Maturitätsarbeit an der Kantonsschule Wattwil                   November 2011Webbasierte Standortbestimmung ander Oberstuf...
Inhaltsverzeichnis1 Vorwort..................................................................................................
7.3 Analyse der Ergebnisse ..................................................................................................
1 VorwortBezüglich der Arbeit werden durch Begriffe wie Schüler, Lehrer, Teilnehmer etc. jeweils die männli-chen und die w...
Während ich die Punkte, welche eine Anpassung des Schulsystems an die neuen Ansprüche des Be-rufslebens behandeln, befürwo...
2 Einleitung2.1 ZielDas grundlegende Ziel meiner Arbeit ist die Ausarbeitung eines Onlinetests zur Überprüfung derDeutschf...
Die Module der kantonalen Standortsbestimmung geben die Resultate der Schüler in Punkten von200 bis 800 an. Dies soll den ...
2.2.1 SurveyMonkeySurveyMonkey ist ein, auch unter Schülern und Lehrern der Kantonsschule Wattwil, beliebtes Tool,um einfa...
3 Möglichkeiten und Schwierigkeiten von OnlinetestsBei Onlinetests werden zunächst die Vorteile in den Vordergrund gestell...
eine mehrmalige Befragung der Teilnehmer zu unterschiedlichen Themen im gleichen Rahmen an-streben, wird bei einem Online-...
Er wurde in die Hauptgebiete Grammatik, Aufsatz, mündlicher Ausdruck und Sprechen gegliedert(Frey, 1968). Diese Hauptgebie...
anderem die Eltern in der Erziehung des Kindes unterstützen, die Begabungen der Schülerinnen undSchüler fördern und diese ...
Rahmenbedingungen                                   Bildungsplan                                    Fachbereichspläne     ...
damit die Anforderungen des Lehrplans erfüllt werden können.Letztlich dient der Lehrplan auch den Schulleitungen zur Ausar...
Deutsch formuliert. Allerdings handelt es sich meistens nur um in abgeschwächter Form formulierteAngaben. Der Teilbereich ...
(ebd., S.6) sollen die Schüler Gestaltungsnormen erlernen, um ihre Gedanken in Schrift darzustellen.Schreiben soll allerdi...
Als Beispiel dient der „Lernbereich Sprechen“ (Erziehungsdepartement des Kantons St. Gallen, 2008,S. 25). Dieser Lernberei...
Die erste Aufgabengruppe bilden die „Open-Ended Types“ (ebd.). Diese Gruppe erlaubt den Proban-den ihre Antwort selbst zu ...
Eine bejahend formulierte Testaufgabe misst im Allgemeinen wichtigere Lernergebnisse als eine vernei-           nende, wei...
Insgesamt wurden die Ergebnisse von 579 Schülern gesammelt. 365 Schüler gehören der Sekundar-stufe an und 214 Schüler der ...
7 Auswertung7.1 AuswertungskriterienBezüglich der Auswertung sind mehrere Kriterien zu beachten. Nicht gelöste Aufgaben wu...
Punktezahl                                       200           300      400    500     600      700          800Prozentual...
werden die teilnehmenden Klassen separat ausgewertet. In der Trennung zwischen Sekundar- undRealstufe werden ausserdem die...
Aufgaben zum Lernbereich Hören                        Fach- und Fremdwörter                                         5.37 G...
Nationalität: Schweiz                                                                              Nationalität: Deutschla...
7.2.4 Erstes Schuljahr der RealstufeIm ersten Schuljahr der Realstufe lässt sich ein stärkerer Geschlechterdrift feststell...
der Anzahl der männlichen und der weilblichen Schüler immer noch gravierend. Bezüglich der Natio-nalitäten kann keine star...
steht, doch in vielen Bereichen der alltäglichen Verwendung der Sprache werden die Sprachfähigkei-ten eines Schülers oder ...
8 LiteraturverzeichnisAmt für Volksschule St. Gallen: Test- und Lernsysteme, Rahmenbedingungen Klassencockpit,(http://www....
Hack, Juliane: Webbefragungen und Online-Access Panels als Möglichkeiten onlinegestützterForschung. Chancen, Probleme und ...
Abb. 4: Feinaufbau des Bildungs- und Lehrplans von 1997 (eigene Darstellung, 2011)................ 11Abb. 5: Aufbau des Te...
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Dies ist die korrigierte Version meiner Maturaarbeit.

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Maturaarbeit Korrigierte Version

  1. 1. Maturitätsarbeit an der Kantonsschule Wattwil November 2011Webbasierte Standortbestimmung ander Oberstufe des Kantons St. GallenEin Onlinetest zum Überprüfen der Deutschkompetenz,durchgeführt in 26 Klassen der Region ToggenburgKorrigierte Version Betreuer: Urs Henning Unterstrasse 58 9000 St. Gallen 071 / 222 64 03Vorgelegt von Atilla Atasoy, Grüenaustrasse 20a, 9630 Wattwil urs.henning@hotmail.com
  2. 2. Inhaltsverzeichnis1 Vorwort................................................................................................................................................. 2 1.1 Persönlicher Themenbezug ........................................................................................................... 2 1.2 Dank............................................................................................................................................... 32 Einleitung .............................................................................................................................................. 4 2.1 Ziel ................................................................................................................................................. 4 2.2 Technische Mittel .......................................................................................................................... 5 2.2.1 SurveyMonkey ........................................................................................................................ 63 Möglichkeiten und Schwierigkeiten von Onlinetests ........................................................................... 7 3.1 Grundlagen eines Online-Access-Panels ....................................................................................... 7 3.2 Vorteile eines bestimmten Befragtenkreises ................................................................................ 84 Der Testrahmen .................................................................................................................................... 8 4.1 Der Lehrplan des Kantons St. Gallen ............................................................................................. 8 4.1.1 Aufbau des Bildungs- und Lehrplans Volksschule .................................................................. 9 4.1.2 Vorgesehene Verwendung des Lehrplans ............................................................................ 11 4.2 Der Lehrplan zum Fachbereich Sprachen – Deutsch ................................................................... 12 4.2.1 Richtziele des Teilbereichs Deutsch ..................................................................................... 135 Erstellung des Fragenpools................................................................................................................. 14 5.1 Grundzüge der klassischen Testtheorie ...................................................................................... 14 5.2 Erstellung der verwendeten Fragen ............................................................................................ 14 5.3 Optimierung der Fragestellung ................................................................................................... 156 Durchführung ..................................................................................................................................... 17 6.1 Örtliche Beschränkung und teilnehmende Schulen .................................................................... 17 6.2 Ausführung der Tests und Richtlinien ......................................................................................... 187 Auswertung ........................................................................................................................................ 19 7.1 Auswertungskriterien .................................................................................................................. 19 7.2 Statistische Auswertung .............................................................................................................. 20 7.2.1 Erstes Schuljahr der Sekundarstufe...................................................................................... 21 7.2.2 Zweites Schuljahr der Sekundarstufe ................................................................................... 22 7.2.3 Drittes Schuljahr der Sekundarstufe .................................................................................... 23 7.2.4 Erstes Schuljahr der Realstufe .............................................................................................. 24 7.2.5 Zweites Schuljahr der Realstufe ........................................................................................... 24 7.2.6 Drittes Schuljahr der Realstufe............................................................................................. 24
  3. 3. 7.3 Analyse der Ergebnisse .................................................................................................................... 25 7.3.1 Fehleranalyse........................................................................................................................ 268 Literaturverzeichnis ............................................................................................................................ 279 Abbildungsverzeichnis ........................................................................................................................ 2810 Tabellenverzeichnis .......................................................................................................................... 29 1
  4. 4. 1 VorwortBezüglich der Arbeit werden durch Begriffe wie Schüler, Lehrer, Teilnehmer etc. jeweils die männli-chen und die weiblichen Repräsentanten der jeweiligen Personengruppen bezeichnet. Weiterhinwird die Erwähnung der Sekundarstufe vor der Realstufe in einigen Teilen der Arbeit durchgehalten,was jedoch keinesfalls als eine Bevorzugung oder Höherstellung der Sekundar- gegenüber der Real-stufe implizieren soll.1.1 Persönlicher ThemenbezugAn der Kantonsschule Wattwil treffen sich Jugendliche verschiedener Gemeinden und Nationalitäten.Viele Schüler meiner Klasse stammen aus dem Gebiet Rapperswil-Jona und dem Toggenburg undgingen auch dort in die Volksschule1. Im Verlauf meiner Schulzeit habe ich öfters festgestellt, dass derLehrstoff der Schulgemeinden, aus denen meine Klassenmitglieder stammen, nicht ausreichend ver-einheitlicht und auf die weiterführenden Schulen des Kantons zugeschnitten ist. Nicht selten hattenmeine Mitschüler und ich Themen in unterschiedlichem Masse behandelt. Dieser Umstand verur-sachte für mich vor allem im Fach Deutsch einige Probleme, da ich zum Beispiel die Grundlagen derInterpunktion sehr oberflächlich gelernt hatte, während andere Schüler nur selten Aufsätze ge-schrieben hatten. Als ich die Themenwahl für meine Maturaarbeit treffen sollte, entschied ich mich,die Ursachen dieses Problems und das Ausmass dieser Wissensunterschiede zu untersuchen. Eineweitere Grundlage meiner Arbeit war das HarmoS-Konkordat2, das am 1. August 2009 in Kraft getre-ten ist. Dieses soll die obligatorische Schule interkantonal harmonisieren und die Bildungsziele ver-stärkt vereinheitlichen. Dies soll durch fünf Umstrukturierungen im Schulsystem der obligatorischenSchule geschehen (Schweizerische Konferenz der Kantonalen Erziehungsdirektoren , 2011):  Verlängerung der obligatorischen Schulzeit auf elf Jahre mit Einführung einer Vorschule oder Ein- gangsstufe anstelle des bisherigen Kindergartens  Benennung der übergeordneten Ziele der obligatorischen Schule für die ganze Schweiz. d.h. ein gemeinsamer Lehrplan, um der erhöhten Mobilität und der Chancengleichheit gerecht zu werden  Bezeichnung von Instrumenten der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung auf nationaler Ebene, um die Anforderungen anzugleichen  Bestimmung von Instrumenten verbindlicher Bildungsstandards. Hiermit ist gemeint, dass vermehrt Lernmethoden und Recherchefertigkeiten gelernt werden anstatt vor allem Faktenwissen. Dies, um die Schülerinnen und Schüler auf eine sich schnell verändernde Welt vorzubereiten  Anpassungen an nationale und internationale Portfolios (ebd.)1 Der Begriff „Volksschule“ umfasst in der Schweiz die 9 obligatorischen Schulstufen der Primar- und der Ober-stufe.2 „Interkantonale Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule“ (Schweizerische Konfe-renz der kantonalen Erziehungsdirektoren, 28.07.2011). 2
  5. 5. Während ich die Punkte, welche eine Anpassung des Schulsystems an die neuen Ansprüche des Be-rufslebens behandeln, befürworte, möchte ich in meiner Arbeit die Harmonisierung der Lehrpläneund der Ziele in den Vordergrund stellen. Die Befürworter des HarmoS-Konkordats führen an, dassSchulwechsel oft grosse Probleme für die Schüler verursachen, da jeder Kanton einen eigenen Lehr-plan und ein eigenes Schulsystem besitzt. Allerdings möchte ich zeigen, dass das Problem nicht nurinterkantonal ist, sondern schon zwischen den Schulgemeinden der jeweiligen Kantone beginnt.Bezüglich der Umsetzung entschied ich mich, eine weitere persönliche Beobachtung einzubeziehen.An den Oberstufen wie auch an den Kantonsschulen werden mehrere Tests zur Standortbestimmungdurchgeführt. Mein Ziel ist es, dieses Mittel zu verwenden, um aufzuzeigen, dass nicht nur die unter-schiedlichen Gemeinden, sondern auch die einzelnen Schulen nicht ausreichend aufeinander abge-stimmt sind. Ausserdem möchte ich die Schwachstellen dieser Onlinetests demonstrieren und Emp-fehlungen zu deren Verbesserung abgegeben.1.2 DankZunächst möchte ich meinem Betreuer Herrn Urs Henning danken, der mich mit vollem Einsatz beimeiner Arbeit unterstützt hat. Des Weiteren geht mein Dank an den eprolog-Beauftragten, HerrnThomas Scherer, für seine freundliche Hilfe und an die Stellvertretende Datenschutzbeauftrage desKantons St. Gallen, Frau lic. iur. Claudia Hanimann-Wenk, für Ihre freundliche Mitarbeit bei der Aus-arbeitung der Datenschutzerklärung. Insbesondere möchte ich mich bei allen teilnehmenden Lehr-personen und Schülern bedanken, die mir trotz ihrer begrenzten Zeit eine Lektion zugesprochen ha-ben, um diesen Test durchzuführen. Schliesslich möchte ich dem Unternehmen SurveyMonkey dan-ken, das mir sein Gold-Modell für 12 Monate zur Verfügung gestellt und die technische Umsetzungmeiner Arbeit ermöglicht hat. 3
  6. 6. 2 Einleitung2.1 ZielDas grundlegende Ziel meiner Arbeit ist die Ausarbeitung eines Onlinetests zur Überprüfung derDeutschfähigkeiten der Oberstufenschüler3 in der Region Toggenburg. Der dazu verwendete Aufga-benkatalog beruht auf den im Lehrplan des Kantons St. Gallen formulierten Lernzielen für die Ober-stufe im Fach Deutsch. Die Ergebnisse sollen die Kompetenzen der Schüler der unterschiedlichenSchulen und Schulgemeinden widerspiegeln und vergleichen. Verglichen werden jedoch nicht dieallgemeinen Fähigkeiten der Schüler, sondern der Wissensstand der Schüler in den jeweiligen Teilbe-reichen und Themen, in welche der Lehrplan des Kantons St. Gallen eingeteilt ist. In diesem Punktunterscheidet sich meine Arbeit grundsätzlich von den webbasierten Standortbestimmungen desKantons wie die Stellwerk- und eprolog-Prüfungen.Dieses System der Standortbestimmung begann im Kanton St. Gallen mit dem Klassencockpit. Diesesumfasst die Fächer Deutsch und Mathematik und richtet sich an alle Schüler der Unter-, Mittel- undOberstufe. Obligatorische Schule Unterstufe Mittelstufe Oberstufe 1. bis 3. Schuljahr 4. bis 6. Schuljahr 7. bis 9. Schuljahr 2. Schuljahr 4. Schuljahr 7. Schuljahr LernLOT Klassencockpit Klassencockpit Schriftlich Schriftlich Schriftlich 3. Schuljahr 5. Schuljahr 8. Schuljahr 8. Schuljahr Klassencockpit Klassencockpit Klassencockpit Stellwerk 8 Schriftlich Schriftlich Schriftlich Online 6. Schuljahr 9. Schuljahr 9. Schuljahr Klassencockpit Klassencockpit Stellwerk 9 Schriftlich Schriftlich Online Abb. 1: Organisierung der Standortbestimmungen des Kantons St. Gallen (in Anlehnung an Erziehungsrat des Kantons St. Gallen, 2010)Im Verlaufe der letzten Jahre wurden weitere spezialisierte Module hinzugefügt, um den Anforde-rungen der jeweiligen Schulstufen zu genügen. Unter anderem handelt es sich dabei um das LernLOT-Modul. Da im Lehrplan des Kantons St. Gallen Grundanforderungen für Schüler der 2. Primarklasseformuliert sind, soll dieses Modul den Lehrern helfen, die Fähigkeiten der Schüler zu überprüfen.Weiterhin kommen die Module 8 und 9 des Stellwerks hinzu, welche sich vor allem an die Schüler derOberstufe richten. Und letztlich wurde das eprolog-Modul eingeführt, welches eine spezialisierteStandortbestimmung für Mittelschüler garantieren soll (Erziehungsrat des Kantons St.Gallen, 2010).3 Als Oberstufenschüler werden in der Schweiz alle Schüler der 1. bis 3. Sekundar- und Realschule bezeichnet. 4
  7. 7. Die Module der kantonalen Standortsbestimmung geben die Resultate der Schüler in Punkten von200 bis 800 an. Dies soll den Schülern einen Überblick über Ihre Fähigkeiten in den jeweiligen Fä-chern gewähren. Allerdings erhalten die Schüler keine detaillierteren Einblicke in ihre Fehler oder ihrAbschneiden in den einzelnen Themen. Im Gegensatz dazu erhalten die Schüler bei meiner TestreiheEinblick in die Korrektur ihrer jeweiligen Antworten und detaillierte Punktebewertungen bezüglichder einzelnen Themen (Amt für Volksschule, 2010).In Bezug auf die technische Umsetzung wird der Onlinetest nach dem Vorbild der Stellwerk-undeprolog-Prüfungen des Kantons St. Gallen erstellt. Es werden Testdurchgänge durchgeführt, welcheVerbesserungsansätze aufzeigen sollen, um diese in das Testdesign einzubinden. Weiterhin ist es dasStellwerk-Team, welches bekannte Probleme und Schwierigkeiten zur Anregung weitergibt.2.2 Technische MittelDer Test wird als Onlinetest am Computer durchgeführt. Die technischen Mittel bietet der verwende-te Anbieter SurveyMonkey Schweiz. Weiterhin wurde eine Datenschutzerklärung, in Zusammenarbeitmit der Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) und der Fachstelle fürDatenschutz des Kantons St. Gallen, ausgearbeitet. Die Datenschutzerklärung deckt alle rechtlichvorgeschriebenen Punkte ab. Einerseits muss die Veröffentlichung der Ergebnisse anonym erfolgen: Anonymisierung bedeutet, dass die personenbezogenen Merkmale von Personendaten entfernt wer- den. Danach ist es niemandem mehr möglich, aus den Daten einen Personenbezug herzustellen, auch nicht dem Datenbearbeiter (Rosenthal, Handkommentar zum DSG, Zürich 2008, Art. 3 N 35). In einzel- nen Fällen kann die Entfernung des Namens oder der Adresse genügen. Falls aber besondere Merkmale die Identifizierung des Betroffenen weiterhin ermöglichen, gelten die betreffenden Daten nicht als ano- nymisiert (EDSB-TB9, 59) (Hanimann, 2011).Anderseits muss „Transparenz gewährleistet werden“ (ebd.). Dies bedeutet, dass die Testteilnehmerüber die Verwendung der Daten informiert werden müssen. Ausserdem dürfen die Daten nur zu die-sem angegebenen Zweck verwendet werden.Der wohl bekannteste Punkt ist die Sicherheit vor der Weitergabe an Dritte. Die Daten müssen auchvor einem Zugriff von Dritten geschützt werden. Dies muss nicht nur auf der Betreiberbasis, welchein diesem Fall SurveyMonkey ist, gewährleistet sein, sondern auch in der Offline-Verwendung bei derstatistischen Auswertung. Dieser Schutz muss „durch angemessene technische und organisatorischeMassnahmen“ (ebd.) erfolgen. Letztendlich besitzen die Testteilnehmer wie jegliche andere Perso-nen, welche Daten an Dritte weitergeben, ein Widerrufsrecht. Gegen den ausdrücklichen Willen der Schülerinnen und Schüler dürfen deren Personendaten nicht be- arbeitet werden. Den Schülerinnen und Schülern steht die Möglichkeit zu, die Bearbeitung bzw. die wei- tere Bearbeitung ihrer Personendaten zu untersagen (informationelle Selbstbestimmung) (ebd.). 5
  8. 8. 2.2.1 SurveyMonkeySurveyMonkey ist ein, auch unter Schülern und Lehrern der Kantonsschule Wattwil, beliebtes Tool,um einfache Umfragen zu erstellen und auszuwerten. SurveyMonkey bietet Kunden eine onlineSoftware zur Ausarbeitung und Auswertung von Umfragen an. Weiterhin übernimmt SurveyMonkeydie technische Umsetzung. Dies bedeutet, dass die Onlineschaltung der Umfrage direkt über denAnbieter läuft. Die meisten der Kunden nutzen das kostenlose Paket des Anbieters. Dieses be-schränkt jedoch die Anzahl der Fragen pro Umfrage auf 10 Fragen und die Beantwortungen pro Um-frage auf 100 (SurveyMonkey Corporation, 03.07.2011, S. 4). Da diese Beschränkungen die Verwen-dung für einen Onlinetest verunmöglichen, benutzte ich das Gold-Modell. Dieses wurde mir von Sur-veyMonkey für ein Jahr zur Verfügung gestellt. Grundsätzliche Vorteile dieses Paketes sind die unbe-grenzte Anzahl von Fragen und Beantwortungen sowie die Möglichkeit, die Umfrage über einHTTPS4-System laufen zu lassen. Neben den grundlegenden Formatierungs- und Designmöglichkeitenermöglicht SurveyMonkey das spezialisierte Ausarbeiten der Tests und Umfragen mittels HTML-Codierung (ebd., S. 66).Die zuvor erwähnten Richtlinien zum Datenschutz des EDÖB müssen von SurveyMonkey gewährleis-tet werden. Dies geschieht durch das zuvor erwähnte HTTPS-System. Ausserdem werden die privatenInformationen der Testteilnehmer auch durch digitale Zertifikate5 vor Zugriffen Dritter geschützt.SurveyMonkey bietet diese Dienstleistung durch gesicherte VeriSign-SSL-Zertifikate6. Zum Schutz vorunautorisierten Zugriffen Dritter wird SurveyMonkey täglich getestet und mit einem neuen McAfee-Secure-Zertifikat ausgestattet. Dieses garantiert laut McAfee einen Schutz im Umfang von mehr als99.9% vor Hackerangriffen. SurveyMonkey ist bei allen grossen Datenschutzunternehmen im höchs-ten Level akkreditiert. Neben der TRUSTe-Validierung befindet sich SurveyMonkey auch in der Karteides Better Business Bureau (ebd., S. 68). Diese Unternehmen vergeben Zertifikate an Onlineanbieter,welche die Daten der Benutzer anonym verarbeiten. In der offline Handhabung der Daten verbietetdas EDÖB die Speicherung der Ergebnisse auf Flashspeichermedien wie USB-Sticks oder SD-Karten.Die Daten müssen den Teilnehmern entweder in gedruckter Version in einem verschlossenen Cou-vert oder auf einer CD übergeben werden.4 HTTPS bedeutet Hypertext Transfer Protocol Secure und ist ein zusätzliches Kommunikationsprotokoll zumStandard HTTP. HTTPS gewährleistet die abhörsichere Übertragung von Daten zwischen Computern im Inter-net.5 Ein Digitales Zertifikat ist ein digitaler Datensatz, der bestimmte Eigenschaften von Personen oder Objektenbestätigt und dessen Authentizität und Integrität durch kryptografische Verfahren geprüft werden kann. Dasdigitale Zertifikat enthält insbesondere die zu seiner Prüfung erforderlichen Daten (Braschler, 2005).6 SSL (Secure Sockets Layer) Zertifikate sichern den Austausch von vertraulichen Daten zwischen Benutzern unddem Server durch Verschlüsselung der Daten ab. Weiterhin identifiziert jedes SSL Zertifikat den Eigentümer desZertifikats und den Serveranbieter eindeutig (Steinberg, 2005). 6
  9. 9. 3 Möglichkeiten und Schwierigkeiten von OnlinetestsBei Onlinetests werden zunächst die Vorteile in den Vordergrund gestellt. Diese sind unter anderemdie Einsparungen in den Bereichen Aufwand und Kosten. In kürzester Zeit können auch komplexereUntersuchungen ohne hohen Personal- und Materialaufwand durchgeführt werden. Ausserdem wer-den oft die „Asynchronität und die Alokalität“ (Hack, 2004, S. 8) als grundlegende Vorteile erwähnt.Ein internetbasierter Test kann zu jeder Zeit an jedem Ort durchgeführt werden. Dies vergrössert dieTeilnehmergruppe, da den Befragten grosse Flexibilität zugestanden wird. Neben diesen Vorteilen istes vor allem die „Automatisierbarkeit der Durchführung und Auswertung“ (Batinic, 2001, S. 13), wel-che diese Art der Befragung zur passendsten für begrenzte Mittel macht. Der Teilnehmer kann auchohne Hilfe eines Interviewers den Fragebogen lösen, da das „Screen-by-screen-Design“ (Theobald,2003, S. 57) auch für Laien intuitiv zu begreifen ist. Die „Objektivität der Durchführung“ (Hack, 2004,S. 8) ist ein weiteres wichtiges Argument für Onlinetests. Die Ergebnisse der Teilnehmer stehen inkeinem Zusammenhang mit dem Interviewer, der bei Onlinetests gar nicht vorhanden ist.Bezüglich der Schwierigkeiten von Onlinetests besteht die „Frage des Datenschutzes“ (ebd., S. 10).Die Weitergabe der Daten von Drittpersonen ist immer bedenklich. Dieses Problem kann allerdingsdurch eine festgelegte und klar reglementierte Datenschutzerklärung gelöst werden. Diese mussallen Teilnehmern jederzeit zur Einsicht bereitstehen. Im Gegensatz zu schriftlich oder telefonischdurchgeführten Befragungen verlangen Onlinetests immer eine, wenn auch geringe, Technikkompe-tenz der Teilnehmer. Die Befragten müssen sich in den Grundzügen der Bedienung eines Computersund des Internets auskennen. Dank der Überarbeitungen der Testdesigns und der in den Schulendurchgeführten Ausbildungen der Schüler in informationstechnischen Bereichen verringert sich al-lerdings dieses Problem.Bei offenen Onlinetests muss im Prinzip immer von einer „Stichprobenbeziehung“ (Theobald, 2003,S. 238) gesprochen werden. Nur ein bestimmter Teil der Bevölkerung hat die Möglichkeit, das Inter-net zu benutzen. Zwar steigt dieser Anteil kontinuierlich an, allerdings muss dann bei der Verallge-meinerung der Ergebnisse beachtet werden, inwieweit die Repräsentativität der Befragten gegebenist (Hack, 2004, S. 18). Dieses Problem kann jedoch durch die Verwendung eines Online-Access-Panels umgangen werden.3.1 Grundlagen eines Online-Access-PanelsDie grundlegende Basis eines Online-Access-Panels ist der Pool. In diesem werden rekrutierte Teil-nehmer zusammengefasst. Dies bedeutet, dass im Gegensatz zu einfachen Onlinetests, wo die Identi-tät der Teilnehmer oft nicht nachverfolgbar ist, bei Online-Access-Panels die Teilnehmer bekanntsind. Es besteht also die Möglichkeit, bestimmte Alters-, Geschlechts-, Nationalitätsgruppen etc. ausdem Pool zu wählen, um allein mit diesen die Befragung durchzuführen. Während normale Panels 7
  10. 10. eine mehrmalige Befragung der Teilnehmer zu unterschiedlichen Themen im gleichen Rahmen an-streben, wird bei einem Online-Access-Panel auch eine einmalige Studie in Betracht gezogen.3.2 Vorteile eines bestimmten BefragtenkreisesBei Online-Access-Panels werden neben den Namen und den Adressen der Teilnehmer auch ver-schiedene soziodemografische und andere Merkmale gespeichert. Dadurch, dass die Teilnehmer-gruppe eindeutig bestimmt ist, kann die Interpretation der Ergebnisse auf diese Gruppe bezogenwerden. Die Ergebnisse werden repräsentativer, da die Stichprobenwirkung verringert wird. Bei in-tensiver Poolpflege, also der stetigen Rekrutierung neuer Testteilnehmer, können aus demselbenPool Teilnehmer für mehrere Themen verwendet werden. Oft werden potenzielle Teilnehmer durchAnreize wie etwa Gutscheine rekrutiert. Dieses System verwendet unter anderem die UniversitätZürich. Allerdings sind diese Anreize umstritten. Zu kleine Anreize können Personen davon abhalten,am Test teilzunehmen, während zu grosse Anreize womöglich die Teilnehmer von der Befragungablenken und somit die Ergebnisse verfälschen (Nikolaus, 2009).4 Der TestrahmenDie Ziele, welche der Test überprüfen soll, basieren auf dem Bildungs- und Lehrplan Volksschule desKantons St. Gallen in der aktuellen dritten Auflage aus dem Jahre 2008.4.1 Der Lehrplan des Kantons St. GallenDer ursprüngliche Lehrplan des Kantons St. Gallen „Lehrplan für die Sekundarschulen des Kantons St.Gallen“ wurde am 12. August 1958 genehmigt. Dieser unterschied sich grundsätzlich vom heutigenLehrplan. Lehrplan für die Sekundarschulen des Kantons St. Gallen 1958 Hauptgebiete Grammatik Aufsatz Themen Themen Wortschatz Rechtschreibung Brief Erlaubnis Satzlehre Diktate Sachbericht Schilderung Beschreibung Mündlicher Ausdruck Sprechen Themen Lesen Aussprache Memorieren Erzählen Mundart Abb. 2: Aufbau des Lehrplans von 1958 (in Anlehnung an Frey, 1968) 8
  11. 11. Er wurde in die Hauptgebiete Grammatik, Aufsatz, mündlicher Ausdruck und Sprechen gegliedert(Frey, 1968). Diese Hauptgebiete wurden wiederum in Themen unterteilt.Im Lehrplan für die Sekundarschulen des Kantons St. Gallen sind sechs allgemeine Ziele für das FachDeutsch formuliert, welche sich im Grundsätzlichen mit allen anderen Lehrplänen dieser Zeit in derSchweiz überschneiden.  Ausdrucksfähigkeit in der Muttersprache [gemeint ist Deutsch, R.E.] in Wort und Schrift  Einblick in den Unterschied zwischen Mundart und Schriftsprache  Sinn für die Lebendigkeit der Sprache, für Sprachgeschichte  Interesse und Verständnis für heimisches Sprachgut und gute Literatur, Ablehnung der Schundliteratur  Fähigkeit, genau zu beobachten und zu beschreiben  Erziehung zu klarem, logischem Denken und zur richtigen, sinngemässen Formulierung in der Ausdrucksweise eines Gedankens (Frey, 1967, S. 86)Allerdings enthält der Lehrplan des Kantons St. Gallen aus dem Jahr 1958 einige grundlegende Unter-schiede zu den anderen Lehrplänen jener Zeit. Einerseits formuliert der Kanton St. Gallen ein be-stimmtes ethisches und ästhetisches Ziel, welches sich von den anderen Kantonen unterscheidet. Essoll eine „Stärkung des Sinnes für das Schöne und Edle“ (Frey, 1968, S. 85) gefördert werden. Ausser-dem enthält der Lehrplan des Kantons St. Gallen die detaillierteste Hauptgruppe Aufsatz, währendandere Kantone diesen Punkt gar nicht aufführen. Andererseits fehlt die Hauptgruppe Lesen, welchebei fast allen anderen Kantonen im Lehrplan enthalten ist.Der aktuelle Bildungs- und Lehrplan Volksschule wurde in seiner ersten Auflage 1997 vom Erzie-hungsrat des Kantons St. Gallen erlassen und von der Regierung des Kantons genehmigt. Der Erzie-hungsrat bildet die Bildungskommission für die Volks- und Mittelschule7. Diese leitet und beaufsich-tigt die Schulen im Kanton. Die erste Auflage aus dem Jahre 1997 musste aufgrund der „erweitertenBlockzeiten und mit der Einführung des Englischunterrichtes“ (anonym, 24.09.2011) im Jahr 2008angepasst werden. Im Verlaufe des Jahres 2008 wurden weitere Korrigenda eingeführt, welche kon-zeptionelle Fehler korrigierten (ebd.). Wie im nächsten Kapitel ersichtlich werden wird, unterscheidetsich der Bildungs- und Lehrplan Volksschule des Kantons St. Gallen in wesentlichen Punkten von sei-nem Vorgänger aus dem Jahr 1958.4.1.1 Aufbau des Bildungs- und Lehrplans Volksschule8Die Basis des aktuellen Lehrplans bilden die Leitideen und die Rahmenbedingungen. „Die Leitideenkonkretisieren den Zweckartikel des Volkschulgesetzes von 1983 (Artikel 3: Erziehungs- und Bil-dungsauftrag)“ (Erziehungsdepartement des Kantons St. Gallen, 2008, S. 6). Der dritte Artikel desVolksschulgesetzes stellt die Bedeutung und die Richtung der Schule klar. Die Volksschule soll unter7 Die Mittelschule bilden in der Schweiz die Kantonsschule (Gymnasium/Maturitätsschule) und weitere Schulender gleichen Stufe.8 Die wichtigsten Kapitel des Bildungs- und Lehrplans des Kantons St. Gallen sind im Kapitel 11.4 einsehbar. 9
  12. 12. anderem die Eltern in der Erziehung des Kindes unterstützen, die Begabungen der Schülerinnen undSchüler fördern und diese nach den Grundsätzen des Rechtsstaates erziehen. Erziehungs- und Bildungsauftrag Art.3 1 Die Volksschule unterstützt die Eltern in der Erziehung des Kindes zu einem lebensbejahenden, tüchti- gen und gemeinschaftsfähigen Menschen. Sie wird nach christlichen Grundsätzen geführt. 2 Sie fördert die unterschiedlichen und vielfältigen Begabungen und die Gemütskräfte der Schülerin und des Schülers. Sie vermittelt die grundlegenden Kenntnisse und Fertigkeiten, öffnet den Zugang zu den verschiedenen Bereichen der Kultur und leitet zu selbständigem Denken und Handeln an. 3 Sie erzieht die Schülerin und den Schüler nach den Grundsätzen von Demokratie, Freiheit und sozialer Gerechtigkeit im Rahmen des Rechtsstaates zu einem verantwortungsbewussten Menschen und Bürger (Grosser Rat des Kantons St. Gallen, 2008, S. 2).Die Rahmenbedingungen beschreiben die Organisationseinheiten der Volksschule, wie Fächer- undLektionentafeln, und weitere Einzelheiten zur Gliederung der Schule. Bildungs- und Lehrplan Volksschule St. Gallen Grundlagen Leitideen Rahmenbedingugen Bildungsplan Fachbereichslehrpläne Kindergarten Gesamte Primarschule und Oberstufe Abb. 3: Grundaufbau des Bildungs- und Lehrplans von 1997 (eigene Darstellung, 2011)Auf dieser Basis trennen sich dann der Bildungsplan für den Kindergarten und die Fachbereichsplänefür die Primarschule und die Oberstufe. Zunächst wird die Bedeutung des jeweiligen Fachbereichsbzw. des Kindergartens erläutert. Darauf aufbauend werden die Richtziele und die Hinweise für diegesamte Primarschule und die Oberstufe sowie die Richtziele des Kindergartens erläutert. Für denKindergarten werden weiterhin die Bildungsbereiche definiert, während für die Primarschule undOberstufe die Stufenlehrpläne festgeschrieben werden. Weiterhin gibt es für die Primarschule ver-bindliche Fähigkeiten, welche die Schüler beherrschen müssen (Erziehungsdepartement des KantonsSt. Gallen, 2008, S. 6). 10
  13. 13. Rahmenbedingungen Bildungsplan Fachbereichspläne Kindergarten Gesamte Primarschule und Oberstufe Bedeutung Richtziele Hinweise Bildungsbereiche Stufenlehrpläne Erziehungs- und Bildungsarbeit in der Volksschule Verbindliche Fähigkeiten Primarschule (2. Klasse) Abb. 4: Feinaufbau des Bildungs- und Lehrplans von 1997 (eigene Darstellung, 2011)4.1.2 Vorgesehene Verwendung des LehrplansGrundsätzlich soll der Bildungs- und Lehrplan als eine „Verständigungsbasis für die Ziele und die Ge-staltung“ für Lehrer und Fortbildungsverantwortliche dienen (Erziehungsdepartement des KantonsSt. Gallen, 2008, S. 8). Im Lehrplan werden im Besonderen folgende Funktionen erwähnt:  Planungs-, Arbeits- und Reflexionsinstrument  Koordination im Schulwesen  Legitimation und Kontrolle  Grundlage für Aus- und Fortbildung  Grundlage für Lehrmittel  Grundlage für Schulbilder (ebd.).Unter Planungs-, Arbeits- und Reflexionsinstrumenten werden die Ziele verstanden, welche die Schü-ler erreichen sollen. Neben Hilfen und Grundlagen zur Planung und Gestaltung des Unterrichts fürLehrpersonen enthält der Lehrplan auch Angaben für die „Planung von Lehrpensen und teilweiseVorgaben für die Bereitstellung der erforderlichen Infrastruktur“ (ebd., S. 3) für die Schulbehörden.An vielen Zielen arbeiten unterschiedliche Lehrpersonen über alle Stufen hinweg. Deshalb klärt derLehrplan in der Funktion der Koordination im Schulwesen die Zuordnung dieser stufenspezifischenund stufenunspezifischen Ziele. Der Lehrplan stellt also ein wichtiges Instrument für die Zusammen-arbeit zwischen den Lehrpersonen dar. Um „Unterrichtseinheiten und -massnahmen“ (ebd.) gegen-über Eltern und Behörden zu begründen, dient der Lehrplan als Legitimation. Weiterhin kontrollierenund beurteilen Aufsichtsbehörden aufgrund des Lehrplans den Unterricht und die jeweiligen Lehr-personen und Schüler. Der Lehrplan stellt weiterhin die Basis für Aus- und Fortbildungsprogrammedar. Lehrpersonen werden aufgrund der Ziele und der Mittel des Lehrplans für ihre Aufgaben im Un-terricht geschult. Auch die vorgeschriebenen Lehrmittel der Schüler basieren auf den im Lehrplanaufgeführten Themen und verbindlichen Grobzielen. Dadurch wird sichergestellt, dass den Lehrper-sonen und Schülern die nötigen Unterlagen und Übungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, 11
  14. 14. damit die Anforderungen des Lehrplans erfüllt werden können.Letztlich dient der Lehrplan auch den Schulleitungen zur Ausarbeitung der Schulleitbilder. Durch dieAuseinandersetzung mit den Grundaussagen des Lehrplans können Schulen stufenübergreifendeRichtlinien für Lehrer und Schüler erstellen (ebd.).4.2 Der Lehrplan zum Fachbereich Sprachen – DeutschDas Fach Deutsch wird im Fachbereich Sprachen als Teilbereich Deutsch und als Deutsch für Fremd-sprachige aufgeführt. Weiterhin wird der Teilbereich Deutsch in weitere Lernbereiche unterteilt. DieLernbereiche umfassen Hören, Sprechen, Lesen, Schreiben und Sprachwissen. In diesen Lernberei-chen werden weiterhin jeweils vier genau definierte Themen aufgeführt, welche verbindliche Grob-ziele enthalten. Fachbereichslehrpläne Fachbereich Sprachen Teilbereich Deutsch Lernbereiche Hören Sprechen Lesen Schreiben Sprachwissen Themen Verbindliche Grobziele Abb. 5: Aufbau des Teilbereichs Deutsch im Bildungs- und Lehrplan von 1997 (eigene Darstellung, 2011)Auffallend ist die Einordnung der Rechtschreibung im Teilbereich Deutsch. Diese wird lediglich in denHinweisen zum Fachbereich Sprachen erwähnt. Dort wird festgehalten, dass der Rechtschreibeunter-richt in die verschiedenen Schreibanlässe eingebunden werden soll, wie z.B. in verschiedene Diktat-formen. Diese sollen allerdings als Übungs- und nicht als Prüfungsformen verwendet werden. DieKompetenzen der Schüler sollen sich vor allem auf die Verständlichkeit des Inhalts und den Sprachstilbeziehen, erst in zweiter Linie auf die Rechtschreibung. Zusammengefasst sollen die Schüler ihreRechtschreibefähigkeiten individuell erarbeiten und erwerben (Erziehungsdepartement des KantonsSt. Gallen, 2008, S. 10).Zu erwähnen ist weiterhin die Unterteilung des Teilbereichs Deutsch für Fremdsprachige. Diese mas-sive Abgrenzung wirkt sich auch auf die Lernbereiche aus. Der Lernbereich Sprachwissen wird durchSprachreflexion ersetzt. In diesem Lernbereich sollen die Schüler Interesse an der deutschen Sprachezeigen. Es sollen Gesetzmässigkeiten der Sprache durch „Vergleichen, Erforschen und Anwendenentdeckt werden“. Weiterhin sind alle Themen und verbindlichen Grobziele getrennt vom Teilbereich 12
  15. 15. Deutsch formuliert. Allerdings handelt es sich meistens nur um in abgeschwächter Form formulierteAngaben. Der Teilbereich Deutsch für Fremdsprachige richtet sich in erster Linie an Lehrkräfte, „diefremdsprachigen Kindern zusätzlichen Deutschunterricht erteilen“(ebd., S. 14). Ausserdem dient erauch als Leitfaden für normale Klassen mit fremdsprachigen Kindern, um deren Integration zu för-dern. Weiterhin wird erwähnt, dass der Einhaltung der „Hochsprache als Unterrichtssprache“ (ebd.)besondere Bedeutung beim Umgang mit fremdsprachigen Kindern zukommt.Im Pflichtfach Deutsch schreibt der Bildungs- und Lehrplan die Anzahl der Lektionen im Bereich Spra-chen vor. In der Oberstufe sind dies jeweils 4 Lektionen pro Woche (160 Lektionen pro Jahr) in allen3. Klassen (ebd., S. 12-14).4.2.1 Richtziele des Teilbereichs DeutschDie Richtziele des Teilbereichs Deutsch werden in die fünf Lernbereiche unterteilt. In diesen Lernbe-reichen erläutern die Richtziele jeweils vier Themen, die behandelt werden müssen.Im Lernbereich Hören werden die vier Themen „zuhören und verstehen, kritisch zuhören, zuhörenund reagieren und Wortschatz aufbauen“ (ebd., S.5) aufgeführt. Die Schüler sollen in der Lage sein,Gehörtes zu verstehen. Dabei sollen auch nichtsprachliche Elemente wie Mimik und Gestik beachtetund gedeutet werden. Dabei sollen die Schüler das Gehörte kritisch betrachten und die Haltung desGesprächspartners beurteilen können. Auf das Gehörte sollen die Schüler mit „Worten, Bildern undBewegungen“ (ebd.) antworten können. Ausserdem sollen die Schüler in der Lage sein, aus Gesprä-chen Wörter zu erschliessen und kritisch zu betrachten, um diese in ihren eigenen Wortschatz aufzu-nehmen.Der Lernbereich Sprechen enthält die Themen „sich am Gespräch beteiligen, verständlich sprechen,Gesprächsregeln einhalten und situationsangemessen vortragen“ (ebd.). Die Schüler sollen lernen,verständlich und nachvollziehbar ihre Ansichten und Gefühle aktiv in Gespräche einzubringen. Dabeisollen sie Abmachungen und Gesprächsregeln einhalten um eine gleichberechtigte und faire Ge-sprächsbasis zu gewährleisten. Sie sollen verschiedene Techniken des Vortragens und verschiedeneFormen des Gesprächs kennen.„Motiviert lesen, lesen und verstehen, kritisch lesen und lesen und gestalten“ (ebd.) sind die Themendes Lernbereichs Lesen. Schüler sollen Lesen als „vergnügliche und anregende Tätigkeit zur Selbstfin-dung, zum Informationsaustausch und als Zugang zur Kultur“ (ebd.) kennen lernen. Dabei sollen siedas Gelesene kritisch hinterfragen und interpretieren können. Das Erkennen von Normen, Rollen undMenschenbildern stellt hierbei eine grundlegende Fähigkeit dar. Ausserdem sollen sie das Gelesenemit stimmlichen und nonverbalen Mitteln wiedergeben können.Dem kreativen Schaffen widmet sich der Lernbereich Schreiben. Durch die Themen „schreiben erfah-ren, an Texten arbeiten, kreatives Schreiben und leserlich schreiben und übersichtlich gestalten“ 13
  16. 16. (ebd., S.6) sollen die Schüler Gestaltungsnormen erlernen, um ihre Gedanken in Schrift darzustellen.Schreiben soll allerdings auch „als Spiel, als Lust am Experimentieren“ (ebd.) betrachtet werden.Schüler sollen erkennen, dass sie durch Schreiben ihr Denken unterstützen können und Empfindun-gen klären können.Zum Lernbereich Sprachwissen werden eher schwammig formulierte Themen formuliert wie „Spra-che erforschen, Sprache erproben, Arbeitssprache erwerben und Sprache anwenden“ (ebd.). Es gehtvor allem darum, dass bei den Schülen das Interesse an der deutschen Sprache geweckt wird. Siesollen die Wirkung ihrer Sprache durch Proben erfahren und elementare Begriffe für die Verwendungder Sprache erwerben. Die Schüler sollen in der Lage sein, alle Elemente der Sprache wie Hören,Schreiben, Lesen und Sprechen zusammenfassend anwenden können.5 Erstellung des FragenpoolsDer Test wurde für eine Durchführungszeit von 40 Minuten ausgelegt. Nach den ersten Testdurchläu-fen in auswärtigen Schulgemeinden stellte sich heraus, dass eine Zahl von 21 Fragen eine optimaleAbschlussquote gewährleistet. Jeder Schüler erhält die gleichen 21 Fragen, sodass eine Repräsentati-vität bezüglich der einzelnen Aufgaben gewährleistet ist.5.1 Grundzüge der klassischen TesttheorieDie klassische Testtheorie ist ein Teilgebiet der Psychometrie. Im Grundsatz befasst sie sich damit,Messinstrumente (Tests) für psychologische Messungen zu entwickeln und verbessern. Die Testssollen also optimiert werden, damit die Ergebnisse repräsentativer werden. In der klassischen Test-theorie besteht ein Testergebnis aus zwei Komponenten, einem wahren Wert und einem Messfehler(Kranz, 1981). Dieser sogenannte wahre Wert darf nicht mit einer korrekten Beantwortung verwech-selt werden. Ein wahrer Wert bedeutet, dass die wahre Merkmalausprägung, im Falle des Deutsch-testes ist es das Wissen, dargestellt wird. Messfehler, welche zum Beispiel durch ein Falschverstehender Fragen oder Übermüdung passieren, stellen nicht das konkrete Wissen dar. Hierbei stehen aller-dings die wahren und die fehlerhaften Werte nicht in einem Zusammenhang. Dies bedeutet, dasseine Person mit viel Wissen in diesem Gebiet gleich viele Fehler macht wie andere Getestete. In Be-zug zum Test müssen also die Fragen so gestellt werden und muss das Design des Testes so ange-passt werden, dass Messfehler minimiert werden.5.2 Erstellung der verwendeten FragenDie Fragen beruhen vollkommen auf den Themen und den verbindlichen Grobzielen des Lehrplans.Beim Test sollen alle Lernbereiche und Themen abgedeckt werden, um eine repräsentative Auswer-tung bezüglich des Lehrplans zu garantieren. 14
  17. 17. Als Beispiel dient der „Lernbereich Sprechen“ (Erziehungsdepartement des Kantons St. Gallen, 2008,S. 25). Dieser Lernbereich ist ein Unterbereich des Teilbereichs Deutsch, der seinerseits dem Fachbe-reich Sprachen unterstellt ist. Im Lernbereich Sprechen findet sich das Thema „Gesprächsregeln ein-halten“. Die verbindlichen Grobziele dieses Themas enthalten drei Punkte. Jedem dieser verbindli-chen Grobziele sind wiederum mögliche Inhalte und Bezüge zugeteilt.Zunächst wurde zu jedem verbindlichen Grobziel eine entsprechende Frage erstellt. Da aber die mög-liche Anzahl der Fragen auf 21 begrenzt ist, musste der Fragenkatalog gekürzt werden. Viele verbind-liche Grobziele überschneiden sich jedoch. Dadurch wird es möglich, mit einer Frage mehrere The-men abzufragen. Um eine solche Klassifizierung durchzuführen, wurde eine Ziel-Inhalt-Matrix erstellt.Eine „Ziel-Inhalt-Matrix“ (Gronlund, 1974, S. 32) wird nach der Festlegung der Lernziele, in diesemFall der Themen und der Inhalte, der verbindlichen Grobziele, erstellt. Hierbei können die Beziehun-gen zwischen den Lernzielen und den Inhalten illustrativ dargestellt werden. Tab. 1: Ausschnitt aus einer Ziel-Inhalt-Matrix (eigene Darstellung, 2011)Tabelle 1 ist ein Ausschnitt aus den entstandenen Ziel-Inhalt-Matrizen. Ersichtlich wird, dass mit ei-nem verbindlichen Grobziel zwei verschiedene Themen abgedeckt werden. Dadurch kann die Zahlder Aufgaben auf 21 gesenkt werden, während trotzdem alle Themen geprüft werden.5.3 Optimierung der FragestellungSurveyMonkey bietet dem Verwender die Möglichkeit, 15 verschiedene Aufgabentypen zu verwen-den, die wiederum in drei Gruppen unterteilt werden können (SurveyMonkey Corporation,22.09.2011). Bei jeder Aufgabe muss sorgfältig abgewägt werden, welcher Aufgabentyp zu verwen-den ist, um Messfehler zu vermeiden. Dazu müssen zwei Überlegungen angestellt werden. Die erstebetrifft die möglichst direkte Messung der Lernergebnisse. Dies kann meistens nur durch eine ganzspezifische Aufgabenart erreicht werden. Die zweite Überlegung beruht auf der Qualität der Aufgabe.Der Schwerpunkt muss gelegt werden, dass die Ergebnisse das Wissen des Probanden möglichst klarwiderspiegeln. 15
  18. 18. Die erste Aufgabengruppe bilden die „Open-Ended Types“ (ebd.). Diese Gruppe erlaubt den Proban-den ihre Antwort selbst zu formulieren. Diese Aufgabenart ist allerdings oft sehr schwierig umzuset-zen, da meistens mehrere Möglichkeiten korrekt sind. Allerdings gibt es Themen und Inhalte, beidenen dieser Aufgabentyp zwar die erste Überlegung der direkten Messung aufgrund möglicher Feh-lerquellen wie Rechtschreibung und Interpunktion in geringem Masse erfüllt, allerdings spiegeln dieErgebnisse das Wissen des Probanden bezüglich des Themas sehr stark wider.Die zweite Aufgabengruppe wird als „Closed-Ended Types“ (ebd.) bezeichnet. Diese Gruppe ist diewohl am meisten verwendete Aufgabengruppe. Sie umfasst Mehrfachwahl-Aufgaben, auch MultipleChoice genannt, sowie Richtig-Falsch-Aufgaben. Bei diesen Aufgabentypen besteht die Schwierigkeitdarin, zu verhindern, dass der Proband durch Raten die korrekte Antwort gibt. Denn in diesem Fallwären die Ergebnisse nicht wahr, sondern Messfehler. Bei fünf Wahlantworten hat der Proband einetheoretische Chance von 1:4, die korrekte Antwort zu erraten, wobei bei vier Antwortmöglichkeitendie Chancen auf 1:3 steigen (Gronlund, 1974, S. 39). Das Problem liegt also darin, plausible, aber dif-ferenzierbare Wahlantworten zu finden. Denn eine offensichtlich falsche Lösung hilft nicht, die Quali-tät der Aufgabe zu verbessern. Allerdings müssen keinesfalls alle Aufgaben dieses Typs in einem Testdie gleiche Anzahl von Antwortmöglichkeiten besitzen.Als „Ranked or Ordinal Questions“ (SurveyMonkey Corporation, 22.09.2011) wird die dritte Aufga-bengruppe bezeichnet. Bei diesem Aufgabentyp können Ranglisten erstellt werden. Diese Aufgabeeignet sich weniger für Leistungstests, da das Ziel nicht möglichst direkt abgefragt wird. Allerdingskönnen komplexere Themen, die in einem einzigen Ziel abgefragt werden, in einer Rangliste zusam-mengefasst werden. Als ein Beispiel dient das Ziel der Notwendigkeit des korrekten Schreibens. Die-ses Ziel enthält mehrere Teilbereiche wie Orthografie, Interpunktion und Stilistik. Bei dieser Aufgabeerhält der Proband drei Texte gleichen Inhalts, mit unterschiedlichen Fehlern bezüglich dieser Teilbe-reiche. Durch Erstellung einer Rangliste dieser drei Texte muss der Proband alle Teilbereiche durch-denken um die korrekte Zuteilung zu erstellen.Neben der korrekten Wahl des Aufgabentyps muss die Formulierung der Aufgabe durchdacht wer-den. Wichtig ist es, dass die Aufgabenformulierung nur ein einziges, klar formuliertes Problem ent-hält. Die Aufgabe soll so klar sein, dass diese auch ohne Lesen der Wahlantworten die Aufgabe ver-standen wird. Damit alle Probanden die Aufgabe korrekt verstehen, muss hierbei einfach und klarformuliert werden. Jeder der Probanden soll bei entsprechendem Wissen die richtige Lösung findenkönnen. Auf psychologischer Basis muss beachtet werden, dass die Aufgaben möglichst immer beja-hend formuliert werden. 16
  19. 19. Eine bejahend formulierte Testaufgabe misst im Allgemeinen wichtigere Lernergebnisse als eine vernei- nende, weil die Kenntnis der besten Methode oder des stärksten Arguments grössere pädagogische Be- deutung besitzt als die Kenntnis der schlechtesten Methode oder des schwächsten Arguments. (Gron- lund, 1974, S.44)6 DurchführungDie Tests wurden in den jeweiligen Schulen unter Aufsicht der durchführenden Lehrperson ausge-füllt. Um eine repräsentative Standortbestimmung zu erhalten, müssen allerdings bestimmte Aufla-gen erfüllt werden, damit alle Probanden die gleichen Möglichkeiten haben.6.1 Örtliche Beschränkung und teilnehmende SchulenIm Vergleich zu den Standortbestimmungen des gesamten Kantons St. Gallen wurde die Testreihedieser Arbeit auf die Talschaft des Toggenburgs begrenzt. Das Toggenburg umfasst 15 Gemeindenmit insgesamt 45‘381 Einwohnern (anonym, 07.10.2011) und bietet ein alle Bereiche abdeckendesAngebot an Aus- und Weiterbildungsstätten. In den 15 Gemeinden befinden sich rund dreissig Schu-len, wobei neun Schulgemeinden Oberstufen besitzen. Vier dieser Schulgemeinden mit Oberstufenhaben sich bereit erklärt, mit mehreren Klassen an der Standortbestimmung teilzunehmen (ebd.).Um die Rückverfolgbarkeit der Ergebnisse auszuschliessen, werden die Klassen in einem System auf-geteilt. Schulgemeinde 1 Schulgemeinde 2 Schulgemeinde 3 Schulgemeinde 4 Klasse 1Sb1. Sekundarstufe Klasse 1Sa Klasse 1Sc Klasse 1Sa Klasse 1Sc Klasse 2Sa2. Sekundarstufe Klasse 2Sb Klasse 2Sa Klasse 2Sb Klasse 2Sb Klasse 3Sb Klasse 3Sa3. Sekundarstufe Klasse 3Sc Klasse 3Sa Klasse 3Sc Klasse 3Sb Tab. 2: Auflistung der teilnehmenden Sekundarklassen (eigene Darstellung, 2011) Schulgemeinde 1 Schulgemeinde 2 Schulgemeinde 3 Schulgemeinde 4 Klasse 1Ra 1. Realstufe Klasse 1Ra Klasse 1Ra Klasse 1Rb Klasse 2Rb 2. Realstufe Klasse 2Rb Klasse 2Rc Klasse 2Rc 3. Realstufe Klasse 3Rb Klasse 3Ra Tab. 3: Auflistung der teilnehmenden Realklassen (eigene Darstellung, 2011) 17
  20. 20. Insgesamt wurden die Ergebnisse von 579 Schülern gesammelt. 365 Schüler gehören der Sekundar-stufe an und 214 Schüler der Realstufe. Während die Aufteilung der Schülerzahl an den Schulstufenin der Sekundarstufe ausgeglichen ist, stellt sich heraus, dass nur eine geringe Anzahl von Schülernder 3. Realstufenklassen teilnimmt. 1. Sekundarstufe 1. Realstufe 2. Sekundarstufe 2. Realstufe 3. Sekundarstufe 3. RealstufeAbb. 7: Anzahl der Schüler bezüglich der einzelnen Schulstufen in Abb. 6: Anzahl der Schüler bezüglich der einzelnen Schulstu-der Sekundarstufe (eigene Darstellung, 2011) fen in der Sekundarstufe (eigene Darstellung, 2011)6.2 Ausführung der Tests und RichtlinienDen Lehrern wurden in Gesprächen und Korrespondenz alle wichtigen Richtlinien mitgeteilt. Ausser-dem wurde den Lehrern ein Leitfaden zur Durchführung des Tests zugesandt. Die wichtigsten Richtli-nien zur Ausführung des Tests können in vier Punkten zusammengefasst werden.Im ersten Punkt wurden alle Lehrer auf die Datenschutzerklärung hingewiesen, welche ihnen zuge-sandt wurde und auf der Testhomepage zugänglich war. Alle Lehrpersonen wurden aufgefordert,ihre Schüler auf diese Datenschutzerklärung hinzuweisen und sie in den wesentlichen Punkten zuunterrichten. Die Schüler sollten wissen, dass ihre Ergebnisse insoweit anonymisiert werden, dasskein Rückschluss auf die jeweiligen Schüler möglich ist. Weiterhin sollten alle Schüler informiert wer-den, dass ihre Informationen nicht an Dritte weitergegeben werden.Der zweite Punkt war der zeitliche Rahmen. Die Lehrpersonen wurden darum gebeten, den Testzeit-punkt so zu planen, dass den Schülern exakt 40 Minuten zur Verfügung standen. Deshalb wurdeempfohlen, die Computer in der Pause vor der Testlektion zu starten, um eine Verzögerung durchlangsame Netzwerke zu verhindern. Der ausführlichste Punkt bezog sich auf die eigentliche Durch-führung des Tests. Es wurde eine detaillierte Anleitung zum Aufrufen des Tests gegeben. Die Beant-wortung und das Aufrufen der nächsten Fragen wurden erklärt. Als letzten Punkt wurden weitereInformationen an die Lehrer weitergeleitet. Die Lehrpersonen wurden gebeten, die erste Testseiteauf einem Schulcomputer zu öffnen und mit einem Screenshot, welcher ihnen zugesandt wordenwar, zu vergleichen um allfällige Darstellungsfehler rechtzeitig zu erkennen und Lösungen zu finden. 18
  21. 21. 7 Auswertung7.1 AuswertungskriterienBezüglich der Auswertung sind mehrere Kriterien zu beachten. Nicht gelöste Aufgaben wurden nichtin die Auswertung einbezogen. Allerdings wurden angefangene Aufgaben in die Statistik aufgenom-men. Bezüglich des verwendeten Punktesystems unterscheidet sich die durchgeführte Standortbe-stimmung wesentlich von den Standortbestimmungen des Kantons St. Gallen.Als Vergleich wird hier das Stellwerk System aufgeführt. Dieses System ist wie zuvor erwähnt diewebbasierte Standortbestimmung für die 2. und die 3. Oberstufe des Kantons St. Gallen. Die Punk-teauswertung, welche die Stellwerkteilnehmer erhalten, gliedert sich in die jeweiligen Fächer Ma-thematik, Deutsch, Natur und Technik, Französisch, Englisch und Vorstellungsvermögen. Diese Fächerwerden wiederum in zwei bis vier Untergruppen unterteilt. Das Fach Deutsch bilden die Unterthe-men Hören und Verstehen, Lesen und Verstehen sowie Sprachreflexion und Rechtschreibung. In je-dem dieser Unterthemen erhält der Schüler eine Punktezahl, welche zwischen 200 und 800 variiert.Dadurch können die Schüler ihre Ergebnisse mit dem Klassenschnitt, welchen der Lehrer erhält, ver-gleichen. Die genaue Punkteverteilung bezüglich der einzelnen Aufgaben ist für den Schüler aller-dings nicht ersichtlich (Moser, 2006). Abb. 8: Ausschnitt aus der Ergebnisdarstellung der Stellwerk Standortbestimmung (nach Moser, 2006)Die Anzahl der korrekten bzw. der falschen Antworten wird auch nicht angegeben. Dies stellt eineSchwierigkeit des Stellwerks dar, da dies ein adaptiver Test ist. Dies bedeutet, dass korrekt gelösteAufgaben dazu führen, dass die nächste Aufgabe einen erhöhten Schwierigkeitsgrad hat. Zwar kanneine hohe Punktzahl nur durch die korrekte Lösung schwieriger Aufgaben erreicht werden, allerdingsist die Einteilung der gelösten einfachen und schwierigen Aufgaben nicht für den Schüler ersichtlich.Weiterhin wird der angegebene Wert durch ein sogenanntes Vertrauensintervall umschlossen (ebd.,S. 9). Dieses gibt den Punktebereich an, in welchem die Fähigkeiten des Schülers liegen können. DieGrösse dieses Intervalls variiert je nach Unterthema, da sie von der Anzahl der gelösten Aufgabenberechnet wird. Die „Referenzpopulation“ (ebd.) der Stellwerk Standortbestimmung gibt eine Punk-tezahl von 500 als Mittelwert an. Als „sozialen Vergleich“ (ebd.) gibt die Interpretationshilfe desStellwerks weitere Referenzwerte an, welche allerdings auf alle Schüler des jeweiligen Tests bezogensind. 19
  22. 22. Punktezahl 200 300 400 500 600 700 800Prozentualer Anteil der Schüler, (fast alle) 98 % 84 % 50 % 16 % 2.5 % (nur wenige)die einen höheren Wert erzielenProzentualer Anteil der Schüler, (nur wenige) 2.5 % 16 % 50 % 84 % 98 % (fast alle)die einen tieferen Wert erzielen Tab. 4: Sozialer Vergleich der Stellwerk-Ergebnisse (in Anlehnung an Moser, 2006)Wichtig zu erwähnen ist, dass dieser soziale Vergleich nicht durch Auswertungen zustande kommt.Der Test wird durch Probedurchläufe so angepasst, dass die Ergebnisse der Schüler sich an diesenVergleich anpassen.In der für diese Arbeit durchgeführten Standortbestimmung wurde ein 10-Punkte-System verwendet.Für jede mögliche Antwort war ein Maximum von 10 Punkten möglich. Dies ergibt bei 21 Aufgabeneine mögliche Gesamtpunktzahl von 210 Punkten. Allerdings wurde der Schwerpunkt nicht auf dasGesamtergebnis gelegt, sondern auf die Ergebnisse in den einzelnen Themen bzw. Aufgaben. Die 10möglichen Punkte wurden gleichwertig auf alle Teilantworten einer Aufgabe verteilt.Den Schülern wurden zwei unterschiedliche Dokumente ausgehändigt. Sie erhielten eine Punkte-übersicht in Anlehnung an die Ergebnisübersicht des Stellwerk Systems. Abb. 9: Ausschnitt aus der Ergebnisdarstellung der Standortbestimmung dieser Arbeit (eigene Darstellung, 2011)In der Abbildung 9 ist ersichtlich, dass jede Aufgabe gesondert dargestellt wird und einen eigenenPunktebalken besitzt. Komplett nicht gelöste Aufgaben werden als nicht gelöst dargestellt.Um einen maximalen Lernerfolg zu erzielen, erhielten die Schüler weiterhin eine komplette Korrekturihrer Antworten. In dieser Korrektur wurden alle Aufgaben aufgelistet, die persönlichen Antwortender Probanden und die gesuchte Antwort.7.2 Statistische AuswertungZur statistischen Auswertung muss zunächst der Pool, also die Teilnehmergruppe, genauer definiertwerden. Hier kommen die Vorteile eines Online-Access Panels erneut zum Tragen. Durch die erfass-ten Informationen der Teilnehmer kann die Probandengruppe eindeutig identifiziert werden. Dafür 20
  23. 23. werden die teilnehmenden Klassen separat ausgewertet. In der Trennung zwischen Sekundar- undRealstufe werden ausserdem die Schuljahre getrennt. Zuletzt wird ein Gesamtvergleich der Ergebnis-se behandelt.Um die Genauigkeit der nachfolgenden Mittelwerte aufzuzeigen, wird das Mittel der durchschnittli-chen absoluten Abweichung verwendet. Diese Zahlen geben an, um welchen Wert alle Ergebnisseder Teilnehmer vom Mittelwert im Durchschnitt abweichen. Die durchschnittliche absolute Abwei-chung ist demnach ein Mass zur Bestimmung der Streuung innerhalb einer Wertegruppe. Je kleinerdie durchschnittliche absolute Abweichung ist, desto kleiner ist die Streuung der Werte um den Mit-telwert. Dieses Streuungsmass wird nach der Formel ∑| |Berechnet (Cleff, 2008), wobei die Anzahl der zu beobachtenden Werte bezeichnet und dasarithmetische Mittel9 bildet.7.2.1 Erstes Schuljahr der SekundarstufeDie Schüler des 1. Schuljahrs der Sekundarstufe sind geschlechtsspezifisch sehr homogen. Dieweiblichen Teilnehmer machen 50.9% aller Teilnehmer dieser Klassifizierung aus, während diemännlichen Teilnehmer mit 49.1% in der Minderheit sind. Bezüglich der Nationalitäten gaben mehrals 70% der Teilnehmer an, Schweizer zu sein. Von den restlichen Nationalitäten trennen sich 9.8%Schüler mit deutscher Nationalität ab. Diese Schüler werden getrennt aufgeführt, da diese Schülerauch Deutsch als Muttersprache angegeben haben. Nationalität: Schweiz Nationalität: Deutschland Nationalität: Andere Abb. 10: Nationalitäten der Schüler des 1. Schuljahrs der Sekundarstufe (eigene Darstellung, 2011)9 Das arithmetische Mittel (auch Mittelwert) wird als Quotient aus der Summe aller beobachteten Werte undder Anzahl der Werte definiert (Cleff, 2008). 21
  24. 24. Aufgaben zum Lernbereich Hören Fach- und Fremdwörter 5.37 Grund- und kontextabhängige Bedeutungen 5.36 Sprache und Gefühle 5.40 Diskriminierendes Sprachverhalten 5.42 0.00 1.00 2.00 3.00 4.00 5.00 6.00 7.00 8.00 9.00 10.00 Abb. 11: Mittelwertdarstellung des 1. Schuljahrs der Sekundarstufe zum Lernbereich Hören (eigene Darstellung, 2011)Im Lernbereich Hören wurden 4 Aufgaben durchgeführt. Die Abbildung 11 zeigt die Mittelwerte allerSchüler in den jeweiligen Aufgaben.Um die Streuung der Werte um die Mittelwerte zu ermitteln, wird das zuvor erläuterte Mittel derdurchschnittlichen absoluten Abweichung verwendet. Wie in Tabelle 5 zu erkennen ist, weisen alleAufgaben eine erhöhte Streuung auf, wobei die Aufgabe Grund- und kontextabhängige Bedeutungeneine besonders hohe Streuung aufweist.Lernbereich Hören Durchschnittliche absolute AbweichungDiskriminierendes Sprachverhalten 1.83Sprache und Gefühle 2.07Grund- und kontextabhängige Bedeutungen 3.21Fach- und Fremdwörter 2.45Tab. 5: Darstellung der durchschnittlichen absoluten Abweichung zu den Aufgaben des Lernbereichs Hören (eigene Darstel-lung, 2011)Die weiteren Mittelwerte und die durchschnittlichen absoluten Abweichungen zu den LernbereichenSprechen, Lesen, Schreiben und Sprachwissen sind im Kapitel 11.2.1 Übersicht der Testergebnisse /Ergebnisse des ersten Schuljahrs der Sekundarstufe aufgeführt.7.2.2 Zweites Schuljahr der SekundarstufeDer Teilnehmerpool des 2. Schuljahrs der Sekundarstufe setzt sich zusammen aus 46.2% weiblichenund 53.8% männlichen Teilnehmen. Im Vergleich zum 1. Schuljahr hat sich die Geschlechtervertei-lung verschoben. Die Aufteilung der Nationalitäten hat sich allerdings in Bezug auf das 1. Schuljahrnicht verändert. Mehr als 70% der Schüler haben Schweiz als Nationalität angegeben. Interessant istdie Relation deutscher Staatsbürger zu Staatsbürgern anderer Nationen. 22
  25. 25. Nationalität: Schweiz Nationalität: Deutschland Nationalität: Andere Abb. 12: Nationalitäten der Schüler des 2. Schuljahrs der Sekundarstufe (eigene Darstellung, 2011)Alle Ergebnisse zum 2. Schuljahr der Sekundarstufe finden sich im Kapitel 11.2.2 Übersicht der Test-ergebnisse / Ergebnisse des zweiten Schuljahrs der Sekundarstufe.7.2.3 Drittes Schuljahr der SekundarstufeIm 3. Schuljahr der Sekundarstufe lässt sich eine deutliche Geschlechtsverschiebung erkennen. Wäh-rend im 1. und im 2. Schuljahr die Unterschiede minimal waren, beträgt der prozentuale Anteil derweiblichen Teilnehmer nur noch 42.8%. Auch hinsichtlich der Nationalitäten der Teilnehmer lässt sichim 3. Schuljahr der Sekundarstufe ein grosser Anstieg der Schweizer feststellen, während die Anzahlder Deutschen und anderer Staatsbürger abnimmt. Dies ist womöglich auf die Abgänge der Schüleran Mittelschulen zu erklären. Die Statistik bestätigt diese Vermutung, denn während im Schuljahr2008/09 1‘183 männliche Schüler an die Mittelschulen wechselten, waren es auch 1‘535 weiblicheSchüler. In den Fach- und Wirtschaftsmittelschulen ist dieser Unterschied noch gravierender(Bundesamt für Statistik, Schülerinnen- und Schülerstatistik, 18.10.2011). Diese Verschiebung in denMittelschulen verursacht auch eine Geschlechtsverschiebung10 in den Sekundarstufen. Nationalität: Schweiz Nationalität: Deutschland Nationalität: Andere Abb. 13: Nationalitäten der Schüler des 3. Schuljahrs der Sekundarstufe (eigene Darstellung, 2011)Alle Ergebnisse zum 3. Schuljahr der Sekundarstufe finden sich im Kapitel 11.2.3 Übersicht der Test-ergebnisse / Ergebnisse des dritten Schuljahrs der Sekundarstufe.10 Weiterführende Informationen zur Geschlechterverschiebung an Mittelschulen sind im Kapitel 11.5.1 ein-sehbar. 23
  26. 26. 7.2.4 Erstes Schuljahr der RealstufeIm ersten Schuljahr der Realstufe lässt sich ein stärkerer Geschlechterdrift feststellen als in der Se-kundarstufe. Die männlichen Schüler sind mit 59.8% eindeutig in der Mehrheit. Entgegen der weit-verbreiteten Stereotypen ist in der Realstufe die Nationalitätsaufteilung allerdings nahezu identischmit derjenigen der Sekundarstufe. Nationalität: Schweiz Nationalität: Deutschland Nationalität: Andere Abb. 14: Nationalitäten der Schüler des 1. Schuljahrs der Realstufe (eigene Darstellung, 2011)Alle Ergebnisse zum 1. Schuljahr der Realstufe finden sich im Kapitel 11.2.4 Übersicht der Testergeb-nisse / Ergebnisse des ersten Schuljahrs der Realstufe.7.2.5 Zweites Schuljahr der RealstufeDas Ungleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Schülern ist auch im 2. Schuljahr vorhan-den. 40.8% Prozent der Schüler sind weiblich. In der Aufteilung der Nationalitäten lässt sich erken-nen, dass der Anteil der deutschen Staatsbürger sinkt. Dabei steigen die Anteile der Schweizer mehrals diejenigen der anderen Staatsbürger.Alle Ergebnisse zum 2. Schuljahr der Realstufe finden sich im Kapitel 11.2.5 Übersicht der Testergeb-nisse / Ergebnisse des zweiten Schuljahrs der Realstufe. Nationalität: Schweiz Nationalität: Deutschland Nationalität: Andere Abb. 15: Nationalitäten der Schüler des 2. Schuljahrs der Realstufe (eigene Darstellung, 2011)7.2.6 Drittes Schuljahr der RealstufeIm dritten Schuljahr der Realstufe stellt sich die Schwierigkeit, dass nur noch halb so viele Probandenvorhanden sind wie jeweils in den vorherigen zwei Schuljahren der Realstufe. Die Angabe statistischhaltbarer Prozentangaben bei unter 50 Schülern ist nicht möglich. Allerdings ist die Ungleichstellung 24
  27. 27. der Anzahl der männlichen und der weilblichen Schüler immer noch gravierend. Bezüglich der Natio-nalitäten kann keine starke Änderung der Konstellation in Bezug auf das zweite Schuljahr festgestelltwerden. Da für die Schüler des zweiten Schuljahrs der Realstufe keine Möglichkeit besteht, auf Mit-telschulen zu wechseln, findet auch kein Abgang und dadurch kein Drift in den Geschlechtern oderNationalitäten statt.Alle Ergebnisse zum 3. Schuljahr der Realstufe finden sich im Kapitel 11.2.6 Übersicht der Testergeb-nisse / Ergebnisse des zweiten Schuljahrs der Realstufe.7.3 Analyse der ErgebnisseNach der Auswertung der Testergebnisse haben sich mehrere Problempunkte ergeben, welche hierangesprochen werden sollen. Zu beachten ist, dass die durchgeführte Standortbestimmung, im Ge-gensatz zu den Standortbestimmungen des Kantons St. Gallen, nicht entwickelt wurde, um dem sozi-alen Vergleich zu entsprechen. Dadurch ergaben sich in einigen Themen sehr schwache Leistungen,die keinesfalls auf ein Unwissen der Schüler zurückzuführen sind.Zunächst fällt die starke Streuung in allen Schulstufen und -jahren auf. Diese starken Streuungenstellen die stark unterschiedlichen Deutschfähigkeiten der Schüler dar. In genauerer Analyse allerDaten lässt sich diese Streuung zwischen den Schulgemeinden und den Klassen derselben Schulge-meinde feststellen. Während diese Unterschiede in den ersten Schuljahren der Oberstufe noch nichtbesorgniserregend sind, stellt sie in den zweiten und dritten Schuljahren für viele Schüler ein grossesHindernis dar. Einerseits sind es die Aufnahmeprüfungen für weiterführende Schulen. Die Aufnah-meprüfungen werden so ausgelegt, dass sie dem Wissensstand der Schüler entsprechen. Wenn die-ser Wissensstand sich aber selbst innerhalb von Schulgemeinden gravierend unterscheidet, müssenviele Schüler mithilfe von Nachhilfeunterricht oder intensiver Eigenleistung diese Wissenslückenschliessen. Andererseits sind Arbeitgeber aufgrund dieser Unterschiede dazu gezwungen, bei Lehr-stellenausschreibungen eigene Tests zu erstellen. Zwar wurde das Stellwerk System auch dazu entwi-ckelt, dieses Problem zu lösen, aber es hat sich bei mehreren Gesprächen und Vorstellungsgesprä-chen herausgestellt, dass die Stellwerk Standortbestimmungen für Arbeitgeber nicht genügend aufdie notwendigen Fähigkeiten, welche von den Lehrlingen gefordert werden, zugeschnitten sind.Weiterhin stellen sich im Lernbereich Sprachwissen, über alle Klassen hinweg, sehr schwache Leis-tungen ein. Während die Lernbereiche Sprechen und Lesen für den alltäglichen Gebrauch der Spra-che ausschlaggebend sind, sind es allerdings die Themen des Lernbereichs Sprachwissen, welche imArbeitsalltag und an weiterführenden Schulen stark gewichtet werden. Hinzu kommt, dass der Auf-bau des Lehrplans diesen Lernbereich an das Ende des Lehrplans verschiebt und weiterhin sehr kurzbehandelt. Es ist klar, dass Sprache nicht aus reiner Grammatik, Orthografie und Interpunktion be- 25
  28. 28. steht, doch in vielen Bereichen der alltäglichen Verwendung der Sprache werden die Sprachfähigkei-ten eines Schülers oder einer Person an diesen Punkten gemessen.Bei der Korrektur verloren viele Schüler Punkte durch Probleme mit der Orthografie. In Open-EndedFragen wurden, trotz ausdrücklicher Hinweise in der Aufgabe, Fehler in der Gross- und Kleinschrei-bung, Interpunktionsfehler etc. gemacht. Dies stellt eine weitere Schwachstelle des Lehrplans dar.Diese Punkte sollten nachdrücklich in den Lernbereich Sprachwissen integriert werden. Zumindestdie Grundfähigkeiten der Orthografie und der Interpunktion sollten für alle Lehrer verbindlich formu-liert und in den Lehrplan aufgenommen werden. Die Schüler benötigen diese Fähigkeiten vor allemim Arbeitsalltag.In dieser Hinsicht stellt sich in der Auswertung auch heraus, dass viele Schüler diskriminierende For-mulierungen in Zeitungen, Zeitschriften und Ähnlichem nicht erkennen. In einer Zeit, in der Gratiszei-tungen auf dem Vormarsch sind, sollten Schüler für bestimmte Formulierungen sensibilisiert werden.Dies sollte allerdings nicht auf einer rein theoretischen Basis wie z.B. mit Wörterlisten geschehen.Viele Schüler äusserten den Wunsch, Artikel aus verschiedenen Zeitungen im Unterricht gemeinsamzu bearbeiten und so die Sprache zu erforschen.7.3.1 FehleranalyseDank der standardisierten Webbasis des Tests werden viele Fehlerquellen ausgeschlossen. Trotzdembesteht immer das Problem, dass die beaufsichtigenden Lehrpersonen die Richtlinien nicht umset-zen. Die Testzeit von 40 Minuten kann allerdings in den Login-Daten der Schüler überprüft werden.Die grösste Fehlerquelle bei der durchgeführten Standortbestimmung ist sicherlich das mangelndeInteresse der Schüler, den Test mit bestem Willen auszufüllen. Da sich die Lehrer zum Test bereiterklären mussten, wurden dadurch auch Teilnehmer in den Pool aufgenommen, welche den Test garnicht durchführen wollten. Infolgedessen mussten 3 fiktive Teilnehmer, welche zum Spass von denSchülern kreiert worden waren, aus den Ergebnissen entfernt werden. Mithilfe von Schülerlisten, dievon den Lehrern zur Verfügung gestellt wurden, konnte dieses Problem gelöst werden. 26
  29. 29. 8 LiteraturverzeichnisAmt für Volksschule St. Gallen: Test- und Lernsysteme, Rahmenbedingungen Klassencockpit,(http://www.schule.sg.ch/home/volksschule/dienstleistungen/test_und_lernsysteme/_jcr_content/Par/downloadlist_0/DownloadListPar/download.ocFile/Rahmenbedingungen_ER_2010_Juni_Klassencockpit.pdf, 21.09.2011.anonym: Toggenburg, Gemeinden Toggenburg, http://toggenburg.ch/gemeinden.php,07.10.2011.anonym: Korrigenda Bildungs- und Lehrplan Volksschule 2008,http://www.schule.sg.ch/home/volksschule/rechtliche_grundlagen/lehrplan/2008.html,24.09.2011.Batinic, Bernad: Fragebogenuntersuchungen im Internet. Aachen 2001.Braschler, Nina: Realisierungsmöglichkeiten einer Zertifizierungsstelle für digitale Zertifikate inder Schweiz. Chur 2005.Bundesamt für Statistik: Schülerinnen- und Schülerstatistik, Mittelstufe,http://www.statistik.sg.ch/home/themen/b15/Mittelschule/_jcr_content/Par/downloadlist/DownloadListPar/download_0.ocFile/Sch%C3%BCler/innen%20Mittelschulen%20Kanton%20St.Gallen%202008_09.pdf, 18.10.2011.Cleff, Thomas: Deskriptive Statistik und moderne Datenanalyse : eine computergestützteEinführung mit Excel, SPSS und STATA . Wiesbaden 2008.Erziehungsdepartement des Kantons St. Gallen: Bildungs- und Lehrplan Volksschule 2008.Rorschach 2008.Erziehungsrat des Kantons St.Gallen: Weisungen des Erziehungsrates zum Umgang mit denstandardisierten Testsystemen. St. Gallen 2010.Frey, Karl: Der Lehrplan der Real-, Sekundar- und Bezirksschulen. Eine vergleichende Analyse zurKoordination und Neugestaltung der kantonalen Lehrpläne in der Schweiz mit einerUntersuchung über die allgemeine Bildungsfunktion der Realschulstufe. Weinheim 1968.Gronlund, Norman E: Die Anlage von Leistungstests. Frankfurt am Main 1974.Grosser Rat des Kantons St. Gallen: Volksschulgesetz. St. Gallen 2008. 27
  30. 30. Hack, Juliane: Webbefragungen und Online-Access Panels als Möglichkeiten onlinegestützterForschung. Chancen, Probleme und Zukunftsvisionen. Norderstedt 2004.Hanimann, Claudia: Feeback zum Datenschutz, 01.07.2011.Kranz, Helger T.: Einführung in die klassische Testtheorie. 8. Band. Frankfurt am Main 1981.Moser, Urs: Wie werden die Ergebnisse in den Stellwerk-Tests interpretiert? Von den Test-ergebnissen zu einer professionellen Beurteilung der Kompetenzen der Schülerinnen undSchüler. Zürich 2006.Nikolaus, Jackob: Sozialforschung im Internet: Methodologie und Praxis der Online-Befragung.Wiesbaden 2009.Schweizerische Konferenz der Kantonalen Erziehungsdirektoren: Die interkantonaleVereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS-Konkordat) vom 14.Juni 2007: Kommentar, Entstehungsgeschichte und Ausblick. Bern 2011.Steinberg, Joseph: SSL VPN : understanding, evaluating and planning secure, web-based remoteaccess. Birmingham 2005.SurveyMonkey Corporation: SurveyMonkey User Manual, Customer Guide for AccountNavigation, Survey Creation, Distribution & Analysis,http://s3.amazonaws.com/SurveyMonkeyFiles/UserManual.pdf, 03.07.2011.SurveyMonkey Corporation: Smart Survey Design,http://s3.amazonaws.com/SurveyMonkeyFiles/SmartSurvey.pdf, 22.09.2011.Theobald, Axel: Online-Marktforschung. Theoretische Grundlagen und praktische Erfahrungen.2. Band. Wiesbaden 2003.9 AbbildungsverzeichnisAbb. Titelblatt: Aufnahme einer Laptoptastatur (eigene Darstellung, 2011)Abb. 1: Organisierung der Standortbestimmungen des Kantons St. Gallen (in Anlehnung an den Erziehungsrat des Kantons St. Gallen, 2010) .................................. 4Abb. 2: Aufbau des Lehrplans von 1958 (in Anlehnung an Frey, 1968) ........................................... 8Abb. 3: Grundaufbau des Bildungs- und Lehrplans von 1997 (eigene Darstellung, 2011) ............ 10 28
  31. 31. Abb. 4: Feinaufbau des Bildungs- und Lehrplans von 1997 (eigene Darstellung, 2011)................ 11Abb. 5: Aufbau des Teilbereichs Deutsch im Bildungs- und Lehrplan von 1997 (eigene Darstellung, 2011) ............................................................................................... 12Abb. 6: Anzahl der Schüler bezüglich der einzelnen Schulstufen in der Sekundarstufe (eigene Darstellung, 2011) ............................................................................................... 18Abb. 7: Anzahl der Schüler bezüglich der einzelnen Schulstufen in der Sekundarstufe (eigene Darstellung, 2011) ............................................................................................... 18Abb. 8: Ausschnitt aus der Ergebnisdarstellung der Stellwerk Standortbestimmung (nach Moser, 2006)........................................................................................................... 19Abb. 9: Ausschnitt aus der Ergebnisdarstellung der Standortbestimmung dieser Arbeit (eigene Darstellung, 2011) ............................................................................................... 20Abb. 10: Nationalitäten der Schüler des 1. Schuljahrs der Sekundarstufe (eigene Darstellung, 2011) ............................................................................................... 21Abb. 11: Mittelwertdarstellung des 1. Schuljahrs der Sekundarstufe zum Lernbereich Hören (eigene Darstellung, 2011) ............................................................................................... 22Abb. 12: Nationalitäten der Schüler des 2. Schuljahrs der Sekundarstufe (eigene Darstellung, 2011) ............................................................................................... 23Abb. 13: Nationalitäten der Schüler des 3. Schuljahrs der Sekundarstufe (eigene Darstellung, 2011) ............................................................................................... 23Abb. 14: Nationalitäten der Schüler des 1. Schuljahrs der Realstufe (eigene Darstellung, 2011) ............................................................................................... 24Abb. 15: Nationalitäten der Schüler des 2. Schuljahrs der Realstufe (eigene Darstellung, 2011) ............................................................................................... 2410 TabellenverzeichnisTab. 1: Ausschnitt aus einer Ziel-Inhalt-Matrix (eigene Darstellung, 2011)................................... 15Tab. 2: Auflistung der teilnehmenden Sekundarklassen (eigene Darstellung, 2011) .................... 17Tab. 3: Auflistung der teilnehmenden Realklassen (eigene Darstellung, 2011) ............................ 17Tab. 4: Sozialer Vergleich der Stellwerk Ergebnisse (in Anlehnung an anonym 2, 18.10.2011) ........................................................................ 20Tab. 5: Darstellung der durchschnittlichen absoluten Abweichung zu den Aufgaben des Lernbereichs Hören (eigene Darstellung, 2011) ............................................................... 22 29

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