Aufwandsschätzungen
Kalkulation und Planung von Software-Entwicklungsprojekten


Frank Egger
Deutsche Post Com GmbH
Überblick

    Einführung
    Einführung

    Das Spannungsfeld bei Aufwandsschätzungen
    Genauigkeit von Aufwandsschätz...
Teil 1




                                          Einführung

         "There’s no sense being exact about
         som...
Was ist eine Schätzung?

    Was man denkt…
    Was man denkt…
                                                           ...
Abgrenzung: Ziele, Pläne und Commitments

    Ein Geschäftsziel…
    Ein Geschäftsziel…

    …wird aufgrund wichtiger wirt...
Das Spannungsfeld bei Aufwandsschätzungen

    Gründe für Aufwandsschätzungen // deren Anspruch
    Gründe für Aufwandssch...
Das „Captain Kirk“-Syndrom

    …oder: der Aufwand muß gering sein.
    …oder: der Aufwand muß gering sein.


            ...
Schätzgenauigkeit / Planungsunsicherheit

    Barry Boehm‘s Studien im Rahmen der Definition zu COCOMO II (2000)
    Barry...
Schätzgenauigkeit / Planungsunsicherheit

    Auswirkungen der hohen Variabilität
    Auswirkungen der hohen Variabilität
...
Genauigkeit von Aufwandsschätzungen

     Berücksichtigung der Schätz- und Planungsunsicherheit
     Berücksichtigung der ...
Genauigkeit von Aufwandsschätzungen

     Berücksichtigung der Schätz- und Planungsunsicherheit
     Berücksichtigung der ...
„Gute Aufwandsschätzungen“

       Für gewöhnlich: On-time and in-budget (zumindest halbwegs)
       Für gewöhnlich: On-ti...
Vorgehensweisen (1): Die Produktivität

    Zählen und Berechnen
    Zählen und Berechnen

    Kennzahlen / Produktivitäts...
Das Teufelsquadrat (1987)

                        Qualität                                                               ...
Einflussfaktoren auf die Produktivität

    Produkt- und Prozesseinflüsse („harte Faktoren“)
    Produkt- und Prozesseinfl...
Vorgehensweisen (2) : Subjektive Beurteilungen

    Empirische Verfahren
    Empirische Verfahren

    Expertenschätzung
 ...
Verfeinerung einer Schätzung




                                                       -25/+20%
                         ...
Teil 2




                          Traditionelle Schätzverfahren


         “The process is called estimation,
         ...
Beispiele für algorithmische Schätzungen


    Baukosten für Einfamilienhäuser (1985)
    Baukosten für Einfamilienhäuser ...
Usecase-Point-Methode von Gustav Karner (1993)


    Idee und Ziel
    Idee und Ziel

    Sehr einfache Berechnungsformel
...
Usecase-Point-Methode von Gustav Karner (1993)


   UAW : Unadjusted Actor Weight

   Type       Description              ...
Usecase-Point-Methode von Gustav Karner (1993)

    Der Algorithmus
    Der Algorithmus


                     UCP =(UAW ⋅...
Klassifikation von Schätzmethoden

                                                  Funktions-/Anweisungsorientiert (80er...
Teil 3




         Agile Aufwandsschätzung und Projektplanung


           “It is a bad plan that admits of no
          ...
Was macht Schätzen und Planen agil?



 Fokus liegt mehr auf dem Schätzen / Planen
     als auf der Schätzung / dem Plan

...
Vorgehen bei der Schätzung und Planung

    Schätzen der Größe // Aufstellen der Planung
    Schätzen der Größe Aufstellen...
Spielend (leicht) schätzen mit Planning Poker


     Ablauf
     Ablauf

    Jeder Schätzer bekommt ein Kartenspiel mit 20...
Aufteilung in Iterationen



     Jede Iteration hat die gleiche
     zeitliche Länge
                                    ...
Messung der Produktivität




                 Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006   Seite 29
Der Release- / Iterationsplan

                                         Der Plan wird bestimmt durch

                    ...
Änderung des Release-/Iterationsplans

Plan/Soll:                                               Ist:
             Feature ...
Teil 4




               Diskussion von Aufwandsschätzungen


         “Precise language is not the problem.
         Cle...
Diskussion von Aufwandsschätzungen

      Fokus auf Problemlösung nicht auf Verhandlung
      Fokus auf Problemlösung nich...
Diskussion von Aufwandsschätzungen

      Erarbeitung einer Vielzahl von Lösungsalternativen vor der Entscheidung
      Er...
Teil 5




         Resumee / Checkliste für gute Aufwandsschätzungen


          “By three methods we may learn wisdom:
 ...
Tipps für gute Aufwandsschätzungen


    Es werden standardisierte Vorgehensweisen bei der Erstellung der
    Schätzung ve...
Tipps für gute Aufwandsschätzungen


    Die angenommene Produktivität passt zu den Rahmenbedingungen des Projekts

    Di...
…und zum Schluss



    „If you want a guarantee, buy a toaster“
               (Clint Eastwood)




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aufwandsschaetzungen bonner runde

  1. 1. Aufwandsschätzungen Kalkulation und Planung von Software-Entwicklungsprojekten Frank Egger Deutsche Post Com GmbH
  2. 2. Überblick Einführung Einführung Das Spannungsfeld bei Aufwandsschätzungen Genauigkeit von Aufwandsschätzungen Generelle Vorgehensweisen bei Schätzungen Traditionelle Schätzverfahren vs. Agile Aufwandsschätzung und Projektplanung Traditionelle Schätzverfahren vs. Agile Aufwandsschätzung und Projektplanung UseCase-Methode als Beispiel für „klassische“ Aufwandsschätzungen Klassifikation traditioneller Aufwandsschätzungen Feature-Points im Planungsspiel für mehr Agilität „velocity“ als Produktivitätsmaß Kontinuierliche Verbesserung der Aufwandsschätzung und Planung in Iterationen Diskussion von Aufwandsschätzungen Diskussion von Aufwandsschätzungen Resumee // Checkliste für gute Aufwandsschätzungen Resumee Checkliste für gute Aufwandsschätzungen Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 2
  3. 3. Teil 1 Einführung "There’s no sense being exact about something if you don’t even know what you’re talking about." John von Neumann Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 3
  4. 4. Was ist eine Schätzung? Was man denkt… Was man denkt… Ungenauigkeit?! eine provisorische Berechnung, eine sehr grobe Kalkulation eine vorläufige Kalkulation von Kosten und Zeit eine Annahme oder Vermutung Unsicherheit!? etwas mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit bestimmen Restriktionen?! Womit man rechnen muß… Womit man rechnen muß… Sicherheit?! „Version 2.0 muß bis zur Messe fertig sein.“ „Die Anwendung muß noch in diesem Jahr online gehen.“ „Wir haben nicht mehr wie 200.000 Euro Budget für das Projekt.“ Genauigkeit?! „Der Kunde erwartet die neue Version in der nächsten Woche.“ Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 4
  5. 5. Abgrenzung: Ziele, Pläne und Commitments Ein Geschäftsziel… Ein Geschäftsziel… …wird aufgrund wichtiger wirtschaftlicher Interessen festgelegt …ist zunächst unabhängig von jeder Schätzung …kann wünschenswert oder verpflichtend sein, aber nicht automatisch auch erreichbar Ein Plan… Ein Plan… …ist eine Vorstellung vom Erreichen eines Ziels unter Einsatz gewisser Mittel …ist im Gegensatz zu einer Schätzung immer ziel- oder ergebnisorientiert Ein Commitment… Ein Commitment… …ist ein Versprechen zur Lieferung eines bestimmten Ergebnisses zu einem bestimmten Zeitpunkt (dem Ziel) …sollte im Gegensatz zu einer Schätzung „verhandelbar“ sein …kann der Schätzung entsprechen, oder aggressiver, oder konservativer sein Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 5
  6. 6. Das Spannungsfeld bei Aufwandsschätzungen Gründe für Aufwandsschätzungen // deren Anspruch Gründe für Aufwandsschätzungen deren Anspruch Entscheidungen unterstützen (Kosten/Nutzen, Make/Buy, ROI) Maßnahmen planen, Ziele festlegen Risiken frühzeitig erkennen (und minimieren) Ausgangsinformationen zusammentragen Gefahren bei Schätzungen Gefahren bei Schätzungen Erfahrung und Vergleichbarkeit fehlt Fehleinschätzung oder fehlende Berücksichtigung von Einflussfaktoren und Risiken Extrapolation ohne Berücksichtigung des nichtlinearen Problemcharakters Hohe Variabilität des Aufwandes Erwartungskonformität der Schätzung (Größe, Genauigkeit) „Captain Kirk“-Syndrom Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 6
  7. 7. Das „Captain Kirk“-Syndrom …oder: der Aufwand muß gering sein. …oder: der Aufwand muß gering sein. Captain, der Warpantrieb funktioniert nicht mehr, die Siliziumchristalle sind im Arsch. Captain, die Reparatur dauert mindestens drei Tage! Scotty, ich geb Dir drei Stunden. Okay, Captain, ich mach‘s in zwei! Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 7
  8. 8. Schätzgenauigkeit / Planungsunsicherheit Barry Boehm‘s Studien im Rahmen der Definition zu COCOMO II (2000) Barry Boehm‘s Studien im Rahmen der Definition zu COCOMO II (2000) The Cone of Uncertainty Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 8
  9. 9. Schätzgenauigkeit / Planungsunsicherheit Auswirkungen der hohen Variabilität Auswirkungen der hohen Variabilität (Häufig größere) Projekte überschreiten laut Literatur den Aufwand oder die Termine um 200 bis 900% Z.B. Hubble-Weltraumteleskop: Plankosten 300 Mio. US-$, Istkosten 2,6 Mrd. US-$ ¼ aller Projekte werden nur mit 25 bis 49% der zuvor geplanten Features abgeschlossen Am häufigsten genannte Ursachen für Überschreitung der Schätzung: Fehlerhafte, ungenaue, fehlende oder sich ständig ändernde Definitionen von Anforderungen Fehlende oder zu geringe Beteiligung der End-User Ressourcen stehen nicht in ausreichendem Maß oder erwarteter Qualität bereit Unrealistische Erwartungen Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 9
  10. 10. Genauigkeit von Aufwandsschätzungen Berücksichtigung der Schätz- und Planungsunsicherheit Berücksichtigung der Schätz- und Planungsunsicherheit Ungünstig: Eine Single-Point-Schätzung ist in aller Regel ein verstecktes Ziel Formulierung der Unsicherheit mit Hilfe einer Wahrscheinlichkeitsverteilung Aber: Keine symmetrische Verteilung! Einzig mögliches Ergebnis (100% wahrscheinlich) Nominales Ergebnis 100% g sti h n lsc ü ng Wahrscheinlichkeit Wahrscheinlichkeit fa u Projektdauer Projektdauer (oder Kosten oder Aufwand) (oder Kosten oder Aufwand) Quelle: Steve McConnell (Microsoft Press, 2006) Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 10
  11. 11. Genauigkeit von Aufwandsschätzungen Berücksichtigung der Schätz- und Planungsunsicherheit Berücksichtigung der Schätz- und Planungsunsicherheit Ungünstig: Eine Single-Point-Schätzung ist in aller Regel ein verstecktes Ziel Formulierung der Unsicherheit mit Hilfe einer Wahrscheinlichkeitsverteilung Aber: Keine symmetrische Verteilung! Wie schlecht ein Projekt ausgeht ist nicht limitiert, wie gut schon Nominales Ergebnis (50/50 Schätzung) 100% Wahrscheinlichkeit Projektdauer (oder Kosten oder Aufwand) Quelle: Steve McConnell (Microsoft Press, 2006) Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 11
  12. 12. „Gute Aufwandsschätzungen“ Für gewöhnlich: On-time and in-budget (zumindest halbwegs) Für gewöhnlich: On-time and in-budget (zumindest halbwegs) Caspar Jones: Abweichungen von 10% sind ein Hinweis für sehr gute Schätzungen Conte, Dunsmore, Shen: Zeit und Ergebnis darf zum Plan um 25% abweichen Was ist eine „gute Aufwandsschätzung“ ohne ein „gutes Projektmanagement“? Was ist eine „gute Aufwandsschätzung“ ohne ein „gutes Projektmanagement“? Mitarbeiter durch Instabile Mitarbeiter noch Anforderungen andere geschäftliche Funktionalität nicht einsatzbereit entfernt Tätigkeiten abgelenkt entfernt Ergebnis = „Schätzung“ = Das Projekt 20 PM 20 PM Anforderungen auf Basis neuer Mitarbeitern Anforderungen Erkenntnisse fehlt wichtiges hinzugefügt ergänzt Know How Quelle: Steve McConnell (Microsoft Press, 2006) Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 12
  13. 13. Vorgehensweisen (1): Die Produktivität Zählen und Berechnen Zählen und Berechnen Kennzahlen / Produktivitätseinheiten ermitteln (LoC, Feature-Points, Usecase-Points, Change-Requests, Dialoge…) Aufstellen der Schätzung mit Hilfe eines Schätzalgorithmus und gesammelter historischer Produktivitätsdaten (quantifizierte Erfahrungswerte) Wenn keine Erfahrungswerte vorliegen können Expertenschätzungen helfen Aufwand (Personen Monate) und Zeit (Kalender Monate) für Produktivitätswerte festhalten (überführen in historische Daten) Berücksichtigung historischer Daten Berücksichtigung historischer Daten Erfahrungswerte für ähnliche Projekte aus der Software-Industrie verwenden Gesammelte Kennzahlen-Daten des eigenen Unternehmens heranziehen Historische Daten des gleichen Projekts zur Verfeinerung der Schätzung nutzen (Iterationsplan für Schätzungen) Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 13
  14. 14. Das Teufelsquadrat (1987) Qualität Quantität + + Nichtfunktionale Anforderungen Funktionale Anforderungen Produktivität - - Projektdauer Aufwand Quelle: Software-Projektkalkulation, Sneed, 2005 Berücksichtigung von Projekteinflüssen um Produktivitätsdaten für Schätzungen nutzen zu können Schätzalgorithmen berücksichtigen häufig diese Einflüsse Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 14
  15. 15. Einflussfaktoren auf die Produktivität Produkt- und Prozesseinflüsse („harte Faktoren“) Produkt- und Prozesseinflüsse („harte Faktoren“) Komplexität, Größe und Qualität des Produktes Neue oder sich ändernde Anforderungen während der Entwicklung Durchgängigkeit der Toolunterstützung Wiederverwendbarkeit von Software und Entwicklungsmethodiken Zeitrestriktionen und Projektdauer Performance und Verfügbarkeit der eingesetzten Entwicklungsumgebung Mitarbeiter- und Umgebungseinflüsse („weiche Faktoren“) Mitarbeiter- und Umgebungseinflüsse („weiche Faktoren“) Wissen und Erfahrung der Mitarbeiter Arbeitsplatzgestaltung Firmenkultur Teamgröße und -zusammensetzung Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 15
  16. 16. Vorgehensweisen (2) : Subjektive Beurteilungen Empirische Verfahren Empirische Verfahren Expertenschätzung Einbeziehung von Personen der Realisierung (Realisierungsexperten) Dekomposition / Rekomposition (Schätzung von Teilaufgaben/-schritten einfacher und weniger fehleranfällig) Analogie-Methode (möglichst ähnliche Projekte/Aufgaben werden verglichen) Best-Case und Worst-Case schätzen Experten-Gruppe / Delphi-Methode Schätzung durch mehrere unabhängige Experten Mehrere Schätzrunden Konvergiert (hoffentlich ☺) Eliminiert Ausreißer Empirische Verfahren sollten nur das letzte Mittel sein! Subjektivität verfälscht Schätzungen Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 16
  17. 17. Verfeinerung einer Schätzung -25/+20% -10/+10% -15/+15% -15/+15% Aufwand Release Zwischen- -50/+100% Zwischen- release 3 release 2 Architektur- Zwischen- grundlage release 1 -75/+300% geschaffen Anforderungen erhoben Budgetierung Projektstart Zeit Quelle: Steve McConnell (Microsoft Press, 2006) Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 17
  18. 18. Teil 2 Traditionelle Schätzverfahren “The process is called estimation, not exactimation.” Phillip Armour Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 18
  19. 19. Beispiele für algorithmische Schätzungen Baukosten für Einfamilienhäuser (1985) Baukosten für Einfamilienhäuser (1985) Kosten in DM = 352 * m3 umbauter Raum oder Kosten in DM = 1840 * m2 Wohnfläche Entwicklungskosten eines Nachrichtensatelliten der NASA (1979) Entwicklungskosten eines Nachrichtensatelliten der NASA (1979) Kosten in US-$ = 468,67 * Gewicht (lbs)0,57 Produktionskosten für Flugzeugrümpfe (1975) Produktionskosten für Flugzeugrümpfe (1975) Kosten für n Einheiten in 1000 US-$ = 2,06 * Gewicht (lbs)0,766 * n-0,218 Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 19
  20. 20. Usecase-Point-Methode von Gustav Karner (1993) Idee und Ziel Idee und Ziel Sehr einfache Berechnungsformel Kein großes Wissen über die Architektur erforderlich Zu einem frühen Projektzeitpunkt durchführbar Auf Basis moderner Analysemethoden Vorgehensweise bei der Schätzung Vorgehensweise bei der Schätzung Klassifizierung der Anwendungsfälle hinsichtlich der Akteure Gewichtung der Anwendungsfälle in Bezug auf ihre Komplexität Justierung der Schätzgröße durch produkt- bzw. projektbezogene Einflussfaktoren Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 20
  21. 21. Usecase-Point-Methode von Gustav Karner (1993) UAW : Unadjusted Actor Weight Type Description Factor Simple Program interface 1 Avarage Interactive, or protocol-driven, 2 interface UAW Complex Graphical interface 3 UUCW: Unadjusted Usecase Weight Type Description Factor Simple 3 or fewer transactions 1 Avarage 4 to 7 transactions 2 UUCW Complex More than 7 transactions 3 Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 21
  22. 22. Usecase-Point-Methode von Gustav Karner (1993) Der Algorithmus Der Algorithmus UCP =(UAW ⋅ UUCW ) ⋅ TCF ⋅ ECF UCP = Usecase Points UAW = Unadjusted Actor Weight UUCW = Unadjusted Usecase Weight TCF = Technical Complexity Factor (produktbezogen, harte Faktoren) ECF = Environment Complexity Factor (projektbezogen, weiche Faktoren) Produktbezogene Einflussfaktoren: Verteiltes System, Einfache Installation, Einfache Bedienbarkeit, Portabilität, Einfache Änderbarkeit, Nebenläufige Verarbeitung, hohe Sicherheitsanforderungen… Projektbezogene Einflussfakoren: Vertraut mit RUP, Facherfahrung, Erfahrung mit Objekt-Orientierung, Motivation, Stabile Anforderungen… Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 22
  23. 23. Klassifikation von Schätzmethoden Funktions-/Anweisungsorientiert (80er Jahre) Datenorientiert (Anfang 90er Jahre) Objektorientiert (Mitte bis Ende 90er Jahre) Abstrakt Usecase- Points COCOMO II Function Points COSMIC Data Points Object Mark II Points COCOMO konkret Komplex / Einfach / Viel Information Wenig Information Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 23
  24. 24. Teil 3 Agile Aufwandsschätzung und Projektplanung “It is a bad plan that admits of no modification.” P. Syrus Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 24
  25. 25. Was macht Schätzen und Planen agil? Fokus liegt mehr auf dem Schätzen / Planen als auf der Schätzung / dem Plan Änderungen sind willkommen (Projekt)-Pläne werden leichter änderbar Höhere Flexibilität und Reaktionsfähigkeit wirkt sich auf das gesamte Projekt aus Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 25
  26. 26. Vorgehen bei der Schätzung und Planung Schätzen der Größe // Aufstellen der Planung Schätzen der Größe Aufstellen der Planung Definition aller bekannten „Features“ / „Stories“ einer Anwendung Schätzen der Komplexität in „Story- od. Feature-Points“ Aufteilung von Features in Iterationen fester Länge Berechnung der Produktivität Berechnung der Produktivität Nach jeder Iteration werden Feature-Points aller umgesetzten Features summiert Nach der 2. oder 3. Iteration kann eine Prognose für zukünftige Iterationen erfolgen Zukünftige Iterationen enthalten nur so viele Feature-Points wie zuvor prognostiziert Ableiten der Dauer Ableiten der Dauer Durch Aufteilen von Features in Iterationen kann die maximale Anzahl benötigter Iterationen bestimmt werden Durch Bildung des Produkts aus fester Iterationsdauer * Iterationsanzahl kann die maximale Dauer ermittelt werden Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 26
  27. 27. Spielend (leicht) schätzen mit Planning Poker Ablauf Ablauf Jeder Schätzer bekommt ein Kartenspiel mit 20 Karten, jede Karte hat einen Schätzwert, je Höher der Wert, desto komplexer die Realisiernug Projektleiter liest eine Feature-Definition (mit allen aus seiner Sicht notwendigen Hintergrundinformationen) vor Jeder Schätzer wählt eine Karte, deren Komplexitätswert zum Feature passt und legt sie verdeckt vor sich hin 20 13 Nachdem alle gelegt haben wird aufgedeckt 8 5 3 2 Die Unterschiede werden diskutiert (speziell größter und kleinster Wert) 1 Es findet eine neue Schätzrunde statt bis alle sich auf einen Wert geeinigt haben Quelle: Agile Estimating and Planning, Mike Cohn, 2005 Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 27
  28. 28. Aufteilung in Iterationen Jede Iteration hat die gleiche zeitliche Länge 5 2 2 Jede Iteration enthält die gleiche 4 Anzahl Feature-Points 5 Es werden so viele Iterationen 4 gebildet wie Feature-Points vorhanden sind 3 4 Die Größe der Box richtet sich 1 nach der gemessenen 2 Produktivität 3 5 2 2 Quelle: Agile Estimating and Planning, Mike Cohn, 2005 Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 28
  29. 29. Messung der Produktivität Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 29
  30. 30. Der Release- / Iterationsplan Der Plan wird bestimmt durch die Größe der Features Die zuvor gemessene Produktivität / Velocity Es wird definiert woran in den einzelnen Iterationen gearbeitet wird Iteration 1 Iteration 2 Iteration 3-4 Features Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 30
  31. 31. Änderung des Release-/Iterationsplans Plan/Soll: Ist: Feature A 5 Feature A 5 3 Iter. Feature B 3 Feature B 3 Feature C 5 Feature C 5 Prod. = 13 Feature D 3 Feature D 3 Prod. = 16 Feature E 5 Feature E 5 Feature F 5 Feature F 5 Feature G 3 Feature G 3 Feature H 3 Feature H 3 Feature I 5 Feature I 5 Feature J 2 Feature J 2 4 Iter. Feature K 5 Feature K 5 oder 3 Iter.? Feature L 3 Feature L 3 Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 31
  32. 32. Teil 4 Diskussion von Aufwandsschätzungen “Precise language is not the problem. Clear language is the problem.” R. Feynman Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 32
  33. 33. Diskussion von Aufwandsschätzungen Fokus auf Problemlösung nicht auf Verhandlung Fokus auf Problemlösung nicht auf Verhandlung Trennung der Probleme von den Personen Trennung der Probleme von den Personen Unterschiedliche Persönlichkeiten und Standpunkte berücksichtigen Empathisches hinterfragen sachlicher Probleme Persönliche Sichtweisen aktiv diskutieren Konzentration auf Interessen, nicht auf Positionen Konzentration auf Interessen, nicht auf Positionen Offen über Wünsche und Bedürfnisse diskutieren Aktives Fragen nach einem gewünschten Ergebnis Nicht gegenseitig Standpunkte durch Argumentieren belegen oder deren Unterschiede verdeutlichen Quelle: method of principled negotiation, Fisher & Ury, 1991 Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 33
  34. 34. Diskussion von Aufwandsschätzungen Erarbeitung einer Vielzahl von Lösungsalternativen vor der Entscheidung Erarbeitung einer Vielzahl von Lösungsalternativen vor der Entscheidung Planungsalternativen sind häufig wichtiger als die Schätzung selbst, Beispiele: Spätere Versionen planen, Aufteilung von Features zu Iterationen ändern Weniger wichtige und sehr aufwändige Features streichen, nur teilweise implementieren Mehr Entwickler od. Architekten ins Team, besseres Verhältnis Architekt-zu-Entwickler Endbenutzer od. Entscheidungsträger stärker einbeziehen Commitments auf die nächste Iteration verschieben (weniger Unsicherheit) Zwei kurze Iterationen durchführen um die Produktivität zu messen Aufbau des Ergebnisses auf objektive Kriterien Aufbau des Ergebnisses auf objektive Kriterien Einsatz von externen Gutachtern zur Bestätigung der Schätzung Standard-Methode(n) des Unternehmens verwenden, die allgemein anerkannt ist/sind Quelle: method of principled negotiation, Fisher & Ury, 1991 Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 34
  35. 35. Teil 5 Resumee / Checkliste für gute Aufwandsschätzungen “By three methods we may learn wisdom: first, by reflection which is noblest; second, by imitation, which is the easiest; and third, by experience, which is the bitterest.“ Confucius Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 35
  36. 36. Tipps für gute Aufwandsschätzungen Es werden standardisierte Vorgehensweisen bei der Erstellung der Schätzung verwendet Die Schätzung wird nicht unter Druck angefertigt, der das Ergebnis verfälschen könnte Die Schätzung ist nicht ad hoc oder spontan entstanden Bei Diskussionen zur Schätzung werden nur die Rahmenbedingungen und nicht die Ergebnisse diskutiert Die Schätzung wird mit einer bestimmten Genauigkeit (Best-Case, Worst- Case) kommuniziert, die zum Kenntnisstand bzw. dem Projektzeitpunkt passt Die Schätzung wird mit Hilfe mehrerer Methoden, die zu gleichen Ergebnissen führen, erstellt Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 36
  37. 37. Tipps für gute Aufwandsschätzungen Die angenommene Produktivität passt zu den Rahmenbedingungen des Projekts Die Personen, die das Projekt durchführen, sind auch an der Schätzung beteiligt Die Schätzung wird von (einem) unabhängigen Externen bewertet/bestätigt Es wird eine Risikoanalyse erstellt und verdeutlicht, dass beim Eintritt von Risiken Auswirkungen auf die Projektlaufzeit und die –kosten entstehen Die Schätzung ist Teil von weiteren Schätzungen, die im Verlauf des Projekts ein immer genaueres Endergebnis vermitteln können Sämtliche Projektaspekte werden bei der Schätzung berücksichtigt (Setup, Migration, Testdatenerstellung, Urlaub, Krankheit, Einarbeitung in Technologien/Tools, Installationen, technische Reviews, Bugfixing, Performance-Tuning, Koordination mit QA, Änderung von Anforderungen…) Die Schätzung und deren Rahmenbedingungen wurden dokumentiert bzw. mit früheren Dokumentationen verglichen, Änderungen werden festgehalten Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 37
  38. 38. …und zum Schluss „If you want a guarantee, buy a toaster“ (Clint Eastwood) Danke für die Aufmerksamkeit Bonner Runde · Aufwandsschätzungen · 20. November 2006 Seite 38

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