Echte Helden

1.110 Aufrufe

Veröffentlicht am

Echte Helden, Weltverbesserer und was das mit Open Source zu tun ht.

Veröffentlicht in: Internet
0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
1.110
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
3
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
5
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Echte Helden

  1. 1. Echte Helden Die wunderbare Welt von Isotopp Freitag, 7. September 2007 Echte Helden Und hier der Rest vom Text: Man hat mich gebeten, auf den Kieler Linuxtagen am 7/8 September etwas salbungsvolles zum Thema 15 Jahre Linux zu erzählen. Und das das mit Kiel zu tun hat. Damit bin ich offiziell ein alter Sack. Sobald man gebeten wird, über Rückblicke zu referieren und von der guten alten Zeit zu schwelgen ist man offiziell ein alter Sack. So die Sorte Typ, die von den Helden vergangener Zeiten erzählt. Für die  Richard  Dean  Anderson  noch  McGyver  war  mit  dem Taschenmesser  in  der  Hand  noch  selber  Leben  rettete,  und  nicht Sesselpuper  bei  Stargate.  Damals  hatten  Telefone  noch Drehscheiben, und das Leben generell noch viel härter und damals es brauchte noch echte Helden... Einer der Helden aus grauer Vorzeit hier in Kiel war ja Cornelius. Das war ein ganz Harter. Der hat zum Frühstück 74LS00 gefressen, ohne Milch!, und damals gab es noch gar kein SMD. Und Fehler  hat  der  mit  dem  Oszilloskop  debugged.  So  ein  Typ,  der  gar kein Modem braucht, sondern den Carrier auch selber Pfeifen kann. Das Telefonnetz war damals, für die Jüngeren unter Euch, übrigens noch Analog. Cornelius hat den Unix­Kram hier in Kiel mit aufgebracht. Ich war damals ja noch so ein Amiga­Kiddie und dachte, ich bin cool, weil ich Freunde hatte, die sich selber mit einem  Frequenzzähler  auf  dem  Adreßbus  eine  echte  Megahertz­Anzeige  gebaut hatten statt so ein Fake­Teil, das immer dieselbe Zahl anzeigte. Damals war so was noch  einstellig,  also  so  eine  Megahertz­Anzeige,  da  ging  so  was  mit  dem Taschengeld. Cornelius  ist  so  die  Sorte  Typ,  für  die  die  Dateiendung  ".c"  für Configuration  stand  und  "cc"  für  "Configuration  Converter".  Ich glaube, Cornelius hat sich damals ein wenig darüber geärgert, daß sein Nachname mit "K" anfing und nicht mit "C", denn so hatte er nicht die Initialen "cc" wie sein Compiler. Cornelius  hat  damals  jedenfalls  die  ersten  Unix­Kisten eingeschleppt.  Natürlich  gab  es  so  etwas  damals  nicht  fertig,  sonst  hätte  ihn  das wohl auch nicht interessiert. In seinem Fall waren das stattdessen Commodore 900 mit  Coherent  0.7.1  Special  Binary  Prerelease,  Prototypen  von  Rechnern,  die Commodore nie gebaut hat, weil sie selbst für Commo zu Scheiße waren. Das war mein erstes Unix.
  2. 2. Das Coherent war übrigens von Mark Willams Company. Die haben sonst  so  Flipperautomaten  gebaut.  Flipperautomaten  sind,  für  die Jüngeren  unter  Euch,  so  analoge  Videospiele  mit  echten  Kugeln drin. Cornelius lebt inzwischen übrigens in Texas. Wenn ich so drüber nachdenke paßt das schon, so irgendwie. Ich  hab  dann  später  mit  SCO  Xenix  weiter  gemacht  und  so  eine  Mailbox  geerbt. SCO, für die Jüngeren unter euch, waren damals noch die Guten. Damals gab es weniger Juristen und von Patentanwälten hatte noch nie jemand was gehört. Geerbt habe ich sie von einem anderen echten Helden, von Jens. Jens  war  auch  ein  ganzer  Kerl.  Der  hat  die  Grafikkarte  in  seinem Mega  ST  noch  selbst  gebaut,  und  auch  den  Treiber  dafür  selber geschrieben. Und die Mailbox­Software für seine Mailbox auch. Jens  braut  inzwischen  übrigens  sein  eigenes  Bier.  Das  paßt  auch so, irgendwie. Xenix  hatte  so  das  Problem,  daß  da  kein  richtiges  TCP/IP  bei  war.  Das  war  kein Problem,  solange  man  mit  Modems  und  UUCP  gearbeitet  hat  ­  wir  hatten  damals noch kein Online und auch kein X, sondern nur eine Kommandozeile. Will man X, braucht  man  Netz,  so  für  localhost.  Also  mußte  ein  System  V  her,  ein  Interaktive Unix, von Kodak. Jedenfalls, wenn man in so einem Interactive das TCP/IP in Betrieb nimmt, etwa weil man  X  machen  will  und  das  localhost  braucht,  dann  stellt  man  fest,  daß  so  ein System V Kernel Memory Leaks hat und daß dann binnen einer Viertelstunde schon mal 500K Speicher voll laufen. Ein Kilobyte, für die Jüngeren unter Euch, ist übrigens ein Millionstel Gigabyte. So stand ich also damals, ich weiß es noch wie heute, vor dem Problem, ein Unix her zu  kriegen  mit  funktionierendem  oder  reparierbarem  TCP/IP.  Das  war  am  30. Dezember 1992, also vor etwa 15 Jahren, und das ist der Grund warum ich heute hier vorne stehe. Ich  bin  damals  also  mit  dem  Fahrrad  zur  Uni  geradelt.  Bergauf, durch  den  Schnee.  Schnee,  für  die  Jüngeren  unter  Euch,  ist gefrorenes  Wasser.  Damals  hatten  wir  noch  keine Klimakatastrophe.  Ich  hab  mir  dann  einen  Kernel  und  ein  paar Sourcen  auf  ein  Tape  gezogen.  Das  Tape  war  ein  sogenanntes Quarterinch Tape. Das bezieht sich nun nicht auf die Größe der Kassette, sondern die Breite des Bandes. Die Kassette war größer, so 10x7cm ungefähr, also wie ein Taschenbuch. Ein Buch, für die Jüngeren unter Euch, ist so was wie eine DVD, nur mit Text statt Bildern und ohne Strom. Das Tape jedenfalls, das hatte eine Rückwand aus massivem Stahl, 4mm dick. Cornelius stand tierisch auf solche Tapes. Mit dem Linux auf dem Tape bin ich dann nach Hause geradelt, wieder durch den Schnee, natürlich, denn damals blieb so was noch liegen und natürlich auch wieder bergauf, denn damals ging es noch nicht bergab. Und hab mir den Kram compiliert und installiert. Danach hab ich dann erst mal die Permissions und Owner von dem Zeug richtig gesetzt, denn wir hatten damals noch keine Distributionen. Und so kam es, daß ich am 31. Dezember 1992 mit einem SLS und einem Kernel
  3. 3. 0.96.6 in das neue Jahr startete. Das war schon ziemlich cool. SLS war übrigens von Donald Becker. Der schreibt inzwischen übrigens Netzwerktreiber. Das paßt auch, irgendwie. Endlich X. 640x480 in 256 Farben. Das war schon was. Man konnte seinen  Monitor  auch  übertakten,  dann  ging  mehr.  Ein  Monitor,  für die Jüngeren unter Euch, das ist so eine Art analoges LCD, damals hatten  wir  noch  kein  DRM.  Da  ging  so  was  noch  mit  dem Übertakten. Naja, so fing das damals jedenfalls alles an. Und dann  ging  es  Schlag  auf  Schlag.  Man  kann  sich  bei  so  einem Vortrag  schnell  in  die  Technik  versteigen,  und  wie  geil  Linux inzwischen so ist ­ es rennt auf einem Palm Pilot und einer Cray, auf einem iPod und auf einer Enterprise­Class Solaris Kiste oder einer SGI mit 1024 Prozessoren. Aber wenn man sich Sagen aus Grauer Vorzeit so ansieht, dann geht es da weniger um die Monster, sondern im Grunde geht es um die Helden, und ihre Taten. So auch im  Zusammenhang  mit  Linux  und  im  Zusammenhang  mit  dem  Universum  als solches. Also ist dies heute ein Vortrag über Helden und Heldentum. Ein Held ist jemand, der einen Kampf aufnimmt, um die Welt zu verändern, einen Kampf  der  anfangs  aussichtlos,  ja  sogar  sinnlos  erscheint.  Manche  Helden  opfern sich, oder opfern persönliche Vorteile, um die Welt, oder das Universum als solches, für uns alle in einen besseren Ort zu verwandeln. Der  erste  Held,  um  den  es  hier  gegen  soll,  ist  natürlich  Linus Torvalds. Er ist ein Jedermann aus einer Gegend gar nicht weit von hier,  ein  Schwede  in  Finnland,  ein  Informatikstuent.  Wer  hier  war schon  mal  in  Schweden  oder  in  Finnland?  Wer  hat  Informatik studiert? Genau. Ihr hättet Linus sein können. Linus hat sich also hingestellt, und sein Zeug ins Netz gekippt und gesagt: Hier ist mein Zeug und ich habe es in Netz gekippt, jetzt könnt ihr spielen. Wer  hier  hat  schon  mal  Zeugs  von  sich  ins  Netz  gekippt,  damit  andere  spielen können? Genau. Ihr hättet Linus sein können. Leute haben also Linus Zeugs genommen und damit gespielt, und es  dabei  besser  hin  gefummelt  und  ­  das  ist  der  Trick  ­  Linus  ihr verbessertes  Zeug  zurück  gegeben.  Linus  hat  das  also zusammengesetzt und wieder zurück ins Netz gekippt. Eigentlich hat er also gar nicht viel gemacht. Der entscheidende Punkt hier ist: Er hat es getan. Linus hat mit seinem Tun die Welt verändert.  Also  nicht  bloß  ein  bischen,  sondern  so  richtig  fundamental.  Leute schreiben da Bücher drüber. Bill Gates paßt seine Geschäftsstrategie an. Linus hat Macht. Er ist hingegangen und hat gesagt: Das ist jetzt so, und dann war es so. Ein Informatikstudent aus Finnland, hier gleich um die Ecke. Okay, Linus war nicht alleine. CREDITS in meinem Kernel listet alleine so an die 500 Leute, und das sind nur die, die es bis in diese Datei geschafft haben und das ist nur
  4. 4. der Kernel. Und das mit dem Zurück geben und neu veröffentlichen ist auch nicht seine Idee. Diese Idee hatte ein anderer Held, Richard Stallman. Stallman,  ein  weiterer  Informatikstudent,  wenn  auch  von  weiter  weg,  ist also hingegangen und hatte dasselbe gemacht wie Linus, nur viel früher: Er  hat  Zeugs  geschrieben,  in  seinem  Fall  ein  Haufen  ziemlich  coole Editing  Macros  "emacs"  für  einen  Editor,  und  die  ins  Netz  gekippt  und gesagt: Hier ist mein Zeug und ich habe es ins Netz gekippt, jetzt könnt ihr spielen. Leute haben also Richards Zeug genommen und damit gespielt, und es dabei besser hin gefummelt und ein kommerzielles Produkt draus gemacht und ­ das ist der Fehler ­ Richard ihr verbessertes Zeug nicht zurück gegeben sondern gesagt: Ellabätsch, angeschissen, Du hast Zeug ins Netz gekippt und ich mach eine Firma draus. Da  war  Richard  natürlich  sauer  und  hat  sich  überlegt,  wie  er  die  Welt  verändern kann, oder gar das Universum als solches, um es für uns alle in einen besseren Ort zu verwandeln. Richard hat sich also hingesetzt und mal aufgeschrieben wie es sein soll, damit das mit dem ins Netz kippen und spielen besser funktioniert. Damit  das  ganze  juristisch  wasserdicht  wird  ist  das  Ganze  ein ziemlich langer Text geworden, aber im wesentlichen steht da drin: Du kannst Zeugs, das ich ins Netz gekippt habe, nehmen und dran rumbasteln  und  damit  spielen.  Aber  wenn  Du  Dein  verändertes Spielzeug  nicht  zum  selber  spielen  verwendest,  sondern  Dritte damit  spielen  läßt,  dann  mußt  Du  denen  (und  damit  effektiv  uns allen) die Veränderungen geben, damit wir genau wie Du spielen können. Also, mit anderen Worten, wenn wir Zeugs ins Netz kippen, damit Du spielen kannst, dann mußt Du, wenn Du das verbastelst Dein verbasteltes Zeug ebenfalls ins Netz kippen, damit wir genau wie Du weiter spielen können. Simpel genug. So  simpel,  daß  ein  Haufen  Leute  die  Idee  kopiert  haben.  Weil Richard hat das nicht nur auf seine Editing Macros angewendet, sondern er hat die Metaidee, also den Regelsatz, als solchen formuliert, da raus abstrahiert und auch ins  Netz  gekippt.  Und  ein  Haufen  Leute  haben  nicht  nur  seine  Editing  Macros genommen und damit gespielt, sondern haben ihr Spielzeug nach seinen Regeln ins Netz gekippt damit andere auch damit spielen können. Okay,  Stallman  war  also  nicht  alleine.  Auf  Sourceforge  stehen  tausende  von Softwarepakete,  aber  letztendlich  ist  seine  Idee,  die  GPL,  als  Lizenz  bei  der überwiegenden Mehrzahl aller Projekte gewählt. Es gibt einen Haufen Lizenzen, die zur  Auswahl  stehen,  aber  es  ist  die  Lizenz  von  Stallman,  die  letztendlich  die bestimmende Macht bei allen diesen Paketen ist. Es ist etwas an der GPL, das sie uns anderen Nichthelden attraktiver, fairer oder sonstwie besser erscheinen läßt. Das kommt, weil die GPL eine Formulierung einer anderen, viel, viel älteren Idee ist. Diese Idee hatte ein anderer Held, Immanuel Kant.
  5. 5. Kant war ein Student der Philosophie, weil damals gab es noch keine Informatik,  hat  die  GPL  viel  kürzer  aufgeschrieben  als  Stallman,  weil damals gab es auch weniger Juristen. Er sagte, etwas geschraubt, weil er Philosoph war "Handle stets so, daß die Maxime Deines Handelns als  Grundlage  allgemeinen  Handelns  genommen  werden  kann."  und nannte das den kategorischen Imperativ. Kant meint, das sei eine coole Idee, weil es die Welt und das Universum als solches automatisch in einen besseren Ort verwandelt. Manche Leute heute formulieren Kant etwas weniger geschraubt als "Was Du nicht willst,  das  man  Dir  tu,  das  füg  auch  keinem  anderen  zu."  Das  geht  leicht  von  der Zunge  und  macht  klar,  wieso  Kant  der  Meinung  war,  daß  es  die  Welt  und  das Universum als solches in einen besseren Ort verwandelt, erklärt aber irgendwie gar nicht was das mit der GPL zu tun hat. Wenn  man  da  drüber  nachdenkt,  dann  stellt  man  aber  fest,  daß  man  das  noch anders formulieren kann: "Baue die Spielregeln einer Gemeinschaft stets so, also ob Du  Dich  an  jeder  Position  in  dieser  Gemeinschaft,  und  sei  es  die  niedrigste  und schlechteste, befinden mögest." In anderen Worten: Man stelle sich einmal vor, man sei,  hmm,  die  kranke  dunkelhäutige  Frau  eines  fundamental­religiösen  Hartz  IV­ Empfängers  mit  Migrationshintergrund  mit  einem  behinderten  Kind  in  einem Plattenbau in Sachsen ­ Deutschland funktioniert als Gemeinschaft, sagt Immanuel, wenn man sich selbst in dieser Situation vorstellen kann und das nicht schlimm wäre. Okay, hat nix mit der GPL zu tun, aber illustriert das Gedankenmodell. Anderes Beispiel: Man stelle sich einmal vor, man stellt einen Haufen cooler Editing Macros  ins  Netz  und  alle  wollen  die  benutzen  und  dann  macht  einer  ein  paar Veränderungen  dran,  packt  das  ganze  in  eine  Schachtel  und  fängt  an  das  zu verkaufen und sagt mir, nein, an die Veränderungen kommst Du nicht dran, das ist jetzt alles proprietär. Offensichtlich  sind  die  Spielregeln  kaputt.  Immanuel  hat  also  eine  Metaregel aufgeschrieben, mit der man testen kann, ob ein Regelsatz heil oder kaputt ist: Nimm die  Regeln,  bau  das  Spielfeld  auf  und  setz  Dich  selber  an  die  letzte  von  allen Positionen. Magst Du dann noch spielen? Wenn nein, ist das Spiel im Eimer. Richard  hat  nun  diese  Überlegung  von  Immanuel  genommen  und  im  Grunde  nur Regeln  aufgeschrieben,  die  nicht  kaputt  sind.  Und  Linus  hat  das  dann  mal durchgespielt. Okay. Und wir alle anderen auch. Das da sind ja auch nur Leute wie Du und ich. Das ist mächtig gefährlich. Weil es die Welt verändern kann, oder das Universum als solches, und in einen besseren Ort verwandeln. Und wenn die das können, dann können wir, also Du, Du und Du, das auch. Einfach so. Also  rechnen  wir  das  doch  mal  durch,  so  wie  ein  Philosoph, Mathematiker oder Informatiker das tun würde. Erst mal sind wir. Das ist unbestritten. Jedenfalls bin ich, das ist leicht zu testen ­ ich denke,  also  bin  ich.  Ob  Ihr  seid,  ist  nicht  so  leicht  zu  testen,  aber  im  Grunde irrelevant.  Weil:  wenn  ich  nicht  widerlegen  kann,  daß  Ihr  seid,  Ihr  mich  aber
  6. 6. beeinflussen könnt und ich ich Euch, dann muß ich Euch erst mal als real annehmen ­ es macht ja keinen Unterschied für mein Handeln. Das ist cool, weil ich jetzt schon mal Folgerungen ziehen kann. Die  erste  ist:  Wenn  ich  bin,  will  ich  weiter  sein.  Das  nennt  man  Egoismus  und  ist gesund. Die zweite ist: Ich bin nicht alleine, sondern es gibt mehr wie mich, und die wollen auch weiter sein. Und das ändert die Regeln fundamental. Eine  ganze  Menge  Leute,  Helden  der  Mathematik  in  diesem  Fall,  haben  auf  dem Problem "Die Anderen" rum gerechnet und festgestellt, daß das wegen der Existenz der Anderen die Welt und das Universum als solches kein Nullsummenspiel ist. Ein Nullsummenspiel ist ein Spiel, bei dem ich verliere, wenn ein anderer gewinnt. Man kennt das ­ mal verliert man, mal gewinnen die anderen. Der Punkt ist, das ist Unsinn. Die Welt ist, sagen uns die Mathematiker, nicht  ein  Spiel,  sondern  eine  Folge  von  Spielen  und  sie  hat,  wie  wir Informatiker  sagen  würden,  Zustand.  Zustände  kriegt  man,  sobald  man sich  erinnern  kann,  also  den  Ausgang  vorheriger  Spiele  zur  Grundlage  seines fortgesetzten Handelns macht. Oder wie der große Held Henry Spencer so treffend gesagt hat, "Those who do not remember Unix are forced to reinvent it, poorly." Darum  ist  für  die  Politiker  Fernsehen  so  wichtig,  weil  das  verhindern  soll,  daß  wir Zustände kriegen. Die Frage war, ob wir Helden sind. Und die Antwort ist, wir sind, und wir sind nicht alleine, und weil das so ist, und weil wir  uns  erinnern  können,  können  wir,  indem  wir  zusammenarbeiten,  Situationen schaffen, in denen jeder gewinnt, der mit uns zusammenarbeitet gewinnt, uns selbst eingeschlossen. Indem wir etwas verschenken machen wir langfristig Gewinn. Die Helden der Philosophie und der Mathematik sagen uns, und das haben sie oft nachgerechnet, daß das eine Eigenschaft der Welt und des Universum als solches ist.  Die  Welt  um  uns  herum  ist  so  aufgebaut,  daß  es  gut  und  persönlich gewinnbringend  für  uns  ist,  kurzfristig  etwas  zu  opfern,  um  die  Welt  und  das Universum als solches in einen besseren Ort für uns alle zu verwandeln. Oder,  um  es  deutlicher  zu  formulieren:  Bill  Gates  ist  ein  blöder  Idiot.  Und  nur  Du kannst es ihm beweisen. Sei ein Held. Geschrieben von Kristian Köhntopp in Free Software, Kiel um 18:00 | Kommentare (6) | Trackback (1)
  7. 7. Trackbacks Trackback­URL für diesen Eintrag Sendung mit der Maus Heute erzählt Kris über Helden und über Linux aber vorallem über Helden. Lesebefehl! Weblog: h t t p : / / m a l i s o n . o r g Aufgenommen: Sep 21, 05:52 Kommentare Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt) Chris, kurzgefasst nur ein Wort: DANKE Einfach ein wunderschönes Essay über die wirklich wichtigen, bedenkenswerten Dinge. #1 holli am 21.09.2007 10:23 Man kann auch heute noch davon ausgehen, dass Leute Floppys kennen! Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass sie auch Commodore­Rechner im Keller stehen haben. Du hast es mit "für jüngere unter uns" massiv übertrieben ­ es war nicht mehr zum Lachen ­ es hat nur noch genervt. #2 kiuhagwe am 21.05.2010 08:01 Du bist noch jünger, oder? ;) #2.1 Ion am 23.06.2011 12:51 Ich hätte ja nicht gedacht, daß ich den C900 nochmal irgendwo 'persönlich' erwähnt gefunden hätte. Meine beiden sind vor ein paar Jahren ins Museum (irgendein obskures österreichisches) gewandert. :­) #3 Andreas Krey (Link) am 24.07.2010 19:15 Dadurch, daß ihr als Spezialisten euer Wissen verschenkt habt, habt ihr eine schlechtere Welt hinterlassen. Eine Welt, in der IT­Kenntnisse nicht bezahlt und nicht geschätzt werden. Fragt mal Nicht­Helden­Manager eures Vertrauens. Die schütteln doch den Kopf ob der Naivität eines Stallman. Oder sie nutzen diese Naivität gnadenlos aus. Und statt eines modernen Betriebssystems läuft seit 20 Jahrem überall Gefrickel­Linux. #4 Schwarzmaler am 07.08.2010 11:36 Das lohnt die Antwort kaum. Daher zwei Links: Dein Gejammer gleicht Schirrmachers, daher Sascha Lobo für Dich: Intelligenz: Die bedrohte Elite und inhaltlich liegst Du auch falsch. #4.1 Isotopp (Link) am 07.08.2010 13:29 Kommentar schreiben Name E­Mail Homepage
  8. 8. Antwort zu [ Ursprung ] Kommentar Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden. Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.  Hier die Zeichenfolge der Spamschutz­Grafik eintragen:  BBCode­Formatierung erlaubt   Daten merken?   Kommentar abschicken   Vorschau

×