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Klimadiagramm der Stadt KiewAbgesehen von den Berggebieten und den südwestlichen und südlichenKüstenregionen lässt sich di...
durch den Bau von Staudämmen an den großen Flüssen ausgedehnteBewässerungsanlagen entstanden sind (siehe auch Stauseen in ...
Die weltweit größten Rotbuchen-Urwälder befinden sich in den Ukrainischen WaldkarpatenIn den Karpaten existieren die letzt...
Nach schweren Umweltkatastrophen wie der Katastrophe von Tschernobyl und demTankerunglück im Schwarzen Meer, hat sich die ...
Prozentzahl der Ukrainisch-Sprechenden nach der offiziellen Statistik 2001Nach der offiziellen Volkszählung von 2001 leben...
Sprache statt. Eine weit verbreitete mündliche Mischform mit dem Russischen ist derSurschyk.Die "Sprachenfrage" ist in der...
Die Lebenserwartung bei Männern liegt in der Ukraine bei 63 Jahren, Frauen werdendurchschnittlich 74 Jahre alt. Das ist de...
russischen Nachbarstaaten und schließlich das tatarische Khanat Kasan unterwarf.Die Ukraine wurde durch dessen Ausdehnung ...
Moissejewitsch Kaganowitsch bis heute für die durch die Zwangskollektivierungherbeigeführte Hungersnot in der Bevölkerung ...
Präsidentschaftswahlen, aus denen Wiktor Juschtschenko als Sieger hervorging. Inder Folge wurde das politische System zu e...
Wahlergebnisse vom 30.09.20076. 1. Aktuelle SituationDie Politik in der Ukraine ist seit der Unabhängigkeit 1991 und insbe...
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Die Autonome Republik Krim (ukrainisch Автономна Республіка Крим), zu Zeitender UdSSR offiziell Oblast Krim, ist geographi...
Ladenpassage in OdessaDie wichtigsten Außenhandelspartner sind Russland (21,1 %), Deutschland (8,0 %),die Türkei (6,9 %), ...
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Viele Einwohner auf dem Land betreiben Subsistenzwirtschaft, da Löhne und Renteverspätet und unvollständig ausbezahlt wurd...
Bei Krywyj Rih, Dnipropetrowsk und Saporischschja befinden sichEisenerzlagerstätten mit entsprechender Verarbeitung. Hinzu...
20 HryvniaIm Bankwesen fand die erste Übernahme durch ein ausländisches Kreditinstitut erstim Oktober 2005 statt, aber sch...
8. 4. 2. IT-DienstleistungenDie Ukraine ist in den letzten Jahren auch im Zusammenhang mit dem IT-Outsourcing bekannt gewo...
nicht-elektrifizierte Abschnitte. Eine komplette Elektrifizierung ist vorgesehen.Wichtigste Eisenbahngesellschaft ist die ...
•   Kyivstar/Djuice/Mobilitsch   •   MTS(UMC)/Jeans/Sim-Sim   •   Beeline   •   LIfe:)   •   PEOPLEnet (3G)9. 6. Pipelines...
Der populärste Fußballspieler aus der Ukraine ist Andrej Schewtschenko vom ACMailand. Die erste Fußballliga in der Ukraine...
•   Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Nach der „Orangenen Revolution“, Der        Bürger im Staat, ...
(1701), die Bibliotheken der Universitäten in Lemberg (1608), Charkow (1805), Odessa (1817), Kiew(1834), Tschernowiz (1852...
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  1. 1. EtymologieDie slawische Wurzel krai kann sowohl ‘Gebiet, Land’ als auch ‘Rand, Grenze’bedeuten (vergleiche auch, ohne das Präfix u- , slawisch krajina, das u. a. in derkroatisch-serbischen Krajina, dem einst österreichischen Krain und der deutschenUckermark erhalten ist). Von welcher dieser beiden Bedeutungen sich der Name desheutigen Staates herleitet, ist umstritten, wobei das Präfix u- , das der Präposition amentspricht, die Variante Land am Rand, Grenzland wahrscheinlicher erscheinen lässt.Zahlreiche russische Chroniken benutzen ab dem 16. Jahrhundert das Wort Ukrainaeindeutig als Grenzgebiet, allerdings nicht ausschließlich für die Teile der heutigenUkraine (Sewerien), die damals zum Zarentum Russland gehörten, sondern auch fürandere Grenzgebiete im Süden. Sowohl in Russland als auch im GroßfürstentumLitauen, in dem die ruthenische Sprache verbreitet war, wurden Menschen, die ander gefährlichen Grenze zu den Steppengebieten siedelten, ukrainniki genannt.Weite Verbreitung fand der Begriff Ukraine sowie das Ethnonym Ukrainer jedoch erstin der zweiten Hälfte 19. Jahrhunderts. Davor wurde das Gebiet Ruthenien (Русь)oder Kleinrussland genannt. Die (Selbst-)Bezeichnung der Ukrainer war Ruthenen(русини, руськи).2. GeographieHauptartikel: Geographie der UkraineDer größte Teil der Ukraine (ca. 95 %) liegt auf dem Gebiet der OsteuropäischenEbene. Deshalb wird sie fast ausschließlich zu Osteuropa gezählt. Die restlichen 5% zählen zu Mitteleuropa (die Karpaten und Lemberg) und Südosteuropa (Odessaund die Halbinsel Krim).Andere Landschaftsräume außerhalb der großen Ebene finden sich lediglich in dersüdlichen Westukraine, wo das Land Anteil an den Waldkarpaten und an derPannonischen Ebene hat, sowie im äußersten Süden. Der höchste Berg des Landesist der Howerla in den Ostkarpaten, welcher eine Höhe von 2.061 Metern erreicht.Die höchste Erhebung der Krim ist der Roman Kosch mit 1.545 Metern.Auf dem zur Osteuropäischen Ebene gehörenden Teil erstrecken sich insbesondereim Norden und Süden des Landes große Tiefländer (ukrainisch Низовина) wie etwadas Dneprtiefland und die Schwarzmeersenke. Das Gelände erreicht dort Höhenzwischen 0 und 200 m. Aufgrund der geringen Höhenunterschiede fließen die Flüsse
  2. 2. dieses Gebiets sehr langsam. Im Bereich der Tiefländer gibt es insbesondere in derzentralukrainischen Oblast Poltawa kleinere Gas- und Erdölvorkommen, welche aberfür eine Eigenversorgung des Landes nicht ausreichend sind. Hoffnungen werden indie Erschließung von Feldern im Schwarzen Meer gesetzt. Aufgrund der vermutetenRohstoffvorkommen bestehen momentan Grenzstreitigkeiten mit dem südwestlichenNachbarland Rumänien.Im zentralen Landesteil erstrecken sich von Westen nach Osten höherliegendeGebiete mit Geländehöhen zwischen 200 und knapp über 500 m, welche Platten(ukrainisch Височина) genannt werden. Zu diesen gehören etwa die Podolische oderdie Donezplatte. Diese Platten bestehen überwiegend aus Gestein aus demErdaltertum, welches durch die Entstehung des alpidischen Gebirgsgürtels in denletzten 10 Millionen Jahren wieder angehoben worden ist. Sie sind reich anRohstoffen wie etwa Eisenerz und Kohle. Die größten Erzvorkommen finden sich umKrywyj Rih (Kriwoj Rog) im Oblast Dnipropetrowsk, während die Kohlelager sichüberwiegend im Gebiet um die Stadt Donezk befinden. Die Platten sind vonzahlreichen kleineren und größeren Flüssen durchschnitten, welche sich teilweise tiefins Gelände eingeschnitten haben.Der Nordwesten der Ukraine wird als Wolhynien bezeichnet. Diese Landschaft wirdmit Galizien zu den „Keimzellen“ einer unabhängigen Ukraine gerechnet, da dieseGebiete erst im Zuge des Zweiten Weltkriegs von Polen an die Sowjetunionabgetreten wurden. Teile Galiziens und Transkarpatien hatten bis dahin niemals zueinem von Moskau aus regierten Reich gehört, wobei die Mehrheit der Bevölkerungder russischen Herrschaft und den Russifizierungsmaßnahmen sehr reserviertgegenüber stand. Das Entstehungsgebiet der ukrainischen Kultur und Sprache liegtaber wahrscheinlich im Dneprgebiet südöstlich von Kiew, wo im 17. Jahrhundert fürkurze Zeit der Kosakenstaat bestand.Der geografische Mittelpunkt des Landes befindet sich in der Nähe der SiedlungDobrowelytschkiwka, Oblast Kirowohrad. Darüber hinaus wurde von österreichischenForschern Ende des 19. Jh. festgestellt, dass der geographische Mittelpunkt Europasin der Nähe des Ortes Rachiw liegen soll. Diese Theorie ist aber umstritten.2. 1. Klima und Böden
  3. 3. Klimadiagramm der Stadt KiewAbgesehen von den Berggebieten und den südwestlichen und südlichenKüstenregionen lässt sich die Ukraine hinsichtlich des Klimas, der Böden und derVegetation in drei Großzonen gliedern. Im Nordwesten hat es Anteil an denPrypjatsumpfgebieten, welches insbesondere durch frühere Gletschervorstöße ausSkandinavien während der Eiszeiten geprägt wurde. Hier finden sich dieschlechtesten Böden des Landes. Hinzu kommt, dass diese Region besonders starkvon der Katastrophe von Tschernobyl betroffen ist. Das Gebiet erhält relativ vielNiederschlag (500-750 mm), die Sommer sind mild mit Durchschnittstemperaturenim Monat Juli von 17 bis 19 °C.An diese Zone schließt sich nach Süden und Südosten die sogenannteWaldsteppenzone an, in welcher ehemals bestehende Waldbestände aberüberwiegend schon abgeholzt wurden. Hier befinden sich weit ausgedehnteLößebenen, die im Eiszeitalter unter periglazialen Bedingungen entstanden sind. Ausdem Löß haben sich überwiegend sehr fruchtbare Schwarzerdeböden entwickelt,welche zu den ertragreichsten der Welt gehören. Die Niederschlagsmengen liegenzwischen 350 und 400 mm, die Juli-Durchschnittstemperaturen bei 20 °C. Insgesamtbietet dieses Gebiet sehr gute Bedingungen für eine landwirtschaftliche Nutzung.Allerdings sind die Böden sehr erosionsanfällig, wenn sie, wie oft in Sowjetzeitengeschehen, falsch bestellt werden.Im Südosten grenzt die Steppenzone an, welche nur über relativ geringeNiederschläge von teilweise unter 250 mm im Jahr verfügt. Auch sind die Sommerhier sehr heiß mit Durchschnittstemperaturen im Juli von teilweise über 23 °C. Diefruchtbaren Schwarz- und Kastanienbraunerden dieses Gebietes konntenüberwiegend erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts in Wert gesetzt werden, nachdem
  4. 4. durch den Bau von Staudämmen an den großen Flüssen ausgedehnteBewässerungsanlagen entstanden sind (siehe auch Stauseen in der Ukraine).Die Küstenregionen auf der Halbinsel Krim und im südwestlichen Bessarabien sindsehr fruchtbar und werden aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen mitmilden Wintern insbesondere für den Obst- und Weinanbau genutzt.2. 2. GewässerDie Südküste der Ukraine hat einen 2782 km langen Anteil am Schwarzen Meer undam Asowschen Meer. Zu den zahlreichen Flüssen die das Land von Nord nach Süddurchkreuzen und dort im Schwarzen Meer münden zählen der Dnepr, die Desnaund der Dnister. Im Westen bildet die Donau eine 54 km lange Grenze zwischenRumänien und der Ukraine. Weitere große Flüsse sind der Pruth, die Horyn, derSiwerskyj Donez und der Südliche Bug. Viele kleinere Flüsse sind von versumpftenUfern mit Schilfbestand geprägt. Die Straße von Kertsch, eine 40 km langeMeerenge verbindet das Schwarze Meer mit dem Asowschen Meer und trennt dieHalbinsel Krim von der Taman-Halbinsel (Russland). Über Polesien erstreckt sich miteiner Größe von 90.000 km² das größte Sumpfgebiet Europas.Im Naturschutzgebiet „Schatskije osjora“ (Schatskijer Seen) liegt der Switjas-See.2. 3. Inseln und HalbinselnZu den Schwarzmeerinseln zählen Tusla und die Schlangeninsel im Süden desLandes. Die mit Abstand bekannteste Halbinsel ist die Krim, die seit 1954 zurUkraine gehört. Chortyzja im Osten des Landes ist die größte Dnepr-Insel. Der Dneprhat auch bei Kiew und in seinem Mündungsdelta am Schwarzen Meer viele kleineFlussinseln.3. Natur und Landschaft3. 1. Vegetation, Flora
  5. 5. Die weltweit größten Rotbuchen-Urwälder befinden sich in den Ukrainischen WaldkarpatenIn den Karpaten existieren die letzten echten Urwälder Europas. Sie zählen seit Juli2007 zum Weltnaturerbe der UNESCO. Knapp 16% der Fläche des Landes istbewaldet (hauptsächlich mit Buchen, Kiefern, Birken, Espen, Eichen, Erlen, Eschenund Ahorn). Neben den Karpaten bilden der Dnepr-Basin und der Prypjat-Basin diewichtigsten Ökosysteme. Gurken, Tomaten, Paprika, Zwiebeln, Hülsenfrüchte undAuberginen sind das am häufigsten angebaute Gemüse. Zu den typischenObstsorten zählen Trauben, Birnen, Melonen, Pfirsiche, Pflaumen und Aprikosen.Die wichtigste Nutzpflanze ist der Weizen. Neben ihm wird aber auch viel Roggen,Gerste, Kartoffeln, Mais und vor allem Buchweizen angebaut. Die Sonnenblume istdie Nationalpflanze.3. 2. FaunaDieser Artikel oder Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (Literatur, Webseiten oder Einzelnachweisen)versehen. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst gelöscht. Hilf Wikipedia, indem dudie Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.Neben der natürlichen Artenvielfalt (Fasane, Kraniche, Pfauen) wurden imNaturschutzgebiet Askania auch Exoten wie der Afrikanische Strauß eingewildert.Auch kleine Affen leben dort. Zu den traditionellen Zuchttieren der Krim gehört dasKamel. In den Meeren um die Halbinsel sind einige Delfin- und Walarten beheimatet.Wasserschildkröten, Eidechsen und Schlangen sind im gesamten Land vertreten.Waschbären, Wildschweine, Bären, Wölfe und Hirsche sind Waldbewohner unddaher am häufigsten im Westen und Norden der Ukraine anzutreffen. In Askania gibtes noch über 100 Exemplare des vom Aussterben bedrohten Przewalski-Pferdes. Bisvor 200 Jahren lebten in der Ukraine das Ukrainische Steppenrind und der Tarpan infreier Wildbahn bis sie schließlich ausgerottet wurden.3. 3. Naturschutz
  6. 6. Nach schweren Umweltkatastrophen wie der Katastrophe von Tschernobyl und demTankerunglück im Schwarzen Meer, hat sich die neue Regierung zum Ziel gesetzt,neue Reformen für den Naturschutz zu setzen. So bemüht sich die Ukrainemomentan Alternativen zusätzlich zur Kernenergie zu finden. Die Ukraine investiertin neue Umwelttechnik, daher sind die Märkte auch für westeuropäischeUnternehmen attraktiv. Deren Fachwissen und Qualitätsmanagement sind in derUkraine gefragt.In der Ukraine gibt es 17 Nationalparks.4. Bevölkerung4. 1. Historische EntwicklungVor dem ersten Weltkrieg lebte eine deutschsprachige Minderheit, bestehend ausmehreren hunderttausend Personen, auf dem Staatsgebiet der heutigen Ukraine(Galizien, Bukowina, Wolhynien, Schwarzmeerküste); heute sind es noch etwa30.000 bis 40.000.Bis 1944 lebten mehrere Millionen Polen auf dem Gebiet der heutigen Ukraine(Galizien, Bukowina und Wolhynien). 1944 kam es vor allem in Wolhynien zuMassakern an der polnischen Bevölkerung, denen über 40.000 Polen zum Opferfielen. Nach dem Krieg und der Annexion der ehemals polnischen Gebiete östlichdes Bugs wurde die polnische Bevölkerung vertrieben.Bis zum Zweiten Weltkrieg lebten in der Ukraine sehr viele Juden, die jedoch zugroßen Teilen während der Besatzung durch das Deutsche Reich von SS-Einsatzgruppen ermordet wurden. Die Ukraine war eines derHauptverbreitungsgebiete der jiddischen Sprache. Die Überlebenden wandernseitdem in die USA, nach Israel und zum kleinen Teil nach Deutschland aus. 2001lebten noch rund 100.000 Juden in der Ukraine. Ihre Zahl nimmt wegen dererwähnten Auswanderung und des allgemeinen Geburtenrückgangs weiterhin ab.4. 2. Ethnien
  7. 7. Prozentzahl der Ukrainisch-Sprechenden nach der offiziellen Statistik 2001Nach der offiziellen Volkszählung von 2001 leben in der Ukraine 77,8 % Ukrainer,wobei die Menschen mit den gemischten russischen und ukrainischen Nationalitätenals Ukrainer gezählt wurden, 17,3% Russen, und über 100 weitere Nationalitäten.Eine staatlich nicht anerkannte Minderheit sind die Russinen Transkarpatiens. Nebenden 10 größten Nationalitäten gibt es noch kleinere Minderheiten mit weniger als100.000 Einwohnern, darunter hauptsächlich Griechen, Roma, Aserbaidschaner,Georgier und Deutsche.Nationalität Anzahl Ukrainer 35.700.00 0 Russen 7.900.000 Rumänen 410.000 Tataren 358.000 Weißrussen 276.000 Bulgaren 205.000 Magyaren 157.000 Polen 144.000 Armenier 100.0003. Sprache73 % der ethnischen Ukrainer sprechen Ukrainisch als Muttersprache oderZweitsprache, 74,4 % beherrschen Russisch. Die russische Sprache dominiert alsMuttersprache im Osten und Süden der Ukraine bis heute. Besonders in Kiew hat dierussische Sprache einen hohen Stellenwert. Der Westen des Landes ist dagegenüberwiegend ukrainischsprachig, wobei auch hier viele Bewohner sehr guterussische Sprachkenntnisse haben. In Galizien beherrschen auch noch vieleMenschen Polnisch. Seit der Unabhängigkeit verschieben sich diese Verhältnisseaber in begrenztem Maße zugunsten des Ukrainischen, da es nun im ganzen LandPflichtfach ist und zunehmend Unterrichtssprache an den Schulen wird. An vielenukrainischen Hochschulen, insbesondere im technischen Bereich, findet derUnterricht jedoch mangels ukrainischer Fachliteratur überwiegend in russischer
  8. 8. Sprache statt. Eine weit verbreitete mündliche Mischform mit dem Russischen ist derSurschyk.Die "Sprachenfrage" ist in der ukrainischen Politik ein ständiges Streitthema. Eingroßer Teil der Bevölkerung sowie die Partei der Regionen tritt für die völligeGleichberechtigung der russischen Sprache durch den Status einer zweitenAmtssprache ein. Die "orangenen" Parteien rund um Präsident Juschtschenko undJulija Tymoschenko lehnen dies ab. Einige Oblasten und städtische Kommunenführten die russische Sprache als Amtssprache auf regionaler Ebene ein.Klosterkirche St. Michael4. 4. ReligionSiehe auch: Reformierte Kirche in Transkarpatien, Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche der Ukraine, Islam in der UkraineDie Ukraine ist traditionell ein konfessionell gemischtes Land. Dominierend sind dieorthodoxen Kirchen, 46% der Ukrainer sind Anhänger der Ukrainisch-orthodoxenKirche und der Ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats. Erstereuntersteht einem Patriarchen in Kiew, während letztere der Russisch-orthodoxenKirche in Moskau zugehört. Zwischen beiden Konfessionen tobt ein erbitterter Streitum Legitimität und um Besitzansprüche an Immobilien. Dem orthodoxen Ritus folgtauch die 1596 entstandene griechisch-katholische Kirche, die allerdings dieSuprematie des Papstes anerkennt und mit Rom uniert ist. Ihr gehören ca. 5,5 Mio.Gläubige an. Daneben gibt es in der Ukraine ca. 2 Mio. islamische Minderheiten (4%,davon 1,7% Tataren), 1,1 Mio. römisch-katholische Christen (Polen, Deutsche) sowiekleine evangelische (2,7%), und 103.000 Juden. 5,3% sind Atheisten oder gehörenanderen Religionen an.4. 5. Gesundheitswesen
  9. 9. Die Lebenserwartung bei Männern liegt in der Ukraine bei 63 Jahren, Frauen werdendurchschnittlich 74 Jahre alt. Das ist deutlich weniger als in Westeuropa und etwasweniger als in den restlichen mitteleuropäischen Staaten. Dies ist insbesondere aufdie Wirtschaftskrise der 90er Jahre zurückzuführen, von der sich das Land immernoch nicht in vollem Maße erholt hat. Außerdem gibt es in der Ukraine keineobligatorische oder staatliche Krankenversicherung, daher können sich viele keinekostspielige Operation leisten. Eine besonders große Gefahr stellt das HI-Virus dar.1,5 % der Bevölkerung sind bereits mit dem tödlichen Virus infiziert. Die Ukraine istsomit das am stärksten betroffene Land in Europa.5. GeschichteDie ungefähre Ausdehnung der Kiewer Rus ca. 1000 n.Chr.Hauptartikel: Geschichte der UkraineAb dem 8. Jahrhundert befuhren schwedische Wikinger die osteuropäischen Flüsse,gründeten Städte und Siedlungen und vermischten sich mit der slawischenMehrheitsbevölkerung. Diese auch Waräger oder Rus genannten Kriegerkaufleutewaren maßgeblich an der Gründung des ersten ostslawischen Staates, der KiewerRus mit Zentren in Kiew und Nowgorod, beteiligt. Im 13. Jahrhundert unterwarfen dieMongolen einen Großteil der Rus und machten sie ihrem Reich der Goldenen Hordetributpflichtig, in dem bald Turkvölker (auch als Tataren bekannt) die wichtigste Rollespielten. Der nordöstliche Teil der Rus (Fürstentum Wladimir-Susdal, Rjasan, Twer)blieb länger unter ihrer Herrschaft, während die Gebiete der heutigen Ukraine schonbald vom Großfürstentum Litauen erobert wurden, das später mit Polen einegemeinsame Republik Polen-Litauen bildete. Die Ukraine gelangte dabei ab dem 16.Jahrhundert in den polnischen Herrschaftsbereich. Im Osten wurde aus demFürstentum Wladimir-Susdal das Großfürstentum Moskau, das nach und nach alle
  10. 10. russischen Nachbarstaaten und schließlich das tatarische Khanat Kasan unterwarf.Die Ukraine wurde durch dessen Ausdehnung zum Grenzland und zumRivalitätsgebiet zwischen zwei Machtzentren. Im Schwarzmeergebiet hielt sich dieHerrschaft tatarischer Nomaden noch lange, zuletzt unter islamischer Oberhoheit bisins 18. Jahrhundert, als die Krim vom Russischen Reich annektiert wurde. InGrenznähe lebten Kosaken, die sich der nomadischen Lebensweise angepassthatten, in ständigem Kleinkrieg mit den Tataren. In Russland waren das dieDonkosaken und in der Ukraine die Saporoger- oder Dneprkosaken.Die Saporoger Kosaken schreiben dem türkischen Sultan einen Brief - gemalt 1880 von IljaJefimowitsch Repin1654 übernahm Moskau, seit 1547 Russisches Zarenreich genannt, große Teile derUkraine, nachdem sich die ukrainischen Kosaken unter Bohdan Chmelnyzkyj gegendie polnische Herrschaft erhoben und sich im Vertrag von Perejaslaw Russlandanschlossen. Weitere Gebiete erwarb Russland mit den Polnischen Teilungen, beidenen aber der äußerste Westen des ukrainischen Sprachgebietes an dasHabsburgerreich fiel, das seinen Anteil Polens nach dem ukrainischen FürstentumHalitsch als Galizien bezeichnete. Die Ukrainer wurden im Russischen Reich alsKleinrussen bezeichnet, in Anlehnung an eine alte byzantinische Definition einesKlein-Russlands (Kernland um Kiew) und eines Groß-Russlands (alle anderenGebiete).1917 gelang es der überwiegend bäuerlichen Machno-Bewegung eine anarchistischeRevolution durchzuführen, welche zunächst den sowjetischen Bolschewiken gegendie „Weißen” half, dann 1921 jedoch von diesen nicht als gleichwertige Partneranerkannt wurde, so dass die Ukraine von der Roten Armee unter Trotzki in einemblutigen Krieg an Sowjetrussland angeschlossen wurde. Mit der Gründung derSowjetunion im Dezember 1922 wurde die Ukraine zur Ukrainischen SSR. Für diejunge Sowjetunion war die Ukraine die „Kornkammer”. Als unter Stalin 1932 - 33 dieLandwirtschaft zwangsweise kollektiviert wurde, kamen schätzungsweise 6 - 10Millionen Menschen durch Hungersnöte im Holodomor um. In der Ukraine gilt Lasar
  11. 11. Moissejewitsch Kaganowitsch bis heute für die durch die Zwangskollektivierungherbeigeführte Hungersnot in der Bevölkerung in den 20er Jahren als verantwortlich.Während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg (1941 - 1943/44) stand dasLand als Reichskommissariat Ukraine und Generalgouvernement zum größeren Teilunter deutscher Zivilverwaltung. Die Ukraine war Schauplatz zahlreicherMassenmorde an Juden und sowjetischen Kriegsgefangenen (z. B. Massaker vonBabi Jar). Während der Besatzung kam es besonders im Osten und Süden derUkraine zu Hungersnöten, da die Deutschen der Bevölkerung die Nahrung entzogenund die Ernteerträge nach Deutschland brachten. Zwischen Dezember 1941 undAugust 1942 verhungerten aufgrund dieser Ausplünderung allein in Charkow mehrals 12.000 Menschen. Der zweite Weltkrieg forderte in der Ukraine etwa 6,5 Millionenzivile Todesopfer, davon etwa 750.000 bis eine Million jüdische Ukrainer. Fast diegesamte jüdische Bevölkerung, sofern nicht geflohen, wurde ausgelöscht. VieleDörfer und Städte wurden 1943 beim Rückzug der Deutschen Wehrmacht zerstört.Es gab 1945 in der Ukraine etwa 10 Millionen Obdachlose.Zwischen 1941 und 1947 tobte nicht nur ein Partisanenkrieg gegen die deutschenBesatzer, sondern es gab auch eine Unabhängigkeitsbewegung (UkrajinskaPowstanska Armija, „Ukrainische Aufständischenarmee”), die gegen dieSowjetherrschaft und die polnische Bevölkerung kämpfte. Da die Angehörigen dieserUntergrundarmee wussten, dass sie in der Hand sowjetischer Behörden dem Todgeweiht waren, dauerte ihre Niederschlagung durch Einheiten des NKWD über dasEnde des 2. Weltkrieges hinaus.Am 24. Oktober 1945 trat die Ukraine als Gründungsmitglied den Vereinten Nationenbei.Im Zuge der „Westverschiebung” Polens wurde die gesamte polnische Bevölkerungaus den ehemals polnischen Gebieten der heutigen Westukraine ausgesiedelt,teilweise auch gewaltsam vertrieben. Im Gegenzug wurde die ukrainische MinderheitPolens in die Ukraine zwangsumgesiedelt („Operation Weichsel”). Danach war dieUkraine - wie zuvor - Teil der Sowjetunion.Chruschtschow schenkte 1954 die Halbinsel Krim anlässlich des 300-jährigenJubiläums der Russisch-Ukrainischen Einheit an die Ukrainische SSR.Die Ukraine ist seit 1991 unabhängig. 2004 erlebte sie einen demokratischenUmschwung - die „Orangene Revolution” - ausgelöst durch die
  12. 12. Präsidentschaftswahlen, aus denen Wiktor Juschtschenko als Sieger hervorging. Inder Folge wurde das politische System zu einem semi-präsidentiellen System miteiner Stärkung des Parlaments und der Regierung geändert. Dies war eineVoraussetzung für die Anerkennung des Sieges Juschtschenkos durch die Gegnerdes Umschwungs. Die Verfassungsänderung führte in Kombination mit denMehrheitsverhältnissen im Parlament sowie der Uneinigkeit der westlich orientiertenKräfte zu einem andauernden Machtkampf zwischen dem westlich orientiertenPräsidenten auf der einen und dem eher russlandfreundlichen Ministerpräsidentensowie der diesen unterstützenden Parlamentsmehrheit auf der anderen Seite. Dieungeklärte Machtfrage verursachte eine politische Stagnation, die bis heute anhält.Dennoch erfuhr die ukrainische Wirtschaft in den letzten Jahren einen kräftigenAufschwung, der jedoch nicht über den immer noch allgemein geringenWohlfahrtsstand täuschen sollte.6. PolitikSiehe auch: Liste der Parteien der Ukraine, Präsidentschaftswahlen in der Ukraine2004Unabhängigkeitsplatz ("Majdan") in KiewWahlbeteiligung nach Region
  13. 13. Wahlergebnisse vom 30.09.20076. 1. Aktuelle SituationDie Politik in der Ukraine ist seit der Unabhängigkeit 1991 und insbesondere nachder Orangenen Revolution geprägt durch den anhaltenden Machtkampf zwischenVertretern einer Westorientierung sowie denen einer engen Anlehnung an Russland.Nach der Amtseinführung von Präsident Wiktor Juschtschenko im Januar 2005bestätigte das ukrainische Parlament (Werchowna Rada) am 4. Februar 2005 dieneue Regierung unter Premierministerin Julija Tymoschenko.Während der ersten 100 Tage der Regierung Tymoschenko wurden diePrivatisierungen einiger großer Unternehmen (Kryworisch Stal) aus der Zeit desfrüheren Präsidenten Kutschma überprüft. Es zeigte sich auch, wie schon imWahlkampf, dass die Positionen von Präsident Juschtschenko undMinisterpräsidentin Tymoschenko in der Wahl der Mittel teilweise differieren.Gleichzeitig führte die durch russische Unternehmen initiierte Verteuerung vonErdölprodukten, vor allem Benzin, zu Druck auf die ukrainische Regierung.In verschiedenen Ministerien wie dem Innenministerium und auf regionaler Ebenewurden seit dem Machtwechsel bis zu 30 % der Mitarbeiter entlassen.Am 8. September 2005 entließ Präsident Juschtschenko überraschendMinisterpräsidentin Julija Tymoschenko und ihre Regierung im Zusammenhang mitKorruptionsvorwürfen und Konflikten innerhalb des Kabinetts. Zum Interimspremierwurde der Wirtschaftspolitiker Jurij Jechanurow ernannt.Jechanurow wurde später zum Ministerpräsidenten ernannt, und zwar mit 60Stimmen mehr als er brauchte, die er überraschenderweise von der Oppositionbekam.Im August 2006 wurde der pro-russische Janukowytsch zum neuen Premierministergewählt und von Präsident Juschtschenko bestätigt. Seither versuchte Janukowytschdas präsidiale System der Ukraine durch Gesetzesbeschlüsse so umzubauen, dassder Präsident in seinen Befugnissen deutlich eingeschränkt wird. Hinter den Kulissen
  14. 14. fand daher ein Machtkampf zwischen Janukowytsch und Juschtschenko statt. Alsletzter Vertreter des pro-westlichen Kurses von Juschtschenko in der Regierung gabAußenminister Borys Tarasjuk im Januar 2007 sein Amt auf. VersucheJuschtschenkos als Nachfolger Tarasjuks den Diplomaten Wolodymyr Ohryskodurchzusetzen, scheiterten mehrmals an den Gegenstimmen der Regierungsparteienin der Werchowna Rada.██ Europäische Union██ UkraineStaatspräsident Wiktor Juschtschenko löste am 2. April 2007 das Parlament auf. DieNeuwahlen sollten zunächst am 27. Mai 2007 stattfinden. Nach einer heftigenStaatskrise, bei der die unterschiedlichen politischen Parteien und Gruppierungenversuchten die Macht an sich zu reißen, wurde am 26. Mai 2007 eine Einigungerzielt. So fanden schließlich am 30. September 2007 Neuwahlen des Parlamentsstatt. Bereits im Vorfeld der Wahl einigten sich Präsident Juschtschenko undOppositionsführerin Tymoschenko auf ein Bündnis ihrer Parteien. Bei der Wahlwurde die Partei von Regierungschef Janukowytsch zwar stärkste Partei, doch dadas Bündnis von Juschtschenko und Tymoschenko die Mehrheit der Sitze errang,konnte es die Regierung bilden. Am 6. Juni 2008 verlor die Regierung Tymoschenkojedoch ihre Parlamentsmehrheit nach dem Austritt zweier Abgeordneter aus demRegierungslager.Am 9. September 2008 haben die Ukraine und die EU in Paris die Vereinbarung fürein Assoziierungsabkommen getroffen. Das Abkommen stellt zwar keine Zusage desBeitritts dar, hellt die Aussicht darauf aber demonstrativ auf, wie Die Zeit schreibt.Staatspräsident Wiktor Juschtschenko löste am 8. Oktober 2008 das Parlamenterneut auf und kündigte Neuwahlen an, die im Dezember 2008 stattfinden sollten..Zwei Monate später, am 9. Dezember 2008, einigten sich Juschtschenko und JulijaTymoschenko auf eine Fortsetzung ihres Bündnisses. Ergänzt wird die pro-westlicheRegierungskoalition von Wolodimir Litwin, dem frisch gekürten
  15. 15. Parlamentspräsidenten. Tymoschenko wird aller Voraussicht nach weiterhin das Amtder ukrainischen Premierministerin bekleiden. Die für Mitte Dezember geplantenNeuwahlen gelten nun als unwahrscheinlich.6. 2. AußenpolitikDie ukrainische Außenpolitik ist uneinheitlich. Während die pro-westlichen Parteieneine baldige EU-, und NATO-Mitgliedschaft anstreben, ist die südliche und östlicheBevölkerung für eine Annäherung an Russland. Zumindest eine NATO-Mitgliedschaftwird abgelehnt. Die Regierung unter Wiktor Juschtschenko versuchte durch einemilitärische Beteiligung am Irak-Krieg 2003 seine Unabhängigkeit zu stärken, dieWestorientierung voran zu treiben und gleichzeitig seine Solidarität mit den USA zumAusdruck zu bringen, in der Hoffnung durch die USA in seinen Bestreben unterstütztzu werden.6. 2. 1. MitgliedschaftenDie Ukraine ist Mitglied in folgenden internationalen Organisationen:Organisation BeitrittVereinte Nationen (Gründungsmitglied) 24. Oktober 1945UNESCO 12. Mai 1954Europarat 1995Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) 30. Januar 1992GUS (Gründungsmitglied) 8. Dezember 1991Weltgesundheitsorganisation (WHO)GUAM 10. Oktober 1997Interpol 1992IRK (IFRCS)IOCWTO (Welthandelsorganisation) 16. Mai 2008IAEO (Internationale Atomenergieorganisation)Ukrainischer EU-BeitrittDie Europäische Union hat im Dezember 2004 einen „Aktionsplan“ für eine engereZusammenarbeit mit der Ukraine im Rahmen ihrer sogenannten„Nachbarschaftspolitik“ gebilligt. Als Prioritäten werden im Aktionsplan unter anderemfolgende Punkte genannt: • Förderung des Beitritts der Ukraine zur Welthandelsorganisation (WTO); stetiger Abbau von Hemmnissen im bilateralen Handel. • Ukrainische Gesetze, Normen und Standards werden schrittweise an die der EU angeglichen.
  16. 16. • Verhandlungen über Beschäftigungsfragen, zum Beispiel Möglichkeiten für Bürger der Ukraine, in der EU zu arbeiten. • Verhandlungen über Erleichterungen bei der Erteilung von Reisevisa. • Erfüllung der Vereinbarungen zwischen der EU und der Ukraine über die Schließung des Kernkraftwerkes in Tschernobyl. • Verbesserung des Investitionsklimas, unter anderem durch Herstellung diskriminierungsfreier, transparenter Wirtschaftsbedingungen, Bürokratieabbau sowie Bekämpfung von Korruption, Menschenhandel, Folter und Rassismus.Benita Ferrero-Waldner, EU-Kommissarin für auswärtige Beziehungen undeuropäische Nachbarschaftspolitik, nannte darüber hinaus u. a. folgendeMaßnahmen, um die Wirtschaftsbeziehungen zur Ukraine zu stärken: • Die Einfuhr von Textilien und Stahl aus der Ukraine sollen erleichtert werden. • Die Vergabe von Krediten der Europäischen Investitionsbank an die Ukraine soll erleichtert werden. • Die Finanzhilfen für eine Angleichung des ukrainischen Rechtssystems an das Rechtssystem der EU sollen erhöht werden. • In den Bereichen Energie, Umwelt und Verkehr ist eine engere Zusammenarbeit vorgesehen.Grundlagen der Beziehungen der Ukraine zur EU sind: • das Partnerschafts- und Kooperationsabkommen (in Kraft seit 1. März 1998), • die vom Europäischen Rat am 14. Dezember 1999 in Helsinki verabschiedete „Gemeinsame Strategie EU-Ukraine“, • das von der EU-Kommission im März 2003 vorgelegte und von den EU-Mitgliedstaaten gebilligte Konzept für eine „Europäische Nachbarschaftspolitik“ („Größeres Europa - Nachbarschaft: ein neuer Rahmen für die Beziehungen der EU zu ihren östlichen und südlichen Nachbarn“).Seit 1994 leistet die EU außerdem im Rahmen des TACIS-Programms Beratungs-und Ausstattungshilfe in der Ukraine. Deutschland hat einen Anteil von fast 30 % ander Finanzierung dieses Programms.Ziel der „Europäischen Nachbarschaftspolitik“ der EU ist lediglich eine verstärkteZusammenarbeit mit den EU-Nachbarstaaten, die durch „Aktionspläne“ konkretisiertwird. Für osteuropäische Nachbarstaaten wurde bisher neben dem Aktionsplan fürdie Ukraine im Dezember 2004 auch ein Aktionsplan für das Nachbarland Moldawienbeschlossen.Im Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit soll den Nachbarstaaten langfristigeine Beteiligung am EU-Binnenmarkt und an einigen Gemeinschaftsprogrammeneröffnet werden. Eine Beitrittsperspektive, so EU-Kommissarin Ferrero-Waldner ineinem Interview mit der Deutschen Welle am 21. Januar 2005, eröffnet dieNachbarschaftspolitik nicht.
  17. 17. Demgegenüber hat der ukrainische Staatspräsident Juschtschenko wiederholtbetont, beispielsweise am 25. Januar 2005 vor dem Europarat in Straßburg, erstrebe als „strategisches Ziel“ einen Beitritt der Ukraine zur EU an.Anfang 2008 wurde der Ukraine seitens der EU die Einrichtung einer gemeinsamenFreihandelszone bis zum Ende des Jahres in Aussicht gestellt.6. 3. Militär→ Hauptartikel: Ukrainische StreitkräfteDie Ukrainischen Streitkräfte (Ukrainisch Збройні сили України, Sukhoputni ViyskaZSU) haben mit ca. 618 Millionen US-Dollar (Stand: 2005) einen der kleinstenMilitäretats in Europa, insbesondere bezogen auf die Truppenstärke von 191.000aktiven Soldaten sowie einer Million Reservisten. Die Ausrüstung ist meist nochsowjetischen Ursprungs.Die Streitkräfte gliedern sich in das Heer mit einer Mannstärke von ca. 88.500,Luftwaffe mit einer Stärke von ca. 51.500 Mann und Marine, welche über ca. 17.500Soldaten, davon 3.000 Marineinfanteristen verfügt. Des weiteren gibt es noch 39.900Mann in den Truppen des ukrainischen Innenministeriums, 45.000 Mann ukrainischerGrenzschutz (inkl. 14.000 Mann Küstenwache) und über 9.500 Mann Truppen für dieZivilverteidigung (z.B. Katastropheneinsätze).Der Wehrdienst ist in der Ukraine gesetzlich geregelt und setzt mit Vollendung desachtzehnten Lebensjahrs ein. Der Wehrdienst (gesetzliche Pflicht) dauert insgesamtneun Monate.7. VerwaltungsgliederungÜbersicht über die Verwaltungsgliederung in OblasteDie Ukraine ist in 24 Oblaste (ukr. область/oblast, Bezirke, wörtl. Gebiete), dieAutonome Republik Krim und zwei Städte mit Sonderstatus, Kiew und Sewastopol,gegliedert.
  18. 18. Die Autonome Republik Krim (ukrainisch Автономна Республіка Крим), zu Zeitender UdSSR offiziell Oblast Krim, ist geographisch gesehen die Krimhalbinsel und hatals Hauptstadt Simferopol.Siehe mehr unter: Verwaltungsgliederung der Ukraine und Liste der Oblaste derUkraine.Unter Liste der Städte in der Ukraine sind die wichtigsten Städte jeder Oblastaufgezählt.7. 1. BallungsräumeKiew, Hauptstadt der UkraineDie größten Agglomerationen in der Ukraine sind: 1. Kiew: 3.000.388 Einwohner 2. Donezk: 1.640.854 Einwohner 3. Charkiw: 1.606.448 Einwohner 4. Dnipropetrowsk: 1.414.772 Einwohner 5. Odessa: 1.130.921 EinwohnerSiehe auch: Liste der Namen ukrainischer Städte8. Wirtschaft
  19. 19. Ladenpassage in OdessaDie wichtigsten Außenhandelspartner sind Russland (21,1 %), Deutschland (8,0 %),die Türkei (6,9 %), Italien (6,3 %), gefolgt von den Vereinigten Staaten (4 %),Turkmenistan (3,8 %), Polen (3,4 %) und der Volksrepublik China (3,3 %) (2007).Zypern und Deutschland sind die größten Direktinvestoren für das Jahr 2008, voninsgesamt 36,5 Milliarden US-Dollar entfallen auf Zypern 8,3 Milliarden und aufDeutschland 6,8 Milliarden (Stand 1. Juli 2008) [1] . Die wichtigsten Exportgüter derUkraine sind Metallurgieprodukte, chemische Waren, Maschinen, Geräte,Nahrungsmittel und Textilien.8. 1. EntwicklungWachstumsraten des BIP seit 1990Nachdem sich die Ukraine 1991 von der UdSSR losgelöst hat, hat sie schrittweiseeinen Privatisierungsprozess eingeleitet. In den 90er Jahren erlebte das Land ähnlichwie die anderen Transformationsländer Osteuropas aber zunächst eineWirtschaftskrise, die eine Konsequenz der gesamtwirtschaftlichen Transformationwar. Auch 2007 konnte die Ukraine das Produktionsniveau von 1991 noch nicht
  20. 20. wieder erreichen. Dies wird insbesondere der IWF-Schocktherapie zugeschrieben,die von 1992 bis 1995 einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 60 % zurFolge hatte. Ende der 90er Jahre hat sich die Wirtschaft aber stabilisiert. Seit demJahr 2000 steht das Land im Zeichen eines starken wirtschaftlichen Aufschwungs.Das jährliche Wachstum des ukrainischen BIP beträgt seitdem im Durchschnitt etwa7 %. Im Jahr 2007 waren es 7,3 %.Vermehrt drängen ausländische Firmen in das Land und investieren in Betriebe odergründen Auslandsfilialen, einerseits wegen der im internationalen Vergleich sehrgünstigen Lohnsituation bei guter Qualifikation und andererseits, um Marktanteile inder Ukraine zu besetzen. Die Ukraine erzielt inzwischen einenLeistungsbilanzüberschuss.Der Ende des Jahres 2004 erfolgte Machtwechsel, der nicht nur den Präsidentenbetraf, sondern auch für neue Mehrheiten im Parlament sorgte, lässt tiefgreifendeReformen erwarten. Sie dürften die Voraussetzungen für einen wirtschaftlichenAufschwung zumindest langfristig verbessern.Allerdings könnten sich künftig auch neue Belastungen ergeben: Der bislang sehrgünstige Preis für russisches Erdgas hat sich seit 2006 drastisch erhöht. Dieukrainische Wirtschaft ist an dieser Stelle besonders empfindlich und in hohem Maßevon russischen Energierohstoffen abhängig.Die von der neuen Regierung angestrebte stärkere wirtschaftliche Ausrichtung derUkraine in Richtung Europäische Union kann die Abhängigkeit der Ukraine vonrussischen Energielieferungen zwar kaum verringern, sie dürfte aber dieausländischen Investitionen steigen lassen und so den wirtschaftlichen Aufschwungstärken.Die Rohstoffbasis der Ukraine umfasst verschiedene Metalle und Kohle. Etwa 5 %der weltweiten Eisenerzvorkommen liegen in der Ukraine. Dazu kommen Bauxit,Blei, Chrom, Speckstein, Gold, Quecksilber, Nickel, Titan, Uran und Zink. Am Schelfdes Schwarzen Meeres wurden Erdöl- und Erdgasreserven entdeckt. Der Anteil derSchwerindustrie an der Gesamtwirtschaft übertraf selbst den des ebenfallsschwerindustriell geprägten Polens um mehr als das doppelte. 70 % derIndustrieproduktion erfolgte 1991 in den Sektoren Maschinenbau,Schwarzmetallurgie (Eisen und Stahl), Energie, Chemie, Papier und Baumaterialien.
  21. 21. Viele Einwohner auf dem Land betreiben Subsistenzwirtschaft, da Löhne und Renteverspätet und unvollständig ausbezahlt wurden und das Lohnniveau mit dengestiegenen Lebenshaltungskosten (in den 1990er Jahren Hyperinflation) nichtmithalten konnte.Siehe auch: Russisch-ukrainischer Gasstreit.8. 2. Primärer SektorDieser Artikel oder Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (Literatur, Webseiten oder Einzelnachweisen)versehen. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst gelöscht. Hilf Wikipedia, indem dudie Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.Zum primären Sektor gehören traditionell Landwirtschaft, Forstwirtschaft undFischerei.Im nördlichen Teil des Landes gab es einst eine ausgedehnte Waldsteppe mit sehrfruchtbarem Lößboden. Bis auf einen kleinen Restbestand wurden diese Wälderjedoch abgeholzt und in Ackerland umgewandelt. Das Land verfügt heute nur nochüber etwa 5 % Waldanteil an der Gesamtfläche. Bekannt sind die Birkenwälder umKiew und die Wälder in Wolhynien. An der nördlichen Grenze des Landes zuWeißrussland kann in einem Radius von 30 Kilometern um die Stadt Prypjat seit derKatastrophe von Tschernobyl 1986 (ukrainisch Tschornobyl) wegen der anhaltendenVerseuchung keine Landwirtschaft mehr betrieben werden. Unabhängig davon leidetdie Landwirtschaft seit einigen Jahrzehnten zusätzlich unter starker Bodenerosion.Durch die damit verbundene Versteppung des Landes hat die Ukraine schon rundein Achtel ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche eingebüßt.Im Süden der Ukraine an der Küste und auf der Krim wird Wein- und Obstanbaubetrieben, im Rest des Landes wird vorwiegend Weizen, Kartoffel und Zuckerrübeangebaut. Früher war die Ukraine aufgrund ihrer Schwarzerdböden als KornkammerEuropas bekannt. Zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit wurden 55 % des ukrainischenTerritoriums für Ackerbau genutzt und insgesamt 70 % der Fläche für dieLandwirtschaft. Der agro-industrielle Komplex erwirtschaftete 1991 etwa 40 % desNationaleinkommens. Heute werden in der Ukraine insgesamt 42.893,5 TausendHektar (ha) Land landwirtschaftlich genutzt (Stand: 11. Juli 2007).8. 3. Sekundärer Sektor (Industrie)
  22. 22. Bei Krywyj Rih, Dnipropetrowsk und Saporischschja befinden sichEisenerzlagerstätten mit entsprechender Verarbeitung. Hinzu kommenMaschinenbau, Bau von Elektrogeräten sowie eine umfangreiche Werftenindustrie.Ausgeführt werden vor allem Kohle, Stahl, Elektrogeräte und Nahrungsmittel,eingeführt werden vor allem Energieträger (Gas und Erdöl) aus Russland. ImDonezkbecken befinden sich viele Bergwerke, die stark sanierungsbedürftig sind undin denen es immer wieder zu schweren Grubenunglücken kommt.8. 4. Tertiärer SektorModernes Bürogebäude neben einer Kirche in KiewDer tertiäre Sektor entwickelt sich in der Ukraine in den letzten Jahren sehrdynamisch und intensiv.8. 4. 1. Bankwesen10 Hryvnia
  23. 23. 20 HryvniaIm Bankwesen fand die erste Übernahme durch ein ausländisches Kreditinstitut erstim Oktober 2005 statt, aber schon davor wurden Banken mit ausländischem Kapitalgegründet. Damals übernahm die österreichische Raiffeisen International diezweitgrößte Bank des Landes, „Bank Aval“ (jetzt „Raiffeisen Aval“). DieVerkaufsverhandlungen wurden von ukrainischer Seite bewusst in die Längegezogen, da sich rasch weitere Interessenten an der Bank fanden, und sich derKaufpreis somit Stück für Stück auf letztendlich 836 Millionen Euro (für 93,5 % Anteil)erhöhte. Zusammen mit der 1998 gegründeten „Raiffeisenbank Ukraine“ hielt die„Raiffeisen International“ einen Bilanzkapitalanteil von 12 % am ukrainischenBankensektor bis zum Verkauf der ersteren an „OTP Bank“ 2006.Von da an gab es plötzlich großes Interesse von zahlreichen ausländischen Banken,die ebenfalls in der Ukraine Fuß fassen wollten. Innerhalb von nur fünf Monatenschnellte der Anteil ausländischer Banken am ukrainischen Bankensektor von knappüber 12 % auf rund 25 % und beträgt z. Z. 31,7 % (Stand: August 2007).Eine weitere der fünf ukrainischen Großbanken, die „Ukrssibbank“, wurde imDezember 2005 von der größten französischen Bank, BNP Paribas, übernommen.51 % wechselten für knapp 300 Millionen Euro ihren Besitzer.Auch von den kleineren der 158 (per Ende 2005) ukrainischen Banken wurdenbereits mehrere übernommen. So übernahm beispielsweise der russischeMarktführer, die staatliche „Sberbank“, die ukrainische „NRB-Ukraina“ (hat dafürjedoch noch keine Erlaubnis der Bankenaufsicht erhalten), und die russischeNummer zwei, die ebenfalls staatliche „Vneschtorgbank“ (VTB) übernahm dieukrainische „Mrija“ für umgerechnet knapp 60 Millionen Euro. Man vermutet hinterden Übernahmen der staatlichen russischen Banken politische Motive, wie dieseauch bereits im Januar 2006 in der plötzlichen Vervielfachung des Gaspreises vonrussischer Seite (siehe Russisch-ukrainischer Gasstreit) gesehen wurden.Funktionen der Zentralbank übt die Nationalbank der Ukraine aus.
  24. 24. 8. 4. 2. IT-DienstleistungenDie Ukraine ist in den letzten Jahren auch im Zusammenhang mit dem IT-Outsourcing bekannt geworden. Eine große Zahl ukrainischerSoftwareentwicklungsunternehmen befindet sich vor allem in Kiew, Charkiw,Lemberg, Dnipropetrowsk, Donezk und Simferopol (Krim). Somit nutzt das Landseine geografische und kulturelle Nähe zu Westeuropa und macht bereits etabliertenIT-Dienstleistern wie Indien und China Konkurrenz. Jedoch kann der Umsatz, der indiesem Bereich entsteht noch nicht mit dem indischen verglichen werden.9. InfrastrukturDie Ukraine besitzt aus Zeiten der Sowjetunion vor allem eine Nord-Süd-Verkehrsorientierung (Moskau-Kiew-Odessa, Moskau-Charkiw-Krim). Man versuchtaber seit der Unabhängigkeit des Landes, die Infrastruktur in eine West-Ost-Orientierung zu reorganisieren und die Verbindungen zu Polen, der Slowakei undUngarn zu intensivieren (Anbindung an den Paneuropäischen Korridor III:Straßenverbindung und Bahnstrecke Berlin/Dresden - Breslau - Krakau - Lemberg -Kiew und V: Košice - Tschop - Lemberg und Budapest - Tschop - Lemberg). DieUkraine ist heute vor allem ein Transitland zwischen Mitteleuropa und dem Kaukasusund zwischen Südeuropa und Russland. Hauptverkehrsträger in der Ukraine ist dieEisenbahn, gefolgt vom Straßenverkehr und der Binnenschifffahrt auf dem Dnepr(Dnipro).allen wichtigen großen Städten befinden sich internationale Flughäfen. UkraineInternational Airlines, Aerosvit Airlines und Donbassaero sind die bekanntestenFluggesellschaften in der Ukraine. Der Flughafen Kiew, Flughafen Odessa undFlughafen Dnipropetrowsk sind die wichtigsten internationalen Verkehrsflughäfen derUkraine. Der Flugzeughersteller Antonow mit Hauptsitz in Kiew hat mit der AntonowAn-225 mit einem Frachtraumvolumen von insgesamt 1220 m³ (was den Transportvon 12 Lastkraftwagen des Typs Mercedes-Benz Actros ermöglicht) das momentanweltweit größte Transportflugzeug im Einsatz.9. 2. EisenbahnIn der Ukraine wird die Spurweite von 1.520 mm verwendet. Die Strecken im RaumKiew, Lemberg und im Osten der Ukraine sind elektrifiziert, dazwischen befinden sich
  25. 25. nicht-elektrifizierte Abschnitte. Eine komplette Elektrifizierung ist vorgesehen.Wichtigste Eisenbahngesellschaft ist die Ukrsalisnyzja. Der staatlicheEisenbahnhersteller ist die Lokomotivfabrik Luhansk.9. 3. StraßeKiew. Prospekt BaschanaEin zusammenhängendes Autobahnnetz besteht noch nicht, es existieren jedochvielerorts autobahnartig ausgebaute Fernstraßen. Die M06 von Ungarn nach Kiewwurde in den letzten Jahren renoviert und ist nun von der Grenze über die Karpatenbis Lviv durchgehend in sehr gutem Zustand. Das Tankstellennetz ist sehr dicht. Inmanchen Dörfern findet man jedoch noch Straßen, die diesen Namen kaum verdienthaben, jedoch wird auch hier immer wieder etwas verbessert. In vielen Großstädtengibt es Straßenbahnen und U-Bahnen, wie beispielsweise die Metro in Kiew undüberall im Land ein sehr dichtes Netz an Busverbindungen.Die größten Automobilwerke sind KrAZ in Krementschuk, LuAZ in Luzk undSaporoschski Awtomobilestroitelny Sawod(ZAZ) in Saporischschja.9. 4. SchifffahrtWichtigste Binnenschifffahrtstraße ist der Dnipro, der bis Kiew auch für kleineSeeschiffe befahrbar ist; in Odessa, Mykolajiw, Cherson, Sewastopol und Kertschbefinden sich Seehäfen. Die Ukrainische Marine ist in Sewastopol am SchwarzenMeer stationiert.9. 5. TelekommunikationIn der Ukraine wurden neben dem herkömmlichen öffentlichen Telefonnetz, welcheszu 76 % (2006) vom staatlichen Anbieter Ukrtelecom dominiert wird, auch moderneGSM-Mobilfunknetze aufgebaut. Ukrtelecom startete im November 2007 das ersteUMTS-Mobilfunknetz der Ukraine. Die größten Mobilfunknetze sind zur Zeit:
  26. 26. • Kyivstar/Djuice/Mobilitsch • MTS(UMC)/Jeans/Sim-Sim • Beeline • LIfe:) • PEOPLEnet (3G)9. 6. PipelinesDie Ukraine ist ein wichtiges Transitland für russisches Erdgas. Vor allemosteuropäische Länder werden über die Pipelines mit russischem Gas versorgt.10. Kultur10. 1. Literatur und BuchkulturDas Haus mit den Chimären in KiewHauptartikel: Ukrainische LiteraturDas erste in der Ukraine erschienene Buch wurde von Jurij Drohobytsch im Jahre1483 verfasst. Der in der Stadt Poltawa lebende Iwan Kotljarewskyj gilt als Erneuererder ukrainischen Schriftsprache. Zu den bedeutendsten Schriftstellern gehörenNikolai Gogol, Iwan Franko, Lesja Ukrajinka, Michail Bulgakow, Bohdan-IhorAntonytsch, Jurij Andruchowytsch und Taras Schewtschenko.10. 2. MedienlandschaftSiehe Liste der ukrainischen Zeitschriften10. 3. Sport10. 3. 1. Fußball
  27. 27. Der populärste Fußballspieler aus der Ukraine ist Andrej Schewtschenko vom ACMailand. Die erste Fußballliga in der Ukraine ist die Wyschtscha Liha. BekannteVereine sind Dynamo Kiew und der amtierende Meister Schachtar Donezk. Derbisher größte Erfolg der jungen ukrainischen Fußballnationalmannschaft war daserreichen des Viertelfinales bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.Oleh Blochin und Ihor Bilanow waren zu Sowjetzeiten Europas Fußballer des Jahres.Oleh Blochin war bis Januar 2008 Trainer der Ukrainischen Nationalmannschaft. DieUkraine konnte am 18. April 2007 einen sportpolitischen Erfolg erringen, indem dasLand, welches erst seit 1992 eigenständig dem Europäischen Fußball-VerbandUEFA angehört, im ersten Wahlgang den Zuschlag des UEFA-Exekutivkomiteesbekam, gemeinsam mit Polen die Fußball-Europameisterschaft 2012 auszurichten.10. 3. 2. BoxenIm Amateurboxen konnte die Ukraine seit 1996 zwei Olympiasieger stellen: WladimirKlitschko (1996, Superschwergewicht) und Wassyl Lomatschenko (2008,Federgewicht). Andrij Kotelnik (2000, Leichtgewicht) und Serhij Dotsenko (2000,Weltergewicht) gewannen Silbermedaillen. Zudem errangen ukrainische Boxer fünfBronzemedaillen, unter anderem Wladimir Sidorenko (2000, Fliegengewicht) undWjatscheslaw Hlaskow (2008, Superschwergewicht). Im Profibereich gelang esbisher fünf Athleten Weltmeistertitel zu gewinnen: Wladimir und Vitali Klitschko imSchwergewicht, Serhij Dsindsiruk im Halbmittelgewicht, Sidorenko im Bantamgewichtund Kotelnik im Halbweltergewicht.10. 3. 3. LeichtathletikEiner der größten Sportler unserer Zeit ist Serhij Bubka, 6-facher Weltmeister undOlympiasieger im Stabhochsprung. Er stellte insgesamt 35 Weltrekorde auf undschaffte 43 Sprünge über die Sechs-Meter-Marke. Er hält mit 6,14 Meter denaktuellen Weltrekord. Serhij Bubka stammt aus Luhansk.11. Literatur • Kathrin Boeckh / Ekkehard Völkl: Ukraine. Von der Roten zur Orangenen Revolution. Regensburg 2007. ISBN 978-3-7917-2050-0 • Bundeszentrale für politische Bildung: Nachbarn im Osten: Ukraine und Belarus, vom 1.11.2006 • Lindner, Rainer: Das Ende von Orange. Die Ukraine in der Transformationskrise, eine Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik
  28. 28. • Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Nach der „Orangenen Revolution“, Der Bürger im Staat, Heft 4/2005, Aufsätze zur Entwicklung von Politik und Wirtschaft in der Ukraine, Russland und Weißrussland • Britta Böhme: Grenzland zwischen Mythos und Realität. Real- und Ideengeschichte des ukrainischen Territoriums. Lemberg 1999. ISBN 3-931703-33-9 • Andrew Wilson: The Ukrainians. Unexpected Nation. 2002. ISBN 0-300-09309-8 • Gerhard Simon: Die neue Ukraine. 2002. ISBN 3-412-12401-X • Andreas Kappeler: Kleine Geschichte der Ukraine. München (Beck) 1994. ISBN 3-406-37449-2 • Pavlo Khiminets: Protestantismus in der Ukraine. Rolle und Stellung des Protestantismus im soziokulturellen Kontext der Geschichte der Ukraine. Frankfurt am Main: Verlag Peter Lang 2006. ISBN 3-631-55791-4 • Robert Kravchuk: Ukrainian Political Economy. The First Ten Years. 2002. New York: Palgrave Macmillan. • Weltpolitik.net: Reformweg oder Rolle rückwärts? Die Ukraine im Vorfeld der Parlamentswahlen am 26. März 2006 (Tim Züwerink) • Christian Reder, Erich Klein (Hg.): Graue Donau, Schwarzes Meer. Wien Sulina Odessa Jalta Istanbul (Recherchen, Gespräche, Essays), Edition Transfer bei Springer Wien-New York 2008, ISBN 978-3-211-75482-5 Die Ukraine - Staat, Bevölkerung, BibliothekenDie Ukraine wurde am 24. August 1991 zum unabhängigen Staat erklärt. Laut Grundgesetz, das 1996verabschiedet wurde, ist die Ukraine ein souveräner und unabhängiger, demokratischer, sozialer undRechtsstaat.Die Ukraine ist ein Einheitsstaat. Die Staatsgewalt teilt sich in Legislative, Exekutive und Judikative. ImLand funktioniert die örtliche Selbstverwaltung. Die Ukraine besteht aus 25 Gebieten. Die Hauptstadtist Kiew.Das Territorium der Ukraine beläuft sich auf 603.700 km 2 . Die Ukraine grenzt an Rußland,Weißrußland, Polen, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Moldawien. Die Bevölkerung beläuft sich auf 50,5Mio., davon sind 68% städtische Bevölkerung, 32% ländliche; 47% sind Männer, 53% Frauen.Arbeitsfähig sind 55,8% der Bevölkerung.An Nationalitäten leben in der Ukraine außer Ukrainern (73%), Russen (21%), Weißrussen, Juden,Polen, Tschechen, Slowaken, Bulgaren, Moldawier, Rumänen, Tataren, Ungaren, Griechen u.a.Die Staatssprache ist Ukrainisch. Das Grundgesetz garantiert die freie Entwicklung, die Benutzungund den Schutz der russischen Sprache und der Sprachen der nationalen Minderheiten. Der Staatfördert die Konsolidierung und Entwicklung der ukrainischen Nation und ihres historischenBewußtseins, ihrer Traditionen und Kultur, sowie die Entwicklung der ethnischen, kulturellen,sprachlichen und religiösen Eigenheiten aller Urvölker und nationalen Minderheiten der Ukraine.Als wichtige Kennziffer der sozial-ökonomischen Staatsentwicklung gilt der Bildungsgrad derBevölkerung. Die Ukraine ist ein völlig alphabetisiertes Land. Ein hoher Prozentsatz der Bürger verfügtüber Berufs- und Hochschulausbildung.Von alters her wurden das Buch und die Bibliothek als große Kulturschätze betrachtet.Die älteste Bibliothek auf dem Territorium der modernen Ukraine ist die Bibliothek Jaroslaws desWeisen. Sie gilt als erste staatliche Bibliothek der Kiewer Rus (1037). Große Wirkung auf die geistigeEntwicklung und Kultur der Nation hatten die Klosterbibliotheken - die des Kiewer Höhlenklosters(Petscherskaja Lawra) und der Klöster in Kiew-Mezhygorskij, Tschernigow, Potschajewskij. Sehrbekannt durch ihre Bücherschätze und Benutzer sind die Bibliotheken der Bruderschaften in Lemberg,Kiew, Tschernigow, Luzk, Ostrog u.a. (16.-17. Jh.), die Bibliothek der Kiewer Mohyla-Akademie
  29. 29. (1701), die Bibliotheken der Universitäten in Lemberg (1608), Charkow (1805), Odessa (1817), Kiew(1834), Tschernowiz (1852) und Noworossijsk (1865). Eine interessante geistige und national-kulturelle Erscheinung waren die Kosaken-Bibliotheken. Die Buchsammlungen der ukrainischenHetmanen [Kosakenführer], z.B. Iwan Mazepa, Pilip Orlik, Kirill Rasumowskij, waren ebenso wie dieBibliotheken des ukrainischen Klerus, z.B. Innokentij Gisel, Feofan Prokopowitsch, Stefan Jaworskiju.a., reichMit Unterstützung der progessiven Intelligenz wurden im 19. Jahrhundert öffentliche Bibliotheken inOdessa (1829), Kiew (1866), Charkow (1886) eröffnet. Um diese Zeit entstanden auch Bibliothekenöffentlicher Organisationen, wie die der Gemeinschaften "Proswita" (Aufklärung) und "Ruska besida"(Russisches Gespräch), ebenso entstanden Bibliotheken der politischen Parteien. Eine interessanteGeschichte haben die Bibliotheken in der Bukowina, in Galizien und in Transkarpatien.Eine besondere Bedeutung für die Geschichte des ukrainischen Bibliothekswesens des 20.Jahrhunderts hatte die Gründung der Nationalbibliothek des Ukrainischen Staates und die Bibliothek"Setschewyje Strelzy", sowie die Bibliothek der Armee der Ukrainischen Volksrepublik.Zu Zeiten der Sowjetmacht entwickelte sich das Bibliothekswesen in der Ukraine unter strengerZensur. Die Bibliotheken galten im totalitären Staat als ideologische Einrichtungen und dieBibliothekarInnen als ideologische MitarbeiterInnen.Die Unabhängigkeit der Ukraine, der sozial-wirtschaftliche und politische Wandel, führten zumÜberdenken der Bibliothek, ihres Wesens und ihrer Aufgaben als soziale Institution. Die Bibliothekverwandelt sich in eine Kultur-, Informations-, Bildungs- und Wissenschaftseinrichtung, die dieEntwicklung der demokratischen Gesellschaft durch öffentlichen Zugang zu Informationen undBibliotheksmaterialien fördert.Im Land bilden sich neue Bibliothekstypen und -arten. Im Zuge der neuen Unabhängigkeit wurden aufder Basis der entwickelsten Buchsammlungen des Landes Nationalbibliotheken gegründet - dieNationale Parlamentsbibliothek (1994) und die Nationale Bibliothek der Ukraine "V.I. Vernadskij"(1996) Die Gründung von Bibliotheken der nationalen Minderheiten ist in der Ukraine neu. 1998 wurdeauf der Krim die Republikanische Krim-Tatarenbibliothek "I. Gasprinskij" eröffnet. Bibliotheken undInformationszentren der Kulturinstitute oder Botschaften Deutschlands, der USA, Großbritanniens undFrankreichs nahmen ihre Tätigkeit auf. Bibliotheken öffentlicher Organisationen entwickeln sich.Kirchenbibliotheken werden erneut gegründet. Bestände, die früher aus ideologischen Gründenunzugänglich waren, werden Benutzern zugänglich gemacht. Zensur ist gesetzlich verboten.Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts gab es in der Ukraine 53.000 Bibliotheken mit über83.000 MitarbeiterInnen. Etwa 50% der MitarbeiterInnen verfügten über eine Fachausbildung 2 . Fürdas letzte Jahrzehnt ist eine starke Verkleinerung des Bibliotheksnetzes und der Beschäftigtenzahlenkennzeichnend. Dies ist die Folge des sozial-wirtschaftlichen Wandels in der Gesellschaft und desVerzichtes auf die extensive Entwicklung des Bibliothekssystems. Heute gibt es ca. 45.000Bibliotheken, die unterschiedlichen Einrichtungen und Behörden unterstehen.Das Bibliothekswesen der Ukraine ist heute gekennzeichnet durch wertvolle Bestände und erfahreneFachkräfte, die den Benutzern ein breites Spektrum an Bibliotheks-, Informations- und anderenDienstleistungen zur Verfügung stellen. Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten, gehen die Bibliothekenallmählich zum Einsatz neuer Informationstechnologien über, was ihre Möglichkeiten unter denBedingungen der Globalisierung der Gesellschaft wesentlich erweitert.

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