Arcani Artificiosa Aperta Arca
Das ist:
Der allergrößten und künstlichsten
Geheymnuß der Natur
Eröffneter und offenstehend...
Eröffneter Kasten der Geheimnisse
2
Eröffneter Kasten der Geheimnisse
3
Das Gedeyen von dem,
der da ist der Anfang und das Ende.
Der heylige Apostel Jacob sag...
Eröffneter Kasten der Geheimnisse
4
Diese testimonia aber oder Zeugnuß hab ich darumb hieher gesetzt, daß ihme keiner in
S...
Eröffneter Kasten der Geheimnisse
5
Dann die Kunst kan die rechte Stück in dem gründlichen Anfang nicht schöpften oder
mac...
Eröffneter Kasten der Geheimnisse
6
deß übrigen sulphurischen Stancks und dann eine Aufflösung deß Körpers daß es zum
Säle...
Eröffneter Kasten der Geheimnisse
7
die Materiam Elyxiris oder der höchsten Artzney, welche die unvollkommene Metallen
ver...
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Arcani Artificiosa Aperta Arca

272 Aufrufe

Veröffentlicht am

Arcani Artificiosa Aperta Arca

0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
272
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
3
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
1
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Arcani Artificiosa Aperta Arca

  1. 1. Arcani Artificiosa Aperta Arca Das ist: Der allergrößten und künstlichsten Geheymnuß der Natur Eröffneter und offenstehender Kasten. Anonymo, Frankfurt 1589
  2. 2. Eröffneter Kasten der Geheimnisse 2
  3. 3. Eröffneter Kasten der Geheimnisse 3 Das Gedeyen von dem, der da ist der Anfang und das Ende. Der heylige Apostel Jacob sagt Kap. l: Alle gute Gaben und alle vollkommene Gaben kommen von oben herab vom Vatter des Liechts, bey welchem ist kein Veränderung noch Wechsel des Liechts und Finsternuß. Paulus spricht l. Korint. 3: Ich hab gepflantzet, Apollo hat begossen, Gott aber gibt das Gedeyen. Alanus Phil. [der Philosoph]: Sohn setz dein Hertz mehr zu Gott dann zur Kunst, dann sie ist ein Gab von Gott, und wem er wil dem theilt er sie mit, darumb habe ruhe und Frewde in Gott, so hastu die Kunst. Alphidius: Sohn du solt wissen daß du zu dieser Kunst nicht kommen kanst, du habest dann dein Hertz von Gemüht gegen Gott gereiniget, und dich mit ihm hertzlich versöhnet, wann als dann Gott sihet, daß du eines auffrichtigen und wohlmeynenden Gemühts bist, so wirdt er dich auß Gnaden über diese Kunst herrschen lassen. Dionysius Zachaire, fol. 69: dir wil geziemen daß du erstlich mit Gedult und Beständigkeit unverdrossen die Philosophos lesest ehe du die Handt zur Arbeit außbreitest, Gott allzeit umb seine Gnade und verstand! bittest, dann es kompt keiner durch das Glück oder ohn Gefahr zu dieser Kunst, viel eher durch Gebett, dann durch andere Mittel, doch müssen Mittel gebraucht werden. Rex magnus & Philosophus Hermes in libro de unitate entis [Der große König & Philosoph Hermes im Buch über die Einzigkeit oder Einheit des Seienden]: Richte dich gantz und gar zu dem das über dir ist, erhebe die Flügel deines Verstandts zu dem Schein der obern Substantz, so wirstu mit deinen Augen in und außwendig anschawen deren unzählbar und hohen Schönheiten und ein ander Liecht, welches alle Liechter übertrifft, wirst dich verwundern und alle Werck der Welt nicht achten auch bey dir in deinem Hertzen vor der rechten zeit den Todt wünschen und erwehlen, deinen Leib casteyen und tödten; über das aber wirstu deine Seel selbst verläugnen und hassen, den König aller Könige und Gott der Glori, mit herzlichen schönen Lobgesängen preisen und das Wort des Vatters, welches uns so sehr geliebt und deß Vatters Hertz ist, sollen wir von gantzem Hertzen und Seele anbeten und lieben, uns über so grossen Schatz verwundern, ihn glorificiren, daß wir endtlich der gemeinschafft Gottes gewürdigt, durch ihn mit Gnaden erfüllt werden, welchem sey Lob und Ehr in Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen.
  4. 4. Eröffneter Kasten der Geheimnisse 4 Diese testimonia aber oder Zeugnuß hab ich darumb hieher gesetzt, daß ihme keiner in Sinn neme als wolte ers durch sich allein (es geschehe auff was Mittel es wolle) zu wegen bringen. Nein: für allen Dingen wil Gott darumb gebeten seyn, sintemal es das höchste Dinge ist, so Gott nechst deß Menschen Seel geschaffen hat, und dieses ist ein Spiegel aller obern und understen Dingen darum Gottes Wesen wie in einem Spiegel gnugsam zu ersehen. Es ist Mercurius vitae [des Lebens], ohn welchen kein Mensch Thier noch Kraut leben mag; hiervon lese Olangos: Bucc fol. 175 princ. fol 468 in fine fol. 247 in fine: Derwegen mein lieber Freundt und Bruder in Christo Jesu wer ihr seyt. Deme ich diß Geheimnuß auß Christlicher Liebe vertrawe, haltet Gott für Augen, betet. Leset die Philosophos und nicht der Sophisten Scripta, arbeitet mit Gedult, ir werdet Wunder schawen, bekompt ihrs, mißbrauchts nicht, oder Gottes Straaff wird euch auff dem fuß folgen; seyt ja verschwiegen. Darumb befehl ichs euch auff ewere Wolfahrt und solt dessen im Jüngstentag rechenschafft geben. Amen. Es schreibet der großmächtige und hochweise König Geber cap. l. Part. I. Summae perfectionis: welcher die anfängliche fundamenti und Ursache deß Metallischen Wachsthumbs nicht verstehet, der ist schon von unser Kunst weit abgesondert, dann er hat keine grundfeste Wurtzel darauffer seines Vornemens Gewissenheit fundire und setze. Solches bekräfftigt auch der fürtreffliche Phüosophus Arnoldus de villa nova in nachfolgenden Worten: Wer die erzehlet und denn auch die von der Natur zusammen gesetzte Wurtzel der mineralium nicht verstehet oder weiß, der verstehet auch den anfänglichen und natürlichen Anfang diß Wachsthumbs desselbigen nicht: folget darauß daß er auch viel weniger die Kunst wisse. Wie denn der fürtreffliche Magus und Phüosophus Aristoteles chymista auch also spricht, daß er nothwendig derselben Sachen endschafft nit erlangen werde. Dieser hochweisen Leut gründliche vermahnsprüche die von uns recht und wol zu unserm intent und Fürnemen gereichen. Denn er daselbst von der Materien deß gebenedeyeten Steins redet wie solches der Rosarium maior, fol. 219, erkläret, daß nemlich aller irrthumm daher sich entspinne, weil der rechte grund und Ursprung der wahrafftige Materien lapidis [des Steins] für inen verborgen und versiegelt ist und folget hierauß (sagt er weiter) daß der so den rechten Anfang nicht weiß, sein begertes End nimmer erlangen wird. Dann der nicht weiß was er sucht der weiß auch nit was er finden wirdt; müssen derowegen alle die so ohn wahren grund suchen, zweiffein und zappeln biß ihnen Gott der allmächtige andere Mittel zeygen wirdt, welches dann selten geschieht. Weil aber nun alle Philosophi einen jedem, der sich dieser hohen Göttlichen kunst und Geheimnuß zu praepariren unterstehen wil, trewlich warnen und vermahnen, daß er ja erstlich wolle acht haben auff die seriem causam oder Lauft der Natur, wie die Natur und worauß dieselbe die Metallische Wurtzel gebere und fortsetze, welchen der Künstler folgen muß wie ein Äff:
  5. 5. Eröffneter Kasten der Geheimnisse 5 Dann die Kunst kan die rechte Stück in dem gründlichen Anfang nicht schöpften oder machen. Nein: es ist schon gemacht von der Natur; er bedarff es auch nicht zu machen (wie wir solches hernacher setzen werden) er ist kein Meister sondern ein Diener der Natur, dann er.muß der Natur dienen und zu hülff kommen: Dann die Natur kan so geschwind! das unreine von reinem nicht scheiden in der Erden, wie der Künstler herausser [außerhalb], dann der außwendige stinckende sulphur muß von dem rechten Kern gescheiden werden wie denn folgen wird. Derowegen wil jetzo hochnöhtig seyn, daß wir den trewen Wahrnungen der Philosophen folgen, wie nemlich die Natur die Metalla in der Erden generire und gebäre dem ein jeglicher wahrer Künstler folgen muß, denn alle Philosoph! ruffen: der Natur nach, der Natur nach, und ein jedes Dinge bringet seines gleichen herfür, liebet seines gleichen, und hasset sein widerwärtiges. Daher sagt Hermes Rex & Philosophus: Kein frembdes Ding welches auß der Metallischen Materia nicht entsprungen oder zusammen gesetzt ist, hat macht, metalle zuwegen zubringen oder dieselbe zu verändern oder zu transmutiren: Solches zeuget auch der Graff Bernhardt [von der Mark], fol. 20: Ein jede substantz hat fürnemlich sein selbst eygen Samen daraus es herfür bricht, und dasselbe wirdt durch den Samen allein vermehret und durch kein anders. Nun jetzt fol. 21: Dergleichen werde durch die metalla gebohren und vermehret. Ehe ich aber diesen Punct sampt den requisiten oder zugehörigen Sachen tractire, als sehe ichs für gut an, daß ich erstlich den gantzen seriem generaliterfürneme, demnach ein jedes in specie laut der Verzeichnuß, so ich mich zu beschreiben verpflichtet denn ex generalibus können die specialia desto leichter erkant und in acht genommen werden. Es muß aber fürnemlich in beschreibung dieser hohen Kunst und Göttlichen Weißheit, welche billich ein Geheimnuß der natürlichen Philosophiae ist, in acht genommen und betrachtet werden, das subiectum, die materia oder Chaos impurum [das unreine Chaos] wie es die Philosophi nennen, welches der Natur in der Erden in ein Metallisch Form gebracht aber unvollkommen gelassen, dasselbig muß der Künstler ohne Hitz mehlich reynigen. Dann sol baldt die außwendige grosser dann die so darinnen ist. so fleucht alsbald der Metallische Geist herauß und kan nicht in den Todten Cörpern zuwegen gebracht werden, wie man dann an allen Metallen sihet, die seyn alle todt, dann ihr Leben im Feuer ihnen entgangen und weggeflogen. Derowegen sie macht- und krafftloß. Die gantze und erste Operation oder action biß an die composition oder Zusammensetzung ist nichts anders als daß man die Materiam muß sublimirn, das ist subtil machen (wie hier von hernacher kommen wird) wie dann Hermes sagt: Das grobe mach subtil, und hierin geschehen viel puncta. so die Philosoph! wegen der unverständigen in sonderliche Kapittel setzen als putrificatio, Sublimatio, solutio, Mundificatio, subtiliatio, &c. Und ist doch nichts anders im Grunde als eine Reinigung
  6. 6. Eröffneter Kasten der Geheimnisse 6 deß übrigen sulphurischen Stancks und dann eine Aufflösung deß Körpers daß es zum Säle metallorum [Salz der Metalle] oder in aquam philosophicam [im philosophischen Wasser] möchte gebracht werden. Welchs nach seiner eusersten Reinigung so schön rein und tugentsam, ja viel höher ist (dann seines Lebens Geist ist noch in ihm, daß dem gemeinen Goldt oder Silber fehlet) als das gemeine Goldt oder Silber immer seyn kan. Wann nun aber dieser gereynigte Mercurius oder sal metallorum zu seines gleichen gesetzt ist, dann erstlich bemühet sich das Wasser oder Mercurius die Erde zu solviren damit die Erden in die Subtilheit deß Wassers kommen möge, welches dann geschieht, wann die Natur und Eygenschafft des Wassers die Erde eynschlucket und überwunden hat. darnach fehet die Erde widerumb an in das Wasser zu wircken mit auffsteigen und niderfallen auch solches in die Ducke zu bringen und dermassen zu figiren daß es auch hernacher in allem Fewerbestendig bleibt, welches dann geschieht so baldt die Eygenschafft deß Wassers überwunden ist, dann ein fast groß Stück unser Meisterschafft stehet in der aufflösung deß Cörpers oder Leibs im Wasser (diß aber geschieht alles wann die composition vollbracht ist) welches die Philosoph! eine Putre- faction, ein Feulung oder Verderbung nennen, ohne welche die circularische Veränderung der Metallen eines in das andere nit besehenen mag (Zach [Dionysius Zachaire] fol. 78§ quamobr. causam bezeuget solches auch) dann die Zerstörung deß einen ist die Gebärung deß ändern; sonderlich wenn solche Feulung oder Corruption unnd Gebärung auß einerley Grundt ihren Ursprung und Anfang haben. Sintemal alle metalla auß einer Wurzel herspringen, wie solches wirdt weitläufftig außgeführet wer den. Der Stein der weisen entstehet auß einem geringen Ding und wirdt doch darauß der edelste Schatz nemlich auß dem Spermate oder Samen unsers Goldes, welches durch die Coniunction, oder Zusammenfügung in die Mutter deß Mercurii geworffen wirdt, und als dann ist dieß die nechste Materia auß welcher solcher hoher thewrer Schatz erfolget. Die allernechste materia (verstehe wann die Natur erstlich die gebührende Stück in die erden erhebt) ist die natürliche oder wirckliche feuchtigkeit, welche von beyden Theilen oder von beyden Eltern in ihrer beyder Zusammenfügung und Beywohnung zu der Gebährung auffgeführet wirdt, dann allein solche wurtzliche Feuchtigkeit oder Dunst deß Leibsund deß Geistes seyndt die wesentlich Theile deß Lapidis oder Steins: So kan auch auß zweyen Naturen das dritt nicht geboren werden, es sey dann. daß eines an statt deß agentis oder eines wirckenden und das ander an statt deß patientis oder leydenden Dings in ihrer Wirckung bey einander stehe. Darauß folget nun unwiderleglich, daß man auß den schlechten Dingen welche von den Brunnen oder Quellen der ersten Mineralien ihren Ursprung nemen, das subiectum oder
  7. 7. Eröffneter Kasten der Geheimnisse 7 die Materiam Elyxiris oder der höchsten Artzney, welche die unvollkommene Metallen verändern und vollkommen machen soll, außklauben, außzichen und nemen muß, und kan auß keinem ändern Ding in der Welt dann allein auß der Mineralischen minera, darauß alle metalla wachsen und ihren Ursprung haben, gemacht werden. Worauß aber alle metalla ihren anfänglichen Ursprung haben, solches wird in speciali commemoratione [in der besonderen Erinnerung] der Metallen Geburt füglich folgen, dann es ist aller Philosophen Will und endlich Meynung, daß wir allein die innerliche, recht, reine und simpeln elementa nemen sollen, und solche mit linder feuchter Wärme kochen und sieden; und sagen, so solches in andere Weg geschehe, so sey es kein nutz, auch sprechen sie: Nemet die aller reineste, frischeste, kläreste, nechst und beste Ding von oder auß unsern Metallischen Ertzen. und erhebt sie biß auff die Spitzen der Berge oder biß in die Gestirn deß Himmels, und bringet sie wider biß zu ihren Wurzeln herunter. So ist alles verricht und habt also die Rectification deß Einigen dings gefunden, wie aber solches zugehe, wirdt in speciali explicatione oder Erzehlung der Sublimation Puncten referirt und erkläret werden. (...)

×