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Judith Mair, Bitten Stetter und Team

Retro-Innovation
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Lifestyle . Retro-Innovation . Judith Mair, Bitten Stetter

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Retro-Innovation, GDI Impuls Nr. 3/2012

  1. 1. Thema: Die Zukunft der Produktion 6 AUTOREN 70 SUMMARIES THEMA 116 SUMMARIES IDEEN, WORKSHOP 118 ZUSATZIMPULS 120 GDI-STUDIEN 121 GDI-KONFERENZEN > Philosophie Michael Böhm 36 ES WAR EINMAL DER KAPITALISMUS Die Produktionsmittel kehren in die Hände – und Köpfe – der Bürger zurück. Läutet das schon das Ende des Kapitalismus ein? Und wenn nein: Warum nicht? 122 GDI GOTTLIEB DUTTWEILER INSTITUTE 124 GDI-AGENDA 2012 124 IMPRESSUM > Die grosse Grafik 42 IN- UND OUTDUSTRIE Acht Anfänge vom Ende der Massenproduktion – von Hightech bis Handwerk. > Produktion Detlef Gürtler 12 MAKING – THE NEXT GENERATION Die Maker-Bewegung will die Renaissance von Individual- und Eigenproduktion fördern. Aber noch steckt sie ziemlich in den Bastlerschuhen. > Medizin Anja Dilk . Heike Littger 20 PERSÖNLICHE PILLEN Weil jeder Mensch anders ist, sollte eigentlich auch jeder individuell medizinisch behandelt werden. Die PharmaForscher arbeiten daran. Ein Blick in ihre Labore. > Innovation Detlef Gürtler 28 DIE WELTGESCHICHTE DER KOPIE > Entwicklungshilfe Christian Rauch 44 SELBST IST DIE FABRIK Die Fab-Lab-Bewegung könnte in weniger entwickelten Weltregionen Startpunkt für einen Wirtschaftsaufschwung der anderen Art sein. > Lifestyle Judith Mair . Bitten Stetter 50 RETRO-INNOVATION Nostalgie war gestern. Heute nennt sich das Gleiche «archivbasierte Produktion» und bringt eine Vielzahl innovativer Kreationen hervor. > Technik Christof Baitsch 56 WIEDERHOLT SICH DIE GESCHICHTE? Die meiste Produktion ist Reproduktion – analog, digital oder biologisch. Was wann und wie kopierbar wurde. «Computer erobern die Arbeitswelt – Was heisst das für den Menschen?», fragten wir 1982. Eine Zeitreise zu den Anfängen einer früheren technischen Revolution. > Uhren Alexander Ross > Foto-Essay Martin Sulzer 30 DER FLUCH DER GUTEN WERKE Die Schweizer Uhrenindustrie steht für exzellente Wertarbeit. Auch wenn das zuletzt oft eher für das Marketing als für die Produktion galt. Das muss sich ändern. 60 WIE AUS DEM BUILDERBUCH Was gebaut werden kann, wird auch gebaut. Was eingesetzt werden kann, wird auch eingesetzt. Das gilt für Waffen. Und bald auch für 3-D-Drucker?
  2. 2. Ideen Workshop > Technologie Norbert Bolz > Shopping Martina Kühne 74 EVOLUTIONSDESIGN «Converging Technologies», das Zusammenwachsen von Physik, Biologie und Informatik, fordern von uns einen neuen Bund mit der Technik. > Politik Gespräch mit Ulrike Guérot 80 «EUROPA FEHLT EIN GRÜNDUNGSMYTHOS» Wie sich die Europäische Union aus ihrer tiefen Krise zu einer Europäischen Republik weiterentwickeln kann. Und wo die Schweiz dabei Vorbild sein könnte. > Human Resources Heiko Fischer 88 SEESTERN SCHLÄGT SPINNE Warum es zwar gut gemeint, aber eben nicht gut ist, Mitarbeiter als die wichtigste Ressource des Unternehmens zu betrachten. > Zwischenruf Barbara Bohr 94 EINE WELT OHNE BANKEN Auch wenn sie fast täglich mehr zum Hassobjekt w ­ erden: Ganz ohne Banken gehts doch auch nicht, oder? Aber «geht nicht» gibts nicht. 102 VERFÜHRUNG FÜR FORTGESCHRITTENE GDI-Studie zur Zukunft des Shopping: Was Kunden von Händlern erwarten werden. > 30 Jahre GDI Impuls Karin Frick, Detlef Gürtler, Max Gurtner, Stefan Kaiser 106 FRÜHER WAR MEHR ZUKUNFT? Ein Gespräch aller bisherigen GDI-Impuls-Chefredaktoren über die Zwischenbilanz der ersten dreissig Jahre. > Kolumne Peter Felixberger 114 ÜBERFORDERUNG ALLERORTEN Gute neue Bücher von Tim Harford, Reinhard Sprenger, Carl Naughton – und Peter Felixberger.
  3. 3. Illustration Retroküche / Trends Master of Arts And Design / Zhdk Judith Mair, Bitten Stetter und Team Retro-Innovation
  4. 4. GDI Impuls . Nummer 3 . 2012 Vielen gilt der Rückgriff auf die Stile, Objekte und Verhaltenscodes der Vergangenheit als pure Nostalgie. Sie verkennen, dass diese archivbasierte Produktionsstrategie eine Vielzahl eigenständiger kreativer Formen hervorgebracht hat. Wie aus gestern Zukunft wird. Wer heute durch die Zentren der Metropolen schlendert, kann schnell vergessen, dass wir uns im Jahre 2012 befinden, so bevölkert sind die Gehwege von Relikten, Kopien, Zitaten und Revivals des Vergangenen: An der Kreuzung steht der Hipster als Verweis auf den Popper der Achtzigerjahre. Daneben warten Frauen im detailgetreuen Gatsby­Look der Zwanziger, und in den Schaufenstern begegnen uns DABRadios, Tellerröcke und Cat-Eye-­Brillen aus den Fünfzigern. Trendbewusste Männer tragen tannengrüne Canvas-LederRucksäcke, die an die einstige Wanderlust unserer Urgrosseltern erinnern. Sie telefonieren mit iPhones, die in Tonband­ kassetten-Hüllen stecken, und spielen Mobilgames wie Pong, Pac Man oder musizieren mit ihrer Synthesizer-App. schule der Künste in ihrer Studie «Zu neu, um alt zu sein», in der sie Ursprünge, Motive und Techniken des allgegenwär­ tigen Retrotrends beleuchten. Sie zeigt auf, dass Retro mehr ist als der rückständige Blick auf die Vergangenheit, die Angst vor dem Neuen und die Sehnsucht nach Erinnerungen. ARCHÄOLOGIE DER ZUKUNFT Im Mittelpunkt dieser Praxis steht der Zugriff auf das Archiv, das man sich als eine in ihrem Umfang kaum zu überblickende, sich ständig erweiternde Sammlung von Gegenständen, Stilen und Phänomenen, aber auch Erfahrungen, Einstellungen, Informationen, Assozia­ tionen, Motiven und Qualitäten vorstellen kann. Im Archiv finden wir sie alle: die Originale und Kopien, die Unikate und Fälschungen, die Klassiker und One-Hit-Wonder, die Zitate und Evergreens. Aber auch neue Kreationen in Form von Remakes, Mashups und Remixen. Der Zugriff auf das Archiv zeigt sich als grundlegende Kulturtechnik unserer Referenzkultur. Wobei es paradoxerweise genau dieser Zugriff auf das Alte und Archivierte ist, der das Neue entstehen lässt. Retro ist, verkürzt gesagt, wenn Neues durch neue Kombinationsmöglichkeiten und Kontexte des Alten kreiert wird. Exemplarisch hierfür ist die Technik des Remixens, die in den letzten beiden Jahrzehnten massiv an Popularität und kultureller Bedeutung gewonnen hat. Trennlinien zwischen Original und Kopie verschwinden durch das Remixen immer mehr und führen zugleich das Original aus der Krise, so Dirk von Gehlen in «Mashup – Lob der Kopie». WILLKOMMEN IN RETROMANIA «Alles sieht nach Erinnerungen aus. Nur sind Preisschilder daran», witzelt Katrin Kruse in ihrem Artikel «Ich shoppe mir ein Ich zusammen», und Simon Reynolds ergänzt in seinem Bestseller «Retromania»: «Where mass culture and personal memory meet is where retro is spawn.» Statt des originären Neuen regiert heute das Zitat des Zitates des Zitates. In der Mode, der im Gegensatz zu anderen Disziplinen der Rückgriff auf Vergangenes schon seit je innewohnt, ist das nichts Neues. Schon Walter Benjamin beschrieb die Mode «als ewige Wiederkehr des Neuen». Aber gilt das nun auch für alle Designbereiche? Und wie viel Neues braucht das Alte, um neu zu sein oder um zumindest neu zu erscheinen? Antworten auf diese Frage geben Studierende des Masterstudiengangs «Trends» der Zürcher Hoch51
  5. 5. Lifestyle . Retro-Innovation . Judith Mair, Bitten Stetter Ganz gleich also, ob remixt, zitiert oder kopiert wird, jeder von uns nutzt bewusst oder unbewusst den uneingeschränkten Zugriff auf das Archiv, nimmt heraus und fügt hinzu, was für ihn persönlich relevant und interessant erscheint – ganz oft durch ein spezifisches Wissen über sie motiviert. Selbst wenn die Wahl beim reflexiven Retro auch auf die Hipstamatic-Software fallen sollte, so wird diese Auswahl so gut wie immer mit einem Wissen um das Polaroid-Original verbunden sein. Reflexives Retro, das als bewusstes Zitieren und Rekombinieren von Versatzstücken aus der Vergangenheit verstanden werden kann, zeigt, dass Retro heute wesentlich mehr ist beziehungsweise sein kann als das schlichte Auf­ kochen vergangener Stile, Epochen, Looks und Trends. Beim reflexiven Retro wird das Archiv zur inspirativen Innova­ tionsquelle, zur Ideenküche, in der Dinge mit viel Liebe, Geduld und Know-how adaptiert, kombiniert und in die Gegenwart übersetzt werden. Längst sind Zitate und Remixe in der Überzahl und verdrängen die Originale in die hinteren Reihen. gleich, ob Marke, Mensch oder Medien. Entscheidend für die Auswahl sind dabei die individuellen, persönlichen Motive, Erfahrungen und Bedürfnisse. Der Zugriff erfolgt auf vollkommen unterschiedliche Genres wie Technik, Film, Mode, Design, Kunst, Literatur und Musik, aber auch Dinge aus Werbung und Packaging oder Verhaltensweisen einzelner Per­önlichkeiten werden aufgegriffen. Und so füllt sich das s Archiv stetig weiter, wobei die Remixe, Zitate und Kopien längst in der Überzahl sind und die ursprünglichen Unikate und Originale in die hinteren Reihen verdrängen. BEWÄHRTE ZUTATEN, NEUE GERICHTE Eine zentrale Funktion nimmt in diesem Prozess jedoch die Vielzahl an unterschiedlichen Zugriffen, kreativen Techniken und Methoden der Kombination ein, die genau bestimmen, in welcher Art und Weise die Bestandteile des Alten zu etwas Neuem zusammengesetzt werden. Die restaurativen und reflexiven Kombina­ tionstechniken zu erklären, ist die Aufgabe des von uns entwickelten Models der «Retroküche», das detailliert skizziert, wie der Prozess des Zugriffs und die unterschiedlichen Techniken der Rekombination funktionieren und welche Produkte aus den jeweiligen Techniken entstehen können. Im Folgenden werden einige der wichtigsten und populärsten, aber auch originellsten dieser Techniken und Produktionen vor- NACHAHMEN ODER NEUES SCHAFFEN? Auch wenn der einzelne Zugriff individuell motiviert ist, so kann doch zwischen zwei Formen des Zugriffs und damit auch zwei unterschiedlichen Formen von Retro unterschieden werden: 1. Das restaurative Retro beschreibt den eher unspezifischen und veräusserlichten Zugriff auf das Archiv. Hier geht es um Nachbildung, bei der Oberflächen, Formen, Hüllen, Materialien oder andere ästhetische Aspekte im Vordergrund stehen und weniger spezifisches Wissen oder Hintergründe. Die Hülle bleibt erhalten, wird aufwendig bewahrt, kulturelle Inhalte gehen jedoch zum Teil verloren. Wer heute beispielsweise den Bildbearbeitungsfilter Hipstamatic für die mit seinem Smartphone aufgenommenen Fotos nutzt, tut dies oft ohne zu wissen, dass sich dessen Bildsprache stark an der Ästhetik der Bilder der in den Siebzigerjahren populären Sofortbildkamera Polaroid orientiert. 2. Das reflexive Retro zeigt sich als wesentlich vielschich­ tiger und zukunftsweisender. Hier kann beim Schöpfer und Nutzer immer auch ein Bewusstsein für die damalige Epoche sowie ein Interesse an dem damaligen Verwendungskontext vorausgesetzt werden. Die aus dem Archiv entnommenen Dinge werden bewusst ausgewählt und verwendet und sind Retro ist nicht Retro: Es gibt den bloss oberflächlichen Rückgriff und den kreativ-bewussten. gestellt – denn wie schon Elena Esposito in «Die Verbindlichkeit des Vorübergehenden – Paradoxien der Mode» anmerkt: «Die richtige Nachahmung ist eine ständige Erfindung.» Wie es zu diesen «ständige Erfindungen» kommt, zeigt eine kleine Auswahl von dreizehn heute gängigen Retrotechniken, die vergangene Elemente und Aspekte auf vollkommen unterschiedliche Art und Weise kombinieren und so Neues ent­ stehen lassen: Nostalgia-Layering Die Beobachtung einer Vergangenheit aus einer anderen, aber jüngeren Vergangenheit. So werden die 52
  6. 6. GDI Impuls . Nummer 3 . 2012 IN DER RETRO-KÜCHE Illustration Retroküche / Trends Master of Arts And Design / Zhdk Werkzeuge und Zutaten für die Produktion des Neuen aus den Vorratskammern des Archivs. Siebziger- beispielsweise aus dem Blickwinkel der Achtzigerjahre betrachtet. Die dabei entstehende Überlagerung von verschiedenen Zeitebenen ähnelt der Erzählstruktur der Film-Trilogie «Back to the Future». Cultural Bricolage Zugreifen auf verschiedenste Kulturarchive sowie das Zusammenbasteln von verschiedenen Kultur­ phänomenen und -techniken. Dadurch werden Bedeutungen verändert, miteinander vermischt oder gänzlich aufgehoben, wie beispielsweise bei der Ethno-Crossover-Mode. Behaviour-Mimikry Rückgriff auf traditionelle Verhaltens- und Benimmregeln und ihre Übertragung in reale und in virtuelle Welten, wo sie aktuellen Bedürfnissen angepasst werden. Als Beispiele gelten das Bild des Digital Gentleman, die in der Netiquette versammelten Benimmregeln für die digitale Welt oder der Jugend-Hype «feel like a sir». Innovation-Camouflage Technische Innovationen tarnen sich als vergangene Innovation. Eine Verschleierungstechnik, die dem rasanten Fortschritt huldigt und zugleich Vertrauen zu altbewährten Technologien schafft, so wie die Digital-LeicaKamera, das DAB-Radio im Retro-Look, Synthesizer-Apps oder die Foto-Plattform Instagram. Curated Compendium Kuratierter Zugriff auf das Stil-Archiv vergangener Dekaden mit dem Anspruch, eine gezielte Auswahl aus einer oder mehreren ganz bestimmten Stil-Epochen zu liefern. Stile, die Art und Weise, wie etwas getragen wird, und Artefakte werden zu einem Style-Kompendium zusammengeführt und vermarktet, so beispielsweise bei Urban Outfitters oder Asos Fashion Finder. Ut ut pero to magnis eris aut vit volupiet derum eum dolore perovid ercidione con et, voluptae 53
  7. 7. Lifestyle . Retro-Innovation . Judith Mair, Bitten Stetter Pastiness (engl. für kränkliches Aussehen) Bewusst herbeige- Value-Transfering Der Kernwert einer Marke wird auf Genre- führte Verschleisserscheinungen bei Objekten durch das Zufügen von kleinen Fehlern, künstlichen Gebrauchsspuren und Ungenauigkeiten – beispielsweise die Überstrapazierung des Materials beim Eco-Cotton-Look und beim Used-Look. Style-Splash («to splash», engl. für matschen) Beschreibt das willkürliche Zusammenführen von unterschiedlichen Stilen, Motiven, Formen aus verschiedenen Jahrzehnten und Epochen. Die Ergebnisse sind, wie das T-Shirt mit Che-GuevaraMotiv und Hello-Kitty-Allover-Print, oftmals unfreiwillig komisch. Downgrade (engl. für abwerten und degradieren) Technik, bei der Hochwertiges und -preisiges imitiert und günstig für eine breite Masse reproduziert wird. Dies kann auf ironische Weise – wie bei mit Hermès-Motiven bedruckten Jutetaschen – geschehen, aber auch kriminell motiviert sein. Eine Technik, die polarisiert, obgleich sie spitz formuliert zur Demokratisierung des Konsums führt wie bei der gefakten Louis-VuittonTasche für jedermann. Niche-Digging Nicht mehr populäre, angestaubte Nischenprodukte, Sportarten oder Betätigungen werden (durch grosse fremde Produkte angewendet, zum Beispiel M-Stars der Migros: Seehund, Bär und Affe der Eis-Eigenmarken dienen als Vorlage zu einer T-Shirt-Kollektion. Auch: Ferrari-Parfüm, Armani-Handy. Wer ein Original immer wieder hervorholt, kann auf diese Weise einen Klassiker schaffen. Freeze Durch wiederholtes Hervorholen (Revival) eines Originals Beständigkeit schaffen. Resultiert im besten Falle in Evergreen oder Klassiker. Die Chancen, einen Klassiker durch Repetition zu erschaffen, können durch Marken- oder Distributionsmacht erhöht werden. Teilweise saisonale Anwendung («Last Christmas»). Beispiele: Original Fifties-­ Möbel, Ray-Ban-Brillen. So zeigt sich, dass hinter der Vorsilbe «Retro» weit mehr steckt als die nostalgische Verklärung des Vergangenen. Unter dem Begriff «Retro» versammeln sich heute unterschiedliche Formen des Zugriffs auf das Archiv der Stile, Objekte und Verhaltenscodes vergangener Dekaden. Wobei sich zeigt, dass dieser Zugriff stark von den popkulturellen Techniken der Rekombination, des Remix, der Reproduktion und der Referenzkultur geprägt ist. Es scheint also an der Zeit, die heute allgegenwärtig zu beobachtende Bezugnahme auf vergangene Zeichen- und Symbolsysteme unter Anwendung der Vorsilbe «Retro» als eigenständige kreative Strategie und etablierte Kulturtechnik in Konsum, Kreation und Alltagswelt anzuerkennen. < Der Zugriff auf Bekanntes kann auch ironisch erfolgen – wie beim iPhone mit Telefonhörer. Investitionen) popularisiert: Turmspringen von Stefan Raab, Crashed Ice (Downhill-Rennen auf Schlittschuhen) und Flying Bach (Breakdance und klassische Musik)von Red Bull. Back-up Unmittelbarste aller (digitalen) Retrotechniken. Originale werden zu einer mit dem Original identischen Kopie gespiegelt. Motivationen zur Anwendung: Sicherheitsdenken (Spiegelung von Daten in kurzen Abständen), Nostalgie (Wertschätzung von Originalen) und Schnellzugriff (mehrfache Duplizierung eines Originals, z. B. The Cloud). Persiflage Ironischer, teils spöttischer Zugriff auf bekannte Werke, Personen oder Ereignisse im Archiv mit dem Ziel, eine gesellschaftskritische Satire oder eine Parodie zu schaffen. Charakteristische Eigenschaften der Originale werden überzeichnet, nicht zwingend abwertend, denn das Überzeichnen bestätigt die Bedeutung des Originals. Beispiele: iPhone mit Telefonhörer, iPhone-Hülle im Kassetten-Look. Autoren: Bitten Stetter, Judith Mair und die Studierenden des Studienganges «Trends», Master of Arts in Design, Zürcher Hochschule der Künste: Patricia Muriale, B ­ ianca Traub, Andrea Hagist, Roman Tschäppeler, Sarah Oeschger, Gerda G ­ audenz, Alexander Paar, Martina Kessler, Senem Wicki. Im Field of Excellence «Trends» des Master of Arts in Design der Zürcher Hochschule der Künste beschäftigen sich Studierende mit der Entwicklung von strategischen Designkonzepten. Die frühzeitige Antizipation und die designorientierte Artikulation von Trends sind Kernkompetenzen dieses Studienganges. Leitung: Bitten Stetter / http://master.design.zhdk.ch 54
  8. 8. Neue Trends bewusst machen – welche Chancen bieten sich? Neue Trends bewusst machen – welche Chancen bieten sich? Der Efficiency-Club Basel lädt Sie herzlich ein zur nächsten Veranstaltung im Rahmen des TREND FORUMS BASEL Der Efficiency-Club Basel lädt Sie herzlich ein zur nächsten Veranstaltung im Rahmen des TREND FORUMS BASEL November 2012 November 2012 Display-Technologien von morgen – verschmelzen Reales und Virtuelles? Display-Technologien von morgen – verschmelzen Reales und Virtuelles? Genaue Daten, Orte und Näheres finden Sie unter www.trendforum-basel.ch Genaue Daten, Orte und Näheres finden Sie unter www.trendforum-basel.ch In Zusammenarbeit mit In Zusammenarbeit mit Sponsoren/Veranstaltungspartner Sponsoren/Veranstaltungspartner
  9. 9. GDI Impuls Wissensmagazin für Wirtschaft, Gesellschaft, Handel IHR ABONNEMENT AUF DAS RELEVANTE NEUE Sichern Sie sich den Zugriff auf ein einzigartiges Informa­ tionsnetz für innovative Ideen. In GDI Impuls präsentieren Ihnen renommierte Autoren alle drei Monate die wichtigsten Trends und Entwicklungen in Wirtschaft, Gesellschaft, Marke­ing, Konsum und Management – unverdünnte Infor­ t mationen zum Wandel der Märkte. Unser Wissensmagazin richtet sich an Vordenker und Ent­ scheider in Unternehmen, an Menschen die sich beruflich mit der Entwicklung der Konsumgesellschaft beschäftigen. Sie erhalten ein kompetentes Update über das relevante Neue sowie Denkanstösse am Puls der Zeit. Das Gottlieb Duttweiler Institute in Rüschlikon / Zurich ist ein unabhängiger, weltweit vernetzter Thinktank und eine wich­ tige Plattform für zukunftsorientiertes Denken. AUTORENLISTE (AUSZUG) FAX-ANTWORT Kofi Annan: Die afrikanische Herausforderung . Norbert Bolz: Religion ist der Antitrend zu allen Trends – Und deshalb Trend . Dieter Brandes: Die Kunst des Weglassens . Thomas Davenport und Jeanne Harris: Das Handbuch der PrognoseTechniken . Dagmar Deckstein: Klasse-Bewusstsein für Manager . Daniel Goleman: Emotionales Management . Tim Renner: «Warum Bauen Autobauer keine Fahr­ äder?» . Phil r Rosen­zweig: «Manager lassen sich über das Geheimnis des Erfolgs systematisch täuschen» . Douglas Rushkoff: «Der in­ teraktive Raum ist heute ebenso verschmutzt wie die Shop­ ping-Mall» . Edgar Schein: Vier Gesichter der Führung . Burkhard Spinnen: Kapitalismus, Sozialismus, Fraternismus . Peter Wippermann: Sozialer Reichtum . Klaus Woltron: Wie man Engelskreise konstruiert . Muhammad Yunus: Soziales Business JAHRES-ABONNEMENT Z EA Summaries aller Artikel finden Sie unter www.gdiimpuls.ch. Über das Archiv können einzelne Beiträge online bezogen werden. Unseren Leserservice er­ eichen Sie unter r Tel +41 41 329 22 34 (oder E-Mail: gdi-impuls@leserservice. ch) – oder faxen Sie uns einfach diesen Talon an: Fax +41 41 329 22 04 GDI Impuls Leserservice Postfach 6002 Luzern Schweiz KOLLEKTIV-JAHRES-ABONNEMENT SENDEN SIE UNS BITTE:  Ich bestelle GDI Impuls (4 Ausgaben  Zu einem Jahres-Abonnement können  ein Schnupper-Abonnement (2 Ausga­ pro Jahr) zum Preis von: CHF 120.–/ EUR 90.– (inkl. MwSt.; exkl. Versand) ben) CHF 45.–/EUR 34.– (inkl. MwSt.; Sie bis zu zwei vergünstigte Zusatz­ exkl. Versand) abonnemente beziehen. Pro Zusatz­ abonnement (Anzahl …): CHF 50.–/  Einzelausgabe Nr. …… CHF 35.–/Euro 27.– (inkl. MwSt.; exkl. Versand) EUR 38.– (inkl. MwSt.; exkl. Versand)  den GDI_Newsletter* NAME/VORNAME FIRMA STRASSE/NR. PLZ/ORT/LAND E-MAIL* DATUM/UNTERSCHRIFT TELEFON

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