EinBlick in die Wirtschaft

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EinBlick in die Wirtschaft ist eine Fortbildung der Chemieverbände Rheinland-Pfalz für Lehrerinnen und Lehrer. Wir zeigen, welche Themen uns als Wirtschaft bewegen und geben Einblicke in die Unternehmen.

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EinBlick in die Wirtschaft

  1. 1. EinBlick in die Wirtschaft Verkehrsinfrastruktur. Compliance. Betriebliche Mitbestimmung. Dies sind komplexe und meist abstrakt erlebte Themen in der Schulwelt. Die zwei- tägige Fortbildung für Lehrer füllte diese mit Leben. Der Besuch beim Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim vermittelte die Entwicklung eines Unternehmens durch Innovationen. Grundlage dafür sind auch Investitionen. Zum Beispiel in moderne Produktions- und Arbeitsbedingungen am Standort. Diese wurden bei der Betriebsbesichtigung vorgestellt. Die Frage der Investitionen wurde am zweiten Tag erneut aufgegriffen und die Initiative der Chemie für den Erhalt der Infrastruktur diskutiert. Dies und die Vorträge zu Social Media und Compliance machten auch deutlich, dass es nicht nur die Themen der Wirtschaft sind. Warum, lesen Sie in diesem festgehalten. Tobias Göpel | Chemieverbände Rheinland-Pfalz straßen, Bahnlinien und Wasserwege sind die Adern der Wirtschaft. INHALT unsere Zukunft hat Geschichte social media schafft Transparenz Compliance und Kartellrecht Eine Ausbildung öffnet viele Berufswege Infrastruktur braucht breite Zustimmung Betriebsrat und Arbeitgeber festgehalten Die Veranstaltungen der Chemieverbände rheinland-pfalz 05 | 2015 
  2. 2. Unsere Zukunft hat Geschichte Boehringer Ingelheim stellt sich vor Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim zählt heute zu einem der 20 weltweit größten Pharmaunternehmen. Über 47.000 Mitarbeiter arbei- ten in 146 verbundenen Unternehmen weltweit. Begonnen hatte alles 1885, als das Unter­nehmen als Weinsteinfabrik gegründet wurde. Herge- stellt wurden Wein- und Milchsäure für Backpulver und Brauselimonade. Forschung und Innovationen waren von Beginn an die Treiber für das Wachstum des Unternehmens. Für solch einen Erfolg müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Zum einen benötigt das Unternehmen die passenden Mitarbeiter. Heike Krafft, tätig im Ausbildungsmarketing von Boehringer Ingelheim, stellte die Ausbildungs- möglichkeiten im Betrieb vor. Gleichzeitig ging sie auf die Anforderungen ein, die an die Auszubildenden gestellt werden. Dass andererseits auch das Unternehmen gute Voraussetzungen schaffen muss, um für die Mitarbeiter attraktiv zu sein, hat Boehringer bereits früh verstanden. Das zeigt ein Blick in die Geschichte: Der Gründer des Unternehmens, Albert Boehringer, schuf 1902 eine Betriebskrankenkasse. Bereits 1907 folgte ein Unterstützungs- fonds für Mitarbeiter im Ruhestand und 1912 eine betriebliche Alters­ versorgung. Alles Maßnahmen, die in der jeweiligen Zeit eher unüblich waren. Und auch heute erhalten die Mitarbeiter die bestmögliche Unter- stützung, zum Beispiel in der Gesundheitsvorsorge. Social Media schafft Transparenz Wechselspiel zwischen Nutzern und Wirtschaft Smartphones oder Handys – auch wenn die Begriffe variieren, sind die kleinen Helfer mit all den nützlichen Apps aus dem Leben vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Der Gebrauch schafft Transparenz auf verschie- denen Ebenen – zum Nutzen der Verbraucher und auch der Unternehmen. Die Vermittlung der notwendigen Medienkompetenz ist neben dem Bil- dungsauftrag eine wesentliche Aufgabe in den Schulen geworden. So machen die sozialen Medien die Unternehmen transparenter, da deren Produkte und Arbeitsbedingungen öffentlich bewertet werden. Das wiede- rum hat Einfluss auf die Öffentlichkeitsarbeit der Unternehmen, aber auch auf das Kaufverhalten der Kunden. Wichtig ist aber zu wissen, wer bewer- tet und warum. Denn auch Bewertungen können vom Gedanken des Mar- keting geleitet sein. Andererseits gibt jeder Einzelne durch sein Nutzungsverhalten mit dem Smartphone und in den sozialen Medien Informationen preis. Und das kann wirtschaftlich genutzt werden. Eine Vision sind zum Beispiel Navigations- geräte, die bei der Umleitung um den Stau gleichzeitig eine notwendige Pause beim Lieblingsrestaurant des Fahrers berücksichtigen. Der Besitzer des Restaurants bezahlt nicht mehr für Anzeigen – er bezahlt dafür, dass potentielle Kunden direkt vor seine Tür geleitet werden. EinBlick in die Wirtschaft | Bingen „Die ‚Wirtschaft’ bekommt ein Gesicht durch Seminare wie dieses. Das Wissen, dass wir hier erhalten, ist für unsere Arbeit in den Schulen sehr wertvoll.” Teilnehmerstimme Lehrer im Besucherzentrum von Boehringer Ingelheim Unser Verhalten in der digitalen Welt verändert die Wirtschaft
  3. 3. 05/2015 Compliance und Kartellrecht Es betrifft jeden Öffentlichkeitswirksame Skandale um Korruption und Kartellverstöße haben das Thema „Compliance” in den Fokus gerückt. Grundsätzlich geht es hier um die Maxime des „ehrbaren Kaufmannes”, die das wirtschaft- liche Handeln bestimmen sollte. Regelkonformes Verhalten hilft, Unterneh- men und Mitarbeiter vor Sanktionen zu schützen. Deshalb geben die Com­ pliance-Regeln eindeutige Handlungsleitlinien für den Umgang mit Kun- den, Vertragspartnern und Aktionären vor. Also nur ein Instrument für die chemische Industrie? „So einfach ist es nicht”, betonte Armin Fladung vom Arbeitgeberverband Chemie Rheinland-Pfalz. Dies zeigte er am Beispiel einer Lehrerin in Berlin: Weil Schüler sich bei ihr bedanken wollten, musste sie eine Geldbuße von 4.000 Euro zahlen. Der Grund war ein Abschiedsgeschenk im Wert von rund 200 Euro. Da Berliner Beamte nur Geschenke bis zu zehn Euro ohne Dienstherrengenehmigung an- nehmen dürfen, ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen Vorteilsannahme. Ein weiteres Beispiel klingt zunächst harmlos: Ein ortsansässiges Sport­ warengeschäft will Trikots für die Fußballmannschaft der Schule spenden. Im Gegenzug bittet der Geschäftsführer lediglich um die Platzierung des Un- ternehmenslogos auf der Webseite der Schule. Auch hier kann der Verdacht der Vorteilsannahme aufkommen und entsprechend geahndet werden. Beide Beispiele zeigten den anwesenden Lehrern eindrücklich, dass Compliance ein Schutzschild für die handelnden Personen ist und nicht nur ein Instrument zur Aufdeckung dunkler Geschäfte. Eine Ausbildung öffnet viele Berufswege Berufliche Vielfalt durch mehr Praxiswissen Die aktuellen Trends zeigen, dass viele Abiturienten nach dem Klassen­ zimmer gleich in den Hörsaal wollen. Doch ein Studium bietet heute nicht unbedingt mehr Sicherheit als eine Ausbildung. Auch die langfristigen Berufsaussichten sind mit einer Ausbildung sehr gut. Das machte Iris Schnitzler vom Pharmaunternehmen LTS aus Andernach deutlich. Nach einer Ausbildung im Bereich der Chemie, Biologie oder Pharmazie gibt es viele Möglichkeiten. Chancen der beruflichen Veränderung bieten Bereiche wie Marktforschung, Einkauf, Marketing, Vertrieb oder auch Umweltschutz. Auch im Vertrieb kann die naturwissenschaftliche Ausbildung von Vorteil sein. Der Praxisbezug hilft im Gespräch mit den Kunden. Im sogenannten B2B-Geschäft gibt es viele erklärungsbedürftige Produkte, wie analytische Geräte, für die ein großes Anwendungswissen benötigt wird. Wer dieses Wissen mit Fremdsprachenkenntnissen kombiniert, kann auf internationa- lem Boden aktiv werden. Aber auch in der Entwicklung neuer Geräte kann das Praxiswissen am deutschen Standort sehr gut eingesetzt werden. „Ein sehr lebhafter Vortrag, der mich auch persönlich weiter gebracht hat.” Ulrike Schmelzer Iris Schnitzler (LTS Lohmann) sprach sich für die Ausbildung aus
  4. 4. EinBlick in die Wirtschaft | Bingen Impressum Herausgeber: Chemieverbände Rheinland-Pfalz, Bahnhofstraße 48, 67059 Ludwigshafen, Telefon 06 21-5 20 56 ‑0, Telefax 06 21‑5 20 56 ‑20, info@chemie-rp.de, www.chemie-rp.de, Redaktion: Tobias Göpel, Fotos: Marcel Hasübert, mh-foto.de, Titelbild: istock.com Gestaltung: gestaltbar@netcologne.de, Köln, Druck: Chroma Druck & Verlag GmbH, Römerberg-Berghausen, Auflage: 400, Stand: Mai 2015. Die Veranstaltung fand am 10. März 2015 in Bingen statt. Betriebsrat und Arbeitgeber Vertrauensvolle Zusammenarbeit im Betrieb Im Betrieb sitzen alle in einem Boot und rudern gemeinsam zum Ziel. Wie das geht, stellten Constanze Heers und Christian Koch vom Unter­ nehmen Budenheim vor. Die Personalleiterin und der Betriebsrat gingen auf das betriebliche Mitbestimmungsrecht im Unternehmen ein. Dieses Recht gibt den Arbeitnehmern Einflussmöglichkeiten auf Entscheidungen im Betrieb. Wie zum Beispiel die betriebliche Mitbestimmung nach dem Be- triebsverfassungsgesetz durch den Betriebsrat. Thematisch geht es um die Ordnung des Betriebes, die Arbeitsbedingungen und auch um wirtschaft- liche Entscheidungen. Die Schwerpunkte der Arbeit wechseln. Derzeit stehen unter anderem das Betriebliche Gesundheitsmanagement und die Gesundheitsförderung ganz oben auf der Agenda. Und auch wenn Betriebs- rat und Arbeitgeber in der Lösungsfindung nicht immer einer Meinung sind, ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit wichtig. Nur so können alle Beteiligten im Boot das Ziel erreichen. Christian Koch und Constanze Heers geben Einblick in das Miteinander der Sozialpartner Klare Kante zeigte Gerd Deimel beim Thema Infrastruktur Infrastruktur braucht breite Zustimmung Chemie schafft Orientierungshilfe für Politik Bingen war als Seminarort gut gewählt. In direkter Nähe transportieren Schiffe und Bahnzüge die Güter auf und neben dem Rhein. Zur gleichen Zeit stand die Schiersteiner Brücke im nahe gelegenen Mainz in den Schlag­ zeilen. Weder Autos noch Lkws konnten an dieser Stelle über den Rhein fahren, da die Brücke sich abgesenkt hatte. Die Sperrung zeigte sehr deut- lich, dass die Infrastruktur in Deutschland eine wichtige Lebensader ist. Ihr Versagen trifft die Wirtschaft mitten ins Herz. Und die Zuverlässigkeit der Verkehrswege ist in Gefahr. Die Mängel nehmen zu und der Wert der deut- schen Infrastruktur sinkt täglich um 12,5 Millionen Euro. Gleichzeitig sind die Investitionen des Bundes auf dem niedrigsten Stand seit 1975. Allein bei den Brücken lag der Schwerpunkt der Bautätigkeiten im Westen zwischen 1965 und 1985. Es gibt dringenden Handlungsbedarf. Daher hat der Verband der Chemischen Industrie (VCI) eine Initiative für Verkehrsinfrastruktur ins Leben gerufen und mit den teilnehmenden Unternehmen eine Vorrangliste mit Ver- kehrsengpässen erarbeitet. Rund 40 Maßnahmen wurden vorgeschlagen, die von der Politik so rasch wie möglich umgesetzt werden sollten. Gerd Deimel vom Unternehmen Lanxess und Sprecher der Initiative stellte den Handlungsbedarf in seinem Vortrag eindrucksvoll dar und betonte, dass alle betroffen sind: Der Online-Handel boomt mit circa 40 Milliarden Euro und der Anspruch der Käufer wächst, dass die Ware binnen weniger Tage geliefert wird. Als Kunde und als Dienstleister brauchen Bürger und Wirtschaft eine sichere Mobilität und dürfen nicht auf der Strecke bleiben. Mehr Berichte aus der chemischen Industrie finden Sie in der Wirtschaftszeitung AKTIV. www.aktiv-online.de/rp

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