Gotthold Ephraim Lessing Epigramme
Auf Frau Trix <ul><ul><li>Frau Trix besucht sehr oft den jungen Doktor Klette. </li></ul></ul><ul><ul><li>Argwohnet nichts...
An den Doktor Sp** Dein Söhnchen läßt dich nie den Namen Vater hören: Herr Doktor ruft es dich. Ich dankte dieser Ehren! –...
Die Ewigkeit gewisser Gedichte Verse, wie sie Bassus schreibt, Werden unvergänglich bleiben: – Weil dergleichen Zeug zu sc...
Bavs Gast So oft Kodyll mich sieht zu Baven schmausen gehen, Beneidet mich Kodyll. Der Tor! Das Mahl bei Baven kömmt mir t...
Das böse Weib Ein einzig böses Weib lebt höchstens in der Welt: Nur schlimm, daß jeder seins für dieses einzge hält.
Auf einen Brand zu ** Ein Hurenhaus geriet um Mitternacht in Brand. Schnell sprang, zum Löschen oder Retten, Ein Dutzend M...
Grabschrift des Nitulus Hier modert Nitulus, jungfräulichen Gesichts, Der durch den Tod gewann: er wurde Staub aus Nichts.
An die Dorillis Dein Hündchen, Dorilis, ist zärtlich, tändelnd, rein: Daß du es also leckst, soll das mich wundern? nein! ...
Der Schuster Franz Es hat der Schuster Franz zum Dichter sich entzückt. Was er als Schuster tat, das tut er noch: er flickt.
Auf den Kauz Wer sagt, daß Meister Kauz Satiren auf mich schreibt? Wer nennt geschrieben das, was ungelesen bleibt?
An den Leser Du, dem kein Epigramm gefällt, Es sei denn lang und reich und schwer: Wo sahst du, daß man einen Speer, Statt...
Auf einen gewissen Leichenredner <ul><ul><li>O Redner! dein Gesicht zieht jämmerliche Falten, </li></ul></ul><ul><ul><li>I...
Joseph v. Eichendorff: Nachts ...Nacht ... sacht ...Wolkenhülle ... Tal ... Nachtigall ... stille ...Nachtgesang ... Gang ...
Joseph v. Eichendorff: Nachts <ul><li>Ich wandre durch die stille Nacht, </li></ul><ul><li>Da schleicht der Mond so heimli...
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  1. 1. Gotthold Ephraim Lessing Epigramme
  2. 2. Auf Frau Trix <ul><ul><li>Frau Trix besucht sehr oft den jungen Doktor Klette. </li></ul></ul><ul><ul><li>Argwohnet nichts! Ihr Mann liegt wirklich krank zu Bette. </li></ul></ul>
  3. 3. An den Doktor Sp** Dein Söhnchen läßt dich nie den Namen Vater hören: Herr Doktor ruft es dich. Ich dankte dieser Ehren! – Die Mutter wollt es wohl so früh nicht lügen lehren?
  4. 4. Die Ewigkeit gewisser Gedichte Verse, wie sie Bassus schreibt, Werden unvergänglich bleiben: – Weil dergleichen Zeug zu schreiben, Stets ein Stümper übrig bleibt.
  5. 5. Bavs Gast So oft Kodyll mich sieht zu Baven schmausen gehen, Beneidet mich Kodyll. Der Tor! Das Mahl bei Baven kömmt mir teuer gnug zu stehen: Er liest mir seine Verse vor.
  6. 6. Das böse Weib Ein einzig böses Weib lebt höchstens in der Welt: Nur schlimm, daß jeder seins für dieses einzge hält.
  7. 7. Auf einen Brand zu ** Ein Hurenhaus geriet um Mitternacht in Brand. Schnell sprang, zum Löschen oder Retten, Ein Dutzend Mönche von den Betten. Wo waren die? Sie waren – – bei der Hand. Ein Hurenhaus geriet in Brand.
  8. 8. Grabschrift des Nitulus Hier modert Nitulus, jungfräulichen Gesichts, Der durch den Tod gewann: er wurde Staub aus Nichts.
  9. 9. An die Dorillis Dein Hündchen, Dorilis, ist zärtlich, tändelnd, rein: Daß du es also leckst, soll das mich wundern? nein! Allein dein Hündchen lecket dich: Und dieses wundert mich.
  10. 10. Der Schuster Franz Es hat der Schuster Franz zum Dichter sich entzückt. Was er als Schuster tat, das tut er noch: er flickt.
  11. 11. Auf den Kauz Wer sagt, daß Meister Kauz Satiren auf mich schreibt? Wer nennt geschrieben das, was ungelesen bleibt?
  12. 12. An den Leser Du, dem kein Epigramm gefällt, Es sei denn lang und reich und schwer: Wo sahst du, daß man einen Speer, Statt eines Pfeils vom Bogen schnellt?
  13. 13. Auf einen gewissen Leichenredner <ul><ul><li>O Redner! dein Gesicht zieht jämmerliche Falten, </li></ul></ul><ul><ul><li>Indem dein Maul erbärmlich spricht. </li></ul></ul><ul><ul><li>Eh du mir sollst die Leichenrede halten, </li></ul></ul><ul><ul><li>Wahrhaftig, lieber sterb ich nicht! </li></ul></ul>
  14. 14. Joseph v. Eichendorff: Nachts ...Nacht ... sacht ...Wolkenhülle ... Tal ... Nachtigall ... stille ...Nachtgesang ... Gang ...Bäumen ... mir ... hier ... Träumen
  15. 15. Joseph v. Eichendorff: Nachts <ul><li>Ich wandre durch die stille Nacht, </li></ul><ul><li>Da schleicht der Mond so heimlich sacht </li></ul><ul><li>Oft aus der dunklen Wolkenhülle, </li></ul><ul><li>Und hin und her im Tal </li></ul><ul><li>Erwacht die Nachtigall, </li></ul><ul><li>Dann wieder alles grau und stille. </li></ul>O wunderbarer Nachtgesang: Von fern im Land der Ströme Gang, Leis Schauern in den dunklen Bäumen - Wirrst die Gedanken mir, Mein irres Singen hier Ist wie ein Rufen nur aus Träumen.

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