Themen.

    Die Bewertung der Inhalte ist weniger auf die Technikaffinität der Befragten als vielmehr auf Erfahrungen mit dem Angebot zurückführbar.
    * Wenn die Befragten bereits negative Erfahrungen gemacht haben (z.B. falsche Informationen entdeckt), stehen sie dem Angebot entsprechend skeptisch gegenüber.
    * Eine positivere Einstellung weisen v.a. diejenigen auf, die
    (1) bisher nur positive Erfahrungen berichten,
    (2) die Darstellung von Themen (z. B. Technik, Medizin), die sie selbst nicht beherrschen, als plausibel wahrnehmen,
    (3) die Entwicklung der Plattform im Zeitverlauf im Großen und Ganzen als positiv bewerten oder
    (4) wenn 'kollektives Wissen' ans sich positiv besetzt ist.
  • YouTube wurde im Kontext informationsorientierter Mediennutzung ausschließlich von den Jugendlichen erwähnt

    und dient als Informationsquelle für sehr verschiedene Themen (Mathe, Technik und Computer, Computerspiele, Natur-Dokumentationen).

    Dabei erfüllt YouTube drei wesentliche Funktionen:
    (1) Erklärung sowie
    (2) Beschreibung von Vorgängen und Handlungsanweisungen und
    (3) Bereitstellung konkreter Hilfestellungen zu spezifischen Problemen.
  • Bewertung: Das Informieren via YouTube wird ausschließlich positiv eingeschätzt.

    Mehrere Faktoren begünstigen diesen Eindruck:
    (1) Die unkonventionelle Art der Inhaltspräsentation (z.B. Rap von Mathe-Formeln) erleichtert deren Erinnern.
    (2) Das Abonnement einzelner Personen (mit regelmäßigen Videobeiträgen) ermöglicht die unkomplizierte Rezeption aktueller und neuester Informationen in eigenen Interessensgebieten.
    (3) Der öffentliche Eindruck der Plattform macht Beiträge teilweise vertrauenswürdiger (z.B. hinsichtlich Legalität).
    (4) Die Visualisierung erhöht das Verständnis im Vergleich zu Textbeschreibungen (z.B. bei Natur-Dokumentationen).
  • Jugendliche nutzen Foren (z.B. Gute-Frage.net), um eigene Probleme durch Tipps, Erfahrungen und Hilfestellungen anderer Personen zu lösen.

    Das Informieren hier wird – im Gegensatz zu sachlichen Webseiten (z.B. Wikipedia) – als persönlicher empfunden.

    ----------------------

    Für Senioren hingegen spielen Foren bei der Recherche eine ambivalente Rolle.

    Zwar nutzen sie diese ebenfalls – z.B. wenn Meinungen eingeholt werden sollen,

    bewerten jedoch deren Inhalte als wenig hilfreich und stellen oft eine minderwertige Qualität fest.
  • Das Netzwerk Jugendlicher teilt sich in zwei Hauptbereiche auf:
    * Peers (Klassenkameraden, Freunde, Geschwister) und
    * ältere Familienangehörige.

    Bei Familienangehörigen informiert man sich v.a. über deren (historischen) Erfahrungen.
    Peers werden bei konkreten Problemen und Schulangelegenheiten kontaktiert.

    Dies geschieht teilweise medialisiert (z.B. über Telefon, Facebook oder Skype).
  • Funktion:
    -> Wenn Erklärungen komplexer oder sehr theoretisch sind, werden mündliche Gespräche bevorzugt.
    -> Für den Meinungsaustausch genügt die schriftliche Konversation im Chat oder bei Skype.

    Bewertung:
    Obwohl die Hilfestellungen durch Peers – v.a. über soziale Online-Netzwerk-Gruppen wie Facebook – als äußerst positiv empfunden werden,
    nehmen die Jugendlichen auch das Potential der Ablenkung als Störfaktor wahr.

    Wichtige Aspekte der positiven Einschätzung sind:
    (1) Die Kollaboration über Facebook schafft ein Gemeinschaftsgefühl.
    (2) Die gemeinschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema erzeugt in den meisten Fällen eine Lösung.
    (3) Für spezielle Fragen stehen teilweise 'Experten' auf dem Gebiet zur Verfügung.
    Die Informationen des Freundeskreises werden als (4) exklusiv und (5) effektiv (schnell erreichbar) wahrgenommen.
  • Senioren greifen in erster Linie auf nicht-digitale Netzwerke zurück.
    Persönliche Netzwerke bestehen in erster Linie aus Bekannten, Freunden und Verwandten, die Face-to-Face, per Telefon, E-Mail oder Skype kontaktiert werden.

    Funktion:
    Hier stellen
    * der Dialog und das Identifizieren von Gemeinsamkeiten wichtige Grundlagen dar,
    * um Erfahrungen, Erinnerungen – die nicht über Medien zugänglich sind –
    * sowie Hinweise für weitere Informationsmöglichkeiten auszutauschen.

    Bewertung:
    Facebook und andere soziale Online-Netzwerke werden in den meisten Fällen nicht genutzt und sind stark negativ konnotiert.
  • Informationsbezogene Mediennutzung Jugendlicher und Senioren in (Online-)Communities.

    1. 1. INFORMATIONSBEZOGENE MEDIENNUTZUNG JUGENDLICHER UND SENIOREN IN (ONLINE- )COMMUNITIES Katrin Etzrodt, Rebecca Renatus, Franziska Uhlmann
    2. 2. NEUE INFORMATI ONSUMGEB UNGEN Vielfältige Informationsumgebungen, die jedoch unterschiedlich genutzt werden Ausgangspunkt Internet-nutzung 100% vs. 45% Mobiles Internet 64% vs. 14% Infosuche im Internet 92% vs. 73% Online-Communities 74% vs.16% ARD/ZDF-Onilinestudie 2014
    3. 3. Forschungsfragen FOKUS: ALTERSUNTERSCHIEDE BEI DER INFORMATIONSBEZOGENEN MEDIENNUTZUNG? 1. Wie informieren sich jüngere und ältere Menschen heutzutage? 2. Welche wahrgenommenen Faktoren spielen bei der Wahl konkreter Angebote eine Rolle und welche Stellung nehmen dabei v.a. Online-Communities ein?
    4. 4. MODI DES INFORMIERENS Integrated Model of information seeking an searching (Bates, 2002) Theorie Bates 2002
    5. 5. Theorie INFORMATIONSBEZOGENE MEDIENNUTZUNG Uses and Gratifications Ansatz Information-Utility-Ansatz (Atkin, 1973) Mediennutzung zur Bedürfnis-befriedigung Instrumenteller Nutzen Informations-bedürfnis Merkmale des Medien-angebots Kosten Alter Vgl. Atkin 1973
    6. 6. METHODE Leitfadeninterviews (Gruppendiskussionen)  21 Jugendliche (12 bis 18 Jahre)  17 Senioren (63 bis 81 Jahre)  Frühjahr 2013, jeweils 1 ½ Stunden Charaktiersierung der Befragten  Von sehr technikaffin bis sehr unaffin  Hauptsächlich höhere Bildungsschicht  Jugendliche = Mittelschule/Gymnasium,  Senioren = Seniorenakademie (Studierte, Promovierte) Auswertung  Inhaltlich strukturierende qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring 2010 und Kuckartz 2012; MAXQDA 11 Methode Kuckartz 2012; Mayring 2010
    7. 7. MODI DES INFORMIERENS Searching Jugendliche "Du hast doch vorhin gesagt, du nutzt das Internet." (Moderatorin) – "Ja, fü r die Schule zum Hausaufgaben machen." – "Was machst du da?" – "Wikipedia, Google." (mä nnlich)  Stationäre & mobile Endgeräte  Teilw. Freundes- & Bekanntenkreis mit Expertenfunktion Senioren “Und dann weiß ich aber natü rlich auch dort ganz genau, ich interessiere mich jetzt fü r den Aktienkurs meinetwegen nur von Siemens und dann finde ich das dort sehr aktuell, wä hrend in dem gedruckten Angebot ich das vielleicht finde, wie es vor 14 Tagen war." (mä nnlich)  Online-Medien bevorzugt  Verfolgen spezifischer Rubriken, Newsticker, ausgewählte Pressartikel Ergebnisse
    8. 8. MODI DES INFORMIERENS Monitoring Jugendliche "Wenn man aufsteht, auf das Smartphone guckt oder bei Facebook, weiß man, dass es draußen schneit, [...] obwohl man selbst noch nicht mal raus geguckt hat." (weiblich,)  Abos (E-Mail-Newsletter, Push-Nachrichten auf Smartphone  Regelmäßiges und zeitnahes Monitoring Senioren ”[…] ich habe mehrere Newsletter, das geht bei den fachlichen los von Wordpress angefangen, wo ich dann immer, wenn neue Dinge kommen, dort in die Tiefe schaufele." (mä nnlich)  Betrifft ausschließlich die Technikaffinen. Wurde sonst kaum erwähnt. Ergebnisse
    9. 9. MODI DES INFORMIERENS Browsing Jugendliche Ergebnisse "Und es ist ja auch so bei den ganzen Email-Programmen, wenn man sich da ein- loggt, kommen ja auch immer […] da klickt man ja auch immer mal durch und wird dann ... wird man von dem Artikel zu dem geleitet." (weiblich) Also ich wü rde jetzt nicht suchen […], aber wenn's da steht, dann guckt man sich schon ab und zu mal an." (weiblich) Senioren “[…] normale Informationen, da lese ich auch die Zeitung und hö re mir die Nachrichten im Fernsehen oder im Radio an, also da bin ich nicht so sehr auf die neuen Medien fixiert." (mä nnlich) "Also ich finde eine Zeitung […] macht mich neugierig. Ich schaue da rein […] ich lese sie wahrscheinlich nicht von der ersten bis zur letzten Seite, aber es sind gewisse Dinge da publiziert, wo ich im Internet wahrscheinlich nicht nachschauen wü rde, sondern nur weil ich es eben vor mir habe lese ich das dann auch." (weiblich)
    10. 10. MODI DES INFORMIERENS Being Aware Jugendliche "Also Unterhaltungen mit anderen Leuten, da kriegt man ja auch Dinge ü bermit- telt. Wenn man sich unterhä lt und der irgendwie so: "Ja, ich hab' das und das gelesen, dass das und das da und da passiert ist." Und so eignet man sich ja auch Wissen an." (weiblich) "Und Werbung halt, die ü berall hä ngt." (weiblich (1)) [...] "Aber wenn sie dann hä ngt, bleibt man dann doch mit dem Blick hä ngen, guckt sie sich an, denkt kurz drü ber nach und geht weiter. " (weiblich (2)) Senioren  Keine Aussagen zum ungezielten passiven Informieren Ergebnisse
    11. 11. Jugendliche Senioren – MODI DES INFORMIERENS Zusammenfassung Ergebnisse Searching online Monitoring online Browsing offline Being Aware offline
    12. 12. SEARCHING IN (ONLINE-)COMMUNITIES Spezifische Webseiten, Blogs und Podcasts Jugendliche "Und - - dann lasse ich mir einmal pro Woche eine E-Mail zuschicken, was [...] das neueste in der Handywelt ist. [...] Also da sieht man dann, was kommt als nä chstes so raus, immer auf dem aktuellen Stand." (m) "Ich gucke gerne die Heute-Show [...] aber nie live immer Fernsehen, die schaue ich mir immer danach an." (m) "Ja, und das ist dann auch immer aktuell zeigt. Das informiert mich […]." (m)  Angebote: Digitale Inhalte klassischer Angebote (Fernsehen, Radio, Mediatheken, Podcasts…)  Motive: Zeit- und Ortsunabhängigkeit & Aktualität der Informationen  Optimal weil: keine Sanktionierung seitens der Lehrer & Aspekte teilw. besser erklärt Ergebnisse
    13. 13. SEARCHING IN (ONLINE-)COMMUNITIES Spezifische Webseiten, Blogs und Podcasts Senioren „Ich habe so bestimmte Favoriten ((lachend)) mir angelegt, da kann ich immer wieder solche Gesundheitsforen z. B. o d e r Tipps und Tricks fü rs Internet oder Tipps und Tricks fü r Excel oder Tipps fü r dieses und jenes, wo ich schnell dort bin, weil ich mir das nicht aufschreiben will, das geht sowieso dann verloren und merken erst recht nicht." (m) "[...] wenn ich beim Recherchieren bin, kaufe ich mir nicht den Spiegel, sondern gehe auf Spiegel online." (m)  Angebote: Gesundheitsforen, -webseiten, Webseiten für Internettipps, renommierte Institutswebseiten (z.B. MaxPlanck))  Bewertung: sehr positiv Ergebnisse
    14. 14. SEARCHING IN (ONLINE-)COMMUNITIES Wikipedia Jugendliche Ergebnisse "Meistens habe ich schon eine konkrete Idee, was ich suche. Und dann gebe ich das halt ein und da ist dann meistens Wikipedia." (m, Kl. 7)) "Also wenn ich was wissen will, dann guck ich meistens bei Wikipedia. ((lacht)) Weil alles andere auch auf meinem Handy nicht funktioniert." (m, Kl. 9) “[…] Hausaufgaben eher nicht, aber wenn ich mit meinem besten Freund ir-gendwie in der Stadt bin und dann passiert es oft, dass wir irgendwie auf irgendein Thema kommen. Und dann sagt der was und ich sag was Verschiedenes [...] Und dann guck ich meistens eben bei Wikipedia." (m, Kl. 9) "Morgens, wenn man eine Hausaufgabe nicht hat, mal noch schnell bei Wikipedia schnell den obersten Abschnitt herunterkopiert [...] und den dann im Bus auf- schreiben." (m, Kl. 10)
    15. 15. Jugendliche "Weil das, wie ich denke von Wissenschaftlern aufgeschrieben oder von intelli- genten Leuten und dass das dann auch stimmen sollte. [...] und keiner aus dem Internet kann da irgendwas dran rumfuhrwerken, weil das geschü tzt ist. [...] man kann ja bei Google irgendeinen Mist reinschreiben eigentlich. Und das kann man bei Wikipedia nicht. [...] Ja und, da ist man sich dann eigentlich sicher, dass das auch richtig ist."(m, Kl. 7) "Manchmal muss man auch sagen, da steht manchmal ein bisschen Blö dsinn da, bei Wikipedia. Weil das eben manchmal nicht so stimmt, was da steht." (m, Kl. 9) "[...] wenn man jetzt bei Wikipedia oder so guckt, ist das auch nicht besonders toll, wenn man das fü r einen Vortrag oder so verwendet, weil das ist dann doch immer so – vielleicht auch gelogen oder so und dann vergleicht man’s immer. Und man kommt viel leichter in Versuchung, finde ich, etwas rauszukopieren o- der nur umzuschreiben." (w, Kl. 11)) SEARCHING IN (ONLINE-)COMMUNITIES Wikipedia Ergebnisse
    16. 16. SEARCHING IN (ONLINE-)COMMUNITIES Wikipedia Senioren "Es kommt zwar ein bisschen drauf an, wo ich bin. Wenn ich unten im Wohn- zimmer bin, da gucke ich erstmal im Lexikon nach, wenn ich etwas suchen will. Wenn ich das nicht finde und es ist mir wichtig, dann gehe ich vielleicht an den Computer." (w) "Wenn ich also etwas Bestimmteres, etwas Definiertes haben will, dann gehe ich ü ber Wikipedia. [...] Wenn man also etwas wissen will: 'Was ist denn das ü ber- haupt?', z. B. habe ich jetzt gesucht, was sind Meme? [...] Naja, gut, da habe ich gesagt: 'Da gehst du mal bei Wikipedia'." (m)  Bewertung:  Negativ (bei negativen Erfahrungen)  Positiv (bei positiven Erfahrungen; Plausibilität; positive Entwicklung der Plattform an sich; kollektives Wissen positiv besetzt Ergebnisse
    17. 17. SEARCHING IN (ONLINE-)COMMUNITIES YouTube Jugendliche „Kommt drauf an, was ich suche. Wenn ich jetzt zum Beispiel bei irgendwas Hilfe brauche, irgendwie sei es jetzt halt nur als Beispiel irgendwas am PC oder so, dann guck ich halt bei YouTube auch mal ein Video an oder so.“ (m, Kl.9)  Funktionen:  Erklärung  Beschreibung von Vorgängen  Konkrete Hilfestellung zu spezif. Problemen Ergebnisse
    18. 18. SEARCHING IN (ONLINE-)COMMUNITIES YouTube Jugendliche "Gibt's genug. YouTube-Videos, zu Hauf [...] Das wird richtig gut erklä rt, ja.“ (w1) – „[...] Da gibt's doch sogar diesen Einen, der sogar dazu -- Lieder rappt. [...] Zu irgendwelchen Mathe-Formeln und sonst was.“ (w2) – „Die sind dann wie so ein Ohrwurm, der singt das halt oder der hat auch so 200 Stellen von Pi auswendig gelernt und sagt die dann halt. Also ganze Mathe-Formeln macht der dann in Lieder oder irgendwas.“ (w1) – „Und reimt die so, dass man die sich besser merken kann." (w2, Kl.11)  Bewertung: Ausschließlich positiv bei der Informationsaneignung  Unkonventionelle Inhaltspräsentation  Abonnement möglich - Aktualität  Vertrauenswürdigkeit (Legalität von Videoinhalten)  Höheres Verständnis durch Visualisierung Ergebnisse
    19. 19. SEARCHING IN (ONLINE-)COMMUNITIES Foren Jugendliche  Funktion (z.B. Gute-Frage.net)  Tipps  Erfahrungsaustausch  Hilfestellung  Bewertung: persönlicher als Wikipedia oder sachliche Webseiten Senioren  Funktion:  Meinungsaustausch  Bewertung: negativ (minderwertige Qualität der Inhalte/Kommentare) Ergebnisse "Ein Großteil der Foren, die es gibt sind nicht unbedingt immer hilfreich. Da wird auch viel Geschwafel verbreitet.“ (m)
    20. 20. SEARCHING IN (ONLINE-)COMMUNITIES Persönliche Netzwerke Jugendliche "... oder auch, zum Beispiel in Geschichte ist es ja auch immer noch so eine Sa- che, dass man mal Oma und Opa entweder hin fä hrt oder anruft. [...] Ja Eltern, fragt man auch oftmals. Oder den Bruder irgendwie. Der hilft mir zumindest im- mer sehr." (m, Kl. 10)  Peers: konkrete Probleme und Schulangelegenheiten  (ältere) Familienangehörige: (historische) Erfahrungen  Teilw. medialisiert: Telefon, Skype, Facebook Ergebnisse
    21. 21. SEARCHING IN (ONLINE-)COMMUNITIES Persönliche Netzwerke Jugendliche "Na das Geile ist bei Facebook halt in der Klassengruppe hat halt irgendjemand eine Frage oder so. Eigentlich tä glich immer irgendjemand, der da schreibt, hat jemand einen Plan irgendwie in Mathe zum Beispiel zu der Aufgabe oder wie man das rechnen soll [...] und dann erklä rt man das halt." (m, Kl.10)  Funktionen:  Komplexe Erklärungen: mündliche Konversation (auch via Skype)  Meinungsaustausch: schriftliche Konversation (FB-Chat, Skype)  Bewertung: eher positiv  Gemeinschaftsgefühl  Wahrscheinlichkeit einer Lösung höher  Experten, Exklusivität, Effektivität Ergebnisse
    22. 22. SEARCHING IN (ONLINE-)COMMUNITIES Persönliche Netzwerke Senioren "Und das Dritte bleibt immer auch noch das Gespräch, wer weiß und hat Erfahrung damit [...] Wie gesagt, dann ist auch der persönliche Kontakt da, denn das Internet hat noch nicht so ein langes Gedächtnis und erinnert sich nicht so gut wie manch einer." (m) „[…] wenn mich etwas interessiert: Ich rufe meine Freunde und Bekannte und Leute an und sage: ‚Also das Thema interessiert mich, ((lachend)) interessiert euch das auch?’ Und je nachdem kriege ich dann von denen, die ich anrufe irgendwelche Informationen und kann dann weiterverfolgen. Und das sind fü r mich oft die interessantesten Gespräche überhaupt." (w))  Funktionen: Dialog, Erfahrungsaustausch, Anschlussinformationen  Bewertung: Facebook & Co. stark negativ konnotiert Ergebnisse
    23. 23. SEARCHING IN (ONLINE-)COMMUNITIES Zusammenfassung Jugendliche Senioren Webseiten Größeres Repertoire, klassisch publizistische Angebote + Orts-, Zeitunabhängigkeit, Aktualität + nicht sanktioniert, gute Erklärungen Webseiten Gezielte, eingeschränkte Auswahl v.a. renommierte Seiten + Aktualität + Qualität, Tiefgründigkeit Wikipedia Häufig genutzt – auch für Schule Kognitiver, physischer Zugang, Effektivität +/- mit steigendem Alter kritischere Bewertung Wikipedia Annäherung an unbekannte Themen Physischer Zugang, Effektivität +/- Erfahrung und Einstellung gegenüber kollektiven Angeboten YouTube Vielfältige Themen – auch für Schule Prozess- und Handlungshilfen + unkonventionell, visuell, abonnierbar -- Ergebnisse
    24. 24. SEARCHING IN (ONLINE-)COMMUNITIES Zusammenfassung Jugendliche Senioren Foren Hilfestellungen, Erfahrungsaustausch + persönlichere Atmosphäre Foren Meinungen - Minderwertige Qualität Persönliche Netzwerke Sehr unterschiedliche, funktionsorientierte Nutzung (auch oft medial) + Gemeinschaftsgefühl + Effektivität + Experten, Exklusivität Ergebnisse Persönliche Netzwerke Nicht-mediale Netzwerke für Dialog, Erfahrung, Anschlussinformationen - Mediale Netzwerke (Facebook) nicht angesehen/benötigt
    25. 25. LITERATUR ARD/ZDF Online Studie 2014. Online unter http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=506 [Stand: 31.09.2014] Atkin, C. (1973). Instrumental Utilities and Information Seeking. In P. Clarke (Ed.), New Models in Mass Communication Research (pp. 205-242). Beverly Hills / London. Bates 2002 Mayring, P. (2010). Qualitative Inhaltsanalyse: Grundlagen und Techniken (Beltz Pädagogik). Basel: Beltz. Kuckartz, U. (2010). Einführung in die computergestützte Analyse qualitativer Daten. 3. aktualisierte Auflage (3. Aufl. 2010 ed.). VS Verlag für Sozialwissenschaften. Für weitere Ausführungen und Literaturhinweise: Etzrodt, K., Renatus, R., & Uhlmann, F. (2014). Informationsbezogene Mediennutzung Jugendlicher und Senioren in (Online-)Communities. In T. Köhler & N. Kahnwald (Eds.), 17. Workshop GeNeMe ‚14 (pp. 63-78). Dresden: TUDpress.

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