DER MANN 2013:
Arbeits- und
Lebenswelten –
Wunsch und
Wirklichkeit
Eine Studie von
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HERAUSGEBER
BILD der FRAU
Axel Springer AG
Axel-Springer-Platz 1
20350 Hamburg
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Marktforschung Axel Springer A...
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haben die Männer...
© IfD-Allensbach
BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG
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Inhalt
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Beruf geht vor! Prioritäten
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pürt man den Sichtweisen und Haltungen von Männern nach, fallen scho...
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Bei den meisten Eltern kommt das zumindest
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Bemerkenswerterweise gibt es einige Arbeiten im Haushalt, die Frauen offenbar häufiger erledigen, als
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QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 201...
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Ganz allgemein hätten 22 Prozent der Männer ein Problem damit, wenn ihre Partnerin beruflich erfolg-
reicher wäre als...
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Neue BILD der FRAU-Studie: Der Mann 2013 – Arbeits- und Lebenswelten – Wunsch und Wirklichkeit

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Anlässlich ihres 30. Geburtstags veröffentlicht BILD der FRAU eine neue Studie, in der es diesmal primär nicht um die Frauen, sondern um die Männer geht. Wie nehmen die Männer den gesellschaftlichen Wandel der Frauen (steigende Erwerbsquote, bessere Bildungsabschlüsse, stärkere Unabhängigkeit und Gleichberechtigung) wahr und wie gehen sie damit um? Welche Auswirkungen haben diese Entwicklungen auf ihre Lebens- und Arbeitswelt sowie auf ihr Selbstverständnis als Mann? Vor dem Hintergrund des veränderten Rollenverständnisses von Frauen müssen sich auch die Männer neu orientieren, aber tun sie das wirklich? Diesen und weiteren spannenden Fragen geht die aktuelle Studie von BILD der FRAU in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie auf den Grund.

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Neue BILD der FRAU-Studie: Der Mann 2013 – Arbeits- und Lebenswelten – Wunsch und Wirklichkeit

  1. 1. DER MANN 2013: Arbeits- und Lebenswelten – Wunsch und Wirklichkeit Eine Studie von
  2. 2. 3 HERAUSGEBER BILD der FRAU Axel Springer AG Axel-Springer-Platz 1 20350 Hamburg KONZEPTION Marktforschung Axel Springer AG, Hamburg DURCHFÜHRUNG DER UNTERSUCHUNG UND AUSWERTUNG Institut für Demoskopie Allensbach, Allensbach am Bodensee GESTALTUNG Peter Bay FOTOS Getty Images DRUCK DRUCKPUNKT Digital Offset GmbH, Hamburg © Copyright 2013 Alle Veröffentlichungen von Daten aus dieser Studie, ausgenommen zu wissenschaftlichen Zwecken, bedürfen der vorherigen Zustimmung der Axel Springer AG. 2 Vorwort BILD der FRAU Als wir in der Redaktion über die vorliegende Männer-Studie diskutierten,kam uns auch ein Satz von Fuß- baller Bastian Schweinsteiger in den Sinn.„Auf dem Weg zum Punkt“,hatte der Bayern-Spieler nach seinem entscheidenden Elfmeter im Champions League-Halbfinale gegen Real Madrid gesagt,„habe ich kurz meine Eier verloren. Aber zum Glück hab ich sie rechtzeitig wieder gefunden.“ Ein bisschen drastisch formuliert, zugegeben, aber irgendwie passend. Denn: Auch der deutsche Mann scheint auf dem Weg zum Elfmeterpunkt. Auch er muss jetzt dringend verwandeln. Und zwar sich selbst. Er muss seine Rolle neu finden, ohne seine Männlichkeit zu verlieren. Und das Problem: Dieser Ball ist noch nicht im Tor. Immer noch verdienen Frauen in Deutschland weniger als die Männer, immer noch sind Frauen in Chef- etagen eher eine Seltenheit, immer noch arbeiten fast nur Frauen in Teilzeit, immer noch gehen viel mehr Mütter als Väter in Elternzeit. Immer noch sind wir ein Land, das auf das Modell des männlichen Familien- ernährers zugeschnitten ist – Betreuungsgeld und Ehegattensplitting sind nur zwei staatliche Instrumente, die helfen, die alte Aufgabenverteilung zu zementieren: Er verdient, sie putzt und erzieht. Und trotzdem sagen schon jetzt 64 Prozent der deutschen Männer: „Es reicht mit der Gleichberechtigung!“ 28 Prozent von ihnen klagen: „Was da passiert, ist übertrieben.“ Und sechs Prozent fühlen sich bereits benachteiligt. Unverbesserliche Machos? Hoffnungslos rückständig? Nein.Die Männer sind verunsichert.Ihnen schwim- men die Felle davon. Das ist eines der Ergebnisse der großen deutschen Männer-Studie 2013, die BILD der FRAU beim Institut für Demoskopie in Allensbach in Auftrag gegeben hat. Die Liste der Dinge, die Frauen genauso gut oder besser können, wird immer länger. Mindestens jeder zweite Mann stimmt bei diesen Punkten zu: „Mitarbeiter führen“,„Entscheidungen treffen“,„Stress gut ver- arbeiten“,„mehrere Dinge gleichzeitig erledigen“.Und wenn es um soziale Kompetenzen geht,sind Frauen sowieso uneinholbar vorn: 76 Prozent der Männer sagen, Frauen können sich besser einfühlen; 78 Prozent, sie können Gefühle besser zeigen. Und damit sind wir bei der großen guten Botschaft der Männer-Studie: Sein Respekt vor Frauen wächst! Das freut uns, nicht zuletzt, weil auch Frauenzeitschriften einen nicht ganz kleinen Anteil an dieser Ent- wicklung haben. BILD der FRAU, Deutschlands größte, sieht seit 30 Jahren genau darin ihre Aufgabe: infor- mieren, unterhalten, aufklären, Mut machen, das Selbstbewusstsein stärken. Gemeinsam, auf Augenhöhe,
  3. 3. 54 alle Entscheidungen treffen: Das wünschen sich heute 95 Prozent der Frauen von ihrem Partner – und das haben die Männer nun offenbar kapiert. 86 Prozent halten sich nach eigener Aussage jedenfalls daran. Und trotzdem gibt es auch Botschaften, die uns ärgern: Der Streit um die Verteilung der Hausarbeit zum Beispiel wird wohl ein ewiger bleiben. Nur acht Prozent der Männer sind fleißiger beim Bügeln als sie, nur sieben Prozent füllen öfter die Waschmaschine.53 Prozent haben weiter Probleme damit,Gefühle zu zeigen. Nur jeder Fünfte mag sich vorstellen,weniger Stunden berufstätig zu sein als die Partnerin.Überhaupt findet es jeder Dritte schwierig, den heutigen Anforderungen gerecht zu werden. Und jeder Vierte gibt sogar zu, dass er sich nach den gut sortierten alten Zeiten sehnt. Man möchte ihnen zurufen: Männer,Jungs – daraus wird nichts mehr! Besonders die jungen Frauen sind schon viel zu weit, um sich wieder einfangen zu lassen. Beide arbeiten Vollzeit und teilen sich die Familien- arbeit – dieses Modell favorisiert schon jede zweite 18- bis 44-Jährige.Und die Zeichen,dass das auch klappt, stehen gut: Heute machen mehr Mädchen als Jungs Abitur, schließen mehr Frauen als Männer ein Hoch- schulstudium ab. Sie stürmt voran,er möchte bleiben – und was nun? Da gibt’s nur eines: Aufeinander zugehen und dann gemeinsam weiter. Aber bitte vorwärts. Das Projekt Gleichberechtigung kann nur gelingen, wenn Frauen und Männer Verbündete sind – in der Familie und im Job. Dafür müssen Männer anfangen, über ihre Ängste und Wünsche zu reden. Und die Ge- sellschaft muss Strukturen schaffen, in denen Männer sich auch ändern können: Noch sind zum Beispiel 71 Prozent aller Deutschen sicher, dass ein Arbeitgeber kein Verständnis zeigt, wenn ein Vater zugunsten der Familie kürzer treten will. Erst wenn Paare sich nicht mehr von Rollenklischees behindern lassen und auch der Staat ihnen hilft, eine neue Form der Partnerschaft zu leben – ist der Ball im Tor. SANDRA IMMOOR BIANCA POHLMANN BILD der FRAU-Chefredakteurin BILD der FRAU-Verlagsleiterin Vorwort Prof. Dr. Renate Köcher Die Rollen der Geschlechter sind heute weitaus weniger klar definiert als dies noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war.Die Frauen haben bei den Bildungsabschlüssen gleichgezogen,die Frau- enerwerbsquote ist kontinuierlich gestiegen; umgekehrt sind Männer heute familienorientierter und beschäftigen sich insbesondere intensiver mit ihren Kindern als das früher der Fall war. Der Abschied von den Festlegungen der Geschlechterrollen wird von Männern wie Frauen eher als Befreiung denn als Belastung empfunden. Es eröffnet beiden Geschlechtern neue Optionen, stellt aber auch vor neue Herausforderungen. Männer sehen sich heute mit hohen Erwartungen konfrontiert: Sie sollen gleichzeitig berufs- und familienorientiert sein,sich intensiv um die Kinder kümmern und vermehrt Aufgaben in Haushalt und Familie übernehmen, partnerschaftlich Ent- scheidungen treffen, selbstbewußt und einfühlsam sein, eigene Gefühle zeigen und eine selbst- bewusste Partnerin schätzen. Nicht jeder fühlt sich diesen Erwartungen gewachsen. Gut jeder dritte Mann und sogar jeder zweite männliche Single findet es schwierig,den Anforderungen zu entsprechen.Das geht jedoch nicht so weit,dass Männer das Gefühl haben,dass sie keine „richtigen Männer“ mehr sein dürften; dieses Empfinden hat nur eine verschwindende Minderheit. Die überwältigende Mehrheit ist gerne Mann,nur ganze 6 Prozent wären im nächsten Leben lieber eine Frau.Nur wenige Männer glauben auch, dass Frauen es im Leben leichter haben – eher umgekehrt. Das hat auch damit zu tun, dass trotz der Auflösung festgelegter Geschlechterrollen die Aufga- benteilung in den meisten Familien nach wie vor dem herkömmlichen Muster folgt: Der Mann kümmert sich primär um den Beruf und das Einkommen des Haushalts,die Frau vorwiegend um Haushalt und Kinder. Die Mehrheit der Frauen schaltet in der Familienphase beruflich zurück, dagegen nur eine kleine Minderheit der Männer. Die große Mehrheit der Männer kann sich auch nicht vorstellen, hier einen Rollentausch vorzunehmen. Der Hausmann ist nach wie vor die Aus- nahme von der Regel. Aber auch eine Vollzeitberufstätigkeit beider Partner ist weder das Ideal noch wird es von der Mehrheit praktiziert. Auch die Aufgabenteilung im Haushalt ist weit von einer gleichgewichtigen Teilung entfernt – selbst oft bei Paaren, die beide voll berufstätig sind. Die Aufweichung der Geschlechterrollen eröffnet damit zwar Optionen, die aber im Alltag nur eingeschränkt genutzt werden. Männer sind damit im Durchschnitt zufriedener als Frauen, von denen viele den Eindruck haben: Es ist auch in der heutigen Gesellschaft doch leichter,ein Mann zu sein als eine Frau. PROF. DR. RENATE KÖCHER Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach
  4. 4. © IfD-Allensbach BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 Männer haben es leichter im Leben – sagen vor allem Frauen FRAGE: "Wer, glauben Sie, hat es im Allgemeinen leichter im Leben: die Männer oder die Frauen?" FRAUENBEVÖLKERUNG INSGESAMT MÄNNER Unentschieden, keine Angabe Männer haben es leichter Frauen haben es leichter Beide haben es gleich schwer 35 % 29 42 47 46 48 8 12 3 10 13 7 6 7 1 Patrick Seigerschmidt: "Sächsische Männerstudie. Lebensthemen von Männern in Sachsen", Diplomarbeit an der TU Dresden, Fakultät Erziehungswissenschaften, erschienen beim Männernetzwerk Dresden e.V. (2009) Vorbemerkung Unsere Gesellschaft befindet sich in einer Phase schneller Veränderungen.Das betrifft auch das Verhältnis der Geschlechter zueinander,die gegenseitigen Erwartungen und Definition der Rollen,die das Zusammen- leben von Männern und Frauen bestimmen. Die Indikatoren für diese Veränderungen sind zahlreich. Sie zeigen aber vor allem Veränderungen im Rollenverständnis und Rollenhandeln von Frauen: Die Erwerbsquote von Frauen ist in Deutschland von 1960 bis heute von 47 Prozent auf 68 Prozent angestiegen (vgl. Anhang- schaubild 5). Bei den Bildungsabschlüssen haben die Frauen die Männer bereits überholt: Heute machen mehr Mädchen als Jungen Abitur, mehr Frauen als Männer schließen ein Hochschulstudium ab. Der Anteil der Frauen,die sich als emanzipiert beschreiben,wächst.Unabhängigkeit,gerade auch finanzielle Unabhän- gigkeit durch eigene Berufstätigkeit, ist in der Lebensplanung von Frauen wichtiger geworden. Wie reagieren Männer auf diese Entwicklungen,darauf,dass sie ihr Monopol als Familienernährer verlieren und eine stärkere Beteiligung an der Familienarbeit eingefordert wird? Vor dem Hintergrund des veränderten Rollenverständnisses von Frauen müssen sich auch die Männer neu orientieren."Traditionelle Männerbilder haben an Orientierungskraft verloren" und mehr noch, "es hat sich ein Legitimationsdruck für die traditio- nelle Männerrolle aufgebaut".1 Den Eindruck, dass Männer es im Leben leichter haben als Frauen, haben vor allem Frauen (Schaubild 1). Um vor diesem Hintergrund das Rollenverständnis von Männern, ihre Sicht auf die Arbeitsteilung der Geschlechter, auf Partnerschaft, Beruf und Familie und auf die Gleichberechtigung der Frau zu beleuchten, hat die Zeitschrift BILD der FRAU anlässlich ihres 30-jährigen Jubiläums das INSTITUT FÜR DEMOSKOPIE ALLENSBACH mit einer Studie beauftragt.Befragt wurde dazu ein repräsentativer Querschnitt von 947 Män- nern im Alter von 18 bis 65 Jahren, sowie, als Vergleichsgruppe, 546 altersgleiche Frauen. Der vorliegende Kommentarband fasst die wichtigsten Befunde der Studie zusammen. Er wird ergänzt durch einen tabellarischen Basisbericht,der die Antworten auf alle Fragen für die Befragten insgesamt sowie für verschiedene Analysegruppen ausweist. Bei Fragen zu dem tabellarischen Berichtsband, zusätzlichen Auswertungen sowie dem verwendeten Fragebogen wenden Sie sich bitte an die Marktforschung der Axel Springer AG. Allensbach am Bodensee, im Juli 2013 INSTITUT FÜR DEMOSKOPIE ALLENSBACH SCHAUBILD 1
  5. 5. Inhalt Vorwort BILD der FRAU ....................................................................................................................................3 Vorwort Prof. Dr. Renate Köcher........................................................................................................................5 Vorbemerkung...................................................................................................................................................6 Beruf geht vor! Prioritäten im Leben von Männern.......................................................................................11 Was von einem Mann heute so alles erwartet wird........................................................................................17 Gleichberechtigung der Frau erreicht, kein weiterer Handlungsbedarf. Oder?..............................................31 Aufteilung der Hausarbeit: Alles beim Alten (?).............................................................................................37 Eine vollzeitberufstätige Partnerin? Für die Mehrheit der jungen Männer kein Problem (mehr)..........................................................................55 Exkurs: Sind Frauen die besseren Führungskräfte? .......................................................................................63 Auch das Umfeld ist schuld! Weniger Verständnis für Väter, die für die Familie beruflich zurückstecken, als für Mütter ...........................................................................69 Trotz allem: Männer sind gerne Männer ........................................................................................................75 ANHANG Anhangschaubilder .........................................................................................................................................78 Anhangtabellen...............................................................................................................................................82 Untersuchungsdaten der Studie.....................................................................................................................84 9
  6. 6. 11 Beruf geht vor! Prioritäten im Leben von Männern S pürt man den Sichtweisen und Haltungen von Männern nach, fallen schon bei den Grundorientie- rungen und Prioritäten im Leben im Vergleich zu Frauen markante Unterschiede auf. Zwar sind sich die Angehörigen beider Geschlechter in vielen Punkten weitgehend einig,etwa darin,dass Gesundheit das Wichtigste im Leben ist. Und gute Freunde, eine gute, vielseitige Bildung, sich selbst treu zu sein oder Zeit für sich selbst zu haben, ist für Männer und Frauen in ganz ähnlichen Anteilen im Leben sehr wichtig. Wenn es aber um Beruf und Familie, vor allem um eigene Kinder geht, setzen Männer andere Prioritäten als Frauen: Insbesondere ist Männern Erfolg im Beruf wichtiger, als Kinder zu haben. Bei Frauen ist das umgekehrt, ihnen sind Kinder wichtiger als Karriere. Dabei liegt der Anteil der Frauen, denen es generell sehr wichtig ist, einen Beruf zu haben, der erfüllt und Spaß macht, kaum niedriger als bei Männern.Es ist speziell der Erfolg im Beruf,der Männern deutlich wichtiger ist als Frauen.Diese zeigen dafür eine stärkere Familienorientierung,d.h.neben eigenen Kindern sind ihnen auch die Familie sowie eine glück- liche Partnerschaft wichtiger als Männern (Schaubild 3, Seite 12). Dabei ist der Stellenwert, den Männer eigenen Kindern im Leben beimessen,in den letzten rund 15 Jahren deutlich gestiegen – gleiches gilt aber auch für Frauen (Schaubild 2). MÄNNER Es finden im Leben wichtig und erstrebenswert – © IfD-Allensbach Erfolg im Beruf ist eher Frauen wichtiger geworden, eigener Nachwuchs Männern und Frauen BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, BEVÖLKERUNG AB 14 JAHRE QUELLE: ALLENSBACHER MARKT- UND WERBETRÄGERANALYSEN, ZULETZT AWA 2012 "ERFOLG IM BERUF" "KINDER HABEN" 1998 2005 2012 1998 2005 2012 42 45 47 57 % 57 59 58 62 65 44 50 52 FRAUEN SCHAUBILD 2
  7. 7. 2 Vgl. tabellarischer Basisbericht, Tabelle 45c, Daten auf Anfrage bei der Axel Springer Marktforschung 3 Dies hängt mit der langfristig gestiegenen Frauenerwerbsquote zusammen, auch wenn Frauen – vor allem in mittleren Altersgruppen – häufig nur in Teilzeit arbeiten (Anhangschaubilder 5 und 6).12 13 Besonders stark öffnet sich die Schere zwischen der Bedeutung von beruflichem Erfolg und eigenen Kindern bei jungen Männern: Ihnen (wie auch jungen Frauen!) ist Erfolg im Beruf überdurchschnittlich wich- tig,während eigene Kinder nur nachrangige Priorität haben: Für nur 23 Prozent der 18- bis 34-jährigen Män- ner sind eigene Kinder sehr wichtig im Leben.2 Die Bedeutung von beruflichem Erfolg ist bei den Männern auch deutlich schichtabhängig: Männern aus der Oberschicht ist ein erfolgreiches Berufsleben deutlich wichtiger als Angehörigen einfacher Sozialschich- ten. Im Übrigen ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen in dieser Frage deutlich geringer, wenn man die Prioritäten von Vollzeitberufstätigen beiderlei Geschlechts miteinander vergleicht: Vollzeitberufs- tätigen Frauen ist Erfolg im Beruf in annähernd gleichem Anteil sehr wichtig im Leben wie vollzeitberufstä- tigen Männern (Schaubild 4). Auch ist der Anteil der Frauen, für die Erfolg im Beruf im Leben wichtig und erstrebenswert ist, in den letzten rund 15 Jahren signifikant gestiegen, während der Anteil unter Männern im gleichen Zeitraum nur ganz leicht zugenommen hat (Schaubild 2, Seite 11).3 BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 © IfD-Allensbach Was Männern im Leben wichtig ist – und was Frauen 81 74 70 64 63 60 53 52 48 45 44 43 41 39 38 32 30 28 25 Gesundheit Eine glückliche Partnerschaft Finanzielle Unabhängigkeit Gute Freunde haben Familie Gute, vielseitige Bildung Selbstsicherheit Zeit für mich selbst haben Erfolg im Beruf Das Leben genießen Meine Hobbys, meine Interessen Kinder haben Für andere da sein, anderen helfen Gepflegtes Aussehen Viel erleben FRAUENMÄNNER % 87 83 63 62 74 55 49 54 47 45 32 38 30 36 53 41 49 22 18 Einen Beruf haben, der mich erfüllt, der mir Spaß macht Meine Ideen und Vorstellungen vom Leben verwirklichen können Sich selbst treu sein, immer man selbst sein Frei sein, nicht zu viele Rücksichten nehmen zu müssen Das ist mir im Leben sehr wichtig: FRAGE: "Hier auf diesen Karten steht einiges, was man im Leben wichtig und erstrebenswert finden kann. Können Sie die Karten einmal auf dieses Blatt hier verteilen, je nachdem, wie wichtig das für Sie ist? Sie sehen ja, was da steht." (Kartenspiel- und Sortierblattvorlage) SCHAUBILD 3 © IfD-Allensbach BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 Erfolg im Beruf – besonders wichtig für junge Männer und Männer aus der Oberschicht Im Leben sehr wichtig: Erfolg im Beruf 18- BIS 65- JÄHRIGE INSGESAMT FRAUEN MÄNNER 18-34 JAHRE 35-49 JAHRE 50-65 JAHRE HOCH MITTEL NIEDRIG GESELLSCHAFTLICH- WIRTSCHAFTLICHER STATUS INSGESAMT VOLLZEIT BERUFSTÄTIG 44 % 54 49 29 53 46 33 47 47 32 40 33 24 35 33 27 36 43 44 % 29 46 33 3232323232222 404040400000 3333333333 24242424242424444 353535353535555 3333333333333 272727272777 363636366666 434343434343434343 SCHAUBILD 4
  8. 8. 1514 © IfD-Allensbach Zeitliche Konflikte zwischen Beruf und Familie: Bei den meisten Eltern kommt das zumindest gelegentlich vor – und zwar bei Vätern wie Müttern BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, BERUFSTÄTIGE ELTERN UNTER-16-JÄHRIGER KINDER, DIE MIT EINEM PARTNER ZUSAMMENLEBEN QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 NICHT DARGESTELLT: UNENTSCHIEDEN, KEINE ANGABE VÄTER MÜTTER FRAGE: "Wie häufig kommt es vor, dass Sie Probleme haben, Beruf und Familie zeitlich unter einen Hut zu bekommen, z.B. weil es gerade im Beruf viel zu tun gibt und Sie gleichzeitig familiäre Verpflichtungen haben? Kommt das häufig, gelegentlich, selten oder nie vor?" Es haben Probleme, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen – 8 7 27 15 52 38 23 % 21Häufig Gelegentlich Selten Nie SCHAUBILD 5 © IfD-Allensbach Zeitliche Konflikte zwischen Beruf und Familie lösen Männer eher zugunsten des Berufs, Frauen zugunsten der Familie VÄTER MÜTTER FRAGE: "Und wofür entscheiden Sie sich in der Regel, wenn Sie Probleme haben, Beruf und Familie zeitlich unter einen Hut zu bekommen? Was geht in der Regel vor: der Beruf oder die Familie?" Unentschieden, keine Angabe Bei einem zeitlichen Konflikt zwischen Familie und Beruf geht in der Regel vor – 18 14 50 % der Beruf die Familie 49 BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, BERUFSTÄTIGE ELTERN UNTER-16-JÄHRIGER KINDER, DIE MIT EINEM PARTNER ZUSAMMENLEBEN UND ZUMINDEST SELTEN DAS PROBLEM HABEN, BERUF UND FAMILIE ZEITLICH UNTER EINEN HUT ZU BEKOMMEN QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 3732 SCHAUBILD 6 Die unterschiedliche Prioritätensetzung von Männern und Frauen bei Beruf und Familie zeigt sich beson- ders deutlich, wenn familiäre und berufliche Verpflichtungen kollidieren. So berichten berufstätige Väter und Mütter unter-16-jähriger Kinder zwar in ähnlichen Anteilen von Problemen, Beruf und Familie zeitlich unter einen Hut zu bekommen: jeweils fast alle Väter und Mütter kennen das Problem,23 Prozent der Väter und 21 Prozent der Mütter stehen häufig vor dieser Situation (Schaubild 5). Deutlich unterschiedlich sehen aber die Lösungen des Konflikts aus: Während 50 Prozent der Väter eine zeitliche Kollision familiärer und beruflicher Verpflichtungen in der Regel zugunsten des Berufs lösen und nur 18 Prozent zugunsten der Familie, ist es bei Müttern annähernd umgekehrt. Von ihnen räumen 49 Pro- zent in der Regel der Familie den Vorrang ein, nur 14 Prozent dem Beruf (Schaubild 6).
  9. 9. 17 Was von einem Mann heute so alles erwartet wird A uch ein Vergleich der Rollenerwartungen, mit denen sich Männer konfrontiert sehen, mit den Erwartungen,die Frauen heute tatsächlich an Männer haben,zeigt bemerkenswerte Unterschiede. So wähnen sich Männer häufiger mit Erwartungen konfrontiert, für den Unterhalt der Familie zu sorgen, beruflichen Erfolg anzustreben oder Durchsetzungsstärke zu zeigen, als sich das Frauen tatsächlich von Männern wünschen4 : Während Männer zu 71 Prozent davon ausgehen,man erwarte von ihnen,für den Unterhalt der Familie zu sorgen,erwarten das tatsächlich "nur" 60 Prozent der Frauen.Und rund zwei Drittel der Männer sehen sich in der Pflicht, sich für den Erfolg im Beruf besonders ins Zeug zu legen – aber nur rund die Hälfte der Frauen wünscht sich das. Auf der anderen Seite nehmen Männer die an sie gerichteten Wünsche der Frauen nach Empathie und Emotionalität nur zum Teil wahr: Während rund drei Viertel der Frauen sich von einem Mann wünschen,dass er seine Gefühle zeigt,nimmt nur knapp die Hälfte der Männer dies als eine an Männer gerichtete Erwartung wahr. 79 Prozent der Frauen wünschen sich einfühlsame, verständnisvolle Männer,nur 62 Prozent der Männer sehen das eigene Geschlecht mit dieser Forderung kon- frontiert.Auch Humor und ein gepflegtes Äußeres fordern Frauen von Männern häufiger als diese eine solche Forderung registrieren. Und wichtige Entscheidungen mit der Partnerin gemeinsam zu treffen, ist zwar mit 80 Prozent auch die von Männern am häufigsten wahrgenommene Erwartung. Dennoch wünschen sich Frauen das noch deutlich häufiger von ihnen (93 Prozent, Schaubild 7, Seite 18). Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang auch eine Faktorenanalyse der tatsächlichen bzw. wahrge- nommenen Erwartungen. Bei diesem mathematischen Verfahren werden Aussagen danach gruppiert, wie häufig sie von den Befragten gemeinsam genannt werden, d.h., wie eng sie aus Sicht der Befragten mit- einander zusammenhängen. Eine solche Analyse der Erwartungen von Frauen zeigt, dass Frauen sehr deut- lich zwischen Emotionalität und Empathie einerseits und dem Wunsch nach einer Beziehung von selbstbewussten Partnern auf Augenhöhe unterscheiden: So finden sich die Forderungen "ist einfühlsam, verständnisvoll" und "zeigt seine Gefühle" in einer Aussagengruppe (d.h.werden durch das Verfahren einem "Faktor" zugeordnet),während "ist selbstbewusst" und "schätzt eine selbständige,selbstbewusste Partnerin" einem anderen, deutlich unterschiedlichem Faktor zugeordnet werden. Für die von Männern wahrgenommenen Erwartungen zeigt die Analyse dagegen ein ganz anderes Bild. Hier sind die Aussagen "ist einfühlsam, verständnisvoll" und "zeigt seine Gefühle" mit "schätzt eine selb- ständige, selbstbewusste Partnerin", "trifft wichtige Entscheidungen mit seiner Partnerin gemeinsam" und "achtet auf ein gepflegtes Äußeres" in einem Punkt verschmolzen. Die Wahrnehmung der Männer ist hier offensichtlich weniger differenziert, diese Punkte fallen für Männer eher alle unter einen gemeinsamen "Frauenversteher"-Punkt.5 4 Bei diesen Vergleichen ist natürlich zu berücksichtigen, dass nicht nur Frauen Erwartungen an Männer richten, sondern auch Freunde, Kollegen, Familienange- hörige etc. Wenn sich also ein höherer Anteil der Männer mit der Erwartung konfrontiert sieht, die Familie zu ernähren, als Frauen das erwarten, können dies auch Erwartungen der vorgenannten Kreise sein. Für die Grundaussagen der Analyse spielt es aber keine Rolle, woher sich die von Männern wahrgenommenen Erwartungen speisen, an denen sie sich orientieren. 5 Vgl. die Erläuterungen und die Dokumentation zur Faktorenanalyse, Daten auf Anfrage bei der Axel Springer Marktforschung
  10. 10. 1918 BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 © IfD-Allensbach Erwartungen an Männer aus Sicht von Männern und Frauen FRAGE AN MÄNNER: "Was ist Ihr Eindruck: Was wird heute von einem Mann erwartet, wie sollte ein Mann heute sein? Bitte sagen Sie es mir nach dieser Liste." FRAGE AN FRAUEN: "Wie sollte ein Mann heute Ihrer Meinung nach sein, was finden Sie gut an einem Mann? Bitte sagen Sie es mir nach dieser Liste." 80 75 71 69 67 65 65 62 62 62 61 61 57 55 48 47 47 41 39 34 25 22 93 71 60 83 79 52 69 79 66 72 57 49 63 51 39 74 51 47 44 26 14 12 Ist selbstbewusst Sorgt für den Unterhalt der Familie Hat Humor Achtet auf ein gepflegtes Äußeres Erfolg im Beruf ist ihm wichtig Kümmert sich viel um seine Kinder Ist einfühlsam, verständnisvoll Ist selbständig, unabhängig Ist durchsetzungsstark Ist weltoffen, tolerant Zeigt seine Gefühle Ist den Kindern gegenüber konsequent Verbringt viel Zeit mit seinen Freunden Trifft wichtige Entscheidungen mit seiner Partnerin gemeinsam Übernimmt viele Aufgaben im Haushalt und in der Familie Schätzt eine selbständige, selbstbewusste Partnerin Treibt regelmäßig Sport, achtet auf seinen Körper Kümmert sich um Organisatorisches, z.B. um die Finanzen oder die Urlaubsplanung Ist bereit, zu Hause zu bleiben und sich um Haushalt und Familie zu kümmern Schlägt auch mal über die Stränge, betrinkt sich z.B. auch mal Steckt auch mal bei der Berufstätigkeit zu- rück, um mehr Zeit für die Familie zu haben Achtet auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung % 999 7 6 8 7 5 6 7 6 7 5 4 6 5 3 7 5 4 4 2 1 1 % FRAUENMÄNNER SCHAUBILD 7 © IfD-Allensbach Familienernährer und Empathie – Erwartungen von Frauen an Männer ändern sich, ohne dass die Männer das wahrnehmen BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 Männer: Das wird von einem Mann heute erwartet "SORGT FÜR DEN UNTERHALT DER FAMILIE" "IST EINFÜHLSAM, VERSTÄNDNISVOLL" Frauen: So sollte ein Mann heute sein 18-34 JAHRE 35-49 JAHRE 50-65 JAHRE 18-34 JAHRE 35-49 JAHRE 50-65 JAHRE 72 % 68 72 54 59 68 60 66 61 87 74 78 SCHAUBILD 8 Die von Männern wahrgenommenen Erwartungen stehen insgesamt einem traditionellen Verständnis der Rolle des Mannes näher als die Erwartungen,die Frauen an Männer tatsächlich formulieren.Ein Vergleich verschiedener Altersgruppen stützt dabei die Vermutung, dass sich vor allem die Rollenerwartungen von Frauen an Männer ändern, ohne dass die Männer diese Änderungen nachvollziehen. So sehen sich unter- 35-jährige Männer in durchschnittlichem Anteil der Erwartung gegenüber, für den Unterhalt der Familie zu sorgen. Tatsächlich ist diese Erwartung bei jüngeren Frauen dagegen deutlich weniger verbreitet als bei älteren. Auf der anderen Seite erwarten jüngere Frauen von Männern überdurchschnittlich häufig, einfühl- sam und verständnisvoll zu sein. Die jungen Männer nehmen das aber offenbar nicht wahr. Der Anteil der 18- bis 34-jährigen Männer, die sich mit der Erwartung konfrontiert sehen, einfühlsam und verständnisvoll zu sein, ist mit 60 Prozent sogar leicht unterdurchschnittlich (Schaubild 8).
  11. 11. 2120 © IfD-Allensbach Für junge Männer und Frauen überdurchschnittlich wichtig: dass Männer auf ihr Äußeres und ihren Körper achten BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 Männer: Das wird von einem Mann heute erwartet "ACHTET AUF EIN GEPFLEGTES ÄUßERES" "TREIBT REGELMÄßIG SPORT, ACHTET AUF SEINEN KÖRPER" Frauen: So sollte ein Mann heute sein © IfD-Allensbach 18-34 JAHRE 35-49 JAHRE 50-65 JAHRE 18-34 JAHRE 35-49 JAHRE 50-65 JAHRE 67 47 52 53 52 47 73 62 65 86 % 74 79 SCHAUBILD 9 Was junge Männer dagegen durchaus wahrnehmen, ist die überdurchschnittlich große Bedeutung, die junge Frauen einer gepflegten Erscheinung und einem sportlichen Körper beimessen (Schaubild 9). Insgesamt empfindet es ein gutes Drittel der Männer als schwierig, den Erwartungen gerecht zu werden, mit denen sie als Mann heute konfrontiert werden. Nur rund die Hälfte der Männer gibt ausdrücklich zu Protokoll, damit keine Schwierigkeiten zu haben (Schaubild 10, Seite 21). Besonders häufig haben Männer aus einfachen Sozialschichten Probleme damit, den heutigen Rollenerwartungen an Männer zu genügen, von den 30- bis 59-Jährigen aus einfachen Sozialschichten bekennen das 44 Prozent. Daneben sind es bemerkenswerterweise Singles, die auffällig häufig Schwierigkeiten mit den an sie gerichteten Rollen- erwartungen einräumen (Schaubild 11, Seite 21). An späterer Stelle wird sich zeigen, dass Single-Männer einem Wandel der Rollenbilder generell überdurchschnittlich skeptisch gegenüberstehen. Was hier Ursache und was Wirkung ist – also ob Single- Männer häufig deshalb keine Partnerin haben,weil ihre Rollenvorstellungen überdurchschnittlich stark von den Vorstellungen der Frauen abweichen, oder ob sie abweichende Vorstellungen entwickeln, weil sie keine Partnerin haben –, kann die vorliegende Untersuchung allerdings nicht klären. © IfD-Allensbach Rund jedem dritten Mann fällt es nicht leicht, die heutigen Rollenerwartungen an Männer zu erfüllen BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 Das geht mir nicht so 18- BIS 65-JÄHRIGE MÄNNER FRAGE: "Wenn Sie einmal an die Erwartungen denken, mit denen Sie als Mann heute konfrontiert sind: Finden Sie es schwierig, diesen Erwartungen gerecht zu werden, oder geht Ihnen das nicht so?" 49 % 35 16 Den Erwartungen gerecht zu werden, finde ich schwierig Unentschieden, keine Angabe SCHAUBILD 10 SCHAUBLD 11 © IfD-Allensbach BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 30- BIS 59-JÄHRIGE MÄNNER QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 Tendenz zur Überforderung mit den Rollenerwartungen an Männer häufiger in einfachen Sozialschichten und bei Single-Männern "Den Erwartungen gerecht zu werden, mit denen man als Mann heute konfrontiert wird, finde ich schwierig" INSGESAMT SINGLE- MÄNNER VERHEIRATET ODER IN EINER FESTEN BEZIEHUNG HOCH MITTEL NIEDRIG 30- BIS 59-JÄHRIGE MÄNNER 37 % 29 37 44 32 51 GESELLSCHAFTLICH- WIRTSCHAFTLICHER STATUS
  12. 12. 2322 Männer,die es schwierig finden,den heutigen Erwartungen gerecht zu werden,haben überdurchschnittlich häufig den Eindruck, einen Spagat zwischen Beruf und Familie vollziehen zu müssen: Sie sehen sich zum einen – und vor allem – deutlich häufiger als Männer,die es nicht schwierig finden,die Rollenerwartungen zu erfüllen,mit der Forderung konfrontiert,viele Aufgaben im Haushalt und in der Familie zu übernehmen, sich daneben auch viel um die Kinder zu kümmern und beruflich auch mal zurückzustecken,um mehr Zeit für die Familie zu haben. Auch Emotionalität und Empathie sehen Männer, die sich potentiell überfordert fühlen,häufiger von sich abverlangt.Mit diesen Wahrnehmungen bewegen sie sich allerdings näher an den tatsächlichen Forderungen von Frauen als die Männer,die keine Schwierigkeiten sehen,die Rollenerwartun- gen zu erfüllen. Gleichzeitig sehen sie sich aber auch überdurchschnittlich häufig in der Rolle des Familienernährers und glauben, von ihnen werde besonderes Engagement für beruflichen Erfolg verlangt. Zudem sehen sich über- durchschnittlich viele Männer dieser Gruppe mit der dazu widersprüchlichen Erwartung konfrontiert, zu einem Rollentausch bereit zu sein,d.h.zu Hause zu bleiben,um sich um Haushalt und Familie zu kümmern. Dabei sind die Erwartungen von Frauen an Männer in diesen Punkten deutlich geringer. Auch diese Befunde,wie schon die vorangehend dargestellten Ergebnisse,deuten darauf hin,dass es vielen Männern offenbar schwerfällt, vor dem Hintergrund sich ändernder Erwartungen an sie neue Rollendefini- tionen für sich zu finden. So nimmt ein Teil der Männer zwar durchaus wahr, dass mehr Engagement bei der Familienarbeit gefordert ist – und auch Wünsche nach einer "Wesensänderung" hin zu mehr Empathie und Emotion bestehen. Gleichzeitig sind diese Männer aber offenbar nicht bereit, sich von ihrer alten Rolle als Ernährer zumindest partiell zu verabschieden, obwohl Frauen ihnen das vielfach zugestehen würden. Potentielle Folge dieses "Alle-Rollen-Besetzen-Wollens" ist das Gefühl der Überforderung (Schaubild 12, Seite 23). In der Gegenüberstellung der Erwartungen,die Frauen an Männer haben,und dem Selbstbild,das Männer von sich selbst haben, zeigen sich ganz ähnliche Tendenzen: Männer – hier: Väter – sorgen auch faktisch häufiger für den Unterhalt der Familie als das Mütter ganz allgemein von Männern erwarten. Ebenso küm- mern sich Männer in Partnerschaften häufiger um Organisatorisches, also z.B. um die Finanzen oder die Urlaubsplanung, als Frauen sich das wünschen. Auf der anderen Seite werden Defizite bei der Beteiligung an der Familienarbeit sichtbar, sowie – im Vergleich zu den Wunschvorstellungen der Frauen – wenn es darum geht, seine Gefühle zu zeigen oder einfühlsam, verständnisvoll zu sein (Schaubild 13, Seite 24). © IfD-Allensbach Männer, die es schwierig finden, den Rollenerwartungen gerecht zu werden, glauben überdurchschnittlich häufig, dass von Männern heute eine umfangreiche Beteiligung an der Familienarbeit erwartet wird BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 Frauen: So sollte ein Mann heute seinDas wird heute von einem Mann erwartet – Männer: Den Erwartungen, mit denen Männer heute konfrontiert sind, gerecht zu werden, finden – 74 74 70 71 41 54 49 75 66 69 79 52 26 74 47 60 Übernimmt viele Aufgaben im Haushalt und in der Familie Kümmert sich viel um seine Kinder Ist einfühlsam, verständnisvoll Erfolg im Beruf ist ihm wichtig Ist bereit, zu Hause zu bleiben und sich um Haushalt und Familie zu kümmern Zeigt seine Gefühle Steckt auch mal bei der Berufstätigkeit zu- rück, um mehr Zeit für die Familie zu haben Sorgt für den Unterhalt der Familie NICHT SCHWIERIG SCHWIERIG 18 14 11 11 11 10 10 8 DIFFERENZ (PROZENTPUNKTE) 56 % 60 59 60 30 44 39 67 SCHAUBILD 12
  13. 13. 2524 Dass Männer noch stärker als Frauen an traditionellen Rollendefinitionen orientiert sind und sich selbst stärker als Alpha-Wesen wahrnehmen, zeigen auch die Zuschreibungen geschlechtsspezifischer Kompeten- zen. Dass sich Männer besser durchsetzen können und besser Entscheidungen treffen können als Frauen, geben Männer häufiger zu Protokoll als Frauen. Und während Männer mehrheitlich auch die Meinung vertreten, dass die eigenen Geschlechtsgenossen in der Regel besser darin sind, Prioritäten zu setzen und Wichtiges zuerst zu erledigen, als Frauen, sehen Frauen in dieser Frage im Durchschnitt kein Geschlecht im Vorteil. Ähnliches gilt,wenn es darum geht,Verantwortung zu übernehmen.Stress besser verarbeiten zu können, reklamieren Männer und Frauen tendenziell sogar für das jeweils eigene Geschlecht in höherem Anteil (Schaubild 14). Mit Kindern umzugehen, halten Männer dagegen in höherem Anteil für eine Fähigkeit, die eher Frauen als Männern gegeben ist.Frauen sehen in dieser Frage dagegen mehrheitlich keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen (siehe Anhangtabelle 1). BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 © IfD-Allensbach Erwartungen von Frauen – Selbstbild von Männern 86 85 78 71 69 67 65 62 57 56 55 55 54 47 44 42 42 40 39 38 26 ERWARTUNGEN VON FRAUEN AN MÄNNER MÄNNER: DAS TRIFFT AUF MICH ZU % Sorgt für den Unterhalt der Familie * Hat Humor Ist selbstbewusst Kümmert sich viel um seine Kinder * Ist weltoffen, tolerant Achtet auf ein gepflegtes Äußeres Ist selbständig, unabhängig Erfolg im Beruf ist ihm wichtig Ist den Kindern gegenüber konsequent * Ist durchsetzungsstark Verbringt viel Zeit mit seinen Freunden 95 68 83 71 77 63 79 42 57 52 56 65 49 74 51 79 44 12 14 42 24 Trifft wichtige Entscheidungen mit seiner Partnerin gemeinsam ** Kümmert sich um Organisatorisches, z.B. um die Finanzen oder die Urlaubsplanung ** Übernimmt viele Aufgaben im Haushalt und in der Familie * Ich habe keine Probleme damit, meine Gefühle zu zeigen/Zeigt seine Gefühle Treibt regelmäßig Sport, achtet auf seinen Körper Man sagt mir oft, ich sei einfühlsam, ver- ständnisvoll/Ist einfühlsam, verständnisvoll Achtet auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung Schlägt auch mal über die Stränge, betrinkt sich z.B. auch mal Steckt auch mal bei der Berufstätigkeit zurück, um mehr Zeit für die Familie zu haben * Ist bereit, zu Hause zu bleiben und sich um Haushalt und Familie zu kümmern * * Auf Basis von Vätern bzw. Müttern von Kindern unter 18 Jahren, die mit einer Partnerin zusammenleben ** Auf Basis von Männern bzw. Frauen, mit Partnerin bzw. Partner % 99599 6 83 7 7 63 7 42 5 52 5 65 4 74 5 7 44 12 14 42 24 SCHAUBILD 13 SCHAUBILD 14 Prioritäten setzen, Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen – viele Männer sind überzeugt, dass Männer das besser können als Frauen, Frauen sehen das häufig anders Sich anderen gegenüber durchsetzen Prioritäten setzen, Wichtiges zuerst erledigen Entscheidungen treffen Stress gut verarbeiten Verantwortung übernehmen 56 49 51 28 49 28 37 17 37 15 7 6 14 26 5 10 16 30 5 17 36 % 44 34 45 45 61 46 50 58 67 MÄNNER FRAUEN MÄNNER FRAUEN MÄNNER FRAUEN MÄNNER FRAUEN MÄNNER FRAUEN Das können in der Regel Frauen besser Das können in der Regel Männer besser Da gibt es keinen Unterschied © IfD-Allensbach BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 NICHT DARGESTELLT: UNENTSCHIEDEN, KEINE ANGABE
  14. 14. 2726 Insgesamt wird die Auflösung der traditionellen,starren Geschlechterrollen von einer deutlichen Mehrheit der Männer begrüßt und vor allem als Befreiung empfunden, die die persönlichen Handlungs- und Entfal- tungsoptionen vermehrt. 61 Prozent der Männer äußern sich in diesem Sinne. Aber immerhin rund jeder vierte Mann bekennt, der alten Aufgabenteilung der Geschlechter und der klaren Orientierung, die diese Aufteilung dem Einzelnen gegeben hat,nachzutrauern (26 Prozent).Im Vergleich zum Urteil der Frauen liegt dieser Anteil unter Männern damit fast doppelt so hoch (Schaubild 16). Es ist auch nicht zu erkennen, dass diese Überzeugungen der Männer in jungen Altersgruppen systema- tisch erodieren. Sich durchsetzen zu können, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und Stress gut zu verarbeiten,sind für unter-35-jährige Männer in ähnlichen Anteilen wie für Männer insge- samt Fähigkeiten, die in der Regel Männer besser beherrschen als Frauen (Schaubild 15). © IfD-Allensbach BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE MÄNNER QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 Was Männer besser können – keine Erosion männlicher Überzeugungen in der jungen Generation Stress gut verarbeiten Verantwortung übernehmen Entscheidungen treffen Das können Männer besser als Frauen – 61 47 43 37 39 % MÄNNER INSGESAMT 56 49 51 37 37 Sich anderen gegenüber durchsetzen Prioritäten setzen, Wichtiges zuerst erledigen 18- BIS 34-JÄHRIGE MÄNNER 4 66666 SCHAUBILD 15 NICHT DARGESTELLT: UNENTSCHIEDEN, KEINE ANGABE © IfD-Allensbach Der Abschied von festen Geschlechterrollen wird von Männern mehrheitlich begrüßt – noch deutlich häufiger aber von Frauen BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 FRAGE: "Früher war es ja in den meisten Familien üblich, dass der Mann arbeiten gegangen ist und die Frau sich um Haushalt und Kinder gekümmert hat. Darüber unterhalten sich hier zwei. Welche(r) von beiden sagt eher das, was auch Sie denken, der/die Obere oder der/die Untere?" 68 MÄNNER FRAUEN BEVÖLKERUNG INSGESAMT 20 % 61 26 75 14 "Ein wenig trauere ich der alten Auf- gabenteilung zwischen Frauen und Männern nach. Männer und Frauen hatten damals klare Rollen und somit auch eine Orientierung, wie sie sich ver- halten sollen und was von ihnen erwar- tet wird. Das fehlt heute manchmal." "Das sehe ich anders. Die alte Rollen- verteilung hat Männer und Frauen auf bestimmte Rollen festgelegt und keinen Raum dafür gelassen, dass z.B. Frauen sich beruflich entfalten können oder Männer für die Kinderbetreuung auch mal aus dem Beruf aussteigen. Heute haben Männer und Frauen viel mehr Möglichkeiten. Daher trauere ich der alten Aufgabenteilung überhaupt nicht nach." SCHAUBILD 16
  15. 15. 2928 Die Erwartungen und Anforderungen,denen sich Männer heute gegenübersehen,führen bei einer kleinen Gruppe von Männern – 7 Prozent – sogar zu dem Gefühl, sich manchmal gar nicht mehr wie ein richtiger Mann verhalten zu können, weil das vom Umfeld nicht akzeptiert würde (Schaubild 18). Männer, die dieses Gefühl teilen,sind überdurchschnittlich häufig zwischen 40 und 50 Jahre alt und aus einfachen Sozialschich- ten. Sie übernehmen überdurchschnittlich häufig viele Aufgaben im Haushalt und der Familie, stecken bei der Berufstätigkeit auch mal zurück,um mehr Zeit für die Familie zu haben,schlagen gleichzeitig aber auch häufiger mal über die Stränge,d.h.betrinken sich z.B.mal.Insgesamt erleben sie die Auflösung der traditio- nellen Rollenmuster deutlich überdurchschnittlich häufig als Verunsicherung: 47 Prozent trauern den klaren Rollendefinitionen früherer Tage und deren Orientierungsfunktion nach.8 Dabei sind es überdurchschnittlich häufig ältere Männer, die die Auflösung der traditionellen Geschlech- terrollen beklagen. Unter-35-Jährige äußern dies dagegen nur zu 20 Prozent, was auch damit zusammen- hängen dürfte,dass sie eine sehr strikte Aufteilung der Rollen aus eigener Anschauung kaum mehr kennen. Dass ihre Haltungen und Wahrnehmungen in vieler Hinsicht dennoch traditionellen Vorstellungen verhaftet sind,haben die vorangehenden Analysen gezeigt.Allerdings wird sich an späterer Stelle zeigen,dass sich die junge Männergeneration weniger stark als die ältere über die Ernährerrolle in der Familie definiert.6 So wie Männer aus einfachen Gesellschaftsschichten es häufiger als schwierig empfinden, den an sie gerichteten Erwartungen gerecht zu werden,als Männer aus höheren Sozialschichten7 ,weinen sie auch in ten- denziell überdurchschnittlichem Anteil den traditionellen Geschlechterrollen eine Träne nach (Schaubild 17). © IfD-Allensbach BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 Ältere Männer vermissen die alten Geschlechterrollen stärker als junge Es trauern der alten Aufgabenteilung zwischen Frauen und Männern ein wenig nach NIEDRIG FRAUEN MÄNNER 18-34 JAHRE 35-49 JAHRE 50-65 JAHRE HOCH MITTEL 30- BIS 59-JÄHRIGE MIT GESELLSCHAFTLICH- WIRTSCHAFTLICHEM STATUS BEVÖLKERUNG INSGESAMT 26 % 20 28 22 27 3030 14 8 12 21 7 15 21 141414141444 20 888888888 121212121212 222222121 22 77777777 1551515151515151515 22212121212121 SCHAUBILD 17 © IfD-Allensbach Können Männer heute keine Männer mehr sein? Nur wenige empfinden das so BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE MÄNNER QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 18- BIS 65-JÄHRIGE MÄNNER "Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich mich gar nicht wie ein richtiger Mann ver- halten kann, weil das nicht akzeptiert würde" 7 % SCHAUBILD 18 6 Vgl. Seite 57f. 7 siehe Schaubild 11, Seite 21 8 Sonderauswertung, Daten auf Anfrage bei der Axel Springer Marktforschung
  16. 16. 31 Gleichberechtigung der Frau erreicht, kein weiterer Handlungsbedarf. Oder? S o wie Männer – wenn auch nur eine Minderheit – häufiger als Frauen den traditionellen Geschlech- terrollen nachtrauern, halten sie gleichzeitig die Gleichberechtigung von Frauen in Deutschland in deutlich höheren Anteilen für weitgehend erreicht: 44 Prozent der Männer äußern sich in dieser Weise,weitere 6 Prozent sehen sogar bereits einen Zustand erreicht,bei dem Männer manchmal gegenüber Frauen benachteiligt werden.Nur 28 Prozent der Männer halten Frauen in Deutschland für noch nicht gleich- berechtigt.Ganz anders die Sichtweise der Frauen: Nur 30 Prozent halten Frauen heute schon für weitgehend gleichberechtigt, 45 Prozent sehen die Gleichberechtigung dagegen noch nicht erreicht (Schaubild 19). Gleichberechtigung erreicht? Das sehen Männer und Frauen deutlich unterschiedlich BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 X = UNTER 0,5 PROZENT FRAGE: "Zum Thema Gleichberechtigung: Wie sehen Sie das: Sind Männer und Frauen in Deutschland weitgehend gleichberechtigt, oder sind Frauen gegenüber Männern noch nicht gleichberechtigt, muss noch mehr für die Gleichberechtigung von Frauen getan werden, oder geht die Gleichberechtigung inzwischen sogar zu weit, werden Männer manchmal gegenüber Frauen benachteiligt?" noch nicht gleichberechtigt ganz unterschiedlich Unentschieden, keine Angabe Frauen sind gegenüber Männern – weitgehend gleichberechtigt Männer werden sogar manchmal benachteiligt 37 % 28 45 22 21 23 36 30 3 6 x 2 21 44 FRAUENBEVÖLKERUNG INSGESAMT MÄNNER © IfD-Allensbach SCHAUBILD 19
  17. 17. 3332 Single-Männer legen ein besonders kritisches Verhältnis zum Wandel der Geschlechterrollen und der Gleichberechtigung von Frauen an den Tag. Bereits weiter oben hatte sich gezeigt, dass es Single-Männer überdurchschnittlich häufig schwierig finden, den heutigen Rollenerwartungen an Männer gerecht zu wer- den. Entsprechend trauern sie auch überdurchschnittlich häufig der alten Aufgabenteilung zwischen Män- nern und Frauen nach und halten überdurchschnittlich häufig Maßnahmen zur Gleichberechtigung der Frau für zum Teil schon übertrieben (Schaubild 21). Entsprechend sehen Männer in Sachen Gleichberechtigung auch subjektiv deutlich seltener Handlungs- bedarf als Frauen.Nur 29 Prozent der Männer sind der Auffassung,für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen müsste noch mehr getan werden,von den Frauen sieht das dagegen gut die Hälfte so.36 Prozent der Männer halten den erreichten Stand für ausreichend und weitere 28 Prozent vertreten sogar die Auf- fassung, was im Zusammenhang mit der Gleichberechtigung von Frauen gemacht wird, sei zum Teil schon übertrieben.Die Anteile der Männer,die weiteren Handlungsbedarf sehen,und derer,die schon jetzt manches für übertrieben halten, halten sich damit praktisch die Waage. Von den Frauen vertreten dagegen nur (oder immerhin auch) 13 Prozent den Standpunkt,bei der Gleichberechtigung werde zum Teil schon übertrieben (Schaubild 20). © IfD-Allensbach Nur jeder dritte bis vierte Mann sieht in Sachen Gleichberechtigung noch Handlungsbedarf, praktisch genauso häufig halten Männer schon jetzt manches für übertrieben BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 FRAGE: "Zum Thema Gleichberechtigung: Wenn es um die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Deutschland geht, wie sehen Sie das: Müsste Ihrer Meinung nach mehr für die Gleichberechtigung der Frau getan werden, oder ist es gut so, wie es jetzt ist, oder ist das, was da gemacht wird, zum Teil schon übertrieben?" FRAUENBEVÖLKERUNG INSGESAMT MÄNNER Es ist gut so, wie es ist Was da gemacht wird, ist zum Teil schon übertrieben Unentschieden, keine Angabe Für die Gleichberechtigung der Frau müsste mehr getan werden 40 % 29 51 32 36 28 20 28 13 8 7 8 SCHAUBILD 20 © IfD-Allensbach Gleichberechtigung und Auflösung traditioneller Geschlechterrollen: Single-Männer sehen sich überdurchschnittlich häufig bedroht BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 30- BIS 59-JÄHRIGE MÄNNER QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 Es trauern der alten Aufgabenteilung zwischen Männern und Frauen nach “Was bei der Gleichberechtigung gemacht wird, ist zum Teil schon übertrieben.” Es hatten schon öfter oder ab und zu das Gefühl, gegenüber Frauen benachteiligt worden zu sein, nur weil sie ein Mann sind 30- BIS 59-JÄHRIGE MÄNNER in Paar- beziehungen Singles 24 % 36 30- BIS 59-JÄHRIGE MÄNNER in Paar- beziehungen Singles 26 33 30- BIS 59-JÄHRIGE MÄNNER in Paar- beziehungen Singles 11 17 SCHAUBILD 21
  18. 18. 3534 Fragt man noch einmal gezielt nach, geben 41 Prozent der Männer zu Protokoll, sich gegenüber Frauen schon einmal benachteiligt gefühlt zu haben. In den meisten Fällen kam eine solche Benachteiligung aller- dings nur selten vor, bei nur 2 Prozent der Männer öfters. Überdurchschnittlich häufig sehen sich Single- Männer Benachteiligungen ausgesetzt (siehe Schaubild 21, Seite 33). Im Vergleich zu Frauen sind das allerdings eher geringe Anteile. Insgesamt 83 Prozent der Frauen – also ein doppelt so hoher Anteil wie unter Männern – wissen von geschlechtsspezifischen Diskriminierungen zu berichten,darunter 13 Prozent, die schon öfters solche Erfahrungen gemacht haben (Schaubild 22). © IfD-Allensbach BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 Viele Männer haben sich gegenüber Frauen schon einmal diskriminiert oder benachteiligt gefühlt Es fühlten sich aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt – FRAUEN MÄNNER Schon öfter Ab und zu Selten 12 27 % 13 32 38 2 41 83 insgesamt FRAGE: "Wie häufig hatten Sie schon das Gefühl, als Mann gegenüber Frauen/als Frau gegenüber Männern diskriminiert, also benachteiligt worden zu sein, nur weil Sie ein Mann/eine Frau sind?" SCHAUBILD 22 BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 © IfD-Allensbach Frauen erleben Benachteiligung vor allem im Beruf, Männer im privaten Umfeld FRAGE AN MÄNNER: "Gibt es Bereiche, in denen Sie als Mann schon mal das Gefühl hatten: 'Hier habe ich Nachteile bzw. mit Vorurteilen zu kämpfen, nur weil ich ein Mann bin.'?" FRAGE AN FRAUEN: "Gibt es Bereiche, in denen Sie als Frau schon mal das Gefühl hatten: 'Hier bin ich nicht gleichberechtigt, hier habe ich Nachteile bzw. mit Vorurteilen zu kämpfen, nur weil ich eine Frau bin.'?" FRAUENMÄNNER 16 13 10 9 8 6 6 5 4 56 Bei den Möglichkeiten, beruflich aufzusteigen Bei der Berufswahl Bei der Bewerbung auf eine Stelle, bei der Besetzung von Stellen Bei der Aufteilung der Hausarbeit In der Ausbildung, Schule, Studium In Diskussionen, Streitgesprächen Beim Verdienst, bei Löhnen und Gehältern Bei der Erziehung und Betreuung der Kinder Wie ich von Verkäufern, Handwerkern usw. behandelt werde Bei nichts davon 12 27 33 28 36 20 8 35 55 17 % 1 2 3 2 3 2 8 3 55 1 SCHAUBILD 23 Und die Benachteiligungen von Frauen haben eine andere Qualität. Männer beklagen am ehesten, bei der Erziehung und Betreuung von Kindern9 ,bei Diskussionen und Streitgesprächen oder bei der Aufteilung der Hausarbeit – also im privaten Bereich –mit Benachteiligungen oder Vorurteilen wegen ihres Geschlechts kämpfen zu müssen.Frauen berichten dagegen mit Abstand am häufigsten von Nachteilen bei Löhnen und Gehältern,daneben etwa jeweils gleich häufig von Benachteiligungen und Vorurteilen,die sie beim Umgang mit Verkäufern,Handwerkern etc.erleben,bei den Möglichkeiten,beruflich aufzusteigen10 ,und bei der Auf- teilung der Hausarbeit.Diskriminierung im Berufsleben ist für Frauen eine zentrale Erfahrung – für Männer dagegen eher selten (Schaubild 23). Allerdings: Männer, die arbeitslos sind bzw. in den letzten 2 Jahren ar- beitslos waren, berichten zu 26 Prozent davon, bei der Bewerbung auf eine Stelle bzw. bei der Besetzung einer Stelle wegen ihres Geschlechts benachteiligt worden zu sein.Für diese Gruppe ist das der am häufigsten genannte Bereich, in dem sie Diskriminierungen erlebt haben.11 9 Väter von Kindern unter 6 Jahren sagen dass zu immerhin 27 Prozent. 10 Diskriminierung bei den Möglichkeiten, beruflich aufzusteigen, monieren Frauen aus der Oberschicht besonders häufig (41 Prozent), Frauen aus einfachen Sozialschichten dagegen nur zu 30 Prozent (vgl. tabellarischer Basisbericht, Tabelle 3b, Daten auf Anfrage bei der Axel Springer Marktforschung). 11 Sonderauswertung, Daten auf Anfrage bei der Axel Springer Marktforschung
  19. 19. 37 Aufteilung der Hausarbeit: Alles beim Alten (?) E in Feld, auf dem sich das allgemeine Rollenverständnis von Männern (und Frauen) konkretisiert und unterschiedliche Rollenerwartungen von Männern und Frauen aufeinanderprallen, ist die Haus- und Familienarbeit.Sie ist auch der Bereich,der in Partnerschaften am verbreitetsten Anlass für Konflikte bietet. Bei gut der Hälfte der Paare hat die Aufteilung der Hausarbeit mindestens ab und zu schon mal für Streit gesorgt.Ähnlich häufig sind daneben – bei Eltern minderjähriger Kinder – nur unterschiedliche Auf- fassungen bei der Kindererziehung ein Konfliktpunkt. Andere Streitthemen haben im Vergleich dazu ein deutlich geringeres Gewicht, etwa die Aufgabenteilung bei der Kindererziehung, die Frage, wie unterschied- liche Interessen miteinander vereinbart werden können, oder was man gemeinsam und was jeder alleine unternimmt (Schaubild 24) – Letzteres ist vor allem ein Thema für kinderlose Paare.12 BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE PERSONEN, DIE VERHEIRATET SIND ODER IN EINER FESTEN BEZIEHUNG LEBEN QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 © IfD-Allensbach Die Aufgabenteilung im Haushalt ist der verbreitetste Konfliktpunkt in Partnerschaften FRAGE: "In jeder Partnerschaft gibt es ja auch mal Konflikte oder auch Streit. Wie ist das bei Ihnen: Was hat bei Ihnen in der Partnerschaft schon ab und zu mal für Konflikte bzw. Streit gesorgt, was von dieser Liste würden Sie nennen?" (Listenvorlage, Mehrfachangaben möglich) *Basis: Eltern von Kindern unter 18 Jahren Die Aufgabenteilung im Haushalt Die Aufgabenteilung in der Kindererziehung* Die Frage, wer für das Geld zuständig ist Meine eigene berufliche Karriere Die berufliche Karriere der Partnerin/des Partners Die Frage, wessen Beruf wichtiger ist Nichts davon 52 47 33 31 29 27 18 13 10 10 3 10 % Unterschiedliche Auffassungen bei der Kindererziehung* Die Frage, wie unsere unterschiedlichen Interessen miteinander vereinbart werden können Die Frage, was jeder alleine unternimmt und was wir gemeinsam machen MÄNNER: Dass meine Partnerin mehr verdient als ich FRAUEN: Dass ich mehr verdiene als mein Partner Wie wichtig der Beruf und wie wichtig das Privatleben ist SCHAUBILD 24 12 Sonderauswertung, Daten auf Anfrage bei der Axel Springer Marktforschung
  20. 20. 3938 Dabei haben Männer und Frauen grundsätzlich sehr ähnliche Vorstellungen davon, was in einer Partner- schaft wichtig ist.Das was Männer für eine gute Ehe,eine gute Partnerschaft am häufigsten für sehr wichtig halten – sich aufeinander verlassen können, Liebe, gegenseitige Treue und gegenseitiger Respekt, sich ge- genseitig zu unterstützen sowie Anerkennung und Wertschätzung für das zu zeigen, was der andere leistet – ist auch für Frauen am wichtigsten, tendenziell sogar wichtiger als für Männer (Schaubild 26, Seite 39; vgl. auch Anhangschaubild 1). Unterschiede in den Prioritäten der Geschlechter sind am ehesten in zwei Punkten zu erkennen: Bei der Bedeutung von Kommunikation und von Sex.Während für Männer eine glück- liche sexuelle Beziehung als Voraussetzung für eine gute Partnerschaft wichtiger ist, als Probleme offen an- zusprechen, oder viel miteinander zu reden, z.B. darüber, was man so erlebt hat, oder was einen bedrückt, ist es bei Frauen umgekehrt (Schaubild 25). Daneben weichen die Urteile von Männern und Frauen über die Voraussetzungen einer guten Partner- schaft mit am deutlichsten voneinander ab, wenn es um die Frage der Aufteilung der Hausarbeit geht. Insgesamt ist dieser Punkt zwar für beide Geschlechter von eher nachrangiger Bedeutung. Aber immerhin gut jede vierte Frau ist überzeugt, die Hausarbeit gemeinsam zu erledigen bzw. sich aufzuteilen, sei eine sehr wichtige Voraussetzung für eine gute Partnerschaft.Von den Männern teilen nur 18 Prozent diese Auf- fassung (Schaubild 26, Seite 39). © IfD-Allensbach Voraussetzungen einer guten Partnerschaft – teilweise Unterschiede in den Prioritäten von Männern und Frauen BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 50 65 58 %59 55 48 Eine glückliche sexuelle Beziehung Probleme offen ansprechen Viel miteinander reden, z.B. darüber, was man so erlebt hat oder was einen bedrückt Für eine gute Ehe, eine gute Partnerschaft ist sehr wichtig – FRAUENMÄNNER SCHAUBILD 25 SCHAUBILD 26 Was für eine gute Partnerschaft wichtig ist MÄNNER FRAUENFür eine gute Ehe, eine gute Partnerschaft ist sehr wichtig: Sich aufeinander verlassen können 87 94 Liebe 82 89 Gegenseitige Treue 81 87 Gegenseitiger Respekt 76 85 Sich gegenseitig unterstützen, bei Problemen helfen 68 74 Anerkennung und Wertschätzung zeigen für das, was der Partner leistet 65 72 Eine glückliche sexuelle Beziehung 59 50 Probleme offen ansprechen 55 65 Toleranz, z.B. gegenüber Eigenheiten und anderen Meinungen des Partners .54 57 Freiraum für die eigenen Interessen des Partners 53 48 Meinungsverschiedenheiten austragen können, miteinander diskutieren und streiten können 51 54 Finanzielle Sicherheit, keine finanziellen Sorgen 50 44 Viel miteinander reden, z.B. darüber, was man so erlebt hat oder was einen bedrückt .48 58 Übereinstimmung in der Kindererziehung 45 53 Übereinstimmung, ob und wie viele Kinder man haben möchte 45 47 Geduld miteinander haben 42 46 Übereinstimmung in Geldfragen 40 42 Die gleichen Lebensvorstellungen, Lebensziele 39 46 Möglichst viel Harmonie ..33 31 Feuer, Anziehungskraft, Leidenschaft 38 36 Gemeinsam viel unternehmen, zusammen immer wieder Neues erleben 37 36 Die gleichen Wertvorstellungen 36 42 Ähnliche Vorstellungen von Ordnung und Sauberkeit 31 31 Keine Eifersucht 30 25 Viele gemeinsame Interessen 25 28 So oft wie möglich zusammen sein 22 23 Die Hausarbeit gemeinsam erledigen bzw. sich aufteilen 18 26 Ähnlicher Bildungsstand 17 17 Durch seinen Partner mit Themen in Berührung kommen, für die man sich sonst nicht interessiert hätte 12 13 Ähnliches Alter 12 9 Gemeinsame religiöse Überzeugung 8 9 Gleiche soziale Herkunft 8 7 Übereinstimmung in politischen Fragen 7 3 % FRAGE: "Hier auf diesen Karten steht Verschiedenes, was manche für eine gute Ehe, eine gute Partnerschaft für wichtig halten. Wie sehen Sie das? Könnten Sie die Karten bitte auf das Blatt hier verteilen, je nachdem, ob Sie das für eine gute Ehe bzw. Partnerschaft für sehr wichtig, auch noch wichtigoder weniger wichtig halten?"(Kartenspiel- und Bildblattvorlage) © IfD-Allensbach BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, MÄNNER 18-65 JAHRE QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, MAI 2013
  21. 21. 4140 Männern ist dabei durchaus bewusst, dass sie den Erwartungen, was die Beteiligung an der Haus- bzw. Familienarbeit angeht, nicht genügen. Denn auch im Selbstbild von Männern zeigen sich im Vergleich zu den Erwartungen, die Männer an sich gerichtet sehen, vor allem Defizite im Bereich der Haus- und Famili- enarbeit. So gehen Väter häufiger davon aus, dass von einem Mann heute erwartet wird, sich viel um seine Kinder zu kümmern, viele Aufgaben im Haushalt und in der Familie zu übernehmen und auch mal bei der Berufstätigkeit zurückzustecken, um mehr Zeit für die Familie zu haben, als sie das jeweils über sich selbst zu Protokoll geben (Anhangschaubild 2).Und Männer,die davon ausgehen,dass von Männern heute generell erwartet wird, viele Aufgaben im Haushalt und in der Familie zu übernehmen, beteiligen sich zwar etwas stärker an diesen Arbeiten als Männer, die sich nicht mit dieser Erwartung konfrontiert sehen – fühlen sich aber auch deutlich häufiger überfordert.So erledigen 38 Prozent der Männer,die eine solche an sie gerichtete Erwartung wahrnehmen, die Hälfte oder sogar den überwiegenden Teil der Haus- und Familienarbeit, von den Männer,die eine solche Erwartung nicht sehen,dagegen nur 23 Prozent.Gleichzeitig finden es 36 Prozent der ersten Gruppe insgesamt schwierig, als Mann den heutigen Erwartungen gerecht zu werden, aus der zweiten Gruppe dagegen nur 16 Prozent (Schaubild 28). Faktisch ist die Haus- bzw. Familienarbeit stark asymmetrisch verteilt, der ganz überwiegende Teil dieser Arbeiten wird von Frauen übernommen. Von den Männern, die mit einer Partnerin zusammenleben, erle- digen rund zwei Drittel nach eigener Einschätzung weniger als die Hälfte der Haus- und Familienarbeit, da- runter 5 Prozent, die einräumen, sich kaum oder gar nicht daran zu beteiligen. Nur 27 Prozent der Männer übernehmen etwa die Hälfte, kaum einer den überwiegenden Teil der Familienarbeit (5 Prozent). Diese Einschätzungen der Männer decken sich sehr gut mit der von Frauen zu Protokoll gegebenen Auf- teilung der Hausarbeit. Die Asymmetrie zwischen den Geschlechtern ist dabei nur zu einem kleinen Teil Folge eines im Durchschnitt unterschiedlichen Grades der Berufstätigkeit von Männern und Frauen.So sind zwar 18- bis 65-jährige Männer, die mit einer Partnerin zusammenleben, zu 82 Prozent vollzeitberufstätig, von den altersgleichen Frauen in Partnerschaften dagegen nur 42 Prozent. Weitere 35 Prozent von ihnen sind dagegen teilzeitberufstätig.Aber auch vollzeitberufstätige Frauen erledigen in rund der Hälfte der Part- nerschaften die Haus- und Familienarbeit überwiegend oder sogar vollständig bzw. Männer mit einer voll- zeitberufstätigen Partnerin mehrheitlich nur den kleineren Teil dieser Arbeiten (Schaubild 27). Stark asymmetrische Verteilung der Familienarbeit zwischen Männern und Frauen in Partnerschaften – sogar bei Vollzeitberufstätigkeit der Frau FRAGE: "Wenn Sie einmal an die Familienarbeit denken, also an die tägliche Hausarbeit und gegebenenfalls die Erziehung der Kinder: Wie haben Sie sich die Familienarbeit mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin aufgeteilt: Wie viel machen Sie selbst bei der Familienarbeit?" BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE PERSONEN, DIE MIT EINEM PARTNER/EINER PARTNERIN ZUSAMMENLEBEN QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 X = UNTER 0,5 PROZENT © IfD-Allensbach Von der täglichen Haus- bzw. Familienarbeit machen selbst – Keine Angabe das meiste etwa die Hälfte den kleineren Teil kaum etwas, nichts alles FRAUENMÄNNER VOLLZEITBERUFSTÄTIGE MÄNNER FRAUEN MÄNNER MIT VOLLZEITBERUFS- TÄTIGER PARTNERIN x 8 x 7 x 5 56 3 47 4 27 % 30 24 38 43 59 5 64 6 48 5 x 5 x 2 1 4 2 34 SCHAUBILD 27 © IfD-Allensbach Männer, die denken, man erwarte heute von ihnen, viele Aufgaben im Haushalt und in der Familie zu übernehmen, packen etwas häufiger mit an – und fühlen sich deutlich häufiger überfordert BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE MÄNNER, DIE MIT EINER PARTNERIN ZUSAMMENLEBEN QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 Von der täglichen Haus- bzw. Familienarbeit machen selbst – etwa die Hälfte den kleineren Teil/kaum etwas, nichts alles/das meiste MÄNNER, DIE MIT EINER PARTNERIN ZUSAMMENLEBEN – INSGESAMT "ÜBERNIMMT VIELE AUFGABEN IM HAUSHALT UND IN DER FAMILIE" Keine Angabe MEINEN, DASS DAS HEUTE VON EINEM MANN ERWARTET WIRD MEINEN DAS NICHT 5 6 4 27 % 32 19 64 60 72 4 2 5 INSGESAMT "ÜBERNIMMT VIELE AUFGABEN IM HAUSHALT UND IN DER FAMILIE" MEINEN, DASS DAS HEUTE VON EINEM MANN ERWARTET WIRD MEINEN DAS NICHT Den Erwartungen, mit denen ein Mann heute konfrontiert ist, gerecht zu werden, finden schwierig 28 % 36 16 SCHAUBILD 28
  22. 22. 4342 Analysiert man differenzierter,welche Arbeiten von Männern im Haushalt bzw.in der Familie übernommen werden, und welche eher nicht, zeigt sich auch hier eine nach wie vor sehr traditionelle Arbeitsteilung in vielen Partnerschaften. Von insgesamt 24 vorgelegten Aufgaben kümmern sich Männer nach eigener Ein- schätzung mehrheitlich nur um zwei Bereiche, nämlich um Reparaturen im Haushalt sowie darum, Unter- haltungselektronik auszusuchen.Tendenziell häufiger als Frauen kümmern sich Männer in Partnerschaften dem eigenen Eindruck nach zudem um Finanzen, d.h. Geld-, Bank- und Versicherungsangelegenheiten, um die Gartenarbeit sowie darum, gemeinsame Ausflüge oder den Urlaub zu organisieren (Letzteres sehen Frauen allerdings anders).Um alle anderen Aufgaben in Haushalt und Familie,darunter alle klassischen Haus- arbeiten sowie die Kinderbetreuung, kümmert sich selbst nach Einschätzung der Männer in der Regel eher die Frau (Schaubild 29, Seite 42). Darunter sind insbesondere Arbeiten, die nach den Ergebnissen einer frü- heren Studie als besonders unangenehm oder anstrengend gelten,etwa das Fensterputzen,Bügeln oder die Reinigung des Badezimmers (Schaubild 30). Welche Arbeiten Männer im Haushalt übernehmen – und welche eher nicht FRAGE: "Könnten Sie mir nun sagen, wie das bei Ihnen ist, worum Sie sich im Haushalt mehr kümmern und worum mehr Ihr Partner/Ihre Partnerin?" (Vorlage Kartenspiel) BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE PERSONEN, DIE MIT PARTNER/PARTNERIN ZUSAMMENLEBEN QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 © IfD-Allensbach * Ergebnis auf Basis von Eltern von Kindern unter 16 Jahren ausgewiesen NICHT DARGESTELLT: TRIFFT NICHT ZU BZW. ERLEDIGEN ANDERE 5 37 33 29 50 20 53 35 10 50 31 17 13 37 68 41 6 27 42 10 39 50 27 17 77 51 40 29 18 18 13 15 12 11 10 12 9 3 4 5 8 3 3 3 5 3 6 3 MÄNNER Reparaturen im Haushalt Gartenarbeit Staubsaugen Lebensmittel einkaufen Fenster putzen Abwaschen, Geschirr spülen Kochen Das Bad putzen Den Kindern etwas vorlesen* Mit den Kindern spielen* Bügeln Den Kindern bei den Schularbeiten helfen* Aufräumen Wäsche waschen Kindererziehung* Unterhaltungselektronik wie Computer, Handy usw. aussuchen Um diese Arbeiten – kümmert sich mein Partner mehr kümmere ich mich mehr wir beide etwa gleich Sich um die Finanzen kümmern, Geld-, Bank- und Versicherungsangelegenheiten regeln Gemeinsame Ausflüge oder den Urlaub organisieren Haushaltsgeräte wie Küchenmaschine, Kühlschrank aussuchen Bei Auseinandersetzungen in der Familie schlichten, vermitteln Sich um die Freizeitgestaltung, die Hobbys der Kinder kümmern, z.B. Sport, Musik* Elternabende, Schul- oder Kindergarten- veranstaltungen besuchen* Kranke Familienmitglieder pflegen, mit ihnen zum Arzt gehen Neue Kleidung für die Kinder aussuchen und einkaufen* FRAUEN kümmert sich meine Partnerin mehr 87 55 44 31 29 20 20 17 16 15 11 10 10 9 9 10 8 8 8 7 6 5 3 2 4 % 4 19 17 17 56 22 45 68 19 54 70 74 41 18 40 78 45 46 80 44 41 48 75 SCHAUBILD 29 BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, BEVÖLKERUNG AB 16 JAHRE QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 7072, 2005 © IfD-Allensbach Unangenehme oder anstrengende Arbeiten im Haushalt “Das ist unangenehme oder anstrengende Arbeit, die viel Anerkennung verdient.” Fenster putzen Fußböden reinigen, pflegen Bügeln Badreinigung Kinderbetreuung Gartenarbeit Kochen Wäsche waschen Einkaufen Zimmer aufräumen Schuhe putzen Abwaschen, Geschirr spülen Staubsaugen Staubwischen 69 63 62 55 47 40 30 28 27 26 25 24 21 20 % SCHAUBILD 30
  23. 23. 4544 Bemerkenswerterweise gibt es einige Arbeiten im Haushalt, die Frauen offenbar häufiger erledigen, als Männern das auffällt.So geben zwei Drittel der Frauen,die mit einem Partner zusammenleben,zu Protokoll, dass es vor allem sie selbst sind, die zu Hause aufräumen. Männer haben dagegen nur zu 46 Prozent den Eindruck, dass das Aufräumen vor allem von ihrer Partnerin erledigt wird. Ähnliches gilt für das Schlichten von Streitigkeiten in der Familie, wenn es darum geht, neue Kleidung für die Kinder auszusuchen und ein- zukaufen oder mit den Kindern zu spielen (Schaubild 32). Männer, die sich insgesamt weniger an der Hausarbeit beteiligen, halten vor allem zu solchen klassischen Hausarbeiten Abstand.So kümmert sich kaum ein Mann,der insgesamt weniger als die Hälfte der Hausarbeit schultert,ähnlich intensiv wie seine Partnerin darum,die Wäsche zu waschen oder zu bügeln.Aber auch bei Reinigungsarbeiten im Haushalt, beim Kochen oder Aufräumen packt nur jeweils eine Minderheit dieser Gruppe von Männern mindestens ebenso häufig an wie deren Partnerinnen.Von den Männern,die sich ins- gesamt stärker beteiligen, übernehmen deutlich größere Anteile auch von diesen Arbeiten mindestens die Hälfte (Schaubild 31). BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE MÄNNER, DIE MIT EINER PARTNERIN ZUSAMMENLEBEN QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 © IfD-Allensbach Männer, die im Haushalt weniger Arbeiten übernehmen, ziehen sich vor allem von klassischen weiblichen Hausarbeiten zurück *Ergebnis auf Basis von Eltern von Kindern unter 16 Jahren ausgewiesen 41 27 29 24 14 16 10 7 4 %73 69 64 63 49 47 45 34 32 Aufräumen Abwaschen, Geschirr spülen Staubsaugen Den Kindern bei den Schularbeiten helfen* Fenster putzen Kochen Das Bad putzen Wäsche waschen Bügeln Männer: Darum kümmere ich mich mehr oder etwa genauso viel wie meine Partnerin Männer, die von der Haus- bzw. Familienarbeit selber machen – mindestens die Hälfte weniger als die Hälfte % SCHAUBILD 31 Frauen räumen offenbar häufiger zu Hause auf, als Männer das wahrnehmen BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE MÄNNER, DIE MIT EINER PARTNERIN ZUSAMMENLEBEN QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 © IfD-Allensbach * Ergebnis auf Basis von Eltern von Kindern unter 16 Jahren ausgewiesen FRAGE: "Könnten Sie mir nun sagen, wie das bei Ihnen ist, worum Sie sich im Haushalt mehr kümmern und worum mehr Ihr Partner/Ihre Partnerin" 75 46 19 18 91 66 36 30 Neue Kleidung für die Kinder aussuchen und einkaufen* Aufräumen Mit den Kindern spielen* Bei Auseinandersetzungen in der Familie schlichten, vermitteln Um diese Arbeiten – FRAUEN: “Darum kümmere ich mich mehr” MÄNNER: “Darum kümmert sich meine Partnerin mehr” % SCHAUBILD 32
  24. 24. 4746 Dafür räumen jüngere Männer seltener auf als ältere und schlichten seltener Streit in der Familie. Der geringere Anteil junger Männer,der sich im Garten betätigt,hängt dagegen vor allem mit einem geringeren Anteil von Gartenbesitzern in jüngeren Altersgruppen zusammen. Für die übrigen abgefragten Haushalts- tätigkeiten sind keine ausgeprägten Unterschiede in der Beteiligung von Männern in verschiedenen Alters- gruppen zu erkennen (Schaubild 34). Auch bei jungen Männern ist kaum eine Bereitschaft zu erkennen, die für sie bequeme Aufgabenteilung zwischen den Geschlechtern im Haushalt zu verändern.Auch Männer unter 35 Jahren,die mit einer Partnerin zusammenleben, überlassen ihr in der Regel den Großteil der Haus- und Familienarbeit. Zwar ist der Anteil derer, die etwa die Hälfte dieser Arbeiten übernehmen, mit 34 Prozent etwas höher als in höheren Alters- gruppen. Das hängt aber auch damit zusammen, dass der Anteil der Paare, die Kinder haben, in dieser Altersgruppe deutlich kleiner ist als in höheren Altersgruppen, d.h. dass weniger Hausarbeit anfällt und ein höherer Anteil der Partnerinnen vollzeitberufstätig ist (Schaubild 33). Auch ein Altersgruppenvergleich auf der Ebene einzelner Haushaltstätigkeiten zeigt keine deutliche Ten- denz zur Auflösung der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung im Haushalt. Zwar beteiligen sich jüngere Männer häufiger am Lebensmitteleinkauf als ältere Männer und kümmern sich häufiger mindestens ähnlich intensiv ums Wäschewaschen wie ihre Partnerin. Ebenso fallen "typische" Männertätigkeiten im Haushalt – Reparaturen, Aussuchen von Unterhaltungselektronik (s.o.) – etwas weniger häufig vor allem ihnen zu. Von der täglichen Haus- bzw. Familienarbeit machen selbst – © IfD-Allensbach Auch bei jungen Paaren übernehmen Männer meistens nur den kleineren Teil der Familienarbeit BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE MÄNNER, DIE MIT EINER PARTNERIN ZUSAMMENLEBEN UND DIE ZU DER FRAGE EINE KONKRETE ANGABE MACHEN QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 X = WENIGER ALS 0,5 PROZENT das meiste etwa die Hälfte den kleineren Teil kaum etwas, nichts alles MÄNNER, DIE MIT EINER PARTNERIN ZUSAMMENLEBEN INSGESAMT 18-34 JAHRE 35-49 JAHRE 50-65 JAHRE x x x x 5 4 6 4 28 % 34 24 29 61 56 66 59 6 6 4 8 Es haben Kinder 77 45 83 88 SCHAUBILD 33 Eine stärkere Beteiligung junger Männer an den verschiedenen Hausarbeiten ist nicht zu erkennen, höchstens beim Einkaufen und Wäschewaschen BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE MÄNNER, DIE MIT EINER PARTNERIN ZUSAMMENLEBEN QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 © IfD-Allensbach Lebensmittel einkaufen Wäsche waschen Kochen Das Bad putzen Fenster putzen Bügeln Abwaschen, Geschirr spülen Staubsaugen Reparaturen im Haushalt Aufräumen Gartenarbeit Männer: Um diese Aufgaben kümmere ich mich mehr oder etwa genauso viel wie meine Partnerin Gemeinsame Ausflüge oder den Urlaub organisieren Haushaltsgeräte wie Küchenmaschine, Kühlschrank aussuchen 45- bis 65- jährige Männer % Differenz 18- bis 44- jährige Männer % Sich um die Finanzen kümmern, Geld-, Bank- und Versicherungsangelegenheiten regeln Kranke Familienmitglieder pflegen, mit ihnen zum Arzt gehen Bei Auseinandersetzungen in der Familie schlichten, vermitteln Unterhaltungselektronik wie Computer, Handy usw. aussuchen 59 23 30 25 27 15 41 73 76 77 89 38 27 87 58 44 50 0 46 12 25 20 26 15 42 74 78 80 93 42 33 95 69 55 67 13 11 6 5 2 -1 -1 -2 -3 -4 -4 -6 -8 -11 -11 -17 SCHAUBILD 34
  25. 25. 4948 Zu vielen Haushaltsarbeiten hat die Bevölkerung klare Ansichten, ob diese von Frauen oder von Männern besser erledigt werden können FRAGE: "Wenn es um die Aufteilung von Kindererziehung und Aufgaben im Haushalt geht: Was meinen Sie, welche Aufgaben können Frauen im Allgemeinen besser erledigen als Männer, welche können Männer besser erledigen als Frauen, und bei welchen gibt es zwischen Männern und Frauen keinen Unterschied?" (Vorlage Kartenspiel) BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 © IfD-Allensbach NICHT DARGESTELLT: KEINE ANGABE Bügeln Wäsche waschen Fenster putzen Das Bad putzen Kochen Aufräumen Lebensmittel einkaufen Kindererziehung Abwaschen, Geschirr spülen Den Kindern bei den Schularbeiten helfen Staubsaugen Den Kindern etwas vorlesen Mit den Kindern spielen Gartenarbeit Reparaturen im Haushalt Gemeinsame Ausflüge oder den Urlauborganisieren Haushaltsgeräte wie Küchenmaschine, Kühlschrank aussuchen Sich um die Finanzen kümmern, Geld-, Bank- und Versicherungsangelegenheiten regeln Kranke Familienmitglieder pflegen, mit ihnen zum Arzt gehen Bei Auseinandersetzungen in der Familie schlichten, vermitteln Elternabende, Schul- oder Kindergartenveranstaltungen besuchen Sich um die Freizeitgestaltung, die Hobbys der Kinder kümmern, z.B. Sport, Musik Unterhaltungselektronik wie Computer, Handy usw. aussuchen Diese Arbeiten erledigen im Allgemeinen – Männer besser Frauen besserbeide gleich gut Neue Kleidung für die Kinder aussuchen und einkaufen 18 22 33 36 33 39 39 50 53 48 59 60 61 59 63 61 67 52 79 51 63 57 37 1 80 76 65 62 60 57 56 46 44 41 39 37 35 31 30 29 28 24 15 14 13 13 2 1 1 % 2 1 1 7 3 5 3 3 11 1 3 4 9 6 9 4 23 6 35 24 30 61 81 Die dargestellte faktische Teilung der Hausarbeit zwischen den Geschlechtern hängt eng mit Vorstellungen davon zusammen,welche Arbeiten im Allgemeinen besser von Frauen,welche besser von Männern erledigt werden können.13 Zu vielen Haushaltstätigkeiten hat die Bevölkerung nämlich klare Überzeugungen,welches Geschlecht dafür im Allgemeinen über die größeren Kompetenzen verfügt. So ist für viele klassische Hausfrauentätigkeiten die Bevölkerung mehrheitlich der Meinung, dass Frauen diese im Allgemeinen besser erledigen können als Männer,etwa wenn es darum geht,zu bügeln,Wäsche zu waschen, Fenster bzw. Bäder zu putzen oder die Mahlzeiten zu kochen. Auch neue Kleidung für Kinder aus- zusuchen und einzukaufen sowie die Pflege kranker Familienangehöriger ist aus Sicht der Bevölkerungs- mehrheit in Frauenhänden besser aufgehoben als bei Männern. Umgekehrt hält die Bevölkerung mehrheitlich Männer für besser qualifiziert,um Reparaturen im Haushalt auszuführen oder Unterhaltungs- elektronik auszusuchen (Schaubild 35, Seite 49). Dabei unterscheiden sich die Urteile von Männern und Frauen darüber, welche Tätigkeiten besser von Männern und welche besser von Frauen erledigt werden können, bemerkenswerterweise nur wenig. Tendenziell sehen Frauen Männer in etwas höherem Anteil genauso in der Lage zu bügeln, als Männer das selbst sagen,und sich selbst in höherem Anteil als Männer genauso gut oder sogar besser im Stande,Ausflüge oder den Urlaub zu organisieren, sich um finanzielle Dinge zu kümmern, Reparaturen im Haushalt auszu- führen oder Unterhaltungselektronik auszusuchen. Obwohl die Unterschiede in den Urteilen von Männern und Frauen sehr begrenzt sind, zeigt sich auch auf dem Feld der Haus- und Familienarbeit die Tendenz,dass Frauen Aufgaben beanspruchen,die eher klas- sisch männliche Aufgaben sind,ohne dass zu erkennen ist,dass Männer ihren Zuständigkeitsbereich in ähn- licher Weise erweitern würden (Anhangtabelle 2). 13 Ob diese Fähigkeitsunterschiede aus Sicht der Bevölkerung dabei Folge von "Übungseffekten" durch die faktisch häufigere Beschäftigung mit bestimmten Arbeiten sind, oder grundsätzliche geschlechtsspezifische Begabungsunterschiede angenommen werden, muss dabei offen bleiben. SCHAUBILD 35
  26. 26. 5150 Zwischen den wahrgenommenen Fähigkeitsunterschieden zwischen Männern und Frauen und der fakti- schen Aufteilung der Haus- und Familienarbeit zwischen den Geschlechtern besteht ein überaus enger Zusammenhang.Arbeiten,die Frauen dem Urteil der Bevölkerung nach besser erledigen können als Männer, werden auch vor allem von Frauen erledigt und umgekehrt. Als Maß dieses Zusammenhangs lässt sich die Korrelation zwischen den Anteilen derer berechnen,die zu den jeweiligen Tätigkeiten angeben, das können Frauen besser, und den Anteilen derer, bei denen in der Partnerschaft die Frau diese Tätigkeit tatsächlich überwiegend übernimmt.Die Stärke des Zusammenhangs wird durch einen Korrelationskoeffizienten ausgedrückt, der Werte zwischen 0 und 1 annehmen kann. Ein Wert von 0 bedeutet,dass zwischen den beiden Größen gar kein systematischer Zusammenhang besteht,ein Wert von 1 indiziert dagegen einen perfekten,proportionalen Zusammenhang,d.h.wächst die eine Messgröße um einen bestimmten Faktor, tut die andere das auch. Der Korrelationskoeffizient zwischen – wie zuvor be- schrieben – geschlechtsspezifischen Fähigkeitszuschreibungen und der faktischen Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern bei der Hausarbeit liegt auf Basis der Angaben von Männern bei r = 0,93,auf Basis der An- gaben von Frauen bei r = 0,89. Das sind für sozialwissenschaftliche Untersuchungen ungewöhnlich starke Korrelationen, d.h. der Zusammenhang zwischen Fähigkeitszuschreibungen und Arbeitsteilung ist sehr eng (Schaubilder 38 und 39, Seite 52 und 53).14 Die Überzeugung, dass Frauen klassische Hausfrauenarbeiten in der Regel besser erledigen können als Männer,wird von jungen Frauen weniger häufig vertreten als von älteren.Dass Frauen beispielsweise in der Regel besser Wäsche waschen können als Männer,sehen 71 Prozent der 45- bis 65-jährigen Frauen so,dage- gen "nur" 50 Prozent der 18- bis 44-jährigen Frauen. Auch fürs Bügeln, Bad- oder Fensterputzen, Kochen, Abwaschen oder wenn es darum geht,Elternabende zu besuchen oder die Freizeit der Kinder zu organisieren, sehen jüngere Frauen das eigene Geschlecht weniger eindeutig besser qualifiziert als ältere Frauen.Bei den Männern ist eine solche Erosion der Überzeugungen dagegen nicht zu beobachten, d.h. jüngere Männer sind in ähnlich hohen Anteilen wie ältere davon überzeugt, dass die vorgenannten Aufgaben von Frauen in der Regel besser bewältigt werden als von Männern (Schaubild 36). Auch in dieser Frage ändern sich offen- sichtlich eher die Überzeugungen von Frauen als die von Männern. Nur in einem Punkt ist auch bei den Männern Bewegung zu erkennen: Junge Männer räumen häufiger als ältere ein, dass Frauen sich genauso gut wie Männer um finanzielle Dinge kümmern, Geld-, Bank- und Versicherungsangelegenheiten regeln können – eine Überzeugung, die junge wie ältere Frauen ohnehin mehrheitlich teilen (Schaubild 37, Seite 51). BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, BEVÖLKERUNG AB 16 JAHRE QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 © IfD-Allensbach Können Frauen Hausarbeit besser erledigen als Männer? Erosion von Überzeugungen bei jungen Frauen - weniger dagegen bei jungen Männern Diese Haushaltsarbeiten können Frauen im Allgemeinen besser erledigen als Männer – 81 % 68 61 61 60 41 34 32 22 81 62 60 53 64 34 39 28 28 78 71 60 61 65 44 42 39 29 MÄNNER 45 bis 65 Jahre 18 bis 44 Jahre 45 bis 65 Jahre 18 bis 44 Jahre FRAUEN Bügeln Wäschewaschen Das Bad putzen Kochen Fenster putzen Abwaschen, Geschirr spülen Elternabende, Schul- oder Kinder- gartenveranstaltungen besuchen Haushaltsgeräte wie Küchen- maschine, Kühlschrank aussuchen Sich um die Freizeitgestaltung, die Hobbys der Kinder kümmern, z.B. Sport, Musik 8 1 0 1 5 4 2 9 999 % 8888188888 62 60 53 64 34 39 28 28 63 50 49 49 52 29 27 27 16 SCHAUBILD 36 Sich um die Finanzen kümmern, Geld-, Bank- und Versicherungsangelegenheiten regeln, können im Allgemeinen – X = ANTEIL UNTER 0,5 PROZENT © IfD-Allensbach BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 Und sie bewegen sich doch: Junge Männer sind häufiger als ältere überzeugt, dass Frauen sich genauso gut um finanzielle Dinge kümmern können Männer besser Frauen besserbeide gleich gut Keine Angabe 5436 % 9 4344 12 6817 15 6125 14 MÄNNER FRAUEN 18-44 JAHRE 45-65 JAHRE 1 1 x x 18-44 JAHRE 45-65 JAHRE SCHAUBILD 37 14 Es handelt sich hierbei auch nicht um ein durch konkordantes Antwortverhalten der Befragten erzeugtes Artefakt, d.h. einen Effekt der dadurch entsteht, dass Personen, die auf die Frage nach der Arbeitsteilung in einer bestimmten Weise geantwortet haben, dies dann bei den Fähigkeitszuschreibungen in ähnlicher Weise tun. Dies kann deshalb ausgeschlossen werden, weil die Ermittlungen zu den Fähigkeiten und zur faktischen Arbeitsteilung in zwei getrennten, in sich repräsentativen Halbgruppen der Stichprobe – also nicht personenidentisch! – erfolgten.
  27. 27. 5352 Männer, die mit einer Partnerin zusammenleben X = ANTEIL UNTER 0,5 PROZENT BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄRIGE MÄNNER, DIE MIT EINER PARTNERIN ZUSAMMENLEBEN QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 © IfD-Allensbach Enger Zusammenhang von zugeschriebenen Fähigkeiten und faktischer Arbeitsteilung im Haushalt – Männersicht 84 78 70 64 64 61 61 46 43 42 38 37 32 31 30 30 29 24 17 16 12 11 2 x Darum kümmert sich meine Partnerin mehr Das können Frauen im Allgemeinen besser erledigen als Männer %Bügeln Neue Kleidung für die Kinder aussuchen und einkaufen Wäsche waschen Fenster putzen Das Bad putzen Kranke Familienmitglieder pflegen, mit ihnen zum Arzt gehen Kochen Aufräumen Kindererziehung Lebensmittel einkaufen Elternabende, Schul- oder Kindergarten- veranstaltungen besuchen Abwaschen, Geschirr spülen Sich um die Freizeitgestaltung, die Hobbys der Kinder kümmern, z.B. Sport, Musik Bei Auseinandersetzungen in der Familie schlichten, vermitteln Staubsaugen Den Kindern etwas vorlesen Den Kindern bei den Schularbeiten helfen Haushaltsgeräte wie Küchenmaschine, Kühlschrank aussuchen Mit den Kindern spielen Gartenarbeit Gemeinsame Ausflüge oder den Urlaub organisieren Sich um die Finanzen kümmern, Geld-, Bank- und Versicherungsangelegenheiten regeln Reparaturen im Haushalt Unterhaltungselektronik wie Computer, Handy usw. aussuchen 78 75 80 68 74 48 70 46 41 45 44 54 29 19 56 41 45 22 18 17 17 19 4 4 Korrelationskoeffizient R = 0,93 4 8 0 4 4 1 1 6 3 2 8 7 2 1 0 0 9 4 7 6 2 1 2 x % 77 7 88 6 7 4 7 4 4 4 4 5 2 1 5 4 4 2 1 1 1 1 Korrelationskoeffizient R = 0,89 Frauen, die mit einem Partner zusammenleben X = ANTEIL UNTER 0,5 PROZENT BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE FRAUEN, DIE MIT EINEM PARTNER ZUSAMMENLEBEN QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 © IfD-Allensbach Enger Zusammenhang von zugeschriebenen Fähigkeiten und faktischer Arbeitsteilung im Haushalt – Frauensicht Darum kümmere ich mich mehr Das können Frauen im Allgemeinen besser erledigen als Männer 83 72 63 63 62 56 55 51 50 46 40 38 37 36 33 33 27 23 19 18 14 13 3 1 Bügeln Neue Kleidung für die Kinder aussuchen und einkaufen Wäsche waschen Fenster putzen Das Bad putzen Kranke Familienmitglieder pflegen, mit ihnen zum Arzt gehen Kochen Aufräumen Kindererziehung Lebensmittel einkaufen Elternabende, Schul- oder Kindergarten- veranstaltungen besuchen Abwaschen, Geschirr spülen Sich um die Freizeitgestaltung, die Hobbys der Kinder kümmern, z.B. Sport, Musik Bei Auseinandersetzungen in der Familie schlichten, vermitteln Staubsaugen Den Kindern etwas vorlesen Den Kindern bei den Schularbeiten helfen Haushaltsgeräte wie Küchenmaschine, Kühlschrank aussuchen Mit den Kindern spielen Gartenarbeit Gemeinsame Ausflüge oder den Urlaub organisieren Sich um die Finanzen kümmern, Geld-, Bank- und Versicherungsangelegenheiten regeln Reparaturen im Haushalt Unterhaltungselektronik wie Computer, Handy usw. aussuchen 91 81 74 83 45 78 66 53 66 36 54 47 56 29 58 54 50 19 26 23 30 18 8 8 99 8 7 8 4 7 6 5 6 3 5 4 5 2 5 5 5 1 2 2 3 1 % SCHAUBILD 38 SCHAUBILD 39
  28. 28. 55 Eine vollzeitberufstätige Partnerin? Für die Mehrheit der jungen Männer kein Problem (mehr) N och zentraler als die Frage nach der Aufteilung der Haus- und Familienarbeit ist für das Rollen- verständnis des Mannes das Feld der Berufstätigkeit. Dass Erfolg im Beruf für Männer einen hö- heren Stellenwert hat als für Frauen,zeitliche Konflikte zwischen Beruf und Familie von Männern eher zugunsten des Berufs gelöst werden und Männer faktisch nach wie vor in viel höherem Anteil vollzeit- berufstätig sind als Frauen, ist in den vorangehenden Kapiteln bereits dargestellt worden. Wenn es um die Verteilung von Berufs- und Familienarbeit in einer Partnerschaft geht,kommen für Män- ner vor diesem Hintergrund vor allem Modelle in Betracht, bei denen sie selbst vollzeitberufstätig sind. So ist es für fast zwei Drittel der Männer eine Option, selbst Vollzeit zu arbeiten, während die Partnerin teilzeit- berufstätig ist, und sich überwiegend um Haushalt und (ggf.) Kinder kümmert. Für 44 Prozent kommt ein Vollzeit/Vollzeit-Modell in Betracht,bei dem sich die Partner den Haushalt teilen,15 für immerhin 39 Prozent das klassische Einverdienermodell,in dem der Mann arbeitet und die Frau sich ganz auf Haushalt und Kinder konzentriert. Dagegen kann sich nur jeder vierte Mann auch eine symmetrische Teilzeit/Teilzeit-Lösung vorstellen.Kon- stellationen,bei denen der Mann weniger arbeitet als die Frau,sind für gerade einmal 16 Prozent (Teilzeit/Voll- zeit) bzw. 13 Prozent (nichtberufstätig/Vollzeit) eine Option. Die Vorstellungen von Frauen weichen von denen der Männer bemerkenswerterweise nur wenig ab. Am ehesten ist zu erkennen, dass sich Frauen eher als Männer mit einer Teilzeit/Teilzeit-Lösung anfreunden könnten, weniger häufig dagegen damit, im Rahmen des klassischen Alleinverdienermodells zu Hause zu bleiben (Schaubild 40, Seite 56). 15 Mit der Annahme einer symmetrischen Verteilung der Hausarbeit in diesem Modell dürften sich allerdings viele Männer etwas vormachen. Denn wie sich weiter oben gezeigt hatte (vgl. Seite 37, Schaubild 25), erledigen Frauen, auch wenn sie vollzeitberufstätig sind, derzeit faktisch den größten Teil der Hausarbeit.
  29. 29. 5756 BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 © IfD-Allensbach Mögliche Rollenaufteilungen: große Unterschiede zwischen den Einstellungen in West und Ost Es können sich in einer Partnerschaft als Rollenverteilung gut vorstellen – 62 65 58 40 40 41 40 44 37 OSTWEST 50 50 51 66 63 69 19 18 19 Der Mann arbeitet Vollzeit, die Frau Teilzeit. Um Kinder und Haushalt kümmert sich überwiegend die Frau Beide arbeiten Vollzeit und teilen sich die Arbeit im Haushalt und bei der Kinderbetreuung Der Mann arbeitet Vollzeit, die Frau kümmert sich um Kinder und Haushalt % MÄNNER FRAUEN MÄNNER FRAUEN MÄNNER FRAUEN BEVÖLKERUNG INSGESAMT BEVÖLKERUNG INSGESAMT BEVÖLKERUNG INSGESAMT 66669696966666 63 66 SCHAUBILD 41 Deutliche Unterschiede,und zwar sowohl bei Männern wie bei Frauen,bestehen dabei zwischen den Vor- stellungen in den westlichen und den östlichen Bundesländern.Während für Männer wie für Frauen im Wes- ten am ehesten das Vollzeit/Teilzeit-Modell eine Option ist, ist im Osten für beide Geschlechter das Vollzeit/Vollzeit-Modell der eindeutige Favorit.Zwei Drittel der Bevölkerung im Osten können sich vorstellen, in einer solchen Konstellation zu leben, im Westen dagegen "nur" 40 Prozent. Das klassische Einverdiener- modell hat im Osten dagegen vergleichsweise wenige Anhänger.Nur 19 Prozent können sich dort vorstellen, Berufs- und Familienarbeit in dieser Weise aufzuteilen, im Westen dagegen 40 Prozent, also genauso viele wie sich die Vollzeit/Vollzeit-Lösung vorstellen können (Schaubild 41, Seite 57). Junge Männer können sich deutlich häufiger als ältere vorstellen, in einer Partnerschaft zu leben, in der beide Partner vollzeitberufstätig sind und sich die Hausarbeit teilen.Für Unter-35-Jährige ist das sogar mehr- heitlich eine Option. Das Einverdienermodell verliert dagegen in jungen Altersgruppen an Boden: Von den unter-35-jährigen Männern kann sich nur noch rund jeder Dritte vorstellen,so zu leben.Aber auch das Voll- zeit/Teilzeit-Modell verliert in der jungen Generation an Akzeptanz (Schaubild 42, Seite 57). Die in jungen Altersgruppen steigende Sympathie für das Vollzeit/Vollzeit-Modell findet sich ähnlich auch unter Frauen.Das Alleinverdienermodell verliert bei ihnen dagegen bemerkenswerterweise nicht erkennbar an Sympathien (Anhangschaubild 3). FRAGE: "Hier auf dieser Liste stehen einmal verschiedene Familienformen. Einmal unabhängig von Ihrer jetzigen Lebenssituation und den Auswirkungen auf Ihre finanzielle Lage: Welche könnten Sie sich für sich persönlich gut vorstellen?" (Listenvorlage) FRAUENMÄNNER BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE BEVÖLKERUNG QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 © IfD-Allensbach Mögliche Rollenaufteilungen: nur geringe Unterschiede in den Vorstellungen von Männern und Frauen 62 44 39 25 16 13 2 3 57 46 33 33 15 9 3 2 Der Mann arbeitet Vollzeit, die Frau Teilzeit. Um Kinder und Haushalt kümmert sich überwiegend die Frau Beide arbeiten Vollzeit und teilen sich die Arbeit im Haushalt und bei der Kinderbetreuung Der Mann arbeitet Vollzeit, die Frau kümmert sich um Kinder und Haushalt Beide arbeiten Teilzeit und teilen sich die Arbeit im Haushalt und bei der Kinderbetreuung Die Frau arbeitet Vollzeit, der Mann Teilzeit. Um Kinder und Haushalt kümmert sich überwiegend der Mann Die Frau arbeitet Vollzeit, der Mann kümmert sich um Kinder und Haushalt In keiner davon Weiß nicht, keine Angabe %% SCHAUBILD 40 © IfD-Allensbach Für junge Männer ist eine Vollzeitberufstätigkeit beider Partner mehrheitlich ein denkbares Modell – das klassische Einverdienermodell verliert dagegen an Boden BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE MÄNNER QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 Es können sich in einer Partnerschaft als Rollen- verteilung gut vorstellen – INSGESAMT Beide arbeiten Vollzeit und teilen sich die Familienarbeit Der Mann arbeitet Vollzeit, die Frau kümmert sich um Kinder und Haushalt 18-34 JAHRE 35-49 JAHRE 50-65 JAHRE Der Mann arbeitet Vollzeit, die Frau Teilzeit; um Kinder und Haushalt kümmert sich überwiegend die Frau 54 40 41 39 34 41 42 44 59 62 65 62 % SCHAUBILD 42
  30. 30. 5958 Ganz allgemein hätten 22 Prozent der Männer ein Problem damit, wenn ihre Partnerin beruflich erfolg- reicher wäre als sie selbst, für zwei Drittel wäre das ausdrücklich kein Problem (Schaubild 44). Männer aus der Oberschicht würden sich mit einer erfolgreicheren Partnerin dabei tendenziell leichtertun als Männer aus einfachen Sozialschichten.16 Insgesamt knapp zwei Drittel der Männer können sich persönlich ausschließlich Rollenverteilungen vor- stellen,bei denen sie vollzeitberufstätig sind,darunter ein gutes Drittel der Männer,für die nur Verteilungen in Frage kommen, bei denen die Partnerin weniger arbeitet als sie selbst, d.h. das Vollzeit/Teilzeit- bzw. das Alleinverdienermodell. Die hohe Bedeutung einer eigenen Vollzeitberufstätigkeit zeigt sich auch bei jungen Männern: Zwar legen vor allem Ab-50-Jährige besonders großen Wert darauf,selbst Vollzeit zu arbeiten,aber auch Unter-35-Jährige haben zu 60 Prozent nur Optionen auf dem Radar, bei denen sie selbst vollzeitberufstätig sind. Aber: Der Anteil derer,die möchten,dass die Partnerin weniger arbeitet als man selbst,nimmt in jüngeren Altersgrup- pen deutlich ab. Obwohl die Bedeutung der eigenen Vollzeitberufstätigkeit auch in jungen Altersgruppen sehr hoch ist – weiter oben hatte sich ja sogar gezeigt, dass Erfolg im Beruf für jüngere Männer überdurch- schnittliche Priorität genießt – ist es für das Selbstverständnis junger Männer aber offenbar weniger wichtig, die Rolle des alleinigen oder hauptsächlichen Familienernährers zu besetzen. Ein Drittel der Männer kann sich ausdrücklich auch Optionen vorstellen,bei denen sie selbst nicht Vollzeit arbeiten,darunter 20 Prozent, für die es auch in Frage käme, dass die Partnerin mehr arbeitet als sie selbst. Dieser Anteil ist in der jungen Männergeneration nicht überdurchschnittlich groß (Schaubild 43). © IfD-Allensbach Rund zwei Drittel der Männer können sich nur Modelle vorstellen, bei denen sie vollzeitberufstätig sind BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE MÄNNER QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 69 62 % Es können sich in einer Partnerschaft nur Rollenverteilungen vorstellen, bei denen sie selbst vollzeitberufstätig sind und zwar nur solche, bei denen die Partnerin weniger arbeitet als man selbst darunter solche, bei denen die Partnerin mehr arbeitet als man selbst Es können sich auch andere Rollenverteilungen vorstellen 18-34 JAHRE 35-49 JAHRE 50 -65 JAHREINSGESAMT 61 58 45 36 27 37 16 20 20 23 28 33 33 37 MÄNNER SCHAUBILD 43 Unentschieden, keine Angabe Ginge mir ähnlich, hätte ein Problem damit, wenn meine Partnerin beruflich erfolgreicher wäre als ich 22 11 67 % Hätte kein Problem damit © IfD-Allensbach Eine beruflich erfolgreiche Partnerin? Für gut jeden fünften Mann ein "No-Go". BASIS: BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, 18- BIS 65-JÄHRIGE MÄNNER QUELLE: ALLENSBACHER ARCHIV, IFD-UMFRAGE 11008, 2013 FRAGE: "Neulich fiel in einem Gespräch unter Männern der folgende Satz: 'Ehrlich gesagt hätte ich schon ein Problem damit, wenn meine Partnerin beruflich erfolgreicher wäre als ich.' Ginge Ihnen das ähnlich, oder hätten Sie damit kein Problem?" SCHAUBILD 44 16 Vgl. tabellarischer Basisbericht, Tabelle 17a, Daten auf Anfrage bei der Axel Springer Marktforschung

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