Pornokonsum und Sexting bei
Heranwachsenden - was weiss
die Forschung und was
empfiehlt die Praxis?
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Pornographiekonsum bei
Heranwachsenden
• Häufigkeit der Konfrontation mit P. ab
Kindergartenalter bis Pubertät bei 100%
• ...
1. Welche pornographischen Internet-Seiten werden von
Heranwachsenden besucht?
2. Wie lange werden die Seiten besucht?
3. ...
1. Vier methodische Schwächen
1) Keine einheitliche Definition von psychosexueller
Entwicklung
2) Keine einheitliche Defin...
Was ist (Internet-) Pornographie?
Anzahl der neu produzierten Titel in den USA 1988-2006
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Was ist (Internet-) Pornographie?
• Finanzieller Gewinn
Letzte verfügbare Zahlen von 2006: 17 Mrd. US-$
• Schiere Masse
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Was ist (Internet-) Pornographie?
Keine Zugangsbeschränkung
Was ist (Internet-) Pornographie?
Was ist (Internet-) Pornographie?
1. "Gold Standard" der Filtersoftware
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Komplexität der psychosexuellen
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• Sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität und -
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Wirkung von Pornographienutzung
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Sexualisiertes Verhalten
• Obszöne Sprache und zwanghaftes Reden
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1. Angst-Lust Effekt
2. Normalisierungseffekt
3. Ausprägung eines starken Zwangs-zum-
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• Milton Diamond Effekt? (Rückgang sexueller
Gewalttaten)
• Desensibilisierung? (Abstumpfung gege...
Empfehlungen für die Praxis
• Keine Bagatellisierung, aber auch keine
Verurteilung der Heranwachsenden
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  1. 1. Pornokonsum und Sexting bei Heranwachsenden - was weiss die Forschung und was empfiehlt die Praxis? © Prof. (US) Dr. Jakob Pastötter 2015 Präsident der DGSS, Professor AACS
  2. 2. Pornographiekonsum bei Heranwachsenden • Häufigkeit der Konfrontation mit P. ab Kindergartenalter bis Pubertät bei 100% • Regelmäßiger Konsum vor Pubertät gering • "Konsum" = Betrachten + Masturbieren • Bei Jungen ab der Pubertät bei über 50% • Bei Mädchen von niedrigem Niveau ansteigend
  3. 3. 1. Welche pornographischen Internet-Seiten werden von Heranwachsenden besucht? 2. Wie lange werden die Seiten besucht? 3. Wird dazu masturbiert oder nicht bzw. in welchem Alter beginnt die Masturbation zu Internet-Pornographie? 4. Besteht ein Zusammenhang zwischen Alter, Geschlecht, Masturbation und der Verweildauer / der Art der genutzten Internetpornographie? 5. Lässt sich ein Einfluss auf Wertvorstellungen und Sexualverhalten feststellen? 6. Besteht ein Zusammenhang zwischen bestimmten psychologischen Auffälligkeiten (z.B. Depression, ADHS) und der Nutzung von Pornographie bzw. von Sexting. 7. Besteht ein Zusammenhang mit sexuellen Problemen (z.B. zu schneller oder verzögerter Ejakulation, Vaginismus) 8. Wie funktioniert der Wirkmechanismus von Pornographie? Fragen an die sexualwissenschaftliche Forschung
  4. 4. 1. Vier methodische Schwächen 1) Keine einheitliche Definition von psychosexueller Entwicklung 2) Keine einheitliche Definition von Pornographie 3) Kein Konzept von positiver oder negativer Auswirkung des Konsums von Pornographie 4) Überschätzung der Auskunftsfähigkeit der Zielgruppe und Nichtberücksichtigung des Third-Person-Effekts 2. Legale Bestimmungen 3. Beschleunigte technische Entwicklungen Herausforderungen empirischer Forschung
  5. 5. Was ist (Internet-) Pornographie? Anzahl der neu produzierten Titel in den USA 1988-2006 Quelle: Adult Entertainment Guide, 2006
  6. 6. Was ist (Internet-) Pornographie? • Finanzieller Gewinn Letzte verfügbare Zahlen von 2006: 17 Mrd. US-$ • Schiere Masse • Pornocopia Amateure, Anal, Ärsche, Asiatinnen, Behaart, Bisexual, Black, Blondinen, Blowjob, Brunette, Castings, Cumshots, Deutsche Pornos, Französische Pornos, Dicke Titten, Kleine Titten, Dildos, Domina, Fetisch, Gay, Gruppensex, Handjob, Hardcore, Hausfrauen, Hollywood, Inflagranti, Interracial, Krankenschwestern, Latina, Lesben, Massage, Mature, MILF, Models, Natursekt, Outdoor, Point of View, Porno-Klassiker, Pornostars, Private, Punk/Gothic/Emo, Reality, Reife Frauen, Serien, Softcore, Solo Girl, Solo Male, Squirting, Studentinnen, Schlucken, Teen, Threesome, Uniformen, Videorama, Voyeur
  7. 7. Was ist (Internet-) Pornographie? Keine Zugangsbeschränkung
  8. 8. Was ist (Internet-) Pornographie?
  9. 9. Was ist (Internet-) Pornographie?
  10. 10. 1. "Gold Standard" der Filtersoftware wurde von der technischen Entwicklung (Smart Phones) überholt. 2. Nationale Jugendschutzvorschriften werden im Internet und bei Sexting nicht beachtet. 3. Übliche Reaktion: Hilflosigkeit und/oder Bagatellisierung Prävention
  11. 11. Komplexität der psychosexuellen Entwicklung • Sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität und - rolle, Bedürfnis nach Privatheit - Intimität, Bedürfnis nach/Erfahrung von Lust und Erregung • Einflüsse darauf: eigene Gestaltung, Umwelt, körperliche Entwicklung/Reaktionen • Komplexe Interaktion von tatsächlichem Verhalten, mit Sexualität verbundenen Gefühlen und erlerntem Wissen Zusammenspiel genetischer, hormoneller und sozialer Faktoren bei lebenslanger Entwicklung:
  12. 12. Wirkung von Pornographienutzung bei Heranwachsenden Sexualisiertes Verhalten • Obszöne Sprache und zwanghaftes Reden über Sex • Exhibitionistisches Verhalten • masturbatorisches Verhalten in der Öffentlichkeit • "Sexen" • Mädchen werden zu Sexting gedrängt • Mädchen werden sexualisiert beschimpft
  13. 13. Wirkung von Pn bei Erwachsenen 1. Angst-Lust Effekt 2. Normalisierungseffekt 3. Ausprägung eines starken Zwangs-zum- Selbstzwang durch Visualisierung des Sex 4. Sexuelle Konditionierung durch visuellen Konsum bei gleichzeitiger Masturbation 5. Einschränkung der sexuellen Reaktion auf reale Partner 6. Einschränkung der Partnerschaftsfähigkeit
  14. 14. Erklärungsmodelle für Pn • Milton Diamond Effekt? (Rückgang sexueller Gewalttaten) • Desensibilisierung? (Abstumpfung gegenüber sexuellen Reizen) • Zivilisierung? (Anthony Giddens Modell der "reinen Beziehung") • Sexuelle Aufklärung? (Selbstaussage von Heranwachsenden) • Masturbationisierung der Sexualität? ("Masturbierende Monade") • Stärkere Entwicklung des Lustempfindens? ("Edging")
  15. 15. Empfehlungen für die Praxis • Keine Bagatellisierung, aber auch keine Verurteilung der Heranwachsenden • Fragen nach Medienkonsum • Vorbildfunktion der Erwachsenen für Medienkonsum • Rolle der Schule: Normalisierung hinterfragen • Hinweisen auf mögliche Risiken • Partnerschaftsmodelle der Sexualität

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