Was man über die Exzellenzinitiative wissen sollte
Zwei Reformen halten die Hochschulen in Atem: Der Bolognaprozess und di...
Was man über die Exzellenzinitiative wissen sollte




Wirtschaftskooperationen,	 Technologietransfer	 und	 problemorien- ...
Was man über die Exzellenzinitiative wissen sollte




darf	deshalb	einer	Differenzierung innerhalb des Hochschulsystems  ...
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A4 faq exzellenzinitiative

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A4 faq exzellenzinitiative

  1. 1. Was man über die Exzellenzinitiative wissen sollte Zwei Reformen halten die Hochschulen in Atem: Der Bolognaprozess und die Exzellenzinitiative. Worum es bei Bologna geht, ist spätestens seit den Studierendenstreiks bekannt. Was aber ist die Exzellenzinitiative? Dieses FAQ beantwortet einige Fragen zur Entstehung, zu den Zielen und Wirkungen des Exzellenzwettbewerbs – und zur Kritik, die er hervorgerufen hat. ? Was ist die Exzellenzinitiative? Die Exzellenzinitiative ist ein bundesweiter Wettbewerb zur För- derung der universitären Forschung, der gemeinsam von Bund und ? Wie wurden die Universitäten beurteilt? Während der beiden Ausschreibungsrunden 2006 und 2007 wurden insgesamt 580 Anträge in allen Förderlinien eingereicht. Ländern im Jahr 2005 ausgelobt wurde. Sie soll die Nachwuchsför- 85 wurden nach einem zweistufigen Verfahren bewilligt. Mit der derung, den Aufbau interdisziplinärer Forschungsverbünde und die Begutachtung der Anträge wurden die DFG (Graduiertenschulen strategische Entwicklung an den Universitäten stimulieren. Dazu und Cluster) und der Wissenschaftsrat (Zukunftskonzepte) be- wurden drei Förderlinien ins Leben gerufen. Universitäten konnten traut. Sie erfolgte über ein international besetztes Peer Review die finanzielle Förderung für Graduiertenschulen (für die Ausbil- (Begutachtung durch unabhängige Wissenschaftlerinnen und Wis- dung von Doktorandinnen und Doktoranden), für Exzellenzcluster senschaftler). Von rund 300 Beteiligten kamen in der ersten Aus- für die Spitzenforschung (in denen Forscherinnen und Forscher in schreibungsrunde 60 Prozent aus dem europäischen Ausland, rund einem Themengebiet zusammen arbeiten) und für sogenannte ‹Zu- 30 Prozent aus Übersee und etwa zehn Prozent aus Deutschland1. kunftskonzepte›. beantragen. Die erste Förderphase läuft von 2006 – 2011. Im Jahr 2009 beschlossen die Bundeskanzlerin und die Kriterien für die Begutachtung der Anträge waren: Ministerpräsidenten der Länder die Fortsetzung des Exzellenzwett- die wissenschaftliche Qualität bewerbs, in einer nächsten Runde, die bis 2017 laufen soll. Die der interdisziplinäre Ansatz Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat die internationale Sichtbarkeit (WR) koordinieren das Programm. die Zusammenführung regionaler Forschungskapazitäten ? Was sind die Ziele der Exzellenzinitiative? Galt die deutsche Hochschullandschaft traditionell als qualita- tiv relativ homogen, so soll die Exzellenzinitiative für eine Aus- Da sich wissenschaftliche Qualität bislang nicht disziplinenüber- greifend und objektiv messen lässt, entzündete sich eine kritische differenzierung sorgen sowie die universitäre «Spitzenforschung» Debatte über das Begutachtungsverfahren. Moniert wurde, dass oft stärken und international sichtbarer machen. nicht die Qualität der Anträge entscheidend war, sondern Reputa- Die Exzellenzinitiative entstand in Folge des Lissabon-Abkommens, tion und Leistungen (Drittmitteleinwerbung, Publikationsleistung in dem sich die Mitgliedsstaaten der EU verpflichteten, bis 2010 etc.) der beteiligten Forscherinnen und Forscher und Universitäten verstärkt in ihre Bildungs- und Wissenschaftssysteme zu investie- in der Vergangenheit. Oft seien die Kriterien nicht klar gewesen ren. In Deutschland wurde dies als Teil der Agenda 2010 aufgenom- und die unterschiedlichen Fachkulturen, die sich in den Anträgen men und durch die Hightech-Strategie der neuen Regierung 2006 spiegelten, nicht ausreichend berücksichtigt worden. fortgeführt. Bereits 2004 wollte die damalige Bildungsministerin Erst im Bewilligungsausschuss, in dem die letzten Entscheidungen Bulmahn mit dem Wettbewerb «Brain up – Deutschland sucht seine getroffen wurden, waren die Bildungsministerinnen und -minister von Spitzenuniversitäten» bis zu fünf Universitäten auszeichnen. Dieser Bund und Ländern vertreten. So sollte sichergestellt werden, dass Elitewettbewerb stieß auf erheblichen Widerstand seitens der Län- die Förderbeschlüsse auf «wissenschaftlicher Exzellenz» beruhten der, von denen keines leer ausgehen wollte. Erst 2005 einigten sich und landespolitische Interessen keinerlei Einfluss auf das Ergebnis Bund und Länder auf die Exzellenzinitiative, einen Wettbewerb un- haben. ter der Federführung der Wissenschaft. ? Um wie viel Geld geht es? In der ersten Phase geht es um 1,9 Mrd. €. Der Bund steu- ? Welche Projekte wurden ausgewählt? Gegenwärtig werden im Rahmen der Exzellenzinitiative 39 Graduiertenschulen, 37 Exzellenzcluster und 9 Zukunftskonzepte ert 75%, die Länder 25% bei. Damit ist die Exzellenzinitiative ein gefördert. Am erfolgreichsten haben die Universitäten in Baden- großes Förderprogramm. Im Vergleich mit dem Jahresetat der Württemberg abgeschnitten. Gleich drei Universitäten – Freiburg, privaten US-Hochschule Stanford (2,8 Mrd. Dollar) mag sich das Karlsruhe und Konstanz – konnten mit ihren Zukunftskonzepten relativ bescheiden anhören, für die deutschen Universitäten geht überzeugen. Am meisten Geld konnte die LMU in München einwer- es jedoch in Zeiten stagnierender Grundfinanzierung um viel Geld: ben. Die ostdeutschen Universitäten waren weniger erfolgreich – Bei einer Laufzeit von fünf Jahren erhält eine Graduiertenschule so bekam nur Dresden einen Exzellenzcluster und eine Graduier- im Durchschnitt 1 Mio. € jährlich, ein Exzellenzcluster 6,5 Mio.€. tenschule bewilligt, Jena und Leipzig bekamen je eine Graduier- Universitäten, deren Zukunftskonzept gefördert wird, erhalten tenschule. durchschnittlich 21 Mio. € im Jahr. Heinrich-Böll-Stiftung Schumannstraße 8 10117 Berlin Information: Referat Bildung und Wissenschaft Die grüne politische Stiftung Telefon 030.285 34-0 www.boell.de E hochschule@boell.de www.boell.de/campustour
  2. 2. Was man über die Exzellenzinitiative wissen sollte Wirtschaftskooperationen, Technologietransfer und problemorien- die wissenschaftliche Eigenständigkeit und Identität der Wissen- tiertes Forschen realisieren sich traditionell vor allem in den Natur- schaftlerinnen und Wissenschaftler hin, wenn Forschungsinteres- & Technik- und Lebenswissenschaften. So haben die Forschungs- sen zunehmend nach externen Anreizen ausgerichtet werden. Wenn vorhaben der lebenswissenschaftlichen Forschung mit einem mit Forscherinnen und Forscher anfangen nach den neuen Regeln zu Anteil von gut einem Drittel an den Bewilligungen am Besten abge- spielen, kann das dazu führen, dass sich Forschungsthemen nicht schnitten. Ihnen folgen die Natur- und Ingenieurwissenschaften mit mehr inhaltlich ausrichten, sondern z.B. danach, wie Drittmittel je einem Viertel. Geisteswissenschaften waren deutlich im Nachteil, eingeworben werden können. Auch die Originalität von Forschungs- was auch in der Gutachterkultur begründet liegt, die in den Geistes- ansätzen leide darunter. So hätte ein Einstein kaum Erfolg im Ex- wissenschaften sehr kritisch ausfällt. zellenzwettbewerb gehabt. ? Wer hat profitiert? Neben der universitären Forschung haben vor allem Doktoran- dinnen und Doktoranden von der Exzellenzinitiative profitiert. Von ? Ist die Exzellenzinitiative ein fairer Wettbewerb? Das bestreiten viele. Im Zentrum der Kritik an der Exzellenzini- tiative steht die Sorge, dass sie die deutsche Hochschullandschaft gegenwärtig 4057 wissenschaftlichen Stellen in den geförderten in Sieger und Verlierer spaltet. Statt zu mehr Wettbewerb käme Projekten entfällt etwa die Hälfte auf Promovierende. Teilweise ha- es lediglich zu einer Verfestigung von Hierarchien. Kritikerinnen ben sich die Universitäten sogar schwer getan, geeignetes Personal, und Kritiker sprechen vom sogenannten «Matthäus-Prinzip» («Wer insbesondere im Bereich des Forschungsmanagements, zu finden. hat, dem wird gegeben»): Erfolgreiche Universitäten werden auch Der Frauenanteil lag 2008 deutlich höher als 2006: 35,7 Prozent in Zukunft profitieren, andere hätten keine Chance aufzuschließen. des rekrutierten Personals ist weiblich – bei den Promovierenden Diese Aufwärts- und Abwärtsspiralen könne man bereits in der er- liegt der Anteil der Doktorandinnen bei 41 Prozent; bei den Profes- sten Programmphase beobachten: Ohnehin forschungsstarke Hoch- suren bei 27 Prozent (gg. dem Bundesdurchschnitt von 15,2 Prozent schulen mit herausragender Drittmittelbilanz haben entsprechend in 2006)2. So erfreulich der Anstieg der Stellen für Promovierende erfolgreich im Wettbewerb abgeschnitten. ist, so unklar ist die Berufsperspektive für viele der hochspezia- Auch die Kriterien zur Beurteilung der wissenschaftlichen Qualität lisierten Nachwuchsforscherinnen und -forscher, wenn es darum werden von Kritikerinnen und Kritikern in Frage gestellt: Aufgrund geht, eine der wenigen Professuren zu ergattern. Michael Zürn vom fehlender Daten habe man vor allem auf Kennziffern wie absolu- Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung spricht deshalb te Drittmitteleinwerbung, Publikationsvolumen, Reputation von von einem drohenden «Generationenstau junger Wissenschaftler». Hochschulen, Disziplinen und Personen sowie die Attraktivität des Standorts etc. zurückgegriffen. Dies habe zu Wettbewerbsverzer- ? Wie verändert die Exzellenzinitiative die Universitäten? Gegenwärtig sind die langfristigen Auswirkungen der Exzellenz- initiative noch nicht abzusehen. Dennoch lassen sich erste Effekte rungen geführt. Denn kleinere Universitäten könnten dabei nicht mithalten, obwohl sie häufig bessere Leistungen pro Kopf erzielten. Strukturell seien forschungsorientierte Universitäten mit einem beobachten: Unbestritten ist sowohl der nationale als auch der in- breiten Fächerspektrum mit deutlich weniger als 400 Professuren ternationale Reputationsgewinn für die erfolgreichen Hochschulen. nicht konkurrenzfähig3. So haben vor allem große Volluniversitäten Der Wettbewerb hat außerdem neue Debatten über die Aufgaben (Ludwig-Maximilians-Universität: 707 Professuren) oder stark der Universitäten ausgelöst. Die Hochschulen sind in Bewegung ge- spezialisierte Spartenuniversitäten (RWTH Aachen: 391) von der kommen, mit positiven aber auch negativen Folgen: Exzellenzinitiative profitiert4. Richard Münch von der Universität Der Impuls zu einer verstärkten Profilbildung führt in den Hoch- Bamberg spricht deshalb von einem Machtfeld, in dem eine klei- schulen vielfach zu Spannungen zwischen den geförderten Pro- ne Gruppe von Hochschulen trotz durchschnittlicher wissenschaft- jekten und den übrigen Fachbereichen. Vor allem wenn die Förde- licher Produktivität den größten Anteil der Fördermittel erhält5. rung durch die Exzellenzinitiative ausläuft, befürchten viele eine Michael Hartmann von der Universität Darmstadt prognostiziert Verschärfung von inneruniversitären Verteilungskämpfen. Dann gar eine Aufspaltung in Forschungs- & Ausbildungsuniversitäten. 6 könnte die Weiterführung der Prestigeprojekte zu Lasten kleinerer Sowohl innerhalb der Universitäten als auch insgesamt könnte es Fächer gehen. Das breite Spektrum an Disziplinen gerät möglicher- langfristig zu einer Verschiebung der Fächerverteilung kommen weise in Gefahr. – meist zulasten der Geisteswissenschaften. Relativ unstrittig ist, dass die Exzellenzinitiative keinen Schub für die Lehre gebracht hat. Zwar wird vereinzelt darauf hingewiesen, dass auch Studierende davon profitieren, wenn Hochschulen re- nommierte Forscherinnen und Forscher für ihre Projekte gewinnen. ? Wie kann eine alternative Ausdifferenzierung des Hoch- schulsystems aussehen? Hochschulen werden sich in Zukunft stärker unterscheiden als heu- Jedoch fordern viele beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissen- te. Die Erwartungen, die heute an Hochschulen gestellt werden, sind schaftler zunehmend eine Reduzierung ihres Lehrdeputats oder gar vielfältig geworden: Hochschulen sollen einen wachsenden Anteil eine Freistellung von der Lehre. eines Altersjahrgangs aufnehmen und sich dabei für Studierende Stark ändert sich die Forschung. Universitäten und Forscherinnen öffnen, die bislang nicht den Weg an die Alma Mater gefunden ha- und Forscher sind in immer höherem Maße gehalten, forschungs- ben. Es wird erwartet, dass sie ihre Studierenden auf eine Karriere politischen Vorgaben durch leistungsbezogene Mittelvergabe (z.B. in der Wissenschaft vorbereiten, diese aber auch für den Arbeits- Absolventenzahlen, Publikationen) oder durch das Einwerben von markt qualifizieren. Sie sollen internationale Spitzenleistungen in Drittmitteln gerecht zu werden. In der Folge nimmt das Schreiben Lehre und Forschung vollbringen, die Naturwissenschaften stärken von Anträgen und Berichten immer mehr Zeit in Anspruch. Einer- und die Geisteswissenschaft weiterentwickeln. Sie sollen mit der seits kann die Gesellschaft über solche Förderinstrumente thema- Wirtschaft zusammenarbeiten aber auch Orte der Reflexion und der tische Impulse an die ansonsten autonomen Hochschulen geben, Kritik sein. Und sie sollen Antworten auf Zukunftsfragen finden, sei so dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich nicht mehr es der Klimawandel, die Gestaltung einer gerechten globalen Wirt- in den viel zitierten Elfenbeinturm zurückziehen können. Ander- schaftsordnung oder die Vitalisierung der Demokratie. Nicht alle seits weisen Kritikerinnen und Kritiker auf die Auswirkungen auf Hochschulen werden all diese Bedürfnisse erfüllen könnten. Es be- Heinrich-Böll-Stiftung Schumannstraße 8 10117 Berlin Information: Referat Bildung und Wissenschaft Die grüne politische Stiftung Telefon 030.285 34-0 www.boell.de E hochschule@boell.de www.boell.de/campustour
  3. 3. Was man über die Exzellenzinitiative wissen sollte darf deshalb einer Differenzierung innerhalb des Hochschulsystems möglich, zudem wird es keine Benachteiligung durch eine gemein- durch verschiedene Spezialisierungen und Schwerpunktsetzungen. same Beantragung von Clustern und Graduiertenschulen durch zwie Bislang gab es in Deutschland ein relativ einheitliches Hochschul- Hochschulen geben, die zuvor nur je einen halben Punkt einbrachten. system: Es gab Universitäten und Fachhochschulen und die Vorstel- In den kommenden beiden Jahren werden die laufenden Projekte lung, dass die Unterschiede innerhalb der beiden Gruppen gering einer Evaluation unterzogen, von der eine Förderempfehlung für die sind. Mit der Exzellenzinitiative ändert sich das. Mit ihr kommt zweite Programmphase abhängig ist. es zu einer vertikalen Differenzierung in Spitzengruppe, Mittelfeld und abgeschlagenen Wettbewerbern. von Tanja Klett und Stephan Ertner Kaum nachgedacht wird derzeit über eine «horizontale Differen- zierung» der Hochschullandschaft, also einer Auffächerung nach spezifischen thematischen Ausrichtungen. Noch verfolgen alle Dieser Text steht unter einer Creative Commons Lizenz Hochschulen im Wesentlichen dieselben Ziele. Uwe Schneidewind, (Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weiterga- der ehemalige Präsident der Universität Oldenburg, spricht deshalb be unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland) von einer «Leitbildarmut an den Hochschulen». Nur einzelne Hoch- schulen in Deutschland haben damit begonnen, sich durch Profilbil- dung abzusetzen: An der Leuphana Universität in Lüneburg wird das Leitbild der «nachhaltigen Entwicklung» in Forschung und 1 DFG/WR: Pressemitteilung Nr. 54, 13. Oktober 2006: «Erste Lehre verfolgt. Die Universität Regensburg verfügt über ein spe- Runde in der Exzellenzinitiative entschieden» zielles Programm für Studierende mit bikulturellem Hintergrund. 2 Sondermann, M., Simon, Dagmar, Scholz, Anne-Marie, Die Frage ist, wie ein Hochschulwettbewerb gestaltet sein müsste, Hornbostel, Stefan: Die Exzellenzinitiative: Beobachtungen der solche innovativen Ansätze und somit einen erweiterten Quali- aus der Implementierungsphase; iFQ-Working Paper No. 5, tätsbegriff prämiert. Dezember 2008. 3 Leibfried, S./Wiesner, A. (Interdisziplinäre Arbeitsgruppe ? Wie kann die Lehre gestärkt werden? «Mehr Ehre für die Lehre»: Unter diesem Motto startete 2008 der «Wettbewerb exzellente Lehre», eine Initiative des Stifterver- Exzellenz-initiative, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften): «Wissenschaftspolitischer Zwischenruf Nr. 1. Exzellenzinitiative II: Erste Prüfsteine und Anfragen», bands gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz der Länder. Da www.bbaw.de/bbaw/Forschung/Forschungsprojekte/ die Exzellenzinitiative ausschließlich auf die Forschung abzielte, Exzellenzinitiative/de/ sollte nun die Lehre an den Hochschulen eine Stärkung erfahren. 4 Vgl. Leibfried/Wiesner: «Wissenschaftspolitischer Zwischenruf Ausgezeichnet wurden im Oktober 2009 die besten «Zukunftsstra- Nr.1». tegien» für Lehre und Studium. 108 Hochschulen beteiligten sich an 5 Münch, Richard: Die akademische Elite. Zur sozialen der Ausschreibung. Prämiert wurden die Konzepte von vier FHn und Konstruktion wissenschaftlicher Exzellenz, Frankfurt a.M., sechs Universitäten – darunter auch die drei Elite-Unis RWTH Aa- 2007. chen, Freiburg und TUM. Das Gesamtvolumen fiel jedoch bescheiden 6 Michael Hartmann zitiert aus: «Herausgebildet – die ersten aus: 10 Mio. € wurden anteilig vom Stifterverband und den Ländern deutschen Eliteunis liegen im Süden – Sie werden sich auch bereitgestellt; das Preisgeld betrug jeweils eine Mio. € für drei Jah- langfrisitg an der Spitze behaupten», Der Tagesspiegel, re. Die ausgezeichneten Hochschulen bilden nun einen «Qualitätszir- 15.10.2006 kel» zur Erstellung einer «Charta guter Lehre». Auch die Stiftung www.tagesspiegel.de/zeitung/Fragen-des-Tages;art693,2067247 Mercator und die Volkswagenstiftung lancierten einen Wettbewerb «Bologna – Zukunft der Lehre» mit einem Volumen von ebenfalls 10 Mio. €. Angesichts der schwierigen finanziellen Situation der Hoch- schulen bleiben die Wettbewerbe für die Lehre trotz der wichtigen Reformimpulse, die sie auslösen, Tropfen auf den heißen Stein – laut Wissenschaftsrat benötigen die Universitäten 1,1 Mrd. € für eine bessere Lehre und Betreuung der Studierenden. ? Wie geht es weiter mit der Exzellenzinitiative? Im Jahr 2009 einigten sich der Bund und die Länder auf eine Fortführung des Exzellenzwettbewerbs um den Zeitraum 2012 – 2017. Die offizielle Ausschreibung für die zweite Programmphase erfolgte im März 2010. Mit dem Einreichen der Antragsskizzen bis September 2010 geht die Exzellenzinitiative in die entschei- dende Phase, deren Ergebnisse im Juni 2012 feststehen werden. 2,7 Mrd.€ sollen diesmal zur Verfügung gestellt werden – nicht zu- letzt um eine Auslauffinanzierung der ausgemusterten Altprojekte bis 2014 sicherzustellen. Bis zu fünf neu beantragte Zukunftskonzepte können bewilligt wer- den, um nicht mehr als 12 ausgezeichnete Hochschulen in der För- derung zu haben. Einige Kritikpunkte fanden Eingang in die neue Ausschreibungsrunde: So wird diesmal auch die forschungsbezo- gene Lehre in der Förderlinie der Zukunftskonzepte berücksichtigt. Überregionale Kooperationen zwischen Hochschulen sind ebenfalls www.boell.de/campustour Heinrich-Böll-Stiftung Schumannstraße 8 10117 Berlin Information: Referat Bildung und Wissenschaft Die grüne politische Stiftung Telefon 030.285 34-0 www.boell.de E hochschule@boell.de www.boell.de/campustour

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