Die Politik der Daten.
Zwischen Post-Demokratie und
Commons
Felix Stalder
Zürich/Wien
felix.openflows.com
Datenspuren: Big...
Kultur:
Prozesse der Aushandlung von
Bedeutung
Interpretations- und
handlungsleitend
Veränderung der Struktur
dieses Prozesse
von kleinen zu grossen
Datensätzen
Mehr Menschen, mehr Kultur,
mehr Technologie
Mehr Menschen
historische Transformation der
Arbeit, der Gesellschaft und der
Geopolitik
Mehr Kultur
Design als kreative
Generaldisziplin
(A. Reckwitz)
Handlungsoptionen überall
Entscheidungsprozesse überall
Explosion der Kommunikation
Neue Infrastruktur für grosse
Kommunikationsmengen
seit den 2000er Jahren
dominant
Internet in real time
http://pennystocks.la/internet-in-real-time
Krise der alten Institutionen,
in denen Bedeutung
ausgehandelt wurden
Ausgerichtet auf kleine
Datensätze
Position des Überblicks
Inhaltliche Entscheidungen
Objektivität
Repräsentation
Seit den 1960er Jahren
verstärkte Kritik an diesen
Verfahren
Neue Infrastruktur ermöglicht
den Aufbau neuer Institutionen
Aus Kritik werden Alternativen
Kommerzielle soziale
Massenmedien
Internet in real time
„schwache“ soziale Netze
neue „communities of practice“
Politische Herausforderungen
dieser Institutionen
Meinungsbildung und
Entscheidungsfindung
jenseits der Repräsentation
Strategie 1:
Entkoppelung
Alle dürfen mitreden,
entscheiden tun andere.
Beispiel:
Privatsphäre in sozialen
Massenmedien
Marc Zuckerberg, 2013
Strukturelle Trennung der
Ebenen sozialen Verhandlung
und der Entscheidung
Daten sind geheim und/oder
proprietär
post-demokratisch
post-“hegemonial“
post-kulturell
nicht auf „Internet“
beschränkt
Strategie 2:
Umfassende Verknüpfung
Alle dürfen mitreden
Aufhebung der klassischen
Rollen
Produzent/Konsument
Wirtschaft/Gesellschaft
Umfassende Institutionen,
ausgerichtet auf Konsens und
komplexe Kalküle
commons
gemeinschaftlich-demokratisch
„hegemonial“
umfassend-kulturell
nicht auf „Internet“
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Slides zum Vortrag bei der Konferenz "Data Traces", 03/04.07.2015 in Basel. Siehe: http://www.campusderkuenste.ch/datenspuren/4026/

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  • Sozialer dynamischer Prozess, zwischen Personen
    spiegelt und verfestigt sich in
    Artefakte, Handlungsweisen, Institutionen
    Rahmen es sozialen Handelns, in dem Fragen wie wichtig/unwichtig, richtig und falsch, schön oder hässlich verhandelt werden
  • Nicht symbolishces Beiwerk, oder überbau,
    sondern grundlage des Handelns
    ermöglicht, zwischen verschiedenen Handlungsalternativen zu entscheiden
  • Diese Struktur hat sich vor kurzem fundamental verändert.
    Medien-theoretische Perspektive: Folge eines Medienwandels, der verändert wie Menschen sich selbst, die Welt und ihre Position daran wahrnehmen und entsprechende Handlungsstrategien entwickeln.
  • Eine zentrale Folge diese Wandels ist, dass wir diese Aushandlungsprozesse nicht mehr auf Basis sehr kleiner, sondern sehr grosser Datensätze vollziehen.
    Quantitative Veränderung, die aber tiefgreifende qualitative Konsequenzen hat.
    Daten hier: nicht maschinen-generiete Daten (die bei big data oft im Zentrum stehen), sondern kulturelle „Werke“, also Dinge, die von Menschen mit einem expliziten Bedeutungsanspruch gemacht wurden.
  • Grosse Datenmengen kommen daher, dass immer Menschen, auf immer mehr kulturellen Feldern aktiv sind, und dass sie dabei immer komplexere technologische Nutzen, die das nicht nur ermöglichen, sondern normalisieren und damit zu einer Situation führen, in der das normal und erwartet ist.
    War kommunzieren ausserhalb des privaten Raums einst ein privileg, ist es heute ein Imerativ.
  • Aber woher kommen alle diese Menschen, die jetzt plötzlich mit eigenen Bedeutungsansprüchen hervortreten?
    1. Neue Ansprüche durch die Arbeitswelt: expressivität, kreatvität, kommunikationsfähigkeit
    2. Gesellschaftliche Wandel ermöglicht es immer mehr Personen, die bisher marginalisiert war, sich, ihre Erfahrungen und ihre Ansprüche zu artikulieren.
    3. Diese Prozesse blieben aber nicht auf den Westen beschränkt, vielmehr drängen immer mehr kulturelle Erfahrungen in die Verhandlung hinein, durch globalisierung und Migration.
  • Immer mehr dimensionen des Alltags und des Lebens werden kulturalisiert. Es gibt fast nichts mehr, was nicht designed werden könnte, von einfachen Objekten über Prozesse, Instutionen, Städte, Pflanzen und ja sogar Babies.
    Design heisst immer, dass Optionen bestehen, die gestaltet werden müssen. Und wo Optionen bestehen, da besteht kultur, weil diese Optionen verhandelt werden müssen.
  • Solch basale Dinge wie der Zusammenhang zwischen Schwangerschaft und Mutterschaft sind plötzlich Verhandlungssache, und damit kulturell.
    Wie wollen die das Wetter gestalten? Oder wie können wir die nächsen 100'000 Jahre organisieren, damit wir mit den Atommüll sicher verwahren können.Solcge Fragen waren einst Schicksal oder wurden bestenfalls durch Mythen abgedeckt. Nun aber sind die Streitfragen, und damit kulturell.
  • All diese Verhandlungen führen zu einer explosion der Kommunikation. Alles muss dauernd von allen verhandelt werden. Nicht zu letzt, weil es für viele Dinge keinen fixen Konsens mehr gibt.
  • Um diese grossen Kommunikationsmengen zu ermöglichen, braucht es neue Infrastrukturen.
  • Diese ist, etwas vereinfacht, das Internet, und es hat im Verlaufe der 2000er Jahre alle anderen Verdrängt. Nicht verschwunden, aber das Internet ist das neue normal und es gibt kaum einen relevanten gesellschaftlichen Bereich, der heute diese Infrastruktur nicht nützt.
  • Explosion der Kommunikation führt zu einer Krise der Institutionen, Massenmedien, Museen, Archive, Politische Organisationen wie Parteien
  • Denn diese waren und sind ausgerichtet auf kleine Datensätze, auf die Kanalisierung und Reduktion von Komplexität und Kommunikation.
    Dinge werden nicht verhandelt, sondern sind vorgeben.
  • Kleine Datensätze erlauben es einen Überblick zu bewahren.
    Den Kanon der dt. Literatur konnte man noch von vorne bis hinten lesen.
    Die Schlüsselwerke der Kunstgeschichte kann man sich anschauen.
    Das erlaubt eine inhaltliche Auseinandersetzung und entsprechende Entscheidung, die such auf einer Expertise ergeben
    Ein Überblick ist per definition eine unpersönliche Position und daraus ergibt sich ein Anspruch auf Objektivität
  • Alle diese Annahmen kamen seit den 1960er Jahrenin die Krise.
    Der Kanon wurde zunehmend als ungerechtfertigter Partikularismus begrandnmarkt
    Der Anspruch auf überblick als provinzielle Ilussion kritisiert
    Und objektität als Propaganda an den Pranger gestellt.
  • Hier etwa durch Studenten in Berlin im Anschluss an das Attentat auf rudi Dutschke
  • Präsentation

    1. 1. Die Politik der Daten. Zwischen Post-Demokratie und Commons Felix Stalder Zürich/Wien felix.openflows.com Datenspuren: Big Data im Kontext von Kultur und Gesellschaft Basel, 03/04. Juli, 2015
    2. 2. Kultur: Prozesse der Aushandlung von Bedeutung
    3. 3. Interpretations- und handlungsleitend
    4. 4. Veränderung der Struktur dieses Prozesse
    5. 5. von kleinen zu grossen Datensätzen
    6. 6. Mehr Menschen, mehr Kultur, mehr Technologie
    7. 7. Mehr Menschen historische Transformation der Arbeit, der Gesellschaft und der Geopolitik
    8. 8. Mehr Kultur Design als kreative Generaldisziplin (A. Reckwitz)
    9. 9. Handlungsoptionen überall Entscheidungsprozesse überall
    10. 10. Explosion der Kommunikation
    11. 11. Neue Infrastruktur für grosse Kommunikationsmengen
    12. 12. seit den 2000er Jahren dominant
    13. 13. Internet in real time http://pennystocks.la/internet-in-real-time
    14. 14. Krise der alten Institutionen, in denen Bedeutung ausgehandelt wurden
    15. 15. Ausgerichtet auf kleine Datensätze
    16. 16. Position des Überblicks Inhaltliche Entscheidungen Objektivität Repräsentation
    17. 17. Seit den 1960er Jahren verstärkte Kritik an diesen Verfahren
    18. 18. Neue Infrastruktur ermöglicht den Aufbau neuer Institutionen
    19. 19. Aus Kritik werden Alternativen
    20. 20. Kommerzielle soziale Massenmedien
    21. 21. Internet in real time
    22. 22. „schwache“ soziale Netze
    23. 23. neue „communities of practice“
    24. 24. Politische Herausforderungen dieser Institutionen
    25. 25. Meinungsbildung und Entscheidungsfindung jenseits der Repräsentation
    26. 26. Strategie 1: Entkoppelung
    27. 27. Alle dürfen mitreden, entscheiden tun andere.
    28. 28. Beispiel: Privatsphäre in sozialen Massenmedien
    29. 29. Marc Zuckerberg, 2013
    30. 30. Strukturelle Trennung der Ebenen sozialen Verhandlung und der Entscheidung
    31. 31. Daten sind geheim und/oder proprietär
    32. 32. post-demokratisch post-“hegemonial“ post-kulturell
    33. 33. nicht auf „Internet“ beschränkt
    34. 34. Strategie 2: Umfassende Verknüpfung
    35. 35. Alle dürfen mitreden Aufhebung der klassischen Rollen
    36. 36. Produzent/Konsument Wirtschaft/Gesellschaft
    37. 37. Umfassende Institutionen, ausgerichtet auf Konsens und komplexe Kalküle
    38. 38. commons
    39. 39. gemeinschaftlich-demokratisch „hegemonial“ umfassend-kulturell
    40. 40. nicht auf „Internet“ beschränkt

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