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  1. 1. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 1 LONG HELLO AND SHORT GOODBYE. DREHBUCH DER DEUTSCHEN FAS- SUNG: MARTIN RAUHAUS UND JEFF WINTER. 1. VILLA/TITELSEQUENZ INNEN/NACHT Die Lichter der Großstadt fallen durch heruntergelassene Jalousien. In schwarzweißen BALKEN fällt das Licht in einen großen Raum. Zuerst erkennt man nicht viel: Eine Couch, einen reich verzierten Tisch, eine Porzellanvase und mehrere Skulpturen. Ein paar Bilder an den Wänden. Sämtliche Einrichtungsgegenstände wirken edel, tragen aber gleichzeitig den hautgout von Nepp. Etwa wie die Pappmachéskulpturen vor „CESAR’s PALACE“. Die KAMERA läßt einen Blick VON OBEN in den Raum zu. Von dort sieht man mehr als Möbel und Vasen: Ein Glastisch wurde von einem TOTEN MANN IN EINEM SMOKING zerschmettert. Scherben liegen in einer Blutlache. Einer der Stühle ist umgekippt und läßt ein Paar Beine, die zu einer TOTEN FRAU gehören, merkwürdig hochstehen. Wenn man ihre Beine außer Acht lassen würde, könnte man meinen, sie wollte sich in einem zurückgekippten Stuhl entspannen. Aber dann müßte man auch die roten Löcher in ihrem Abendkleid ignorieren, und das Blut. Eine LANGHAARIGE JUNGE FRAU, GEKLEIDET WIE FÜR EINEN HEISSEN SOMMERTAG, liegt bäuchlings auf dem Teppich. Reglos. KAMERAFAHRT über die Verwüstung, die Toten. Bis wir eine BEWEGUNG sehen. Ein Bein bewegt sich, und man hört ein SCHMATZENDES GERÄUSCH, als es sich von einer Blutlache löst. BEN stemmt sich mühsam in eine Sitzposition. Sein Kopf prallt gegen die Wand. Ben ist SCHWARZ ANGEZOGEN. Das Schwarz ist jetzt noch dunkler, da es sich mit Blut vollgesogen hat. Ben preßt eine Hand auf seinen Bauch. Dort scheint ein Einschuß zu sein. Und Blut, das durch seine Finger quillt. BEN’S P.O.V.: Der zerschmetterte Glastisch mit dem toten Mann ist ihm am nächsten. Dann der umgekippte Stuhl mit den Beinen der toten Frau. Die andere Frau im Strandoutfit ist fast von der Couch verdeckt. Nur ein Bein, ein nackter Arm und etwas Haar. BEN (zu der reglosen FRAU) Und jetzt sage ich...: Ben HUSTET. Sein Körper bäumt sich auf. BEN War das dein Plan?... 2. VOR TOR ZUR HAFTANSTALT AUSSEN/TAG Das schwere Tor einer Schleuse öffnet sich mit einem elektronischen Summen, und BEN tritt hinaus in einen kleinen Hof mit einem gepflegten Rasen. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  2. 2. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 2 SUPERIMPOSE: “VIER WOCHEN ZUVOR” BEN geht Richtung Ausgang. Vor ihm das letzte Tor, das ihn von der Freiheit trennt. Es öffnet sich langsam. Ben geht durch das offene Tor. BEN’S P.O.V.: Vor ihm ein paar geparkte Autos. Einer ist ein alter, orangefarbener Wagen. Eine junge Frau sitzt auf der Motorhaube und liest in einem Comic (evtl. „ALEXANDER NI- KOPOL“ von Enki Bilal. Oder auch „STORM/DIE CHRONIKEN AUS DER ZWI- SCHENZEIT“ von Lodewijk/ Kelly). MELODY hat langes Haar und sieht aus, als sei sie auf dem Weg zum Strand. Als Ben näher kommt, richtet sie sich halb auf. Ben bleibt mit einigem Abstand vor ihr stehen und betrachtet den Wagen. Dann sieht er SIE an. Mit blitzenden, neugierigen Augen. Sie macht eine unklare Geste mit der Hand. MELODY Hi. Du mußt der Panzerknacker sein. BEN Hast du das aus dem Heftchen da? MELODY klappt ihr Comic zu. MELODY Dennis konnte nicht kommen. Wird entgiftet. Er hat Grappa mit Ecstasy gemixt. Dann ist er zur Post. Briefmarken kaufen. Er mußte am Schalter Schlange stehen. Und als er dran war, ist er einfach umgekippt. Einen Monat lang keinen Kontakt zur Außenwelt. Melody steht auf und steht jetzt auf der Motorhaube. MELODY Und jetzt willst du natürlich wissen, wer ich bin. BEN Nee. MELODY Solltest du aber. Ich bin nämlich ‘n Bulle, der auf dich angesetzt ist. BEN sieht sie nur kurz an. MELODY quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  3. 3. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 3 Dennis meint, wir können seine Wohnung haben. Er hat für die nächsten drei Monate Miete bezahlt. BEN Und dann ist er zur Post gegangen. MELODY Genau. Dann ist er zur Post gegangen. Sie verfügen über eine rasche Auffassungsgabe, junger Mann. BEN nimmt ihr den Autoschlüssel aus der Hand, öffnet die Fahrertür. BEN Dann laß uns mal zu ihm fahren. MELODY springt von der Motorhaube, öffnet die Beifahrertür. 3. IM WAGEN INNEN/AUSSEN/TAG BEN und MELODY im Wagen. MELODY Die lassen einen nicht rein. BEN Wir fahren trotzdem hin. Kurzer Blick. BEN schaut freundlich, läßt aber keinen Zweifel an seiner Absicht. Er zuckt die Achseln, läßt den Wagen an. MELODY Melody. BEN Muß ich jetzt was singen? MELODY Is’ mein Name. Melody. BEN fährt los. 4. AUTO IM STADTVERKEHR INNEN/AUSSEN/TAG MELODY Stop. BEN hält an. MELODY Du hast dich nicht umgeguckt. BEN Was? MELODY quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  4. 4. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 4 Wenn man losfährt, dann kucken sich Gangster doch erstmal um, ob ihnen jemand folgt. Grundausbildung Polizeischule. Oder sie kucken so unauffällig in den Rückspiegel, so... Ein Moment - zwei Blicke. Dann sieht er sich kurz um. BEN Alles klar, uns folgt niemand. MELODY Super, dann können wir ja. BEN Ja, super. Er fährt wieder los. Melody versucht es mit PFEIFEN, gibt aber schnell wieder auf. MELODY Marlboro, Gauloises, Player’s, Winston. BEN sieht sie nur kurz an. Sie öffnet das Handschuhfach - drinnen liegen Dutzende von Packungen der erwähnten vier Marken. MELODY Ich meine, das hier ist die Freiheit. Ben sieht die Schachteln an. Nimmt eine Winston und zieht sich eine Zigarette heraus. Greift nach dem Zigarettenanzünder und hält inne. INSERT AUF ARMATURENBRETT: Der Zigarettenanzünder fehlt. MELODY Ah... Melody greift auf die Rückbank, legt ihre Handtasche auf ihren Schoß und wühlt darin herum. Sie holt ein STREICHHOLZBRIEFCHEN hervor und gibt es Ben. Er klappt es auf, bemerkt etwas und sieht sich noch einmal die Außenseite an. INSERT AUF STREICHHOLZBRIEFCHEN: Das schnörkelige Logo von einem quot;HOTEL SEEBLICKquot;. Melody bemerkt, wie er die Streichhölzer betrachtet. MELODY Und? Ben starrt weiter auf das Briefchen. BEN Du hast fünfzig Schachteln Zigaretten. Aber du hast nur eine Packung Streichhölzer. Von einem Hotel. Sie blickt zum Himmel, beginnt sich ein bißchen aufzuregen. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  5. 5. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 5 MELODY Wo du jetzt sitzt, hat vor ein paar Wochen ein anderer Typ gesessen. Und der hat meinen Zigarettenan-zünder aus dem Fen- ster geschmissen. Und heute sitzt du hier im Auto und sagst: “Melody: du hast fünfzig Schachteln Zigaretten und nur eine Schachtel Streichhölzer.” Und du sagst das in diesem “Ich war im Bau, Baby”,-Ton. “Hey, ich war in Alcatraz. In Sing-Sing, okay”? So richtig hartes Gangster-Gelaber? BEN antwortet nicht. MELODY Sag’ doch noch: “Keine Zicken, Schätzchen.” BEN „Keine Zicken, Schätzchen.“ MELODY muß kurz grinsen, daß er es wirklich gesagt hat. BEN Vor 12 Jahren hab’ ich in dem Hotel ‘nen Safe aufge- macht. Ich war noch ‘n Kind. Melody blickt zu ihm rüber, sieht, wie er lächelt. Sie verdreht die Augen. MELODY Das ist die spannendste und interessanteste Geschichte, die ich in meinem ganzen Leben gehört habe. BEN steckt sich eine Zigarette an. MELODY Wow. 5. VOR KLINIK AUSSEN/TAG Der orangefarbene Wagen ist auf einem Parkplatz abgestellt. BEN und MELODY stehen an einem riesigen Drahtgitterzaun, der ein steriles Klinikgelände umschließt. Weit hinter einer Grünfläche und ein paar Bäumen sieht man das Klinikgebäude. Ein Beton- flachbau aus den Sechzigern. MELODY So, jetzt hast du’s gesehen. BEN nickt nur. Bleibt am Zaun stehen. MELODY Ich hab’ dir doch gesagt, daß sie uns nicht reinlassen. „Wenn Ihr Freund dazu bereit ist, ruft er Sie an.“ BEN hebt eine Hand, winkt. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  6. 6. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 6 Eine DAME in einem gelben Gummimantel (= „Friesennerz“) kommt langsam auf den Zaun zu. Sie schreitet wie eine Königin. Hat eine total zerlesene alte Ausgabe von „NAKED LUNCH“ in der Hand. BEN Ich bin ein Freund von Dennis. Kennen Sie ihn? Dennis? Groß, dünn, total durchge- knallt? Sie starrt ihn nur an. BEN Wissen Sie, wie’s ihm geht? Sie starrt ihn weiter an. MELODY Wissen Sie, was für ein Jahr wir haben? DAME (völlig sachlich) Mache ich den Eindruck? Stille. Blicke. Sie geht langsam wieder Richtung Gebäude zurück. MELODY Hast du’s jetzt gesehen? 6. TRABANTENSTADT AUSSEN/TAG Moderne, architektonisch nichtssagende Trabantenstadt. Betonburgen. Es sieht nicht viel anders aus als das Klinikgelände. Der orangene Wagen steht auf einem Parkplatz. BEN und MELODY steigen aus. BEN Heißt du eigentlich wirklich „Melody“? MELODY Nee. Biggi. Sie gehen auf eine der Betonburgen zu. MELODY Übrigens kenne ich deinen “Dennis” überhaupt nicht. Wir haben ihn aus dem Weg geschafft. Aber er hat nicht lange leiden müssen. BEN Das ist die spannendste und interessanteste Geschichte, die ich in meinem ganzen Leben gehört habe. 7. FLUR VOR WOHNUNG DENNIS INNEN/TAG quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  7. 7. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 7 Ein langer, grün-grauer, völlig seelenloser Flur. BEN und MELODY stehen vor einer Tür. MELODY kramt in ihrer Handtasche, in der sich alles Mögliche zu befinden scheint, nach ei- nem Schlüssel. MELODY Dennis hat auch nie von mir erzählt, oder? Komisch, was? Alles, was ich will, ist dich so schnell wie möglich wie- der einzubuchten. Ist doch klar.... BEN Ist das nicht ziemlich riskant, mir das zu sagen? MELODY Du wirst trotzdem irgendeinen Fehler machen. Früher oder später. BEN zeigt auf etwas in ihrer Hand. BEN (total ruhig) Da ist der Schlüssel. MELODY Ich erkenne ‘nen Schlüssel, wenn ich einen sehe. Sie schließt auf. Geht aber noch nicht rein. MELODY Und jetzt mußt du noch sagen: „Das ist eine Falle.“ Sie öffnet die Tür, bevor er es sagen kann. 8. WOHNUNG DENNIS INNEN/TAG BEN und MELODY betreten die Wohnung. Dennis’ Wohnung sieht aus wie ein Bauarbeiter-Spind von innen: POSTER MIT NACKTEN PIN-UP-GIRLS UND BIER-WERBEPLAKATE zieren die Wände. Statt Gardinen sind ein- fache Decken vor die Fenster gehängt worden. Irgendjemand hat die nackten Mädels mit auf- wendigen KLEIDCHEN UND HOSENANZÜGEN AUS BRAUNEM PACKPAPIER ‘be- kleidet’. GROSS: BEN. Für einen Moment sehen wir „mit ihm“ kurze Momente des Einbruchs vor seiner Festnahme: 9. RAUM MIT SAFE (FLASHBACK) INNEN/NACHT GROBKÖRNIGES BILD. HANDKAMERA. Eine TASCHENLAMPE blendet uns kurz. Im Umschnitt sehen wir einen offenen SAFE. Auf schwarzem Samt liegen eine Handvoll Diamanten. Ein paar Meter entfernt steht DENNIS - ein leicht ausgespaced wirkender junger Mann mit längeren Haaren. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  8. 8. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 8 Er nickt kurz, geht weg. Die Diamanten werden von einer HAND in ein kleines Säckchen geräumt. MELODY (OFF) Jetzt sage ich: “Ich schlafe... 10. WOHNUNG DENNIS INNEN/TAG Wieder BEN. MELODYs Stimme reißt ihn aus seiner Erinnerung. MELODY ...im Bett, und du auf der Couch.” Und dann sagst du: “Wieso schlafe ich auf der Couch.” Und dann sage ich: “Weil du eben auf der Couch schläfst, okay”? Ben mustert Melody von oben bis unten. BEN Weißt du was, Melody? MELODY Nee, was? BEN Ich schlafe auf der Couch. Zum ersten Mal scheint MELODY nicht zu wissen, was sie sagen soll. Er lächelt sie kurz an. Und wirft seine Tasche auf die Couch. 11. WOHNUNG DENNIS INNEN/NACHT Wir sehen auf einem TV-Bildschirm: astronomische Archivaufnahmen von Galaxien, Gasne- beln, Supernovae: die geheimnisvolle Unendlichkeit des Weltalls. REGEN prasselt gegen die Scheiben. MELODY und BEN vor dem Fernseher. Mit CHINESISCHEM Essen auf Papptellern und -schalen. Wir sehen nur die beiden im bläulich flackernden Licht des TV. MELODY zieht einen Joint durch. TV-SPRECHER (OVER) Das Alter unseres Universums wird auf circa 18 Milli- arden Jahre geschätzt. Und noch immer ist das Weltall von der sogenannten “kosmischen Hintergrundstrahlung”, deren Temperatur eiskalte 3 Grad Kelvin beträgt, durchzogen. Diese Strahlung ist sozusagen der letzte Rest jener gi- gantischen Explosion des Urknalls, aus der vor unendlich langer Zeit alles entstand... Auf dem Bildschirm: eine Simulation des „URKNALLS“ - aus einem winzigen Punkt geht eine Explosion aus reiner Energie hervor. GROSS: BEN. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  9. 9. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 9 Und ganz kurz: 12. STRASSE (FLASHBACK) AUSSEN/NACHT Wieder grobkörniges BILD und Handkamera. BENs POV: Er kommt von einem Hinterhof und schlendert eine nächtliche Straße entlang. Drei MÄNNER, offenbar angeheitert, wanken ihm entgegen. Auf der anderen Straßenseite fährt langsam der orangene Wagen auf BEN zu. BEN ist fast auf Höhe der MÄNNER. URPLÖTZLICH knipst einer der MÄNNER eine starke TASCHENLAMPE an, blen- det BEN (= und damit „uns“) mit dem Lichtstrahl. 13. WOHNUNG DENNIS INNEN/NACHT MELODY reicht den Joint BEN. MELODY (zu BEN) Blablablablablablabla? BEN Klar. BEN nimmt den Joint, zieht daran. Beide sehen weiter auf den Bildschirm. TV-SPRECHER (OVER) Vor diesem Urknall war - im wahrsten Sinne des Wor- tes: nichts. Erst mit jener aus der Singularität hervorge- henden Explosion entstanden Raum, Zeit und die Koor- dinaten unserer Wirklichkeit. Ob sich das Universum - so, wie es sich bisher immer weiter ausgedehnt hat, wieder zusammenziehen wird, hängt von der Gesamtmasse dieses Universums ab. MELODY (ernst) Blubliblama. BEN (stimmt zu) Ja, Melody. TV-SPRECHER (OVER) Dies bringt uns zu dem, was die Wissenschaftler “die dunkle Materie” nennen. Diese dunkle... Mitten im Sprechertext drückt BEN auf die Fernbedienung. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  10. 10. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 10 Der SPRECHERTON verstummt. Die Bilder des Universums laufen weiter. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  11. 11. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 11 MELODY Okay. Jetzt sage ich: „Was hast du eigentlich so vor in der nächsten Zeit?“ Und dann sagst du: „Mal sehen.“ Und dann sage ich: „Das ist ja ein verdammt ausge- schlafener Plan.“ BEN muß grinsen. Er sieht sie an. BEN Was würde eigentlich passieren, wenn du mal eine Mi- nute die Klappe hältst? Gibt’s dann nochmal so ‘n Urknall? MELODY Und dann sagst du noch: „Kannst du mir mal die Chips geben.“ Sie reicht ihm die Chips. MELODY (strahlt ihn an) Und dann sage ich: „Gerne, Ben.“ 14. WOHNUNG DENNIS INNEN/NACHT Nacht. BEN schläft auf der Couch. Die Decke ist bis zur Hüfte gerutscht. Ein Arm hängt nach unten. MELODY steht neben der Couch. Studiert sein Gesicht. Nimmt vorsichtig die Decke und legt sie ihm über den nackten Oberkörper. 15. STRASSE (FLASHBACK) AUSSEN/NACHT URPLÖTZLICH knipst einer der MÄNNER eine starke TASCHENLAMPE an, blen- det BEN (= und damit „uns“) mit dem Lichtstrahl. 16. WOHNUNG DENNIS INNEN/NACHT Urplötzlich reißt BEN die Augen auf und schlägt ihr mit dem Handrücken voll ins Gesicht. MELODY Ah! BEN Was verdammt machst du? MELODY Ich warte hier auf ‘nen Bus, du Arsch. Sie starren sich an. Im Halbdunkel. MELODY hält sich ihre Nase. MELODY Du - du hast geschrien. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  12. 12. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 12 Ich wollte nur gucken, was los ist. BEN Okay. Jetzt hast du geguckt. MELODY sieht ihre Hand an - sie ist blutig. Aus ihrer Nase rinnt ein dünner Blutstrom. Sie zuckt die Achseln. MELODY Leck’ mich doch am Arsch. 17. WOHNUNG DENNIS INNEN/NACHT BEN und MELODY vor dem Fernseher. Neben dem TV liegt die Videokassette eines Science Fiction-Films. BEN trägt Jeans und ein Unterhemd. MELODY einen Minirock mit T-Shirt. Hat eine ziemlich mißlungene „beehive-Frisur“. Auf ihrer Nase klebt ein Pflaster. BEN Verdammt, ich hab’ ja gesagt, es tut mir leid. MELODY zuckt nur die Achseln. Das Bild dreht durch. Ein paar Sekunden sitzen sie einfach nur da. BEN steht auf, haut oben auf den Kasten. Ein Fernsehbild stabilisiert sich. MELODY nimmt die Fernbedienung, dreht den Ton ab. Wartet. MELODY (schnell) British Airways! BEN Lufthansa. MELODY Ähm...Scheiße. BEN Eins-null. Sie warten wieder. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  13. 13. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 13 BEN Audi Cabrio. MELODY (enttäuscht) Hey, wieso... BEN Wir hatten Fernsehen, „Melody“. Zwei-null. MELODY Was meinst ‘n mit „Melody“? BEN Nichts. Jedenfalls hatten wir Fernsehen. „Drinnen“. MELODY Okay, null--zwei. Sie setzt sich wieder in Position. Bereit für den nächsten Spot. Muß lachen. Das TELEFON klingelt. MELODY (ins Telefon) Ja? Was? Nee. Moment. Sie sieht BEN an. MELODY Der Pizzamann behauptet, daß er geklingelt hat und kei- ner aufmacht. Hat’s geklingelt? BEN Nee. MELODY (ins Telefon) Nein, mein Gatte hat auch nichts gehört. Blick von BEN. MELODY Jetzt regen Sie sich nicht auf, ich komm’ runter. Sie legt auf, verzieht das Gesicht, steht auf. MELODY Schon so’n bißchen wie Zuhause, hm? Die Frau geht runter und macht dem Pizzamann die Tür auf. Sie geht zur Tür. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  14. 14. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 14 MELODY Jetzt sagst du übrigens: „Bringst du mir noch ‘n Bier mit, Schatz?“ BEN macht mit der Hand eine „BLA-BLA-Geste“. 18. STRASSE (FLASHBACK) AUSSEN/NACHT Die TASCHENLAMPE flammt auf. Die drei MÄNNER packen BEN und werfen ihn zu Boden. BEN wehrt sich verzweifelt. Brutale Faustschläge treffen ihn im Gesicht. Einer der MÄNNER sagt etwas, das man nicht versteht. Die MÄNNER nageln ihn zu dritt auf dem Asphalt fest, sind über ihm. Klaustropho- bisch. Ein SCHREI, wie von einem gefangenen Tier. HANDSCHELLEN klicken an BENs Handgelenken. Und BENs POV: am Steuer des orangenen Wagens sitzt DENNIS. Er blickt hilflos und völlig verwirrt. BLICK BEN/DENNIS. Der Wagen beschleunigt, fährt davon. Wir sehen das aus BENs Perspektive - schräg seitlich oder sogar auf dem Kopf stehend. 19. BAGGERSEE INNEN/TAG BENs Gesicht. Im strahlenden Sonnenlicht. BEN Hattest du eigentlich was mit Dennis? MELODY Klar. „Titanic“ auf LSD angeguckt und ein paar Gesprä- che, die absolut keinen Sinn ergeben haben. Aber nichts, was der Seniorenanzeiger als Titelstory drucken würde. BEN und MELODY liegen an einem Baggersee. Sind praktisch die einzigen Menschen. Der Ort könnte ebensogut Teil eines postnuklearen Szenarios sein. BEN liest ein Comic (evtl. „BATMAN 33: MASCHINEN“ von Ted McKeever). Hinter MELODY steht ein kleiner „WATCHMAN“. Sie verbiegt sich, um den Bildschirm sehen zu können. MELODY’S P.O.V. AUF DEN WATCHMAN: eine Formation aus Frauen und Männern macht rhythmische Aerobic-Übungen. Es sieht merkwürdig aus, weil alles AUF DEM KOPF STEHT. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  15. 15. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 15 MELODY liegt auf dem Rücken. Nur mit ihren Armen macht Melody die Übungen im Fern- sehen mit. Das soll reichen. TIEF EINATMEN. UND AUSATMEN. MELODY Wie fändest du’s eigentlich, wenn wir so tun, als wären wir zusammen? BEN verdreht nur die Augen, liest weiter. MELODY Ey....! BEN Schon gut: eine fantastische Idee. Und wieso? MELODY Ich weiß es echt nicht. Einfach ‘ne Idee, lag gerade in meinem Gehirn rum. Weißt du immer genau wieso du jetzt genau das willst und nicht irgendwas total anderes? BEN Wieso sollte ich so tun, als wär’ ich mit dir zusammen? MELODY Im Grunde ist es genau das, was du willst. Du findest mich die attraktivste Frau, die du je getroffen hast, und du wärst nicht mehr dieser superharte Typ der immer nur düster kuckt, sondern, also: Du vertraust je- mandem. BEN Dir, ja? MELODY Jetzt sage ich: „Das wäre einfach professionell. Richtige Gangster achten immer total genau drauf, daß sie nach außen hin ein normales Bild liefern.“ Und dann sagst... quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  16. 16. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 16 BEN (unterbricht) Das glaubst du nicht im Ernst, daß es ein normales Bild liefert, wenn jemand mit DIR zusammen ist?! MELODY (steht auf) Fick dich doch ins Knie... Sie springt ins Wasser. SPLASH. Es klingt wie ein SCHUSS. 20. FLUR VOR WOHNUNG INNEN/TAG BEN kommt um die Ecke, trägt eine Sporttasche - sowie MELODY, huckepack auf den Schultern. Er prallt gegen eine Wand. MELODY Super. Die Leute werden denken wir sind schon seit Jahren zusammen. Ben geht weiter den Gang entlang und versucht Melody mal gegen die eine, und mal die andere Wand zu schleudern. Melody steuert gegen, indem sie sich auf die jeweils andere Seite lehnt. MELODY Das machst du sehr schön, Schatz. BEN verdreht nur kurz die Augen. Er bleibt vor Dennis’ Wohnungstür stehen und sieht zum Boden. Ein KLEINER SPIELZEUGSAFE AUS METALL steht direkt vor der Tür. 21. WOHNUNG DENNIS INNEN/TAG MELODY sitzt am Küchentisch und hält den Spielzeugsafe in ihren Händen. Ben steht neben ihr und betrachtet ihn. MELODY Süß. Erinnert mich an deinen ersten Safe. Sie schüttelt ihn. Es scheint etwas darin zu sein, aber dem Klimpern nach kann es nichts Gro- ßes sein. Ben geht zur Küchenzeile und öffnet einige Schubladen, um sie schnell wieder ZUZUKNAL- LEN. Er sucht etwas Bestimmtes. MELODY Wie macht man den jetzt auf? BEN (OFF) Stell ihn mal hin. Melody stellt ihn auf den Tisch - und zuckt zusammen als Ben MIT EINEM HAMMER AUF DEN SAFE SCHLÄGT. Er ist zwar kaputt, aber öffnet sich nicht. Melody zuckt auch beim zweiten Schlag zusammen, und der Safe zersplittert in seine Einzelteile. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  17. 17. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 17 Melody sieht auf den zertrümmerten Safe, dann wendet sie sich zu Ben. MELODY (bewundernd) Profi. Ben birgt einen KLEINEN UMSCHLAG aus den Trümmern. Melody springt auf, um Ben über die Schulter zu gucken: BEN’S UND MELODY’S P.O.V.: Ein Briefumschlag, der offensichtlich eine Einladung ent- hält. Ben öffnet den Umschlag und zieht die EINLADUNG heraus. Beide lesen. 22. LANDSTRASSE AUSSEN/TAG Der orangene Wagen fährt über eine Landstraße im Niemandsland. 23. VOR SCHLANGENFARM AUSSEN/TAG BEN und MELODY stehen ein paar Meter neben dem Wagen vor einem Flachbau. Eine Tür öffnet sich. Eine FRAU tritt aus dem Schatten in die Sonne: IDA. Anfang Dreißig. Sie trägt silberne Gummistiefel. BEN Hallo, Ida. IDA Hallo, Ben. BEN Das ist Melody. IDA (nicht begeistert) Ah ja. Einen Moment lang stehen die drei in der Sonne, sehen sich an. IDA (zu Melody) Und was willst du hier, Melody? quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  18. 18. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 18 MELODY Eine große amerikanische Firma will hier auf Ihrem Grundstück ‘n Freizeitpark hochziehen und die haben mich vorgeschickt um Ihr Vertrauen zu gewinnen. IDA Okay. Du paßt auf den Wagen auf, während ich mit Ben drin bin. MELODY (zu Ben) Ist das deine Mutter? IDA Bin ich deine Mutter, Ben?. Blicke. BEN Sie kann mit. IDA setzt kurz an, etwas zu sagen. Läßt es aber. 24. TREIBHAUS INNEN/TAG IDA führt BEN und MELODY durch ein Treibhaus. Es ist weniger eine Führung als ein Weg zu einer Art Büro weiter hinten. Zwischen den Grünpflanzen stehen Dutzende von Terrarien mit SCHLANGEN aller Arten. MELODY (wg. Schlangen) Uah... BEN (zu Ida) Dennis wird entgiftet. IDA Das kann wahrscheinlich nicht schaden. Kurzer Blick zwischen IDA und BEN. IDA Und wo hast du gesteckt? BEN (zu schnell) Weißt du doch. MELODY Alcatraz. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  19. 19. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 19 IDA Wow. MELODY (zu Ida) Hübsches Zuhause haben Sie hier. IDA Danke. „Melody“. MELODY Bitte. „Ida“. MELODY blinkert sie „herzlich“ an. MELODY Und wie vertreiben Sie sich so die Zeit? IDA Mit Schlangen. Sie lächelt MELODY kurz an. IDA Ich verkaufe Schlangen, Melody... 25. „BÜRO“ IM TREIBHAUS INNEN/TAG In einem kleinen „Büro“ mit Glaswänden. BEN und MELODY haben Cognacgläser in der Hand. IDA Na dann... Ida geht zu einem Schreibtisch, kniet sich runter und holt einen KOFFER darunter hervor. Sie hievt ihn auf den Schreibtisch. MELODY (leise zu BEN) Was willst du kaufen? ‘n Dutzend Kreuzottern im Sonder- angebot? Ben tritt näher als IDA das Kombinationsschloß öffnet. Die Verschlüsse SCHNAPPEN auf. Als Ida ihn öffnet, sehen wir daß es ein Musterkoffer für TEURE HANDFEUERWAFFEN ist. IDA Laß dir Zeit. Ben beugt sich über den Inhalt. Ida tritt zurück und beobachtet ihn kurz dabei. Dann wendet sie sich Melody zu, die an der Tür steht. IDA Kann ich vielleicht auch was für Dich tun. MELODY Führen Sie auch Neutronenbomben? quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  20. 20. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 20 Melody und Ida sehen sich an. An der Wand zwischen ihnen: ein MONATSKALENDER - die WAFFE DES MONATS ist auf ein schwarzes Samtkissen gebettet. Ben hält die Waffe seiner Wahl hoch. IDA Kennst dich aus. BEN Das zahlt Dennis. Ida zieht die Brauen hoch, nimmt ihm die Waffe weg. IDA Das fällt dir früh ein. Sie öffnet eine Schranktür mit soviel Schwung, daß sie gegen die Wand KNALLT. Sie schleift einen WÄSCHEKORB heraus. Es kostet sie einige Kraft. Ida wirft den Deckel hoch. Der Korb ist randvoll mit dreckigen, rostigen, aber offensichtlich GÜNSTIGEREN HANDFEUERWAFFEN gefüllt. IDA Grabbeltisch. Ben überlegt kurz, greift hinein und fischt zwei dieser Pistolen heraus. Ein SCHUSS fällt. 26. SCHIEßSTAND AUSSEN/TAG BEN steht an einem improvisierten Schießstand und probiert die beiden Waffen aus. MELO- DY und IDA sehen zu. BEN schießt auf eine in 20 Metern Entfernung aufgebaute Palette von Mineralwasserflaschen. Schießt dreimal. Trifft nullmal. MELODY (grinst) Den zweiten Cognac hättest du nicht trinken sollen, Schatz. BEN blickt kurz ärgerlich zur Seite, reagiert aber noch nicht. Er schießt weiter. Trifft jetzt besser. MELODY (zu Ida) Ben ist ein ungeheuer tougher Typ, ich meine, als kleiner Junge hat er (Forts.) quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  21. 21. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 21 MELODY (Forts.) morgens schon immer mit einer Wasserpistole auf sein Frühstücksei geballert. IDA Hast du mal auf ‘nem Rummel gearbeitet? MELODY (völlig unbeirrt) Mit zwölf hat er sein erstes Ei erwischt. Und in dem Moment wußte er, daß er zum Gangster geboren war. Dann kam die Ausbildung in Sizilien, also Schrotflinten absägen, Leute in Beton eingießen, Pizza backen, das volle Progr... Ein SCHUSS: Direkt vor MELODYs Füßen schlägt eine KUGEL ein. BEN läßt die Waffe an seinem Arm baumeln. Stille. Blicke. MELODY (kann kaum sprechen) Okay, jetzt sage ich: „Das hätte jetzt aber auch daneben- gehen können.“ Und dann sagst... BEN Wieso kannst du nicht ein einziges verdammtes Mal die Klappe halten? Blicke. MELODY (leise) Weil du...so selten den Mund aufmachst...? IDA hat ruhig zugeschaut. Macht sich ihre Gedanken. IDA Habt ihr was am Laufen? Ben zieht am Abzug bis es KLICKT. BEN ‘ne Verabredung zum Essen. 27. WOHNUNG DENNIS INNEN/TAG MELODY sitzt auf der Couch. BEN steht am Fenster. Setzt sich direkt vor ihr auf einen Hocker. BEN Gut: was ist dein Problem? Sie sieht auf - blitzt ihn böse an. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  22. 22. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 22 MELODY Halten wir mal kurz fest: irgendjemand will dich treffen und du kaufst dir erstmal zwei Knarren und ballerst mir fast in den Fuß. Und WAS soll „mein Problem“ sein? BEN Das ist doch nicht normal, daß jemand beim geringsten Anlaß zu quatschen anfängt. MELODY Soll ich mir den ganzen Tag deine blauen Augen anguk- ken und mit dir überlegen, „wer will uns jetzt wohl wie- der reinlegen?“ oder was? BEN Dennis jedenfalls hat’s getan. BEN ist plötzlich völlig ruhig und souverän. MELODY Dennis hat WAS getan? BEN Wir sind jeden Tag an diesem Juwelier vorbeigegangen. Und irgendwann hat Dennis gesagt: „Ich weiß, wie wir reinkommen“. Und als ich wieder rausgekommen bin, waren die Bul- len da. Aber die haben nur mich mitgenommen. MELODY Das war aber ‘ne verdammt lange Rede für deine Ver- hältnisse. BEN (sachlich) Ich hatte auch zwei Jahre Zeit, um sie mir auszuknobeln. MELODY Und Dennis war der Einzige, der es wußte? BEN Und Ida. MELODY Da ist es ja verdammt clever, gleich mal bei ihr Shoppen zu gehen. BEN Erzählst du mir jetzt, was clever ist? Ida würde nicht mal mit ‘nem Bullen reden. MELODY Aber mit mir hat sie geredet, und ich bin ja auch ‘n Bul- le. Schon vergessen? Wie schreibt man eigentlich „paranoid“? BEN quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  23. 23. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 23 Wie man’s spricht. Jedenfalls gehe ich allein dahin. Er steht auf, nimmt seine Jacke. Sie geht hinterher, hält ihn fest. MELODY Hey, Moment - Du hast gesagt, ich komme mit. Ich hel- fe dir, und du nimmst mich mit. BEN Ich kann dich nicht brauchen für das, was ich mache. MELODY (schluckt) Seit du hier bist, hackst du auf mir rum, kriegst du das eigentlich noch irgendwie mit in deinem blöden „Ich bin aus der Bronx also keine Spielchen mit mir“-Trip? BEN Also wie hilfst du mir? Sag’ doch. MELODY (Ansätze von Stottern) Ich, v-verdammt, ich hänge mit dir rum, ich geh’ m-mit dir schwimmen, ich sorge dafür, daß du... Sch-Scheiße. Blicke. Es ist plötzlich etwas Ernsteres im Raum, als beiden lieb ist. BEN Heul doch. MELODY (leise) Das wär’ doch g-genau dein Ding. Sie hält kurz inne. Singt ein paar Sekunde lang ganz leise ein Lied an - wie um sich zu beruhigen. MELODY (singt) M-moon...of Alabama. It’s time to s-say goodbye. Urplötzlich geht sie zum Fenster, öffnet es. Sieht hinunter - sechzig Meter nach unten. Sie steigt auf den Fensterrahmen, stellt sich ins Fenster. BEN Was gibt das denn jetzt? MELODY Komm' mal her. Er weiß nicht genau, ob sie gerade verrückt wird. Geht zu ihr. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  24. 24. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 24 Sie hält ihm eine Hand hin. Er greift ihre Hand. Und LANGSAM beginnt MELODY sich nach AUSSEN zu lehnen. BEN Hey! BEN versucht sie zurückzuziehen. Aber MELODY macht sich steif - und stemmt sich mit ihren Beinen gegen den Fenstersims. GROSS: die HÄNDE. BEN erschrickt, packt mit seiner zweiten Hand zu. BEN SCHEISSE WAS MACHST DU?! Als „Antwort“ drückt sich MELODY mit ihrer freien Hand vom Fensterrahmen weg. Sie hängt jetzt in einem 45-Grad-Winkel nach außen. Fängt an, hin und herzuschaukeln. Unter ihr die Tiefe. Ihre einzige Sicherung sind BENs HÄNDE. MELODY Jetzt sagst du: „Okay, du k-kannst mit.“ BEN Okay, du kannst mit. MELODY Und jetzt sagst du: „Ich-vertraue-dir.“ Blicke. BEN Du kannst mit, Melody. Mit einer starken Armbewegung zieht er sie in den Raum zurück - sie schlägt lang auf den Bo- den. Steht sofort wieder schwer atmend, aber auch irgendwie begeistert vor ihm. Für eine Sekunde scheint BEN ihr eine knallen zu wollen. BEN Mach so’n Scheiß nie mehr. MELODY (total außer Atem) Das kannst du nicht sagen, ‘ne? Panzerknacker. BEN Du bist doch total verrückt. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  25. 25. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 25 MELODY (kann nicht richtig sprechen) B-blöder Panzerkna... Sie muß schlucken. Als wenn die vorher unterdrückte Angst sie plötzlich einholt. Sie wendet sich ab. BEN versucht ihr Gesicht zu sehen. Sie will es nicht zulassen. BEN Hey, was... Er nimmt ihr Gesicht, hält es fest - aber auch sanft - in beiden Händen. Sie weint. Sagt nichts. BEN Manchmal macht einen dein Gequatsche einfach irre... Du mußt das irgendwie - dosieren. Stille. MELODY (versucht zu lächeln) Wir sind schon eine Super-Kombination. Du traust nicht mal dir selbst über den Weg und ich fang’ an zu heulen deswegen. BEN Ist schon gut. Sie steht auf, atmet durch. MELODY Wieso bist du eigentlich der erste Typ auf dieser Welt, der mich zum Heulen bringen kann? GROSS: BEN. Er lächelt sie an. BEN Wieviele kennst du, die in Alcatraz waren? MELODY verschwindet im Bad. BEN steht am Fenster. Atmet durch. 28. STRASSE AUSSEN/NACHT MELODY und BEN gehen durch die Innenstadt. Haben sich ein bißchen in Schale geworfen. BEN Übrigens machen wir ein Experiment. Du wirst den ganzen Abend den Mund halten. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  26. 26. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 26 MELODY Glaubst du, das schaff’ ich nicht? Sie gehen auf einen Restauranteingang zu. Ein livrierter Türsteher hält ihnen die Tür auf. TÜRSTEHER Bonsoir, M’sieur, Mademoiselle... MELODY Buona sera. Kurzer Blick von BEN. MELODY macht eine kurze Entschuldigungsgeste. 29. RESTAURANT INNEN/NACHT BEN und MELODY sitzen mit PERCY WIMBUSCH und seiner Frau AURELIA an einem Ecktisch. Die WIMBUSCHS wirken wie ein völlig normales deutsches Mittelstandsehepaar in ihren mittleren Vierzigern. Sehr korrekt, sehr bieder. Kleine Leute. Während der gesamten Szene wird es MELODY schaffen, (fast) nichts zu sagen. Stattdessen arbeitet sie viel mit ihrem Gesicht, malt mit den Fingernägeln Linien aufs Tischtuch, baut Ziga- rettenstapel etc. Der vornehme KELLNER schenkt Weißwein nach, stellt die Flasche in einen Kühler. PERCY WIMBUSCH wartet, bis sich der Kellner entfernt hat. PERCY Das mit dem Spielzeugsafe war die Idee meiner Frau. AURELIA Wir waren völlig unsicher, wie man jemanden wie Sie „kontaktiert“. Sagt man überhaupt so? Niemand antwortet ihr. AURELIA Und ich dachte, es wäre eine gute Idee, wenn wir uns ir- gendwie - interessanter machen, als wir wahrscheinlich sind. PERCY WIMBUSCH lächelt verbindlich. Schlägt einen fast jovialen Ton an. PERCY Was ja funktioniert hat. Sie sind gekommen. Niemand reagiert auf ihn. Er schaut zu Boden. Leicht ratlos. Seine Frau nimmt einen zweiten, identischen Minisafe aus ihrer Tasche. Stellt ihn auf den Tisch. AURELIA Ich hatte solche Angst, daß ich zur quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  27. 27. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 27 Vorsicht gleich zwei gekauft habe. PERCY Ja. AURELIA Gut. Sie sehen sich an. Offenbar hat keiner von ihnen den Mumm, zur Sache zu kommen. PERCY nimmt sich eine Zigarette, steckt sie an. Muß husten. PERCY Gut. Wir möchten Sie um Ihre Hilfe bitten. Wir... Wir... Er starrt BEN und MELODY an. Lehnt sich leicht zurück, macht eine eigenartige Bewegung mit dem Kehlkopf. Erst nach eine Sekunde begreift man, daß der Mann zu schluchzen begonnen hat. AURELIA Wir sind betrogen worden. PERCY Ja. AURELIA Wir hatten nie sehr viel Geld, außer dem Schmuck mei- ner Mutter, die ihn ihrerseits mir vererbt hat. Dann, vor nicht sehr langer Zeit, hieß es plötzlich: „Ak- tien muß man kaufen“. PERCY Das waren seine Worte. Das sagte der Mann zu mir: „Aktien müssen Sie kaufen. Lesen Sie keine Zeitungen?“ Ich las Zeitungen. Das ganze Land war im Aktienfieber. Ich wußte, daß rund um uns herum jedermann sein Geld in kürzester Zeit zu verdoppeln schien. AURELIA Wir investierten daraufhin in die Aktien, die jener Mann uns empfahl. Wir vertrauten ihm. Wir verloren unser gesamtes Vermögen. PERCY Wir mußten den Schmuck verkaufen. Und gerieten wieder an einen Betrüger. Als er nicht wiederkam, wußte ich, daß ich nie mehr ei- nem Menschen vertrauen würde. Er sieht BEN an. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  28. 28. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 28 PERCY Sie müssen mich für einen völligen Versager halten. Stille. BEN zuckt nur die Achseln. MELODY Hm. Scheiße. Blick von BEN zu ihr. MELODY nickt nur, „versiegelt ihre Lippen“. PERCY richtet sich auf. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  29. 29. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 29 PERCY Ich war mein Leben lang ehrlich, und nun bin ich betro- gen worden. Und ich habe verstanden, daß ich, um zu überleben, ebenso handeln muß. AURELIA legt ihre Hand auf seine. Mit Zeige- und Mittelfinger der anderen Hand „trippelt“ sie bei ihren nächsten Worten auf den Spielzeugsafe zu. Und öffnet ihn. AURELIA Worum wir Sie bitten, ist Folgendes: Sie brechen in un- ser Haus ein und öffnen den Safe, in dem sich der Schmuck befand. Wir bekommen die Versicherungssumme und zahlen Sie aus. PERCY Die Versicherung glaubt, daß der Schmuck noch immer in unserem Safe ist. Und diesen Umstand wollen wir uns zunutze machen, verstehen Sie. BEN sieht PERCY WIMBUSCH an. BEN Herr Wimbusch... Percy Wimbusch hält mit seinem Weinglas auf halbem Weg zu seinem Mund inne. PERCY Sagen Sie doch bitte Percy zu mir. Und meine Frau heißt Aurelia. AURELIA Ja, Ben. Nennen Sie mich bitte Aurelia. BEN sieht ihn nur an. BEN (zu Percy) Wie sind Sie auf mich gekommen? PERCY Wie meinen Sie bitte? Stille. Blicke. MELODY verfolgt das Ganze gespannt. AURELIA Percy? Ich glaube, Ben weiß es nicht. Spannungspause. Sie sieht Ben an wie ein Kind. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  30. 30. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 30 AURELIA Dennis hat uns alles erzählt. Alles über Sie und ihn und - also: „damals“. Wir waren natürlich sicher, daß er auch Ihnen von uns erzählt hat. PERCY Wir sind Onkel Percy und Tante Aurelia, Ben: Dennis ist unser Neffe. Plötzlich nickt Ben. Sieht die beiden an. BEN Haben Sie mal „Hundstage“ gesehen? Mit Al Pacino? PERCY Ähm - ich glaube nicht. BEN Al Pacino und sein Kumpel berauben eine Bank. Und nehmen alle Leute in der Bank als Geiseln. Und es ist ein wahnsinnig heißer Tag. Und sie verlangen eine Million und einen Hubschrauber. Und dieser Polizist verhandelt mit Pacino. Und er schlägt ihm vor, alle Geiseln freizulassen. Und daß er dann das Geld und den Hubschrauber kriegt. Und Pacino sagt zu dem Bullen: „Küß mich.“ Und der Bulle kapiert das natürlich nicht. GROSS: BEN. BEN Und Pacino sagt: „Wenn ich gefickt werde, will ich da- bei geküßt werden.“ Die Wimbuschs starren ihn an. Die anderen Gäste des Lokals ebenfalls. BEN steht auf. MELODY sieht ihn leicht verunsichert an. Will etwas sagen. Darf aber bekanntlich nicht. Be- wegt ihren Mund. Steht ebenfalls auf. Percy Wimbusch legt seine Hand auf den Tisch und seine Frau nimmt sie sofort in die ihre. Sie wirken wie erstarrt, versuchen Contenance zu wahren. PERCY Ihr Lohn wären fünfzigtausend Mark. Zehn jetzt gleich als Anzahlung. Er nimmt einen Umschlag aus der Tasche, legt ihn auf den Tisch. PERCY Wenn Sie uns nicht helfen, wissen wir nicht mehr, wie es weitergehen soll. AURELIA Bitte. PERCY Sie sind unsere letzte Hoffnung, Ben... quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  31. 31. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 31 BEN nimmt MELODY am Arm. BEN Grüßen Sie Ihren Neffen. Falls Sie einen haben. BEN zieht MELODY mit. 30. STRASSE VOR RESTAURANT AUSSEN/NACHT BEN und MELODY kommen aus dem Restauranteingang. BEN ohne den Umschlag. MELODY läßt mit einem PLOP Luft aus dem Mund - als hätte sie unter Wasser den Atem angehalten. MELODY Und geschafft. BEN Was? MELODY Wie: „Was“? Ich hab’ ne halbe Stunde keinen Ton ge- sagt. 31. IM WAGEN AUSSEN/NACHT BEN und MELODY im fahrenden Wagen. MELODY zupft BEN am Arm. MELODY (leise) Kann ich dich mal ‘n Moment sprechen? BEN starrt sie an wie eine Irre. BEN (leise) Was? quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  32. 32. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 32 MELODY (leise) Könnte ich dich bitte mal ‘n Moment sprechen? BEN Hab’ ich denn bestimmte Sprechstunden? MELODY Ben, ich weiß, daß es irre klingt. Aber ich glaube... Ich glaub’ ich hab’ Mist gebaut. BEN Was heißt das, „du hast Mist gebaut“? MELODY Bevor Dennis umgekippt ist. Da hat er mir von den bei- den erzählt. Also daß sein Onkel und seine Tante hier aufkreuzen würden. Und daß die irgendwas von ihm wollen. Ich dachte das wäre einfach Scheiße deshalb hab’ ich das voll vergessen... Sie sieht ihn an wie ein Kind. BEN Wieso hast du das nicht gesagt? MELODY (kleinlaut) Ich durfte doch nichts sagen... 32. TRABANTENSTADT AUSSEN/NACHT BEN und MELODY gehen vom Parkplatz auf eine der Betonburgen zu. Und nach ein paar Schritten: MELODY Dennis’ Familie muß irre interessant sein. Wahrscheinlich hat seine Oma den Postraub durchge- zogen. Sie gehen stumm weiter. Ben setzt an, etwas zu sagen, zögert, versucht es noch mal: BEN Fünfzigtausend. Damit könnten wir hier weg. Es dauert einen Moment, bis Ben’s Worte bei Melody angekommen sind. Dann bringt sie ihn zum Stehen. MELODY Nochmal? BEN Jetzt sage ich: „Wir könnten aus quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  33. 33. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 33 diesem Scheiß hier raus. ‘ne eigene Wohnung. Zusam- men. Irgendwohin, irgendwo...anders.“ Melody blickt ihn verwundert an. Sie sieht plötzlich nüchtern aus. BEN Und dann sagst du: „Zusammen...?“ Und dann sage ich: „Klar...wieso nicht?“ Sie freut sich. MELODY Scheiße. Das ist l-leider romantisch. Und er freut sich auch. Ben will weitergehen, Melody hindert ihn jedoch daran. Sie schmiegt sich ganz eng an ihn, zieht dann seinen Kopf herunter und küßt ihn. Leidenschaftlich. Als ihre Lippen sich trennen: BEN Wow... Melody sieht in sein Gesicht, als ob sie sich jede Einzelheit einprägen wolle. Dann entspannt sie sich, lächelt. MELODY Denk immer an diesen Kuß. 33. IM WAGEN/VOR VILLA AUSSEN/NACHT Nacht. BEN sitzt im Wagen. Er wirkt merkwürdig erregt. Atmet schwer. Vor ihm liegt dunkel eine VILLA - ein Flachbau aus den Sechzigern. Die Straße ist wie ausgestorben. BEN sitzt immer noch einfach nur da. Es ist nicht klar, ob er nachdenkt oder zögert. Oder Angst hat? BEN nimmt eine schwarze Tasche vom Beifahrersitz, steigt aus dem Wagen. 33 A. RESTAURANT INNEN/NACHT PERCY Es besteht keinerlei Risiko für Sie. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  34. 34. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 34 34. AM ZAUN DER VILLA AUSSEN/NACHT BEN an einem geöffneten Verteilerkasten. Hat eine Minitaschenlampe zwischen die Zähne geklemmt. Knipst einen Draht durch. 34 A. RESTAURANT INNEN/NACHT AURELIA Wir werden unsere Alarmanlage ausschalten und erst dann, wenn wir den Einbruch ent- decken, wieder einschalten. Dennoch muß natürlich alles so realistisch wie möglich aussehen. 35. GARTEN VILLA AUSSEN/NACHT BEN arbeitet sich - im Schatten von Bäumen und Büschen - durch den Garten auf die Villa zu. Mit Hilfe einer kleinen Strickleiter klettert er auf das Flachdach. BEN’S P.O.V.: Schöne Aussicht von hier oben. Die Stadt leuchtet und schillert mit trügeri- scher, nächtlicher Sauberkeit. Als ob sie nie ihre Unschuld verloren hätte. 35 A. RESTAURANT INNEN/NACHT PERCY Aurelia und ich werden in der Oper sein. 35 B. GARTEN VILLA AUßEN/NACHT BEN schleicht geduckt auf eine GLASKUPPEL in der Mitte des Dachs zu. Sieht durch das Glas hinunter auf den halbdunklen Raum. Er öffnet seine Tasche, nimmt ein Spezialwerkzeug heraus. Setzt es an, und löst damit ein halbes Dutzend starker Schrauben, mit denen die Kuppel auf dem Dach befestigt ist. Er hebt die Kuppel an, zieht sie ein Stück zur Seite. Zieht die Strickleiter hoch - läßt sie in den Raum unter sich fallen. Klettert hinunter. 35 C. RESTAURANT INNEN/NACHT AURELIA Sie werden also völlig ungestört sein... quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  35. 35. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 35 36. VILLA INNEN/NACHT An der Strickleiter klettert BEN in den Raum. BEN’S P.O.V.: Ein Safe ist mitten in der Wand eingelassen. Das Gemälde, das es eigentlich verdecken soll, steht auf dem Boden gegen die Wand gelehnt. Ben stutzt, geht auf den Safe zu. Etwas irritiert ihn. PERCY (OFF) Sie müssen näher herangehen, Ben. PERCY WIMBUSCH und seine Frau AURELIA lächeln, als Percy die Taschenlampe so stellt, daß deren Gesichter hervorgehoben werden. Sie sind für eine elegante Soiree bekleidet, tragen Smoking und Ballkleid. Sie sprechen und verhalten sich auch durchaus operettenhaft: AURELIA hat ihre Hand in ihrer HANDTASCHE. Ben findet das alles gar nicht unterhaltsam. BEN Sie sollten nicht hier sein... AURELIA Aber das hier ist doch unendlich viel aufregender als die Oper! BEN Genau da bleiben Sie stehen. PERCY Du hattest recht. Er hat keinen Humor. AURELIA Ich habe das sofort gespürt bei ihm. Sie dreht sich zu Ben. AURELIA Sie haben keinen Humor, Ben. Das ist nicht gut für einen noch so jungen, gutaussehen- den Mann. BEN geht näher auf den Wandsafe zu. PERCY Aber zusehen dürfen wir doch, oder? Immerhin bezahlen wir ja dafür. Ben antwortet nicht. Läßt seine Tasche auf einen Stuhl fallen. Zieht den Reißverschluß auf. BEN’S P.O.V.: Der Safe, von einem Lichtkegel umrahmt. Jetzt NÄHER. ETWAS STIMMT NICHT MIT DIESEM SAFE. Ben starrt auf den Safe, geht näher hin. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  36. 36. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 36 BEN Das ist... Stille. Ben starrt weiter auf den SAFE. Percy und Aurelia sehen sich fast unmerklich an. BEN Er steht auf dem Kopf. INSERT AUF DEN SAFE. Nur ein KOMBINATIONSSCHLOSS und ein GRIFF. Aber der Griff zeigt nach oben an die Decke. Der Schriftzug des Herstellers auf dem Kopf. Percy und Aurelia gehen einen kleinen Schritt auseinander, Aurelia schwingt lässig ihre Hand- tasche hinter ihren Rücken. Percy öffnet sein Jackett. Ben zieht EINE PISTOLE heraus. Läßt sie an der Seite herunterhängen. BEN Warum erzählt ihr mir nicht einfach, wie das Spiel hier heißt? PERCY Das Beste kommt noch. Sie müssen am Griff drehen. Ohne die beiden ganz aus den Augen zu lassen, schaut BEN kurz auf den Safe. Dreht kurz am Griff. Mit einem EIGENARTIGEN TON beginnt der SAFE vor Bens Augen, LANGSAM AUS DER WAND HERAUSZURUTSCHEN. BEN Heilige Scheiße... AURELIAs HAND zieht eine kleine Waffe aus ihrer Tasche. BENs Augen weiten sich, er macht einen Schritt zurück. MELODY (OFF) Ben? Aurelia lenkt - mit ihrer freien Hand - die Taschenlampe in Percys Hand zur anderen Seite des Raums. Leuchtet auf MELODY. BEN starrt MELODY an. Sie schüttelt stumm den Kopf - warnend. Hilflos. MELODY Ben. PERCY zieht ebenfalls eine Waffe. AURELIA richtet ihre Waffe auf BEN. BEN sieht die Waffe. Hebt seine eigene. Weiter SLOMO: quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  37. 37. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 37 DER SAFE RUTSCHT IMMER WEITER AUS DER WAND, BEGINNT ZU KIPPEN. 37. VILLA INNEN/TAG Derselbe Safe fällt aus der Wand und KRACHT zu Boden. Reißt große Gipsbrocken mit. Der Teppichboden fehlt. Keine Bilder an der Wand. Auch keine Möbel. SUPERIMPOSE: „ZWEI WOCHEN ZUVOR“ Die Wohnung ist völlig leer, bis auf den Staub und PERCY und AURELIA WIMBUSCH. Beide sind ungewohnt lässig in Jeans gekleidet. Und reden in einem uns unbekannten Tonfall. PERCY Scheiße, Scheiße, Scheiße, Scheiße, SCHEISSE! Was hab’ ich dir denn verdammt GESAGT?! Stille. Aurelia sieht weg, leckt ihre Lippen. Dreht sich ihm zu. AURELIA Leck mich doch am Arsch du Wichser. quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98
  38. 38. Gratis Download: www.Zweitausendeins.de 38 PERCY So geht das einfach nicht. Er wird das keine Sekunde fressen... PERCY’S UND AURELIAs P.O.V.: Auf der anderen Seite des Raumes steht MELODY mit verschränkten Armen. Ihr Auftreten ist anders als sonst. Sie wirkt hart und konzentriert. GROSS: MELODY. MELODY Es könnte garnicht perfekter sein. Das wird ihm den Hals brechen. ZUFAHRT auf ihr GESICHT. Und ÜBERBLENDUNG AUF: 38. BILLIGES HOTELZIMMER 1 INNEN/NACHT In einem ultra-“cheapen“ Hotelzimmer. MELODY steht mitten im Raum. Sieht ins Nichts. MELODY (singt) Meinst du mich? Ach, du meinst echt mich. Willst du mich anmachen? DU willst MICH anmachen? Sie greift blitzschnell unter einen Tisch und zieht eine WAFFE hervor. MELODY (singt weiter) Da hab’ ich ja wahnsinnige Angst. Da isses ja auf einmal wahnsinnig kalt hier drin. Tut sie zurück. Zieht sie wieder hervor. 39. BILLIGES HOTELZIMMER 2 INNEN/NACHT NEBENZIMMER. ZWEI ZIVILBEAMTE. Einer kümmert sich um die AUFNAHMEGERÄTE, deren LAN- GE KABEL in einer Wand verschwinden. Der ANDERE sieht auf einen MONITOR: P.O.V. DES BEAMTEN: Auf dem MONITOR ein VERZERRTES BILD des Hotelzim- mers nebenan. MELODY greift wieder unter den Tisch und zieht die WAFFE hervor. Diesmal läßt sie sie drei-, viermal um ihren Zeigefinger wirbeln wie Jesse James. BEAMTER 1 Ist die auf Droge? BEAMTER 2 quot;The Long Hello And Short Goodbyequot; 14.05.98

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