VEREINTE NATIONEN




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  Ziel 2                Bis zum Jahr 2015 sicherstellen, dass K...
MILLENNIUMS-ENTWICKLUNGSZIELE – BERICHT 2009




um 15 Prozentpunkte stieg, und Südasien, wo sie im         Die Hälfte der...
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 Ungleichheit untergräbt die                                     Auch Angehörige ethnischer, sprachl...
MILLENNIUMS-ENTWICKLUNGSZIELE – BERICHT 2009




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  1. 1. VEREINTE NATIONEN ZIELVORGABE Ziel 2 Bis zum Jahr 2015 sicherstellen, dass Kinder in der ganzen Welt, Jungen wie Mädchen, eine Grundschulbildung vollständig abschließen können Verwirklichung Die Welt rückt dem Ziel der allgemeinen der allgemeinen Grundschulbildung näher, jedoch zu langsam, um es bis zum Zieldatum 2015 zu erreichen Grundschul- Bereinigte Netto-Einschulungsquote im Grundschulbereich* – 1999/2000 und 2006/2007 (in Prozent) bildung Afrika südlich der Sahara 58 74 2000 2007 Westasien 85 88 Südasien 79 90 GUS 90 94 Südostasien 94 94 Lateinamerika & Karibik 94 95 Ostasien 99 95 Nordafrika 91 96 Entwickelte Regionen 97 96 Entwicklungsregionen 83 88 Welt 85 89 0 20 40 60 80 100 * Definiert als der Prozentanteil der in der Grund- oder Sekundarschulstufe eingeschriebenen Kinder im theoretischen Schulalter an der Gesamtbevölkerung dieser Altersgruppe. Anmerkung: Für Ozeanien liegen keine Daten vor. In Bezug auf das Ziel der allgemeinen Grundschulbildung sind Fortschritte zu verzeichnen, doch noch immer besuchen mehr als 10 Prozent der Kin- der im Grundschulalter keine Schule. In den Entwicklungsländern als Gruppe stieg die Einschulung im Grundschulbereich zwischen 2000 und 2007 von 83 auf 88 Prozent. Wesentliche Durchbrüche verzeichneten Afri- ka südlich der Sahara, wo die Einschulungsquote zwischen 2000 und 2007 14
  2. 2. MILLENNIUMS-ENTWICKLUNGSZIELE – BERICHT 2009 um 15 Prozentpunkte stieg, und Südasien, wo sie im Die Hälfte der 72 Millionen Kinder, die keine gleichen Zeitraum um 11 Prozentpunkte zunahm. Schule besuchen, haben nie ein Klassenzimmer In vielen Ländern waren Verbesserungen bei der Schul- von innen gesehen einschreibung mit höheren staatlichen Bildungsausga- Verteilung der Kinder, die keine Schule besuchen, nach Schulsituation – ben verbunden, bei denen es infolge der Weltwirt- 2006 (in Prozent) schaftskrise allerdings zu schweren Einbrüchen kom- men könnte. Auch demografische Trends können die Westasien 12 22 65 Erreichung des Ziels beeinflussen, da durch Bevölke- Afrika südlich der Sahara rungswachstum gewöhnlich ein stärkerer Druck auf die 8 29 63 veranschlagten Bildungsmittel entsteht. Der trotz des Südasien raschen Bevölkerungswachstums relativ starke Anstieg 63 5 32 der Schuleinschreibungen in Afrika südlich der Sahara Lateinamerika & Karibik und in Südasien ist ermutigend. Die Gesamtzahl der 20 58 21 Südostasien Kinder, die keine Schule besuchen, fällt jedoch zu lang- 25 55 20 sam und zu ungleichmäßig, als dass die Zielvorgabe bis Nordasien 2015 erreicht werden könnte. 66 29 5 Ostasien Die Zahl der Kinder im Grundschulalter, die keine Schu- 1 98 2 le besuchen, ist seit 1999 um 33 Millionen gesunken. Entwickelte Regionen 29 56 15 Dennoch waren 2007 weltweit 72 Millionen Kinder Entwicklungsregionen vom Recht auf Bildung ausgeschlossen. Beinahe die 23 30 46 Hälfte lebt im subsaharischen Afrika, gefolgt von Süd- asien mit 18 Millionen Kindern, die nicht zur Schule 0 20 40 60 80 100 Schule vor zeit ig ver lassen Ver zöger t er Schuleint r it t Kein Schulbesuch er war t et gehen. Nach Teilprognosen im Education for All Global Monitoring Report (Weltbericht „Bildung für alle“) der Fast die Hälfte der heute nicht schulbesuchenden Kinder ist mit formaler Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Bildung nie in Berührung gekommen. Ohne neue Politiken und zusätzli- Wissenschaft und Kultur (UNESCO) , der auf Daten von che Anreize werden sie wahrscheinlich nie zur Schule gehen. Etwa 2006 beruht, werden auch 2015 noch mindestens 30 Prozent der Kinder in den Entwicklungsländern, die keine Schule besu- 29 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen. chen, lassen sich vielleicht irgendwann verspätet einschulen. Weitere 23 Prozent sind Schulabbrecher. Weitreichender ist das Problem in Subsahara-Afrika mit den meisten Kin- dern, die derzeit nicht zur Schule gehen und zu zwei Dritteln wahrschein- lich niemals gehen werden. Ähnlich ist es auch in Westasien, wo von den 3 Millionen nicht schulbesuchenden Kindern 64 Prozent Mädchen sind. Zwei Drittel der Millionen von Kindern, die in Südasien keine Schule besu- chen, sind Schulabbrecher. Dass so viele Kinder keine Schule besuchen, ist wegen der Zukunftswir- kung auf die anderen Millenniumsziele besonders besorgniserregend. So steht erfahrungsgemäß ein höherer Anteil von Müttern mit Grund- oder Sekundarschulbildung mit einer niedrigeren Kindersterblichkeitsrate im Zusammenhang, und die Kinder von Eltern mit Bildungshintergrund sind besser ernährt. Auch hat der Alphabetisierungsgrad der Eltern einen Ein- fluss darauf, ob ihre Kinder zur Schule gehen. Bildung wirkt sich nachweis- lich positiv auf den Erfolg der HIV-Prävention aus und erhöht die Chance auf Zugang zu einer menschenwürdigen Beschäftigung. 15
  3. 3. VEREINTE NATIONEN Ungleichheit untergräbt die Auch Angehörige ethnischer, sprachlicher und religiöser Minderheiten haben geringere Bildungschancen als die Gesamtbevölkerung. Eine Ana- Bildungschancen von Millionen lyse der Erhebungsdaten aus 17 Ländern zeigt, dass die Nettoschulbe- von Kindern suchsquoten im Grundschulbereich bei den am wenigsten benachteilig- ten Gruppen um bis zu 1,7 Mal höher lagen als bei den am stärksten be- Index der Bildungsparität im Grundschulbereich nach nachteiligten Gruppen; im Sekundarschulbereich waren sie bis zu sechs- Volksgruppe, Sprache oder Religion, niedrigste/ mal so hoch. höchste Schulbesuchsquote, ausgewählte Länder – 2005-2006 Ein Index der Bildungsparität, der für ein bestimmtes Land die Schulbe- suchsquote der am stärksten benachteiligten Gruppe mit derjenigen der Dem. VR Laos 0,59 am wenigsten benachteiligten Gruppe ins Verhältnis setzt, zeigt für den Togo Grundschulbereich Werte zwischen 0,59 und 0,99. Ein Wert von 0,59 be- 0,61 deutet, dass die Schulbesuchsquote der am stärksten benachteiligten ehem. jug. Rep. Mazedonien Gruppe nur 59 Prozent derjenigen der Gruppe mit der höchsten Schulbe- 0,62 suchsquote beträgt; bei 0,99 besteht keine bzw. nur eine geringfügige Montenegro Ungleichheit zwischen den Gruppen. Im Sekundarschulbereich sind die 0,69 Ungleichgewichte extremer, und der Index liegt zwischen 0,17 und 0,98. Guinea-Bissau 0,69 In einigen Ländern haben sich Fördermaßnahmen der öffentlichen Hand, Gambia die auf die ärmsten und am stärksten benachteiligten Gruppen gerichtet 0,73 sind, als wirksam erwiesen. So haben beispielsweise die Abschaffung von Serbien Schulgebühren, der Bau von Schulen in unterversorgten Gebieten und die 0,78 verstärkte Einstellung von Lehrern zu bemerkenswerten Fortschritten bei Belize 0,87 der Schuleinschreibung der ärmsten Kinder geführt. Insgesamt und ins- Georgien besondere bei Minderheitengruppen muss weiter mit Vorrang dafür ge- 0,89 sorgt werden, dass Mädchen zur Schule gehen und ihre Schulbildung Kirgisistan abschließen. 0,91 Sierra Leone 0,94 Unter welchen Voraussetzungen kann die Ziel- Kasachstan vorgabe im Bereich Bildung erreicht werden? 0,96 Albanien 0,96 Die Verwirklichung der allgemeinen Grundschulbildung bis 2015 erfor- Thailand dert, dass alle Kinder im offiziellen Schuleintrittsalter bis 2009 Bildungs- 0,97 zugang haben. Einige Fortschritte wurden dabei bereits erzielt: 2007 Usbekistan betraten fast 137 Millionen Kinder zum ersten Mal ein Klassenzimmer – 0,98 7 Millionen mehr als 1999. Die Bruttoaufnahmequote, die die Fähigkeit Vietnam von Bildungssystemen misst, allen Kindern Zugang zu Schulbildung zu 0,98 verschaffen, stieg im selben Zeitraum in den Entwicklungsländern um Guyana 0,99 neun Prozentpunkte. Der mit 25 Prozentpunkten größte Zuwachs war im subsaharischen Afrika zu verzeichnen. 0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 Bildungszugang ist jedoch nur ein Teil der Lösung. Die Verwirklichung der allgemeinen Grundschulbildung setzt voraus, dass die Grundschul- Chancenungleichheit durch Benachteiligung aufgrund bildung vollständig abgeschlossen wird. Millionen von Kindern brechen von Geschlecht, Volksgruppenzugehörigkeit, Einkom- jedoch ihre Schulbildung vorzeitig ab. In vielen Entwicklungsländern men, Sprache oder Behinderung ist weit verbreitet und leiden die Schulsysteme unter chronischem Finanz- und Ressourcen- ein wesentliches Hindernis für die Bildung für alle. Kin- mangel und bieten oft keine hochwertige Bildung. Dies hat zur Folge, der aus armen Gemeinden und Mädchen geraten am dass zu viele Kinder die Schule verlassen, ohne auch nur die grundle- häufigsten ins Hintertreffen. In einigen weniger ent- gendsten Fähigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen erworben zu wickelten Ländern besuchen Kinder, die zum ärmsten haben. Fünftel der Bevölkerung gehören, dreimal seltener eine Zur Bewältigung dieser Probleme bedarf es weitreichender Reformen Grundschule als Kinder aus dem reichsten Fünftel. 2007 und höherer Investitionen. Anhand von Daten aus dem Jahr 2004 waren von den Kindern, die weltweit keine Schule be- schätzt die UNESCO, dass zur Verwirklichung des Ziels der allgemeinen suchen, 54 Prozent Mädchen. Grundschulbildung allein in Afrika südlich der Sahara bis 2015 3,8 Millionen Lehrer eingestellt werden müssen. 16
  4. 4. MILLENNIUMS-ENTWICKLUNGSZIELE – BERICHT 2009 17

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