Jahresbericht final web

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Jahresbericht 2011/12 der Stiftung Weltbevölkerung

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  1. 1. J a hresbericht 2011Aufklärung schafft Zukunft! 2012
  2. 2. 2 V o r w o rt © Andrea Kuenzig» Familienplanung ist ein Menschenrecht. Das bedeu­ Vertreter von Regierungen aus ­ ller Welt, von inter­ a tet, dass jedes Paar frei darüber entscheiden können nationalen Organisationen, der Privatwirtschaft sollte, wann und wie viele Kinder es haben möchte. und der Zivilgesellschaft haben sich verpflichtet, mit Doch dieses fundamentale Menschenrecht ist in z ­ usätzlich 4,6 Milliarden US-Dollar 120 Millionen w ­ eiten Teilen der Welt noch lange nicht verwirklicht: Frauen in den ärmsten Ländern der Welt bis zum Mehr als 220 Millionen Frauen in Entwicklungs­ Jahr 2020 Zugang zu Familienplanung zu verschaffen. ländern würden gern verhüten, haben aber keine Auch der „Rio + 20“-Gipfel im Juni 2012 hat die Möglichkeit dazu. Vor allem Jugendliche sind be­ w ­ ichtige Rolle von Familienplanung und Frauen­ troffen: Komplikationen infolge von Schwangerschaft rechten für nachhaltige Entwicklung bekräftigt. Im oder Geburt gehören zu den Haupttodesursachen Vorfeld des Gipfels hatte sich die Stiftung Weltbevöl­ für Mädchen im Teenageralter. Millionen Mädchen kerung gemeinsam mit ihrem Parlamentarischen müssen wegen zu früher Schwangerschaften die Beirat und internationalen Organisationen dafür ein­ Schule oder Ausbildung abbrechen – und stehen vor gesetzt, dass die Themen Bevölkerungsdynamik und einem Kreislauf aus Armut und Not. Familien­ lanung berücksichtigt werden. Mit Erfolg: p Wir sind sehr froh, dass die internationale Gemein­ Das Abschlussdokument enthält einen eigenen Ab­ schaft den großen Handlungsdruck erkannt und schnitt zum Thema „Gesundheit und Bevölkerung“. Familienplanung ­ urück auf die globale Agenda z Nun gilt es, dass die Regierungen von Industrie- g ­ ebracht hat. Vor allem der internationale Familien­ und Entwicklungsländern ihre Zusagen umsetzen planungsgipfel im Juli 2012 war ein Meilenstein für und Familienplanung auch langfristig einen hohen die Rechte von Frauen und jungen Menschen.
  3. 3. Vorwort 3 „Bei meinen Reisen zu Partnerkirchen in Afrika und Asien haben mir Frauen oft erzählt, wie schrecklich esErhard Schreiber Renate Bähr sei, wieder schwanger zu sein und schon die bereits lebenden Kinder nicht gut versorgen zu können. Sie alle haben sich Zugang zu Verhütungsmitteln gewünscht,Stellenwert auf der politischen Agenda einräumen. DieStiftung Weltbevölkerung wird die Bundes­ egierung, r um selbst entscheiden und Verantwortung in deraber auch internationale Geber bezüglich der F ­ amilienplanung übernehmen zu können. Die StiftungEinhaltung ihrer Verpflichtungen genau beobachten. Weltbevölkerung nimmt eine überzeugende AufgabeDie Stiftung Weltbevölkerung ist vor mehr als wahr, wenn sie dazu beiträgt, dass Frauen dazu die20 Jahren angetreten, um das Menschenrecht auf Freiheit haben.“Familienplanung zu verwirklichen. Im Mittelpunkt Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmannunserer Arbeit stehen Jugendliche. Denn sie sinddie Eltern von morgen und der Schlüssel zur Ent­ Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für das Reformations­wicklung ihres Landes. jubiläum 2017, Mitglied im Kuratorium derIn unseren Jugendklubs erfahren Jugendliche von Stiftung Weltbevölkerunggleichaltrigen, speziell ausgebildeten Jugend­ eratern, bwie sie sich vor ungewollten Schwangerschaften undeiner HIV-Infektion schützen können. Dieses Modellpassen wir an die sich stetig ändernden Bedürfnisseunserer jugendlichen Zielgruppe weiter an. Sov­ erknüpfen wir verstärkt Aufklärung mit vielfältigen »Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. Bereits im Juli2011 haben wir beispielsweise in Äthiopien, Keniaund Tansania das Projekt „Fit for Life“ gestartet, mitdem wir vor allem Mädchen und jungen Frauenim informellen Sektor neue Perspektiven für eine Inhaltg­ esunde und selbstbestimmte Zukunft bieten. Dankunserer Einkommen schaffenden Maßnahmen inden Klubs können sich die jungen Menschen eine Vorwort 2e­ igenständige wirtschaftliche Basis schaffen. Über die Stiftung 4Nicht nur mit der Aufklärungsarbeit für Jugendliche,sondern auch mit unseren integrierten Projekten, in Entwicklungsprojekte 6  Highlights in 2011 7 denen wir Familienplanung, Schutz der Regenwälder Äthiopien 8 und Ernährungssicherung miteinander verknüpfen, Kenia 9 haben wir in den über 20 Jahren seit Bestehen unserer Tansania 10 Stiftung bewiesen, dass wir eine Antwort haben auf Uganda 11globale Herausforderungen wie Armut, Klimawandelund Ernährungskrise. Damit unsere Projektarbeit Politische Arbeit 12 auch nachhaltig wirkt und sich die Lebensperspektive International 13 der Jugendlichen langfristig verbessert, werden wir Deutschland 14die Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungs­trägern vor Ort zukünftig weiter intensivieren. Netzwerke 16Ohne Ihre Unterstützung wäre unsere zukunfts­ Kampagne „Sieben Milliarden Menschen“ 17weisende Arbeit nicht möglich. Für das Vertrauen, Fundraising 18das Sie uns auch im vergangenen Jahr entgegen­gebracht haben, danken wir Ihnen daher sehr herzlich. Finanzen im Überblick 20 Projekte im Überblick 24 Danke 25 »Erhard Schreiber Renate Bähr Organe der Stiftung 26Vorstandsvorsitzender & GeschäftsführerinStiftungsgründer
  4. 4. 4 Ü b e r die Stiftung» Wer wir sind und was wir tun Die Stiftung Weltbevölkerung ist eine international Wir informieren über den Zusammenhang zwischen tätige Entwicklungshilfeorganisation. Sie wurde 1991 Bevölkerungsentwicklung, Armut, Gesundheit und als private gemeinnützige Stiftung von den hanno­ Umweltschutz in Entwicklungsländern. Zugleich verschen Unternehmern Erhard Schreiber und b ­ egleiten wir Entscheidungsprozesse in gesundheits- Dirk Roßmann gegründet. Neben dem Hauptsitz in und bevölkerungspolitischen Fragen. Die Stiftung ist Hannover hat die Stiftung Länderbüros in Äthiopien, Partnerin von UNFPA, dem Bevöl­ e­ ungs­­­ k r fonds der Kenia, Tansania und Uganda sowie Verbindungs­ Vereinten Nationen, und hat den Konsultativstatus büros in Berlin und Brüssel. beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC). Ziel unserer Arbeit ist es, allen Menschen den Zu­ ang g zu Aufklärung und Familien­ lanung zu ermöglichen p In Entwicklungsländern unterstützen wir Aufklärungs- und die Gesund­ eits­ ersorgung in Entwicklungs­ h v und Familienplanungsprojekte sowie Gesundheits­ ländern zu verbessern. initiativen. In unseren Projekten erfahren junge Menschen, wie sie sich vor ungewollten Schwanger­ schaften und einer Ansteckung mit HIV schützen können. Damit helfen wir ihnen, sich selbst aus der Armut zu befreien.Unser Motto: Aufklärung schafft Zukunft!
  5. 5. Über die Stiftung 5» 20. Stiftungsgeburtstag Gemeinsam mit über 200 prominenten Gästen, Freunden und Förderern blickte die Stiftung Welt­ bevölkerung im Dezember 2012 auf zwei Jahrzehnte erfolgreicher Arbeit zurück. In den vergangenen © Christian Behrens 20 Jahren haben wir Sexualaufklärung und Familien­ planung in mehr als 20 Ländern unterstützt. Im Jahr 2011 förderte die Stiftung Projekte mit rund 5,5 Millionen Euro – mehr als 20-mal so viel wie noch vor 20 Jahren. Gastgeber und TUI-Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Frenzel (5. v. r.) Was wir in 20 Jahren erreicht haben mit Vorstandsmitgliedern der Stiftung und Podiumsgästen bei der 20-Jahr-Feier in der TUI-Zentrale 20.000 15 Millionen Jugendberater ausgebildet 20 Millionen Jugendlichen vermittelt, wie sie sich vor ungewollten Aufklärungsmaterialien verteilt Schwangerschaften und Aids schützen können 1 Million Gemeindemitglieder und Eltern zu Sexualität und Verhütung informiert Vier Schwerpunkte – ein Ziel © Reiner Klingholz Aufklärung und Familienplanung Jugendliche stärken fördern Im Jahr 2011 haben wir nach einem intensiven Beratungsprozess unsere strategischen Arbeits­ ereiche b für die nächsten fünf Jahre festgelegt. Wir haben vier Schwerpunkte definiert, die wir anhand von mess­ baren Indikatoren regelmäßig überprüfen. Damit b ­ eabsichtigen wir, unser bewährtes Stiftungsziel noch besser zu erreichen. Gesundheit als Bevölkerung, Gesundheit entwicklungspolitische und Umwelt miteinander Priorität verankern verknüpfen © Andrea Kuenzig
  6. 6. 6 E n t w i cklungsprojekte Äthiopien Uganda Kenia Tansania» Jugendliche im Fokus Seit 1995 haben wir ein Netzwerk von Jugendklubs » ir beziehen Eltern, Lehrer, Gemeindemitglieder W zur Sexualaufklärung und Aids-Prävention in sowie lokale und religiöse Meinungsführer mit ein. Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda aufgebaut. Die Jugendklubs organisieren beispielsweise In rund 600 Klubs informieren junge Berater ihre e ­ igenständig Aufklärungskampagnen für diese Altersgenossen (Youth-to-Youth) darüber, wie sie Zielgruppen in ihren Gemeinden. sich vor ungewollten Schwangerschaften und HIV » ir verbinden Sexualaufklärung mit Ausbildungs- W schützen können. Wir engagieren uns für junge und Weiterqualifizierungsmaßnahmen. Dies Menschen, weil sie der Schlüssel zur Entwicklung b ­ efähigt die Jugendlichen, ihre Lebenssituation ihres Landes sind. Von ihrem Wissen und ihrer e ­ igenständig und langfristig zu verbessern. M l ­ ög­ ichkeit zu verhüten hängt es ab, wie viele Menschen in Zukunft auf der Erde leben und wie » ir ermöglichen den Jugendklubs mit einer W sie leben werden. Anschubfinanzierung, eigene Geschäftsideen u ­ mzusetzen. Somit können sie ein kleines Unsere Arbeit vor Ort beinhaltet sehr viel mehr als E k ­ in­ ommen erwirtschaften und unabhängig von Sexualaufklärung. Wir stärken junge Menschen, fremder Unterstützung bestehen. d ­ amit sie ihre gesundheitliche und sozioökonomische Situation selbst ­ erbessern können: v » ir produzieren gemeinsam mit den Jugendlichen W attraktive Aufklärungs­ aterialien wie Broschüren, m » n unseren Trainingszentren in Äthiopien, Tansania I Plakate und Zeitungen, mit denen wir jährlich und Uganda bilden wir Jugendliche in fundierten z ­ igtausende junge Menschen auch ­ ußerhalb der a Schulungen darin aus, ihre Altersgenossen zu Klubs erreichen. Sexualität und Verhütung zu beraten. » ir setzen uns dafür ein, dass politische Ent­ W » n unseren Klubs erfahren die jungen Menschen, I scheidungsträger in den Projektländern dem wo es auf Jugendliche zugeschnittene Gesund­ Gesundheitsbereich mehr Gewicht beimessen und heits­ ienste ­ ibt. d g mehr finanzielle Mittel dafür bereitstellen.
  7. 7. Entwicklungsprojekte 7 Highlights in 2011 Studie bestätigt Wirksamkeit www.youth-to-youth.org Anfang 2011 hat die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) eine qualitative Wirkungs­ studie unserer Youth-to-Youth-Initiative durchgeführt. Youth-to-Youth-Website gestartet In Äthiopien und Kenia hat die GIZ stell­ ertretend für v Im September 2011 war es soweit: Die neue Internet­ unsere vier Schwerpunktländer untersucht, wie sich seite www.youth-to-youth.org ging online. Seither unsere Arbeit auf die jungen Frauen und Männer tauschen sich Jugendliche in unseren Projektländern und ihr soziales Umfeld auswirkt. Das Ergebnis ist intensiv über Sexualität und Verhütung aus. Die überaus positiv: Die Studie lobt den Projektansatz Internetseite hat sich als ein ideales Instrument für als „ganzheitlich, innovativ und ansprechend“. Die die jungen Menschen ­ rwiesen, um Ratschläge und e Stiftung trägt zu einer verbesserten Lebenssituation Informationen zu „heißen“ Themen zu ­ ekommen. b von Jugendlichen bei und steigert das Wissen über Familienplanung und Verhütung auch bei deren Familienmitgliedern und Gemeinden. Jugendliche schützen ihre Umwelt Die Verknüpfung der Themen Bevöl­ erung, Gesund­ k heit und Umwelt haben wir in unserer Projektarbeit in die Praxis umgesetzt. Die Jugendlichen in unseren Klubs engagieren sich aktiv für den Umweltschutz, indem sie zum Beispiel Bäume in Erosionsgebieten pflanzen, Plastikflaschen sammeln oder Schuhe aus Recyclingmaterial her­ tellen. Mit diesen Aktivitäten s tragen wir zum Ressourcen­ chutz und einer nach­ s haltigen Entwicklung bei.» Umfassendes Projektcontrolling Wir planen und betreuen unsere Projekte effizient und umfassend: » or Projektbeginn entwickeln unsere Mitarbeiter V in den Länderbüros eine Planungsübersicht mit M n ­ aß­ ahmen, messbaren Zielen sowie einem Zeit- und Budgetplan. » n enger Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort I stimmen wir die Projekte genau auf die Bedürfnisse der Menschen in den jeweiligen Ländern ab. » ie Projektverantwortlichen in unseren Länder­ D büros überwachen, ob alles vertragsgemäß umge­ » ie Projektreferenten und die Controlling- D setzt wird, und erstellen vierteljährlich Berichte Abteilung in Hannover prüfen die Berichte und über die eingesetzten Mittel und Projektfortschritte. l ­ egen die Ergebnisse dem Vorstand vor. » ir beauftragen externe Gutachter, um einzelne W Projekte zu evaluieren.
  8. 8. 8 E n t w i cklungsprojekte» Äthiopien Jede zweite Äthiopierin ist mit 20 Jahren Mutter. ø Kinderzahl pro Frau: 4,8 145 85 29 Einwohnerzahl in Mio. 1970 2011 2050 * Schätzung UN Addis Abeba Hauptstadt von Äthiopien   Länderbüro seit 1999 » Wofür wir uns engagieren Im Bonga Forest, einem Regenwaldgebiet im Süd­ Was wir erreicht haben Im Bonga Forest haben wir die gesundheitliche und Projektbeispiel westen Äthiopiens, verschärft das schnelle Bevöl­ sozioökonomische Situation der Bewohner des kerungswachstum die Armut und erhöht den Druck Regenwaldes ­ erbessert. Seit Beginn der Projekt­ v auf lebenswichtige Ressourcen wie den Regen­ ald. w phase im April 2011 haben wir unter anderem Aus diesem Grund engagieren wir uns in dieser Region » 5 Prozent der jungen Menschen im Projektgebiet 8 zusammen mit GEO schützt den Regenwald e.V., mit Informationen zur sexuellen und reproduk­ dem Naturschutzbund Deutschland e. V., Original tiven Gesundheit erreicht. Food GmbH und der Kafa Forest Coffee Cooperatives Farmers Union. » ehr als 3.600 Bewohner des Regenwaldgebiets zu m Sexualität und Verhütung informiert. Unser Ziel ist es, die Armut zu bekämpfen und den Regenwald vor Abholzung zu schützen. Wir bieten » ehr als 800 Menschen im Projektgebiet mit m den Menschen Familien­ lanung, eröffnen ihnen p Verhütungs­ itteln versorgt. m Entwicklungsmöglichkeiten und ­ erbessern v » rreicht, dass Familienplanungsdienste und e ihre Lebensbedingungen, so dass der Regenwald Angebote zu freiwilligen HIV-Tests im Projekt­ e ­ rhalten bleibt. gebiet deutlich stärker verbreitet sind als in den umliegenden Gemeinden.„Ich habe neun Kinder bekommen, nur drei von ihnen habenüberlebt. Denn ich wusste nichts über Familien­ lanung p Ausblick: emeinsam mit unseren Projektpartnern G werden wir uns weiterhin dafür einsetzen,und war zu arm, um meine Kinder zu versorgen. Erst durch dass sich die Lebensbedingungen derdas Projekt habe ich erfahren, wie ich ungewollte Schwanger­ Menschen im Projektgebiet verbessern undschaften vermeiden kann. Seither bin ich nicht mehr durch der Regenwald geschützt wird.häufige Geburten geschwächt, so dass ich arbeiten und meineKinder und Familie ­ esser unterstützen kann.“ b Almaz , 35 Jahre Weitere Informationen unter www.weltbevoelkerung.de/bonga.html
  9. 9. Entwicklungsprojekte 9 » Kenia ø Kinderzahl pro Frau: Nur 44 4,4 Prozent der Geburten werden fachlich betreut. Jedes Jahr sterben 5.500 Frauen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt. 97 Nairobi 42 Hauptstadt von Kenia 11 Einwohnerzahl in Mio. 1970 2011 2050 * Schätzung UN Länderbüro seit 2000 Was wir erreicht haben Im Mai 2011 hat die Europäische Kommission das von ihr geförderte Projekt „Safe Motherhood“ geprüft. Das Ergebnis ist überaus positiv: Gemeinsam mit u ­ nseren Projektpartnern haben wir wesentlich dazu beigetragen, die Gesundheit von Mädchen und j ­ ungen Müttern zu verbessern. In der zweijährigen Projektlaufzeit haben wir » rreicht, dass die Zahl der ­ etreuten Geburten e b © Carsten Luther um 38 Prozent gestiegen ist. » » it Aufklärungs- und Servicekampagnen über m 4,5 Millionen junge Mütter, Jugendliche und Gemeindemitglieder zu Familienplanung und Wofür wir uns engagieren Schwangerschaft informiert. Mädchen und junge Frauen sind besonders von » ehr als 100.000 Aufklärungsmaterialien wie mProjektbeispiel h ­ oher Müttersterblichkeit betroffen, da ihr Körper Broschüren und Poster verbreitet. noch nicht reif genug für eine Schwanger­ chaft ist. s » ber 100.000 Kondome an Jugendliche verteilt. ü Viele von ihnen werden ungewollt ­ chwanger. s Deshalb haben wir im Februar 2010 das Projekt » ber 900 Gesundheitsmitarbeiter fortgebildet, die ü „Safe Motherhood“ mit dem Ziel gestartet, die Schwangere über wichtige Untersuchungen infor­ Mütter­ terblichkeit in den Slums von Nairobi und s mieren und lebensbedrohliche Komplika­ ionen bei t im Kaloleni Distrikt an der Küste Kenias nachhaltig Schwangerschaft oder Geburt verhindern. zu reduzieren. Konkret ­ nformieren wir die Mädchen i » ehr als 380.000 junge Mütter und deren Kinder m und jungen Frauen über Sexualität und Verhütung mit Gesundheitsdiensten wie Schwangerschafts­ und setzen uns für ­ ugendgerechte Familienplanungs- j untersuchungen, HIV-Tests und Impfungen erreicht. und Gesund­ eitsdienste ein. h » ber 300 junge Frauen darin geschult, eigene ü Geschäftsideen zu entwickeln und umzusetzen. Ausblick: Das Projekt „Safe Motherhood“ ist im Januar 2012 ausgelaufen. Wir arbeiten w ­ eiter mit den Projektpartnern zu­ ammen, s um die Gesundheit von Müttern zu ver­ bessern. In unserem neuen Projekt „Fit for Life“ (siehe S. 10) knüpfen wir an die Erfolge von „Safe Motherhood“ an. © Carsten Luther Weitere Informationen unter www.weltbevoelkerung.de/safemotherhood.html
  10. 10. 10 E n t w i cklungsprojekte » Tansania 88 Prozent der Bevölkerung leben von weniger als zwei US-Dollar am Tag. ø Kinderzahl pro Frau: 5,4 138 Arusha 46 Länderbüro seit 2006 Einwohnerzahl in Mio. 14 1970 2011 2050 * Schätzung UN © Martin Grohganz » Wofür wir uns engagieren Weil viele tansanische Mädchen und Frauen kaum Was wir erreicht haben Im Mai 2011 hat die Europäische Kommission das Projektbeispiel Schulbildung und keine Berufsausbildung haben, von ihr geförderte Projekt „Fit for Future“ geprüft. sind sie auf den informellen Sektor ­ ngewiesen. Das a Erfreuliches Ergebnis: Das Projekt wirkt sich positiv heißt, sie arbeiten ohne geregeltes Einkommen und auf das Verhalten der Jugendlichen und auf die ohne jegliche Rechte. Häufig ­ erden sie sexuell w Gemeinden aus. m ­ issbraucht und sind daher besonders gefährdet, Die Verknüpfung von Aufklärung und Ausbildung hat ungewollt schwanger zu werden und sich mit HIV zu sich als wirksam und nachhaltig bewährt. Da „Fit for infizieren. Um ihnen dieses Schicksal zu ersparen, Future“ Ende 2011 ausgelaufen ist, haben wir den verbinden wir Aufklärung mit vielfältigen Aus- und Ansatz für ein neues, länderübergreifendes Projekt Weiterbildungsmaßnahmen. Die jungen Frauen übernommen: Seit Juli 2011 engagieren wir uns mit l ­ ernen beispielsweise kochen, um in einem Hotel zu „Fit for Life“ in Äthiopien, Kenia und Tansania. arbeiten, oder sie machen eine Ausbildung zur Bereits in dieser kurzen Projektlaufzeit gibt es erste Näherin. Ziel ist es, den Mädchen neue Perspektiven Erfolge. Wir haben in den drei Ländern unter anderem für eine gesunde und selbstbestimmte Zukunft zu bieten. » ehr als 60 Frauen- und Jugendgruppen identifi­ m ziert und durch gezielte Projektaktivitäten direkt gefördert. » 0 junge Frauen und Männer zu Trainern ausge­ 9 bildet und auf ihre Arbeit mit den Jugendlichen in ihren Gruppen vorbereitet. Sie erhielten Schulungen zu Aufklärung und Familienplanung sowie zu Kleingewerbemanagement. » ute Kontakte zur lokalen Politik aufgebaut. g Beispielsweise haben wir in Kenia Partnerschafts­ vereinbarungen mit dem Ministerium für JugendYouth Truck und Sport sowie mit dem GesundheitsministeriumMitarbeiter der Stiftung Weltbevölkerung sind in Tansania mit dem Youth Truck, unterzeichnet.dem „Jugendklub auf Rädern“, unterwegs und informieren Jugendliche inab­ elegenen Regionen über Sexualität und Verhütung. Sie bieten zum Beispiel gGruppendiskussionen an und organisieren Freizeitaktivitäten, bei denen ganz Mehr Informationen unternebenbei über die „heißen“ Themen gesprochen wird. www.weltbevoelkerung.de/fitforlife.html
  11. 11. Entwicklungsprojekte 11 » Uganda ø Kinderzahl pro Frau: 6,2 48 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 15 Jahre. Ca. vier Prozent aller 15- bis 24-jährigen Frauen sind HIV-infiziert. 94 35 Kampala Einwohnerzahl in Mio. 9 1970 2011 2050 * Schätzung UN Hauptstadt von Uganda Länderbüro seit 2000 Was wir erreicht haben Wie zwei Projektevaluierungen zeigen, können sich die Erfolge des „Young Adolescents Projects“ s ­ ehen lassen: » ir haben mehr als 7.100 Schüler, 1.900 Eltern W und 340 Lehrer mit lebenswichtigen Informationen erreicht. » m Jahr 2011 hatten mehr als 90 Prozent der I Schüler ein umfassendes Wissen über HIV und » Aids – verglichen mit weniger als 25 Prozent zu Beginn des Projektes. » ieben Schulen verzeichneten einen deutlichen S Rückgang bei Schulabbrechern: Mussten im Jahr Wofür wir uns engagieren 2008 noch 118 Mädchen die Schule aufgrund von Viele Jugendliche haben bereits mit 14 Jahren ihre frühen Schwangerschaften verlassen, ­ aren es wProjektbeispiel e ­ rsten Sexualkontakte gehabt, ohne ausreichend auf­ im Jahr 2011 nur noch 29 Mädchen. geklärt zu sein – für viele von ihnen mit folgenschweren » ir haben 17 Mitarbeiter von Gesundheits­ tationen W s Konsequenzen. Deshalb haben wir mit Unterstützung darin geschult, altersgerechte Gesundheitsdienste des Erziehungsministeriums Anfang 2009 zusammen für Jugendliche anzubieten, und haben sie dazu mit Bayer HealthCare Pharmaceuticals das innova­ e ­ rmutigt, in ihren Gesundheitsstationen jugend­ tive „Young Adolescents Project“ gestartet: An zehn freundliche Bereiche einzurichten. Grundschulen in den Distrikten Masindi, Tororo und Wakiso klären wir Mädchen und Jungen im Alter von » as Projekt ist bei Bezirksvertretern auf große D zehn bis 14 Jahren über Sexualität und Verhütung Akzeptanz gestoßen: Im Jahr 2011 entschieden sie, auf. Dabei beziehen wir das komplette Umfeld der Sexualunterricht als eine Priorität für die Bildungs­ Schüler mit ein: Lehrer, Eltern, religiöse und politische abteilungen zu erwägen. Entscheidungsträger und Gesund­ eitspersonal. Der h » ir haben ein Methodenhandbuch mit Erkennt­ W ganzheitliche Ansatz hat sich als überaus effektiv nissen aus dem Projekt entwickelt und 850 Exem­ e ­ rwiesen. Ziel ist es, kulturelle und gesellschaftliche plare an Partnerorganisationen mit Empfehlungen Vorbehalte abzubauen und die Akzeptanz von Auf­ zur Nachahmung zur Verfügung gestellt. klärung und Verhütung zu erhöhen. Ausblick: amit die erfolgreiche Arbeit mit der jungen D Zielgruppe auch nach dem Projektende in 2012 fortgeführt und in lokale Strukturen eingebettet wird, schulen wir Lehrer als © Peter Ginter, Bayer AG Multiplikatoren und arbeiten eng mit den Distrikten zusammen, damit sie die Aktivitäten eigenständig implementieren. Mehr Informationen unter www.weltbevoelkerung.de/yap.html
  12. 12. 12 P o l i t i s che Arbeit © Birgit Winter | pixelio.de» Politik mitgestalten Wofür wir uns engagieren Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Welt­ e­ öl­ b v kerung, im Gespräch mit Dirk Niebel, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung » n Deutschland steht unser Team in Berlin im engen I Dialog mit Entscheidungsträgern im Bundestag Die Stiftung Weltbevölkerung setzt sich dafür ein, und in Ministerien. Die Erfahrung, die wir in dass politische Entscheidungsträger den Themen u ­ nseren Entwicklungsprojekten vor Ort sammeln, Bevölkerungsdynamik und Gesundheit, insbesondere macht uns zu kompetenten Ansprech­ artnern. p der reproduktiven Gesundheit, mehr Gewicht bei­ messen. Wir engagieren uns für die Erhöhung der f ­ inanziellen Mittel, größere Transparenz und Wie wir uns engagieren Effektivität bei der Verwendung der Mittel sowie Sowohl national als auch international arbeiten stärkere Geberharmonisierung. wir mit Parlamentariern und Regierungsvertretern s ­ owie mit Partnern aus Wirtschaft, Forschung und Wo wir uns engagieren: z ­ ivilgesellschaftlichen Netzwerken zusammen. » it unseren Länderbüros in unseren vier Schwer­ M Zudem unterstützen wir in mehr als 15 Ländern punktländern, aber auch in anderen Ländern w ­ eltweit Nichtregierungsorganisationen, ­ olitische p Afrikas und Asiens nehmen wir Einfluss auf die Entscheidungsträger und Fachkräfte im Gesund­ Familienplanungs- und Gesundheitspolitik auf heitswesen durch Schulungen und Beratung. Zum l ­ okaler, regionaler und ­ ationaler Ebene. n Beispiel schulen wir zivilgesellschaftliche Organi­ sationen, damit sie bei ihren Regierungen und » nser Verbindungsbüro in Brüssel begleitet ­ ichtige U w i ­ nternationalen Gebern finanzielle Mittel für die politische Entscheidungen der Europäischen Verbesserung der reproduktiven Gesundheit Union, der weltweit größten Geberin von Entwick­ b ­ eantragen sowie den politischen Dialog vor Ort lungsgeldern. g ­ estalten können.
  13. 13. Politische Arbeit 13Was wir international erreicht haben Gemeinsam mit unseren lokalen Partnern haben wir im Jahr 2011 unter anderem folgende konkrete Erfolge erzielt: » usammen mit der Organisation Christian Z Connections for International Health und der isla­ mischen Organisation Muhammadiyah haben wir erstmals 120 religiöse Organisationen und Meinungsführer sowie 100 weitere Organisationen zusammengebracht. Ergebnis des Dialogs ist eine wegweisende, konfessionsübergreifende Erklärung. Die Unterzeichner erkennen die zentrale Bedeutung von Familienplanung an und zeigen sich bereit, den Zugang zu Aufklärung und Familienplanung zu unterstützen. 2 zwei Millionen Euro» Der gemeinsame Antrag eines Abgeordneten des vierhundertfünfunddreißig Millionen US-Dollar 435 Europäischen Parlaments und der Stiftung » n den vergangenen beiden Jahren hat die Stiftung I Weltbevölkerung an die EU war erfolgreich: Ab gemeinsam mit ihren Partnern dazu beigetragen, 2012 fördert die EU mit zwei Millionen Euro ein dass europäische Fördergelder in Höhe von 435 Netzwerk zivilgesellschaftlicher Organisationen in Millionen US-Dollar für reproduktive Gesundheit Ostafrika, das sich für die Verbesserung von und Familienplanung in Entwicklungsländer ge­ Müttergesundheit und Familien­ lanung engagiert. p flossen sind. » it unserer Studie „Euromapping 2011“ haben wir M 400 Parlamentarier aus 29 nationalen Parlamenten und 500 weitere Entscheidungsträger darüber i ­ nformiert, wie viel die europäischen Länder für bevöl­ erungspolitische Maßnahmen in Entwick­ungs­ k l ländern ausgeben und wozu sie sich ursprünglich verpflichtet haben. Die Analyse veröffentlichen wir jährlich gemeinsam mit dem Europäischen Parlamentarierforum. „Der Bericht ist ein sehr hilfreiches Instrument für unsere Arbeit im Parlament.“ Jordi Xuclà, Mitglied des spanischen Parlaments 1 German Foundation for World Population (DSW) Tips and Tricks Publisher: German Foundation for World Population (DSW) „Tips and Tricks: How to Access European Funds for Reproductive Health and Poverty Alleviation“ wird von anderen Nichtregierungs­ organisationen geschätzt – ebenso wie unsere zahlreichen anderen Studien und Leitfäden. Mehr Informationen unter www.euroresources.org Tips and Tricks South-Asia Edition Tips and Tricks on How to Apply for Resources and Grants for Reproductive Health and Poverty Alleviation 1st Edition
  14. 14. 14 P o l i t i s che ArbeitWas wir in Deutschland erreicht haben In Deutschland haben wir im Jahr 2011 ­ olgende f Themen erfolgreich auf der entwicklungspolitischen Agenda verankert: Bevölkerungsdynamik, Stärkung von Mädchen und Forschungsförderung für vernach­ Conference Documentation lässigte Krankheiten. International Conference on Sub-Saharan Africa: » amilienplanung ist zurück auf der entwicklungs­ F Transforming Population Dynamics into an Opportunity politischen Agenda. Im Jahr 2011 hat das Bundes­ ministerium für wirtschaftliche Zusam­ en­ rbeit m a und Entwicklung (BMZ) begonnen, die „Initiative Selbstbestimmte Familienplanung und Mütter­ gesundheit“ umzusetzen. In den Jahren 2011 bis 2015 stellt Deutschland jährlich 80 Millionen Euro © Die Projektoren im Rahmen ihrer bilateralen Entwicklungs­ u­z sammenarbeit bereit – doppelt so viel wie bisher. October 21, 2011 held at KfW Berlin Branch Germany › ›› Die Stiftung ist aktiv an der Ausgestaltung dieser Initiative beteiligt. Gudrun Kopp, Parlamentarische Konfernzbericht_ADC_V5.indd 1 13.02.12 15:44 Staatssekretärin im BMZ, bei unserer » nitiiert durch Mitglieder unseres Parlamentarischen I internationalen Konferenz in Berlin Beirats stellt die CDU/CSU-Bundes­ ags­ raktion das t f Thema Weltbevölkerungswachstum in den Mittel­ » ie von uns gemeinsam mit der KfW Entwick­ ungs­ D l punkt ­ hrer entwicklungspolitischen Agenda für i bank organisierte internationale Konferenz die nächs­ en Jahre. Bei einem Kongress der Fraktion t „Demographische Herausforderungen Afrikas im Februar 2012 sprach Stiftungsgeschäftsführerin s ­ üdlich der Sahara“ stieß auf große Anerkennung Renate Bähr – ebenso wie Minister Dirk Niebel und bei Fachleuten aus dem In- und Ausland. Rund UNFPA-Exekutivdirektor Babatunde Osotimehin – 150 Teilnehmer aus den Bereichen Gesund­ eit, h vor rund 200 Entschei­ ungsträgern. d Demographie und Entwicklungs­ usammen­ rbeit z a diskutierten am 21. Oktober 2011 in Berlin über Lösungswege, wie sich die Bevölkerungs­ ntwick­ e lung in Afrika südlich der Sahara so beeinflussen lässt, dass eine nachhaltige Entwicklung möglich © CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist. Die Konferenz baute auf den Ergebnissen der Studie „Afrikas demographische Herausforderung“» auf, die die Stiftung gemeinsam mit dem Berlin- Institut für Bevölkerung und Ent­ icklung im w September 2011 veröffentlicht hatte. www.parlamentarischer-beirat.de In dem 2003 gegründeten Parlamentarischen Beirat für Bevölkerung und Entwicklung der Stiftung Weltbevölkerung engagieren sich derzeit 34 Bundes­ agsabgeordnete aller t Fraktionen und unterschiedlicher Ausschüsse. Ziel des Gremiums ist es, sich für ein angemessenes deutsches Engagement im Bereich Gesund­ eit, insbesondere sexuelle h und reproduktive Gesundheit und Rechte in Entwicklungs­ ländern, einzusetzen. Der Beirat fördert die öffentliche und politische Dis­ ussion von zentralen Themen des Kairoer k Aktions­ rogramms, wie Bevölkerungswachs­ um, nach­ p t haltige Entwicklung, Armutsbekämpfung und Gleichstellung der Geschlechter. Sprecherin des Gremiums ist derzeit Sabine Weiss, MdB. Die Stiftung unterstützt die Arbeit des Beirats inhaltlich und organisatorisch.
  15. 15. Politische Arbeit 15 Die von der Stiftung Welt­ e­ öl­ b v kerung herausgegebene Studie Entwicklung für Mädchen – „Entwicklung für Mädchen – Mädchen für Entwicklung Eine Untersuchung des Mädchen für Entwicklung“   kommt zu dem Ergebnis, dass   deutschen entwicklungspolitischen Engagements für Mädchen die deutsche Entwicklungspolitik die Bedürfnisse von Mädchen  Mädchenstudie_2401_V3.indd 1 13.02.12 15:43 nicht genügend berücksichtigt. » nde 2011 haben die Vereinten Nationen den E 11. Oktober als „International Day of the Girl Child“ ausgerufen. Zukünftig wird dieser Tag daran e ­ rinnern, dass Mädchen auf internationale Unter­ Gemeinsam mit Bundesminister Dirk Niebel und rund 20 weiteren Teilnehmern reiste Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung, vom   stützung angewiesen sind, um ihre Rechte wahr­ 2. bis 7. Dezember 2011 nach Togo und Burundi. In beiden afrikanischen zunehmen. Der Deutsche Bundestag hatte am Ländern wächst die Bevölkerung jährlich um rund drei Prozent. 21. September 2011 fraktionsübergreifend für die Einrichtung des Internationalen Mädchentages g ­ estimmt und damit die gemeinsame Forderung der Stiftung Weltbe­ öl­ erung und weiterer Nicht­ v k regierungsorganisationen unterstützt. » ie im Februar 2012 verabschiedete Bildungs­ D strategie der Bundesregierung berücksichtigt die Rolle von Mädchen sowie die Verbindung zwischen Bildung, Gesundheit und Familienplanung. Dass diese Textpassagen enthalten sind, geht unter a ­ nderem auf das Engagement der Stiftung und ihres Parlamentarischen Beirats zurück. » as Bundesministerium für Bildung und Forschung D (BMBF) hat ein neues Konzept zur Forschungs­ förderung von vernachlässigten und armuts­ assoziierten Krankheiten veröffentlicht. Der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Helge Braun gab das Vorhaben bei unserer internationalen Konferenz „Die Rolle öffentlich-privater Partner­ schaften bei der Förderung von globaler Gesundheit“ im Mai 2011 bekannt. Das BMBF-Konzept schließt © Die Projektoren erstmals die Förderung von Produktentwicklungs­ partnerschaften (PDPs) mit ein. Die erste Aus­ schreibung in Höhe von 20 Millionen Euro über e ­ ine Laufzeit von vier Jahren (2011 bis 2014) wurde in 2011 abgeschlossen. PDPs engagieren sich bezüglich Forschung und Entwicklung von Präventions-, Diagnose- und Behandlungs­ methoden für vernachlässigte und armutsassoziierte Krankheiten. Die Stiftung hat sich in den ver­ gangenen Jahren für ein solches Förderkonzept stark gemacht.
  16. 16. 16 P o l i t i s che Arbeit » In Netzwerken aktiv Wir setzen auf Partnerschaften und Netzwerke, um unseren Zielen noch mehr Nachadruck zu verleihen. Die Stiftung Weltbevölkerung ist Mitglied von zahl­ „Steuer gegen Armut“ reichen nationalen und internationalen Bündnissen Die Kampagne, in der sich die Stiftung Welt­ evöl­ erung b k – ­ nter anderem: u seit Langem engagiert, ist eine der ­ rfolgreichsten e » Action for Global Health z ­ ivilgesellschaftlichen Bewegungen der vergangenen » Aktionsbündnis gegen Aids Jahre. Ergebnis des Engagements: In Deutschland » A rbeitskreis Medizin in der Entwicklungszusammenarbeit sollen Finanzgeschäfte künftig mit einer Finanz­ rans­ t » Bundesverband Deutscher Stiftungen aktionssteuer besteuert werden. Auch andere euro­ » Countdown 2015 – Europe päische Länder haben sich zur Einführung verpflichtet. » European Alliance for Vulnerable Girls Wir setzen uns nun verstärkt dafür ein, dass die Gelder » E uropean NGOs for Sexual and Reproductive Health der Entwicklungszusammenarbeit zugutekommen. and Rights, Population and Development (EuroNGOs) » G emeinsam für Afrika » G lobal Campaign for Microbicides » K ampagne „Deine Stimme gegen Armut“ » K ampagne „Steuer gegen Armut“ „Die Stiftung Weltbevölkerung © UNFPA, 2008 » P opulation and Sustainability Network ist eine langjährige Partnerin » R eproductive Health Supplies Coalition » Stop TB Forum von UNFPA. Sie trägt dazu bei, » T he Partnership for Maternal, Newborn and Child Health die sexuelle und reproduktive » V erband Entwicklungspolitik deutscher Nicht­ egierungs­ r - organisationen (VENRO), insbesondere Arbeitsgruppe Gesund­ eit voranzubringen und h Gesundheit Frauen und junge Menschen Darüber hinaus arbeitet die Stiftung Weltbevölkerung weltweit mit inter­ ationalen Organi­ a­ ionen, zivilge­ n s t zu stärken.“ sellschaftlichen Organisationen, Forschungsinstituten Dr. Babatunde Osotimehin, Exekutivdirektor und Experten aus verschiedensten Politikfeldern des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) z ­ usammen. © Die Projektoren Kurz vor dem Muttertag machte das von der Stiftung Weltbe­ völkerung initiierte „Mutternacht“-Bündnis aus zehn deutschen Entwicklungsorganisationen mit einem Hürdenlauf in Berlin darauf aufmerksam, dass die Gesundheitsversorgung vonBei der VENRO-Mitgliederversammlung am 14. Dezember 2011 wurde Müttern in den ärmsten Ländern der Welt dringend verbessertStiftungsgeschäftsführerin Renate Bähr (Mitte) als Vorstandsmitglied werden muss.wiedergewählt. Der Zusammenschluss von 120 Mitgliederorganisationensoll ermöglichen, dass die Nichtregierungsorganisationen ihren Beitragfür mehr Gerechtigkeit verstärken und mit noch größerem Nachdruck fürdie Bekämpfung der Armut, die Verwirklichung der Menschenrechte unddie Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen eintreten. Die StiftungWeltbevölkerung ist seit Gründung des Verbandes dabei.
  17. 17. Die Stiftung in Deutschland 17 31. Oktober 2011 31. Oktober 2011 31. Oktober 2011» Kampagne „Sieben Milliarden Menschen – eine Welt“ Am 31. Oktober 2011 wurde der siebenmilliardste Erdenbürger geboren. Diesen symbolischen Tag nahm die Stiftung Weltbevölkerung zum Anlass für ihre Kampagne „Sieben Milliarden Menschen – eine Welt“. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Unsere Kampagne hat in Deutschland ein nie dagewesenes Interesse am Thema Bevölkerungsdynamik entfacht. Allein im Oktober erschienen dazu rund 1.000 Print- © Christian Behrens und Online-Artikel und fast 30 TV-Beiträge – darunter in der „Tagesschau“. Auch unsere begleitende Online-Kampagne wurde v. l. n. r.: Dirk Roßmann, Bettina Wulff, Renate Bähr und   mit einem überwältigenden Erfolg belohnt: Die Zahl Erhard Schreiber bei der Einweihung der einzigartigen der Website-Besuche hat sich von Ende August bis Weltbevölkerungsuhr am 28. Oktober 2011 Ende Oktober 2011 um das 24-Fache erhöht. Unsere Facebook-Anhänger haben wir im gleichen Zeitraum auf rund 6.000 verdreizehnfacht. Highlight der Wie viele Menschen leben auf der Erde? Online-Kampagne war die App „What’s your number“. Das lässt sich seit Ende Oktober 2011 auf der einzig­ Wer unter www.weltbevoelkerung.de/app.html artigen Weltbevölkerungsuhr in Hannover sekunden­ sein Geburtsdatum eintippt, erfährt, der wievielte genau verfolgen. Die offizielle Enthüllung der zwei Mensch er zum Zeitpunkt seiner Geburt war. mal drei Meter großen Installation erfolgte durch Bettina Wulff, der Ehefrau des damaligen Bundes­ präsidenten. Aufgrund der großen positiven Resonanz Fotoausstellung auf dem Potsdamer Platz darf die Uhr noch bis Ende Januar 2013 und damit ein „Wir sind 7 Milliarden – unsere Welt heute“: Unter Jahr länger als geplant in der Innenstadt stehen bleiben. diesem Titel präsentierte die Stiftung Weltbevölkerung gemeinsam mit dem BMZ, der Gesellschaft für Mit unserer Kampagne haben wir den zweiten Platz Internationale Zusammenarbeit und „National des Deutschen Fundraising Preises in der Kategorie Geographic“ Anfang September beeindruckende „Beste Kampagne“ erreicht. Fotos auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Weltbevölkerungsbericht Mit überwältigender Medienresonanz stellten Werner Haug vom Bevöl­ erungs­ onds der Vereinten k f Wir sind 7 Milliarden – unsere Welt heute Nationen (UNFPA), Stiftungs­ eschäfts­ ührerin g f Renate Bähr und Hans-Jürgen Beerfeltz, Staats­ sekretär im Bundes­ ntwicklungs­ inisterium, am e m 26. Oktober den Weltbevöl­ erungs­­ k bericht 2011 2011: 7 Mrd. Ein junges Mädchen, die ihre Hochzeit verweigerte. Foto: Stephanie Sinclair / National Geographic „Sieben Milliarden Menschen und Mög­ ichkeiten“ l erkämpft 1999: 6 Mrd.© Thomas Ecke in der Bundespresse­ onferenz vor. Die Stiftung k Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht. erstellt jährlich die ­ eutsche Version des von d Die 13-jährige Sunil im indischen Rajasthan musste früh um ihr Recht auf Selbstbestimmung kämpfen. Elf Jahre war sie alt, als ihre Eltern sie verheiraten wollten. Sunil weigerte sich; sie drohte mit der Polizei. Ihr Mut hatte Erfolg: sie geht weiterhin zur Schule! UNFPA heraus­ egebenen „State of World g 1987: 5 Mrd. Population“. durchgeführt von in Kooperation mit mit Fotografien von 1974: 4 Mrd. 1960: 3 Mrd. 1804: 1 Milliarde Menschen Entwicklung der Weltbevölkerung

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