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Migrationshintergrund
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Sws aktuell 2015_3

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Sozial- und Wirtschaftsstatistik

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  1. 1. Sozial- und migrationsspezifische Merkmale Die quantitativ größte Gruppe von MigrantInnen am Wiener Arbeitsmarkt stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien (40 %), gefolgt von Arbeitskräften aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten (21 %). Diese Gruppe ist in den letzten Jahren durch den Wegfall der Über- gangsregelungen proportional stärker gewachsen als andere Gruppen. Die drittgrößte Gruppe von MigrantInnen am Wiener Arbeitsmarkt kommt aus der Türkei (16,6  %), gefolgt von MigrantInnen aus Deutschland (10 %). Die weiteren Herkunftsregionen haben quantitativ eine geringere Bedeutung, ihr Anteil an den MigrantInnen am Wiener Arbeitsmarkt beträgt zwischen 1 und 3 %. Die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt ist höchst unterschiedlich, sie variiert von 60 % bei Frauen aus Russland und der Ukraine bis 25 % bei Frauen aus dem arabischen Raum. Das Niveau der Arbeitslosigkeit ist bei MigrantInnen mit 10 % deutlich höher als bei Nicht-MigrantInnen mit 4 % (siehe dazu auch SWSA 06/2012: http://media. arbeiterkammer.at/wien/SWSAktuell_2012_06.pdf). Finanzielle Lage und Armutsgefährdung Die finanzielle Lage von MigrantInnen auf der Haushaltsebene ist ungünstiger als jene von Nicht- MigrantInnen. Gut ein Drittel der Personen mit Migrati- onshintergrund lebt in einem „einkommensschwachen Haushalt“ und nur 5 % in einem „einkommensstarken Haushalt“. Die Armutsgefährdungsquote liegt bei 27 %. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Herkunftsgruppen (siehe Abbildung 1). Im Vergleich dazu leben 18  % der Befragten der Nicht-MigrantInnen in einem „einkommensschwachen ­Haushalt“, die Armutsgefährdung beträgt in dieser Gruppe 14 %. MigrantInneninWien–Einkommen,Bildung,Wohnen Migrantin ist nicht gleich Migrantin und Migrant ist nicht gleich Migrant – das wird in der Diskussion um die Situation von Personen mit Migrationshintergrund oft außer Acht gelassen. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie zeigen, dass es sich um eine äußerst vielfältige Gruppe von Menschen handelt. Gemeinsam haben sie oft einzig die Migrationserfahrung. Wie verhält sich ihre Lage in Bezug auf Einkommen, Bildung und Wohnen? Impressum: Herausgeber und Medieninhaber Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz Eugen Strasse 20-22 · Redaktion Gerlinde Hauer, Petra Innreiter, Ilse Leidl, Reinhold Russinger, Matthias Schnetzer, Norman Wagner · Kontakt SWSA@akwien.at · Verlags- und Herstellungsort Wien Erscheinungsweise 11 mal jährlich · DVR 0063673 AKWien AbonnierenSieSWSAalsE-Mail-Newsletter:http://wien.arbeiterkammer.at/newsletter.html „Sozial- und Wirtschaftsstatistik aktuell“ auswählen und auf „abschicken“ klicken. Feedback und Rückfragen bitte an SWSA@akwien.at SOZIAL-&WIRTSCHAFTS­ STATISTIK AKTUELL Nr 3/2015 Download: http://wien.arbeiterkammer.at/service/zeitschriften/SozialundWirtschaftsstatistikaktuellWS S A WUSSTEN SIE, DASS PERSONEN MIT MIGRATIONSHIN- TERGRUND HÄUFIGER VON ARMUT BETROFFEN SIND? è
  2. 2. Abbildung 1: Armutsgefährdung, nach Herkunft Abbildung 2: Armutsgefährdung MigrantInnen, nach ausgewählten Sozialfaktoren Weiblich Männlich bis 24 Jahre 25 bis 45 Jahre ab 46 Jahre Hilfstätigkeit Angelernte Tätigkeit Mittlere/Facharbeit.tätig Höhere Tätigkeit hochqual./führendeTätigk. Unselbst. beschäftigt Arbeitslos Sonstiges Unselbst. b.+ Ausbildung MigrantInnen Sonst. Asien Türkei Arab. Raum Afrika China Iran Sonst. Europa Philippinen EU-NMS Ex-YU/Albanien Deutschland Roma/Romnja Kurden/Kurdinnen Nicht-MigrantInnen Quelle: L&R Datafile „AK MigrantInnenstudie 2014”, n = 1.961 Personen Quelle: L&R Datafile „AK MigrantInnenstudie 2014”, n = 1.961 Personen 2020 40 4060 6080 80100 1000 0 n Unterhalb Armutsgefährdungsschwelle n Überhalb Armutsgefährdungsschwellen Unterhalb Armutsgefährdungsschwelle n Überhalb Armutsgefährdungsschwelle 60%40% 63%37% 43%57% 77%23% 98%2% 89%11% 76%24% 66%34% 59%41% 73%27% 74%26% 63%37% 72%28% 14% 27% 30% 13% 20% 20% 24% 25% 27% 29% 43% 46% 52% 58% 27% 86% 73% 70% 87% 80% 80% 76% 75% 73% 71% 57% 54% 48% 42% 73% 73%27% MigrantInnen in Wien – Einkommen, Bildung, Wohnen 2 Die unterschiedlichen Einkommenspositionen nach Herkunft werden maßgeblich durch verschiedene Arbeitsmarkt- und Sozialfaktoren wie dem Arbeits- markstatus, Tätigkeitsniveau, Einkommen und der höchsten abgeschlossenen Ausbildung beeinflusst. Beispielsweise je niedriger das berufliche Tätigkeits- niveau, desto höher ist der Anteil jener, die in einem einkommensschwachen Haushalt leben – Arbeit- nehmerInnen die Hilfstätigkeiten ausführen, weisen eine Armutsgefährdungsquote von 41 % aus (siehe Abbildung 2). Ein Drittel aller Personen in armutsgefährdeten und einkommensschwachen Haushalten haben – unab- hängig der Herkunft – große Schwierigkeiten mit dem Einkommen ein Auslangen zu finden. Weitere 50 % (MigrantInnen) bzw. 40 % (Nicht-MigrantInnen) sehen sich mit einigen Schwierigkeiten konfrontiert, um notwendige Ausgaben tätigen zu können. Zu dem kommt, dass gut jede/r dritte Migrant/in Fami- lienangehörige im Herkunftsland finanziell unterstützt. Trifft dies in der Herkunftsgruppe Deutschland nur bei einer Minderheit zu (10 %), leisten in anderen Gruppen große Teile der Befragten finanzielle Hilfen (insb. Per- sonen von den Philippinen und aus Afrika). Bildungssituation und -Perspektiven Die Qualifikationsstruktur der ArbeitnehmerInnen mit Migrationshintergrund ist durch zwei Pole geprägt: Etwa gleich viele Personen verfügen über höchstens einen Pflichtschulabschluss wie über einen tertiären Abschluss. Wie Abbildung 3 zeigt, ist der Bildungsgrad innerhalb der Herkunftsgruppen höchst unterschied- lich. Allerdings zeichnet sich in allen Herkunftsgruppen ein über die Generationen hinweg steigendes Qualifi- kationsniveau ab. Die adäquate Verwendung der formalen Qualifikation im beruflichen Kontext ist gerade für jene die eine höhere Schule (Matura) abgeschlossen haben schwieriger als für jene mit einem mittleren Schulabschluss oder einer abgeschlossenen Lehre. Fast ein Drittel aller MigrantIn- nen (in der Referenzgruppe sind es 10 %) gibt an, nicht entsprechend ihres Bildungsabschlusses beschäftigt zu sein. Auch hier gibt es deutliche Unterschiede nach den Herkunftsgruppen (siehe Abbildung 4), Personen aus Afrika, den Philippinen und dem arabischen Raum sind davon stärker betroffen. è WUSSTEN SIE, DASS überdurchschnittliche viele Mig- rantInnen über einen tertiären Abschluss verfügen?
  3. 3. MigrantInnen in Wien – Einkommen, Bildung, Wohnen 3 Die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse betrifft ZuwanderInnen je nach Herkunftsregion in unterschiedlicher Weise. Allerdings ist die Anerken- nung von im Ausland erworbenen Abschlüssen in Österreich durchaus zeit- und kostenintensiv. Bildung wird in Österreich – unabhängig der Her- kunft – zu einem hohen Maße vererbt. Kinder aus MigrantInnen-Haushalten, in denen der/die Inter- viewpartnerIn (d.h. Vater/Mutter) maximal einen Pflichtschulabschluss hat, besuchen signifikant häufiger eine NMS/Hauptschule, während Kinder aus AkademikerInnen-Haushalten mehrheitlich eine AHS- Unterstufe absolvieren. MigrantInnen zeichnen sich durch hohe Bildungsaspi- rationen für ihre Kinder aus: Drei Viertel der Befragten wünschensich,dassihreKindereinenTertiärabschluss erreichen. Bei der Referenzgruppe liegt der Anteil bei 53 %. Hier ist das Erreichen eines Maturaabschlusses vergleichsweise wichtiger. Die Lehrausbildung ist bei MigrantInnen mancher Herkunftsgruppen, besonders aus Afrika und dem asiatischen Raum – weitgehend unbekannt. Wohnen Personen mit Migrationshintergrund haben insgesamt deutlich weniger Wohnraum zur Verfügung als jene der Referenzgruppe und leben tendenziell in schlechteren Wohnungen (weniger „Kategorie-A“ Wohnungen) als Nicht-MigrantInnen. Aber auch hier gibt es sehr große Unterschiede zwischen den verschiedenen Herkunfts- gruppen. Der Anteil von Personen in überbelegten Wohnungen, also wenn die Anzahl der Wohnräume im Verhältnis zur Zahl der Personen im Haushalt zu gering ist (Definition siehe Glossar), beträgt bei Nicht-MigrantInnen rund 2 %, bei MigrantInnen ist dieser Anteil mit über 20 % zehnmal so hoch. Besonders von Überbelag betroffen sind MigrantIn- nen aus dem afrikanischen Raum sowie Roma/Romnia. Aus den von den Befragten angegebenen Ausgaben für Miete und Betriebskosten errechnen sich Miet- è WUSSTEN SIE, DASS MigrantInnen in Wien deutlich weniger Wohnraum zur Verfügung haben als Personen ohne Migrationshintergrund? 20 40 60 80 1000 n Nein, Tätigkeit unter dem Ausbildungsniveau n Ja n Nein, Tätigkeit über dem Ausbildungsniveau Abbildung 4: Ausbildungsadäquate Arbeit nach Herkunft MigrantInnen Afrika Philippinen Arab. Raum Sonst. Asien Türkei EU-NMS Iran Ex-YU/Albanien Sonst. Europa China Deutschland Roma/Romnja Kurden/Kurdinnen Nicht-MigrantInnen Quelle: LR Datafile „AK MigrantInnenstudie 2014”, n = 1.961 Personen 13% 85% 52% 44% 23% 77% 18% 76% 25% 70% 25% 73% 28% 67% 29% 70% 30% 68% 32% 66% 40% 58% 41% 56% 45% 53% 47% 52% 29% 67% 2% 4% 6% 5% 2% 5% 1% 2% 2% 2% 3% 2% 1% 4% 20 40 60 80 1000 MigrantInnen Ex-YU/Albanien Türkei Deutschland EU-NMS Sonst. Europa Iran China Philippinen Arab. Raum Sonst. Asien Afrika Nicht-MigrantInnen Quelle: LR Datafile „AK MigrantInnenstudie 2014”, n = 1.961 Personen *) wenn keiner der beiden Elternteile der interviewten Person einen Abschluss auf Maturaniveau oder höher aufweisen n Max. Pflichtschulabschluss n Lehre mit Berufsschule/Mittlere Schule n Matura n Universität, Fachhochschule, Akademie Abbildung 3: Höchste abgeschlossene Schulbil- dung bei geringem/mittlerem Bildungshinter- grund der Eltern* nach Herkunft 19%54% 19%8% 18%23% 26%33% 47%19% 27%7% 27%38% 20%15% 12%26% 23%40% 40%20% 37%4% 46%22% 30%2% 20%43% 30%6% 46%27% 20%7% 7%29% 13%52% 4%48% 15%33% 12%39% 18%31% 24% 21%30% 26%
  4. 4. MigrantInnen in Wien – Einkommen, Bildung, Wohnen 4 kosten pro Quadratmeter. Der Anteil der Wohnkosten am verfügbaren Haushaltseinkommen beträgt sowohl bei den befragten MigrantInnen als auch bei den Nicht- MigrantInnen im Schnitt 25 %. Unterschiede zwischen den Herkunftsgruppen sind aber vor allem auf die Haushaltskonstellationen, den Arbeitsmarktstatus, die Rechtsform der Wohnung und die Wohnungsgröße zurückzuführen. Auch das Alter der Mietverträge spielt dabei eine große Rolle: Vor allem erst kürzlich zuge- wanderten Personen sind daher auch verstärkt mit ver- gleichsweise hohen Quadratmeterpreisen bei Mieten konfrontiert. Diese Gruppe lebt auch eher in privaten und tendenziell auch kleineren Mietwohnungen, die sich wiederum als relativ teurer erweisen. Die Arbeiterkammer fordert ¡ Eine Diskriminierungsfreie Arbeitswelt: Alle ArbeitnehmerInnen sollen die gleiche Chancen und Rechte auf eine ihren Qualifikation entsprechende Arbeit bekommen, unabhängig von Herkunft, Alter, Hautfarbe, Akzent, usw. ¡ Die Anerkennung von mitgebrachten Qualifikationen sollte durch eine Vereinfachung der Richtlinien sowie der Schaffung eines einheitlichen Anerkennungsgesetzes erleichtert werden. ¡ Den Ausbau von entsprechenden Weiterbildungsangeboten: Sowohl das Bildungssystem, AMS und die Betriebe müssen in Weiterbildungsaktivitäten für Personen mit ausländischen Wurzeln intensivieren. Berufsspezifische Sprachkurse sollten (ähnlich wie in Skandinavien) mit finanzieller Beteiligung der Arbeitgeber ausgebaut werden. ¡ Leistbares Wohnen für Alle: Durch eine Reform des Mietrechts mit klaren Mietzinsobergrenzen bei privaten Mieten. è Abbildung 6: Wohnort WIEN: Durchschnittliche Wohnnutzfläche/Haushaltsmitglied (m2 ), nach Herkunft MigrantInnen Türkei Philippinen Sonst. Asien Afrika EX-YU/Albanien Arab.Raum EU-NMS China Sonst. Europa Iran Deutschland Nicht-MigrantInnen Quelle: LR Datafile „AK MigrantInnenstudie 2014”, n = 1.961 Personen 10 20 30 40 500 45,2 44,0 41,6 36,1 32,5 30,6 28,6 25,3 25,0 23,6 23,0 20,5 28,5 Abbildung 5: Wohnort WIEN: Rechtsform der Wohnung, nach Herkunft MigrantInnen Türkei Afrika Arab. Raum Ex-YU/Albanien Sonst. Asien Philippinen EU-NMS Sonst. Europa Deutschland Iran China Roma/Romnja Kurden/Kurdinnen Nicht-MigrantInnen n Eigentumswohnung n Hauseigentum n Gemeindewohnung n Gemietete Genossen- schaftswohnung n Genossenschaftswohnung im Eigentum n Unbefristete Hauptmiete n Befristete Hauptmiete Quelle: LR Datafile „AK MigrantInnenstudie 2014”, n = 1.961 Personen 20 40 60 80 1000 9%2% 9% 17% 9% 11% 8%11% 11%6% 1% 9%17% 13% 16%19% 12% 7% 16% 21% 10%23% 31%3% 20% 10%18% 4% 1% 26%19%25%3% 21%12%51% 17%7%49% 12%15%51% 28%23%19% 15%15%38%9% 13%22%41% 27%19%19% 24%18%9% 34%13%9% 16%24%16%6% 19%12%17%7% 31%9%19% 24%12%36% 22%13% 19%11%
  5. 5. Glossar Migrationshintergrund §§Nach Definition der Statistik Austria (Arbeitskräfteer- hebung 2010) haben jene Personen einen Migrations- hintergrund, die im Ausland geboren wurden bzw. wo beide Elternteile ausländische Wurzeln haben. Die Staatsbürgerschaft ist hierfür nicht ausschlaggebend. §§Das im Rahmen der Studie verwendete Migrations- konzept geht vom Geburtsland der Person aus. Ist eine Person oder sind die Eltern bzw. ein Elternteil im Ausland geboren, so hat diese Person einen Mig- rationshintergrund. Die Staatsbürgerschaft ist auch bei diesem Konzept nicht relevant. §§Migrationshintergrund 1. Generation: die Person ist selbst im Ausland geboren. §§Migrationshintergrund 2. Generation: ein Elternteil bzw. beide Elternteile sind im Ausland geboren. EU-NMS: EU-Staaten welche am 01. Mai 2004 beige- treten sind. Diese sind Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern. Kategorie-A Wohnungen: Die Grundlage für die Bestimmung der Wohnungskategorie wird im § 15a des Mietrechtgesetzes gelegt. Ausstattungskategorie „A“ beinhaltet einen brauchbaren Zustand der Wohnung, Zimmer, Küche (Kochnische), Vorraum, WC, Badezimmer oder Badenische in zeitgemäßen Standard, eine Nutzflä- che von mindestens 30 Quadratmeter, eine gemeinsame Wärmeversorgungsanlage oder Etagenheizung oder gleichwertige stationäre Heizung und eine Warmwasser- aufbereitung. Überbelag: Als überbelegt zählt ein Haushalt, wenn die Anzahl der Wohnräume im Verhältnis zur Zahl der Personen im Haushalt zu gering ist (d.h. weniger als 2 Räume für 2 Personen, weniger als 3 Räume für 3 Personen, usw) oder die Wohnfläche weniger als 16m2 beträgt oder wenn im Mittel weniger als 8m2 Wohnraum pro Person zur Verfügung stehen. (Definition EU-SILC) Armutsgefährdung: liegt vor, wenn das äquivalisierte Nettohaushaltseinkommen unter 60 % des Medians des österreichweiten Äquivalenzeinkommens (= das Äquivalenzeinkommen eines Haushalts errechnet sich aus dem verfügbaren Haushaltseinkommen dividiert durch die Summe der Personengewichte im Haushalt; die Personengewichte werden auf Basis einer EU-Skala berechnet) liegt. Einkommensschwacher Haushalt: wenn das äquivali- sierte Haushaltseinkommen unter 70 % des Medians liegt. Einkommensstarker Haushalt: wenn das äquivalisierte Haushaltseinkommen über 150 % des Medians liegt. Zur Definition und Datenlage Diese Ausgabe von Sozial- und Wirtschaftsstatistik beruht auf einer Studie im Auftrag von der Arbeiterkam- mer Wien über die Arbeits- und Lebensbedingungen der Wiener ArbeitnehmerInnen mit Migrationshintergrund. Die Studie „MigrantInnen in Wien – 2014“ (Schmatz, Wetzel 2014) ist bereits die zweite Studie aus dieser Reihe (2011: Beschäftigungssituation von Personen mit Migrationshintergrund in Wien). Sie fokussiert auf die finanzielle Situation auf der Haushaltsebene, das Thema Bildung und Bildungsperspektiven für Kinder, Wohnen, Konsumentenschutz und soziale Netzwerke. Zielgruppe der Studie waren ArbeitnehmerInnen mit Migrationshin- tergrund der ersten und zweiten Generation aus 11 Her- kunftsregionen. Es wurden dazu im Jahr 2013/2014 insgesamt 2.419 Interviews mit AK-Mitgliedern geführt. Davon entfielen 2088 auf MigrantInnen und 331 auf Per- sonen ohne Migrationshintergrund als Referenzgruppe. Die Studie wird ab Mai auf der Homepage der AK Wien (Service / Studien) als Download zur Verfügung stehen MigrantInnen in Wien – Einkommen, Bildung, Wohnen 5

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