Können die Industrieländer mit REDD+-Maßnahmen die tropischen Regenwälder in Westafrika schützen? Vortrag im Rahmen des Pr...
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Können die Industrieländer mit REDD+-Maßnahmen die tropischen Regenwälder in Westafrika schützen?

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Vortrag im Rahmen des Master-Studiengangs Umweltwissenschaften (infernum) der FernUniversität Hagen am 25.10.2014.

Veröffentlicht in: Umweltschutz
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Können die Industrieländer mit REDD+-Maßnahmen die tropischen Regenwälder in Westafrika schützen?

  1. 1. Können die Industrieländer mit REDD+-Maßnahmen die tropischen Regenwälder in Westafrika schützen? Vortrag im Rahmen des Präsenzseminars „Klima und Entwicklung“ der FernUni Hagen am 24./25.10.2014 Christian Reinboth Dipl.-Wirt.Inf. (FH) FernUniversität Hagen Studiengang infernum Matrikel-Nr. 7952694
  2. 2. REDD+ in Westafrika | Christian Reinboth | Studiengang infernum | FernUniversität Hagen | Studienzentrum Frankfurt | 25.10.2014 Agenda Struktur des heutigen Kurzvortrags Waldvernichtung und Klimawandel Grundidee und Evolution von REDD+ Wesentliche Hürden für die Umsetzung REDD+-Realisierungschancen in Westafrika Impulsfragen für die weiterführende Debatte Abschließender Verweis auf verwendete Literatur Fragen werden im Anschluss (15 Min.) gerne beantwortet Illegale Holzentnahme in Brasilien | Foto © Agência Brasil (CC-BY 3.0)
  3. 3. REDD+ in Westafrika | Christian Reinboth | Studiengang infernum | FernUniversität Hagen | Studienzentrum Frankfurt | 25.10.2014 Waldvernichtung und Klimawandel Wälder haben eine zentrale Bedeutung für Klima, Biodiversität und Gesellschaft •Rund die Hälfte aller Spezies ist in den tropischen Regenwäldern beheimatet •Wälder absorbieren große Mengen an CO2 und kühlen weite Landflächen ab •Mehr als eine Milliarde Menschen lebt – direkt oder indirekt – von Wäldern Die Waldvernichtung ist zu einer Bedrohung für Klima und Biodiversität geworden •Rund 30% der weltweiten CO2-Emissionen (gesamt, nicht anthropogen) werden durch Wälder absorbiert, was etwa 15 t pro Jahr und pro Hektar Wald entspricht •Die globale Waldfläche hat von 1990 bis 2005 um 13 Mio. ha/Jahr abgenommen •Zwischen 12% und 17% der anthropogenen Treibhausgas-Emissionen lassen sich auf die Zerstörung von Waldflächen zurückführen (so trägt etwa Indonesien ~ 1,5% der Treibhausgas-Emissionen bei – unter Berücksichtigung der Waldzerstörung ~ 8,5%) Kyoto klammerte die Waldvernichtung aus – mit REDD+ entsteht ein neues Instrument
  4. 4. REDD+ in Westafrika | Christian Reinboth | Studiengang infernum | FernUniversität Hagen | Studienzentrum Frankfurt | 25.10.2014 REDD+ - Waldschutz als Lebensgrundlage REDD+ steht für “Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation” (d.h. Verringerung von Treibhausgas-Emissionen verursacht durch Entwaldung und Waldschädigung) •Derzeit hat intakter Wald für die lokale Bevölkerung, Wirtschaft und Politik so gut wie keinen Wert, während gerodete Waldflächen der Lebenserhaltung (Ackerbau, Bauholz) bzw. dem Verdienst (Agrotreibstoffproduktion, Rinderzucht, Rohstoffabbau) dienen •Mit REDD+ wird dem durch Wälder gespeicherten und absorbierten CO2 bzw. den CO2- Äquivalenten ein monetärer Wert zugewiesen, so dass Waldschutzmaßnahmen künftig entsprechend vergütet werden können -> Schaffung von Anreizen zur Walderhaltung REDD+ ist grundsätzlich als PES-System (Paying for Environmental Services) konzipiert •PES-Systeme sind leicht implementierbar und beliebt, da sie die Teilnahme nicht erzwingen und auf positive (Zahlungen) statt auf negative (Verbote, Strafen, Steuern) Incentives setzen •Die theoretische Grundlage bietet das von Thünen-Landnutzungsmodell: Land wird stets so genutzt dass es (unter der Berücksichtigung von Opportunitäts-, Transaktions- sowie Implementierungskosten) einen maximalen Ertrag erbringt -> die REDD+-Zahlungen müssen sich für den Waldbesitzer rechnen, damit das Anreizsystem funktioniert
  5. 5. REDD+ in Westafrika | Christian Reinboth | Studiengang infernum | FernUniversität Hagen | Studienzentrum Frankfurt | 25.10.2014 Die Evolution von REDD+ REDD+ wird seit 2005 weiterentwickelt •REDD+ wurde 2005 als RED konzipiert (ausschließlich Rodungs-Verhinderung) •Die erste Erweiterung (das zweite „D“) folgte 2007 (Inklusion von Aufforstung) •Weitere Erweiterungen (das „+“) kamen in 2008 hinzu (Erhalt von Biodiversität, nachhaltige Waldbewirtschaftung, Ver- besserung lokaler Lebensverhältnisse…) Diese Erweiterung ist nicht ohne Risiken •Einige Projektentwickler befürchten eine Verwässerung der Effektivität von REDD+ •Insbesondere soziale Ziele (z.B. Gleich- stellung von Frauen) können zu Kon- flikten mit idigenen Kulturen führen REDD+ PHASE I Aufbau von Kapazitäten (z.B. Monitoring) Erarbeitung nationaler Waldschutzkonzepte REDD+ PHASE II Durchführung von Pilotprojekten Ermittlung von Best Practice-Ansätzen REDD+ PHASE III Weltweites Roll-Out von REDD+ (konnte bislang noch nicht erfolgen)
  6. 6. REDD+ in Westafrika | Christian Reinboth | Studiengang infernum | FernUniversität Hagen | Studienzentrum Frankfurt | 25.10.2014 Die offene Frage der Finanzierung Unterschiedliche Finanzierungsmodelle •Finanzierung über Emissionszertifikate (direkt getragen durch Zertifikathandel) •Finanzierung durch einen Fonds, der durch Geberländer unterhalten wird (indirekt getragen durch Steuern) •Hybride Finanzierungsmodelle Warsaw Framework on REDD+ (2013) •Festlegung einer zentralen Rolle für den Green Climate Fund des UNFCCC, über den die Auszahlungen erfolgen sollen – de facto-Entscheidung für Fondsmodell •Nach wie vor ist jedoch unklar, wie der Fonds (Zielsumme 100 Mrd. USD / Jahr ab 2020) ausfinanziert werden soll Warum (k)eine marktbasierte Lösung? + Kosteneffizienter (Markt statt Staat) + Breitere Basis potentieller Einzahler + Verknappung öffentlicher Gelder - Abhängigkeit von Zertifikatpreisen - Vernachlässigung polit. Reformbedarfs - Begünstigung von Verlagerungseffekten - Zertifikate müssten erst durch freiwillige Emissionsreduzierungen generiert werden
  7. 7. REDD+ in Westafrika | Christian Reinboth | Studiengang infernum | FernUniversität Hagen | Studienzentrum Frankfurt | 25.10.2014 Unklare Besitzverhältnisse und finanzielle Fehlanreize Realisierungshürde: Unklare Besitzverhältnisse •PES-Systeme können nur bei klaren Besitzverhältnissen funktionieren •Dies schließt auch ein, dass Dritte effektiv von der (illegalen) Nutzung ausgeschlossen werden können (die Bevölkerung kann dies idR nicht) Realisierungshürde: Finanzielle Fehlanreize •Repressive Regierungen und Unternehmen erhalten durch REDD+ finanzielle Anreize zur Vertreibung indigener Bevölkerungsgruppen aus Regenwaldgebieten •Die Opportunitätskosten sind für Waldbesitzer gleich Null, die den Wald ohnehin erhalten hätten (Risiko der ineffizienten Zahlung für nicht gefährdete Waldflächen) Wie geht es mit REDD+ weiter? •Zahlreiche Aspekte der Fortführung von REDD+ sind nach wie vor unklar (Zulassung von Monitoring-Verfahren, Förderung von Maßnahmen zur Verhinderung von Wald- bränden, Finanzierung des Green Climate Fund etc.)
  8. 8. REDD+ in Westafrika | Christian Reinboth | Studiengang infernum | FernUniversität Hagen | Studienzentrum Frankfurt | 25.10.2014 Realisierungschancen in Westafrika Ausgangssituation •Von 500.000 km² westafrikanischen Regen- walds um 1900 sind nur ~10% verblieben •Der größte zusammenhängende Regen- wald ist der Tai-Nationalpark (3.300 km²) Lokalspezifische Faktoren •Weitflächig unklare Besitzverhältnisse und instabiles / korruptes Staatswesen •Hohe Bevölkerungsdichte auf dem Land (infolgedessen hohe Transaktionskosten) •Weitflächiger Anbau von Kakaopflanzen (infolgedessen hohe Opportunitätskosten) •In jede Realisierung von REDD+ müssten die regionalen Trockenwälder einbezogen werden Fazit: REDD+ wird hier schwer zu realisieren sein Karte © OpenStreetMap Waldelefant © Thomas Breuer (CC-BY 2.5) Zwergflusspferd © Raimond Spekking (CC-BY 4.0)
  9. 9. REDD+ in Westafrika | Christian Reinboth | Studiengang infernum | FernUniversität Hagen | Studienzentrum Frankfurt | 25.10.2014 Impulsfragen für die weitere Debatte Stehlen sich die Verantwortlichen für den Klimawandel aus ihrer Eigenverantwortung? •REDD+ setzt nicht bei den Verursachern des Klimawandels an, sondern überträgt die Verpflichtung für die Klimawandelmitigation auf einige der ärmsten Bevölkerungsteile •Alternative Lösungsansätze bestünden in der Verringerung der Nachfrage für die Zerstörung von Wald (insbesondere für Agrotreibstoffe und günstiges Rindfleisch) sowie natürlich in der Verringerung der CO2-Einträge durch entwickelte Staaten •Mit REDD+ entsteht ein Mechanismus, der es Verursachern gestattet, auch weiterhin Treibhausgase in gewohnter Höhe einzutragen, solange CO2-Senken geschützt werden Wird der Dritten Welt mit REDD+ die Chance auf wirksame Klimaanpassung verbaut? •Während sich die Industriestaaten längst auf die Anpassung an den unvermeidbaren Klimawandel vorbereiten, werden die Ressourcen der Dritten Welt mit REDD+ auf die Minimierung von Klimafolgen gerichtet, wodurch die eigene Anpassung verzögert wird
  10. 10. REDD+ in Westafrika | Christian Reinboth | Studiengang infernum | FernUniversität Hagen | Studienzentrum Frankfurt | 25.10.2014 Für diesen Vortrag verwendete Literatur Angelsen 2009: Angelsen, Arild (2009): Policy options to reduce deforestation. In: Arild Angelsen (Hg.): Realising REDD+. National strategy and policy options. Bogor, S. 125–138. Angelsen & McNeill 2012: Angelsen, Arild; McNeill, Desmond (2012): The evolution of REDD+. In: Arild Angelsen, William D. Sunderlin und Louis V. Verchot (Hg.): Analysing REDD+. Challenges and choices. Bogor, S. 31–49. Barlow et al. 2012: Barlow, Jos; Parry, Luke; Gardner, Toby A.; Ferreira, Joice; Aragão, Luiz E.O.C.; Carmenta, Rachel et al. (2012): The critical importance of considering fire in REDD+ programs. In: Biological Conservation 154, S. 1–8. Bluffstone & Robinson 2012: Bluffstone, Randy; Robinson, Elizabeth (2012): REDD+ and Community-Controlled Forests in Low-Income Countries: Any Hope for a Linkage? The World Bank. Washington DC, 23.04.2012. Brown 2011: Brown, H.C. Peach (2011): Gender, climate change and REDD+ in the Congo Basin forests of Central Africa. In: International Forestry Review 13 (2), S. 163–175. Brown et al. 2011: Brown, H. Carolyn Peach; Smit, Barry; Sonwa, Denis J.; Somorin, Olufunso A.; Nkem, Johnson (2011): Institutional Perceptions of Opportunities and Challenges of REDD+ in the Congo Basin. In: The Journal of Environment & Development 20 (4), S. 381–404. Collins et al. 2011: Collins, M. B.; Milner-Gulland, E. J.; Macdonald, E. A.; Macdonald, D. W. (2011): Pleiotropy and charisma determine winners and losers in the REDD+ game. All biodiversity is not equal. In: Tropical Conservation Science 4 (3), S. 261–266. Corbera 2012: Corbera, Esteve (2012): Problematizing REDD+ as an experiment in payments for ecosystem services. In: Current Opinion in Environmental Sustainability 4 (6), S. 612–619. Gregersen et al. 2010: Gregersen, Hans; El Lakany, Hosny; Karsenty, Alain; White, Andy (2010): Does the Opportunity Cost Approach Indicate the Real Cost of REDD+? Rights and Resources Initiative. Washington DC. Larson et al. 2012: Larson, Anne M.; Brockhaus, Maria; Sunderlin, William D. (2012): Tenure matters in REDD+: Lessons from the field. In: Arild Angelsen, William D. Sunderlin und Louis V. Verchot (Hg.): Analysing REDD+. Challenges and choices. Bogor, S. 153–176. UNFCC 2013: Work programme on results-based finance to progress the full implementation of the activities referred to in decision 1/CP.16, verabschiedet als Teil des Warsaw Framework for REDD+, Warschau, 2013. Westholm et al 2011: Westholm, Lisa; Biddulph, Robin; Hellmark, Ida; Ekborn, Anders (2011): REDD+ and Tenure. A Review of the Latest Developments in Research, Implementation and Debate. Forest, Climate and Livelihood Research Network. Gothenburg. Wunder 2009: Wunder, Sven (2009): Can payments for environmental services reduce deforestation and forest degradation? In: Arild Angelsen (Hg.): Realising REDD+. National strategy and policy options. Unter Mitarbeit von Maria Brockhaus, Markku Kanninen, Erin Sills, William D. Sunderlin, Sheila Wertz-Kanounnikoff. Bogor, S. 213-223.
  11. 11. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! Gibt es noch Fragen?

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