Digitalisierung: Rechnungswesen 2.0

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Elektronische Rechnung (eRechnung): Elektronische Abläufe sparen Zeit und Kosten. Im Bereich
der Rechnungsstellung dominiert bislang aber noch das
Papier. Die Entwicklung ist eindeutig: Immer mehr
Lieferanten wollen auf elektronische Rechnungen
umsteigen. Auch bietet die eRechnung große Chancen,
durch die Digitalisierung des Belegaustausches zwischen
Unternehmen und Steuerkanzleien (Buchhaltung) die
Geschäftsprozesse zu beschleunigen bzw. zu vereinfachen.

Hinter dem Namen ZUGFeRD versteckt sich kein
Trojaner, sondern ein einheitliches Rechnungsdatenformat,
welches für den elektronischen Rechnungsaustausch
entwickelt wurde. Dieses Format erlaubt ein
standardisiertes Auslesen von Daten wie Rechnungsbetrag,
Rechnungsnummer usw. und die damit verbundene
Nutzung in nachgelagerten Prozessen. Ziel ist die
konsequente Weiterentwicklung der medienbruchfreien
Verarbeitung von Rechnungsdaten.

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Digitalisierung: Rechnungswesen 2.0

  1. 1. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten eRechnung, Archivierung, Digitaler Belegaustausch Digitalisierung: Rechnungswesen 2.0 Handwerkskammer Koblenz 14.10.2015
  2. 2. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Welche Themen werden im Vortrag behandelt? Agenda  Elektronische Rechnungsstellung  Definition und Pflichtangaben  Trend Digitalisierung  Rechtliche Rahmenbedingungen  ZUGFeRD  Praxisbeispiele  Elektronische Archivierung  GoBD  Ersetzendes Scannen  Dokumentenmanagement (DMS)  Digitaler Belegaustausch (Buchführung Online) Rechnungswesen 2.0 2
  3. 3. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Elektronischer Rechnungsverkehr – Ein Trend!? Digitalisierung der Geschäftsprozesse E-Government E-Bilanz Elektronische Steuer- erklärung GDPdU/ GoBD neuer Personalaus- weis (nPA) ELStAM Elektronischer Rechnungs- verkehr SEPA Rechnungswesen 2.0 3
  4. 4. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Der Druck steigt und kommt näher! (Österreich als Vorbild?) Rechnungswesen 2.0 Ab 1.1.2014 Pflicht in Österreich (z.B. Dänemark seit 2005) 4
  5. 5. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Definition Rechnung und Definition eRechnung Definition Rechnung: (UStG § 14) „Eine Rechnung ist jedes Dokument, mit dem über eine Lieferung oder sonstige Leistung abgerechnet wird, gleichgültig, wie dieses Dokument im Geschäftsverkehr bezeichnet wird.“ Definition eRechnung: (UStG § 14) „Eine elektronische Rechnung ist eine Rechnung, die in einem elektronischen Format ausgestellt und empfangen wird.“ Rechnungswesen 2.0 Übermittlungswege • per Email (Bilddatei, Textdatei) • DE-MAIL oder E- POSTBRIEF • Computerfax/Faxserver • Webdownload • EDI (Datenaustausch) 5
  6. 6. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Formelle Prüfung nach § 14 (4) UStG: Eine Rechnung muss folgende Angaben enthalten Rechnungswesen 2.0 Formelle Prüfung nach § 14 (4) UStG: Eine Rechnung muss folgende Angaben enthalten 1. den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers, 2. die dem leistenden Unternehmer vom Finanzamt erteilte Steuernummer oder die ihm vom Bundeszentralamt für Steuern erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, 3. das Ausstellungsdatum, 4. eine fortlaufende Nummer mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die zur Identifizierung der Rechnung vom Rechnungsaussteller einmalig vergeben wird (Rechnungsnummer), 5. die Menge und die Art (handelsübliche Bezeichnung) der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung, 6. den Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung 7. das nach Steuersätzen und einzelnen Steuerbefreiungen aufgeschlüsselte Entgelt für die Lieferung oder sonstige Leistung (§ 10) sowie jede im Voraus vereinbarte Minderung des Entgelts, sofern sie nicht bereits im Entgelt berücksichtigt ist, 8. den anzuwendenden Steuersatz sowie den auf das Entgelt entfallenden Steuerbetrag oder im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt und 9. in den Fällen des § 14b Abs. 1 Satz 5 einen Hinweis auf die Aufbewahrungspflicht des Leistungsempfängers 1 1 3 4 65 8 7 2 6
  7. 7. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Das bringt Ihnen der Einsatz von eRechnungen Durch die Digitalisierung des Rechnungsverkehrs kann das Unternehmen … … auf Anforderungen wichtiger Geschäftspartner reagieren. … Zeit einsparen (Transportwege, Liquidität). … das Unternehmensimage modernisieren. … umweltbewusst agieren. … Kosten für Papier, Druck, Porto senken. Rechnungswesen 2.0 7
  8. 8. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Prozesskosten (beispielhaft) für Rechnungssender Drucken Kuvertieren Verschicken 3,90 € Zahlungoder Mahnung 0,50 € Archivierung 2,20 € Zahlungsabgleich Cash Management 4,50 € Voll- kosten 11,10 € 4,50 €* Papier elektronisch, automatisiert 0 0,40 € 0,80 €3,00 € Einsparung pro Rechnung 6,60 € = 59 % *Berücksichtigt sind 0,30 € Transaktions- kosten für E-Invoicing Dienstleister Quelle: Billentis Marktstudie 2014 „E-Rechnung Drei Impulsgeber verändern den Markt“ Rechnungswesen 2.0 8
  9. 9. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Prozesskosten (beispielhaft) für Rechnungsempfänger Empfangen Zuordnen 1,10 € Erfassen3,00 € Prüfen Bestellabgleich 4,00 € Reklamation bearbeiten 2,50 € Archivierung 2,20 € Zahlung CashManagement 4,80 € Voll- kosten 17,60 € 6,40 €* Papier elektronisch, automatisiert 0 0 1,20 € 2,00 € 0,80 €2,00 € Einsparung pro Rechnung 11,20 € = 64 % *Berücksichtigt sind 0,40 € Transaktions- kosten für E-Invoicing DienstleisterQuelle: Billentis Marktstudie 2014 „E-Rechnung Drei Impulsgeber verändern den Markt“ Rechnungswesen 2.0 9
  10. 10. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Rechtliche Anforderungen eRechnungen
  11. 11. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Sicherheitstechnische und rechtliche Anforderungen an eine elektronische Rechnung (ab 1. Juli 2011) Integrität „Unversehrtheit des Inhalts“ keine Veränderung der Daten Authentizität „Echtheit der Herkunft“ eindeutige Identifizierung des Rechnungsausstellers innerbetriebliches Kontrollverfahren mit Prüfpfad alternativ: QES oder EDI elektronisch übermittelte Rechnungen bedürfen der Zustimmung des Empfängers  Zustimmung bedarf keiner besonderen Form  Einvernehmen der elektronischen Übermittlung ausreichend  Es genügt das Praktizieren des Verfahrens und damit die stillschweigende Billigung Lesbarkeit „Lesbarkeit der Rechnung“ während der Aufbewahrungsfrist verfügbar und jederzeit innerhalb angemessener Frist lesbar gewährleistet durch Rechnungswesen 2.0 12
  12. 12. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Relevante Prüfschritte eines Innerbetrieblichen Kontrollverfahrens  Prüfung der Lesbarkeit der Rechnung  Prüfung der Herkunft der Rechnung. Anhaltspunkt kann bspw. ein Abgleich der Absenderadresse mit der angegebenen Bankverbindung oder Steuernummer sein  Prüfung auf doppelte Rechnung  Prüfung, ob die Rechnung sachlich richtig ist, z.B. durch Abgleich der Rechnung mit Liefer- und Leistungsnachweisen, Bestellungen, Verträgen oder Vereinbarungen  Prüfung, ob die richtigen Leistungsmengen und die vereinbarten Preise in Rechnung gestellt wurden  Prüfung, ob alle Angaben gem. § 14 (4) UStG auf der Rechnung enthalten und korrekt sind  Prüfung, ob die Rechnung rechnerisch richtig ist Rechnungswesen 2.0 13
  13. 13. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten eRechnung – Vorsteuerabzugsberechtigung Vorsteuerabzugsberechtigung ist sicherzustellen über  Vollständigkeit und Richtigkeit der Rechnungsangaben nach §§ 14, 14a UStG sowie  Besitz der Rechnung BMF-Schreiben (Juli 2012)  Inhaltlich richtige Rechnung: richtige Leistung, richtiger Leistender, richtiges Entgelt, richtiger Zahlungsempfänger – rechtfertigt die Annahme, dass Echtheit der Herkunft und Unversehrtheit des Inhalts gegeben sind. Sind die Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug gegeben, kommt dem innerbetrieblichen Kontrollverfahren bzw. dem Übermittlungsvorgang selbst keine eigenständige Bedeutung mehr zu. Rechnungswesen 2.0 14
  14. 14. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten eRechnung – Dokumentationspflicht  nicht erforderlich  aber: GoB schreiben Verfahrensdokumentation vor, hier also für den Prozess der Rechnungsprüfung  empfohlen seien Nachweise pro Rechnung, dass das innerbetriebliche Kontrollverfahren durchlaufen wurde  Rechnungsempfänger trifft unverändert die Feststellungslast Rechnungswesen 2.0 15
  15. 15. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten eRechnung – Aufbewahrung  Archivierungspflichten sind unverändert: Aufbewahrung über 10 Jahre  Anforderung an Aufbewahrung geregelt nach § 14b UStG, § 147 AO, GoBD (ehemals GoBS, GDPdU) Die Erfüllung ist nicht Voraussetzung für den Vorsteuerabzug. Eine Verletzung kann als eine Ordnungswidrigkeit im Sinne des § 26a Abs. 1 Nr. 2 UStG geahndet werden. Rechnungswesen 2.0 16
  16. 16. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Praxisbeispiele eRechnung
  17. 17. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Praxisbeispiel: Webdownload und Signatur Rechnungswesen 2.0 Vorgehen: • Überprüfung der Signatur (QES) oder • Innerbetriebliches Kontrollverfahren 18
  18. 18. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Beispiel für innerbetriebliches Kontrollverfahren mit Prüfpfad Muster Rechnung Muster Service- schein Rechnungswesen 2.0 19
  19. 19. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Rechnungswesen 2.0 20
  20. 20. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Rechnungswesen 2.0 21
  21. 21. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Rechnungswesen 2.0 22
  22. 22. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten ZUGFeRD
  23. 23. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten eRechnungen in Europa/Deutschland: Formate heute und Ausblick 2000 2010 2020 reine Strukturdaten EDI, XML Hybrid PDF + XML elektronische Bilder PDF … 100 % 90 % 80 % 70 % 60 % 50 % 40 % 30 % 20 % 10 % 0 % Quelle: Billentis Marktstudie 2012 „E-Rechnungen als Chance in einem veränderlichen Marktumfeld“ Rechnungswesen 2.0 24
  24. 24. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten FeRD: Forum elektronische Rechnung Deutschland Unabhängiger Mittler an der Schnittstelle von Ministerien, Verbänden und Unternehmen ZUGFeRD Grundlagen FeRD Rechnungswesen 2.0 einheitliches Rechnungsdatenformat ZUGFeRD: Zentrale User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland (XML-) Rechnungsdaten Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung e. V. • Eine nationale Plattform von Ministerien, Verbänden und Unternehmen, um Akzeptanz und die Verbreitung elektronischer Rechnungen in Deutschland zu schaffen. • Aufgabe: Thema „elektronische Rechnungen“ unter technischen, geschäftlichen, wirtschaftlichen und rechtlichen Gesichtspunkten aufzubereiten sowie geeignete Maßnahmen zum raschen und einfachen Einsatz elektronischer Rechnungen vorzubereiten, zu koordinieren und umzusetzen. • www.ferd-net.de Ergebnis: 25
  25. 25. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten ZUGFeRD Grundlagen ZUGFeRD Rechnungswesen 2.0 einheitliches Rechnungsdatenformat ZUGFeRD Zentrale User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland (XML-) Rechnungsdaten Nutzen des ZUGFeRD-Datenmodells für Unternehmen: • Versand und Empfang elektronischer Rechnung so einfach wie Papierrechnungen • Austausch elektronischer Rechnungen für jeden Teilnehmer ohne vorherige Absprache • Optionale Nutzung der strukturierten Daten • Optimierte Prozesse beim Rechnungsempfänger mit strukturierten Daten • Jede, auf dem ZUGFeRD-Datenmodell basierende, Rechnung muss eine vollständige, gültige Rechnung darstellen • Branchenübergreifender Rechnungsstandard 26
  26. 26. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten ZUGFeRD Übertragungsformate für elektronische Rechnungen die entkoppelte, bildhafte Lösung die aufeinander abgestimmten IT-Systeme ZUGFeRD die Lösung, die beides verbindet allgemeine Verarbeitbarkeit Verarbeitungstiefe Papier Bild- Datei ZUGFeRD PDF/A-3 inkl. XML Web EDI EDI Zentrale User Guidelines des Forums elektronische Rechnung Deutschland Grafikquelle: © AWV e.V. 2014 Rechnungswesen 2.0 27
  27. 27. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Integrierte XML-Datei PDF-Rechnung ZUGFeRD Beispielrechnung im ZUGFeRD-Format PDF/A-3 Rechnungswesen 2.0 28
  28. 28. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Zahlungsverkehr mit ZUGFeRD-Format  Kennung ZUGFeRD  Wertekontrolle ZUGFeRD-Daten  Daten direkt in Erfassungsfelder  Bankverbindungsdaten aus Rechnungswesen 2.0 29
  29. 29. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten … die einfach per Mail verschickt ... … ergänzt um strukturierte Daten im XML- Format,… Nach außen ist die elektronische Rechnung eine normale PDF-Rechnung… ZUGFeRD verknüpft die Vorteile einer elektronischen Rechnung um digitale Nutzdaten … und durch DATEV- Programme automatisch eingelesen werden kann. Information: www.datev.de/zugferd Rechnungswesen 2.0 30
  30. 30. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Wie funktioniert‘s?  Für Anwender  Fragen Sie Ihre Lieferanten nach ZUGFeRD Rechnungen.  Fragen Sie Ihre Softwarehersteller und Dienstleister, wann diese ZUGFeRD unterstützen.  Für Softwarehersteller  Holen Sie sich die Spezifikation aus dem Web (www.zugferd.de)  Viele Tools (auch Open Source) stehen bereit 31
  31. 31. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Umsetzung und Verbreitung von ZUGFeRD  > 3.000 Downloads der ZUGFeRD-Spezifikation  > 80 aktive, benannten Unterstützer bei Software-Herstellern und Service-Provider  Lösungen für Excel-Anwender (Bsp. CIB eInvoice)  Hersteller von ERP und Warenwirtschaftslösungen (Bsp. Sage, SAP, Hamburger Software, Scopevisio, DATEV, …), auch OpenSource (Bsp. Fakturama) und Add-Ons (Bsp. für Navision und Lexware)  Dienstleister (Bsp. z-rechnung.de, ximantix, ecosio.at)  Zunehmend mehr ZUGFeRD-Anwender in der Presse  Öffentlich Verwaltung, Bsp. Bundesverwaltungsamt  Konsumgüterindustrie, Bsp. Storck  Großhandel, Bsp. Beck aus Nürnberg Rechnungswesen 2.0 32
  32. 32. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Archivierung (elektronisch) als „Stolperstein“ für Unternehmen
  33. 33. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Herausforderung „Elektronische Archivierung“ Die Speicherung gewaltiger Datenmengen in Form einer „elektronischen Archivierung“ wird eine der zukünftigen Herausforderungen für Unternehmen. Rechnungswesen 2.0 34
  34. 34. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Gesetzliche Aufbewahrungspflichten Handelsrecht Steuerrecht Gesetzliche Schriftform Spezialregelungen Handelsgesetzbuch (HGB) Abgabenordnung (AO) Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) Zivilprozess- ordnung(ZPO) Medizin Öffentliche Verwaltung Sozialgesetze Finanzdienstleister Umsatzsteuer- gesetz (UStG) Buchführungspflicht Aufbewahrung Aufzeichnungen Aufbewahrung Anforderungen an Rechnungen Gesetzliche Schriftform Beweiskraft Rechnungswesen 2.0 35
  35. 35. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Aufbewahrungsfristen (gültige Rechtslage)  Generell gilt: die Zehnjahresfrist beginnt mit dem 31. Dezember des Kalenderjahrs, in dem die Rechnung ausgestellt wurde.  Rechnungserhalt per E-Mail (z.B. Rechnung in Textform) führt dazu, dass auch die E-Mail archiviert werden muss  Thema: E-Mail-Archivierung  sonstige Unterlagen, soweit sie für die Besteuerung von Bedeutung sind  Buchungsbelege  empfangene und abgeschickte Handels- und Geschäftsbriefe  Bücher und Aufzeichnungen, Inventare, Jahresabschlüsse, Lageberichte, Eröffnungsbilanzen sowie die zu deren Verständnis erforderlichen Arbeitsanweisungen und sonstige Organisationsunterlagen 6 Jahre 10 Jahre 6 Jahre 10 Jahre Rechnungswesen 2.0 36
  36. 36. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff GoBD
  37. 37. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Warum „GoBD“? Stichwort: Digitale Unveränderbarkeit Reichsabgaben -ordnungRechnungswesen 2.0 38
  38. 38. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten GoBD - Welche Regelungen galten bisher? Rechnungswesen 2.0  GoB bis 1995  („Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung“)  GoBS ab 1995  („Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme“)  GDPdU ab 2002  („Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen“)  GoBIT ab 2012  von der AWV* als Entwurf für modernisierte GoBS  GoBD ab 2015  durch die Finanzverwaltung veröffentlicht am 14. November 2014 *Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung e.V. 39
  39. 39. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten GoBD betroffene Prozesse und IT-Systeme (GoBD Rz 16/20) Finanzbuch- führung Jahresabschluss Anlagenb uch- führung Berechnungen von Darlehen, Eigenverbrauch (Steuer)-Rückstellungen, Bestandsveränderungen... Archiv- systeme (u.a. DMS) A P Gewinn…. Rechnungs ein- gangsbuch Fahrten- buch Taxameter (Vor-)Systeme mit Grundaufzeichnungsfunktionen Anlagen- buch- führung Lohnab- rechnung Zeiter- fassung für Lohn o. Faktura Kassen Material- wirtschaft Waren- wirtschaft Faktura Rechnungs- ausgangsbuch (Haupt-)Systeme mit Journal-/Kontenfunktionen Rechnungswesen 2.0 40
  40. 40. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Überblick GoBD  Finanzverwaltung bündelt GoBS und GDPdU (inkl. FAQ) in den GoBD  Zusammen mit Wirtschaftsverbänden konnten einzelne Verbesserungen erzielt werden, insgesamt verbleiben aber zahlreiche Kritikpunkte.  Explizite Ausdehnung auf alle steuerlichen Aufzeichnungspflichten (auch über Buchführung i.e.S. hinaus, z.B. EÜR).  Konkretisierungen und Verschärfungen hinsichtlich des Aufzeichnungszeitpunktes (konkrete Orientierungsfristen) und von Unveränderbarkeiten/Protokollierungen (z.B. „späte Festschreibung“ deutlich eingeschränkt).  Konkretisierungen bei Aufbewahrungsumfang und –form z.B. Einzelaufzeichnungspflichten bei Vorsystemen, Stammdaten, maschinelle Auswertbarkeit GoBD = „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“. Rechnungswesen 2.0 41
  41. 41. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten GoBD Erleichterungen durch die GoBD  Kontierung auf dem Beleg kann unter bestimmten Umständen wegfallen. (DATEV-Unternehmen-online-Szenario und elektronisches Bankbuchen ist damit gedeckt)  Möglichkeit des ersetzenden Scannens (elektronische Archivierung i.V.m. Vernichtung von Papier) wird auf die Ebene der GoBD akzeptiert und konkretisiert.  ZUGFeRD-Standard (Format für elektronische pdf-Rechnung) wird explizit unter Ordnungsmäßigkeitsgesichtspunkten für die maschinelle Auswertbarkeit akzeptiert.  Fehlen von Verfahrensdokumentationen führt nicht zwingend zur Verwerfung der Buchführung (Zugeständnis an gelebte Praxis)  Klarstellung: Keine Aufbewahrungspflicht für E-Mails, wenn diesen nur „Transportfunktion“ zukommt (z.B. für angehängte PDF-Rechnung). Rechnungswesen 2.0 42
  42. 42. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten  Wann ist ein IT-System betroffen und zu analysieren? GoBD: Wenn es Daten erfasst, erzeugt, empfängt, übernimmt, verarbeitet, speichert oder übermittelt, die buchführungs- oder aufzeichnungspflichtig und somit aufbewahrungspflichtig sind.  Dann ist es Teil des „IT-Buchführungssystems“  Welche IT-Systeme gehören typischerweise zum IT-Buchführungssystem? GoBD: Das Haupt(buchführungs)system sowie Vor- und Nebensysteme (z.B. Anlagenbuchhaltung, Lohnbuchhaltungssystem, Kassensystem, Warenwirtschaftssystem, Zahlungsverkehrssystem, Taxameter, Geldspielgeräte, elektronische Waagen, Materialwirtschaft, Fakturierung, Zeiterfassung, Archivsystem, Dokumenten-Management-System) einschließlich der Schnittstellen zwischen den Systemen.  Auf die Bezeichnung des Systems kommt es bei der Beurteilung nicht an! GoBD - Prüfung der grundsätzlichen Betroffenheit Rechnungswesen 2.0 43
  43. 43. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten  Welche Daten sind buchführungs- oder aufzeichnungspflichtig und somit aufbewahrungspflichtig? ( „steuerrelevante Daten“ ) Neben den außersteuerlichen und steuerlichen Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen zu Geschäftsvorfällen sind alle Unterlagen aufzubewahren, die zum Verständnis und zur Überprüfung der für die Besteuerung gesetzlich vorgeschriebenen Aufzeichnungen im Einzelfall von Bedeutung sind. Steuerrelevant sind Daten aus Geschäftsvorfällen, die als Betriebsausgaben oder als Betriebseinnahmen verbucht werden oder sich in sonstiger Weise auf die Höhe des steuerlichen Gewinns auswirken (z.B. Abschreibungen, Einlagen und Entnahmen). Daneben sind alle Unterlagen und Aufzeichnungen steuerrelevant, die als Belege für solche Geschäftsvorfälle oder zu deren Dokumentation dienen. GoBD - Prüfung der grundsätzlichen Betroffenheit Rechnungswesen 2.0 44
  44. 44. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten GoBD Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff Inhalte, Begriffe der GoBD (nicht abschließend) Jeder Geschäftsvorfall ist ….. zu belegen. Auf die Bezeichnung „Beleg“ kommt es nicht an. (GoBD Rz 61) Beispiele: Barquittungen, Rechnungen, Bescheide über Steuern oder Gebühren, betriebliche Kontoauszüge, Gutschriften, Aufträge, Lieferscheine, Lohn- und Gehaltsabrechnungen, Verträge, Zahlungsbelege (GoBD Rz 62). Aber auch: Grundaufzeichnungen oder Buchungen können die Belegfunktion erfüllen. Beispiele:  Zeiterfassung als Grundlage für eine Ausgangsrechnung  Buchung einer Privatentnahme in der Finanzbuchführung hat Belegfunktion  Datensätze eines Faktura-Systems Beleg- funktion Rechnungswesen 2.0 45
  45. 45. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten GoBD Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff Grundaufzeichnungen sind alle dauerhaft verkörperten Erklärungen über Geschäftsvorfälle in Schriftform oder auf Medien…. (GoBD Rz 12) Beispiele: Kassenbucheinträge, Rechnungsein(aus)gangsbuch, Aber auch:  Excel-Arbeitspapier für die Rückstellungsberechnung,  individuelle Anlagen zur Steuererklärung,  Zeiterfassungsdaten für die Lohnabrechnung oder die Rechnungsschreibung  Erfassung im Fahrtenbuch. Grund[buch] aufzeichnungs- (funktion) Inhalte, Begriffe der GoBD (nicht abschließend) Wichtig: Die Funktion der Grund(buch)- aufzeichnungen kann auf Dauer auch durch eine geordnete und übersichtliche Belegablage erfüllt werden (GoBD Rz 46). Rechnungswesen 2.0 46
  46. 46. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten GoBD Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff Unveränderbarkeit? Das zum Einsatz kommende DV-Verfahren muss die Gewähr dafür bieten, dass alle Informationen (Programme und Datenbestände), die einmal in den Verarbeitungsprozess eingeführt werden (Beleg, Grundaufzeichnung, Buchung), nicht mehr unterdrückt oder ohne Kenntlichmachung überschrieben, gelöscht, geändert oder verfälscht werden können (GoBD Rz 108). Inhalte, Begriffe der GoBD (nicht abschließend) Rechnungswesen 2.0 47
  47. 47. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Digitalisierung - GoBD Zusammenhänge Trend zur Digitalisierung, ZUGFeRD, ersetzendes Scannen GoBD Aufbewahrungspflicht von elektronischen Belegen, Daten aus Vorsystemen und Stammdaten (Bare und Unbare Geschäftsvorfälle) PDF u./o. ZUGFeRD Ein- und Ausgangsrechnungen als PDF mit XML- Rechnungsdaten-Daten Ersetzendes Scannen Aufbewahrung eingescannter Belege und Vernichtung Papier-Belege Eingescannte Papierbelege Ein- und Ausgangsrechnungen als PDF http://www.rechnungsaustausch.org/zugferd-software-anbieter.htmWer erstellt schon ZUGFeRD-Rechnungen? Rechnungswesen 2.0 48
  48. 48. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Physikalische Objekte und digitale Medien Physikalische Objekte versus digitale Daten  Während altes Pergament und Papier bei guter Lagerung viele hundert Jahre haltbar sind, trifft dies auf neue Speichermedien nicht zu  Auch Filme, Fotos und Magnetbänder haben nur eine begrenzte Haltbarkeit  Noch kürzer ist die Lebensdauer digitaler Speichermedien wie Disketten, Festplatten und gebrannte CDs/DVDs  Datenträger verlieren ihre Informationen durch Umwelteinflüsse (zum Beispiel durch Magnetfelder in der Nähe von Disketten oder Magnetbändern) oder sie werden durch chemische oder physikalische Einwirkungen so stark verändert, dass sie keine Informationen mehr speichern können oder nicht mehr auslesbar sind (zum Beispiel UV-Strahlung auf CD-ROMs)  Oft scheitert die Lesbarkeit auch nur daran, dass zu einem späteren Zeitpunkt die passenden Geräte und Programme nicht mehr vorhanden sind  Insbesondere bei digital gespeicherten Informationen besteht die zusätzliche Problematik, dass Daten nicht mehr zugänglich sind, obwohl das Medium selbst erhalten ist Rechnungswesen 2.0 49
  49. 49. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Definition Datensicherung Was heißt Datensicherung konkret?  Die Datensicherung schützt vor dem Verlust von Arbeitsergebnissen, zum Beispiel durch versehentliches Löschen oder defekte Festplatten. Im Falle eines Datenverlusts können Sie Ihre Daten auf Basis Ihres letzten Sicherungsbestandes wiederherstellen.  Neben den Daten aus den Anwendungen enthält die Datensicherung auch die Konfigurationsdaten, wie die angelegten Benutzer und deren Rechte sowie die eingerichteten Drucker.  Als Alternative zu herkömmlichen Sicherungen (zum Beispiel Datenbänder oder Wechselplatten) kann man heute auch eine Datensicherung online erstellen. Damit können Sie komplette Datenbestände in einem Rechenzentrum eines Dienstleisters sichern.  Eine Datensicherung über einen längeren Zeitraum ist in der Regel nicht sinnvoll. Rechnungswesen 2.0 50
  50. 50. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Datenarchivierung Was heißt Datenarchivierung konkret?  Die revisionssichere Datenarchivierung dient der langfristigen Aufbewahrung Ihrer Daten. Sie gewährleistet die gesetzlichen Anforderungen (§ 239 und § 257 HGB, § 146 und § 147 AO) und die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung:  „Inhalte sind unverändert (originär) und fälschungssicher zu speichern“  „Inhalte sind durch eine Suche auffindbar“  „Alle Aktionen im Archiv werden protokolliert und sind daher nachvollziehbar“  „Inhalte müssen innerhalb der gesetzlichen Aufbewahrungsfristen auch mit zukünftigen EDV-Systemen lesbar sein“ Rechnungswesen 2.0 51
  51. 51. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Ersetzendes Scannen
  52. 52. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Ersetzendes Scannen von buchungsrelevanten Belegen Was ist Ersetzendes Scannen? Kann ich meine (Papier-)Belege nach dem Scannen vernichten? Rechnungswesen 2.0 54
  53. 53. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Voraussetzungen für das Ersetzende Scannen Was ist Ersetzendes Scannen? Kann ich meine Belege nach dem Scannen wegwerfen? • Empfehlung bisher: NEIN • Empfehlung künftig: JA, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden Rechnungswesen 2.0 55
  54. 54. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Voraussetzung für die Vernichtung der Papierbelege Verfahrensdokumentation Prozesse vom Eingang des Papierbelegs über den Scanvorgang bis hin zur Vernichtung müssen dokumentiert sein Archivierungssoftware revisionssicheres Archiv für eine unveränderbare Speicherung der Belege, wie z. B. DATEV Unternehmen online Voraussetzungen für das Ersetzende Scannen Rechnungswesen 2.0 56
  55. 55. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Aktuelle Rechtslage § Handels- und Steuerrecht: Die Vernichtung von Papieroriginalen ist bei Buchungsbelegen und Handelsbriefen zulässig, sofern sie in digitalisierter Form in einem revisionssicheren Archiv aufbewahrt werden. Rechnungswesen 2.0 § Beweiskraft vor Gericht: Gescannte Dokumente unterliegen der freien richterlichen Beweiswürdigung und haben damit denselben Beweiswert wie nicht unterschriebene papierhafte Dokumente. Bei Dokumenten mit einer Originalunterschrift geht beim Scannen die Eigenschaft der Urkunde verloren, weshalb hier eine Risiko-Abwägung stattfinden muss. § Unterlagen, bei denen die gesetzliche Schriftform verlangt wird (z.B. notarielle Urkunden, Mietverträge mit über einem Jahr Laufzeit, Arbeitsverträge), sollten nicht ersetzend gescannt werden. § Sonstige rechtliche Anforderungen können für einzelne Dokumente einschlägig sein und müssen im Einzelfall geprüft werden. Rechtliche Hintergründe zum Ersetzende Scannen 57
  56. 56. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Ersetzendes Scannen, GoBD und ZUGFeRD Was ist der Unterschied? Rechnungswesen 2.0 GoBDErsetzendes Scannen E- Rechnung Verfahrens- dokumentation ZUGFeRD 58
  57. 57. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Zulässigkeit der digitalen Archivierung von Papierbelegen Besonders kritisches Dokument? Original erforderlich? Spezielle rechtliche Vorgaben? Aufbewahrung im Original Abwägung des möglichen rechtlichen Risikos Prüfung der Vorgaben nein nein nein Digitale Archivierung ist zulässig Revisions- sicheres Archiv? ja ja ja ja nein Rechnungswesen 2.0 59
  58. 58. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Was braucht man für ein revisionssicheres Archivsystem? Geeignete Software Verfahrensdokumentation Unveränderbare Speicherung Zertifizierung 2. 1. 3. ? Möglich, aber optional und nicht bindend. Entscheidend sind die oberen Kriterien! Rechnungswesen 2.0 60
  59. 59. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Was ist eine Verfahrensdokumentation? Rechnungswesen 2.0  Eine Verfahrensdokumentation ist eine Beschreibung der Prozesse, Arbeitsanweisungen und Kontrollen des Buchführungsprozesses.  Sie soll die Nachvollziehbarkeit der digitalen Buchführung sicher stellen. 61
  60. 60. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Was gehört in eine Verfahrensdokumentation? 1. Rahmendaten und Organisation a) Beschreibung des Unternehmens b) Umfang der Archivierung c) Beteiligte Personen 2. Rechtliche Grundlagen 3. Anforderungen und Kontrollziele 4. Allgemeiner Überblick über die Archivlösung 5. Darstellung der Prozesse und Kontrollen 6. Darstellung der technischen Ressourcen 7. Erfüllung der Ordnungsmäßigkeitsanforderungen 8. Verweis auf mitgeltende Unterlagen – Arbeitsanweisungen, weitere Dokumentationen etc. Rechnungswesen 2.0 62
  61. 61. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Muster-Verfahrensdokumentation  Muster für Verfahrensdokumentation damit gescannte Papierbelege vernichtet werden können  Veröffentlich von BStBK und DStV im Marz 2014  Grundlage: TR Resiscan und Simulationsstudie ersetzendes Scannen  Starkes Argument zur Positionierung der digitalen Buchführungsprozesse! Rechnungswesen 2.0 63
  62. 62. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Vorteile für das Unternehmen Rechnungswesen 2.0 Unternehmensprozesse werden noch weiter optimiert Archivflächen und Prozesskosten werden reduziert Verschlankung der Ablage schneller, ortsunabhängiger Zugriff auf alle Belege „Einmalaufwand“ sorgt für langfristige Vorteile weniger Aufwand bei der Suche nach digitalen Belegen 64
  63. 63. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Beweiskraft digitalisierter Dokumente Rechnungswesen 2.0 65
  64. 64. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Simulationsstudie „Ersetzendes Scannen“ Die Papierablage ist ein Auslaufmodell Rechnungswesen 2.0 66
  65. 65. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Simulationsstudie im Hause der DATEV eG 29. – 30.10.2013 Vortragsraum „Gerichtssaal I“ „Gerichtssaal II“ Vorsitzender Richter des Finanzgerichtes Berlin-Brandenburg Ulrich Schwenkert Vizepräsident des Amtsgerichts Dortmund Karl-Heinz Volesky 40 „Besucherplätze“ 2 Anwälte + 1 Gutachter Etwa 40 Beobachter von Ministerien, Verbänden, Kammern 40 „Besucherplätze“ 2 Anwälte + 1 Gutachter Rechnungswesen 2.0 67
  66. 66. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Vor Gericht finden auch gescannte Belege Anerkennung Ergebnisse der Gerichts-Simulationsstudie im Oktober 2013 mit Beteiligung der DATEV Ulrich Schwenkert, Vorsitzender Richter am Finanzgericht Berlin-Brandenburg: "Im Regelfall dürften selbst die eigenhändig ohne besondere Vorkehrungen eingescannten Belege nicht zu einem Rechtsnachteil führen".  Wesentliche Aussagen und Ergebnisse:  Gescannte Belege werden im Normalfall genauso wie Papierbelege anerkannt  Die Speicherung in einem Archivsystem erfüllt die Anforderungen an die Datensicherheit  Eine Verfahrensdokumentation erhöht nochmals die Verlässlichkeit der Digitalisierung (geregelter betrieblicher Prozess) Rechnungswesen 2.0 68
  67. 67. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Dokumentenmanagement (DMS)
  68. 68. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Dokumentenmanagement bei zunehmender Digitalisierung unverzichtbar Rechnungswesen 2.0 70
  69. 69. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Dokumenten-Management-System (DMS): Folgen der steigenden Informationsmengen 80 % der Geschäftsdokumente liegen in unstrukturierter Papierform vor! Ein Dokument wird durchschnittlich fünfmal kopiert! ? 25 % aller Informationen in Unternehmen gehen verloren! 50 % der Arbeitszeit in Büro und Verwaltung wird mit der Suche nach Dokumenten und Informationen verbracht! (Quelle: Gartner Group) Rechnungswesen 2.0 71
  70. 70. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Einsatzszenario im Unternehmen: Vom Rechnungseingang bis zur Buchung indexieren Beleg- bzw. Rechnungseingang scannen Verantwortlicher Finanzbuchführung Original an das Archiv papierbehafteter Arbeitsschritt digitalisierter Arbeitsschritt Workflow-Unterstützung durch  Weiterleitungsfunktion  zur Kenntnisnahme  zur Erledigung  GenehmigungsprozessePrüfung und … … Freigabe Beleg digital buchen geprüft geprüft Rechnungswesen 2.0 gebuchte Belege werden für Datenaustausch mit Kanzlei exportiert 72
  71. 71. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Digitalisierung Belegaustausch (Buchführung Online)
  72. 72. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Beispiel für digitale Unternehmensprozesse Erkennen Sie diesen Pendelordner wieder? Rechnungswesen 2.0 74
  73. 73. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Wie erfolgt meistens der Belegablauf? Schwachstellen  unvollständige Informationen  Zeitverzug zwischen Buchen und Geschäftsbetrieb  logistischer Aufwand für die Steuerkanzlei Ablage im Unternehmen Rechnungswesen 2.0 75
  74. 74. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Buchführung mit Zukunft … digitaler Belegaustausch Ihr Vorteil  logistischer Aufwand entfällt – Belege bleiben im Unternehmen  kein Zeitverzug zwischen Buchen und Geschäftsbetrieb  aktuelle Auswertungen in „Echtzeit“ ermöglichen aktuellen Überblick, da alle Infos enthalten sind – und:  die Belege sind revisionssicher für die Betriebsprüfung archiviert für die Steuerkanzlei Ablage im Unternehmen Rechnungswesen 2.0 76
  75. 75. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten DATEV Unternehmen online Rechnungswesen 2.0 DATEV Unternehmen online DATEV-Cloud: Abbildung der kaufmännischen Prozesse Auftragswesen online Belegtransfer Kassenbuch online Belege online Bank online Kanzlei bucht und stellt Auswertungen in Unternehmen online bereit Kassenbelege erfassen Angebot, Auftragsbestätigung und Lieferschein erstellen Rechnung erstellen Zahlungserinnerung erstellen Belege digitalisieren Ausgangsrechnungen archivieren und Lastschriften erstellen Eingangsrechnungen bearbeiten, sofort zahlen oder Zahlungen vorbereiten Kassenbelege archivieren Lastschriften einziehen Eingangsrechnung bezahlen Kontoumsätze prüfen und Belege (automatisch) zuordnen 77
  76. 76. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Ansicht der Belege Online – Belegbearbeitung Rechnungswesen 2.0 78
  77. 77. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Rechnungswesen 2.0 Technische Voraussetzungen für die Cloud-Lösung  Scanner  Internet-Anschluss mit DSL-Geschwindigkeit  Internet-Explorer  DATEV mIDentity oder DATEV SmartCard und Kartenleser 79
  78. 78. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Noch keinen Steuerberater?  Suchdienst der Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz www.sbk-rlp.de  DATEV-Mitglieder-Suchservice: www.datev.de/mitglieder-suchservice Rechnungswesen 2.0 80
  79. 79. Seite © DATEV eG, alle Rechte vorbehalten Ihre Referenten: Walter Mock, Dipl.‐Kfm., Steuerberater und Vorstandsmitglied der Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz Steuerkanzlei Mock-Alderath Löhrstaße 78 56068 Koblenz Telefon: 0261/9637560 Internet: http://www.mock-steuerberater.de Thomas Biermann , DATEV eG Sigmundstrasse 172 90329 Nürnberg Telefon: 0911-31948899 E-Mail: thomas.biermann@datev.de Internet: www.datev.de/unternehmensloesungen Rechnungswesen 2.0 81
  80. 80. ©DATEV eG; alle Rechte vorbehalten Was und warum Es gilt zu gewährleisten, dass Rechnungen in angemessener Zeit in Augenschein genommen werden. Prüfung, ob die Rechnung eine Zahlungsverpflichtung begründet. Prüfung, ob die Rechnung den formellen Anforderungen des Umsatzsteuergesetzes entspricht und rechnerisch richtig ist. Die Belege sollen zeitnah und unverändert gebucht werden. Elektronische Rechnungen müssen elektronisch aufbewahrt werden und mindestens 10 Jahre lesbar sein. Durch die Zahlung wird abschließend dokumentiert, dass es sich um eine ordnungsgemäße Rechnung gehandelt hat. Tipps & Tricks Richten Sie eine spezielle E-Mail-Adresse für den Rechnungsempfang ein. Schauen sie täglich in das Postfach, beachten Sie dabei die Spam-Filter. Prüfen Sie die Lesbarkeit der Rechnung. Bestehen Sie ggf. darauf, dass Ihnen nur Rechnungen im PDF-Format zugestellt werden. So ist die Lesbarkeit auch über einen längeren Zeitraum sichergestellt. Kennzeichnen Sie die Rechnung als „eingegangen“, z. B. in dem Sie diese in einen speziellen Ordner verschieben. Prüfen Sie die Herkunft der Rechnung. Anhaltspunkt kann bspw. ein Abgleich der Absenderadresse mit der angegebenen Bankverbindung oder Steuernummer sein. Prüfen Sie, ob die Rechnung sachlich richtig ist, z. B. durch Abgleich der Rechnung mit Liefer- und Leistungs- nachweisen, Bestellungen, Verträgen oder Vereinbarungen. Prüfen Sie, ob die richtigen Leistungsmengen und die vereinbarten Preise in Rechnung gestellt wurden. Legen Sie fest, wie mit fehlerhaften Rechnungen in Ihrem Unternehmen verfahren werden soll. Prüfen Sie, dass die Rechnung nicht schon mal geschickt wurde (doppelte Rechnung). Prüfen Sie, ob alle Angaben gem. § 14 (4) UStG auf der Rechnung enthalten und korrekt sind (siehe andere Seite). Prüfen Sie dabei insbesondere, dass  die Bezeichnung Ihres Unternehmens korrekt ist  ein Liefer- oder Leistungsdatum angegeben wurde. Prüfen Sie, ob der Rechnungsgesamtbetrag richtig berechnet wurde. Kennzeichnen Sie die Rechnung als „geprüft“, z. B. durch Verschieben in einen speziellen Ordner. Übergeben Sie die Rechnungen regelmäßig und zeitnah an Ihre Steuerkanzlei oder Buchführung. Bringen Sie die Kontierung auf dem Rechnungsbeleg auf oder stellen Sie sicher, dass zwischen dem elektronischen Rechnungsbeleg und dem korrespondie- renden Buchungssatz ein Bezug besteht oder hergestellt werden kann. Legen Sie die Rechnungen inhaltlich unverändert nach einem einheitlichen Schema ab. Nutzen Sie dazu eine durchgängige Systematik, z. B. Rechnungsdatum und Rechnungsnummer. Führen Sie ggf. ein Rechnungseingangsbuch Archivieren Sie auch die Mail, wenn diese relevante Informationen zur Rechnung enthält. Archivieren Sie die Rechnungen auf einem elektronischen Medium, das Veränderungen nicht zulässt (bzw. diese protokolliert). Überlegen Sie, ob ein elektronisches Archiv für Sie sinnvoll ist, da nur spezielle CDs/DVDs in 10 Jahren noch lesbar sind. Achten Sie auf die Inanspruch- nahme von Skonto. Achten Sie darauf, Doppel- zahlungen zu vermeiden. Vermeiden Sie Barzahlungen oder fordern Sie eine Quittung an, damit Sie einen Beleg über die Zahlung vorweisen können. Stellen Sie sicher, dass ein Bezug zwischen Zahlung und Rechnung hergestellt werden kann, z. B. indem Sie in der Überweisung das Rechnungsdatum und die Rechnungsnummer angeben. Kennzeichnen Sie die Rechnung als „bezahlt“, z. B. durch Verschieben in einen speziellen Ordner. inhaltliche Prüfung Archivierung ZahlungBuchung Eingangs- bearbeitung Dokumentieren Sie die für Ihr Unternehmen festgelegte Verfahrensweise und stellen Sie sicher, dass diese auch eingehalten wird. formelle Prüfung Wie wird bei elektronischen Rechnungen verfahren? Rechnungswesen 2.0 82

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