Umgang mit Widerständen beim Change

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Umgang mit Widerständen bei Change - Workshop zusammen mit Ute Wiesmayr (HAK Steyr) auf der 3. Qualitätsnetzwerkkonferenz von ARQA-VET (Austrian Reference Point for Quality Assurance in Vocational Education and Training) an der WKO (Wirtschaftskammer Österreich), Wien, 21.11.2011

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Umgang mit Widerständen beim Change

  1. 1. Workshop:Umgang mit Widerständen Ute Wiesmayr & Karl Wilbers
  2. 2. Aufbau des Workshops Input Wilbers: Wissenschaftliche Perspektiven Input Wiesmayr: Praxisperspektiven Gruppenarbeit & Auswertung 2
  3. 3. Workshop:Umgang mit Widerständen: Input Wilbers Ute Wiesmayr & Karl Wilbers
  4. 4. Der Problemlöser ist selbst das Problem„Widerstand ist immer ein Signal. Es zeigt an, wo Energie blockiertist. Mit anderen Worten: Widerstand zeigt an, wo Energienfreigesetzt werden können. Widerstand ist also im Grunde nichtein Störfaktor, sondern eine Chance … Das gefährlichste Hindernisliegt nicht im Widerstand der Betroffenen – sondern in dergestörten Wahrnehmung und in der Ungeduld der Planer undEntscheider“ Change Agents: „Mentales Modell“ (Senge) des Widerstandes überdenken! Doppler & Lauterburg (2002, S. 333)
  5. 5. Symptome für Widerstand Verbal Nonverbal (Reden) (Verhalten)Aktiv Widerspruch Aufregung(Angriff) Gegenargumentationen Unruhe Vorwürfe Streit Drohungen Intrigen Polemik Gerüchte Sturer Formalismus CliquenbildungPassiv Ausweichen Lustlosigkeit(Flucht) Schweigen Unaufmerksamkeit Bagatellisieren Müdigkeit Blödeln Fernbleiben Ins Lächerliche ziehen Innere Emigration Unwichtiges debattieren Krankheit Doppler & Lauterburg (2002, S. 326)
  6. 6. Typische Fehler im Umgang mit Widerständen• Nichtbeachtung von Widerständen• Widerstand wird als lästig und unnötig empfunden• Zu späte Reaktion auf Widerstände• Widerständler in die Ecke gestellt, abqualifiziert• Widerstände werden runtergespielt• Widerstände werden unterdrückt „Ein Vorhaben ohne Widerstand ist wie ein Fluss ohne Ufer“ (Philipp & Rolff, 2004, S. 84) Doppler & Lauterburg (2002); Philipp & Rolff (2004)
  7. 7. Typische Probleme bei der Qualitätsentwicklung könnengrundlegende menschliche Bedürfnisse bedrohen Typische Probleme Bedrohung grundlegender Bedürfnisse Kontrollverluste (Unbekannte Wege, unklare Selbstbestimmtheit / Autonomie Zukunft, …) Neue soziale Eingebundenheiten Menschliche Nähe Kritik der bisherigen Praxis (Infragestellen von Kompetenz, Erleben eigener Kompetenz Methoden, …) Wechsel von Wissen u. Werte(Neues Wissen, neue Sichtweisen, Erleben einer Kompetenzen …) Typische Probleme erweitert nach Zepeda (2008, S. 40 f.); Grundlegende Bedürfnisse nach Deci & Ryan (2000)
  8. 8. Grundsätze im Umgang mit Widerständen• Offene Information, offene Kommunikation• Den Widerstand ernst nehmen• Energien aufnehmen. Mit dem Opponenten in eine Dialog treten, um Ursachen zu erkunden• Entwicklung einer Vertrauenskultur Philipp & Rolff (2004, S. 85 ff.)
  9. 9. Grundsätze für den Umgang mit Widerständen• Grundsatz 1: Es gibt keine Veränderungen ohne Widerstand! (Nicht-Vorhandensein ist ein Signal mangelnder Aktivität oder mangelnden Widerstandes)• Grundsatz 2: Widerstand enthält immer eine verschlüsselte Botschaft! (Geheime Botschaft hinter den Emotionen entschlüsseln)• Grundsatz 3: Nichtbeachtung führt zu Blockaden! (Widerstand ist ein Signal, dass die Voraussetzungen noch nicht gegeben sind)• Grundsatz 4: Mit dem Widerstand gehen, nicht gegen ihn! (Widerstand als Signal der Energieblockade deuten und in positive Richtung freisetzen) Doppler & Lauterburg (2002, S. 311ff.)
  10. 10. Stakeholdermanagement Wilbers (2006)
  11. 11. Informieren und involvieren als Teil des Stakeholdermanagements• Informieren (> Kommunikationsplanung) – Wahl der Kommunikationskanäle/-medien – Wahl der Kommunikationstiefe/-häufigkeit – Wahl des Kommunikationszeitpunktes• Involvieren (> Projektplanung) – Teilprojektbildung – Zusammensetzung von Projektgruppen – Zusammensetzung von Projektsteuergruppen – Zusammensetzung von Projektbeiräten Wilbers (2006)
  12. 12. Workshop:Umgang mit Widerständen: Input Wiesmayr Ute Wiesmayr & Karl Wilbers
  13. 13. HAK Steyr - Vision 2015• Pädagogischer Tag im Frühling 2008: „Wohin wollen wir uns als Schule bis 2015 entwickeln?“• Ergebnisse wurden geclustert, Projektentwurf erstellt.• Information des Kollegiums über den Projektentwurf bei einer DV• Projektauftrag durch SGA• Diskussionsforum für interessierte KollegInnen im Dezember 2008 über Projektziele/nicht-Ziele.• Kick-off im Jänner (ARGE-LeiterInnen), Abstimmung über den Projektauftrag.
  14. 14. HAK Steyr - Vision 2015• Gliederung in 6 Teilprojekte mit TP-Verantwortlichen• Steuerungsgruppe (TP- Verantwortliche plus SQPMs) mit mindestens monatlichen Sitzungen• Arbeit in den TPs im SS 2009• Protokolle, Tätigkeitsberichte sowohl als hard copy als auch online im MOODLE-Kurs für alle verfügbar• 150 Seiten Zwischenbericht bei Schlusskonferenz• Abstimmung über Kernpunkte wie Kurssystem + Beschluss einer „wohlwollenden“ Unterstützung aller Ergebnisse aus den TP
  15. 15. HAK Steyr - Vision 2015DENNOCH Widerstände gegen TP: „Live and Learn“• Methodenfreiheit?• unflexibel• wie COOL• Unruhe im Klassenraum• für meinen Gegenstand nicht geeignet• zu viel Aufwand• ...
  16. 16. HAK Steyr - Vision 2015MASSNAHMEN• 2 Pilotklassen 2009/10, 4 Klassen 2010/11• Feedback-Runden mit den TeilnehmerInnen• Peer Review• SCHILFs zu „Gehirngerechtem Lernen“, „Arbeitsaufträge gestalten“, „Förderliche Leistungsbeurteilung“, „Eigenverantwortliches Lernen“, „Kompetenzorientiert Unterrichten“, …• Materialsammlungen• Zusammenarbeit FachkollegInnen• Pädagogischer Stammtisch
  17. 17. HAK Steyr - Vision 2015MASSNAHMEN• Ergebnisse fließen in Adaptierung für 2011/12 ein – für andere Gegenstände öffnen – flexiblerer Organisationsrahmen – spezielle Arbeitsbereiche mit neuer Einrichtung – Teamsitzungen – Live and Learn Tag• Persönliche Gespräche mit „Widerständlern“
  18. 18. Workshop:Umgang mit Widerständen: Gruppenarbeitsphase Ute Wiesmayr & Karl Wilbers
  19. 19. Arbeitsaufträge für die Gruppen• Erarbeiten Strategien für den Umgang mit Widerständen, die funktioniert haben an Ihrer Schule• Erarbeiten Sie Strategien für den Umgang mit Widerständen, die nicht funktioniert haben!• Zum Beispiel – Möglichkeiten zum Informieren – Möglichkeiten zum Involvieren – ….• Rahmendaten: – Zeitdauer: 30 Minuten – Dokumentation auf Moderationskarten – Bitte Gruppensprecher(in) bestimmen
  20. 20. Ergebnisse des Workshops Ute Wiesmayr & Karl Wilbers
  21. 21. Partizipation und Umgang mit Widerständen:Möglichkeiten 1 (siehe HAK Steyr, Ergebnisse Workshop 4)• Klar führen/managen – Klare Führung der Schulleitung (z.B. Beständigkeit, ‚Hartnäckigkeit‘, Konfliktfähigkeit,…) – Schulübergreifende Führung (z.B. Vorgaben, Ressourcen, Fokussierung und nicht 1000 Baustellen)• Strukturieren – Projektstrukturen (Zusammensetzung Gruppen, Projektgruppen, Steuergruppen, …) – Entscheidungsstrukturen (bottom up, Partizipativ)• Erfahrungen ermöglichen – Pilotklassen• Lernen ermöglichen – Feedback(-Runden) – SCHILF – Materialsammlungen, Plattformen (z.B. dropbox) – Pädagogischer Stammtisch – Persönliche Gespräche • Multiplikator(inn)en • Leistungsträger(innen)
  22. 22. Partizipation und Umgang mit Widerständen:Möglichkeiten 2 (siehe HAK Steyr, Ergebnisse Workshop 4)• Kommunizieren – Nachhaltigkeit kommunizieren (und natürlich sichern!) – Mehrwerte/Nutzen kommunizieren (und natürlich schaffen!) – Notwendigkeiten betonen – Wertschätzung rüberbringen – QM nicht als Druckmittel/Kontrollinstrumente, sondern als Chance• Mit der Zeit umgehen – Geduld haben, Zeit geben und eigene ‚Zeitverbräuche‘ beachten – Projektlängen sorgfältig austarieren• Mit Irrationalitäten umgehen – Verhärtete persönliche Freund-Feindschaften in der Schule – Parteipolitische Irrationalitäten
  23. 23. Partizipation und Umgang mit Widerständen:Möglichkeiten 2 (siehe HAK Steyr, Ergebnisse Workshop 4)• Freiwilligkeit und Zwang verhandeln – Kontra: Beliebigkeit (> Hartnäckigkeit) – Pro: Sogwirkung positiver Ergebnissen• Widerstände neu begreifen – Eigene Sichtweise auf Widerstände überlegen – Bedürfnisbedrohung durch Change verstehen – Unvermeidbarkeit und Chance erkennen

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