HandbuchGeschichtenbasiertes Lernen    Studiengang Informationsdesign        Hochschule der Medien Stuttgart              ...
InhaltverzeichnisDefinitionen................................................................................................
DefinitionenLernenEtymologisch ist das Wort „lernen“ mit „lehren“ und „List“ verwandt und gehört zur Wort-gruppe von „leis...
Alle Geschichtenbestehen im Grunde aus     einer Handvoll stets wiederkehrender Bauelemente, die uns    auch in Mythen,   ...
FigurenArchetypen in Geschichten           5
Der Held„Mir ist befohlen worden, in das Land Mordor zu gehen, und des-halb werde ich gehen. Wenn es nur einen einzigen We...
Dramaturgische Ebene:                                                     Der Held steht im Zentrum der Ge-               ...
Der Mentor„Möge die Macht mit Dir sein.“             Krieg der Sterne - Obi Wan Kenobi zu seinem Padawan              8
Dramtaturgische Ebene:                                                        Mentoren sind für gewöhnlich positiv        ...
Der Schwellenhüter „Dreckige kleine Hobbits. Sie haben ihn uns gestohlen.“                                              He...
Dramaturgische Ebene:                                                       Jeder Held begegnet auf seinem Weg            ...
Der Herold„Hektoooooooooooooooooooooooooooooooooor!!!“                                       Troja - Achilles             ...
Dramaturgische Ebene                                                    Wie die Herolde der Ritterzeit haben auch         ...
Der Gestaltwandler  „Auf wessen Seite steht Jack?“ - „Im Moment?“                                    Fluch der Karibik - W...
Dramaturgische Ebene:                                                       Der Gestaltenwandler ist eine unbere-         ...
Der Schatten  „Luke, ich bin dein Vater.“                                Krieg der Sterne - Darth Vader              16
Dramaturgische Ebene:                                                    Der Archetyp des Schattens steht für die         ...
Der Trickster  „Ohne diesen Schlüssel können wir nicht aufschließen, was wir  nicht haben, das er aufschließt. Also, was f...
Dramaturgische Ebene:                                                        Der Trickster ist ein professioneller Ta-    ...
Der Verbündete„Ich kann zwar den Ring nicht tragen, aber ich kann dich tragen,                         Herr Frodo!“       ...
Dramaturgische Ebene:                                                         Der Verbündete dient dem Helden zur         ...
Der Widersacher„Hören Sie das, Mr. Anderson? Das ist der Klang des Unvermeidli-  chen! Der Klang ihres Todes“ - „Verdammt,...
Dramaturgische Ebene:                                                      Der Widersacher ist der hauptsächliche         ...
Der Verführer„Ich bin der größte Liebhaber der Welt… Ich habe mehr als 1000         Frauen geliebt. Letzten Dienstag wurde...
Dramaturgische Ebene:                                                     Der Verführer führt den Helden vom              ...
Der Erzähler   „Es war einmal...“                        Märchen          26
Dramaturgische Ebene                                                     Der Erzähler führt durch die ganze Ge-           ...
Der Spiegel     „Wie kannst du glauben, dass ich jetzt noch in Gefahrbin, Lizzy?“ - „Ich glaube, dass du in Gefahr bist, i...
Dramaturgische Ebene:                                                       Der „Spiegel“ als Archetyp stellt in der      ...
Deus ex Machina      „Gandalf.“                   Herr der Ringe - Aragon          30
Dramaturgische Ebene:                                                      Der Deus ex Machina tritt meist (und das       ...
Der Tollpatsch „Peregrin, du Narr von einem Tuk!“                           Herr der Ringe - Gandalf zu Pippin            ...
Dramaturgische Ebene:                                                    Der Tollpatsch kann den Held in seiner           ...
Objekt der Begierde„Hören Sie, Sir, folgendes...Es geht um meinen Teppich, der das        Zimmer erst richtig gemütlich ge...
Dramaturgische Ebene:                                                      Das Objekt der Begierde ist oftmals            ...
Die Heldenreise    die 12 Stationen           36
Station 1:Der Held wird in seiner gewohnten Welt dargestellt undStation 2:erhält einen Ruf des Abenteuers.Station 3:Er zög...
Station 1Gewohnte Welt       38
In der gewohnten Welt des Helden erhält der Zuschauer Gelegenheit sich mit dem Ausgangs-punkt des Helden zu identifizieren...
Station 2Ruf des Abenteuers         40
Hat der Held bisher geglaubt, seine Welt sei in Ordnung, zeigt sich nun, dass dem nicht so ist.Jetzt wird angekündigt, wel...
Station 3Weigerung     42
Die meisten Helden versuchen, sich dem Ruf des Abenteuers zu entziehen. Dieses widerstre-bende Verhalten des Helden bezeic...
Station 4Begegnung mit dem     Mentor         44
In Mythen und Legenden finden wir oft die weise, schützende Gestalt des Mentor, der bei denVorbereitungen des Helden auf d...
Station 5Überschreiten der ersten Schwelle        46
Der Held ist jetzt bereit, sich auf das Abenteuer einzulassen. An diesem Punkt begibt er sichzum ersten Mal völlig in die ...
Station 6Bewährungsproben,Verbündete, Feinde         48
Der Held hat die erste Schwelle überschritten und steht nun vor neuen Herausforderungen undBewährungsproben. Der Held trit...
Station 7  Vordringen      zurtiefsten Höhle       50
Wenn die Helden sich an die andere Welt gewöhnt haben, ziehen sie weiter, um ihr Zentrum zusuchen. Dabei geraten sie in ei...
Station 8Entscheidende   Prüfung       52
Nun ist der Held bis ins Zentrum der tiefsten Höhle vorgedrungen. An dieser Stelle geht es fürden Helden um Leben und Tod....
Station 9     BelohnungErgreifen des Schwertes           54
Der Held hat die Todesgefahr überlebt und bekommt nun seine Belohnung, seinen Schatz (ma-teriell oder immateriell), um des...
Station 10Rückweg    56
Noch hat der Held es nicht geschafft. Es kommt zum erneuten Schwellenübergang (zum 3.Akt), in dem er sich den Konsequenzen...
Station 11Auferstehung      58
Die Auferstehung ist gleichsam die Abschlussprüfung des Helden, hier kann er zeigen, was erwirklich gelernt hat. Aus der A...
Station 12Rückkehr mit dem     Elixier        60
Nachdem der Held alle seine Prüfungen überstanden und den Tod durchlebt hat, begibt er sichzurück zu seinem Ausgangspunkt,...
Modell           1. gewohnte Welt           begrenztes Bewusstsein           2. Ruf des Abenteuers           gesteigertes ...
Vorgehen                       8. Lernerinteraktion/             1. Lernziele und Zielgruppe                          -akt...
QuellenverzeichnisLenz, S. (2006), Die Erzählungen, Verlag Hoffmann und CampeMielke, R. (2001), Psychologie des Lernens: E...
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  1. 1. HandbuchGeschichtenbasiertes Lernen Studiengang Informationsdesign Hochschule der Medien Stuttgart Franziska Fried Stuttgart, WS 2009/2010
  2. 2. InhaltverzeichnisDefinitionen..................................................................................................................3Figuren..........................................................................................................................5 Held ...................................................................................................................6 Mentor................................................................................................................8 Schwellenhüter ................................................................................................10 Herold ..............................................................................................................12 Gestaltwandler..................................................................................................14 Schatten............................................................................................................16 Trickster.............................................................................................................18 Verbündeter.......................................................................................................20 Widersacher.......................................................................................................22 Verführer...........................................................................................................24 Erzähler.............................................................................................................26 Spiegel .............................................................................................................28 Deus ex Machina...............................................................................................30 Tollpatsch...........................................................................................................32 Objekt der Begierde...........................................................................................34Die Heldenreise .........................................................................................................36 Station 1...........................................................................................................38 Station 2...........................................................................................................40 Station 3...........................................................................................................42 Station 4...........................................................................................................44 Station 5...........................................................................................................46 Station 6...........................................................................................................48 Station 7...........................................................................................................50 Station 8...........................................................................................................52 Station 9...........................................................................................................54 Station 10.........................................................................................................56 Station 11.........................................................................................................58 Station 12.........................................................................................................60Modell.........................................................................................................................62Vorgehen....................................................................................................................63Quellenverzeichnis.......................................................................................................64 2
  3. 3. DefinitionenLernenEtymologisch ist das Wort „lernen“ mit „lehren“ und „List“ verwandt und gehört zur Wort-gruppe von „leisten“, das ursprünglich „einer Spur nachgehen, nachspüren“ bedeutet. „DasWort „Lernen“ geht auf die gotische Bezeichnung für „ich weiß“ (lais) und das indogermani-sche Wort für „gehen“ (lis) zurück. (Wasserzieher, 1922)Im Gotischen heißt „lais“genau übersetzt „ich habe nachgespürt“ und „laists“ steht für „Spur“.Die Herkunft des Wortes deutet darauf hin, dass Lernen ein Prozess ist, bei dem man einenWeg zurücklegt und dabei zu Wissen gelangt.“ (Mielke, 2001)Eine Geschichteist eine mündliche oder schriftliche Erzählung oder Überlieferung.„Geschichten werden niemals richtig erlebt, nur manchmal, sehr selten, richtig erzählt.“(Polgar, 2004)„Ich bekenne, ich brauche Geschichten, um die Welt zu verstehen.“(Lenz, 2006)Warum geschichtenbasiertes Lernen?Geschichten dienen dazu Wissen in Form einer Metapher weiterzugeben. Wissen in Form einerGeschichte gewinnt schnell die Aufmerksamkeit und die Konzentration von Menschen im Ge-gensatz zu den herkömmlichen nüchternen Vorträgen, die wir alle kennen.Die Zuhörer werden aktiv in das Geschehen mit eingebunden und können sich mit dem Hel-den einer Geschichte identifizieren. Dadurch wird der Inhalt einer Geschichte nicht nur gehört,sondern auch erlebt.Das zu übertragene Wissen wird somit zügig verstanden und schnell im Gehirn verankert. 3
  4. 4. Alle Geschichtenbestehen im Grunde aus einer Handvoll stets wiederkehrender Bauelemente, die uns auch in Mythen, Märchen, Träumen und Filmen immer wieder begegnen. Der Oberbegriff für all diese Bauelemente lautet:die Reise des Helden. (Vogler, S.35) 4
  5. 5. FigurenArchetypen in Geschichten 5
  6. 6. Der Held„Mir ist befohlen worden, in das Land Mordor zu gehen, und des-halb werde ich gehen. Wenn es nur einen einzigen Weg gibt, dann muss ich ihn nehmen.“ Herr der Ringe - Frodo 6
  7. 7. Dramaturgische Ebene: Der Held steht im Zentrum der Ge- schichte. Eine wichtige Funktion des Helden besteht darin, die Handlung vor- anzutreiben. Der Held ist normalerweise die aktivste Figur. Sein Wille uns sein Verlangen bringen die Geschichte voran. Der Held ist dadurch gekennzeichnet, dass er sich von den anderen Personen der Geschichte besonders unterscheidet sowie bereit ist, seine Bedürfnisse für den Nutzen der Gemeinschaft zu opfern – bis hin zur Selbstaufopferung. Am Beginn der Reise ist der Held mit einem Individu- um zu vergleichen, das sich auf die Suche zu sich selbst begibt, um Identität und Ganzheit zu erhalten.Der Held wir durch einen bestimmten Umstand, der ihn zum Handeln zwingt (Schmelztiegel)dazu gebracht, die Heldenreise zu beginnen. Im Laufe der Geschichte kommt er in Situationen,in denen er sich bewähren muss. Er steht oft vor Entscheidungen und trägt Verantwortung. Da-bei entwickelt er Kampfgeist und findet immer mehr zu sich selbst und seiner eigenen Identität.Insgesamt erlebt die Person des Helden die größte Veränderung und lernt am meisten.Es gibt verschiede Heldentypen, zum Beispiel: den Held wider Willen, den Antiheld, den Ein-zelgänger und den gemeinschaftsorientierten Held sowie den Unschuldigen, den Rastlosen, denKrieger, den Liebhaber und den Suchenden.Emotionale Ebene:Jeder Held hat Eigenschaften, mit denen wir uns alle identifizieren können und in denen sichjeder von uns wiedererkennt. Er kann ein Vorbild des Zuschauers darstellen, wodurch der Rezi-pient stark mitfiebert. Der Held sucht nach seiner Identität und Ganzheit – genau wie der Zu-schauer.Didaktische Ebene:Der Held ist der Lernende, der die Lernreise bewältigen muss.Beispiele in Geschichten:Frodo (Herr der Ringe), Neo (Matrix), Andy (der Teufel trägt Prada) 7
  8. 8. Der Mentor„Möge die Macht mit Dir sein.“ Krieg der Sterne - Obi Wan Kenobi zu seinem Padawan 8
  9. 9. Dramtaturgische Ebene: Mentoren sind für gewöhnlich positiv besetzte Figuren, die dem Helden aus- bilden oder ihn unterstützen. Oft haben sie ihrerseits einmal die Reise des Helden durchlaufen und bilden nun den Helden aus oder unterstützen ihn, also der weise alte Mann, die weise alte Frau. Dieser Ar- chetyp steht hinter allen Figuren, die dem Held etwas beibringen, ihn schützen oder von denen er Gaben erhält. Er hilft dem Helden und überreicht ihm z.B. Gegen- stände, die er auf seiner Reise brauchenwird. Der Held muss sich die Gaben oder die Hilfe seines Mentors verdienen, indem er etwasNeues lernt, etwas opfert oder eine Verpflichtung eingeht. Der Mentor ist unnahbar und etwasgeheimnisvoll. Er kann entweder das Gewissen oder die Vater- bzw. Mutterrolle des Heldeneinnehmen. Der Mentor unterstützt den Held auf seiner Reise und hilft ihm, wenn er aus eige-ner Kraft nicht mehr voran kommt, wobei der Held sich den Sieg trotzdem selbst erkämpfenmuss. Er gibt dem Helden das Gefühl eines Beschützers, der im Hintergrund wacht und gezielteingreift, wenn es absolut notwendig ist. Er ist eine Art Beistand bei der Überwindung seinerÄngste und Hürden. Der Mentor durchschaut das Geschehen und kann dem Helden mit Vor-ausdeutungen und Warnungen helfen. Je seltener seine Hinweise und Hilfen sind, desto wertvol-ler sind sie.Emotionale Ebene:Der Mentor ist ein väterlicher Freund. Er schenkt Sicherheit und Zuverlässigkeit und passtauf uns auf. Wir haben ihm gegenüber das gleiche Urvertrauen, das wir auch in unsere Elternhaben. Der Mentor ist der weise Teil unseres Seins. Er steht für unsere höchsten Ziele und istunser Vorbild.Didaktische Ebene:Im Lernprozess übernimmt der Mentor die Rolle des Lehrers und hilft dem Lernenden, seinenWeg zum Wissen zu finden. Er nimmt ihm nicht die Mühen des Lernprozessesab, sondern ermutigt ihn, seinen Lernweg fortzusetzen und unterstützt ihn, wenn er aus eigenerKraft nicht weiter kommt. Er passt auf, dass der Lernende sich nicht verläuft.Beispiele in Geschichten:Obi Wan Kenobi (Krieg der Sterne), Gandalf (Herr der Ringe), Dumbledore (Harry Potter) 9
  10. 10. Der Schwellenhüter „Dreckige kleine Hobbits. Sie haben ihn uns gestohlen.“ Herr der Ringe - Gollum 10
  11. 11. Dramaturgische Ebene: Jeder Held begegnet auf seinem Weg ins Abenteuer immer wieder Hindernis- sen. An jeder Pforte zu einer neuen Welt erwartet ihn ein machtvolles Wesen (oder auch ein äußerer Umstand), der darauf bedacht ist, die Unwürdigen am Übertre- ten der Schwelle zu hindern. Der Schwellenhüter versperrt dem Hel- den den Weg, indem er ihm Prüfungen gibt und Steine in den Weg legt. Schwel- lenhüter wirken für den Helden im ersten Moment wie unüberwindbare Wächter. Bis er begreift, dass sie eine Prüfung darstellen, die er bestehen muss, um auf seiner Heldenreise voran zu kommen. Anstatt frontal gegen die Macht des Schwellenhüters anzugehen, muss derHeld lernen, dessen Kraft so zu nutzen, dass sie ihm nicht schadet; dabei macht er sich dessenKraft zu Eigen. Dabei kann der Schwellenhüter auch zu einem Verbündeten des Helden wer-den. Dieser will nämlich nicht unbedingt verhindern, dass der Held die Schwelle übertritt, erwill eher rausfinden, ob der Held würdig und bereit ist, sich zu verändern. Den richtigen Um-gang mit den Schwellenhütern zu erlernen, ist eine der größten Aufgaben im Verlauf der Reise.Durch die Konfrontation mit dem Schwellenhüter wird der Held stärker.Der Schwellenhüter bringt Spannung ins Spiel, indem er neue Abschnitte markiert und den Ver-lauf der Handlung einteilt.Emotionale Ebene:Der Schwellenhüter repräsentiert die Zweifel, Ängste und inneren Dämonen, die der Held hatund zwingt ihn, sich mit ihnen auseinander zu setzten. Diese Zweifel, die jeder in sich hat, wer-den so nach außen hin sichtbar.Didaktische Ebene:Im Lernprozess gibt der Schwellenhüter dem Lernenden Aufgaben und Prüfungen, diegelöst werden müssen und ihn somit auf seiner Lernreise wachsen lassen.Beispiele in Geschichten:Draco Malfoy (Harry Potter), Gollum (Herr der Ringe), Emily (Der Teufel trägt Prada) 11
  12. 12. Der Herold„Hektoooooooooooooooooooooooooooooooooor!!!“ Troja - Achilles 12
  13. 13. Dramaturgische Ebene Wie die Herolde der Ritterzeit haben auch alle anderen Herold-Gestalten die Funk- tion, Herausforderungen und bevorste- hende große Wandlungen anzukündigen. Der Herold kann eine Figur, ein plötzlich eintretendes Ereignis, eine Nachricht, ein Telefonanruf sein. Er stellt den Held vor eine Herausforderung und bringt damit die Geschichte in Gang bzw. voran. Der Herold ist oft Initiator des Rufs zum Abenteuer. Der Herold kann eine po- sitive, negative oder neurale Figur sein. Meist übernimmt jedoch der Mentor die Aufgabe des Herolds. In einigen Ge- schichten ist es jedoch der Bösewicht, der den Helden direkt herausfordert, in ande-ren Geschichten dagegen ist der Herold ein Abgesandter der Kräfte des Guten und versucht,den Helden in deren Auftrag zu einem Abenteuer zu überreden. Auf die Kraft des Herold-Ar-chetypus wird kaum eine Geschichte verzichten können.Emotionale EbeneDer Herold kündigt kommende Dinge an und vertritt damit das Schicksal. Er macht neugierigauf das, was kommt, vor allem dann, wenn seine Ankündigung irreal klingt. Er motiviert denHelden , stellt ihn vor ein Herausforderung und bringt damit die Geschichte in GangDidaktische EbeneDer Herold dient als Motivation und führt somit zu einer Zielsetzung beim Helden.Beispiele in Geschichten:M (James Bond), Gandalf (Herr der Ringe) 13
  14. 14. Der Gestaltwandler „Auf wessen Seite steht Jack?“ - „Im Moment?“ Fluch der Karibik - Will zu Gibbs 14
  15. 15. Dramaturgische Ebene: Der Gestaltenwandler ist eine unbere- chenbare Person, die immer neue Züge annimmt und ihre Persönlichkeit ändert. Er besitzt keine feste Identität und ist nicht das, was er zu sein scheint. Er ist mysteriös, sprunghaft und unbeständig. Gestaltenwandler tragen Masken, verraten Geheimnisse und geben immer wieder neue Rätsel auf, die schwer zu durch- schauen sind. Sie können zu Beginn der Geschichte ein Freund oder ein Verbün- deter des Helden darstellen. Doch nach einiger Zeit zeigt sich dann das wahre Ge- sicht der Person und es stellt sich heraus, dass sie zum Beispiel ein Verbündeter des Widersachers ist. Genauso kann es auchandersrum geschehen. Durch seine immer neuen Erscheinungen blendet der Gestaltenwandlerden Helden und verbreitet Zweifel, um ihn in die Irre zu führen. Der Held kann somit nie wis-sen, wie es um die Loyalität und Ernsthaftigkeit dieser Figur bestellt ist. Durch den Auftritt einesGestaltenwandlers, kann eine Geschichte eine plötzliche Wendung bekommen, sodass sich dieSpannung erhöht. Seine Funktion kann praktisch von jeder Figur einer Geschichte übernommenwerden. Selbst der Held kann davon betroffen sein, wenn er zum Beispiel zu seinem Vorteil lügtum einen Schwellenhüter zu überlisten.Emotionale Ebene:Der Gestaltenwandler ist für uns eine undurchsichtige Person, bei der wir nicht wissen, was wirvon ihr halten sollen. Sie kann uns überraschen, wenn sie sich zum Guten wendet oder uns ent-täuschen, wenn sie sich zum Schlechten wandelt.Didaktische Ebene:Um für die weiteren Anforderungen der Reise gewappnet zu sein, muss der Held die Energiendes anderen Geschlechts in sich finden, wie Sanftheit, Verletzbarkeit oder Entschlossenheit undAggressivität, zu einer volleren Persönlichkeit zu reifen.Beispiele in Geschichten:Snape (Harry Potter), Captain Jack Sparrow (Fluch der Karibik), Mr. Darcy (Stolz und Vorurteil) 15
  16. 16. Der Schatten „Luke, ich bin dein Vater.“ Krieg der Sterne - Darth Vader 16
  17. 17. Dramaturgische Ebene: Der Archetyp des Schattens steht für die Kräfte der Nachtseite. Meist handelt es sich um unterdrückte Eigenschaften der eigenen Person, die an anderen Personen, die diese Eigenschaften ausleben, missbil- ligt werden. In einer Geschichte werden die negativen Aspekte des Schattens auf Charaktere wie Bösewichte, Feinde oder Antagonisten projiziert. Der Schatten ist der Gegensatz des Helden und bringt die negativen Kräf- te von Gefahr und Angst in die Handlung mit ein. Die wichtigste dramaturgische Funktion des Schatten besteht darin, den Helden herauszufordern und ihm einen würdigen Gegenspieler zu geben. Der Schatten lässt einen Konflikt entstehen und bringt den Helden in eine lebensge- fährliche Situation, in der er zeigen muss, was wirklich in ihm steckt .Emotionale Ebene:Der Schatten kann die Kräfte unserer unterdrückten Gefühle repräsentieren. Emotional lehntder Zuschauer den Schatten ab. Der Schatten ist da zur Verstärkung der guten Eigenschaftendes Helden.Didaktische Ebene:Der Schatten bietet eine handliche Metapher für die bislang nicht zum Ausdruck gekommenden,nicht zur Kenntnis genommenen oder tief verborgenen Aspekte unseres Helden. Es ist beun-ruhigend die dunkle Seite unseres Helden oder unseres Selbst zu entdecken. Um sich jedochweiterzuentwickeln, muss man auch seine schlechten Eigenschaften kennen.Beispiele in Geschichten:Darth Vader (Krieg der Sterne), Hannibal Lecter (das Schweigen der Lämmer) 17
  18. 18. Der Trickster „Ohne diesen Schlüssel können wir nicht aufschließen, was wir nicht haben, das er aufschließt. Also, was für einen Sinn würde es machen das zu finden was er aufschließt, was wir nicht haben,ohne zuerst einen Schlüssel gefunden zu haben der es aufschließt.“ Fluch der Karibik - Jack Sparrow 18
  19. 19. Dramaturgische Ebene: Der Trickster ist ein professioneller Ta- bubrecher, der sich über alle Regeln der Gemeinschaft hinwegsetzt, dennoch aber Teil dieser Gemeinschaft bleibt. Hinter dem Archetypus des Tricksters verbirgt sich sowohl die Energie der Komik aber auch der Wunsch nach Veränderung. Er tritt in sämtlichen Figuren auf, die als Clowns oder als sonstige komische Be- gleiter in Erscheinung treten.Trickster-Figuren zeigen, wie man sich mittels Kreativität gegen eine überwältigende Übermachtdurchsetzen kann. Sie sehen über die Grenzen des Systems hinaus und biegen sich die Regelnzurecht. Der Trickster ist eine ambivalente Figur, er verkörpert das Prinzip der Vereinigung vonGegensätzen. Er ist oft grundlos grausam, er schwankt zwischen großer Intelligenz und großerDummheit, kennt keine Norm von Gut und Böse, er ist listenreich und zugleich ein Tölpel.Es gibt auch Trickster, die zugleich Helden einer Geschichte sind. Dieser Heldentypus gehtkaum eine Wandlung durch, sondern wirkt vor allem als Katalysator, der die Entwicklung deranderen Charaktere beeinflusst. Die Figur ähnelt der eines weisen Narren.Der Trickster verletzt, verspottet, bringt Handlung durcheinander, lacht über andereFiguren und über sich selbst. Er lügt nicht nur, wenn es notwendig ist, sondern auch weil ergerade Lust dazu hat.Emotionale Ebene:Seine originelle Denkweise, Unberechenbarkeit, Geringschätzung von Regeln machen denTrickster interessant für das Publikum. Da man sich mit dem Trickster schwer identifizierenkann, weiß man auch nie (im Gegensatz zu vielen anreden Figuren) was von ihm zu erwarten ist.Seine Streiche können nie unbeachtet gelassen werden, egal ob sie ärgern oder faszinieren.Didaktische Ebene:Der Trickster stutzt übermäßige Egos auf das normale Maß und bringt Helden wie auch Pub-likum beizeiten wieder auf den Boden der Wirklichkeit zurück. Indem er ein befreiendes undgesundes Gelächter provoziert, hilft er uns, unsere allfälligen Beschränkungen zu erkennen undführt und Torheit und Heuchelei vor Augen. Er weiß ganz genau, dass man in manchen Situati-onen nur dann gewinnt, wenn man keine Angst hat, anders zu sein und anders zu denken.Beispiele in Geschichten:Jack Sparrow (Fluch der Karibik), Daffy Duck 19
  20. 20. Der Verbündete„Ich kann zwar den Ring nicht tragen, aber ich kann dich tragen, Herr Frodo!“ Herr der Ringe - Sam 20
  21. 21. Dramaturgische Ebene: Der Verbündete dient dem Helden zur Unterstützung bei seiner Heldenreise. Er bietet dem Helden die Möglichkeit zur Reflexion über das Geschehen. Der Verbündetet die Meinung des Helden, er ist ein Gleichgesinnter. Der Verbün- dete begleitet und hilft dem Helden bei seiner Heldenreise und baut ihn in aus- sichtslosen Situationen auf. Er stärkt das Selbstvertrauen des Helden, macht ihn also stärker. Der Verbündete und der Heldkönnen das gleiche Ziel verfolgen, dies ist aber nicht zwingend.Entweder verbindet den Helden und den Verbündeten von Anfang an eine gute Freundschaftoder diese Freundschaft entsteht erst im Laufe des Geschehens. Der Verbündete kann dem Hel-den über kurze oder lange Strecken oder durch die ganze Geschichte hinweg zur Seite stehen.Emotionale Ebene:Der Verbündete ist der gute Freund, dem wir dankbar sind, weil er uns hilft und unterstützwenn wir nicht mehr weiter wissen. Ihm entgegnen wir mit Sympathie und Vertrauen.Didaktische Ebene:Der Verbündete nimmt im Lernprozess die Rolle der seelischen Stütze ein, d.h. er hilft dem Ler-ner sein Ziel zu erreichen und unterstützt ihn durch sein gleiches Denken. Er agiert als Unter-stützung wenn der Lerner denkt „alleine schaff ich das nicht“.Beispiele in Geschichten:Sam (Herr der Ringe), Ron & Hermine (Harry Potter), Robin (Batman) 21
  22. 22. Der Widersacher„Hören Sie das, Mr. Anderson? Das ist der Klang des Unvermeidli- chen! Der Klang ihres Todes“ - „Verdammt, ich heiße Neo!“ Matrix - Mr. Smith und Neo 22
  23. 23. Dramaturgische Ebene: Der Widersacher ist der hauptsächliche Gegner des Protagonisten und Urheber des Geschehens. Er tritt als Bösewicht auf, der versucht dem Held Schaden zu- zufügen und seine Handlungsabsichten zu durchkreuzen. Er kann entweder bewusst eine schwierige Aufgabe stellen oder allei- ne durch seine Anwesenheit eine Prüfung darstellen. In jedem Fall jedoch möchte der Antagonist mit allen Mitteln verhin- dern, dass der Held erfolgreich ist. In Folge dessen fordert er den Helden immerwieder heraus um seine Stärke zu testen. Der Held kann schwächer sein als sein Gegner, er kannihn aber auch besiegen. Oft verkörpert der Protagonist das Gegenteil des Antagonisten, z.B. aufethischer Ebene, in Alter, Geschlecht oder ethnischer Zugehörigkeit.Emotionale Ebene:Der Widersacher ist uns unsympathisch, da er den Gegner des Helden darstellt. Wir wünschenuns, dass er scheitert, damit der Held erfolgreich sein kann. Ein Antagonist ist außerdem oftfurchteinflößend und macht uns Angst, da er das Böse verkörpert.Didaktische Ebene:Im Lernprozess ist der Widersacher, der, den es zu besiegen gilt. Er fordert den Helden herausund reizt dessen Kampfeslust.Beispiele in Geschichten:Voldemort (Harry Potter), Mr. Smith (Matrix) 23
  24. 24. Der Verführer„Ich bin der größte Liebhaber der Welt… Ich habe mehr als 1000 Frauen geliebt. Letzten Dienstag wurde ich 21.“ Don Juan De Marco 24
  25. 25. Dramaturgische Ebene: Der Verführer führt den Helden vom richtigen Weg ab. Diese Figur beeinflusst das Verhalten des Helden durch ihr ver- führerisches Wesen. Dieser Archetyp führt den Helden in eine andere Richtung, weist ihm verbotene Wege oder steuert den Helden zu verlockenden Vorhaben. Der Verführer geht dabei mit seinem schlechten Beispiel voran. In antiker und mittelalterlicher, biblischer und epischer Erzähltradition tritt Versuchung/Verfüh- rung als erotische Provokation in Gestalt einer schönen, oft dämonischen Frau an den Mann heran, um ihn durch Anfech- tungen und Verlockungen vom rechten Weg abzubringen. Ein Verführer ist jemand, der den Helden vom rechten Weg wegführt und zum ver- werflichen Tun verleitet. Beispielsweise zueinem erotischen Abenteuer oder zu einer Liebesaffäre, die nicht zu einer dauernden Bindungführt, sondern der Befriedigung dient. Der Verführer verlässt seinen Geliebten/seine Geliebte,nachdem er ans Ziel seiner Wünsche gelangt ist, und wendet sich dem/der nächsten zu. Oftmuss der/die Verführte und Verlassene für ihre Verfehlung büßen.Emotionale Ebene:In erster Linie werden wir von der Figur des Verführers mit verführt, wir finden sie toll undanziehend und sind gespannt auf die Reaktionen des Helden. Der Verführer offenbart uns Zu-schauern die andere, meist schwache Seite des Protagonisten.Didaktische Ebene:„Es ist nicht alles ist Gold, was glänzt!“ – wir sollen lernen das Verhalten anderer kritisch zuhinterfragen. Man sollte versuchen nicht immer den einfachsten Weg zu wählen, sondern denmoralisch richtigen.Beispiele in Geschichten:Christian Thompson (der Teufel trägt Prada), Don Juan, die Schlange im Paradies 25
  26. 26. Der Erzähler „Es war einmal...“ Märchen 26
  27. 27. Dramaturgische Ebene Der Erzähler führt durch die ganze Ge- schichte. Er kommentiert, bewertet, steuert und leitet den Rezipienten.Es gibt verschiedene Arten von Erzählern: Der allwissenden Erzähler kennt die gesamte Handlung, er weiß mehr als die Figuren in der Geschichte selbst. Der Ich-Erzähler kennt nur seine eigene Sicht auf die Dinge, seine Erzählweise ist daher eher subjektiv. Der personale Erzähler, schildert die Din- ge aus der Sicht einer Person. Der neutrale Erzähler beschreibt was wahrnehmbar ist und gibt das Geschehen so wieder, wie es eine Kamera tun würde.Abgesehen vom allwissenden Erzähler filtern alle Erzähler das Geschehen. Der Betrachter mussauf ihre Aussagen vertrauen.Emotionale EbeneDer Erzähler stellt eine Art Bezugsperson dar. Der Betrachter fühlt Vertrauen zu ihm undschenkt seinen Schilderungen meist Glauben. Durch sein Berichten kann der Erzähler bestimm-te Emotionen beim Betrachter hervorrufen und diesen steuern.Didaktische EbeneDer Erzähler gibt die Rahmenhandlung vor und weist den Betrachter eventuell auf offene Fra-gen hin. Der Erzähler stellt einen Tutor im Sinne des Kognitivismus dar: Er bringt demBetrachter die Geschichte Schritt für Schritt nahe und begleitet ihn.Beispiele in Geschichten:H.I. (Arizona Junior), Erzähler in Märchen 27
  28. 28. Der Spiegel „Wie kannst du glauben, dass ich jetzt noch in Gefahrbin, Lizzy?“ - „Ich glaube, dass du in Gefahr bist, ihn schlimmer in dich verliebt zu machen, als je zuvor!“ Stolz und Vorurteil - Jane und Elizabeth 28
  29. 29. Dramaturgische Ebene: Der „Spiegel“ als Archetyp stellt in der Heldenreise einen „Klon/Doppelgänger/ Zweites Ich“ des Helden dar, denn wie in einem Spiegel sieht er sich in der Fi- gur selbst. Der Held gewinnt damit einen Blick von „außen“ auf sich. Seine Beur- teilung des Doppelgängers (sein Verhalten und Motive) erfolgt dann objektiver als wenn er sein eigenes Verhalten und seine Motive bewerten müsste. Dadurch kannder Held sein Verhalten reflektieren und erhält Klarheit über die Richtigkeit der eigenen Motive.Gibt der Held dem Spiegel Ratschläge oder Handlungsanweisungen, so gibt er sich diese in demAugenblick eigentlich selbst.Die Figur des Spiegels ähnelt dem Held sehr, doch sie ist nicht ganz identisch. Der Spiegel kannzu neuen Gesichtspunkt eines Themas beitragen, an die der Held noch nicht gedacht hatte.Durch den Spiegel kann der Held schließlich Motivation zu neuen Handlungen gewinnen, nach-dem er sich den richtigen Weg vor Augen geführt hat.Emotionale Ebene:Die Figur des Spiegels wird vom Zuschauer, im Gegensatz zum Schatten, als positiv bewertet,wie der Held selbst, da er ein „Doppelgänger“ in Verhalten und/oder Motiven ist. Wir schätzenseine Ansichten und vor allem seine Hilfe dem Held Einsicht über kritische Punkte seiner Reisezu geben.Didaktische Ebene:Der Spiegel ist die Gestalt des „Selbstgespräches“ wie man es bei schwierigen Situationen führtum Klarheit über die Motive zu erhalten und verschiedenen Gesichtspunkte der eigenen Mei-nung zu hinterfragen. Zum anderen lernen wir, dass keiner mit seiner Meinung alleine ist unddiese aber aus verschiedenen Blickpunkten diskutiert werden kann, ohne grundsätzlich von ihrabzuweichen.Beispiele in Geschichten:Elizabeth Bennet - in Bezug auf Jane Bennet (Stolz und Vorurteil)Jack Sparrow - in Bezug auf Will Turner (Fluch der Karibik) 29
  30. 30. Deus ex Machina „Gandalf.“ Herr der Ringe - Aragon 30
  31. 31. Dramaturgische Ebene: Der Deus ex Machina tritt meist (und das sehr überraschend) dann auf wenn der Held in einer misslichen Situation fest- steckt und hier nicht mehr alleine raus kommt. Er tritt meist als unerwartete Person oder Begebenheit auf, die in einer Notsituation hilft oder die Lösung bringt. Der Deus ex Machina bewegt die Ge- schichte mit unerklärlichen Mitteln in die richtige Richtung. Er soll das „Erschei- nungswunder“ darstellen und dem Helden aus schwierigen Situationen helfen.Emotionale Ebene:Wir möchten nicht, dass der Held am Ende umkommt und so sind wir für einen unbekanntenHelfer oder ein unbekanntes Wunder dankbar das den Helden aus der Klemme holt.Didaktische Ebene:Stellt eine plötzlich auftretende Hilfe dar. Diese kann als Anreiz dienen weiter zu machen, wennman „feststeckt“ und nicht weiterkommt.Beispiele in Geschichten:Schlacht um Helms Klamm; wenn Gandalf mit Hilfe erscheint und die Adlerrettung(beides Herr der Ringe) 31
  32. 32. Der Tollpatsch „Peregrin, du Narr von einem Tuk!“ Herr der Ringe - Gandalf zu Pippin 32
  33. 33. Dramaturgische Ebene: Der Tollpatsch kann den Held in seiner Heldenreise motivieren, in dem er ihn fordert oder kann ihn in seinem Handeln bremsen in dem der Held mehr damit beschäftigt ist dem Tollpatsch aus der Patsche zu helfen. Ein Tollpatsch lockert die Geschichte auf in dem er auch in spannenden Situationen keine Ruhe gibt. Er kann aber auch zur Spannung beitragen, wenn er durch seine Tollpatschigkeit alle in Gefahr bringt.Emotionale EbeneEin Tollpatsch erweckt oft einen treudoofen Eindruck.Didaktische EbeneEin Tollpatsch kann eine angespannte Situation entschärfen und lockert die Stimmung auf. Eskann jedoch dazu kommen, dass der Tollpatsch bei zu viel Aktivität zur Nervensäge wird. DerTollpatsch kann durch sein Verhalten neue Herausforderungen an den Lernenden schaffen.Beispiele in Geschichten:Pippin und Merry (Herr der Ringe), Neville Longbottom (Harry Potter) 33
  34. 34. Objekt der Begierde„Hören Sie, Sir, folgendes...Es geht um meinen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht hat...“ The Big Lebowski - Dude 34
  35. 35. Dramaturgische Ebene: Das Objekt der Begierde ist oftmals Auslöser, bzw. das Ziel der Heldenreise. Dabei kann es eher passiv im Hinter- grund bleiben, oder auch aktiv in die Story eingreifen. Nicht immer stellt sich das Objekt der Begier- de am Ende als der geglaubte Gewinn für den Helden dar. In diesem Fall hat der Held durch die Reise aber wichtige Dinge über sich selbst gelernt. Das Objekt muss nicht unbedingt ein Mensch sein, bestes Beispiel hierfür ist der Ring aus „Herr der Ringe“.Emotionale Ebene:Das Objekt der Begierde weckt eine Sehnsucht in uns. Da wir es in gewisser Weise auch habenwollen, sind wir von der Reise des Helden überzeugt und zusammen mit ihm motiviert. Es zeigtuns allerdings auch negative Eigenschaften wie Neid und Gier auf.Didaktische Ebene:Das Objekt der Begierde motiviert uns ans Ziel zu kommen und stellt eine Art Belohnung dar.Für dieses „bleiben wir am Ball“.Beispiele in Geschichten:Elizabeth (Fluch der Karibik), der Teppich (Big Lebowski), die Schöne Helena (Troja) 35
  36. 36. Die Heldenreise die 12 Stationen 36
  37. 37. Station 1:Der Held wird in seiner gewohnten Welt dargestellt undStation 2:erhält einen Ruf des Abenteuers.Station 3:Er zögert oder verweigert den Ruf, wird aberStation 4:von einem Mentor ermutigt,Station 5:die erste Schwelle zu überschreiten, woraufhinStation 6:Bewährungsproben, Verbündete und Feinde auf ihn warten.Station 7:Der Held dringt zur tiefsten Höhle vor, wobei er eine zweite Schwelle überwinden muss,Station 8:hat dann eine entscheidende Prüfung zu bestehen.Station 9:Er nimmt die Belohnung an sich undStation 10:ist auf seinem Rückweg in die gewohnte Welt Verfolgungen ausgesetzt.Station 11:Danach hat er noch eine dritte Schwelle zu überschreiten, erlebt seine Auferstehung und wirdvon dieser Erfahrung grundlegend verändert.Station 12:Nun kann er mit dem Elixier, dem Schatz oder einer sonstigen Wohltat in die gewohnte Weltzurückkehren.(Vogler, S.74) 37
  38. 38. Station 1Gewohnte Welt 38
  39. 39. In der gewohnten Welt des Helden erhält der Zuschauer Gelegenheit sich mit dem Ausgangs-punkt des Helden zu identifizieren.Die Welt, die der Held nun verlässt, um seine innere oder äußere Reise anzutreten, soll auf jedenFall eine Welt sein, in der der Zuschauer einen Teil seiner eigenen Welt wieder erkennt.In der ersten Station lernen wir die Figuren kennen, erste Konflikte werden sichtbar, und wirwissen nun, dass etwas steht auf dem Spiel steht. Wir werden in das Thema eingeführt.Im Vergleich mit der anderen Welt, in die der Held in Kürze aufbrechen wird, mag die gewohnteWelt etwas zu friedlich oder gar langweilig wirken, aber die Keimzellen aller künftigen Spannungund Herausforderungen sind für gewöhnlich bereits dort zu finden. Sämtliche Konflikte undProbleme des Helden sind schon in der gewohnten Welt gegenwärtig und warten nur darauf,aktiviert zu werden.Die gewohnte Welt dient auch dazu, einen lebhaften Kontrast zu der fremdartigen neuen Welt,in die der Held bald eintreten wird, zu schaffen.Alle Märchenhelden besitzen eine gemeinsame Eigenschaft, die sie über kulturelle, räumlicheund zeitliche Grenzen hinweg miteinander verbindet: Sie befinden sich allesamt in einer Man-gelsituation. Es fehlt Ihnen etwas Wichtiges oder ihnen ist gerade etwas weggenommen worden 1(Familienangehörige gestorben, ermordet oder entführt, von Partner verlassen worden, etc.).Der Mangel kann auch im Helden selbst liegen, es kann ihm an Mitgefühl fehlen, er kann unfä-hig sein, anderen zu verzeihen, etc.Zu den bewundernswerten Eigenschaften aller Helden der griechischen Tragödie gehört auchimmer ein tragischer Charakterfehler (Stolz, Überheblichkeit, ...), der den Helden unweigerlichvernichten und untergehen lassen wird. Dieser kleine Charakterfehler lässt den Helden realis-tischer und menschlicher wirken und dient der besseren Indentifikation. Den gleichen Effektbesitzt auch eine nicht direkt sichtbare, tiefe seelische Verwundung des Helden, die sich auf dieEntscheidungen und Taten des Helden auswirken kann.Die gewohnte Welt ist der Ort, an dem das Thema der Geschichte bekanntgegeben wird. DasThema einer Geschichte ist die ihr zugrunde liegende Behauptung oder Vermutung über einenbestimmten Aspekt des Lebens.(Vogler, S.159 ff.)Shrek - der tollkühne HeldDer Film beginnt mit einem kleinen Prolog, der uns die Story des Films vorstellen will und der mit einem ent-scheidenden Satz endet, auf den wir im weiteren Verlauf der Geschichte noch ein paar Mal stoßen werden("auf die wahre Liebe und der wahren Liebe ersten Kusses"). Wir erhaschen sofort einen ersten Eindruck in dasInnenleben des Helden - Shrek, der diesen Satz abtut als wäre dieser unbedeutend.Die erste Station im Film zeigt uns Shrek in seiner gewohnten Welt. Er lebt alleine mitten im Sumpf und willin Ruhe gelassen werden. Er vertreibt jeden der sich zu nahe an sein Haus wagt.Sofort wird klar, dass der Held ein inneres Problem hat, das ihn glauben macht, dass es ihm alleine am Bes-ten geht da er so nicht verletzt werden kann, weil er ja nur ein hässlicher, stinkender Oger ist. Nach außen hinscheint es ihm an nichts zu fehlen. Er hat zwar keine Freunde, ist aber auch nicht fähig sich welche zu suchen.Dieser Held steht zwar auch vor einem äußeren Problem (keine Freunde), diesem ist er sich aber nicht vollkom-men bewusst und es scheint nach außen als ob es ihm an nichts fehlt.Er ist zufrieden in seiner gewohnten Welt, weil er nichts anderes kennt. 39
  40. 40. Station 2Ruf des Abenteuers 40
  41. 41. Hat der Held bisher geglaubt, seine Welt sei in Ordnung, zeigt sich nun, dass dem nicht so ist.Jetzt wird angekündigt, welcher Herausforderung sich der Held stellen muss und auf welchesAbenteuer er sich einlassen muss. Nun kann er nicht länger unentschieden in der Bequemlich-keit seiner gewohnten Welt verharren. Ihm wird hier offenbart, um welchen Preis es gehen wird.Meist sind die Herausforderungen positiv, wenn das Hindernis überwunden ist, wird es demHelden besser gehen als zuvor. Der Held kann aber auch von Bösen oder negativen Elementengezwungen werden seine Welt zu verlassen.Der Ruf des Abenteuers kann von außen und von innen ergehen:• als Nachricht (in Gestalt eines Boten),• als Ereignis (z.B. eine Kriegserklärung),• als innerer Ruf, weil der Held seine gewohnte Welt satt hat,• als auffordernder, rätselhafter Traum oder Vision,• als Versuchung, der wider besseren Wissens gefolgt wird,• als plötzlich auftretender Verlust,• als unausweichliche Notwendigkeit• als Warnung, die in den Wind geschlagen wird, 2• kann auch ausbleiben: der Held bekommt einen Schlag auf den Kopf und kommt auf hoher See zu sich.Der Ruf zum Abenteuer ist ein Auswahlprozess: In einer Gesellschaft verbreitet sich Unsicher-heit und jemand übernimmt nun freiwillig die Verantwortung oder wird dazu auserwählt. Anwiderstrebende Helden muss der Ruf mehrmals ergehen, da sie sich ihrer Verantwortung zu ent-ziehen suchen. Bereitwillige Helden reagieren oft schon auf eine innere Stimme und brauchenkeinen Druck von außen. Sie glauben selbst, sie wären zum Abenteurer bestimmt. Doch dieserwild entschlossene Typus ist recht selten. Meist brauchen Helden noch einen weiteren Anstoßoder gutes Zureden, sie müssen zum Abenteuer verlockt oder mit Gewalt in das Abenteuer hin-eingestoßen werden.(Vogler, S.189 ff.)Shrek - der tollkühne HeldDer erste Ruf des Abenteuers ist, wenn Shrek den Fabelwesen, die in den Sumpf verschleppt wurden, verkün-det, dass er nun Lord Farquaad aufsuchen wird um seinen Sumpf wieder für sich alleine zu haben. Dies ist fürShrek eine unausweichliche Notwendigkeit, da er seinen Sumpf wieder für sich alleine haben will und dies dereinzige Weg ist die Fabelwesen loszuwerden.In dieser Szene lernt der Zuschauer auch eine weitere Figur kennen, die die Handlung vorantreit: den Esel, derverschiedene Figurentypen übernimmt: Zuallererst verkörpert er den Tollpatsch, der von einem Schlamassel inden nächsten stürzt und immer wieder auf die Hilfe des Helden angewiesen ist, im Laufe des Films wird er abernoch zum treuen Verbündeten des Helden und an einigen Stellen agiert er sogar als Mentor. Momentan verkör-pert er aber nur den Tollpatsch, der dem Helden ziemlich auf die Nerven geht.Dem zweiten Ruf des Abenteuers begegnen Shrek und Esel im Lande „DuLoc“, wenn Lord Farquaad ver-spricht, dass Shrek seinen Sumpf zurückbekommt wenn es ihm gelingt die schöne Prinzenssin Fiona aus ihremvon einem Drachen bewachten Turm zu befreien. Das erste Abenteuer (Lord Farquaad aufsuchen) ist nun zuEnde und das zweite Abenteuer beginnt. Auch hier tritt der Ruf des Abenteuers wieder von außen auf, indemShrek dazu gezwungen ist, die ihm übertragene Aufgabe zu übernehmen um in sein altes Leben zurückkehrenzu können. Das eigentliche Abenteuer beginnt. 41
  42. 42. Station 3Weigerung 42
  43. 43. Die meisten Helden versuchen, sich dem Ruf des Abenteuers zu entziehen. Dieses widerstre-bende Verhalten des Helden bezeichnet man als Weigerung.Der Ruf des Abenteuers ist ergangen, doch der Held zögert die Schwelle zum Abenteuer auchwirklichzu übertreten; er weigert sich. Er versucht zu vermeiden, zu verhandeln, zu argumentieren mitschlechten Erfahrungen aus seiner Vergangenheit, etc. Er hat sich noch nicht vollständig auf dasgefährliche, unsichere Abenteuer eingelassen.Es bedarf einer zusätzlichen Motivation, um die Angst zu überwinden: z. B. durch das unvor-hergesehenes Eintreten neuer Umstände, durch fortgesetzte Verletzung der natürlichen Weltord-nung der gewohnten Welt oder durch die Ermutigung durch einen Mentor.Auch bei bereitwilligen Helden, die ihre Berufung angenommen und sogar nach ihr gesuchthaben, ist die Weigerung zu finden. Sie wird dann von anderen, begleitenden Figuren stellvertre-tend übernommen, die entweder Befürchtungen und Warnungen aussprechen oder anstatt desHelden das Unglück erleiden und dem Zuschauer somit die Gefahren des Abenteuers verdeutli- 3chen.Die Weigerung kann nur einen winzigen Moment andauern. Es können ein paar Worte sein, diedas Zögern des Helden zum Ausdruck bringen. Der Held kann sich ein einziges Mal zu Beginnder Reise weigern, er kann sich aber auch bei jedem Schritt auf dem gesamten Weg sträuben –das hängt allein von dem jeweiligen Charakter ab.Neben Mentoren treten an dieser Stelle oft erste Schwellenhüter auf. Helden müssen zwangsläu-fig Grenzen überschreiten, die ihnen Schwellenhüter oder Mentoren gesetzt haben. Die bezeich-net man als "Gesetz der verbotenen Tür". Ungeachtet aller Warnungen und Tabus müssen dieHelden früher oder später die verbotene Tür öffnen, ihrer Neugier nachgehen und stellvertre-tend für den Zuschauer, alle Geheimnisse lüften.(Vogler, S. 201 ff.)Shrek - der tollkühne HeldDa Shrek das neue Abenteuers nicht scheut, sondern eher genervt von diesem Umweg ist, muss der Esel demPublikum das Abenteuer und die damit verbundenen Risiken verdeutlichen. Die Weigerung ist in diesem Fallsehr kurz und wird stellvertretend vom Esel übernommen, indem dieser Shrek fragt, ob er wirklich gegen einenDrachen kämpfen will um die Prinzessin zu retten. Shrek antwortet daraufhin nur ziemlich zynisch, dass erdoch glaubt, dass es einen Grund gibt warum Esel nicht reden können. 43
  44. 44. Station 4Begegnung mit dem Mentor 44
  45. 45. In Mythen und Legenden finden wir oft die weise, schützende Gestalt des Mentor, der bei denVorbereitungen des Helden auf dessen Reise hilft und ihm mit vielen Dingen zu Diensten steht:Er gewährt ihm Schutz, vermittelt ihm Wissen und Fertigkeiten, ist sein Führer, er stellt ihn aufdie Probe, versieht ihn vielleicht sogar mit magischen Gaben.In allen Genres von Filmen und Geschichten geht es immer wieder um die Beziehung zwischenHeld und Mentor. Der Mentor symbolisiert die Vater- oder Lehrerfigur, jedoch kann jeglichePerson in Geschichten ganz oder zeitweise die Rolle des Mentors spielen. (Vogler, S.215 ff.)Das Erscheinen des Mentors ist meistens nur zeitlich begrenzt. Er prüft und motiviert den Hel-den. Dem Unbekannten selbst, muss sich der Held jedoch im weiteren Verlauf der Reise alleineüberstehen.Selbst wenn es keinen Charakter gibt, der eigens die vielen Funktionen des Mentor-Archtypusübernimmt, begeben sich die meisten Helden auf die eine oder andere Art zu einer Quelle derWeisheit, ehe sie in ihr Abenteuer aufbrechen. Sie können den Rat derjenigen einholen, die vorihnen eine solche Reise gemacht haben, können aber auch in sich selbst nach dem Wissen for- 4schen, das sie bei früheren Abenteuern um einen hohen Preis erworben haben. In jedem Fallsind sie so klug, die Landkarte des Abenteuers zu studieren oder nach entsprechenden Aufzeich-nungen oder Logbüchern zu suchen.(Vogler S. 215 ff.)Shrek - der tollkühne HeldAuf den ersten Blick ist der Mentor in dieser Geschichte nicht klar zu erkennen aber im Laufe der Zeit kristal-lisiert sich die Rolle immer besser heraus. Zu allen wichtigen Schlüsselszenen, in dem Shrek etwas über sich selberlernt und etwas von sich preis gibt (was er sonst eigentlich nie macht) ist der Esel die treibende Kraft.Esel zeigt Shrek, in seiner ganz eigenen Art, was er von den Aussagen Shreks hält. Als Shrek dem Esel erklä-ren will, dass Oger wie Zwiebeln, also etwas negatives, sind versucht der Esel Shrek davon zu überzeigen, dassOger auch wie Torten (also etwas positives), sein können.Im Laufe des Film gibt der Esel Shrek immer wieder Ratschläge und Tipps, die Shrek gegen Ende des Filmsmehr oder weniger annimmt und ihn in seinem Handeln vorantreiben. 45
  46. 46. Station 5Überschreiten der ersten Schwelle 46
  47. 47. Der Held ist jetzt bereit, sich auf das Abenteuer einzulassen. An diesem Punkt begibt er sichzum ersten Mal völlig in die besondere Welt des Abenteuers, zur anderen Welt des zweiten Ak-tes. Er hat die Aufforderung angenommen, Zweifel und Furcht überwunden und alle notwendi-gen Vorbereitungen getroffen. Der Held erlebt jetzt das bedeutsamste Ereignis des ersten Akts:Das Überschreiten der ersten Schwelle.Die erste Schwelle markiert den Wendepunkt zwischen erstem und zweitem Akt. Der Held hatseineAngst überwunden, sich entschieden, das Problem anzugehen und zu handeln. Es gibt für ihnkein Zurück mehr.Meist nehmen die Helden die Gaben und Ratschläge ihrer Mentoren nicht einfach an und stür-zen sich daraufhin sofort ins Abenteuer. Ihre endgültige Einwilligung erfolgt meist erst nachdem Eingreifen einer äußeren Macht oder Kraft, die zugleich der Geschichte eine andere Rich-tung oder Intensität gibt. So kann es beispielsweise passieren, dass• ein Bösewicht jemanden aus der unmittelbaren Umgebung des Helden verletzt, tötet, be- 5 droht oder entführt,• schlechtes Wetter das Ablegen eines Schiffs unumgänglich macht,• dem Held eine Frist zur Erfüllung einer Aufgabe gesetzt wird,• sich ihm keine Entscheidungsmöglichkeiten mehr bietet,• er unvermittelt vor einer äußerst schwierigen Entscheidung steht oder• er ohne Rückzugsmöglichkeit regelrecht ins Abenteuer gezwungen wird.Wer sich der ersten Schwelle nähert, wird höchstwahrscheinlich Wesen begegnen, die sich ihm inden Weg stellen - die Schwellenhüter. Diese Figuren oder Umstände erschweren die Fortsetzungder Heldenreise, stellend den Helden auf die Probe und machen ihn somit stärker.Wird die Schwelle überschritten sind wir im zweiten Akt unserer Heldenreise: Es gibt nun keinZurück mehr, der Held hat die Grenze zwischen gewohnter Welt und Abenteuer überschritten.(Vogler, S.231 ff.)Shrek - der tollkühne HeldDas Übertreten der Schwelle geschieht in diesem Film im wahrsten Sinne des Wortes. Die erste Schwelle ist hierdas Überqueren der gefährlich aussehenden Hängebrücke, die über einem kochenden Lavasee führt. Shrek hatdamit keine Probleme, Esel jedoch um so größere. In diesem Fall ist das Überqueren der Brücke die Schwelledes Esels, den Esel jedoch über die Brücke des Lavasees zu führen die Schwelle von Shrek. In dieser Szene wirdauch die Mentorenrolle getauscht. Jetzt agiert Shrek als Mentor für den Esel. 47
  48. 48. Station 6Bewährungsproben,Verbündete, Feinde 48
  49. 49. Der Held hat die erste Schwelle überschritten und steht nun vor neuen Herausforderungen undBewährungsproben. Der Held tritt jetzt vollends in die geheimnisvolle, aufregende Welt ein.Für ihn ist das eine neuartige und mitunter auch beängstigende Erfahrung. In dieser neuen Weltmuss er ganz von vorn beginnen. Hier herrschen andere Regeln und der Held, wie auch das Pu-blikum, müssen die neuen Regeln der anderen Welt schnell begreifenDer erste Eindruck, den das Publikum von der anderen Welt bekommt, sollte in einem scharfenKontrast zur gewohnten Welt stehen.Bei den Bewährungsproben, vor denen der Held zu Beginn des zweiten Akts steht, handelt essich oft um gewaltige Hindernisse. Sie bereiten ihn auf die große Prüfung vor, auch wenn es hiernoch nicht um Leben und Tod geht.Hier findet der Held Verbündete, er kann sich aber auch Feinde machen. Nach ihrer Ankunft inder anderen Welt, brauchen die Helden Zeit, bis sie herausgefunden haben, auf wen sie sich ver-lassen können, von wem sie besondere Dienste erwarten und wem sie auf keinen Fall vertrauendürfen. 6Die Verbündeten, die der Held hier finden wird, können ihn über kurze oder lange Streckenoder die ganze Geschichte über zur Seite stehen.(Vogler, S.241 ff.)Shrek - der tollkühne HeldDie erste Bewährungsprobe für Shrek ist hier ersteinmal der Kampf gegen den Drachen, der die Prinzessin ge-fangen hält. Shrek tötet den Drachen jedoch nicht, sondern rettet nur die Prinzessin (und mittlerweile auch Esel)aus den Klauen des Ungeheuers. Der Drache wird automatisch zum Feind unseres Helden Shrek.Der Zuschauer trifft auch das erste Mal auf die Prinzessin Fiona, die von Shrek gerettet wird. Anfänglich istsie ein wenig zickig und enttäuscht warum sie von einem Oger gerettet wird. Sie stellt kurzweilig einen Schwellen-hüter dar. Im Laufe der Zeit wird die Prinzessin aber immer umgänglicher und Shrek fühlt sich immer hingezo-gener von dieser untypischen Prinzessin. Sie wird zur Verbündeten.Auch die Freundschaft zwischen Esel und Shrek wird immer inniger und mittlerweile kann man den Esel alstreuen Verbündetet von Shrek bezeichnen. 49
  50. 50. Station 7 Vordringen zurtiefsten Höhle 50
  51. 51. Wenn die Helden sich an die andere Welt gewöhnt haben, ziehen sie weiter, um ihr Zentrum zusuchen. Dabei geraten sie in ein Gebiet, das zwischen den Grenzen und dem eigentlichen Zieljeder Reise des Helden liegt. Sie stoßen in eine neue geheimnisvolle Zone vor, in der wiederrum,neue Regeln und neue Prüfungen auf sie warten, bei denen sich der Held beweisen kann.Indem der Held diesen furchterregenden Ort betritt, überschreitet er zugleich die zweite wich-tige Schwelle. Häufig legt er vor den Pforten noch eine Rast ein, um sich vorzubereiten, einenPlan zu entwickeln und die schurkischen Schwellenhüter zu überlisten. Dies ist die Phase desVordringens.Hier kommen alles bisher Gelernte und alle Verbündeten noch einmal ins Spiel. Das Erfassender Situation wird ein letztes Mal auf die Probe gestellt, die letzten Hindernisse werden aus demWeg geräumt, die entscheidende Prüfung kann beginnen.An dieser Stelle entwickelt sich nicht selten eine Liebesgeschichte, die Held und Heldin nochenger aneinander bindet, ehe sie sich der entscheidenden Prüfung stellen.(Vogler, S.253 ff.) 7Shrek - der tollkühne HeldAuch hier legen die 3 Figuren noch eine Rast ein, bevor sie am nächsten Tag das Schloss "DuLoc" erreichen.Die Freundschaft zwischen Shrek und Fiona entwickelt sich beinahem zu einer Liebesgeschichte, doch sind beidezu schüchtern um ihre wahren Gefühle preis zu geben. 51
  52. 52. Station 8Entscheidende Prüfung 52
  53. 53. Nun ist der Held bis ins Zentrum der tiefsten Höhle vorgedrungen. An dieser Stelle geht es fürden Helden um Leben und Tod. Vor ihm liegt die schwerste Herausforderung: Hier wird er aufseinen fürchterlichsten Widersacher treffen, seinen schlimmsten Ängsten begegnen.Das schlichte Geheimnis der entscheidenden Prüfung liegt darin: Helden müssen sterben, damitsie wiedergeboren werden können. Tod und Wiedergeburt ist das dramatische Geschehen, andem das Publikum besonderen Gefallen findet. In gewisser Hinsicht, gibt es in jeder Geschichteden Augenblick, in dem der Held dem Tod ins Auge blickt.Hier liegt eine der wichtigsten Ursachen für die Magie des Mythos vom Helden vor uns. Das bis-herige Geschehen hat den Zuschauer dazu gebracht, sich mit dem Helden und seinem Schicksalzu identifizieren. Die gefährliche Situation erlebt der Zuschauer gemeinsam mit dem Helden, erfiebert mit und hofft auf ein gutes Ende. Die Stimmung ist betrübt, wenn der Held stirbt, wennder totgesagte Held jedoch wieder auftaucht, lebt auch der Zuschauer wieder auf.Diese Wiedergeburt des Helden erfüllt das Publikum mit Freude und verstärkt die Empathie mitdem Helden.Nach der bestandenen Prüfung hat sich der Held verwandelt. Er ist wiedergeboren worden und 8ist zu einem anderen Menschen geworden.In der romantischen Komödie steht der Held natürlich nicht dem leibhaftigen Tod gegenüber.Hier handelt es sich in aller Regel um den vorübergehenden Tod einer Beziehung, ähnlich desalten Standardmusters Mann trifft Frau – Mann verliert Frau – Mann bekommt Frau. An diesemPunkt der Handlung sieht es so aus, als würde der Held seine Traumfrau nie bekommen.Die Heldenprüfung in der Höhle des Löwen ist mit dem Höhepunkt des zweiten Akts, alsoungefähr der Mitte des Films oder kurz vor Ende des zweiten Akts, gleichzusetzen. Die Helden-prüfung darf aber nicht mit dem Höhepunkt der Heldenreise verwechselt werden, der erst amEnde der Geschichte auftritt.(Vogler, S.273 ff.)Shrek - der tollkühne HeldNachdem Shrek fälschlicherweiße ein vertrauliches Gespräch zwischen Fiona und Esel belauscht, indem FionaEsel fragt wer ein so abscheuliches und hässliches Biest lieben könnte, entscheidet sich Shrek dafür die Trennungzwischen ihm und Fiona so schnell wie möglich zu vollziehen. Am nächsten Tag holt Lord Faarquard seinezukünftige Braut ab.Als Fiona vor Shrek den Antrag des Lord annimmt, stirbt ein Teil von Shrek (symbolisch natürlich) und erkehrt alleine in seinem Sumpf zurück. Hier wird der Held nicht wiedergeboren. Er ist wieder an seinem Aus-gangspunkt angelangt und lebt alleine und verlassen in seinem Sumpf. 53
  54. 54. Station 9 BelohnungErgreifen des Schwertes 54
  55. 55. Der Held hat die Todesgefahr überlebt und bekommt nun seine Belohnung, seinen Schatz (ma-teriell oder immateriell), um dessentwillen er aufgebrochen war. Dabei kann es sich um• eine besondere Waffe,• um einen bedeutungsvollen Gegenstand,• um einen geliebten Menschen,• um Wissen und Erfahrung• oder auch um ein Elixier handeln, mit dem der Held sein Land retten kann.Jetzt hat der Held seinen Titel wahrlich verdient, denn er hat sich der allergrößten Gefahr ausge-liefert. Aus der Begegnung mit dem Tod ergeben sich tiefgreifende Folgen, die das ganze Lebendes Helden verändern, das erfährt der Held wenn er das Schwert ergreift.An dieser Stelle legen Helden einen Konflikt mit den Eltern bei oder schließen beispielsweiseFrieden mit dem anderen Geschlecht.Vom Helden geht nun eine größere Anziehungskraft aus. 9Oft wird an dieser Stelle der Geschichte das Tempo leicht zurückgenommen. Es kommt zu ei-ner Siegesfeier oder einer Liebesszene.(Vogler, S. 305 ff.)Shrek - der tollkühne HeldShrek hat zwar die Todegefahr überlebt und hat seinem Sumpf, um den es anfänglich ja ging, für sich alleine zu-rückbekommen, jedoch verschafft es ihm nicht die Befriedigung, die er sich dadurch erhofft hat. Er ist wieder zuseinem Ausgangspunkt zurückgekehrt, durch seine Reise hat er sich jedoch verändert und ist nun ganz woanders.Er will nicht mehr alleine zu Abend essen und alleine in seinem Sumpf leben. Auf seiner Reise hat er erfahren,wie es ist Freunde zu besitzen. Und diese Erfahrung kann er nicht mehr zurückgeben.In dieser Phase tritt wieder Esel als Mentor auf und überzeugt ihn von seiner Liebe zu Fiona, er treibt dieHandlung wiedereinmal voran. 55
  56. 56. Station 10Rückweg 56
  57. 57. Noch hat der Held es nicht geschafft. Es kommt zum erneuten Schwellenübergang (zum 3.Akt), in dem er sich den Konsequenzen stellen muss, die sich aus der entscheidenden Prüfungergeben haben.Die Mächte, die der Held aufstörte, als er sich des Schwertes, Elixiers oder Schatzes bemächtig-te, bedrängen ihn auf seinem Rückweg und wollen Rache an ihm nehmen.In dieser Phase trifft der Zuschauer oft auf spannende Verfolgungsszenen.Hier fasst der Held den Entschluss, in die gewohnte Welt zurückzukehren. Er erkennt, dass erder anderen Welt endlich den Rücken kehren muss und begreift gleichzeitig, dass noch nicht alleGefahren, Versuchungen und Bewährungsproben ausgestanden sind.In psychologischer Hinsicht geht es in dieser Phase um den Entschluss des Helden – durch in-nere oder äußere Gründe motiviert – in die gewohnte Welt zurückzukehren und dort anzuwen-den, was er in der anderen Welt gelernt hat.Der Held muss sich den Konsequenzen stellen, die sich aus seiner Begegnung mit den dunklenMächten in der entscheidenden Prüfung ergeben haben. 10Möglicherweise• wird er jetzt Wut entbrannt verfolgt (Verfolgungsjagden),• wird dem Held das Elixier/das Schwert/der Schatz wieder abgejagt,• wird einer seiner Verbündeten gefangen genommen,• formieren sich die besiegten bösen Mächte aufs Neue,• ist nicht der Held auf der Flucht, sondern der ausgebrochene Feind,• hat einer der Gegenspieler überlebt und will Rache,• tritt ein noch mächtigerer Gegenspieler auf und stellt dem Helden nach.(Vogler, S. 323 ff.)Shrek - der tollkühne HeldShrek tritt seinen Rückweg an, seinen Rückweg nach DuLoc um die Hochzeit zwischen Farquaard und Fionazu verhindern. Er muss in die andere Welt zurückkehren um Fiona wieder einmal zu retten (dieses Mal voneinem anderen Drachen) um mit ihr in seine gewohnte Welt zurückzukehren.An dieser Stelle trifft der Zuschauer wieder auf den Drachen, der anfänglich Fiona im Turm festgehalten hat.Da Esel und Drache inzwischen ein Paar sind und der Drache Shrek bei seiner Rettungsaktion hilft, wandeltsich der Drache von Feind zu Verbündetem. 57
  58. 58. Station 11Auferstehung 58
  59. 59. Die Auferstehung ist gleichsam die Abschlussprüfung des Helden, hier kann er zeigen, was erwirklich gelernt hat. Aus der Auferstehung geht der Held als vollkommen gereinigter Menschhervor, indem er ein letztes Opfer erbringt oder nochmals eine tiefe Erfahrung der Mysteriendes Lebens und des Todes macht. Einige Helden scheitern an diesem gefahrvollen Punkt, dochwer ihn übersteht, zieht weiter und schließt in der Rückkehr mit dem Elixier den Kreis der Hel-denreise.Das Erlebnis von Tod und Wiedergeburt verwandelt den Helden grundlegend, und er kann nunals wiedergeborenes Wesen mit neuen Einsichten in das normale Leben auferstehen.An diesem Punkt kann der Held• sich zwischen verschiedenen Möglichkeiten entscheiden und an seiner Entscheidung können wir ablesen, ob er seine Lektion gelernt hat,• vor eine tragische Liebeswahl gestellt werden,• aufgefordert werden, Beweise vorzubringen, die seine Reise belegen,• kurz vor dem Ziel noch straucheln, scheitern oder sogar sterben, 11• nur zum Preis der Selbstopferung auferstehen,• sich gegen einen falschen Thronanwärter durchsetzen müssen,• den Tod finden.(Vogler, S.335 ff.)Shrek - der tollkühne HeldIn letzter Minute stürmt Shrek die Kirche um die Hochzeit zwischen Fiona und Farquardt zu verhindern. Un-ser Held gesteht Fiona vor allen Anwesenden seine Liebe. Er bringt sein letztes Opfer und wagt es sich vor demgesamten Publikum zu blamieren. Vor der Zusammenkunft mit Fiona, hätte er das nie gemacht. Er hat sichweiterentwickelt. 59
  60. 60. Station 12Rückkehr mit dem Elixier 60
  61. 61. Nachdem der Held alle seine Prüfungen überstanden und den Tod durchlebt hat, begibt er sichzurück zu seinem Ausgangspunkt, der Held kehrt in die gewohnte Welt zurück. Doch er hat sichverändert: zusammen mit seiner Belohnung, seinem Schatz bringt er noch etwas höheres vonseiner Reise zurück: das Elixier, den Schatz, das neu erworbenen Wissen, der unübertragbarenErfahrung oder der Moral von der Geschichte - der Lehre. Hat er sich wirklich weiterentwickelt,teilt er seine Weisheit mit seiner Familie, seinen Freunden, seinen Verbündeten, etc.Während dieser letzten Phase der Reise des Helden, auch als Auflösung bekannt, werden auchalle Handlungsfäden aufgelöst. Die Nebenhandlungen werden zu Ende erzählt und das Publi-kum kehrt zum Ausgangspunkt zurück. Der Kreis ist geschlossen.Wichtige Elemente der Rückkehr mit dem Elixier sind• Überraschungen,• unerwartete Wendungen,• eine Belohnung oder Strafe für Nebenfiguren und Antagonisten, 12• das Wiederherstellen des Gleichgewichts der Weltordnung,• die Auflösung aller Handlungsfäden.(Vogler, S. 361 ff.)Shrek - der tollkühne HeldAls Shrek Fiona seine Liebe gesteht, zeigt sie ihm ihr wahres Gesicht, der Fluch der auf ihr liegt. Nur durch diewahre Liebe ersten Kusses wird dieser Fluch gebrochen. Nachdem sie sich küssen, verwandelt sich Fiona in ihrewahre Gestalt - Überraschung: ein Oger. Shrek erklärt, dass sie wunderschön sei und sie kehren zusammen indie gewohnte Welt des Sumpfes zurück. Da junge Paar heiratet und lebet glücklich bis in alle Zeit. 61
  62. 62. Modell 1. gewohnte Welt begrenztes Bewusstsein 2. Ruf des Abenteuers gesteigertes Bewusstsein 1. Akt 3. Weigerung Widerwille gegen Veränderung 4. Mentor Überwindung des Widerwillens 5. erste Schwelle Bereitschaft zur Veränderung 6. Proben, Verbündete, Feinde erste Versuche mit der Veränderung 7. Vordringen zur tiefsten Höhle 2. Akt Vorbereitung auf die große Veränderung 8. entscheidende Prüfung Versuch der großen Veränderung Krise 9. Belohnung (Ergreifen des Schwertes) Folgen des Versuchs 10. Rückweg erneute Selbstbesinnung auf Veränderung 11. Auferstehung abschließender Versuch der großen Veränderung 3. Akt Höhepunkt 12. Rückkehr mit dem Elixier endgültiges Meistern des Versuchs 62
  63. 63. Vorgehen 8. Lernerinteraktion/ 1. Lernziele und Zielgruppe -aktivitäten planen definieren7. Erzählweise und -medien festlegen 2. Kernidee finden Wie gestalte ich ein geschichtenbasiertes Lernprogram? 6. Drehbuch 3. Helden und seinen Konflikt festlegen 5. Heldenreise definieren: 4. Mythologisches - Figuren gestalten Grundmuster finden - Orte festlegen 63
  64. 64. QuellenverzeichnisLenz, S. (2006), Die Erzählungen, Verlag Hoffmann und CampeMielke, R. (2001), Psychologie des Lernens: Eine Einführung, Kohlhammer VerlagPolgar, A. (2004), Kleine Schriften, Band 3. Irrlicht, Rowohlt TbVogler, C. (1997), Die Odysee des Drehbuchschreibers, Zweitausendeins VerlagWasserzieher, E. (1922), Woher?. Ableitendes Wörterbuch der deutschen Sprache, Ferd. Dümm-lers Verlag Bonn 64

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