Ausgabe 14, April 2012                                                               Umweltdeklarationen auf Knopfdruck.  ...
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What’s on your desk?                              04                                                                      ...
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  1. 1. Ausgabe 14, April 2012 Umweltdeklarationen auf Knopfdruck. Analoge Büros für digitale Nomaden. sign_2: Im Zeichen der Eleganz. Wie viel Stauraum braucht Ihr Büro?Titelfoto: © GettyImages/Jean Locke
  2. 2. .. 4Quo vadis, .... .... .... 7 .... ...Trend? .... .... .... .... .... .... .. 9 .... ... .... .... .... .... . .... .... .... ... .... 0 ....Wer sich seriös mit dem Thema Bürokonzepte be­schäftigt, .... .1 .... ... .... ... ....muss seine Finger am Puls der Zeit haben und sich dabei .... .... .... .... .... . ... .... ....ganz selbstverständlich mit der Frage „Wohin geht der .... ... ... .... .... ....Trend?“ beschäftigen. .... 12 .... . .. .... .... .... .... .... .... ... ... ... .... .... .... .... ....Gemeint sind hier aber keine modischen bzw. design­ .... . .. .... .... .... .... ... ... ... .... ....orientierten Trends – es geht vielmehr um die Evolution .... .... .... .... .... 3 .... .der Arbeitswelt und des Arbeitsverhaltens. Die neuen ... .... .... ... 1 .... .. ... ... . .... us .... .... ..... ....Arbeitsplatzmodelle der Generation Web 2.0 oder die ..... ter a .. .... . .... hH .... .... ... stästete Veränderung des Kommunikationsverhaltens sind ... ... ..... .... c na .... .... .... ng .... .....nur einige Beispiele, die eine Anpassung unserer Sicht­ .. .. hn ..... gu .... .... 14 .... eweise auf neue Anforderungen geradezu herausfordern. ... h? ..... ...... eu “g .... .... tisc ..... .. ..... erz er ...... z. n b ss de rei ..... ... Üb anWir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diese spannenden re a Sch ..... ...... leg mf om ..... . ..... ind N rem ...... rEEntwicklungen zu beobachten und von ihnen zu lernen. tro ale f Ih ..... .... rs S tion ... 16 de e„ it au ...... neBegleiten Sie uns in dieser Ausgabe auf eine Reise in die dig egt ka ..... ....... en di uni ...... ... sig für s li ....... ichWelt des Co-Workings, entdecken Sie neue Office-Kon­ m .... s– ....... De s wa Kom ...... Ze u ro ...... .zepte und erfahren Sie, wie die neue Employer-Genera­ ta Bü ger , der ..... ....... ...... Im h ge in tz .. ?....tion in Stockholm ihre Mittagspausen gestaltet. Lic cht lpla ck... Büro alo i ie ru cht I hr ...... 1 8 An r Fe : Sp opfd brau ......... t ma B üro f Kn m . ......... .........Außerdem werden wir Ihnen einen eiskalten und vor Die tplatz au urau nen l Sta .........allem spektakulären Qualitätstest vorstellen. Sie können Ma rk lar atio Wi e vie ....... .........das Thema „Licht“ in neuem Licht betrachten und Blicke tdek löst: avien.. wel Y unge S kandin ..... 19auf den Schreibtisch eines Stararchitekten sowie über die Um en X nd aus .............. zeich agstre ..............Schultern erfolgreicher Produktdesigner werfen. Und Sie Akte n r Mitt .............. : Neue n!............werden staunen, was es über das Thema „Stauraum“ Beat“ aller Zeite „Lunc h tätscheckzu sagen gibt. este Quali : Der härt Try Hard 3 .0 .......................... 20 n..................................Viel Spaß beim Blättern. errascht mit neuem RaumdesigIhr Markus Wiesner AMAG Ranshofen üb Arbeitslust in leidenschaftlich gestalteten Räumen................................................................. 22 Produktnews .............. ................................ ................................ Heute Led ................................ erhose, m .......... 24 orgen Bu ddha........ .............. .............. .............. .............. .............. ........... 2 6 © ideenwerk GmbH/Ludwig Rosenlechner Herausgeber: Wiesner-Hager Möbel GmbH, Linzer Straße 22, A-4950 Altheim, T +43/(0)7723/460-0, F +43/(0)7723/460-331, altheim@wiesner-hager.com, Impressum. www.wiesner-hager.com; Konzept, Redaktion, Art Direktion, Layout: 360°ideas (Partner von plenos); Satz- & Druckfehler vorbehalten.
  3. 3. Who is Who Designer sind Hier fehlt eine BU Hier fehlt eine BU Hier fehlt eine BU Hier fehlt eine BU Hier fehlt eine BU Überzeugungs­täter Wiesner-Hager war zu Besuch bei arge 2, einem langjährigen Partner in Sachen Produktdesign (z. B. ayo, update, sign_2, arta). In ihrem Studio in München gehen Georg Kaserer und Michael Spindler ihrem Traumberuf nach. arge 2 sind Allrounder, von der Pommesboutique in München über Fischer Ski Nordic bis hin zu Büromöbel und Haushaltsgeräte. Ihr Ziel: Die Raffinesse eines Produktes definieren – nicht unbedingt alles anders machen. Habt ihr einen gewissen Stil? Wie würdet ihr ihn be­ Mike: Bei mir war es der „Marienkäferball“, bereits zu schreiben – in wenigen Worten? meiner Studienzeit. Der wurde unglaublich oft verkauft und viele kennen ihn aus ihrer Kindheit, wenn ich Fotos Georg: Authentisch, sympathisch und beständig. Unser davon zeige (Anm. d. Red.: auch wir!). Design ist kein modisches Gimmick und muss auch nicht zwanghaft neu sein. Mike: Wir sind nicht laut. Kommt es vor, dass ihr ein Projekt ablehnt? Georg: Ja, wenn wir keinen Sinn darin sehen und wenn es Was wolltet ihr schon immer mal designen? das bloße Erbringen einer Leistung wäre. Mike: Uns ist auch wichtig, dass die Chemie mit dem Mike: Ein Segelboot. Segeln ist meine Leidenschaft, aber Kunden stimmt. die Boote vermitteln oft die Pseudogemütlichkeit eines Wohnwagens. Mir schwebt ein Segelboot mit Interieur im skandinavischen Blockhausstil vor. Wie schwierig ist der Spagat zwischen den Wünschen des Auftraggebers und euren Ideen? Was war euer bislang ungewöhnlichstes Projekt? Georg: Das hängt ganz vom Kunden ab. Natürlich arbeiten wir kundenorientiert, wir wollen aber auch den Georg: Eine Großflächensämaschine mit einer Kunden herausfordern, mit ihm zusammenarbeiten, auch Arbeitsbreite von bis zu 25 Metern. Man würde gar er soll seinen Beitrag leisten. nicht glauben, wie viel Design in einer modernen Land­ Mike: In der Zusammenarbeit entsteht dann eine gewisse wirtschaftsmaschine heutzutage steckt – besonders auch Reibung. Und die ist gut, denn sie bringt Neues. im Führerstand!4 contact “ Gutes Essen bereichert das Leben wie gutes Design. ” contact 5
  4. 4. Who is Who Product Was ist euch dabei wichtig? Georg: Die Produkte auch im Detail auf den Punkt zu bringen. Oft hören wir von den Kunden „deshalb verkaufen wir auch kein Stück mehr“ oder „das fällt doch Im Zeichen der Eleganz keinem auf “. Mike: Das mag sein, aber der Konsument spürt, wenn ein Produkt in sich nicht stimmig ist, auch wenn sie’s Das neue Mehrzweckstuhlprogramm sign_2 ist mehr als ein bloßes Facelifting des erfolgreichen mangels Fachwissen nicht artikulieren können. Stuhlklassikers sign. Als zeitgemäßes Redesign vereint es gestalterische Modernität mit höchsten funktionalen Ansprüchen: Die Form des Stuhls wurde auf das „Wesen des Sitzens“ reduziert und Woher holt ihr euch eure Inspiration? Shopdesign von arge 2 für Pupille komplexe Anforderungen wie Stapelbarkeit, Reihenfunktion oder Variantenvielfalt unscheinbar in das Optik in Schwaz in Tirol Georg: Als Designer hat man den Drang Neues zu gestalterische Stuhlkonzept integriert. entdecken, neue Grenzen auszuloten. Das ist ein Prozess des ständigen Hinterfragens: Wie wirkt etwas? Mike: Man muss einfach ein guter Beobachter sein, egal wann und wo. Welche großen gesellschaftlichen Veränderungen gab es in den vergangenen Jahren? Wie macht sich das im Design bemerkbar? Georg: Die vergangenen Jahre waren intensiv. Ein wesentliches Thema ist die Umweltproblematik und dass sich auch die Politik ihrer endlich bewusst wird. Auch die Bereiche Globalisierung/Lokalisierung spielen da mit rein. Mike: Das Design entfernt sich zunehmend vom Über­ zogenen und vom Protz. Die Konzentration liegt nun eher auf einer simplen Idee, auf mehr Originalität. Die Liebe zum Detail, die eigenen Werte stehen wieder im Mittelpunkt. Ehrlichkeit und Authentizität bekommen einen höheren Stellenwert. Lässt sich der Kopf eines Produktdesigners je ausschalten? Georg: Ein Designer ist ein Überzeugungstäter. Die Arbeit ist genussvoll, reizvoll. Man beschäftigt sich mit dem Leben, lebt seine Neugierde aus. Das ist kein 40-Stunden-Bürojob. Mike: Die Psyche ist aber auch damit verhaftet. Wenn ein Ergebnis nicht stimmt, dann kann sich das auch mal aufs Gemüt schlagen und man leidet. Was ist euer Lieblingsbuch? © ideenwerk GmbH/Ludwig Rosenlechner Georg: Ich lese eher Kurzgeschichten und Novellen, für Längeres ist selten Zeit. Mike: Am häufigsten in Gebrauch ist mein vegetarisches Kochbuch – wobei ich kein militanter Vegetarier bin. Das Design der Pommesboutique in München entstand in Gutes Essen bereichert das Leben wie gutes Design. Kooperation von arge 2 mit dem Architekten Martin Schmöller.6 contact contact 7
  5. 5. Trendwatching sign_2 besticht auf den ersten Blick durch seine einfache homogene Grundform. Mit dem Prinzip der sich verjün­ genden Schichtholzlehne entsteht ein fließender Übergang Licht aus – von den Hinterbeinen in die Rückenlehne, die nach oben dezent ausschwingt. Denselben natürlichen Formverlauf findet man im Übergang von der Rückenlehne zur Arm­ Die Produktsparte Beleuchtung erfährt seit ei- die „Stromfresser“ lehne, die sich ergonomisch zur Handauflage verbreitert. nigen Jahren eine rasante Entwicklung, zumal Hinter dem Designkonzept verbirgt sich eine feine Technik und die Auswahl hochwertiger Materialien, wie die herkömmliche Glühbirne als „Stromfresser“ gehn nach Haus zum Beispiel Eiche, Esche oder Buche für die Schichtholz- mehr und mehr ausgebrannt hat. Auch das gän- Rückenlehnen – verfügbar in zahlreichen unterschiedli­ chen Beiztönen. Besonderes Augenmerk wurde auf den gige Vorurteil, die neuen Lichtlösungen seien zu Sitzkomfort gelegt: Die Komfortpolsterung in Verbindung mit der elastischen, atmungsaktiven ilira-Sitz-Unterfede­ hell und steril, ist schon lange passé – das zeigen rung bilden eine ergonomische Sitzmulde, die auch nach die jüngsten Trends. stundenlangem Sitzen in Meetings noch Bequemlichkeit bietet. Die Langlebigkeit des Sitzes wird durch das hohe Raumgewicht des Schnittschaums gewährleistet. Haupteinsatzgebiete von sign_2 sind alle Bereiche der Der Mensch und seine biologische Uhr sind auf das natürliche Kommunikation wie Schulung, Seminar, Veranstaltung Licht und seine Veränderungen seit jeher programmiert. oder Besprechung. Die hochwertige Freischwinger- Intelligente Lichtsteuerungen reagieren hierauf, sie passen die © ideenwerk GmbH/Ludwig Rosenlechner Variante mit seinem schlanken klassischen Profil wurde Farbtemperatur und Lichtintensität an den menschlichen Bio­ speziell für Konferenzbereiche und als Besucherstuhl in rhythmus an. Licht mit hohem Blauanteil fördert beispiels­ Managementbüros konzipiert. weise die Konzentration und macht munter. Der Grund: Es hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Perfekt Fazit: Der neue sign_2 verbindet zeitlose Eleganz mit So­ also für die Zeit im Büro. lidität und hoher Wertigkeit, ohne wuchtig zu erscheinen. Im Rennen um die Nachfolge der Glühbirne liegt die Design: arge 2 Leuchtdiode (LED) um Längen voraus. Ihre Vorteile gegenüber Mitbewerbern wie Halogen-Leuchten und Ener­ giesparlampen sind klar, vor allem in punkto Energie- und Kosteneffizienz. LEDs haben einen geringen Verbrauch und eine Langlebigkeit von bis zu 20 Jahren (und länger!). Ihre niedrige Wärmeentwicklung reduziert die Klimatisierungs­ kosten. Weitere Vorzüge sind ihre Umweltverträglichkeit, die hohe Farbwiedergabe und keine Mehrfachschatten auf der Arbeitsfläche. So gut wie alle namhaften Hersteller wie beispielsweise Zum­ tobel, Artemide und Waldmann bieten bereits Büroleuchten auf LED-Basis an. Zusätzliche Unterstützung in der Be­ leuchtungsplanung bekommen Unternehmer von speziellen Lichtdesignern. Einen neuen Weg beschreitet das Stuttgarter Fraunhofer- Institut mit seiner Innovation „Virtual Sky“. Es holt den Himmel ins Büro: 50 mal 50 Zentimeter große LED-Kacheln simulieren einen blauen Himmel, auf dem Wolken vorüber­ ziehen. Die leichten Veränderungen der Lichtverhältnisse © Herbert Waldmann GmbH Co. KG fördern Wachheit und Konzentration. Erste Prototypen sind bereits im Einsatz. Energieeffizient: Den Himmel ins Büro © Fraunhofer IAO Stehleuchte Ataro von holen: Die dynamische Waldmann Licht­decke „Virtual Sky“8 contact contact 9
  6. 6. Trendwatching “ Die Kreativität der neuen Selbstständigen ist beachtlich. Monate lang gut gehen. Aber sobald die Subventionen und ” steuerlichen Vorteile nachlassen, beginnt der tägliche Kampf Solche Büros sind beispielsweise das The HUB in Prag (Location: ehemaliges Fabriksgebäude) oder auch das Neno- ums Überleben. Und wie wir nur zu gut wissen, sind nicht alle Office in Wien (Location: an der pulsierenden Mariahilfer Panoramaaufnahme von in der Lage, ökonomisch zu reüssieren.“ Straße gelegen). Was Reinhold Knoll von ihnen hält? „Diese The HUB in Prag Eine große finanzielle Belastung ist das eigene Büro. Miete Büromodelle kommen dem Kommunikationsbedürfnis und Möbel fressen viel Geld. Eine Möglichkeit, diesem Druck arbeitender Menschen sehr entgegen und im besten Fall gibt zu entkommen, ist Co-Working, also das Anmieten eines es am temporären Arbeitsplatz auch noch eine studentische Büroarbeitsplatzes auf bestimmte Zeit. Erstens wird die Nach­ Lockerheit, die unserem Kulturmodell der nächstfolgenden Analoge Büros für frage danach immer größer, und zweitens ergibt sich dadurch jungen Generation sehr gut entspricht.“ eine weitere wertvolle selbstständige Berufstätigkeit, nämlich In den meisten Co-Working-Offices kann man sich schon für die des so genannten Co-Working-Office-Betreibers. Und das ein paar Euro pro Tag einmieten, Sozialkontakte inklusive. ist gut so. Womöglich entpuppt sich der Sitznachbar eines Tages als digitale Nomaden Das Angebot in den Großstädten ist vielfältig und reicht potenzieller Kunde. Das wäre durchaus im Sinne des Co- vom urigen Erdgeschoßlokal im WG-Look über boboide Working-Gedankens. Im Idealfall würde man die neolabora­ Großraumwerkstätten bis hin zu slicken Studios, die den tive Dienstleistung dann nicht einkaufen, sondern tauschen. Eindruck vermitteln, man befände sich auf dem Filmset eines Ganz nach dem Motto: Suche Homepage-Grafiker, biete Science-Fiction-Films, irgendwann in den Sixties, als die Gestaltungssupervision. Das einzige Problem, das dadurch Zukunft noch weiß und hell erleuchtet war. Was fehlt, sind ungelöst bleibt, wäre Knolls Befürchtung des monetären Captain Kirk und Lieutenant Uhura. Misserfolgs. Wojciech Czaja Immer mehr Kreative, immer mehr Home-Offices. Doch der junge Worker von heute, lehren uns Markt und Werbung, ist nichts, wenn er nicht auch ein Co-Worker ist. Anmerkungen zu einem Trend. Besprechungsraum The HUB Prag Sie sind Kulturmanager, machen Kundenmediation, arbeiten als Lebenskuratoren, bieten ganzheitliche Unternehmensbera­ tungen an, betreiben Yoga-Blogs, unterrichten Körpersprache, veranstalten Rhetorikseminare für Kleinkinder, sind als Es­ peranto-Dolmetscher tätig, versuchen sich als freischaffende Trend-Scouts, stellen selbst gezeichnete Visitenkarten her und manufakturieren Schokobonbons aus Blütenstaub. Das neue Jahrtausend steckt voller neuer Berufsideen. Und das passt gut zum Trend, denn von den rund 4,1 Millionen er­ werbstätigen Österreichern sind etwa 478.500 Personen, also knapp zwölf Prozent, selbstständig tätig. Tendenz steigend. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren war die Selbstständigenquote noch um ein Fünftel geringer. „Die Kreativität der neuen Selbstständigen ist beachtlich“, sagt der Wiener Soziologe Reinhold Knoll. „Es ist schön, dass junge Menschen den Mut haben, eine Marktnische zu finden, sich dort einzunisten und sich langsam emporzuarbeiten. Aber das darf uns nicht von dem Umstand ablenken, dass der allgemeine Arbeitsmarkt in Europa immer kleiner und kleiner wird.“ Die Sozialpolitik lasse allmählich nach, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen seien schwieriger © Susanne Spiel Lounge-Bereich im Neno-Office in Wien als je zuvor. „Am Ende ist das Einzelunternehmertum oft nichts anderes als ein kreativer Versuch, um der Armutsfalle zu entkommen“, meint Knoll. „Das mag vielleicht ein paar10 contact contact 11
  7. 7. What’s on your desk? 04 Office Concepts 05 Marktplatz Büro: 11 Spielplatz der 03 Kommunikation 01 12 Klassische Büros, egal ob Zellen- oder Großraum- 06 büros, bieten wenig Spielraum für die Face-to- 07 10 Face-Kommunikation. Dabei nimmt der Bedarf an 09 spontaner zwischenmenschlicher Koordination und 08 “ Vernetzung massiv zu. Der „Marktplatz Büro“ bietet hierfür den nötigen Raum. Es gibt nichts, was es nicht© Dietmar Feichtinger Architectes gibt: von superstylish bis gediegen, von reduziert bis patchworkartig, ” Formale Meetings aus dem täglichen Workflow und Konferen­ 02 zen werden nach wie vor meist im klassischen Besprechungsraum abgehalten. Immer häufiger entstehen aber auch Mischzonen, von praktisch bis verspielt. sogenannte Marktplätze im Office, in denen Kommunikation auf ganz andere Weise stattfindet. Der Motor für diese Entwicklung ist vor allem die neue Mobilität der Technik. Sie macht ortsunge­ Der Schreibtisch ist ein einfaches Gestell mit einer weißen 01 bundenes Arbeiten spielerisch leicht. Spanholzplatte. Billig, aber groß. Möbelprogramm LTB Marktplätze können auf vielfältigste Weise genutzt werden: Sie 02 Unverkennbar, weiße Drehstühle von Ikea! bieten Raum für den aktiven Austausch von Informationen, für Dietmar Feichtinger, 03 Neben dem Schreibtisch steht der Prototyp der Holzbänke, die wir für die Passerelle Simone de Beauvoir entworfen haben. informelle Gespräche und das Arbeiten zwischendurch. Gleich­ zeitig sind sie persönlicher Rückzugsbereich. Offen und doch mit einem Hauch von Privatsphäre schaffen Marktplätze einen was liegt auf Ihrem ganz speziellen Office Lifestyle, der in klassischen Büros oder 04 Das ist unsere kleine Bürowerkstatt mitsamt Kopiergerät und Kommunikationsräumen nie zustande kommt. umfassendem Stempelarchiv. Räumlich werden Marktplätze meist in zentralen Zonen angesie­ Schreibtisch? Unser Druckerpapier. delt: in Mittelzonen (häufig in Verbindung mit einer Technikin­ 05 sel und einem Gruppenarchiv), als zentrale Meeting Points und Eine Flasche Badoit. Ich bin ein leidenschaftlicher Mineralwas- 06 in Verbindung mit Working Cafés oder Lounges. ser-Trinker. Ebenso unbegrenzt wie die Nutzung ist der Spielraum für die Paris am Rande der abgetretenen Touristenpfade. Rue des Vignoles, nur ein paar Da arbeiten wir gerade an einem Wettbewerb: Baumassen- und Gestaltung: Die Innenraumgestalter lassen bei Markt­plätzen Minuten von der Place de la Nation entfernt. Und da ist es: Dietmar Feichtingers 07 ihrer Kreativität freien Lauf. Es gibt nichts, was es nicht gibt: Topografie-Modell für einen neuen Elite-Universitätscampus in Büro im Erdgeschoß eines sozialen Wohnhauses. „Wir haben das Geschäftslokal 1998 Saclay am Rande von Paris. von superstylish bis gediegen, von reduziert bis patchworkartig, übernommen, als wir gerade am Wettbewerb für die Passerelle Simone de Beauvoir von praktisch bis verspielt. Durch eine CI-konforme Gestaltung gearbeitet haben“, sagt Dietmar Feichtinger. „Der Zustand war roh, ja sogar mehr als Das ist der Katalog zu unserer Ausstellung „Dietmar Feichtinger lässt sich auch die Unternehmenskultur vermitteln. Firmen 08 roh. Es gab einen Betonboden und zwei Baustellen-Steckdosen.“ Der raue Charme des Architectes 1993–2011“. wie die Wiener Stadtwerke, Google oder Microsoft bauen sich Innenraums ist bis heute erhalten. An der Decke sind Wärmedämmplatten montiert, ganz eigene Landschaften, die nicht nur die Innovationskraft Projektmappen für einen Wettbewerb, der gerade abgeschlos- die Wände sind großteils ungestrichen und das WC ist ein Provisorium aus verzink­ 09 sen wurde: Firmensitz von Veolia Environment. Mal schauen, des Unternehmens unterstreichen, sondern vor allem auch der ten Regalen und Schichtsperrholz. Über dem Spülkasten baumelt eine Schreib­ isch­ t was daraus wird. Kreativität ihrer Mitarbeiter dienen. leuchte. Erst vor Kurzem wurde eine der Wände weiß gestrichen. „Wir haben eine Die Möbel unterstützen den spontanen, informellen Charakter Powerpoint-Präsentation für unseren Bauherrn vorbereitet und haben einen hellen, 10 Entwurf für eine Fußgängerbrücke in Mantes-la-Jolie. der Marktplätze. Lockere Sitzgruppen und Stehtische mit Bar­ neutralen Untergrund gebraucht“, erinnert sich der Chef. Rund 30 Mitarbeiter sind hocker werden genauso eingesetzt wie Bistromöbel oder Lounge- hier tätig. Alle haben einen fixen Arbeitsplatz. Alle bis auf einen. Am 11. Februar wurde unsere Schule in Nanterre eröffnet. Wir 11 Sessel. Immer häufiger findet man auch sportliche Elemente wie haben für die Schülerinnen und Schüler eine kleine Ausstellung „Ich habe keinen eigenen Schreibtisch und ich habe keinen eigenen Computer. Billard, Darts oder Tischfußball. Den Einrichtungsideen sind gemacht. Meistens sitze ich am Besprechungstisch. Und wenn ich einmal digital arbeiten muss, eigentlich keine Grenzen gesetzt – und das ist gut so. schnappe ich mir einen Platz, der gerade frei ist.“ Doch das Büro platzt aus allen Die Aquafix-Rollen müssen wir aus Österreich importieren. Das 12 Nähten. Es ist eng geworden. Demnächst wird man nach Montreuil übersiedeln. Transparentpapier in Frankreich ist zu dick, das österreichische ist viel feiner und viel angenehmer. Am Flughafen werde ich 12 contact mit den Rollen im Handgepäck jedes Mal aufgehalten und contact 13 kontrolliert.

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