Social Web und gesellschaftspolitische Utopien

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Vortrag, Rechtsinformatik Symposion 2009, Salzburg
http://www.univie.ac.at/RI/IRIS2009/IRIS09_Progr_20Feb09_endg.pdf

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Social Web und gesellschaftspolitische Utopien

  1. 1. Social Web und gesellschaftspolitische Utopien IRIS 09, Internationales Rechtsinformatik Symposion, Salzburg 28.2.2009 Mag. David Röthler politik.netzkompetenz.at Stand: 08.06.09
  2. 3. Utopie <ul><li>οὐτοπία  utopía  „die Nicht-Örtlichkeit“ </li></ul><ul><li>der wünschenswerte Zustand der Welt/eines Staates </li></ul><ul><li>Synonym für optimistisch-fantastische Ideale </li></ul><ul><li>Utopien sind üblicherweise nicht sofort realisierbar </li></ul>
  3. 4. Mit jeder Innovation im Bereich der Telekommunikation wurden gesellschaftliche Utopien verknüpft: Aus der Transatlantikverkabelung der 1860er Jahre und dem Ausbau der Telegrafie wurde eine &quot;technisch gestützte Eintracht der Völker dieser Welt, mit der Aussicht auf nichts weniger als den Weltfrieden&quot; abgeleitet, wie Frank Hartmann in seinem Buch &quot;Globale Medienkultur&quot; schreibt.
  4. 5. Internet-Utopien <ul><li>die Utopie einer weltweiten Gemeinschaft durch das Internet ->Globales Dorf </li></ul><ul><li>die Informationsgesellschaft wird irgendwann einmal alle Menschen gleicher und freier machen </li></ul><ul><li>Neue Produktionsweisen jenseits des Kapitalismus </li></ul>
  5. 11. Bertolt Brecht 1927/1932 <ul><li>ein Vorschlag zur Umfunktionierung des </li></ul><ul><li>Rundfunks: „Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. </li></ul>
  6. 12. Bertolt Brecht 1927/1932 <ul><ul><li>„ Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur zu hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen. Der Hörfunk könnte den Austausch, Gespräche, Debatten und Dispute ermöglichen.“ </li></ul></ul>
  7. 13. Neue Gesellschaftsformen durch Medien <ul><li>Brecht war überzeugt, dass Medien positive gesellschaftliche Veränderungen hervorrufen können. </li></ul><ul><li>„ Undurchführbar in dieser Gesellschaftsordnung, durchführbar in einer anderen, dienen die Vorschläge, welche doch nur eine natürliche Konsequenz der technischen Entwicklung bilden, der Propagierung und Form dieser anderen Ordnung. [...]“ </li></ul>
  8. 16. <ul><li>Ist die Utopie von Brecht Realität geworden? </li></ul>
  9. 17. Hans Magnus Enzensberger <ul><li>„ Die neuen Medien sind ihrer Struktur nach egalitär. (Kursbuch 20/1970: 167)“ </li></ul><ul><li>„ Die elektronische Technik kennt keinen prinzipiellen Gegensatz von Sender und Empfänger. Jedes Transistorradio ist, von seinem Bauprinzip her, zugleich ein potentieller Sender. (Kursburch 20/1970: 160)“ </li></ul><ul><li>„ Repressiver Mediengebrauch“ </li></ul><ul><ul><li>„ zentral gesteuertes Programm mit einem Sender und vielen Empfängern“ </li></ul></ul><ul><ul><li>Konsumenten passivisiert und entpolitisiert </li></ul></ul>
  10. 18. „ emanzipatorischer Mediengebrauch“ <ul><li>Mediengeräte nicht reine Konsumtionsmittel </li></ul><ul><li>„ Sie sind im Prinzip immer zugleich Produktionsmittel, und zwar, da sie sich in den Händen der Massen befinden, sozialisierte Produktionsmittel. (Kursbuch 20/1970: 168)“ </li></ul><ul><li>„ Tonbandgeräte, Bild- und Schmalfilmkameras befinden sich heute schon in weitem Umfang im Besitz der Lohnabhängigen. Es ist zu fragen, warum diese Produktionsmittel nicht massenhaft [...] in allen gesellschaftlichen Konfliktsituationen auftauchen. (Kursbuch 20/1970: 170)“ </li></ul>
  11. 19. „ Kalifornische Ideologie“ <ul><li>Mit viel Pathos verkündete John Perry Barlow 1996 die „Unabhängigkeit des Cyberspace“ (Barlow 1996) </li></ul><ul><li>Kalifornische Ideologie glaubt, dass der technologische Fortschritt liberale Prinzipien unweigerlich zu einer gesellschaftlichen Tatsache machen werde. </li></ul>
  12. 20. Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace <ul><li>„ Regierungen der industriellen Welt, Ihr müden Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes. Im Namen der Zukunft bitte ich Euch, Vertreter einer vergangenen Zeit: Laßt uns in Ruhe! Ihr seid bei uns nicht willkommen. Wo wir uns versammeln, besitzt Ihr keine Macht“ </li></ul>
  13. 21. Projekt Oekonux <ul><li>Eine wichtige Frage ist, ob die Prinzipien der Entwicklung Freier Software eine neue Ökonomie begründen können, die als Grundlage für eine neue Gesellschaft dienen könnte. </li></ul><ul><li>http://www.oekonux.de/ </li></ul>
  14. 22. Frei? <ul><li>Freie Medieninhalte (Creative Commons) </li></ul><ul><li>Freies Wissen (Wikipedia) </li></ul><ul><li>Freie Software (Open Source) </li></ul><ul><li>Freies Geld (Open Money) </li></ul><ul><li>Freibier? </li></ul>
  15. 23. Wie verändert sich Gesellschaft? <ul><li>Politik </li></ul><ul><li>Bildung </li></ul><ul><li>Journalismus </li></ul><ul><ul><li>Hierarchien </li></ul></ul><ul><ul><li>Transparenz </li></ul></ul><ul><ul><li>Partizipation </li></ul></ul><ul><ul><li>Kulturen der Kooperation </li></ul></ul>
  16. 24. Dystopie <ul><li>George Orwell: „1984“ </li></ul>„ Der Große Bruder ist unfehlbar und allmächtig. Jeder Erfolg, jede Leistung, jeder Sieg, jede wissenschaftliche Entdeckung, alles Wissen, alle Weisheit, alles Glück, alle Tugend werden unmittelbar seiner Führerschaft und Eingebung zugeschrieben. Niemand hat je den Großen Bruder gesehen. Er ist ein Gesicht an den Litfaßsäulen, eine Stimme am Televisor. (Orwell 1950, 190)“
  17. 26. 50% der indischen Frauen sind Analphabetinnen
  18. 29. Realität <ul><li>Überwachung </li></ul><ul><li>Digital Divide </li></ul><ul><li>Medienkompetenz </li></ul><ul><li>Kommunikationskulturen </li></ul>
  19. 30. Realität <ul><li>Macht bei Regierungen und Konzernen </li></ul><ul><ul><li>Aber Ambiguität </li></ul></ul><ul><li>Menschen sind in einer stärkeren Position als je zuvor </li></ul>
  20. 31. Utopie – Dystopie <ul><li>Wir sind vernetzte, mobile und ständig in der realen Welt erreichbare und somit im wahrsten Sinne des Wortes utopische, an keinen Ort gebundene Existenzen.  </li></ul><ul><ul><li>Gewinn oder Verlust an Lebensqualität? </li></ul></ul><ul><ul><li>Müssen wir tatsächlich permanent und scheinbar jenseits aller raum-zeitlichen Lokalität erreichbar sein? </li></ul></ul><ul><ul><li>Privatheit <-> Öffentlichkeit </li></ul></ul>
  21. 32. Online
  22. 33. Vernetzungstreffen Web Montag
  23. 34. Kontakt <ul><li>Mag. David Röthler, http://davidroethler.mp/ </li></ul><ul><li>mobil +43 664 2139427 </li></ul><ul><li>skype d.roethler </li></ul><ul><li>Online-Raum http://proj.emea.acrobat.com/david/ </li></ul><ul><li>Email [email_address] </li></ul><ul><li>  </li></ul><ul><li>http://politik.netzkompetenz.at </li></ul><ul><li>www.projektkompetenz.eu </li></ul><ul><li>http://blog.eu.info.at </li></ul><ul><li>http://twitter.com/davidroethler </li></ul><ul><li>http://friendfeed.com/davidroethler </li></ul><ul><li>www.xing.com/profile/David_Roethler </li></ul><ul><li>http://de-de.facebook.com/people/David_Rothler/506043195 </li></ul>

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