P.M. Magazin 2006-06 - Opus Dei

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P.M. Magazin 2006-06 - Opus Dei

  1. 1. SLT DES WISSENS www.pm-mag _ . . i . d e II Mehr als nu port.Wehe, wenn sihnnichtgäbe! -0'. DerTraum Udr Filmfreunde: Machenscharfe I Fernsehbilder ,. I .., . 1 . , 1 .. . - .J2HUm3rnLL - U.,. . W: zum Film »ThaDa Vinci Code. Sakrilegtt: ründe, Schauplätze - und die Wahrh~i? 8 apecial ; Hinterg Eine Mord(s)geschicht~,,Wie Gesetze dasDesign prägen i„„,
  2. 2. Liebe Leserin, lieber Leser, -lautlos und verschwiegen,sagenKritiker, breitesicheinereligi~seMafia Das aus, die unter dem Namen Opus Dei (.Werk Gottes*) firmiere und im .,Windschatten des Vatikans - und mit dessen ausdrücklichticher Billi- Metmenk I . gung - zunehmend Einfluss gewinne in der katholischen Kirche und G~Yies des weltlichen Gesellschaft. Wichtige Posten irn Vatikan seien kreirs von Opus-Dei-Jüngernbesetzt. 86 ooo Mitglieder soll die Dunkelmacht innviscl-ien zählen, die der spanische Priester Josemaria EscrivP de Balaguer 1928 gegründet hat. GEHEIMBUND Will Opus Dei die Kirche und unsere Den streng konservativen Gläubigen wird nachgesagt, sie hingen nicht ~ ~ ~ ~ l l ~ ~ h ~ f ~unterwandern? nur der Vision von einem Gottesstaat an - sie arbeiteten auch intensiv an dessen Verwirklichung, irn Verborgenen, versteht sich. Um diesem Ziel näherzukommen, rekrutierensieihren Nachwuchsbevorzugtunter Akademikern und in der Geld-Aristokratie. Mit seinem Bestseller *Sakrileg« hat der amerikanische Autor Dan Brownden Geheimbund wiederstärker insöffentlicheInteressegeruckt. Genauwie der Mörder Silasirn Roman, so pflegen auchdie reaIen Mit- b&t hM! arm Y i ~ s k? glieder das Ritual der Selbstgeifl(elung,um Buße zu tun. WelcheWahrheiten und LegendendesNetzwerk Gottes mit der aristokratischen Aura sonst noch umgeben, hat P.M.- Autorin Stefanie Schwethen recherchiert (»OpusDei -Die Geheime Macht irn Vatikan*, Seite 62). ,PA)) Ab sofort können Sie P.IM.auch hören. Wie das geht? Jeden iMonat bereitendiePM.-Redakteurein Zusam- menarbeitmitAudible, der fiihsendenDownload-Plattform fiir Hörbücher und weitere Audio-lnhalte, ihre spannends- ten Berichteh r eine40-rninütigeHörversionauf.DasAnge- bot finden SieunterderWeb-Adressetuww.pm-m~gc~zin~$e/ audio. Sie konnen das P.M.-Audiomngazinentweder gleich hören oder bequem herunterladen und auf MP3-Player, Smartphones und BDAs überspielen. Probieren Sie es doch einfach mal aus! Herzlichst Ihr
  3. 3. - .- . . Wer das ttwnbvgerPianetariumnidrtkamt weiß nicht wie schön der Kosmw ist In der Kyrpeleines ehemaligenIlkiwwhirms machen HigMdwOptik W ,V~Videound Musik ekn viituellen Trip duKhsWeitall zueinem I sinntimVergnügen. HolL- lässtgiüßwi . 5yl 2 E Titel-Geschichte OpusDei:Diewahre -MachtimVatikan?162 1106Gummi:blutigerEinVergangenheilStoff mit D i mGdreimwgankabloninder k a b h o l w KirdieiiöstambivakiIts~ausFasohiation undFutrhtWas.istwirklidr dranamOpirr Dei? Darfec~zuiWltaufCiottbenifen-ader verfolgtesg&hriiie üeie?
  4. 4. I TITEL-THEMA SmmFitt DIE WAHRHEIT UBER DEN dD4MNU W:DER GEHEIMBUND 1MVAT1KAN iSb mmmm4) I Die Manegeder Stan Weckt Fuilbdl,Aggressionen? Oder baut ersieab3 72 m* SonnigeAkichten 4 M-qb Wie GeseQe Autos bauen .( 94-IOUIOLI An ehern Tag imWeltall ... 96- WM total digital rx Ib102imRmoi#l Gewinnen Sie den W.1.N. Award 2006 -e Gib Gummi14Auto-Design: Die Norm - bestimmtdie Form i r b e i d k ~ d a d e r ~ a l k k h t - risdienRPaieiDeaMFamender- @Mi dem ~~e~~ gekennzeichnete Tefiesind unterwww.pm-magazhdelaudio als Audieüatel verfügbar. Die Htkversion liisstsich bequemaus dem lnternetherunterladen, auf dem Computer, MP3-Hwroder PDA abspielen. 20 Wiwmhaft aktuell 3 44 Sternstundender Wissmschaft I! 46 Fragen & Antworten 82 Bucher 92 Logik-Tminer 1: 105 RM.-5wvice &AufMsung
  5. 5. ASTRONOMIE Die Mane StarsDas Planetarium in Harnburg ist das modernste in Deutschland: Die Kombinationvon Hightech- Optik, Laser, Video und Musik machen aus dem virtuellen Trip zu den Sternen ein sinnliches Vergnügen a la Hollywood VON BARBARA HARTL was wäre aus uns Men- schengeworden,wenn dieErdeimmerbewölkt: wäre? Wenn wir nie den blauen Himmels e hen,nieimGrashegendtagträumend e r nach6 ein Sternen-Univeisum ahnen könnten?Hätten wir uns unter ewigen Wolken kulturell undtechnisch genauso hochentwickelt?Würden wir, umgeben vonPemia-Grau,philosophischenEhrgeiz kennen, Sehnsucht nach Transzendenz? Zum Glückwohnen wir nichtaufderwot- kenvetbangenenVenus, sondern auf der nklarenn Erde, wo der freie Blick aufs nächtlicheFitmamentunsspümlässt:Da gibt es etwas, das größer ist, mächtiger, ewiger akwir. Undwir rätceln:Was d e r wer hältdasalles zusammen? ErsteundtetrteFragenderMenxhhek Thomas Kraupestellt sie sich oft und am liebstenvorPublikum- anseinemA h h - platz, dem Hamburger Planetarium. Dort wiFdderSternenhimmelineinemdunklen Rauman eine kuppeIförmige Decke pro- jiziert:Planeten,diesichinimmergleichen . Bahnen bewegen, präzisewie ein gigam- tixhesUhnuerk.DodiwasinanderenHa- netarienab Hauptakt läuft ist bei Krau- penur das Vorspiel. Programme, die ein- fach ein Abbild umeres Sternenhimmels zeigen,nenntderselbstbewussteSdence- fiction-Freund i~Urabstronomieic:sDie sieht man sich zwei Malim Leben an: als Kind und wenn man selber Kinder hat.{< Unddas sei heute nicht andersalsvor 80 Jahren, als die ersten Sternerikuppeln gebautwurden. Der 48-jährige Astrophysiker Kraupe hatdlegewohnte Umlaufbahneines Pla- netariums-Chefsverlassen und sich zum dntendanteneinesStemerrttieatersu auf- geschwungen.Erempfindetsich als BK* rajan des Himmetsir, de #mische Stü- FIk7. 10 P.M. 612006 dr Zum Anhoren unter wwwpm-magarlmdelaudio 3
  6. 6. SElT 1930 Planetarium, 2002 fiir 146 MiIrionen Euro technisch aufge- rüstet: ein ehemaliger Wasserturm in Hamburg. 400000 Besucherließen sich hier im vergangenen Jahr von den Sternen verzaubern
  7. 7. IN HANWRBEIT ' entstand der 2.5 Tonnen schwere , >)Starball<cdes Ham- burger Planetariums. . . Unter der halbkugel- förmigen Projekti- .onskuppel haben 253 Zuschauer Platz DAS P R O C R M des Planetariumsbie- tet einen faszinieren- den kosmischen Uberblick; unter ande- rem el-fährt man alles über die Rolle, die unsere Sonne im Solar- System spielt. für neue Planeten. Rechts: ein Nebel, der .das Ende einer fernen .; :sonnemarkiert- */ e cke komponiert und inszeniert, jedes für sich eine kleine Supernova. Er jagt sein Publikum in die Tiefen des Universums, schleppt es auf Zeitreisen zurück zu den Pharaonen, versetzt es mit der halluzina- torischenMusikderRockbandPlnkFloyd in nostalgischeTrance. DergebürtigeMünchnerhat indenPla- netarien von Stuttgartund Münchengear- beitet und dann von 1996 bis zooo im New Yorker Museum of Natural History den Ausbau des Hayden-Planetariums betreut. Dasistein LichtdurchfluteterGlas- würfel, in dem als Symbol des Kosmos eine Kugel von 30 Meter Durchmesser zu schweben scheint. In der oberen Kugel- hälftebefindetsichdasPlanetariumalseine 12 P.M. 612006 i Art virtuelle Startrampe für intergalakti- sche Touristen, in der unteren beamt die Big-Bang-Show. den Besucher Ij,7 MI- liardenJahrezurückzumUrknall,derEnt- stehung unseres Universums. Vor sechs Jahren war dies das teuerste, beste und sensationellste Himnlelszelt von Men- schenhand. Das Premierenprogramm, zusammengestellt vom Team des Broad- Der »Karajan des Himmels« dirigiert die Sterne in der Kuppel- und nimmt sein Publikum mit auf eine Zeitreise zu den Pharaonen way-Musicals »Titanit« unter Mitarbeit von Thomas Kraupe, wurde untermalt voneigensdafürkomponierterMusik,und HollywoodstarTom Hanks hatte sich mit seiner Stimme als interstellarer Guide zur Verfugung gestellt. Und jetzt Hamburg: Ein wenig einla- denderehemaligerWasserturm,dermonu- mental im Stadtpark thront. Von außen gibt der Backsteinklotz sein Geheimnis nicht preis. Unter hanseatischem Nieselre- gen und dichter Wolkendecke fühlt man sich wie auf der hirnmelsblinden Venus. Niemand würde vermuten, dass sich h- ter diesen Mauern ein magischer Ort ver- birgt, der nicht nur Raum und Zeit, son- dern sogar das Wetter vergessen lässt. Sandini scan
  8. 8. Sandini scan
  9. 9. C-IwI f im HambulYFl Planetarium: Das optische Feuerwerk am virtuellen Firmament ist in Zusammenarbeit mit der Kultserie »Spate Nightu des Bayerischen Fernsehens entstanden Dort gruppieren sich 253 rote Sessel in ansteigenden konzentrischen Kreisen um eine große silberne Kugel von mehr als einem Meter Durchmesser: dem *Star- balle (Sternenball~),der entfernt an das Kopfteil eines Taucheranzugs bei Jules Verne erinnert. Das zweieinhalb Tonnen schwereModell»Universariumg«,für2,5 MillionenEurohandgefertigtvon derFir- ma CarlZeissJena, hat 130 Einzelprojek- toren, die dank moderner Glasfasertech- nik und Computersteuerung über 9x00 Sterne täuschend echt an die Kuppel des Planetariumswerfen. »In die Tiefen des Universums~heißt dasStück,dashierjedenTaggegebenwird -die deutscheAdaption der New Yorker Show. Am Anfang fordert der Hambur- gerProduktionsleiterTimFlorianHorndie Zuschauerauf,dieRückenlehnenwaage- recht zu stellen. Sanft gleiten die Sitzein die Liegeposition. fjber dem Panorama Hamburgs verabschiedet sich die Sonne und überlässt die Himmelsbühne dem Mond und den Sternen. Die funkeln mit einer Brillanz, wie man sie in der Wirk- lichkeithöchstensnoch alsPassagiereines Kreuzfahrtschiffs auf hoher See erleben kam. Jetzt wird die deutsche Synchronstim- meunseresGuidesTomHankseingespielt: >>UnsereVorfahren habensichvorgestellt, dassdieSterneamHimmelBilderformen. Siegaben ihnendie Namen von mytholo- Neuartige Lasersysteme und die halluzinatorische Musik von »Pink Floyd«: Das Sternentheatermacht high-ganz ohne Drogen gischenHelden.«InfiligranemFarbenspiel zeichnen sich in der Sternenkuppel die Zwillinge ab, der Große Bär, der Löwe. Und während wir noch von der Gedan- kenwelt der Alten träumen -von Castor undPoUux,denZwiiiingssöhnenderLeda; vom ewigen Kampf zwischen dem tapfe- ren Jäger Orion und dem rachsüchtigen Skorpion;vonderZeus-GeliebtenKallisto, die der Göttervater in den großen Bären verwandelte -, findenwir uns schon auf dem Weg in die Milchstraße: vorbei an unserenvertrautenNachbarn, demkleinen Mars, dem fetten Jupiter, dem beringten S a mund seinen50 bekanntenMonden. Bald sehenwir dieErdenur noch alsklei- nenPunkt »InwenigenMinutenerreichen wir den 1500 Lichtjahrevon uns entfem- ten Orion-Nebel, eine Art stellare Recyc- linganlage, wo Sterne geboren werden«, sagt unser Guide. Soundgewaltig unter- 14 P.M. 612006 Sandini scan
  10. 10. DIE MODERNSTE Laser-Anlageder Welt ermöglicht unter anderem computergesteuerteProjektionen, die die gesamte Sternenkuppel des Planetariumsbedecken. Der funkelnde Himmel basiertauf Bildern, die die Astronauten aus dem Erdorbit geschossen haben maltdieanPhilipGlaserinnerndeOrches- termusik des Filmkomponisten Stephen Endelman die Wucht der optischen Ein- drücke. »2oo1-Odyssee im Weltalls? »Krieg der Sterne.? Nichts dergleichen: Was im Hamburger Planetarium gezeigt wird, stammtnichtausderSciencefiction-Werk- stattHolywoods. Hier tummeln sich kei- ne haarigen Wesen in interstellarenKnei- pen. Nirgends piepsen niedliche men- EIN MAGISCHER ORi ist der alte Wasserturm im Hamburger Stadtpark geworden, seit Astrophysiker Thomas Kraupe hier sein rSternen- theatera aufführt schenähnliche Computer. Und Raum- schiffe, die aussehen wie die Jacht eines aderirdischen James Bond, sucht man vergeblich.Was wir sehen, ist modernste Wissenschaft pur: Bildei; die von den besten ObservatorienderWelt aufgenom- men wurden, Material vonWeluaumrnis- sionenderarnerikanischenNASA und der europäischenWeltraumagentur ESA. Die atemberaubenden 3-D-Computer- Bildsequenzen auf dem uns umgebenden 360-Grad-Rundum-Bildschirm sowie der raumgreifendeSoundausderdigitalen5.1- Surround-Tonanlagelegensich über unser Bewusstsein wie ein Rauschzustand. Die Ahnung, dasswir hier durch ein aktuelles FensterindenKosmosblicken,erhöhtden Nervenkitzel. Wir lassenuns fallen in eine virtuelle Welt, die der Wirklichkeit ver- blüffendnahe kommt und doch Lichtjah- re von allementfernt ist, was wir uns vor- Sandini scan
  11. 11. steIIenkönnen.BiswirdurcheinSchwar- Das Herz des Planetariums zes Loch zurück an unseren Ausgangsort stürzen:denNachthimmelüberHamburg. ist der »Starbalt«:Mit Benommenbleibenwirinunserenkom- seinen130 Pr0jektoren reicheq was für eineungeheureVieitaltan F Formensichhinterdenleuchtendenpunk- Sterne -täuschend echt., .i tenüberunsverbirgt.Erstjetzt nehmenwir.E Thomas Kraupe wahr, der wie der Kapitän eines Raumschifls auf seiner Regiekanzel steht und mit Computern, Projekto- ren, Tonmischpult und Laserbeamern hantiert. Der in analoger opto- mechanischer Technik arbeitende Starball al- lein hätte unsere Reise nämlich niemals so z5 wirklichkeitsgetreu, bewegtunddreidirnen-U I sional darstellen kön- Y r n e n . Die verblüffende Wir- kung verdanken wir der Kombi- nation mit der digitalen Technik des ~Digistar3«: eine hypermo- derne Ganzkuppel-Projektionsanla- ge, basierend auf einem 3-D-Computer- 7 ' grafiksystem,dashochauflösendeAnsich- hat 2,s ~IIISonen'~uiu~~ePc0stet~ßte aufwändige~~tomechanikprojiziert das Firmamentin die Kuppeldes Planeeffilms. - C1 ..M ~ ~ @ k m ~ B q g e d a n i p w a B Nördlicheijemisphäre . C Südliche~i-ieqlsphäre O Tragestruk&<' - ii ~'Dehtisch - e' Projektarem.o@ zweiachsigen Spiegelkystemen G UnQrbai3:mEt gemeinsamer - B~gealampe 1 Pmjekqr für ~tu<ndenwinkel 3 , Streulicht-Pr4jekWr 3 Pr6jelmr:für HihcFnelsfi.chtungen 4 Pro)ektofd%riVer$ikalk:misU@ Dammarung , . 7 $;gjp+r für.kridian,e@iirput- ?&aib.~ruj$+nitmqkie~~~~g 4 . '~/obfiwfiir&dlldklarrte;Azimut- 7.. d~~$&&j~&~i~a&&~fi@' 1... leom&t&n*Rrajekor - .f C ten desKosmosmit mehr alself Millionen Pixeln in Echaeit sowie den Surround- Sound liefert. Zwei neuartige Lasersyste- me, der »&iss UniversalLaserimagePro- jector~(ZULIP)und das »Lob0TriDome Lasersysteme,sorgenfürzusätzlicheFarb- undLichteffekte.Aiieszusamrnen- Rund- um-Bilder und Rundum-Klänge - Weht den Zuschauer in einen Bann, der nach- wirkt. EIN MODERNER Planetariumsdirektor ist längst kein Einzelkämpfer meht Der As- tronom, derin der Bibliothekrecherchiert undeinpaarDiaszusammenstellt,hataus- gedient. SeineShowdagegen sei »interna- tionale Teamarbeit, an der Wissenschaft- ler, Grafikdesigner, Komponisten und Technikerbeteiligtsind*,schreibtKraupe in seinem Buch »Die Geschichte des modernenPlanetariums((,dasinderhaus- eigenenReihe >xaelurn«erschienenist.Er fühle sich bei den Vorstellungen wie ein »Choreograf, der Modelle, Bilder, Spra- che und Musik zueinander in Beziehung und in Bewegung setzt«. AuchProgrammewiedasausAmerika übernommene »Indie liefen des Univer- sums* ergänzen die Hamburger um eige- ne Elemente. Die technische Ausstattung ermöglicht es - anders als im Imax- Kino-,aktivin dasvorproduzierte Mate- rialeinzugreifen,PlanetenbeiBedarfmehr- malszuumrunden, aktuelleastronomische , Erkenntnisse oder Bilder hinzuzufügen. 1 »DasUniversumist schlieglichkein Film, I den wir staunendverfolgen, um nach sei- i nem Ende in die Wirklichkeit zurückzu- 1 kehren*,erklärtKraupe. .Das Universum I ist die Realität, esereignetsich täglich vor unseren Augen. Sieben bis acht Vorstellungen unter- schiedlicherArt zeigt er jeden Tag, bis zu drei davon »dirigiert«er selbst. Den Kem bilden die astronomischenSternenreisen für Kinder und Erwachsene. Dazu kom- : men Musikveranstaltungen mit Kosmos- bezug, etwa eine Inszenierung von Pink Floyds .Dark SideOf TheMoon., a&r- demKlassikkonzerte,Hörspielabendeund wissenschaftlicheVorträge-alles unterm virtueUen Sternenhimmel.Selbstvemänd- lichreagiertdasPlanetariumauf alleaktu- ellenHirnmelsereignissewiedietotaleSon- nenfinsternisarn 29. h4ärz,die nicht nur inderTürkei,inAfrikaundBrasilienbeob- achtet werden konnte - sondern mit NASA-HilfeauchliveimHamburgerWas- serturm. Immer ausverkauft ist die Musiknacht »Le voyage absuait~,eine Liveshow mit DJ Rafael Marionneau, in der Kraupe an jedem ersten Mimvoch im Monat mit einem Kollegen die Musik spontan in Licht-, Laser- und Stemenbilder umsetzt. Dasjunge Publikumliegt bei in denPla- netariumssesselnundeiStundenlang high - ganz ohne Drogen, allein durch akustischeund optischeReize. DasProgrammheftdesHamburgerPla- netariumsliestsichwiedieBroschüreeines Filrnkunststudios.Mitseiner»Wellnessfür die Sinne in der kurzlebigen, hektischen Zeit von MTV« lockt Kraupe jedes Jak Sandini scan
  12. 12. DIE HAMBURGER »HAFENUTY« direkt an der Elbe soll auch ein Science-Center (r. U. im Bild) bekommen.Wenn hier das Planetarium und ein Aquarium einziehen, könnten die Besucher virtuell aus der Tiefe der Meere in die Tiefe des Alls reisen etwa dreirnaisovieleBesucheranwieher- Ehrgeiziger Planfür 2011: kömmlichePlanetarien. zoo5warenesfast 400 000,die zum Lernen, Träumen oder dieVereinigung des Entspannen in den alten Wasserturm Planetarium~mit einem kam& -von denJungen, diesich die *DJ Nights* um die Ohren schlagen, bis zu denRentnern,dieamDonnerstagdieklas- Aquarium in der neuen »HafenCityHamburg« sischeMusik bei »SternenklangamNach- mittag. in Anspruch nehmen. Es zahlt sich aus, dass Kraupe sich während seiner Zeit in den USA auch intensiv mit Erfolgsstrategienarnerikani- scher Freizeitparksbeschäftigt hat. Heute ist er ein Marketing-Profi, der es versteht, maximaleAuiinerksarnkeitaufseinenMix ausWissenschaftund Kunstzu ziehen. So steilteer zusammen mit dem renornrnier- ten Lichtkünstler Michael Baa als April- scherz dasBildeineslilaleuchtendenF&- balltors auf dem Mond in die Planetari- ums-Website -sowie die Meldung, man habedasTordahinauf projiziert undwol- le es bis zur Weltmeisterschaft oben las- sen. An Ideen, wie Geld in die Kasse kommt, fehlt es Kraupe ebenfalls nicht: So vermietet er den Kuppelraum samt TechnikbeispielsweiseanFirmen,dieihren Kunden das neueste Produkt als Flugob jekt präsentieren wollen, das gerade aus demWeltalleinschwebt;fürSummenzwi- schen 120 und 7000 Euro kann man PatenschaftenfürSterneübernehmen;und für 2000 EUTOdarf man im Planetarium heiraten-unter derexaktenStemenkons- tellation der bevorstehenden Hochzeits- nacht. Geistesblitze und Gedankendonner Thomas Kraupes sprengen in Wahrheit schonlängstdieengenMauemseinesWas- serturms. in Kooperation mit der NASA wird ergegenJahresende neinneuesFens- terinsAll«öffnen:Nahezu inEchtzeitsol- lenzweiNASA-Sonden(voraussichtlicher Start: September 2006)Weltraumwetter- Daten nach Hamburg übertragen. Die SondenzeichnendiedurchsSonnensystem jagenden Stürme auf - die zwar schönes Polarlicht erzeugen, aber auch Satelliten lahm legen und in ExtemfällenStromaus- fälle auf der Erde bewirken. Kraupe agiert aber nicht nur als »Masterof the Universea, er unternimmt auch Ex$tionen auf der Erde. Gerade war er mit seinemMitarbeiter Tim Flori- an Horn auf der Osterinsd im Pazifik unterwegs, um Material für eine Showzu filmen, die er selbst produzieren und in derSaisonzoo7Izoo8imPlanetariumzei- gen will. Sein grösstes Zukunftsprojekt jedoch spieltganzinderNäheimgeplantenScien- ce Center in der Hamburger »HafenCi- ty«. Der niederländische Architekt Rem Kohlhaas hat dafür ein Gebäudeentwor- fen, das direkt neben einem neuen Termi- nal fllr Kreuzfahrtschiffe stehen soll. Ein silbrig glänzendes Objekt, das der Archi- tekt »Schiffunter Segeln* nennt. Im obe- renTeilwürdeKraupegernmitseinemPla- netarium einziehen, im unteren ist ein Aquarium vorgesehen; anvisierter Eröff- nungstermin: 2011. Ob das Planetarium ausdemengenWasserturmumziehensoll, darüberwirdin Hamburgnochgestritten. Aber Kraupe kämpft für den neuen Standort mit den Waffen des wortgewal- tigen Visionärs: *EinWelttheatervon den liefender Meere bis zu den fernstenSter- nen« schwebt im vor. Die neue Technik gestatte »Reisen durch beliebige dreidi- mensionale Räume und zu nie gesehenen Orten-vom Mikrokosmosüber den Bio- kosmoszum Makrokosmos«.Das spren- ge die traditionellen Grenzeneines Plane- tariums als rein astronomische Bildungs- einrichtung. Sein Sternentheater werde zum ~Kreuzfahrtschifffür unserenKopf«, zum sinnlichen *Weltbildsimulator«für Menschen mit Fernweh. Man könne sie zu fernenStemen schicken,ihnendasFir- mament über Kapstadt vor Augen führen odersielivedenTiefseeforschernüber die Schulter schauen lassen. Thomas Kraupe hätte kein Problem, noch stundenlang faszinierende Argu- mente vorzutragen,warum dasHambur- ger Planetarium in der HafenCity einen besseren Platz finden könnte. Aber sein Palrn klingelt zur 17-Uhr-Vorstellung: »AERO« mit Musik von Jean Michel Jarre. Im Hinauseilen sagt er noch: »Das Nachmitragspublikumwirdeswohlweni- gerlautmögen, dakannichnichtvollauf- drehen.« Ein Master of the Universe, der sich auch um Kleinigkeitenkümmert. * LINTERNET-ADRESSEN ,Das Hamburger Planetarium: www.planetarium-hamburg.de ,Weitere Informationenund LinksfindenSie unter www.prninagazin.de 18 P.M. 612006 Sandini scan
  13. 13. DER SUPERSTRAHL Gr. Bild: In den Glas .nwerdei F~rncehbilderan die Sandini scan
  14. 14. I I NEUE FRAUNHOFER-TECHNOLOGIE i FÜR FERNSEHEN UND MEDIZIN I I 1 LASER 1AUS..DER FASERI DIE UEBLINGZ-RRNKHSE- KIE im Großformat gesto- chen scharf auf die Wohn- zimmerwand projizieren- dieser Traum von Filmfreun- den soll bald Realitätwer- den. DieSchlüsseltechnolo- gie dazu liefertder Laser. Bereitsheutegehört er im CDSpielerundvielen ande ren Gerätenzum Alltag; dass wir mit dem scharfen Lichtstrahl bisher nichtfern- sehen konnten, hateinen einfachenGrund: Ihmfehlte zur Darstellungdes gesam- ten Farbspektrumsder blaue Lichtanteil. Erst seit kutzem ist es möglich, Laserlichtzu erzeugen, das auch die Farbe Blauenthält DieTechnologie dafür heißt ~Faserlasermit Dappelfaser- kerna undwurde am Fraun- hofer-Institutfür Ange wandte Optik und Feinme- chanik in Jena von Andreas Tünnermann entwickelt. Der neuartigeLasertyp bestehtaus zwei Glasfaser- leitungen, die sich gegensei- tig berühren. Durchden einen Strang e r d Infrarot- licht geschicktdqs sich nach allen Seiten hin&breitet, also auch den anderen Faserkerndurchdringt Die- ser ist angereichertmit Erbii um (oder einem anderen Elementder »Seltenen Erden«), das mit dem Infra- rotlicht reagiert Infrarot- khtteilchen geben ihre Energiean Elektronenim Erbiumab und katapultie- ren sie dadurdiauf ein höheres Energieniveau;fal- len die Elektronenwieder auf ein niedrigeresNiveau zurück, senden sie ein hoch- energetisches Lichtteilchen aus -Laserstrahlungent- steht Das Besondere dieses Vorgangs, den Physiker »Aufwärtskonversion«nen- nen: Dabeiwird erstmals Laseriichtproduziert, das das gesamte sichtbare Farb- Spektrum enthält-also auch das fürs Fernsehen notwendigeBlau. Das Laser- licht verstärkt sich auf sei- nemWeg durch die Glasfa- ser,gleichzeg wird es i extrem stark gebündelt. Fälltder Strahl auf eine Pro- jektionsfiäche, lieferter einen gestochenscharfen Bildpunkt Die ganze Technik des künf- tigen Laser-TVswird in 24.. einem eleganten Beamer .**=T - - .-. - stecken, der das Bilddorthin - - 2 . wirft wo manes haben -*:-. , . 'U. q.'r.. will. Heißlaufenwie eine Fernsehröhre kann er nicht L%. .denn die große Oberfiäche -;-f - der mehrere Meterlangen - -:, , .Glasfaserieitungführt die 7 !-. Wärme gut ab. -..? :, Die neue Lasertechnik eig- net sich nicht nur fürs Fern- L..' '-'# > F c - - sehen. Damit lassensich &-* auch digitale Bilder mit bis- ;T>=:: :(* her unerreichter Schärfeauf :%';-- Papier bringen. Außerdem F:.' ?.'. ..=Q. ' 1 kann sie in der Medizinein- .- - -'. @ gesetzt werden -etwa für - - - '1 feinste chirurgische Schnitte '' oder zur mikrometergenau- en Bearbeitungvon Prothe- sen. Inder Mikroskopiewird sie es erleichtern, Lebens- vorgänge im Molekularbe- ,-,.- reich abzubilden. www.iof.fhg.de 7 Sandini scan
  15. 15. 1WISSENSCHAFT AKTUELL ,Tolnln unten-ohne-Wanderwegemachenfit WER OHNE SCHUHE UuFL stärkt die Mus- kulatur sowie das Immunsystem und beugt Krampfadernund Schweißfüßenvor. Um das Barfußlaufenzu fördern, gibt es in Deutxh- landvon der Nordsee biszu den Alpen mitt- lerweilefast 30 Wanderwege, die nur »untenohne« betreten werden dürfen. Der Untergrund bestehtaus unterschiedlichsten Materialien: Sand undTannennadeln, kühle Erde und Rindenxhrot-undab und zu auch kleinespitze Kieselsteine! Hin und wie- der sind auch Balancierbalken,Schlamm- becken und Bäche in die Route integriert, ebenso wie Bergwanderwege. Barfußgehen auf so unterschiedlichenOberflächen macht nicht nur Spaß, sondern stimuliert die Fuß- sohle und hebt das Wohlgefühl. Der menschlicheFuß, ein anatomisches Wunder- werk aus 26 Knochen, 33 Gelenkenund 100 Bändern, wird im Schuhwerk eingepfercht und ist bei den meisten Menschen daher ver- formt. Das Laufen mit nacktenFüßenwirkt dem entgegen undtrainiert U. a. das Gleich- gewichtsgefühl. Die biszu mehrereKilome- ter langen Unten-ohne-Wegeliegenfernab vom Großstadtlärmund dürfen als Teil kom- munaler Kureinrichtungen meist gratis GESUNDHEITWR Bergwanderungenohne Schuhe entsoannendie Füße, stärken den Kreislauf begangenwerden. und hebendasallgemeine~ohlgefühl www.barfusspark.info AUTO FÜRÜBERMORGEN I Leichtfuß auf drei Rädern EIN ENTWURF des Autoher- sorgt für Stabilität. Durch niert mit eine4 170 PS Star- gibt sich futuristisch. Ein ins stellers Peugeot erinnert an den Verzicht auf das vierte ken Motor, macht aus dem Lenkrad integriertes Dis- den Messerschmitt-Kabi- Rad sowie Verwendung »Dreirad«einen sprintstar- play zeigt alle Betriebswer- nenroller der 1950er Jahre. leichter Carbon-Bauteileist ken und schnellen Sportwa- te an - stets senkrecht aus- Der »ZOCup« fährt auf drei das Fahrzeuginsgesamt gen. Zwei tief liegende gerichtet, auch wenn der Rädern: Vorn sind zwei, das nur 500 Kilogramm schwer. Schalensitzenehmen die Wagen in die Kurve geht. hintere sehr breite Rad /-- Lu, .I Sandini scan
  16. 16. ZAHLEN SAGEN MEHR ALS WORTE Sonne und Sonnencreme DieheißeJahreszeitbirgtauchGefahren. HiereinigeTipps,wie man sich am besten davorschützt 3,130 000 Deutscheerkrankenjährlich an Hautkrebs-damit ist er die häufigste Krebsart.400Liter Sonnencreme benötigen die Stars der US-Strandserie»Baywatch« proJahr. 80Prozentder UV-StrahlendosisseinesganzenLebensbekommt der Mensch in den ersten 18Lebensjahrenab. 40GrammTomatenmark täglichsorgendafür, dass die Haut einen Sonnenschutzfaktorvon 2 bis 3 aufbaut. 30 Monate lang ist Sonnen- creme haltbar, ungeöffnet und kühl gelagert. 5 ist der Lichtschutzfaktor, den ein dünnes Baumwollhemd bietet -auch mit Kleidung kann man nicht unbegrenztin die Sonne. 2 Milligramm Sonnencreme pro Quadratzentimetermuss man auftragen, um vollen Schutz zu genießen, die meisten benutzen nur 0,5 bis 1,5 Milligramm. 1Son- nencreme »für danach« wird in den USA getestet, sie soll nach einem ungeschützten Sonnenbad mbgliche Hautschädenreparieren. 66 Christoph Koch: Zahlen, bittel HeyneVerlag www.heyne.de Selbs. ist der (Kachel-)Mann! OB SCHNEECHAOSoder Regensom- mer:DasWettersorgtfür Gesprächsstoff- r undjede Menge Experimente! Mehrere Dutzenddavonfinden Hobbyforscherim Experimentierkasten~KachelmannsWette I station~von Kosmos(50 Euro).Hier zum Beispieldie Bastelanleitungfür einen Regenbogen:ImdunklenRaummiteiner Taschenlampeauf einen Spiegelleuchten, der ineinerwasseraefüllten Schüsselsteht- -schonerscheinen die Regenbogenfarben an der Zimmerdecke.WieSonnenstrahlen, die auf Regentropfentreffen, istdas Licht derTaschenlampeinseine Spektralfarben zerlegtworden.Anderes Beispiel:Warm- undKaltfrontenlassensich auf dem Küchentischerzeugen. Inder Naturtreffen sie in Form unsichtbarerLuftmassenaufei- nander,im Modellklapptes mitWasser. Einen halben Liir ineinem Einmachglasim Kühlschrankabkühlen,einenweiteren hal- benLitererwärmenundmitLebensmittei- farbe einfärben.Jetzt das warmeWasser auf das kaltegießen-sofort bildetsich eine GrenzschichtzwischenWarm undKalt: Fertigistdie Front! Besondersspannend:der im Kastenenthal- tene Bausatzfür dieeigeneWetterstation. Mit dem professionellanmutendenWind- messer lässtsich rundumdie UhrdieWind- gexhwindigkeitvor der eigenen Haustür messen!Wer WetterdatenwieTemperatur, SCHILLERN[ 1.-Experimentatorii SusanneLummerverrätdas Rezepl einenkünstlichenRegenbogen Windstärke, Luftdruck, Niederschlag, Bewöl- kungregelmälgprotokolliertundauswer- tet kanneigenePrognosenwagen. LängerfristigeVorhersagenwie dievon Kachelmannklappennur,wennWetterda- ten weltweitzusammengetragenundver- rechnetwerden. Möglichist das auchfür Freizeitmeteorologen:Jeder kannsichvon KachelmannsMeteomediaAG auf seinem eigenen Grundeine professionelleWetter- stationinstallieren lassen, die indasglobale Netzintegriertwird. ImZusammenspiel mit denWerten vieler anderer Messstellenwer- den die eigenen Prognosenimmerexakter. Dannwird das Hobbyallerdingsteuer. Kostender Station:ab 14300 Euro. + 4 1 = < - Wert legen: 17"-Leichtmetailfelgen, Metallic-Lackierung (in Schwarz, Brillantsilber und Jaspisblau), be- leuchtete Ausstiege und Colorver- Sandini scan
  17. 17. ZrnROTO.REIYSickönnm&h > C ien (1) md i hFlugdstdlungW- - -- < ruuiam (2).5esnmmi ) messen dbe 3 WkidkrMc und melden% Funkan ria CmpiiPr 4). MmGRechner steuert Jie Rot~ensq dassdie hkqp beijedemWind opthal arbeitet I Die raffinierte Choreografie der Windräder iSIEMENS WIU mit hoch entwickeiter Compu- tertechnik die LeistungsausbeutevonWindparks erhöhen. Dazuwerden die Rechner der einzelnen Windräder miteinandervernetzt, sodassdie Roto- ren ihre Datenaustauschenundauf wechselnde Windverhältnissereagierenkönnen. Dasist dann nötig, wenn die Räder in denvorderen Reihen desWindparksden Luftstromso stark verwirbeln, dass die hinteren Reihenweniger Wind bekom- men und dadurch weniger Strom produzieren. In diesem Fallsorgt dievernetzte Elektronik(ent- wickelt aus Handy-Kommunikationssystemen) dafür, dass dieWinddynamikwieder für alle Räder stimmt. Die hinteren Rotorenmessen mit- tels Sensorenan den Blätterndie Störung der Windverhältnise; die Computer in den Masten der Räderfunken die Meldungan dievorderen Rotoren, die blitzartigden Neigungswinkel ihrer Blätterverändern, bis sich dieVetwirbelungauf- löst.Mithilfedieser Sensortechriiklasensich auch Sturmschädenan den Windanlagenverhindern. Bei gefährlichenWindböenstellensich die Rotor- blätter komplett »auf Durchzug«:Sieverändern ihre Neigung, sodass sie demWind keine Angriisflächebieten. Diefein abgestimmte Rotor-Choreografiekönntebereitsin zwei Jahre die Bilanzenvon Windparks verbessern helf www.physik;tudresden.de/-kellerkdloqu.htm Verkehnleitsystem nRuhrpilo rollabJuni 2006 dafür sorge dassAutofahrer deutlich Khneller durchs Ruhrgebiet kommen. EserkenntStaus ur Unfälleunderrechnet sofort die schnellsteAusweichroute DieDateRwerdenviaInterm Handyund Navigationssystec übermittelt. A C www.nihrpilot.nrw.de " "' ilCHERTROTZ ,CKELNUS-Forscher en herausfinden,warum sich Pinguinetrotz ihres schwankendenGangesso sicher auf den Beinenhalten können.Von den Erkenntnis könntenalte undgebrechlich Menschenprofitieren. www.hhp.uh.edulfacul~/Kurzl researcMndex.html iBEI BEOBACHTUNGENimSternbildChamäleonsind Astronomenauf einObjektgestoßen, daswie einkosmischer Tornadoaussieht. Erverdankt seinewirbelsturmartigeForm einemenergiereichenMateriestrahl,der von einemjungen Sternausgeht unddurchdieumgebendeWolkeausGas und Staubpflügt.SolchekosmischenWirbelstünne gehörenzu den ibGeburWehennvon neuenSonnen. Dieseentstehen, wenn in Materiewolkendie Dichteso groß wird, dass sie sichdurch ihre Schwerkraftzusammenziehen.DabeisteigenDruckundTem- peratursostark an, dass es zur KernfusionvonWasserstoff zu Heliumkommt-ein Sternistgeboren.Aus der Umgebungfällt zunächstweiter Materieauf denentstehendenSternherab- die Magnetfelderdesjungen Sternsschleudernjedoch einen Teildavonwieder insAll zurück. Der Strahlpralltmiteiner Geschwindigkeitvon 550000kmlhaufdie MateriederWolke: Dadurcherhiisiesichundleuchtetauf. www.cfa.haward.edu 3UTZRISIONWährend -...-s Gewitterskannes in einemBlinkanalzur Kernfusion kommen.Dabeiverschmelzen bei30000GradCelsius Wasserstoffkernezu Helium- kernen und senden dabei Neutronenaus-zur Energie gewinnungistder Prozessat, nichtgeeignet www.i-.nikngROW KXK0913-5_65_e..htm 126 P.M. 612006 Sandini scan
  18. 18. ' - WISSENSCHAFT ', L , AKTUELLC Schwamm erzeugt ,KAMEUCHOKOLAiM Fingerabdrücke stelltEinösterreidiisdierSchokoladeausChocolatieKamel- WEIN NEUARTIGERSCHWAMM soll die Funk- tion von biometrixhenGeräten verbessern: Er erzeugt extrem scharfe Fingerabdrückein Farbeund ermöglichtso eine absolutsichere Identifikationvon Personen. Die Herstellung I des Schwamms ist recht aufwändig: Ineinen speziellen flüssigen Kunststoffwerden mikro- kleine Quarzkugelneingegossen und nach dem Aushärtenweggeätzt, sodass ein schwammähnlicher Körperentsteht. Er ist 3 elastisch und kann Licht speichern. Berührt ij man ihn mit den Fingern,strahlt der milchher. Sie ist süßer und weniger fett als Kuhmilch. www.hochleitner.com *LEUCHTKLAMOrnN EinefluoreszierendeFarb- markierungsoll Marken- kleidungvon Fälschungen unterscheiden.Sogar Bleichen undFärbenüberlebtdas unsichtbareHerstellersiegel, das nur per Scanner erkannt werden kann. Schwamm Licht ab, dessen Farbstrukturen www.ornI.gov/info/press_reIeases/ 3 das Rillenmusterder Fingerkuppenwiederge- getsress_release.c&?Reiease ben. Da er höchst empfindlichist und kleins- Number=mrzoo5o7015-o~ )7 <L 2 te Unebenheiten registriert, eignet er sich ausgezeichnet zur Personenkontrollein nsen- *R()UIGEOPnK $- siblena Gebauden. LinsenausWasser sollenin HandykamerasAutofokus- - f www.news.utoronto.ca/bin6/060314-2128.asp Effekfeerzielen. Dazuwirddie Sich stark schwingen EIN 1 , ~ )METU( langer Kunststoffstab, der »Flexi-Bar«,stärkt durch Cchwingunl den Körper. Die xange, an ihren Enden mit Kautschukgewichtenbeschwert, wird mit einer Hand in der Mittegegriffen. LeichteArmbewegungenversetzen das Gerät inVibrationen, die sich auf den Körper übertragenund reflexartige Gegenbewegungenauslösen. So werden die schwer trainierbarentief liegendenMuskelfa- sern und das Bindegewebegestärkt. www.flexi-bar.de bank roiir in die Provinz IMIT EINER MOBllENFILIALE steuertdie Kreissparkasse Eus- kirchenjetzt dünn besiedelte Gebietein der Eifel an. Die 13 Meter lange rollendeBank steht per Satellit in Kontaktmit dem Rechenzentrum.Ausge stattet mit Brennstoffzellenfür die Stromversorgung, ist das Spezialmobilvöllig unabhängig und kann überallsofort den Betriebaufnehmen.Ausfahr- bareTreppen undein Liftfür Rollstühleführen in den Schal- ( 1 . SCHUTZ AUS DEMALL Satellitenuberwachendie - ter- und Beratungsbereich. Der führerscheinselbstfahren. Eine 8,4 Tonnen schwereVierachser Entführungder Bank auf ist zwar länger als ein Omni- Rädern ist zwecklos: IhrePositi- bus, gilt aber rechtlichals PKW on wird laufendper Satelliten- mit Anhänger -Bankangestell- Ortungüberwacht. te können ihnohne Spezial- www.gs-ipobile.de natürlicheOberflächenspan- nungvonWassertropfeng e nutzt. DurchDruckkrümmtsich die Linse-das Fotoobjekt rückt näheroder weiter weg. www.imre.a-star.edu.sg *HARTETRAUME Währendsich MännerimSchlaf mit Gewalt, Sex undBeruf beschäftigen, geht es bei Frau- en mehr um Familienangehöri- ge und Gefühle. Erstaunlich: DieseGexhlechtsunterschiede indenTrauminhaltensindseit über 40 Jahrengleichgeblie- ben, habenSchlafforscher herausgefunden. www.zi-mannheim.de r OHNE BLAUEN 3UNST InNeuseeland verzeichnenKneipenmit RauchvehotsteigendeBesu- derzahlen. Selbst Raucher bevorzugenimmer mehr Bars ohne Qualm.Dieser Befund könnte Rauchfrei-Kampagnen in Europavoranbringen, hoffe1 Mediziner. ww.-l.com( 1471-24WWatntract 28 RM. 612006 Sandini scan
  19. 19. .AISSENSCHAFT AKTUELL Raketenflugzeugfür Ausflüge insAll D I E n R m a schießt mit einem Feuerstoß über die Start- bahn, hebt nachwenigen Sekundenmit 320 kmh ab und erreicht in nur fünfzig Sekunden3000 Meter Höhe.Der Einsitzer wird von zwei Raketenmotorenangetrieben,die Alkohol mit Flüssigsauerstoffverbrennen. Beim »X PrizeCup« im US-Bundes- staat New Mexicosoll das Raketenflugzeugsein Könnenzeigen. Zehn unterxhiedlicheRaketenflugzeugestarten gleichzeitig und fliegen einen Slalomkursmit engen Kurven.Wer als Ersterwie- der auf der Landebahn aufsetzt, kassiert ein Preisgeldvon zehn Millionen Dollar.Als Favoritgilt die »EZ-Rocket«.DieSiegerprä- miewäre für die Herstellereine willkommeneFinanzspritze:Sie planen, eine »EZ-Rocket«mit größerenTanks und stärkerem Motor auszustatten, damit sie genügendSchubkraftbekommt, um der Erdgravitationzu entfliehen.Als Weltraumgleiter könnte der RaketenfliegerbetuchtenFluggästenzu einemAusflug ins All verhelfen. DieseVisionwurde oft angekündigt-die »EZ- Rocket«will sie bis zum Endedieses Jahrzehnts verwirklichen. w.xcor.com Das new Raketenflugzeug beimJungfernflug(1). Es wirdvon demTestpiloten Rick Searfossgesteuert(2). Sein Könnenmussdas Luft- fahrzeug beieinemSlalom- flug mit engen Kurvenuntei Beweisstellen(3).Ineiner gröBerenVersion könnte die »Ei-Rocketu bis in den Weltraumvorstoßen(4) I I von der Kuh BAKTERIEN AUS KUWAGEN als Stromlieferanten-es gehtwirklich. US-Forscher habeneine Art mikrobieller Brennstoffzelle aus zwei Glaskammernvon 30 Zentimeter Höhegebaut. Diesewerden gefüllt mit der Magenflüaigkeitder Tiere samt den darin enthaltenenBakterien.Zwischen den Kammernkommt-wie beieiner Batterie-ein Austauschvon (positivgeladenen)Protonen und(negativgeladenen)Elektronenin Gang. DieMikrobenaus einem halbenLiter Magenflüssigkeiterzeugeneine Spannung ivon 600 Millivolt, die Hälfteder Spannungeiner Taxhenlampenbatterie. DerVersuch gelingtauch mit Kuhdung. Mit größeren I Brennstoffzellen,die den gesamten Kuhdungverwerten, lassensich vielleicht sogar ganze Höfemit Strom versorgen -hoffen die ,i cnrxhel. researdinews.osu.edu/aKfrke/m~power.huj 6 Sandini scan
  20. 20. ( 7 ew r r~ , J-. .-. r u . 3 r , T . . AKTUELL NO I UWG Rooorer=Triowartet neuenAbwasserkanal MEINE NEUE GENERAnON schwimmfähiger Roboter gemeldeten Schäden. Seine ultrasensiblen Sensoren soll Europasgrößtes Abwasserrohr überwachen: erspüren sogar unsichtbareRisse, die sich nur durch den 51 Kilometer langen und bis zu drei Meter eine unauffälligeWölbung der Tunnelwand breiten unterirdischen Emscherkanalim Ruhrgebiet, verraten. EinTemperaturfühler nimmt unter der dessen Bau 2007 beginnt.Zum Einsatz kommt WasserlinieeinsickerndeskaltesGrundwasser wahr. ein Roboter-Trio,das erstmalssogar im gefluteten Biszum Baubeginndes Emscherkanalssoll das Abwasserrohr arbeiten kann. Dieerste der drei Ma- Trio fahrbereitsein. www.rs.iff.fraunhoferde schinen hat das Fraunhofer-Institutfür Fabrikbetrieb und Automatisierungbereitsfertig gestellt. Der ein- einhalb Meter lange Roboterähnelt einem Boot. Seine hochauflösendeKamera erkennt millimeterfei- ne Risse in der Kanalwandauf eine Entfernungvon drei Metern; Ultraschallsensorenfahnden nach noch feineren Schäden. Ein Laserscannerermittelt selbst bei schwankender Fahrt imAbwasserstromdie exakte Positionder Risse und die des Inspektions- roboters. Diesemfolgt der zweite, ein Reinigungs- roboter, der mit HochdruckspritzenVerschmutzun- gen beseitigt. Er fährt durch die Röhre, indemer sei- ne mit Rollenversehenen »Füße«gegen die Tunnel- wände presst. Über das leistungsfähigsteSystem verfügt der dritte Roboter: Er übernimmt die Fein- untersuchungder von seinem ersten Kollegen Wohnen auf kleinstem Raum H AUSSERIRDISCHE NASAundSeti beschränken ihreAliensucheauf zehn Son- nensystemeinder Milchstraik darunterAlpha Centauri und Pegasus.Auf denfünf bis42 LichtjahreentferntenPlaneten sei Lebenprinzipiellmöglich. wwwseti.org *URWEU-UNGEHEUER InSchottlandlebtenvor 330 MillionenJahren menschen- grob Skorpione. Davonzeuge I I riesige FuSabdrücke,dieder BriteMartinWhyteaufspiirte. www.shef.ac.uk/geography/ *SPARHAUS 65 Prozent wenigerWasser alsandere Gewächshäuservertmiuchtder ~Watergya-Prototyp:Er kon- densiertverdunstetesWasser wieder in Kühlschäditen. www.watergy.de/neu/enlenlen Anwendungen-Gewaechshaus.shtrnl Aufhängungdienen Stahlseile, 7die über das Dachdes Mutter- hauses laufen undan der iIN MN INNENST~~DTENist chenWohnraumwie einen gegenüberliegenden Fassade nochviel Platz-wenn man Rucksackan ein bereits beste verankertwerden. Die Ruck- dievorhandene Flächerichtig hendesGebäudezu hängen, sackhäuser sindje nach Aus- nutzt. Der Entwurf des womit sich immerhin neun stattung ab 25 000 Euro Münchner Bildhauers Stefan Quadratmetergewinnen las- erhältlich, weitere 10000 Euro Eberstadtsieht vor, zusätzli- sen. Die 1,6Tonnenschweren fallen für die Baugenehmi- gung und Montagean. Ein Demo-Objekt ist derzeit in Kölnzu besichtigen.Hier habenArchitektenfür die Platzproblemein beengten Citylagennoch eine andere Lösunggefunden: Sie brach- ten ein vier Stockwerke hohes Haus in einer 2.56 Meter M~N~QUART~EREEin bewohnbarer schmalen Baulücke unter. Der 3 Wüifel wird wie ein Rucksackans Mieter, Ren6 Schmidt, betreibt z Hausgehängt(0.hein 236 mbrei- darineineWerbeagentur. tes ~iimhwsfüllt e h Baulkke(1.1 ))Manmussschonein tiebha- 2 Stahlwürfelwerdenvom Haus ber architektonischerNeuhei- b' mit Strom und Heizungver- ten sein«, beschreibt er vor- ;sorgt. Per Autokran und Hebe- sichtig sein Lebensgefühl- bühnewird der Wohnkubus währendArchitekten in ande- 3 an Ort und Stelle befestigt.Als ren Ballungwentrenwie Lon- .eser mit neuen Erfindungenerreichen P.M.-Redakteur WolfgangC. Goede unter: goede.wolfgangQmuc.guj.de Idon undTokio bereitsüber nochschmalereWohneinhei- ten nachdenken. Ein dritter Ansatz, um mehrWohnraum zu schaffen: auf die Dächer »draufsatteln«-so kann man im Herzender Großstadteine Art Eigenheim mit Garten beziehen. Das BerlinerArchi- tekturbüro Deadlinebaute inmitten der Hauptstadteine zweistöckigeMaisonette- wohnungauf den Seitenflügel einesfünfstöckigen Hauses. Sie bietet 130Quadratmeter Wohnfläche und zusätzlich 70 Quadratmeter Rasenfür Gar- tengefühle auf dem Dach. Sandini scan
  21. 21. I P.M. DIREKT Sacien 5i.emal Weckt ~ußballAggressionen? Prof. Dr. Gabriele Klein (48) ist Soziologin und Professorinan der UniversitätHamburg. Sie befasst sich seit Jahren wissenschaftlich mit dem Sport und seiner gesellschaftlichenBedeutung. Vom 8. bis 10.Juni 2006 veranstaltetsie anlässlich der Fußball-WMdie InternationaleFachkonferenr sSerious Games: Fußball, Medi- en und Politik«in Hamburg(nähere Informationen:wwwl.uni-harnburg.de/gklein) Am9.JunibeginntdieFußball-We I ft EinenMonatlangwirdderKampf umdenTmel Miliiadenvm Me= 8amziehenGeMerdabei eigentlich nur umSpart? Oder iaFuBbllviel mehr? PM.-Autor Mkhael Kneider sprachmitder SportwwioboginM.Dr. CabrideKleinOberdie Ekckabng der Fußball5piekin Qt modernenLieirtunggeselkhaft FM.:WanimfasziniertunsFußballso? Prof. Dr. Gabriele Klein: Fußbali ist gleichzeitigSport, Popkultur, Politik, ein florierender Wirtschaftszweig und für mancheeineArtReligion.Kaumeinande- rer Sport, vielleichtBoxen, ist wieFußball mitjeder denkbarenBedeutungaufgeladen worden: Soziologenerklären gesellschaft- liche Theorien anhand des Fußballspiels, PolitikerredengernwieBundestraineqund Theologen untersuchen den metaphysi- schen Gehalt des Fußballs. Klingt gerade so, als sei Fußball so etwas wie eine globale Sprache, die jeder spiicht undjeder versteht Tatsächlichistesso,dassdieRegelnund der Wertekanon des Fußballs überall auf derWeltgelten. Aber Fußball hat,wiewir wissen, auch eine Vielzahl von Unter- schieden hervorgebracht. Brasilianischer Fußball etwa beruht auf einem besonde- ren Spielverständnis. Offensivfui3ball braucht andere Spieler und eine völlig anderespielerischeDynamikalsDefensiv- Mball. Auch im Fußball zeigt sich also, dass Globalisierung nicht zur Vereinheit- lichung führt, sondern eher Differenz befördert.Andersgesagt:DieglobaleSpra- che Fußball wird sehr unterschiedlich gesprochen. Wenn mandenRummelumdieWelt- meisterschaftsieht könnte manden- ken, FußballregieredieWelt Rihtig? Nicht richtig. Wer oder was hat über- haupt das Zeug zu einer Weltregierung? Allerdings hat Fußbail eine vökrverbin- dende Wirkung, die man nicht unter- schätzen sollte. Insbesondere Groi3ereig- nisse wie die Weltmeisterschaftsind nicht nur ein Wettstreit der Nationen. Sie sind auch prinzipiell in der Lage, internationa- leBeziehungenzu verbesseniund Freund- schaften zu befördern. Bei der WM laufen auch die Mann- schaften so stark verfeindeter Natio- nenwiedieUSAundderIranauf.Wer- denderenBeziehungendurchdieWM verbessert? Das ist eine heikleFrage. Auch bei der Weltmeisterschaft kämpfen Nationen symbolischgegeneinande~In dieser sym- bolischen Aufladung wird Fußball zu einemernstenSpiel,in demstellvertretend zentrale gesellschaftliche Konflikte ihren 36 P.M. 612006 Sandini scan
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  23. 23. Ausdruck finden. Die medialeAufrüstung der iranischen und der amerikanischen Presse wird hier eine wichtige Rolie spie- len. Erfreulich ist ja, dass im Unterschied zur Politik die USA und der Iran bei der Weltmeisterschaft keine zentrale Rolle spielen und Brasilien, ein eher friedliches Land, Favorit ist. Fußballstatt Krieg? Das istmirzu plakativ.Fußballistzwar auch ein Symbol militärischer Aktivität- es geht um Aggressionen: um den Willen zum Angriff und zur Verteidigung, um Manndeckung und Raumdeckung. Aber darin geht Fußball nicht auf. Das Beson- dere am Fußball ist ja, dass er durch sei- nen Spielcharakter,durchdieIrrationalität des Verlaufs und durch eine Aneinander- reihung von Zufällen im Spielselbst diese militärischanmutendenGrundordnungen auflöst. Fußball ereignet sichja nach dem I MustereinerstrukturiertenImprovisation. I »InAnbetracht der gigantischen Zuschauerzahlenist das Maß der Aggression sehr gering. Fuß- ball verläuft inWirklichkeit außergewöhnlichfriedfertig.« DieKriegsfragenocheinmalanders fotmuliert.Werden durchdas aggres- sive Spiel beim Zuschauer Aggressio- nen eher hervorgerufen oder eher abgebaut? Auf den ersten Blick siehtes so aus, als würden Aggressionen und Gewalt hoch- gepuscht.WirallehabendiebrutalenHoo- ligan-Attacken der letzten Jahre vor Augen. Aber dieser Eindruck täuscht. In Anbetracht der gigantischen Zuschauer- zahlenauf den FußballplätzenderWelt ist das Mag der Aggression sehr gering. In Wirklichkeitist esso, dassFußball im All- 38 P.M. 612006 Sandini scan
  24. 24. gemeinenaußergewöhnlichfriedfemgver- läuft. Das gilt für alle ~roßveranstaltun- gen des Fußballs wie kontinentale oder Weltmeisterschaften, aber auch für die Bundesliga.Wotreffenansonstenungefähr einmal wöchentlich achtzigtausend Men- schenfür90Minutenzusammenzumkol- lektiven Gefühlsrauschwie irn Domnun- der Stadion? Ein aggressiver Sport, der Frieden schafft - wie kommt dieser Prozess zustande? ManmussdenBlickaufdiestarkeRitu- alisierung des Fußballspiels und auf die ritualisiertenHandlungenderFansrichten. Fußbalifanspflegeneineausgefeilterituel- le Praxis. Das fängt bei den Kutten, Schals und Mützenan, gehtweiter über dieKnei- pen und Fanlädenbishin zudenSchlacht- gesängen, der La-Ola-Welle und den Schlüsselbunden, die in spannenden Au- genblicken kollektiv herausgeholt und geschütteltwerden. Fußball ist auch eine Aufführung, ein rituelles Theater. Das Match selbst, aber auch die Zeit davor und danach ist für Spieler wie für die Zuschauer rituell höchst aufgeladen. Rituale schaffen Gemeinschaft und Iden- tität, sieleitenAffekte in geregelteBahnen. SiekanalisierenAggressionen,wirkenalso wie Blitzableiter, Seltsam, dass Fußball so stark rituali- siert ist, wo Rituale doch sonst in unserer Gesellschaft als konservativ undaltmodischabgelehntwerden. Wir leben in einer Zeit, in der institu- tionalisierteRitualeanBedeutungverloren haben,zumBeispieldasRitualbeimSchul- antritt oder das Ritual beim Studienab- schluss.InstitutionenwieSchulen,Kirchen oder Vereine, die früher identitätsstiftend gewirkthaben, verlierenimmer mehr ihre BedeutungfürdieSinnstiftung.Als Ersatz dafürgibt es aber eineUnmengevon ritu- ellenPraktikenin densogenannten infor- mellen Szenen der populären Kultui; zu denen auch Fußball gehört. Ich habe die- sesPhänomenamBeispielderTechno-und Hip-Hop-Kulturen untersucht, wo sich Jugendliche selbst Rituale schaffen, um sich als Gemeinschaft zu empfinden, sich nachaußenabzugrenzenundeineIdentität zu erzeugen. Beim FuRball als Massen- phänomen hat dies eine langeTradition. 612006 P.M. 39 Sandini scan
  25. 25. n Sinne ein Fußballgott: iottheiten I Wollen Sie damit sagen, dass Fußball via IdentitätsvermittlungeineArt ge- sellschaftlicherReparaturbetriebist? Ich will damit sagen,dassFußball über dasSpielhinauseinewichtige sozialeOri- entierungsfunktionhat ... ...aber dochwohl nurfür Männer? Stimmt, Fuflball aktualisiert auch die traditionelle Geschlechterordnung: Fuß- ball ist und bleibt Männersache, egal, wie »DieNationverliert mit der Globalisierungals Identitätsrahmen an Bedeutung. Aber der Fußball reaktiviertdas Nationalbewusstsein -vor allem bei Ereignissen wie einer Weltmeisterschaft.« erfolgreichder Frauenfdball ist. Wie weitgehtdenndiesozialeOrien- tierungdurch Fußball? Er erzeugtbei den FanseineIdentifika- tionmit demeigenenVerein, mit der Stadt und bei Länderspielen auch mit dem eige- nen Land. Fans, die ihre Gesichter in den Vereins-oderNationalfarbenge-schminkt haben,zeugendavon. Gleichzeitigforciert Fußball soziale Gruppenzugehörigkeiten, sogar innerhalb einer Stadt. Wir kennen dasausMünchenmit W 1860~unddemFC Bayern oder aus Hamburg mit St. Pauli und dem HSV. Fdball aktualisiertauch nationaleFeindschaften,die in der Politik und im Alltag keine Rolle mehr spielen: beispielsweise wenn die deutsche Natio- nalmannschaftgegen den ~Hassgegner« Holland anmtt. Welche RolleFußball für Nationenspielt,zeigtaberauchdieBedeu- tung des »Wunders von Bern«, als Deutschland 1954 im Finale gegen die hoch favorisiertenUngarn siege. Ja, seltsam, dass dieser Sieg nach einemhalbenJahrhundertimmernoch so präsentist Dafür gibt es einen Grupd: Aus sozio- ;I logischer Sicht spricht einiges dafui; dass erst dieser Sieg die neue Bundesrepublik im Selbstverständnis der westdeutschen Bevölkerung etabliert hat. Deutxhlanddefiniertsich nichtdurch seine Politik,sondernduKh Fußball? Auf dermetaphorischenEbene:ja. Das Gefühl,dassdieBundesrepublikDeutsch- land nunmehr wieder zu großen Leistun- geninderLageist,istbeidenmeistenDeut- schen erst durch das Wunder von Bem gewachsen. Das nationale Selbstwertge- fühl,der nationale Stolz kam mit diesem Sieg zurück. Man kann es etwas sarkas- tisch ausdrücken:Deutschlandhattezwar denKriegverloren,abernunüberdieSpit- zenrnannschaften der Welt einen Sieg errungen. Fußball zur Aktivierung des Nationa- lismus? IchmeinenichtNationalismus. Ichspre- che von Nationalbewusstseinund Natio- nalgefühl. Letztereswird irn Fußballüber dieRituale erzeugtund zugleichdurchdie medialeAllgegenwart des Fußballsgeför- dert. Die Nation, die in der Sprache der Soziologenso etwas ist wie eine ~Imaged 40 P.M. 612006 Sandini scan
  26. 26. Dieseenorm für das Nationa Alice. Sie unserklären. Was deutschen Fuß~aii weiß jeder und macht Witze dar„ Deutschland, soheisst es,wird nicht 1 ball gespielt, sondern Fußball gearbeitet. Desc Was aber deutsche Kultur ausmachen Flatrate. Für 44,WEurdMonat rundum sorglos mit Telefonanschluss und DSL-lnternetzugang(bis zu 2.000 Kbitls Downloadgeschwin- digkeit) inklusive aller Gespräche ins deutsche Festnetz und rasanten Surfens ohne Limit: 'GrundgeMhr Mr Alke Fun.außer SondeMfnummem,weitereSpcachpceise: insAusbnd (mnabhän& 7.9 - 129.9CtNin.,in alle Mobilfunknetze 22 CtlMin., Vemrdkmten Modem9 9Euro. Preise inkl. W.:kündbar 4 Wochenzum Mmtserde. Aktiwi ,.Kein Einrichtufigqxeis"bis30.06.E- Alice gibk in immermehr Anschlussgebieten.Weitere Infosund Pmduktverfiig- barkettauiw a l i i l . d e Die schönste Verbindung. nunity*, eine vorgestellte Gemein- gesehen. Der »Alte. Konrad Adenauer J;--t mit der Globalisierung als und der »Chef« Sepp Herberger waren anBedeutung. Aber der die Prototypen des Aufstiegsder Bundes- ' ' .ert das Nationalbe- republik, die liberalen Willy Brandt und L i Ereignissen wie HelmutSchöndieProtagonisteneinesAuf- port leistet bruchs. Diese Typenvergleiche wurden .ht kön- medial lanciert, und auch der Sieger der Wiedervereinigung, Helmut Kohl, wurde mit dem Sieger der WM 1990, Franz kckenbauer, verglichen: Beide hatten . ..rem npersönlichen« Triumph ndschaften versprochen, der deutschenFußballs. d=csimFuß- --I1 L körnte, darüber herrscht zu Recht Unei- nigkeitnicht erstseitder Leitkulturdebat- te. Die einen assoziieren das Land der Dichter und Denkel; dieanderen die Bar- barei der Nazis, und dienächstendenken an Weißwurstund Lederhose.Aber beim FußballherrschtEinigkeitquerdurch alle Schichten,undwennesumNationalspiele geht,auchquerdurchalleRegionen. Fuß- ball suggeriert die zumindest temporäre Auflösung sozialer und räumlicher Schranken. IstFußballaucheinepolitischeMacht? Erfolge und Niederlagen im Fußball werdenja seitdemWundervon Berngern mit innenpolitischenEntwicklungen und Tendenzen assoziiert. Der deutsche Fuß- ball-Bundestrainerwurde immer in einer Parallele zum jeweiligen Bundeskanzler 1 ball! auftaucltm oder »Kaiser<<I Die politischen : balls und seiner Verbäni ziationen an eine alte Feudaiga eine Gesellschaft, in der Mämer rub7 terselbstherrlichregieren. Dapassendoc diese Begriffe. Also istFußballeigentlichreaktionär? Ich würdedasandersformulieren:Die institutionen des Fdballs sind eher kon- servativ-klassischeModernisierungsver- weigerex Fußballselbstist konventionell, er aktualisiertKonventionen. Was meinenSie damit? FußballinszeniertineinerGesellschaft des zügellosen Konsums und schnellen Glücks,derShowund desScheinsdietra- ---..DER KOLLEKTIVEC IHLSRAUSCHtragt oft Züge eines glouaiisierten Theaters (Foto: Fans beim Spiel TunesierkSüd- afrika am 26. Januar 2006 in Alexandria) Sandini scan
  27. 27. tditionellen Grundprinzipien der Leis- mngsgeseiisc%ft:mpTuniinkur- .enz, Anstrengung und Erfolg, Zähigkeit ' Selbstkontrolle, Männlichkeit und --ftigkeit. k i g taberauchdasfürdiewest- mische Verhältnis von elkhaft:Jederistder km Platz - wie bnqen kann muss schon H man aber n a Teamspieler sein. . 7 Also sind Superstars wi= oder Ballack für die Faszinati ballgar nichtnötig? 7Eine Mannschaft der Stars ist mehr mediale Show als erfolgreichesSpiel, sie- ist m q he Real Madrid. Auf die Stars kommt es Momenre I nichtan.DieBedeutungd a Fußballrmt- S~adehemmunm steht dadurch, dass im Sport aderge- melanflehen,damitclc;l wohnlich klar demonstriert wird, was geht; wenn Mittelfeldspieiei Leistung bedeutet. Das ist seine Faszina- zigen, bevor sie den Platz betret,.>,- tion. In Kultur, Wischaft, Politik, Wis- der FuRballgott für einen unenvar senschaftund Kunst weiß man oft nicht, Spielverlaufverantwortlichgemachtwir( wasdieAkteuretatsächlichtun.-IrnSport Dannkönntemantmäddkh- - dagegen kann jeder sehen,wie sieschwit- sich Fdball sehr gut für metaphysische, zen und kämpfen. Und das Ergebnis ist quasi religiöse Erklärungsmuster eignet. eindeutig: Sieg oder Niederlage. Nur ein Aber eineErsatzreligionist esdamitnoch Siegerwird zum Staqzum Helden. in kei- langenicht,dieseAufgabewürdevielleicht nem anderen sozialenFeld ist Leistungso sogardas Fußballspiel überfordern. * eindeutigmessbar und objektivierbar. siert ja nicht die Wirklichkeit der Leis--------- - tungsgeselschaft, in der tatsächlich mit Betrug,Bestechungund Korruptiongear- beitet wird -sonderner symbolisiertihre idealisierteForm,inderLeistungundFair- ness, Respekt und gegenseitigeAnerken- nung unmittelbar zusammengehören. , AuchreligiöseFormelnfindenimFuß- ball Anwendung. Es wimmelt von »Lichtgestalten«, »Fußball-Göttern« und dergleichen. Ist Fußball Ersatz- religion? Tn der modernen technologischen baft glauben ja viele, dass alles ^'-er Fußball ist nicht plan- -:- wie es ausgeht. Alles "- viele irrationale enn Stürmer len Him- isTor IDeshalbdieEmpörung,wennimFuß- I INTERNEMDRESSEN "I1 betrogen8gexhoben und hialgexhichte des Fußballs:home.arcor.de/ chen wird? sgefankultur/g~nd~n~zialgexhichte.h~ Ja, denn daswidersprichtden ,Weitere Informationenund Linksfinden Sie unter tungen des Publikums. Fußball symboli- www.pm-magazin.de 1 Infos und bestellen: 1 Kostenlose Hotline (ausd. dt. Festnetz) rund um die Uhr, 7 Tage dieWoche- P Sandini scan
  28. 28. Serie I VON P. J . BLUMENTHA, *DerdeutscheHumanist Hartmann Schedelbehauptete noch 1493 diemanausderSpinnstubeundderTöpferwerkstattkannte,nurgrößeil in seiner damals viel gelesenen »Weltchronik«:Der mythische König Mit weniger Ochsen war man jetzt in der Lage, viel schwerereLasten Erichthoniosvon Athen sei der Erfinder des Rades gewesen-immer- zu transportieren,ohne dieTiere zu schinden. hin war er der Sohn von Hephaistos, dem Schutzgott der Schmiede- Lange glaubtendie Historiker, dass Sumer die Heimat des Rades war kunst. Andere mittelalterliche Autoren tippten auf Tuba1Kain, einen und dass es von dort aus in die Welt hinausrollteund überall kopiert Abkömmling des biblischen Brudermörders Kain und ebenfalls im wurde.Doch 1989entdecktenhchäologenimschleswig-holsteinischen J Umgang mit Eisengeräterfahren. Wenn dieMenschheitversuchte,den Flintbek uralte, 20 Meter lange Fahrspuren-sie stammten eindeutig Ursprung des Rades in Raum und Zeit zu orten, lag sie meist weit voneinerKarreauf Rädern,die60Zentimeterbreitgewesenseinmuss- , daneben. te. LautRadiokarbonmessungwar sieum dasJahr 3500 V. Chr.gebaut i Auch wir Heutigen haben völlig falsche Vorstellungen, wenn wir uns worden-zeitgleich also mit dem allerfnihesten Rad ausSumm in den den Erfinderdes Rades alsemsigen Höhlenmenschendenken, der mit 199oerJahren stießen Forscherdann auf weitereSpurenantikerRäder dem Meißel in der Hand eine kreis- - in der Schweiz, am Schwarzen I runde Scheibe aus einem Stein her- Meer und in Ungarn. Wer also hat ausschlägt. Dem, darüber sind sich . Dieei3ten Räderw m Spinn- das Rad erfunden?Nach dem heu- i dieForschereinig:DasersteRadwar wirteia (mhtsh diebeimSpinnen tigen Stand der Erkenntnis verrnu- ein Spinnwirtel-ein Werkzeug, das vonWieeingesektwurden. Ent Jahrtausendespäterdientedas ten die W~ssenschaftler,dass es an unsere bereits sesshaften Vorfahren Radauchdemibmport-inseiner mehreren Orten gleichzeitig ent- i etwa 6000 V. C h verwendeten, um stand. aus Wolle Fäden zu spinnen. Dem Spinnwirtel folgte circa 1000 Jahre * Eine »Hochkultur« war dafur später ein zweites geniales Rad: die offenbar keine Voraussetzung. Im Töpferscheibe, die die Herstellung Nordeuropa des 4. Jahrtausends V. von Gefäßen um einigeserleichterte. Chr. lebten vor allem Kleinbauern, : Esvergingennochweitere I500Jah- in bescheidenenDörfern. Die weiter ' re, bis jemand -dessen Name leider entwickeltenGeseiischafteninÄgyp- nichtüberliefertist- um 3swV. Chr. ten und irn pakistanischen Industal , auf dieIdeekam:Mankann dasRad bauten Räder erst rund 1000Jahre I auch einsetzen, um damit schwere nach den Sumerernund Europäern. Lasten zu bewegen. Dasses so lange Und die Azteken, Maya und Inka dauerte, um auf diesen technologi- kannten noch zur Zeit der spani- 1 schen Trichter zu kommen, ist ein- schen Eroberung überhaupt keine fach zu erklären: Man brauchte das Fahrzeuge auf Radem -im Hoch- RadzurFortbewegungvorher nicht. gebige und irnDschungel hättensie WosichdieerstenHochkulturenent- auch keinen Sinn gemacht. wickelten, etwa in Sumer(Babyloni- Egal wo auf der Welt Archiologen en), lebten die Menschen übenvie- sie ausgebuddelt haben -die prirni- gend an Flussufern: Ais Transport- ' tiven Räder ähneln sich sehr: Sie fahrzeugedienten Flöße und Kähne. Erst als die Landwirtschaftimmer mehr Menschen ernähren konnte, 1 stieg die Bevökemgszahl, und es entstanden neue Siedlungen fern- ' ab der Flüsse. Nun musste man Handelsgüter über Land schicken. . Aberwie? *Zuerstversuchtemanes mit Ochsen (Kamelewurdeerstca. 2500 1 V. C kdomestiziert).DochumgrokMengenZU transportieren,brauch- te man ganze Herden, die unterwegs gefüttert und getränkt werden mussten-einlogistischerAlbtraum. Dam versuchtejemand, dieOch- sen alsZugtierevor Holzkästen mit Kufen zu spannen -Abbildungen solcherTransportschlittensindauf s u m e r i iTonscherbenzusehen. 1 Aber schon bald erwies sich die Untauglichkeit dieser bsung: Das Ziehen war dermaßenmühsam, dass vieleder Ochsen an Entkräftung I zugrundegingen. Dochnun kam ein findigerMensch auf diegenialeIdee, denHolzkas- ten nichtmehrauf Kufenzustellen,sondernauf Räder-ähnlichdenen, bestehen aus einer Holzscheibe mit einem Durchmesser von 60 bis 90 Zentimetern; ihr Gewicht beträgt bis zu 260 Kilogramm.Inzwischensinddie Forscherauchdahinterge- kommen, wie dieRäderhergestelltwurden. Von einemgefälltenBaunl eine *Salami«-Scheibeabzusägen-auf diesenahe liegendeIdeekamen die Menschengar nicht, weil es so große Sägennoch nicht gab. Statt- dessen wurde der Stamm in mühsamer Arbeit mit einem Keil längs halbiert und dann in mehrere dicke Bretter gespalten. Auf so ein Brett zeichneteman zweigleichgroßeKreise-an dieserMarkierungentlang wurdenmiteinem Steinmeißelzwei Scheibenausdem Holzgeschnitzt. In der Mitte erhielten sie ein Loch, dann wurden sie auf einer Achse befestigt-fertig. Die erstenKarren mit solchenVoliholuädern waren Schwergewichte, die nur langsam vorankamen. Bis um etwa 2000 V. Chr. jemand die Idee hatte, Löcher in die Radscheibenzu schneiden,um sie leichterzu machen: Diese ersten »Speichenräder«machten ein bisher ungekam- tes Tempo möglich.Jetzt war das Rad »reif«,die Welt zu erobern. * 44 P.M. 612006 IM NÄCHSTEN HEFT WIE DAS FERNSEHENLAUFEN LERNT Sandini scan
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  31. 31. V"... :hende' L die b Yl----J CODE«-- W b < < B l - . ,L unter'der Glas- pyramide im Innen- . hof des Louvre V 0N MICHAEL KNEISSLER Sandini scan
  32. 32. - .., .- 0.. --Y r . . !.>.:/= .. . D e r 1.oui1re und scinc Claspyramidcn :.i, :;W,; 8 .G ,.2'~';, . - ' , " Hier beginnt und endet der Film: im Louvre, der berühmtestenGemäldegalerie der Welt. Die große Pyramide im Innenhof ist der 1983 neu errichtete Haupteingangund besteht angeblichaus 666 Glasplat- ten -in der Zahlenmagie eine teuflische Ziffernfolge, die gut zur aberwitzigenHandlung im Film passt. Aber die Wahrheit ist nicht halb so aufregend: Statt 666 Glasplattensind es 673, undwenn man die Pyramidebetritt, gerät man nicht wie im Film an den Ort, der die Lösung für eines der größten Rätsel der O Menschheitbirgt, sondern in einen großen Raum mit Ticket-Automatenund Kassenhäuschen. -+ I--?-W kr3J~a24 a ,L._: - ? Ci. Derf ü n h k y Stem$nelt einebesondweRdleim»DaVinciCode«.N i inur. dassdersthndeMuseumsdirekbrseinenKatperalsMtagrarnmanangierte- ermaltesichauchmcheinesmitseinemeigen&~lutaufd& Bauch.D~S-Penta- grammisteinesder äitestenundstärkstenSymbolederMerixhheiimitvöllig unterxhiiliiBedeuhina.ImChMtum siehtesfürdiefunfWunden Christi. ImVolkx~laubenschütrtesawl)ihmrm aufdenKopfgestellt(wieinderTarot- kartedes»Teufels«)heißtesDnidenfußundisteinZ e i hSatansWarumdas US-Verteidigungwninisteriumim imiagmalisgerechnetd i iZeidienalsGrund- rissfürseinenHwptritrwähb-darüberließes i iebenfallsschönspekulieren. 52 PM. 6/2006 ISandini scan
  33. 33. und rats V e r Mord irn Louvre F-.Vk.*-* ' Der Film-Tatortim Denon-Fliigelder Grande Galerie. Auf der Flucht riss der X Museumsdirektor ein Caravaggio-Bildvon der Wand und löste damit das Fallgit- ter aus, das ihn von seinem Morder trennte. So fand er Zeit, vor demTod seinen Körper in eine Positionzu bringen,die eine verschlusselte Botschaft birgt. In Wahrheit gibt es keine Fallgitter im Louvre.Undselbst wenn: Die Caravaggio- Gemalde sind zu weit vom Einaanasbereichentfernt, um alsAusloser zu dienen. <& Musiker,Techniker, Naturwissenschaft- W. lm ~DaVinciCodedinehmenseine BildereineSchlimelstellungein. AngWiisindinihnenwbome Inf~miationen~überdenUrspningdes ChristentumscodbtTaisächlichwar LeonanioeinFan Geheimtedmi- ken&r lerriebgerninSpiegdxhrift) undeinWker derk a t h d i e n Kir- b.&&gutvorstellbar.dasserauch inseinen 17Bildernkirchenkntisdie .. . .Informationenvemedct hat-nurwd- , chedassind, weißniemand. Deshalb istessoleicht, darüberSpekulationen - - anzusteilen, wie Dan BM esmacht Die Proportiansstudienadi vimv hardosM h m t eSkizzeder menxhlichenProporbonen(links)basiertauf den Prinzipiendesr ö m ' iAdMtenVitniv. G istdieqraiixhe Umsemnqder Zahl Phi in~ezugauf denmenschlichenKörper.Im ,Da M& Codestauchtdiek Skizze xhon amAnfang auf DieLeichedesDirektOnliegtindieser PoiitionaufdemBoden- ; undstdttdieHeldendesFilmsvor eineunlösbarscheinendeAufgabe:Waswill uns i diesesBild ?Vielleichtgibter gar keineAntwort auf dieseFrage.Derdeutxhe ausS c h k glaubtzumindest, dassinLeonardosBildeinalsunlosbat; M a m Z i geltendesmathematischesRätselverxhlüsseit'kt dieQuadraturdesKreises Sandini scan
  34. 34. Die RoseWe Der ROSENK EinimBodeneingelassenerMessingstreifenführt inder PariserKircheSaint-SulpiceamAltargelan- derentlangbiszueinemObelisken,der ander linkenWandempomgt-undfolgtihmbiszur goldenenKugelanseiner Spiize.DanBrown nenntdenMessing~~fen~Rosenliniea,weiler wie ein KompassexaktvonSüdennachNorden führt Unddas Symboldes Kompassesistdie32- blätirigeRose, dieauchinder»Windrose#vor- kommt.Angeblichistdieser Messinqmeifenein Teildes Nullmeridians,deralsgedachteVerbin- dungsliniezwischenNord-undSüdpolfrüher durch Parislief.Dasstimmtallerdings nichtZwar gabestatsächlicheinen Nullmeridianin Paris, bevormansichweltweitdaraufeinigte, diese Null-LiniedurchdenenglischenOrtGreenwich laufenzu lassen-aber Saint-Sulpiiberührteer AndiesenTagenfälltdas Fensteraufder Südseiteaufdie wandert anihrbiszur 1 Sichtfunktionierterwie ein*' weiser zumGral.Im ~DaVinci . . , CodeawerdenRealitätund Mvthosso miteinanderuemixht .da& sogardie ~au~t~&nen denÜberblickverlieren.Der ursprünglicheNullmeridianin Parisistjedoch leichtzu finden. Er wirdvon 135Bronzeplattenmit derAufschrift »Arago«markiert undfuhrtdirektdurch den Louvre. Der Geheimbundder Rosenkreu- zer wird im »DaVinci Code(( ein Symbol für den Gral ist Hier eine merkwürdigeVersion:Wenn manes genaubetrachtet, ist es keineRosemehr.sondernein Mannmit Bart.Was heißtdas? Die Rose in der Kirche:das Prinzi~L Das RosenfensterinderWestminsterAbbey (London)-wie invielen KirchensollYes auch hierdievereiniaunaChristimitseinerKircheundGottesmitseinemvolk 11 symbolisieren.Dasistdielt%erpretationder Kirche.Aber dieRosestehtauchfür dasgöttlichWeibliche. ImrDaVinciCodeu gilt siedeshalbals Bdeg dafür, dassdie Kirchenichtimmervon Männemdominiertwurde. Sandini scan
  35. 35. I - .UDERSCI ' FT . r scbidende Hinweis?Esenihäk einsogenanntesKiyptex. aus eirienSteiruylinder, der seinenlnhaitzerst0rt. wenner -' r D i e »Priemede Sima, eine ~rfindungdesHerrnPlant& fon Die ~BderschafivomZions-Berg~istnochmysteriöseralsalleanderenGeheimgesellschaftender Welt Siespieltim »DaVinci CodeueineentscheidendeRolle.Siebestehtangeblichausdirekten Nach- fahrenvon Jesus, dernach Meinungder Pneurbmit MariaMagdalenanichtnurverheiratetwar,son- demauch Kindermitihrhatte.Führerder Prieur4waren, wiees heißt, unter anderemder Schriftsteller Victor Hugo, der ForscherlsaacNewtonundder MalerSandroBotticelli(obenvon rechtsnachlinks). Aber dafürgibtessowenig Belegewie für die Existenzder Bruderxhaftüberhaupt.Alle Informationen, diees überdie Prieuregibt stammenvon einem PienePlantard(Bildoben links), der 1956einen »Sionu-Vereinregistrierenließundso genannte~Dossiersseaetsuvorlegte- alleetwiesensich als plumpe Fälxhungen,s@ulatiw Stammbäumeoder pseudo-historischeTraktate.Aufgabe der Bruder- schaftistes angeblich,ein »machtvollesGeheimnisuausderZeitvonJesusChristuszu bewahren,das inder Lagesein soll, die Kirchezu spaltenunddieWeltzuverändern. DiesesGeheimnismagesgeben, In HOCSign0 Vz'nces aber nachAnsicht der Expertenhat PlantardsB r u d e h f inichtsdamitzutun. Sandini scan
  36. 36. Enthalten Leonardos Bilder VERSCHL führtdas Messer? Im »DaVinci Codeuwirddas Abend interpretiertDiePWUMnebenJeuisI Frau-ManaMagdalena.Aberwarum sichvonJewsweg?DieAntwort irn»Da Codea: Damitein »Vu enisteht dasKelch-zekhen,' ein SymboiderWeiblichkeiiunddesGrak. Und wer führtdasMesser?kskönntePetnissein,der B Mann,der MariaMagdalenadieHandaufdie SdiulterIegLVielleichthateresgezogen,weil Jesus geradeverkündethaterwwdenochamselben Tag voneinemseinerJüngerverraten.Oderistes docheineD-e gegen die FrauanJesuSeite7 EineendgültigeAntwortgibtesnicht W, hatte Kaiser Konstantingegen KonstantinderCr& (Regierungszeit306-337) giltals der erstechristiicheKaiserdes R ö m i i nReiches.Im,Da Vinci Sandini scan
  37. 37. Sandini scan
  38. 38. Ein König mit GESPALTENEMC( .4 Waren die 6. Nachfahren von Maria :,fi$ Magdalena mit den -..-G.$... Merowingern verwandt? Im »DaVinci Codeu heißtes,dassMaria Magdalena(links, schwanger)nachJesu TodmitihrerTochkrSarahnachFrank- reichauswanderte.FürdieseThesespricht dassjedes Jahr imfischerortLesSaintes Mariesde la MerineinemFestzugdie dunkeihäutigeSaraKakiverehrtwird (rechts). Inder Legendeheißtes,siesei mit MariaMagdalenanachEuropagekom- rnen.Von dorthabesichdieBlutlinieJesu Gottfried von Bouillon-ein Verwandter von Jesus? Der Herzogvon NieModiringen (1060-11OO), ist laut nDaVinci Code«das Bindegliedzwischenden Merowingemundder Prieurbde Sion. Erstamme vondenMemwingernab undhabealseinerder Anführer deserstenKreuzzugsdieBruderschaftin Jenwlem gegründetumsein Familiengeheimniszu schüüen.DieTempelritterwärender bewaffnete A m der Bruderxhaftgewesen. Esgibt keinerlei historischeBeweisedafür, dassGotthiedmitden Merowingernverwandtwar,geschweigedennmit Jesus. DieTempelritteraber gabes taisächlich. Die Organisationexistiertevon 1119bis 1312. Tempelritter.Zunächstsaheq, sieesals ihreAufgabe, die , Pilgerim HeiligenLandvor AngriffendurchWegelagerer zu schützen.Aberdann fanden sieeinenviel lukrati- veren Geschäftwweig:Sie erfandendasSystemder Banken.Weil esviel zu gefährlichwar,großeGeld- summenüberweiteStrecken zub.ansportieren, nahmen dieTemplerdie Summean, stellteneine Quittungdafür ausundzahltendiegleiche Summe ineineranderen Templerniederlassungwie der aus-natürlichgegen Gebühr. Im 13.Jahhundert warendieTempelritterdie reichsteOrganisationder Welt-undselbst demVati- kanzu machtig. Sandini scan
  39. 39. .... a::I '% ! I Die~ o t s ~auf dem Grab~ i r~saac Newtonsin derWestminsterAbbey I Eineverschlkeite Botschaftfuhrtdie Heidendes nDaYnciCodeu indiegewaltigeLondonerKathedraleWeminster Abbey (oben) undandasGrabMonumentvon Sir lsaacNewton(links), der übn- gensauchein Führerder Prieur4deSiongewesenseindl.Indem Hinweisheißtes,Da popeusei beider Beerdigungdes Fonchersirn Jahre 1727anwesendgewesen. ImnDaVinci Codeuwirddas mit dnnDichterAlexanderPopeinVerbindunggebracht Derwar aller- dingsnichtbeider Beerdigungdabei, sondernerstvierJahre später beider ErrichtungdesMonuments.Außerdem:Auf demGrabmal .$steht der Sak >Hierliegtdas, wasvon lsaacNewtonsterblichistu ---X WenndieFilmheldendortauftauchen, gibtes aber nocheinenwei- teren Hinweisam Grabmal. der sie inein Nebengebäudeführt, wo sieendlicherkennen,wer hinteralldenMordensteckt. Sandini scan
  40. 40. Die EWIGE SUCHE nach dem Heili en Gral WIches ist seine WAHRE B O T S C ~ T ? I Ist hier der Gralverborgen ... DieRosslyn-KapelleimschottischenRoslinsiehtso verwunschenaus, dasssie mitvielenLegendenin Verbindung gebrachtwird: Die Bundesladesoll hierliegen,aber natürlichauch der Gral-weshalb für den »DaVinciCodeu vierTage langinder Kapellegedrehtwurde. Aber obwohldas gesamte Gebäudemit filmscheinwerferngleißendhell erleuchtetwurde, war keineSpurvom Gralzu fin- den. KeinWunder: DanBrownhatden Namen Rosslynfalsch übersem. Erbedeutetnicht~Rosew linieu, sondern »Hügel(Ross)am Bach(Lynn)~. Falschistauch, dass dieSäuleninder Kapelle (links)den Säulenvor dem Salomon-Tempelin Jenwlem gleichen sollen-siehedasTempel- moddl(unten). ...u d e r ist er hierversteckt Inder Schlussszenedes >DaVinciCodeu befindet sichRobertLanqdon,der Helddes Films.wieder im Louvre. ~iesmaistehtervor einer gerademal90 ZentimeterhohenSteinpyramideim Mittelpunkt des Louvre-Einkaufszentrums(links). Überihmfällt LichtdurchdiegewaltigeumgedrehteGlaspyrami- de indie unterirdiiHalle.Langdonspürtplöiz- lich, dass er amZielseinerSucheist Hierbefindet sich derGral, und-wie esim Buchheißt-nfür den BruchteileinerSekundeuhörter ,das Flüstern uralterWeisheiten, das aus denTiefen von Mutter Erdezu ihm drangu. Erverzichtet darauf, diekleine Pyramidezu Öffnen.Hätteer esgetan, hätteer folgendes entdeckteinenWischmopp,einenEimer undAllzwed<reiniger.DasangeblicheVersteckdes GralsistinWahrheiteineBesenkammer. ( INTERNET-ADRESSEN ,Die Zions-EnidwKhaft de.wikpeciiaaFdwikdFmw% . ' . c30/oA80A8dsdsSion ,Weitere InformationenundLinksfindenSie unter Sandini scan
  41. 41. Waagerecht 1Zu Endegegangen4 Früher Nachtpw gramm im Fernsehen10 Himmelblauwie C6te 13 Morgenland 14 Hochgebirgwild 15 Rollergebirge17 Immernursound immer vergnügt 18Aufführungsortdes %DaVinci Code«(s. Bericht)U)ZwischenJ undGam PKW21 Alkoholisches Britzehvasser22 Heidi Klumserstes Kind(Vom.) 24 Gesichtsjalousie 25 Hat manchervorm Kopf27 Irisch-schotti- scher Kelte29 Alter dt. Frauenname,mit Lis- ke im Harem31 Franz.Gewässer32 Europas Hochrand34 Qualitiitsmerkmalbei Musikan- lagen36 Von genannterZeit an 37 Rechtsra- dikale Glatze38 Im...undjetzt40 Schwed. Verwaltungseinheit42 Kurzeautomatische Statterbremse44 KurzerGottesglaube 46 Kurr-Henriette48 EGERN51 MONAAT U Spielholle 53 Getrank im NY-Opernhaus 54 FrüherZeit der Schnäppchenjäger 55 W s Autokennzeichen 56 GefiederterAustralier, aber nicht inder Luft58 Führtmanchmal schneller zum Ziel 61 Unangenehmes64 Ser- vice desVerkehrsfunks 67 Mehralsdie schönsteNebensacheder Welt (s. Bericht) 69 Dientder Anschnallpflicht70 Ehemalige Herrschaftinder Mark Brandenburg71 Folgt demPflug72 Jugendzeremoniezu DDR-Zei- ten, auch heute noch75 (Schallplatten-)Eti- kett 78 Dasdes PKWwirdvon Paragrafenrei- tem bestimmt(5. Bericht)80 Fruchtflüssigkeit 83 Tätigkeitvon Seeräubern86AT-Judas Sohn87Sonnenkbnigs-Anrede88Stehver- kehr89 Bildhauer um 1600mit Straßein München90Varanasifrüher 91 3 Musiker. Senkrecht 1 Fahrzeugpanneder schlimmerenArt 2 Blümchenkaffee3 Eswachse, wenn dieTan- ne grünt4 Fehltder Vision indie Ferne5 Bibl. Riese6 Gleichbleibend(auchbeimathemati- schen Kurven)7 LlGE8 Sang »Lili Marlen« (Vorn.) 9 Bindewort10Sozusagender Adam der alten Germanen11Spalteist senkrecht dieist waagerecht 12Alt-Simbabwe16 Eifel- Wasser zum Rhein 19 Längster Afrikaner 21 Zwischen PIund ROWam KFZ 23 Abkür- zung einer großen Pfianzenschau26 Bereit, andereAnschauungengelten zu lassen 28 Der Heldmit der Ferse30 Diewerden zunehmendvon Paragrafenreiternbestimmt (s. Bericht)31Wirddas Fernsehenerstschon machen(s. Bericht)33 Germanengöttermit- glied35 Fehltder Katharzum Namen 39 FriedfertigerFrauenname41 Nordfriesin gegenüber Langeoog43 ErforschtFloraund Fauna45 Der Humanistschlechthin46 Hat supermodernesPlanetarium(s. Bericht) 47 Fehlt »King«Cde49 Halbton50Schrieb Zweig überSchach 55 Meteorologischer Begriff 57Verbrechen 59 Franz.Maas60 Du undich62 KuneshohesdeutschesGericht 63 Brit. Komponist(t1934)65 KurzerCopy- right-Inhaber 66 Extremitatenenden67TRI- E L68 Flusszur Save73 Gleichgültig74 Engl. Gasthof 76Von Porgygeliebt 77 M.Vonilbe desTrennens78 Bischofskirche79 ImThürin- ger Wald am PKW81 RhoneZufluss82 Kur- zer italehlldnch84Scheckkürzelunserer Währung85 Kurze Himmelsrichtung. demd i iAusrchni stammt stehtauchdas I-I 5 DVD-Recorder zu gewinnen* ei diesem Rätsel geht es nicht nur um ~efinitionenund ihre Auslegung. Einigeder gesuchtenWörter stehen schonfertig da -allerdings als »Buchstabensalat«, der entwirrt werden muss (NERG =GERN, ABST = BASToder STAB). Die Buchstabenin den eingekreisten Feldernergeben das Lösungswort. Unter den Einsenderndes Lösungs- worts verlost P.M. 5 DVD-RecorderPhilips PET710100 im Wert von je 249 Euro. Sie haben drei Möglichkeiten, das Lösungswortan P.M. zu schicken: per Postkarte an RedaktionP.M.,Kennwort: Kreuzworträtsel, Postfach401207,80712 München, per Fax an (089)4152-500 oder an folgende E-Mail-Adresse: r#t#lOpmmrgruin.de EinsendeSchlussist der 10. Juni 2006. Der Rechtswegist ausgeschlossen. - -- - *)Aus rechtlichwiGrClndengilt diesesAngebot nicht inÖsterreich. 612006 P.M. 61 Sandini scan
  42. 42. GRAUE EMINENZEN Mitglieder des Opus Dei (»Werk Gottes«) haben in den vergangenen Jahren im Vatikan immer mehr Macht und Einfluss gewonnen: Kontrolle im Namen Chr'-" *Zum Anhören unter:www.pm-magazin.delaudio -.L- . Sandini scan
  43. 43. J . . " 6riller-~utorDan Brown asstsie sogar Morde begehen. Keine andere Kirchenorganisation ist so umstritten und geheimnisumwittert: Kri- tiker halten »Opus Dei(( für eineArt religiöse Mafia, die denVatikan und unsere Gesellschaft unterwandert.Was will das »Werk Gottes« i tatsächlich? Undwie weit reicht seine Macht? Sandini scan
  44. 44. D er Mann ist zum Fürchten. Ein Finsterlingtroa seiner weißen Haut, weißen Haare und farblo- senAugen. Vor nichtsschreckterzurück,solan- geesdemWerk dient.Lüge, Gewalt,Mord?Sei- ne Seele ist in Frieden. Nach einer bösen Tat geißelt er sich den Rücken blutig, um sein spiri- tuelles Konto wieder auszugleichen. Ganz besonders in diesen schmerzlichenEkstasena l tersichangekommen.IrnSchoßder Gemeinschaft.Irn Kern des Christentums. Bei OpusDei. Der fanatischeSilas,Hauptfigur in Dan BrownsThriller »Da Vinci Code*,ist eineFiktion. Die Organisation,für dieer arbei- tet, istesnicht. OpusDei existiertwirklich,wurde 1928gegrün- det, von »E1Padre«.Hinter dem Titel, der unbeabsichtigt, aber ungut an einen Mafia-Paten erinnert, steckt der spanischePries- ter Josemaria Escriva de Balaguer (1902- 1975).Ein Mann, dem Katholiken nun Kirchenemchten dürfen, seit PapstJohan- nes Paul TI. ihn im Eilverfahren 2002 im Beisein von 200o w Gläubigen heilig gesprochenhat. Es ist kein Zufall, dass der erfahreneBestseller-Schreiber Dan Brown ausgerechnet Opus Dei zur Dunkelmachtin seinem Plot gemacht hat. Schon in den 1g7oerJahren gerietdie konservati- ve Organisation ins Visier einer kritischen Offentlichkeit in Deutschland, darunter auch Kirchenleute. Seitdemist dem heh- ren Klub mit dem werbewirksamen Namen »WerkGottes«ein hässlicherBeigeschmack geblieben, derBerührungsangstmacht. Doch nicht nuc Das Wort Opus Dei löst bei vielen Menschen auchjenen ambivalentenGefühismixausFaszinationundFurcht, Abscheu und diffuser Sehnsuchtaus, der Fantasien anheiztund ausBüchernBestsellermachenkann.Fragtsichnur:Wasistüber- haupt dran an den Munkeleien über diese Geheimorganisation? Verfolgt Opus Dei tatsächlichgefährlicheZiele?Sind ihre Köp- fe die heimlichen »Mullahsim Vatikan«,wie schon spömsch behauptet wird? DER GR~NDUNGSVATER: SELBSTGUSSELUWGALS BUSS~BUNG Zuerst zu EI Padre, dem Gründungsvater: Er kommt nord- östlichvon MadridzurWeltund fühltsichsehrbaldzumHöchs- ten berufen -durch ein göttlichesZeichen. Die Fui3spur eines unbeschuhtenKarmelitersimSchneewecktinihmdenWunsch, Priester zu werden. Schon früh, heißt es, fällt er durch seine ausgeprägteNeigungzu ~Bui3übungen~auf. Gemeintistdamit vor allem die Selbstgeißelung, eine mittelalterlich anmuten- de Praktik der fleischlichen Abtötung - zur Kontrolle des Geschlechtstriebs. Mit seinem 1928gegründeten .Werk Gottes« wiii der Kir- chenmann mit dem messerscharfen Scheitel eine Organisation schaffen, die katholische Laien bei ihrer »NachfolgeChristi* unterstützt. BesonderheitseinerIdee: Nicht Rückzug in Möster- liche Versenkung ist das Ideal, sondern rührige Aktivität in der Welt, geheiligtdurch ständigeHingabean Gott. Von Anfang an ist klar: Hier geht es nicht um eine Erneuerung durch Moderni- sierung und Anpassung an eine sich verändernde Welt, hier ist kompromissloseUnterwerfungunter kirchliche Glaubenssätze und Traditionen angesagt -die Durchsetzung eines erzkonser- vativen, autoritärenKirchenbilds. 64 P.M. 612006 ' Pt3SOWUUKUU Püg@rgedenken 1des Opw-Dei-Gründungsvaters i' bemaria Escrivtlde Balaguer. BEI P h a fordertevon &men Jüngern ': htnipmnWweilhgaba und harte g Euß-n Ern-- I Mur dieBestensindfUr das dibrk Gotteou gut genug: Studenten, T der Pgpstl~henUni- versWt des Heiligen ii Kreuzes-unter der Leitungvon Mitgliedern des Opus Dei 'F',+- $<X ... Sandini scan
  45. 45. :Zwei Jahre nach der Gründung in Madrid erweitert Escrivii denzuerststrengmännlichenBundmiteinerAbteilungfür Frau- en. Später kommt die Priestergesellschafc vom Heiligen Kreuz dazu, weshalb dieOrganisationheutemit vollem Titel »Prälatur vom Heiligen Kreuz und vom Werk Gottes«heil3t. Die für Lai- en unschuldig klingende Personal-Prälatur spielt übrigens eine zentraleRolleirnMachtgefugevonOpusDei.Davonspätermehr. Wer sich auf die Suchenach den Strukturen des WerksEscri- V&macht, stößt auf eine erstaunlicheParallelwelt, die sich wie Die Oraanisation arbeitet lautltk und verschwiegen. Eine erstaunliche Parallelwelt ein weitmaschiges, aber nicht mehr zu durchschauendesNetz in derWeltauszubreitenscheint.Die Organisation arbeitet lautlos, ist verschwiegen und in den vergangenen zwanzigJahren über- raschend mächtiggeworden. DochzunächsteinpaarnüchterneFakten:WeltweitzähltOpus Deizwarnuretwa86ooofesteMitglieder;dochdieZahlderSyrn- pathisanten dürfte in die Miiiionen gehen Filialen der spirituel- len Firma gibt es in 62 (oder mehr) Emdern, Mitglieder aber lebenin90 Ländern. Darüber hinausleitenOpus-Dei-Mitglieder neun Universitäten und Hochschulen. Die bekannteste ist die UniversitätvonNavarrairnnordspanischenParnplona.Ihrange- schlossen: die IESE, einehochkarätigeBusinessSchool, aufgezo- gen nach dem Vorbild der Harvard-Universität. Darüber hinaus unterhalten Opus-Dei-Organisationenzahllose Bildungsstätten, Seminarhäuser, Studentenwohnheime,Jugendzentren. ZudenMitgliedernzählenetwa I ooosogenannte»Numera- rier/innen«(>)dieGezählten«),die keusch und entsagungsvollin I I Gemeinschaftenleben, darunter zooo Priestet Die Numerarier bilden mit ihren diversen Neben- und Untergruppen den Adel derstraffgegliedertenOrganisationZölibatärlebenauchdieetwa 2ooo .Assoziierten~,die meist keine akademische Ausbildung haben. Die »Supernurneraner«(.die Hinzugezählten«)sind das Fdvolk; siedürfenheiratenund lebenmit ihrerFamilie. Nur die PriestertragenSoutanen,d eanderenMitgliederkleidensichganz normal. Menschenwie du und ich? Falsch. OpusDei beteuert zwar;jedem gläubigen Katholiken offen zu stehen, die statistischmeist vertretene Berufsgmppein ihrenReihenseiendieHausfrauen.Doch inWirklichkeitwerden gezielt akademische und wirtschaftliche Eliten angesprochen. Auch diese aristokratischeAura macht einen Teil der Faszinati- on von Opus Dei aus und ist ganz im Sinnedes Erfinders. Escri- vii rietseinenerstenAnhängernausdnicklich,sichbei der Rekru- tierung neuer Mitglieder ganz auf >,Erbadel,Geist, Geld und Positionen«zu konzentrieren. e DieNachfolgerhabensichdenElitegedankenEscrivis sehrzu Herzen genommen. Nur die Besten sindgut genug.Jedes Opus- .!Dei-Mitglied ist ausdrückiich zur Anwerbung neuer Anhanger U verpflichtet.Doch auf die Strde, wie etwa die ZeugenJehovas, Sandini scan
  46. 46. Sandini scan
  47. 47. geht Opus Dei nicht. Die Kandidaten werden im eigenen sozi* len Umfeld gesucht -so bleibt man unter sich. Für frischesBlut sorgenjüngere Mitgliedec Siesprechengezielt besonders begab te Mitschüler (offiziellaber keine Kinder unter 16 Jahren) und Kommilitonen an. Einmal im Jahr, arn 18.März, wird die so genannte ?>Josephsliste«erstellt, mit den Namen jener Kandida- ten, die bis zum März des Folgejahresgewonnenwerden solien. Über Seminare, Gruppen, Exerzitien, Gespräche oder Freizeit- angebote (inJugendclubs)führtOpus Dei dieNeulinge dann in Meinen Schrittenan das große Werk heran. DIE METHODE: MACHT DURCH KONTROLLE Warum nur die Besten?Weil der »Einstiegvon oben. in die Gesellschaftmehr Reichtum,Machtund Einflussverspricht?Die Organisationhat gelernt, solche und andereVorwürfemit sanf- tem Erstaunen und präziser Argumentation abzuwiegeln. Ener- gisch wird der Verdacht der Geheimhaltungzurückgewiesen. Lieber redet Opus Dei von Diskretion-ein so viel angenehme- resWortineinerIärmigenWelt.Auspurer Diskretion(undnatür- lich Datenschutzgründen)würden -so eine offizielle Stellung- nahme -die Namen der Opus-Dei-Anhänger nicht preisgege- ben; und aus »kollektiverBescheidenheit«hielten dieMitglieder ihrerseitsihre Zugehörigkeitgeheim. Ansonsten könne sich aber jeder umfassend über dieAktivitäten des Werks informieren. Stimmt: Es gibt Websites mit seitenlangenSelbstdarstellun- gen der Organisation und Porträts von Opus-Dei-Vorzeigefa- rnilien. Aber esstimmtauch,dassjunge Menschen, diezur .Fir- ma. stoßen, dazu ermuntert werden, mit ihren Eltern erst ein- C . . . mal nicht darüber zu sprechen;Seminarewerden in eigenen Bil- dungsstättenundinPrivatwohnungenabgehalten.Undesstimmt auch, dass wesentliche Schriften über die Strategienvon Opus Dei strengstensunter Verschluss gehalten werden. Was hat dieOrganisationzu verbergen?Nichts, beteuern ihr Sprachrohre sanft empört. Schließlich sei das Werk Escrivis, »DerWeg., mitden »999AppellendesVaters. furjeden zugäng- lich.Das600-Seiten-Werk isttatsächlich beiAmazonfür 14 Euro zu bestellen. Hier drei Leseproben. Appell 592: "Vergiss nicht, was Du bist ...ein Kehrichteirner...Weißt Du nicht, dass Du ein Eimer fürAbfälle bist?. Appell 941:"Gehorchen ...sicherer Weg. Den Vorgesetztenmit rückhaltlosemVertrauen gehorchen ...Weg der Heiligkeit.« (Imspanischen Original »Camino«frei- % lich heißt es ablind gehorchen., aber das mag man deutschen Lesern heute nicht mehr zumuten.) Appell 208: »Gesegnetsei der Schmerz. Geliebt sei der Schmerz. Verherrlicht sei der lung stehentatsächlich auf dem Stundenplan. Für die zöibatären Schmerz.« Mitglieder gelten beide Übungen als so wichtig für den Weg zu Der Schmerz.Ein zentralesAnliegen bei Opus Dei. Detailliert Gott wie die .heroische Minute* -das unverzüghche Aufsprin- schildertAutorDanBrownin .Da ViciCode*wiesichderOpus- gen aus dem Bett, wenn der Wecker klingelt, das Schlafen auf Dei-Mann Silas den Bußgürtel um den Oberschenkel schnallt, Holzpritschen, die finanzielle Genügsamkeit. (Vater Escrivi: nein ledernes Band mit aufgenieteten Stacheln aus Metall, die .Wenn Du begriffen hast, dass der Leib Dein Feind ist, warum sichzur ständigenErinnerungandie Leiden Christischmerzhaft fasstDu ihn dann so weich an?.) Stellungnahmeder Organisati- ins Fleisch bohren ...mit schmerzverzerrtem Gesichtzog er den on zur Frage der körperfeindlichen mBuRübungen«:Die Selbst- Bußgürtel noch ein Loch enger, atmete tief aus und genoss den geißelung sei nicht annähernd so schlimm wie die Torturen, die , läuterndenSchmerz.« sichMenschen heute mit ihrem Diätwahn zufügen oder auf den : Eine Erfindung des Autors? Nein. Das tägliche Tragen des Folterbänken der Fimess-Studios. ,. BuRgÜrtels fur zwei Stunden sowie die samstäglicheSelbstgeik- Einer der Hauptvonvürfe, die immer wieder von Kritikern bist?«(Opus-Gründer Escriva) Sandini scan
  48. 48. L.' kommen: OpusDeiarbeitemitsektenartigen,totalitären Metho- den.ZumBeispielmitDauerkontrolle(imOpus-Dei-Jargon:geist- liche Begleitung),Film- und Bücherverboten (imJargon »Lek- türeberatunga) bis hin zu Briefzensur und fmanzieller Bevor- mundung. Den Vorwurf einer »Gehirnwäsche«von Mitgliedern lässtderamerikanischeAutorJohnAlleninseinemsoebenerschie- nenen Buch >>OpusDei -Mythos und Realität((allerdingsnicht gelten: >>Diemeisten Mitglieder;diedieStrukturalszu einengend empfinden,treten einfach wieder aus.« Suche nach Halt und K o n q Suche nach einem spirituellen Kontext,SuchenachGrenzerfahrungundHeldentum,Suchenach Zugehörigkeit -es gibt sicher viele Gninde, warum Menschen zu Opus Dei gehen. Wir haben sie zu respektieren, denn Tole- ranz auch gegenüber schwer nachvollziehbarenGewissensent- scheidungen gehört zu den Grundpfeilerneiner demokratischen Gesellschaft. Doch sensibel reagieren wir zu Recht, wenn Men- schen von Autoritätspersonen indoktriniert und umgepolt wer- den, sich zu stummen, ergebenen Werkzeugen machen lassen und keinen Weg mehr hinausfinden. Dass so etwas auch bei Opus Dei vorkommen kann, hört man von manchen Ex-Mit- gliedern, darunter auch von solchen, die in der Hierarchieganz oben gestanden haben. Etwa die Spanierin Maria Carmen del Tapia,dieeinigeJahre in unmittelbarerNähe Escrivisgearbeitet hatte. Ihr Wunsch auszutretenwurde intern als schwere spiritu- elleKrisegedeutet;deshalbhieltmandieFrau- nach derenAnga- ben-irn römischenHauptquartierachtMonatelangunterHaus- arrest. Ein Fall von »SantaCoacci6n(<- »heiligemZwang«? schen opus-~ei-~niiersität,zeigt bisher keine ~mbitionenisich dem Aufstieg von Opus Dei entgegenzustellen.Im Gegenteil. DASZIEL: DER GOTTESSTAAT? Vermutlich. >>Sollenwir nicht«,so Opus-Dei-GründerEscri- vi, »denheiliger Zwang anwenden, um das Leben vieler zu ret- ten, die idiotkcherweis; unbedingt den Selbstmord ihrer Seele verüben wollen?«-Es gehe nur um die spirituelleFürsorge für die Menschen, die sich dem Werk anvertrauen -so bescheiden formuliert Opus Dei offiziell seine Absichten. Doch weder dem Gründer Josemaria Escrivii noch dem heutigen Opus-Dei-Chef BischofJavier Echevarria istoffenbaralleindieRettungvon Ein- zelseelenwichtig. h e rgingund gehtesum viel mehc Um was? In seinem .Da Vinci Code« beschreibt Dan Brown, wie sich die Geheimgesellschaft anschickt, die Macht im Vatikan zu erobern. Tatsächlich ist dieser Prozess längst in Gang gekom- men. Der Aufstiegin Schlüsselpositionenim Zentrumderkatho- lischen Christenheit begann unter Johannes Paul 11. (1920 - 2005). Der polnische Papst tat Opus Dei gleich zwei maximale i Gefallen.Erstens: ErerhobdieOrganisationzur >>Personal-Präla- tur.. Kenner der kirchlichen Machtszenewissen, welch einzig- artiges Privileg dahintersteckt: Opus Dei kann weltweit an den lokalenkirchlichenAutoritäten,alsoandenDiözesen,vorbeiagie- ren. ZweitesBonbon:DurchdieHeiligsprechungvonVaterEscri- vi disziplinierte der Papst viele kircheninterne Opus-Dei-Kriti- Escrivi alsVorbild preist). Ein Heiliger ist heilig. Basta. Iker (wie den deutschen Kardinal Karl Lehmann, der nunmehr r r lAuch der neue Papst Benedikt XVI., Ehrendoktor der spani- n*llen wir nichtu, Ios~rnariaEscriv4, I.m@ise unbedingt den Selbstmordihrer .%he vertiben woHen?u f Sandini scan
  49. 49. IDen vatikanischen Pressesprecher Joaquin Navarro Valls, ein hohes Opus-Dei-Mitglied, hat er im Amt belassen und Georg Ganswein, Ex-Dozent der römischen Opus-Dei-Universität, zu seinem Sekretär berufen. Und vier Monate nach seiner Wahl erschien er an der Außenseite des Petersdoms, wo seit kurzem eine fünfMeter hohe Marmorskulptur von Vater Escrivi steht. Eine initiative des Vorganger-Papstes, doch Papst Benedikt ließ es sich nicht nehmen, das Denkmal persönlich einzuweihen. DassdieMachtzentraledesVatikansmoglichenveisemehrund mehr von dem ominösen GeheimklubOpus Dei durchdrungen wird, ist fiir viele Katholiken schmerzlich und schwer zu Das Vermöge17von Opus Dei I soll 2,8 Milliarden Dollar I betracien - vorsichtia cieschätzt schlucken.Den großen Rest derWelt aberinteressiert eserst mal nicht. Der Vatikan war ja noch nie ein leuchtendes Beispiel für eine liberale Gesinnung. Ein bisschen mehr oder weniger kon- servativ, ein bisschen mehr oder weniger Opus Dei in den Kulis- sen des Petersdoms - spielt das denn überhaupt eine Rolle? Hellhörigwerden selbstkirchenferneGemüter,wenn sichtbar wird, dass Opus Dei keineswegs nur den Vatikan irn Visier hat, sondern nach globalem Einfluss strebt. Erklärtes Ziel des Opus Dei: »Wirhaben den großen Ehrgeiz, die Institutionen der Völ- ker,der Wissenschaft,der Kultur, der Politik, der Kunst zu heili- gen und zuchristianisieren.«Stehthinter dieserVision nicht leat- lich die Idee von einem Gottesstaat?Das würde bedeuten, dass alle Bereiche des Lebens (Wissenschaft, Kuitui; Politik usw.)den Geboten und Verbotender Kirchenfürstenunterworfen wären- eineRückkehrzueinemmittelalterlichenDenken,beidemangeb- lich göttlichesRecht über dieRechte der Menschen gestelltwird. DaswäreeineklareAbsageandieTrennungvonKircheund Staat, an die moderne Demokratie, an die offene Gesellschaft. Wenn dies das Ziel ist, dann kann es nur mit modernen Mit- teln erreicht werden. Und die Opus-Dei-Mitglieder und Sympa- $ thisantenwissen sehrwohl, dassin der globalisiertenWelt nichts geht ohne wirtschahlichesNetworking -und eine bestausgebil- 3 dete Elite. Wie weit sich ihr Geflechtaus Bankenbeteiligungen, Stiftungen, Tarnorganisationen verzweigt, lässt sich nicht mehr durchschauen.Aber Fakt ist: Über 27 oooAbsolventender IESE (derOpus Dei Business School)sind schon in 92 Ländern aknv, meldetdieWebsitederhochkarätigenKaderschmiede.Man muss nicht lange rätseln, wo sie aktiv sind. In den Führungsetagen. GER~CHTE: DUBIOSETRANSAKTIONEN UND SCHEINGMIINNE Al Ai- 1 Offiziell bestreitet die Organisation jede ökonomische Akti- vität. Ihr derzeitiges Vermögen wird auf z,8 Milliarden Dollar geschätzt - laut dem Opus-Dei-freundlichen Autor John Allen entsprichtdasabernicht mehr alsjenem einer mittelgro&ename- rikanischenDiözese.DennochistderName OpusDei imZusam- "-Li' 612006 P.M. 69 Sandini scan
  50. 50. ,r. bank IOR ins Zwielicht. Sie war mit Abstand der größte Min- derheitsaktionär des zusammengebrochenen Geldkomrns. Die italienischeBankenkontrollemachte den Vatikan mit haftbar;er erklärtesichzurraschenZahlungvon 250 MillionenDollarbereit. Dabei sollen ihm, so Calvis Familie, Opus-Dei-Banker aus der Klemme geholfen haben -was die gegenseitige Sympathie ver- mutlich nur noch mehr gestärkt hätte. Wie immer wäscht die Organisation auch in solchen Fällen ~hreHände in Unschuld. übernimmt keinerlei Verantwortung I fureventuelleunmoralischeGeldgeschäfteihrerMitgiiedei:Juris- tisch ist ihr bisher auch noch nie eineVerwicklungnachgewiesen worden.Dazu Ex-Opus-MitgliedWidmar Puhl, derin derInfor- mationsabteilung des deutschen Opus Dei gearbeitet hat: *Die Organisationistreich und verstecktdiesenReichtum hinterjuris- tischen Tricks. Und da beginnt ein regelrechtesVerwirrspiel mit Tamorganisationen.* UNAUFFÄLLIGDas deutsche Hauptquartiervon Opus Dei in Köln: ganz bieder. Der Film »The Da Vinci Code« bringt dem »Werk Gottes« unverhoffte Publicity müssen wir wachsam sein DIE ZUKUNFT: DISKRETUND EFFIZIENT Die Angst vor einerwirtschaftlichen Verschwörung,vor einer schleichendenÜbernahmeder Chefetagenund damit der Macht durch eine Geheimgeselischaft ist kein neues Thema. Sie taucht immerwieder in der Geschichteund an vielen unterschiedlichen Ecken auf, so auch im Zusammenhang mit den Freimaurern oder den mysteriösenWeisen von Zion (diees nie gab!). Ver- schwörungst~orien,auch das lehrt die Geschichte, sind mit äußerster Vorsicht zu genießen. Gleichwohl müssen wir wach- sam sein, wenn sich Organisationen in unserer offenen, demo- kratischen Gesellschaft nach außen abschotten und ihre Absich- ten verbergen.Auch die Gefährdungvon Menschen durch seeli- sche Infektion ist eine berechtigte Sorge. Doch in erster Linie kommtesauchimFalldiesererzkatholischenGeheimgeselischaft aufeinennüchternenUmgangan.Denn:EineInstitutionzudämo- nisieren verhilftdieser indirekt nur zu noch mehr Macht. So hat auch Bestsellerautor Dan Browns schaurige Fiktion von den Machenschaftender Organisation schon Wirkung ge- zeigt. Freudig registriert Opus-Dei-PressesprecherMarc Carog- gio: Der Wirbel um den *DaVinci Code. habe in den USAdazu adb'blhahenwan- geführt, dassinnerhalbvon wenigen Wochen eine Million Men- schendieHomepageder Organisation anklickten.Der gleichna- mige Film mit Tom Hanks und Audrey Tautou wird den globa- 2 len Hype vermutlich noch mehr anheizen. Eine indirekte Wer- menhangmit demeinenoderanderenWirtschaftsskandalbereits ungut aufgefallen. Zum Beispiel im Fall von Jose Maria Ruiz Mateos. 1980besaß der Opus-Dei-Mann ein weltweit agieren- des Firmenkonglonlerataus rund 600 Unternehmen mit 60ooo Beschäftigten.Wegen dubioserTransaktionen und Scheingewin- ne wurde er schließlichverhaftet; an seinenGeschäften, so sagte er aus, habe Opus Dei kräftig mitverdient. Verbindungen hatte Mateos auch mit dem Bankenimperium desItalienersRobertoCalvi, derwegen seinerGeschäftemit dem Vatikan der *BankierGottes. genanntwurde, 1982spektakulär Pleite ging und erhängt unter einer Brücke in London gefunden wurde. Mit Calvis Banco Arnbrosianogeriet auch die Vatikan- bung für~esus,sagtMarc Carroggio-und meint damit: Kir das Werk Gottes. Als einzige offizielle Reaktion der Organisation auf die imagebesudelung durch Dan Brown stellt er großmütig einFnedensangebotinAussicht.EinFriedensangebot? Dasbedeu- tet wohl: Die Opus-Dei-Fuhningsetzt darauf, dass sich der auf- gewirbelteStaubfruher oder später legt-und »GottesWerk* in bewährter Diskretioneffizientweitergefuhrtwerden kann. Auf demWegzueinertolerantenundfreiheitlichenGesellschaft wird die Menschheit immer wieder Gegenströmungenerleben. Opus Dei ist eine davon. * IINTERNET-ADRESSEN bVide ünkszu Opus Dei:de.wikipedia.org/wiki/Op~s~Dei .Weitere lnfrymationenund Linksfinden Se unter www.pm-magazin.de 70 P.M. 612006 Sandini scan
  51. 51. SOLARTECHNIK I SONNENERGIE kann viel- fältig verwertet werden, nicht nur zur Stromerzeu- gung, sondern auch zur Wärmespeicherung.Was wie ein futuristisches Kraftwerk aussieht, sind nur ein paar Solarmodule für die Beleuchtung von Verkehrsschildern Sandini scan
  52. 52. Solarenergiewird immer billiger und effizienter. Bald soll sie unseren Alltag erobern-vom solargetriebenen Handy bis zur Energie- Versorgung von Wolkenkratzern. Sonnenenergie ist nicht nur gut für das Klima, sondern auch für unsere Brieftaschen W PETER RIPQTA aen 31 ~rntoiii jab es3 irhnr AI arHandygehört)leuto~wn Wunder,darrsichbelondersdasMi. A~voreinefgkbabenEw#munq Alltag. Es erscheint uns litärdsfüri-h die Menschen dazu, neue längst selbrtverstandrkh, Wargetriebene Handys sind nur hwlrgkfomienzusuchen. Unddabie- dasswirdamit)edeneitund eine von vic2ten revohthären An- tetsidi dasL. .. kheundlrosr all tdefonkm k h wendmgenderSdartechnik,alsoder t e n h Sonnenlicht 4 s natürliche LJrrdrhigmdbruc Methode,SonnenüditdirektinS(iam Qdean.DkehgestraMteSmnrr rind oder Wä enwpie übertrifft den Eneqievor- kwchderqeramtenhEknrchheitum den Faktor 10OOO1 bn-zum konvmtheilen - Energkystem m den technisierten i.ädem Wctet Solarrnergie don Vor- teile h rckmtden, spridr: privaten Stadt: heillosim Biwufrstrsss, -urig.Und drrin unter- ne Möglichkeit, dar e n t s & e i i e s d m d a s k r k h ~ i v o n E r d ö l , Telefonatzuführen.MitanderenWor- Cas,Kohk und Atomkraft aber auch von Wind und Wasserenwgk. ledrn wirdgeschmisen. eigenes Swrncnkraft- Das sol niewieder passieren.M- von h zimrntm oder aufs aingv«rprkhtdi@mrikanixhe vkk heute ab eine Firma Konarlra: Hwrdys. die immer genugEriergkhiibsn-dankSonnen- kraftl üie von Konah entwickelten und der teehnkche Fortschritt haben einen i dasssieaufHandyr,aufLapops,ak Boomausgelön auch auf Rucksäcke und Zeltplamn DaJBewusBeinderBesdvänlrtheit f~&@!@, dass der Staat aufgebracht mrdai können. Kein uaner natililldm RohsMe+unddie erzeugte idam StmnXil kT..mA n k e n unter:mmnr-ddrdk Sandini scan

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