IT-Projekte der Finanzverwaltung

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Vortrag von SC Dr. Gerhard Popp im Rahmen eines Kaminsgesprächs an der Donau-Universität Krems / Lehrgang für E-Government

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IT-Projekte der Finanzverwaltung

  1. 1. Sektionschef Dr. Gerhard PoppIT-Projekte derFinanzverwaltung17. April 2012, Donau-Universität Krems
  2. 2. Standortbestimmung• 13.199 Unternehmen sind im heimischen IKT Sektor tätig (4,4 %)• 91.328 Arbeitsplätze (3,4 % aller Beschäftigten)• 23,75 Mrd. EUR Umsatz in 2009 (8,66 % des BIP)• Österreich auf Platz 19 von 142 Ländern im Networked Readiness Index• Seit Jahren Spitzenreiter im E-Government-Ranking der EU 2
  3. 3. IT-Steuerung in Österreich 3
  4. 4. KompetenzzentrumInternetgesellschaft• Plattform zur Zusammenarbeit von Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft• Kooperation von vier Ministerien (BKA, BMF, BMVIT, BMWFJ)• Vertreter der „Internetoffensive Österreich“• Ziele - Internet als Chance für alle Menschen begreifen - Österreich in der Spitze der IKT-Nationen positionieren - Breitbandnutzung erhöhen (digitale Dividende) - Koordinierte und forschungsorientierte IKT-Politik 4
  5. 5. Beitrag der IT zum Sparpaket 2012• IKT-Konsolidierungsgesetz• Verbindliche IKT-Standards in der Bundesverwaltung wie z.B.: - Bundesclient - Content Managementsystem von Homepages - Zentrales IT- Lizenzmanagement - Duale Zustellung - Elektronische Signaturen - Identity- und Accessmanagement - ELAK in allen Dienststellen - Einsatz von Softwarebausteine bzw. Softwarebibliotheken sowie Basiskomponenten 5
  6. 6. IKT-Konsolidierungsgesetz• IKT-Bundesstandards durch Verordnung des Bundeskanzlers im Einvernehmen mit der Bundesministerin für Finanzen• Berühren IT-Lösungen die Zuständigkeit eines Fachministers – Einvernehmen auch mit diesem• Beratende Funktionen: - IKT-Koordinationsgremien - A-SIT bei Sicherheitsfragen - BRZ GmbH bei Rechenzentrumsaspekten 6
  7. 7. IKT-Konsolidierungsgesetz• Festlegung der Kostentragung in den jeweiligen Verordnungen• Entwicklung, Weiterentwicklung und Betrieb der IT- Lösungen in BRZ GmbH (bei nachvollziehbar marktkonformen Preisen)• IKTKonG 2. Abschnitt schafft Rechtsgrundlage für die E-Rechnung - ab 1.1.2014: verpflichtende elektronische Rechnungslegung an den Bund 7
  8. 8. Sektion V - IT, Kommunikation undÖffentlichkeitsarbeitAufgaben - IT und E-Government-Lösungen für die Finanzverwaltung und den Bund - E-Government-Services für BürgerInnen und Wirtschaft - Beauftragung/Steuerung des Bundesrechenzentrums - Kommunikation des BMFErfolge und Innovationen - Erstes Bundesministerium in Europa mit ISO- Sicherheitszertifizierung (gemeinsam mit BRZ) - E-Government-Lösungen des BMF sparen Millionen Steuergeld - Österreich durch Leistungen des BMF E-Gov. Europameister 8
  9. 9. Sektion V - IT, Kommunikationund Öffentlichkeitsarbeit• 250 MitarbeiterInnen steuern 106 IT-Verfahren zur - Verwaltung von 7 Mio. Steuerkonten, - Ausstellung von 8 Mio. Steuerbescheiden, - Einhebung von 9 Mio. Steuerzahlungen, - Abwicklung von 50 Mio. Buchungen auf 4 Millionen Konten, - Steuerung von 100 Mrd. EUR ausgaben- und einnahmenseitigem Zahlungsverkehr, - Steuerung der Finanzschulden mit 2 Mrd. EUR Umsatz pro Tag, - Einhebung von ca. 5,7 Mrd. EUR Verbrauchssteuern, - Erfassung von 500.000 elektronischen Zollanmeldungen pro Monat und Abwicklung von 80.000 Nachrichten pro Tag, - Auszahlung von 12 Mrd. EUR für Gehälter und Pensionen unter Berücksichtigung von 5.000 Lohnarten und 200 Lohnschemata 9
  10. 10. Herausforderungen für die Sektion V• Einheitliche E-Government-Lösungen für den Bund• IT-Umsetzung der Haushaltsrechtsreform• Neugestaltung der IT für Steuer und Zoll• Ausbau der E-Government-Services für BürgerInnen, UnternehmerInnen und Verwaltung• Verstärkung der E-Government-Kommunikation für größere Akzeptanz von Services 10
  11. 11. Das Bundesrechenzentrum• 1997 Ausgliederung aus dem BMF in eine GmbH• Eigentümer: Republik Österreich, vertreten durch BMF• Ziele: - Nutzung der Synergien durch Konsolidierung, Standardisierung und Bündelung von IT-Ressourcen und IT-Services - Neustrukturierung der IT im Bund und Verwaltungsmodernisierung - Grünstes Rechenzentrum Österreichs werden• Aufträge an BRZ durch - Gesetz / Verordnung (Betriebspflicht, Kostendeckung, Umsatzsteuerbefreiung) - In-house Vergabe durch Bund - Öffentliche Ausschreibung (Gewinnerzielung) 11
  12. 12. Kennzahlen BRZ• Umsatz: 214,4 Mio Euro (2010)• MitarbeiterInnen: 1.200• IT Service-Provider Ranking: Platz 4• Betreute IT-Arbeitsplätze: > 30.000• Server in Betrieb: > 2.000• Output Services: > 100 Mio. Seiten pro Jahr• Gespeicherte Daten: > 800 TB 12
  13. 13. Bedeutende Projekte des BRZ• Für Österreich - Transparenzdatenbank - FinanzOnline - E-Finanz - Unternehmensserviceportal - Automatenglückspiel - Grundbuch Neu - eCustoms - ProFIT – Erneuerung aller Fachanwendungen im Sozialbereich• Für Europa - PEPPOL – Pan European Public Procurement Online - EU-Mahnverfahren - Errichtung Zertifikatsverwaltung für Fürstentum Liechtenstein - STORK EU-weites Identity Management 13
  14. 14. Flaggschiff FinanzOnline• 2003: erste elektronische ArbeitnehmerInnen- Veranlagung• 2004: Start des Unternehmerpakets mit Umsatz- , Einkommens- und Körperschaftssteuer online• Kennzahlen: - 2,4 Mio. BürgerInnen (50 % der SteuerzahlerInnen) - 1,6 Mio. ArbeitnehmerInnenveranlagung - 98 % der Unternehmen nutzen FinanzOnline - 233 Millionen Transaktionen jährlich - 10 Mio. Anträge sparen mehr als 12.000 Tonnen CO2 14
  15. 15. Services von FinanzOnline• für Bürgerinnen und Bürger: - ArbeitnehmerInnenveranlagung - Antrag und Auszahlung der Familienbeihilfe• für Unternehmen: - Körperschaftsteuererklärung - Einkommensteuererklärung - Umsatzsteuerjahreserklärung - Umsatzsteuervoranmeldung - EU-weite Vorsteuerrückerstattung - Gültigkeitsprüfung einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer 15
  16. 16. Services von FinanzOnline• Weitere Funktionen: - Registrierungs- und Authentifizierungsprovider (z.B. Handysignatur, USP, …) - Kommunalsteuererklärungen der Gemeinden - Abfragen von Steuerakt und –konto - Änderung der Grunddaten - elektronische Zahlung - elektronische Bescheidzustellung (via DataBox) - Abwicklung der Flugabgabe und Bankensteuer - Abgabeneinhebung im Rahmen des Glückspielgesetzes - Beantragung und Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung 16
  17. 17. Förderlandschaft in Österreich• Hauptkritikpunkte der AG Effizientes Förderwesen: - Fehlende Gesamtstrategie für das Förderwesen - Viele Förderstellen und unterschiedliche Richtlinien - Intransparenz des Fördersystems für Förderwerber - Fehlende Bedarfs- und Wirkungsorientierung - Förderentscheidungen oft nicht nachvollziehbar - Basisförderung statt Projektförderung - Ungeeignete Entscheidungsstrukturen und personelle Verflechtungen mit Förderempfängern - Hohe Transaktionskosten - Fehlendes Benchmarking 17
  18. 18. Förderlandschaft in Österreich• Förderstrategie erarbeiten• Mindeststandards für Förderungen• Förderangebotsdatenbank• Förderleistungsdatenbank• Umsetzung• Umsetzung der Expertenvorschläge würde bis zu 600 Mio. EUR an Verwaltungskosten einsparen 18
  19. 19. Transparenzdatenbank• BürgerInnen und Unternehmen im Fokus• Übersichtliche Darstellung des öffentlichen Leistungsangebots und der bezogenen öffentlichen Leistungen• Vereinfachung der Antragstellung mit einheitlichen Nachweisen• Effiziente Verwaltung der Leistungen• Anonymisierte Auswertungen zur Steuerung des Förderwesens 19
  20. 20. Transparenzdatenbank• Rechtliche Grundlage im Transparenzdatenbankgesetz (BGBl. I Nr. 109/2010)• Politische Verhandlungen erfordern neue Regelung (Art. 15a B-VG Vereinbarung und neues TDBG 2012) - Verfassungsbestimmung (Kompetenzdeckungsklausel, Datenschutz) - Erhebung Leistungsangebot im 1. Halbjahr 2012 - Mitteilung Leistungen des 2. Halbjahres 2012 frühestens ab 01.07.2012 und spätestens bis 31.01.2013 - Neue Funktionen für Datenklärungsstelle (bei Kategorisierung) 20
  21. 21. Transparenzdatenbank Bundesministerien, oberste Organe, Bundesminister, oberste TDB-BeiratBundesländer und privatrechtliche Organe Organe und Bundesländer Mitwirkung & Kommunikation (Bund, Länder & Einheitliche Gemeinden) Kategorisierung Daten- klärungsstelle Leistungs- Leistungs- Koordination angebote mitteilungen Zur & Support Verfügung- stellung Leistungsdaten (*) Temporäre (z.B. Netto- & Definierende Leistende Auswertungs-DB Stelle Stelle Brutto- Einkommen, Ste Einheitliche Kategorisierung Erhebung (nicht (personen- BMF uer- personenbezogen) bezogen) ersparnisse, Loh Transparenz- nzettel) portal (TP) Transparenz-DB Daten- SV- und Transfer- ermittlung HVB zahlungen - Leistungsangebote (Online- - Leistungsmitteilungen Einbindung) AMS Förderungen, Tra (*) Mitteilung über HV-SAP oder FMM Personenbezogene Leistungsempfänger nsfer-zahlungen sowie WebServices, File-Upload Abfrage für abfrage- (Bürger, oder Dialog-Verfahren berechtigte Stelle Unternehmen) 21
  22. 22. Zeitplan TransparenzdatenbankPhase 1: Mindestsicherung und ForschungsförderungenPhase 2: Förderungen für Sport, Familie und TourismusPhase 3: Restliche Leistungsangebote 22
  23. 23. Einstiegsseite Transparenzportal 23
  24. 24. Ergebnisseite Transparenzportal 24
  25. 25. Unternehmensserviceportal• Unternehmensserviceportalgesetz (BGBl. I Nr. 52/2009) - Einrichtung USP durch BRZG im Auftrag des BMF - Verpflichtung der Bundesminister/innen an der Einrichtung und Betrieb mitzuwirken (bei Transaktionen und Informationen) - USP als gesetzlicher Dienstleister, kann sich eines weiteren Dienstleisters bedienen - Ausweitung auf Länder und Gemeinden muss möglich sein• Bundesstatistikgesetznovelle (BGBl. I Nr. 125/2009) - Einrichtung Unternehmensregister NEU• Unternehmensserviceportalverordnung (BGBl. II Nr. 69/2010) - Basis- und Fachinformationen für die Initialbefüllung und laufenden Betrieb, Änderungsinformationen - Zusammenwirken mit gemeinsamer Redaktion (Wiener Zeitung) 25
  26. 26. USP – Vorteile für Unternehmen• Zentrales Portal für Unternehmen (One-Stop-Shop)• Effiziente Verfahrensabwicklung durch - Einfaches und einheitliches Accessmanagement, Single Sign-On - Umfassende, auf die Unternehmen zugeschnittene Informationen - Kostenersparnis durch Verfahrensoptimierung und –integration - Nutzen durch zusätzliche Services - Schaffung einer standardisierten Schnittstelle zur Übermittlung der Informationsverpflichtungen direkt aus Unternehmens-EDV 26
  27. 27. USP – Vorteile für Verwaltung• Höhere Daten- & Meldequalität in den öffentlichen- und Verwaltungsregistern• Geringer Wartungsaufwand: Vermeidung von Mehrfacheingaben, geringer Manipulationsaufwand, etc.• Zentrale Funktionalität für angebundene Anwendungen• Reduktion von Papierformulare 27
  28. 28. Unternehmensserviceportal• Seit Jänner 2010 Basisinformationen auf www.usp.gv.at• Fachinformationen zu Informationsverpflichtungen• Rechtsinformationen (z.B. Richtlinien, Erlässe, Begutachtungsentwürfe)• Über 60 Unternehmenssituationen in 11 Kategorien 28
  29. 29. Unternehmensserviceportal• Nächste Ausbaustufe mit Ende Mai 2012• Zentrale Anmeldung für alle angebundenen Verfahren: - FinanzOnline - ELDA Online: elektronischer Datenaustausch mit Sozialversicherung - KSB Online: Elektronische Abfrage von Krankenstandsbescheinigungen - WEBEKU: Aktuelle Sicht auf Beitragskonten bei allen Gebietskrankenkassen - BUAK: Onlinedienst der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskassa - EDM: Elektronische Abwicklung der Melde- und Berichtspflichten im Umweltbereich 29
  30. 30. Ausblick Unternehmensserviceportal• Weiterentwicklung des USP zum Transaktionsportal• Durchgängige elektronische Prozesse für Kommunikation zwischen Unternehmen und Verwaltung• Wichtigste Unternehmenssituationen werden vollständig serviciert• Reduktion von Meldungen durch Datenaustausch im Hintergrund• Bereitstellung eines B2B Bereiches im USP• Ziel: Reduktion der Verwaltungskosten für Unternehmen ab 2015/16 um 150-200 Mio. EUR p.a. 30
  31. 31. E-Rechnung über USP• EU fordert rechtliche Gleichstellung von E-Rechnung und Papierrechnung• Rechtliche Grundlage für Bund im IKT-KonG ab 2014• USP als Portal für E-Rechnungen an den Bund• Studie der Wirtschaftskammer beziffert Sparpotenzial mit insgesamt 9 Mrd. EUR• Mögliche Einsparung in öffentlichem Sektor alleine 590 Mio. EUR, davon 70,8 Mio. EUR im Bund 31

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