Sozpad

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  1. 1. Fachschule für Sozialpädagogik 1. Ziel und Berechtigungen Das Ziel der Ausbildung in der Fachschule für Sozialpädagogik ist die Befähigung, in sozialpädagogischen Einrichtungen als Erzieherin oder Erzieher selbstständig tätig zu sein im Hinblick auf Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsaufgaben. Der erfolgreiche Abschluss berechtigt zur Führung der Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannte Erzieherin“ bzw. „Staatlich anerkannter Erzieher“. Die Fachhochschulreife kann durch Teilnahme am Zusatzunterricht und einer Prüfung in Mathematik erlangt werden. 2. Zulassungsvoraussetzungen und Überblick zur Ausbildung Zulassungs- Struktur der Berufliche voraussetzungen Ausbildung Möglichkeiten Mittlerer 1. Ausbildungsjahr: Sozialpädagogisches 33 Stunden Unterricht Bildungsabschluss Arbeiten überwiegend im berufs- + bezogenen Bereich und ein - mit Kindern Berufliche Blockpraktikum von 5 (Kiga, Kita) Vorbildung Wochen - mit Kindern unter 3J. In der Regel Berufs- 2. Ausbildungsjahr: (Krippe; Kitas mit alters- abschluss als 32 Stunden Unterricht und erweiterten Gruppen) Staatlich geprüfte/r ein Blockpraktikum von 5 Sozialassistent/in Wochen - im außerschulischen Prüfung zur theoretischen Bereich oder Ausbildung (Hort, Schülerbetreuung, (schriftlich und mündlich) Jugendzentrum etc.) Abschluss einer ein- schlägigen anerkannten - in der Erziehungshilfe 3. Ausbildungsjahr: Berufsausbildung (Kinder-/Jugendheim, Berufspraktikum in einer Familiengruppe, Kinder- oder anerkannten dorf etc.) sozialpädagogischen Erfolgreiche Teilnahme Einrichtung - mit Menschen mit an einer Feststellungs- An einem Wochentag Behinderung prüfung zum Nachweis Praxisreflexion in der (Wohnheim, Werkstätten, einer gleichwertigen Fachschule Förderschulen, Klinik, beruflichen Vorbildung Methodische Prüfung spez. integrative Kitas) (Praktikumsbericht; mündliche Prüfung) + - im interkulturellen → Staatlich anerkannte Bereich Nachweis der gesund- Erzieherin bzw. Staatlich (internationale Familien- heitlichen Eignung anerkannter Erzieher zentren; entsprechende (ärztl. Bescheinigung) Kitas etc.) 1
  2. 2. 3. Die inhaltliche Struktur der Ausbildung Der Ausbildung liegt die Rahmenstundentafel und der Lehrplan für Fachschulen für Sozialpädagogik in Hessen zu Grunde. Danach sind die Wochenstunden für die einzelnen Fächer wie folgt verteilt: 1. Ausbildungsjahr Lernbereich I: Gesellschaft und Kultur Deutsch 2 Std. Englisch 2 Std. Soziologie/Politik 2 Std. Religion 2 Std. Lernbereich II: Soz.päd. Theorien und soz.päd. Strategien Soz.päd. Grundlagen 5 Std. Soz.päd. Konzepte und Strategien 3 Std. Ökologie 2 Std. Recht 2 Std. Lernbereich III: Medien soz.päd. Handelns AV-Medien 2 Std. Bewegung 2 Std. Gestalten 2 Std. Kinder- und Jugendliteratur 2 Std. Musik 3 Std. Spiel 2 Std. Lernbereich IV: Soz.päd. Handeln Soz.päd. Praxis Erstes Blockpraktikum nach 5 Wo den Weihnachtsferien Freiwilliger Zusatzunterricht zum Erwerb der Fachhochschulreife: Mathematik 3 Std. 2
  3. 3. 2. Ausbildungsjahr Lernbereich I: Gesellschaft und Kultur Deutsch 2 Std. Englisch 2 Std. Soziologie/Politik 2 Std. Lernbereich II: Soz.päd. Theorien und soz.päd. Strategien Soz.päd. Grundlagen 5 Std. Soz.päd. Konzepte und Strategien 3 Std. Religionspädagogik 2 Std. Recht 2 Std. Lernbereich III: Medien soz.päd. Handelns Einwahl in ein Projekt 8 Std. (z.B. Theater, AV-Medien, Erlebnispädagogik) Lernbereich IV: Soz.päd. Handeln Soz.päd. Praxis Zweites Blockpraktikum zwischen Sommer- und Herbstferien 5 Wo Wahlpflichtbereich je 2 Kurse á 3 Std. Soz.päd. Arbeiten mit Kindern Soz.päd. Arbeiten im außerschulischen Bereich Soz.päd. Arbeiten in der Erziehungshilfe Soz.päd. Arbeiten mit Menschen mit Behinderung Soz.päd. Arbeiten im interkulturellen Bereich Freiwilliger Zusatzunterricht zum Erwerb der Fachhochschulreife: Mathematik 3 Std. Theoretische Abschlussprüfung Schriftliche Prüfung in: Soz.päd. Grundlagen Soz.päd. Konzepte und Strategien Recht oder Medien Mündliche Prüfung in allen Fächern möglich; keine Prüfung bis max. 3 Fächer Vornote in den Medienfächern bezieht sich auf beide Jahre. 3
  4. 4. 3. Ausbildungsabschnitt (Teilzeitform) In der Regel ein einjähriges Berufspraktikum in einer anerkannten sozialpädagogischen Einrichtung. Arbeitszeit: 38,5 Wochenstunden, davon normalerweise an einem Tag 4 Stunden Praxisreflexion in der Fachschule und 4 Stunden Vor- und Nachbereitung für schulische Anforderungen Verkürzung ist möglich, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: Mindestens drei Jahre erfolgreiche Tätigkeit in einer sozialpädagogischen Einrichtung + mindestens befriedigende Noten in der theoretischen Prüfung Verlängerung bei verkürzter Wochenarbeitszeit ist möglich. Im Rahmen des Begleitunterrichts werden zwei Kurberichte angefertigt und ein abschließender Praktikumsbericht. Nach dem erfolgreichen Abschluss in Form einer mündlichen methodischen Prüfung erhält die Erzieherin i.A. / der Erzieher i.A. die staatliche Anerkennung zur Erzieherin / zum Erzieher. Das Zeugnis der Fachhochschulreife erhält frühestens nach sechs Monaten Berufspraktikum ausgehändigt, wer die theoretische Prüfung und die Zusatzprüfung in Mathematik bestanden hat. 4. Die fachtheoretische Ausbildung Da es sich bei der Ausbildung um einen Beruf handelt, in dem die Gestaltung von Beziehungen einen zentrales Element bilden, ist es uns wichtig, auf die Ganzheitlichkeit im pädagogischen Handeln zu achten und Kommunikationsfähigkeit, Planungs- und Beratungskompetenz zu vermitteln. Einen zentralen Stellenwert nehmen neben der Vermittlung und dem selbstständigen Erarbeiten fachlicher und methodischer Inhalte insbesondere auch persönlichkeitsbildende Aspekte ein. Dies bedeutet konkret u.a.: wir ermöglichen exemplarisches Arbeiten mit fächerübergreifender Thematik - auch im Rahmen von Projekten; wir bieten Gruppenarbeit an, die zu reflektierende Erfahrungen mit Gruppenprozessen ermöglicht; wir setzen uns auseinander mit der eigenen Geschlechterrolle im Bezug auf das künftige Erzieherverhalten und regen kreative Lernprozesse nicht nur im Feld der medienpädagogischen Arbeit an. 5. Die fachpraktische Ausbildung In der Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher kommt der Verknüpfung von Theorie und Praxis eine zentrale Rolle zu. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass Lernort Schule und Lernort praktische Ausbildungsstätte sich als Kooperations- partner verstehen, die entsprechend des jeweiligen Ausbildungsauftrages eigene Qualitätskriterien formulieren, die das Kooperationsverhältnis beschreiben. 4
  5. 5. Um diese Verzahnung von Theorie und Praxis zu unterstützen, kooperieren VertreterInnen aus beiden Bereichen z.B. im Fachbeirat (3 gewählte Lehrkräfte der Fachschule und deren Abteilungsleitung und 4 Praxis-VertreterInnen) oder der AG „Netzwerk sozialpädagogische Orte in Verbindung“. Bereits in der Einführungswoche zu Beginn der Ausbildung kommt der Erkundung der verschiedenen sozialpädagogischen Praxisfelder und deren Anforderungen an die zukünftigen Erzieherinnen und Erzieher eine zentrale Aufgabe zu. Die beiden Blockpraktika in der Unter- und Oberstufe bilden dann das Kernstück der fachpraktischen Ausbildung während der ersten beiden Jahre. Laut Ausbildungsverordnung sind 460 Zeitstunden „in mindestens zwei sozialpädagogischen Einrichtungen abzuleisten, die sich hinsichtlich der Konzeption und der Zielgruppe unterscheiden.“ 5.1. Die Einführungswoche Die Einführungswoche findet üblicherweise zu Beginn des Schuljahres im Jugend- zentrum Ronneburg oder einem entsprechenden Tagungshaus statt. Das Kennenlernen der Studierenden untereinander ist verknüpft mit ersten Kontakten zu PraxisvertreterInnen aus den verschiedenen sozialpädagogischen Arbeitsfeldern und deren Einrichtungen. Die Leitfrage heißt: „Welche Anforderungen werden an ErzieherInnen gestellt?“ In Kleingruppen erschließen sich die Studierenden mit einer Vertreterin oder einem Vertreter aus der Praxis ein bestimmtes Arbeitsfeld im persönlichen Austausch sowie im Rahmen eines Besuches der jeweiligen Einrichtung. Durch die Medien unterstützte Präsentation bekommen alle Studierenden am Ende einen ersten Überblick über verschiedene thematische Schwerpunkte und spätere Berufsmöglichkeiten. Die Vernetzung von Schule und Praxisstellen wird auf diese Weise von Anfang an deutlich. Implizit werden die Studierenden hierbei mit persönlichen Anforderungen und Methoden der Ausbildung an der Fachschule vertraut gemacht. 5.2. Das erste Blockpraktikum in der Unterstufe Das erste Blockpraktikum findet statt in der Unterstufe im Anschluss an die Weihnachtsferien und läuft über einen Zeitraum von fünf Wochen. Hinzukommen jeweils zwei Vorbereitungs- und Nachbereitungstage. An den Vorbereitungstagen nehmen zeitweise auch die Praxisanleitungen aus den Einrichtungen teil. Der Fokus liegt bei diesem Praktikum auf dem Orientieren – Beobachten – Überprüfen der Berufswahl. Zwei Themenbereiche stehen im Vordergrund: 1. Die eigene zukünftige Berufsrolle 2. Beziehungen zu Kindern und Jugendlichen gestalten 5
  6. 6. Ziele des Praktikums Allgemein sollen die Studierenden Handlungskompetenz durch spiralförmige Lernprozesse erwerben. Theoretisches Basiswissen und Erfahrungswissen aus praktischen Handlungsvollzügen steht so in ständiger Wechselwirkung. So werden persönliche Erfahrungen, zu denen u.a. auch das erworbene Schulwissen gehört, in Alltagssituationen überprüft, erweitert, differenziert und modifiziert. Die Studierenden sollen in diesem Zusammenhang lernen, eigene Vorstellungen von pädagogischem Handeln und Planen zu entwickeln und zu überprüfen. Im Speziellen sollen die Studierenden: einzelne Kinder bzw. Jugendliche und Kleingruppen beobachten und die aktuelle Situation analysieren; Lebenssituationen und Erfahrungsbereiche einzelner Kinder bzw. Jugendlicher in Erfahrung bringen; Beziehung zu Kindern bzw. Jugendlichen aufnehmen, gestalten und reflektieren; Erziehungsverhalten wahrnehmen und im Gespräch klären; anhand der Gestaltung des Tagesablaufes über die pädagogische Planung nachdenken (Was wird in dieser Gruppe wie und warum gemacht?); eigene kleine Angebote planen, durchführen und auswerten. Die wichtigste Tätigkeit der Praktikantin bzw. des Praktikanten soll die Beobachtung sein. Dies bedeutet, dass die Studierenden täglich eine längere Zeit gezielt beobachten, Informationen einholen und ihre Eindrücke auswerten. Hierzu ziehen sie sich teilweise aus dem aktuellen Gruppengeschehen zurück. Ansonsten nimmt die Praktikantin bzw. der Praktikant auch am Alltagsgeschehen teil und führt kleinere Tätigkeiten aus. Organisation des Praktikums Die Arbeitszeit beträgt wöchentlich 38,5 Stunden. Davon sollen 10 Stunden für Vor- und Nachbereitung, Gespräche mit der Anleitung und den Mitarbeiter/innen sowie für die Bearbeitung der Aufgabenstellungen der Schule zur Verfügung stehen. Diese 10 Stunden sollen mindestens zur Hälfte in der Einrichtung verbracht werden. Die Praktikantin bzw. der Praktikant wird einer Gruppe und einer erfahrenen Erzieherin fest zugeordnet. Die Anleitung erfolgt durch eine Fachkraft (ErzieherIn, Sozialpädagogin) mit mindestens 2-jähriger Berufserfahrung, die möglichst nicht nur halbtags beschäftigt ist. Die Praxisanleitung arbeitet in derselben Gruppe wie die Praktikantin oder der Praktikant. Anleitungsgespräche sollen regelmäßig stattfinden (wenn möglich eine Stunde wöchentlich sowie Austausch zwischendurch). Dem Praktikanten bzw. der Praktikantin sollte ein erster Einblick in Organisations- und Verwaltungsarbeiten gegeben werden. 6
  7. 7. Während des Praktikums werden die Studierenden in der Regel einmal von einer Lehrkraft besucht. Bei diesem Praxisbesuch nimmt die Lehrkraft an der sozialpädagogischen Praxis beobachtend teil. Diese Beobachtungen und eine Reflexion des zurückliegenden Praktikumsverlaufs sind Gegenstand eines gemeinsamen Gesprächs mit der Praxisanleitung. Da in den letzten Jahren in der Regel keine Auswahlverfahren an der Fachschule stattfanden, erhält die Frage der Eignung zum Beruf der Erzieherin / des Erziehers einen besonderen Stellenwert im ersten Blockpraktikum. 5.3. Das zweite Blockpraktikum in der Oberstufe Das zweite Blockpraktikum verläuft über einen Zeitraum von fünf Wochen zwischen Sommer- und Herbstferien, ebenso mit jeweils zwei Tagen der Vor- und Nachbereitung. Der Schwerpunkt liegt bei diesem Praktikum auf dem kontextbezogenen pädagogischen Handeln. Es erfolgt klassenübergreifend und arbeitsfeldbezogen. Folgende Themenbereiche stehen im Vordergrund: 1. Erforschen des ausgewählten Arbeitsfeldes (Kontextanalyse) 2. Eine Situation aus ihrem Kontext heraus verstehen 3. Umsetzung pädagogischer Handlungskonzepte Ziele des Praktikums Kennenlernen der Organisation und Arbeitsweise der jeweiligen Institution Auseinandersetzung mit der Konzeption der Einrichtung Anforderungen an ErzieherInnen in diesem Arbeitsfeld kennen lernen Erkundung der besonderen Situation der Klienten in dieser Einrichtung Erstellung einer Kontextanalyse Erlebte Situationen in ihrem jeweiligen Kontext sehen und beurteilen Die eigene Rolle als angehende Erzieherin oder Erzieher im Beziehungsgeflecht von Klientel, Team und Institution in der Arbeitssituation erkennen, beschreiben und reflektieren Erlebte Situationen aufgreifen und pädagogisch nutzen können (didaktisch- methodische Planung) Für die Durchführung des zweiten Praktikums gelten entsprechende Regelungen wie für das erste. 7
  8. 8. 6. Zur Organisation der Fachschule für Sozialpädagogik in Gelnhausen Die Fachschule für Sozialpädagogik bildet zusammen mit der Höheren Berufsfachschule für Sozialassistenz und der Teilzeitberufsschule für Körperpflege eine Abteilung, der Herr Norbert Zahn als Abteilungsleiter vorsteht. Die Fachschule als Schulform innerhalb dieser Abteilung wird insbesondere von Herrn Erhard Baison als Schulformkoordinator betreut. Frau Bärbel Hackenbruch- Hoos ist vor allem für Belange des Berufspraktikums zuständig. Im Durchschnitt besuchen 130 Studierende / ErzieherInnen i.A. die Fachschule, was in den ersten beiden Ausbildungsabschnitten eine Zweizügigkeit der Schulform erlaubt. Die Anmeldung zur Fachschule für Sozialpädagogik erfolgt bis 15. Februar des jeweiligen Jahres an die beruflichen Schulen in Gelnhausen. Sollte es aufgrund der Anzahl von Bewerbungen zu einem Auswahlverfahren kommen, wird dieses ca. 3-4 Wochen nach dem Anmeldungstermin stattfinden. Zuvor werden die oben erwähnten Feststellungsprüfungen durchgeführt. 8

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